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Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
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30.10.2020 6.070
 
Hey-Yo-Wow allerseits.

Da ich mit hundertprozentiger Sicherheit weiß, dass ihr alle inzwischen ganz genau wisst, was ich an diesem Punkt immer zu sagen pflege, werde ich mich heute ausnahmsweise einmal etwas kürzer fassen und mich lediglich nochmal vielmals bei all denjenigen unter euch bedanken, die mir zum vorigen Teil einen Kommentar zukommen ließen.

Tja und da es ansonsten nichts Wichtiges mehr gibt, was es für mich an zu sprechen gilt und es von daher vollkommen unnötig wäre, das Unvermeidliche noch weiter hinaus zu zögern, werde ich es auch nicht tun und euch nur noch eines sagen, nämlich, dass ich euch allen zusammen, wie üblich, viel Vergnügen beim Schmökern wünsche!

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„Na Rick, habe ich Dir vorhin nicht gesagt, dass Du Dich besser nicht zu früh freuen solltest!?“, meinte Beckett zu ihrem smarten Berater, nachdem sie sowohl ihre, als natürlich auch seine erzielten Punkte zusammen gezählt, anschließend miteinander abgeglichen und dabei schlussendlich festgestellt hatten, dass sie das Spiel haushoch gewonnen hatte.

Mal wieder, um genau zu sein, denn es war, wie vorab schon einmal erwähnt, viele Male zuvor auch schon so gewesen, dass sie letztendlich diejenige mit den meisten Punkten war und obwohl er eigentlich nicht wirklich darüber verwundert war, dass er wieder mal gegen sie verloren hatte, war seine erneute Niederlage natürlich dennoch bitter für ihn.

Gleichzeitig freute er sich aber natürlich auch für sie, wenn auch nur insgeheim und im Stillen gratulierte er ihr sogar zu ihrem glorreichen Sieg über ihn, denn schließlich hatte sie ja keinesfalls irgendwie gemogelt und schon mal gar nicht betrogen, sie hatte stattdessen fair gespielt und sich ihren Gewinnerstatus damit auch ehrlich verdient.

Ihr voran gegangenes, plötzliches und völlig unerwartetes Aufeinandertreffen mit ihrem Kollegen und Ex-Freund Det. Tom Demming hatten sie inzwischen schon längst wieder vergessen, dabei spielte der besagte Mann nicht weit entfernt mit seinen beiden Kumpels, aber sie hatten den drei Herren trotzdem die ganze Zeit über keinerlei Beachtung geschenkt.

„Ja, ja, sonn Dich ruhig in deinem Triumph, solange Du willst, Kate. Oder sollte ich besser sagen, solange Du kannst? Denn wart’s nur ab, beim nächsten Mal werde ich Dich so was von fertig machen, das garantier ich Dir“, entgegnete er daraufhin und prophezeite ihr bereits jetzt, dass er bei ihrem nächsten Bowling-Spiel der große Sieger sein würde.

„In deinen Träumen, Writerboy, in deinen Träumen“, wollte sie nicht, dass er sich allzu sehr in seiner Illusion verlor, dass er beim nächsten Mal derjenige welcher sein würde, der über sie triumphieren würde, er sollte lieber realistisch bleiben und endlich einsehen, dass er gegen sie einfach nicht die geringste Chance hatte, heute Abend nicht und auch nicht in Zukunft.

„Also zunächst einmal heißt es Writerman, Detektive, Writerman. Wie oft muss ich es Dir denn noch sagen, bis Du es endlich lernst?“, konnte er schon überhaupt gar nicht mehr zählen, wie oft er ihr in der Vergangenheit bereits ehrlicherweise zu verstehen gab, dass er bzw. ein ganz spezieller Körperteil von ihm keinesfalls jungenhaft war.

Und obwohl es sie natürlich schon ein wenig nervte, ständig von ihm berichtigt zu werden, wenn sie ihn als Writerboy bezeichnete, belustigte sie es gleichzeitig auch, sehr sogar und so kam es, dass sie, auf seine erneute Zurechtweisung hin, einerseits zwar die Augen verdrehte, andererseits aber auch ein kleines Lächeln um ihre Mundwinkel herum hatte.

Dies entging dem aufmerksamen Schriftsteller natürlich nicht und er konnte nicht anders, als sich innerlich selbst dafür zu loben, dass es ihm wieder einmal gelungen war, ihr ein Lächeln zu entlocken, was für ihn mittlerweile zu einer Art Lebensaufgabe geworden war, es war für ihn so etwas wie ein Mission, sie mindesten einmal am Tag zum Lächeln zu bringen.

Genau aus diesem Grund brachte er ihr auch jeden Morgen einen Becher Kaffee, jedenfalls insofern er nicht irgendwie verhindert war, einfach nur, um sie lächeln zu sehen…und weil sie einfach unausstehlich war, wenn sie ihre erstes Tagesration an Koffein nicht bekam, aber hauptsächlich, um ein Lächeln in ihrem Gesicht sehen zu können.

„Und als nächstes möchte ich Dir noch sagen, dass Du nicht die geringste Ahnung hast, wovon ich des nachts so träume“, sagte er weiter zu ihr und ging dann langsam auf sie zu, bis er schließlich unmittelbar vor ihr stand, die beiden Partner standen nun vielleicht noch einen halben Meter voneinander entfernt, maximal.
         
„Aber ich gebe Dir einen kleinen Wink…“, hob er mit diesen Worten seine rechte Hand, um ihr ganz behutsam, beinahe schon zärtlich eine verirrte Haarsträhne wieder zurück hinters Ohr zu schieben, bevor er sich anschließend vorbeugte, sodass sein warmer Atem ihr Ohr streifte, als er fortfuhr: „...es hat sehr, sehr viel mit Dir zu tun.“

Beckett, die eigentlich fest damit gerechnet hatte, dass er sie küssen würde, jetzt zwar nicht unbedingt auf den Mund, dafür aber zumindest auf die Wange, wie er schon oft getan hatte, verpasste ihm, auf diese freche Bemerkung hin, einen freundschaftlichen Hieb in die Brust, mit einem erheiterten Lächeln im Gesicht, das seines exakt widerspiegelte.

Was sie unmöglich wissen und auch ebenso wenig ahnen konnten war, dass sie von einem gewissen Jemanden, der nur zwei Bahnen von ihnen entfernt war, mit Adleraugen beobachtet wurden und das bereits die ganze Zeit über und das, was die besagte Person da zu sehen bekam, passte demjenigen ganz und gar nicht.

Ganz im Gegenteil, mit an zu sehen, wie unglaublich vertraut seine Ex-Freundin und sein verhasster Rivale miteinander umgingen, ließ sein Blut vor lauter Ärger, Wut und Eifersucht regelrecht kochen und er würde am liebsten auf der Stelle rüber gehen und diesem Castle so dermaßen eine verpassen, dass er nicht mehr wusste, wo vorne und wo hinten war.

Je länger er die zwei beobachtete und sie praktisch miteinander turteln sah, desto mehr war er der festen Überzeugung, dass er mit seinem Verdacht tatsächlich richtig lag und das der Autor wirklich der Grund dafür war, warum Kate damals so urplötzlich mit ihm Schluss gemacht hatte, kurz bevor sie übers Memorial-Day-Wochenende wegfahren wollten.

Und infolge dieser Erkenntnis, mit der er, wenn man es ganz genau nahm, eigentlich auch gar nicht mal so falsch lag, begannen sich im Inneren seines Kopfes verschiedene Szenarien zu formen, Szenarien, die Dinge enthielten, die er seinem Kontrahenten liebend gerne antun würde, als Strafe dafür, dass er ihm die Freundin ausgespannt hatte.

Allerdings würde er mit seiner Rache wohl oder übel noch so lange warten müssen, bis der verdammte Schreiberling alleine war, denn er wusste ganz genau, dass Kate niemals zulassen würde, dass ihrem geliebten Schatten etwas zustieß und auf eine Auseinandersetzung mit der Frau, die er noch immer sehr liebte, war er beim besten Willen nicht aus.

„Worauf hat die gnädige Frau denn Lust? Hm? Italienisch, Chinesisch, Spanisch, Japanisch, Thailändisch oder vielleicht doch lieber Remys?“, wollte Rick in Erfahrung bringen, was seine Muse am liebsten essen wollte, zwar würde er das Essen so oder so bezahlen müssen, da er ja schließlich gegen sie verloren hatte, aber fragen kostete ja bekanntlich nichts.

„Mhm, ziemlich schwierige Frage. Aber ich würde sagen, mir ist heute Abend nach etwas, das zwar einfach, aber gleichzeitig auch wahnsinnig lecker ist“, antwortete sie, ohne ihm dabei wirklich zu sagen, in welche Richtung ihre Essenswahl denn nun ging, aber sie war sich ganz sicher, dass er diesbezüglich trotzdem eine Vermutung hatte.

„Dann also Remys?“, sollte die Polizistin mit ihrer Annahme, dass ihr Berater im Bezug darauf, für welche Art von Essen sie sich entschieden hatte, nicht so ahnungslos war, wie man eventuell vermuten könnte, auch tatsächlich recht behalten und das nicht nur dank dieser einzigartigen, geistlichen Verbindung zwischen ihnen.

Sondern auch aufgrund der Tatsache, dass er sie mittlerweile verdammt gut kannte, gut genug, um sie genauso problemlos lesen konnte, wie so ein offenes Buch, zumindest gelang ihm das die meiste Zeit über, denn es gab hin und wieder mal Momente, in denen selbst er nicht die geringste Ahnung hatte, was sie dachte oder fühlte.

„Ganz genau“, konnte sie einfach nicht anders, als sich in diesem Augenblick wieder mal mächtig darüber zu wundern, wie unglaublich gut er sie kannte, besser als jeder andere in ihrem Freundeskreis, nicht einmal ihre beste Freundin Lanie konnte sie auch nur annähernd so gut lesen, wie er, was auch einer der Gründe war, warum sie ihn so sehr liebte.

„Aber bevor wir los fahren, muss ich vorher erst nochmal kurz für kleine Mädchen“, informierte sie ihn auf subtile Art und Weise über ein rein menschliches Bedürfnis, das sie verspürte und wegen dem sie, weil es wirklich dringend war, auch nicht jetzt sofort zu ihrem Lieblingsdiner aufbrechen konnten.

„Nur zu, geh ruhig. Ich werde hier auf Dich warten“, hörte er sich bei dieser Aussage fast schon so an, als hätte sie ihm nicht bloß gesagt, dass sie nur mal eben schnell zur Toilette gehen und in wenigen Minuten wieder zurück sein würde, sondern viel mehr so, als hätte sie im gerade zu verstehen gegeben, dass sie für längere Zeit fort sein würde.

„Ich habe nichts anderes von Dir erwartet“, entgegnete sie und tätschelte dabei mit ihrer rechten Hand seine linke Wange, bevor sie sich anschließend umdrehte und in Richtung der Toiletten ging und da sie ganz genau wusste, dass er ihr hinterher sah, ließ sie, nur um ihn ein bisschen zu necken, beim Gehen ihre Hüften hin und her schwingen.

Und tatsächlich blickte er ihr nach, genauso wie er es immer tat, wenn sie von ihm wegging und so entging ihm natürlich auch nicht der verführerische Hüftschwung, den sie extra für ihn hinlegte und wie bislang immer, so hatte das Hin- und Herschwanken ihrer Taille auch dieses Mal wieder ein wahrhaft hypnotische Wirkung auf ihn.

Am liebsten würde Castle ihr nachgehen, sie in irgendeine ruhige Ecke ziehen und ihr dort unmissverständlich zeigen, was für eine attraktive, wundervolle und begehrenswerte Frau sie war, aber er wusste genau, dass es absolut falsch wäre das zu tun, denn mit einer solchen unüberlegten Handlung würde er nur ihre kostbare Freundschaft riskieren.

Denn schließlich hatte er ja, auch wenn er schon die starke Vermutung hatte, dass dem so war, dennoch keine hundertprozentige Gewissheit darüber, ob sie genauso für ihn empfand, wie er für sie und solange er nicht wirklich zweifelsfrei wusste, ob sie ihn auch liebte, würde er definitiv nichts tun oder sagen, was ihre fragile Beziehung gefährden könnte bzw. würde.

Aber ihm war natürlich trotzdem vollkommen klar, dass er seine wahren Gefühle für sie nicht ewig vor ihr geheim halten können würde, früher oder später würde er ihr beichten müssen, was er für sie fühlte, ganz egal, wie viel Angst er auch davor hatte, denn wenn er mit ihr glücklich sein wollte, dann würde er wohl oder übel mutig sein müssen.

Rick schwor sich selbst in diesem Augenblick hoch und heilig, dass er nicht mehr lange damit warten würde, Kate die Wahrheit zu sagen, allerdings würde er dabei natürlich keineswegs plump vorgehen und es ihr erst recht nicht einfach mal so ganz nebenbei sagen, im Sinne von: „Hey Kate, weißt Du schon das Neueste? Ich liebe Dich!“

Oh nein, keinesfalls, er würde es selbstverständlich auf die einzig richtige Art und Weise tun und zwar würde er sie zunächst einmal stilvoll zum Essen ausführen, in ein schickes, aber dennoch schlichtes Restaurant, mit romantischem Kerzenlicht, einem leckeren Essen und sie würde ein todschickes Kleid tragen, mit dem sie ihn völlig verrückt machen würde.

Eben mit allem, was dazu gehörte, mit allem drum und dran, so wie man, seiner ganz eigenen, persönlichen Ansicht nach, nun einmal vorging, wenn man plante der Frau, die man zutiefst verehrte, für die man wirklich einfach alles tun und riskieren, für die man töten und sogar sterben würde, seiner Seelenverwandten, seine Liebe zu gestehen.

Oder vielleicht würde er es auch etwas schlichter machen und sie stattdessen ganz einfach zu sich nach Hause, ins Loft einladen und dort eigenhändig etwas leckeres für sie beide kochen, bezüglich dieses Details war er sich leider noch nicht so ganz sicher, aber auf jeden Fall würde er es so perfekt, wie möglich machen, genauso wie sie es auch verdiente.

Der Krimiautor war so in seinen Gedanken vertieft, dass er leider nicht mitbekam, dass Demming seiner Ex-Freundin heimlich zur Toilette gefolgt war, der Detektive hatte, als sie gegangen war, kurz abgewogen, ob er sich lieber Castle vorknöpfen oder sich besser mit Beckett befassen sollte und sich schließlich für Letzteres entschieden.

Und so kam es, dass die Braunhaarige, als sie das Damen-WC verließ, zum nunmehr zweiten Mal an diesem Abend mit ihrem ehemaligen Freund konfrontiert wurde, aber da sie natürlich nicht wissen konnte, dass er ihr ganz bewusst hier her gefolgt war, schöpfte sie zunächst auch keinen Verdacht und dachte einfach, dass er nur ebenfalls zur Toilette wollte.

„Hey Tom“, wollte sie zwar eigentlich kein großes Gespräch mit ihrem Ex anfangen, sondern so schnell wie möglich zu ihrem Partner zurückkehren, damit sie endlich aufbrechen und zu Remys fahren konnten, aber sie wollte trotzdem nicht unfreundlich sein, schließlich war er ein guter Kerl und verdiente es nicht wie Luft behandelt zu werden.

„Hey Kate“, sah Demming es immerhin schon mal als ein positives Zeichen an, dass sie nicht einfach an ihm vorbei gegangen war, ohne ihn auch nur eines einzigen Blickes zu würdigen, sondern stattdessen stehen geblieben war und ihn angesprochen hatte, was sie nicht unbedingt hätte tun müssen, sie hätte ihn ja schließlich genauso gut auch einfach so stehen lassen können.

„Mensch, das ist ja vielleicht ein Zufall, dass wir uns schon wieder über den Weg laufen. Also wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sogar glatt behaupten, dass es so was wie Schicksal ist“, tat der Raub-Cop wirklich sein Bestes, um sich nicht zu verraten und sie wissen zu lassen, dass er sie verfolgt hatte, wie so ein liebeskranker Stalker.

„Ja, was für ein Zufall“, hatte die clevere Mordermittlerin immer mehr den Verdacht, dass es, anders als sie zunächst gedacht hatte, doch kein purer Zufall war, dass sie und Tom sich erneut begegnet sind und weil dem so war, war ihre Aussage letztendlich auch eher weniger ernsthaft gemeint und viel mehr sarkastischer Natur.

Schicksal? Ernsthaft? Was dachte er denn bitteschön, wer er war? Castle? Wenn ihr Berater von Schicksal und irgendwelchen anderen übernatürlichen Dingen sprach, dann fand sie das ja noch liebenswert, aber wenn Demming hingegen über so etwas redete, war das für sie einfach nur völlig absurd, von unheimlich mal ganz zu schweigen.

„Hör zu, Tom. Ich würde zwar wirklich gerne noch ein wenig länger mit Dir reden, aber das geht leider nicht, Rick wartet auf mich“, hoffte sie, auch wenn es ihr insgeheim völlig egal war, trotzdem sehr, dass er ihre Lüge nicht durchschauen würde, denn das würde nur eine Verlängerung ihres Gesprächs nach sich ziehen und darauf hatte sie echt keine Lust.

„Aber es war trotzdem schön, Dich wieder zu sehen. Mach’s gut“, verabschiedete sie sich mit diesen Worten und einem aufgesetzten Lächeln von ihrem Ex-Freund ab, wandte sich von ihm ab und wollte gerade weggehen, als sie von seiner Hand, die sich sanft, aber bestimmt um seinen Unterarm legte, abrupt in ihrer Bewegung gestoppt wurde.

„Warte Kate. Es gibt da etwas Wichtiges, was ich Dir unbedingt sagen muss“, beeilte er sich damit ihr zu erklären, dass er sie nicht grundlos aufgehalten hatte, denn obwohl er nur kurze Zeit mit ihr zusammen gewesen war, wusste er dennoch, dass man sie besser nicht erzürnen sollte und sie in ihrem Tun zu stoppen, dürfte sie zweifellos sauer machen.

„So? Und was ist das?“, hatte sie zwar eigentlich keinen Bock darauf sich an zu hören, was ihr werter Herr Ex ihr ach so wichtiges zu sagen hatte, aber sie dachte einfach, je eher sie das hier hinter sich brachte, umso schneller konnte dann endlich wieder zu Castle zurück gehen, der sich ganz bestimmt auch schon fragte, wo sie denn so lange blieb.

„Hör zu, Kate. Ich weiß natürlich, dass unsere Beziehung schon lange vorbei ist und mir ist auch völlig klar, dass wir nicht sehr lange zusammen waren. Aber die Wahrheit ist, dass ich, trotz all der Zeit, die seitdem vergangen ist, nie so ganz über Dich hinweg gekommen bin“, begann er schließlich die Rede, die er in den letzten zwei Stunden eingeübt hatte.

„Nach unserer Trennung, da habe ich zwar wirklich alles erdenkliche versucht, um Dich irgendwie zu vergessen, aber egal, was ich auch machte, ich konnte es einfach nicht. Ich konnte Dich nie so wirklich aus dem Kopf bekommen. Du bist einfach unvergesslich, Kate“, sprach er weiter und umschloss ihre rechte Hand mit seinen beiden.

„Und Dich heute Abend hier wieder zu treffen ist, so merkwürdig sich das für Dich vielleicht auch anhören mag, für mich nichts anderes als ein Wink des Himmels. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass das, was wir damals miteinander hatten, doch noch nicht endgültig vorbei ist, dass es noch eine Chance für uns beide gibt“, fuhr er unbeirrt fort.

„Ich mag Dich immer noch genauso sehr, wie damals und ich bitte Dich hiermit inständig, komm zu mir zurück. Gib mir, gib uns bitte noch eine Chance, Kate“, hätte er ihr zwar am liebsten gesagt, dass er sie liebte, aber er kannte sie gut genug, um zu wissen, dass er sie mit einer sofortigen Liebeserklärung bloß verjagen würde.

Beckett war zwar eine exzellente Ermittlerin und auch absolut knallhart, wenn es darum ging Mörder hinter Gitter zu bringen, zweifellos, aber wenn es dagegen um Gefühle ging und insbesondere um Liebe, ähnelte sie viel mehr einem scheuen und verängstigten Reh, das beim kleinsten Anzeichen von Gefahr immer direkt die Flucht ergriff.

Und um eben genau das zu verhindern, hatte er beschlossen ihr vorerst nur die halbe Wahrheit mit zu teilen und ihr lediglich zu sagen, dass er sie sehr mochte, die übrige Wahrheit, nämlich, dass er sie liebte, könnte er ihr ja auch immer noch dann erzählen, sobald er mit seinem Vorhaben, sie zurück zu gewinnen, erfolgreich war und sie beide wieder ein Paar waren.

Kate wollte ihm gerade ihre Hand entziehen und ihm freundlich, aber bestimmt zu verstehen geben, dass sie nicht im geringsten an einer Wiedervereinigung mit ihm interessiert war, als sie die markante Stimme ihres Partners hörte, der nach ihr rief und in der nächsten Sekunde, da kam der besagte Mann auch schon um die Ecke.
   
Sie sprach es zwar nicht laut aus, aber sie war natürlich heilfroh darüber, dass Rick sich, als sie nicht von der Toilette wieder kam, offenbar auf die Suche nach ihr gemacht und sie nun auch gefunden hatte, es dürfte ihm zwar nicht gefallen, dass sie nicht alleine war, sondern in Gesellschaft ihres Ex-Freundes, aber immerhin hatte sie jetzt Unterstützung.

„Was ist denn hier los?“, fragte der Writer in die Runde, während er sich darum bemühte, sich einen vollständigen Überblick über das, was er da vor sich sah, zu verschaffen, die Besorgnis um seine Muse, die er bis eben gerade noch verspürt hatte, war verflogen und stattdessen der Überraschung und Verwirrung gewichen.

Und als er dann auch noch sah, dass dieser elende Schleimbeutel von Raubdetektive Kates Hand hielt, mischte sich zudem noch eine gehörige Portion Ärger, Eifersucht und Wut dazu und er musste wirklich all seine Selbstbeherrschung aufbringen, um seinem Kontrahenten nicht augenblicklich an die Gurgel zu gehen.

„Ich wüsste zwar eigentlich nicht, was Sie das anginge, aber wenn Sie es unbedingt wissen wollen, dann verrate ich es Ihnen“, war Tom natürlich mächtig sauer darüber, dass der verdammte Schriftstelleraffe dazwischen geplatzt war, aber er beschloss kurzerhand, die günstige Gelegenheit dennoch nicht einfach so verstreichen zu lassen.

„Kate und ich haben uns ein wenig miteinander unterhalten und uns schlussendlich darauf geeinigt, unserer Beziehung noch eine zweite Chance zu geben. Stimmt’s Schatz?“, ließ er auf seinen spontanen Entschluss, Castle ordentlich eins rein zu würgen, auch sogleich Taten folgen und legte, während er das sagte, seinen rechten Arm um seine Ex-Freundin.

„Nein, das ist nicht wahr“, widersprach die Brünette ihrem Kollegen prompt und löste sich, während sie das tat, auch geschwind von ihm, weil sie natürlich auf gar keinen Fall wollte, dass ihr fieser Ex mit seinem gemeinen Vorhaben, Rick mit der Nachricht über ihre vermeintliche Wiedervereinigung zu verletzen, durchkam.

Schließlich wusste sie, durch das Gespräch, das sie vor Kurzem miteinander geführt hatten, genau, wie sehr Toms Anwesenheit und ihre ignorante Art ihm gegenüber, Castle damals verletzt hatte und das mit Abstand letzte, was sie wollte war, dass er nochmal wegen ihr so leiden musste, umso wichtiger war es daher, die Sache schleunigst richtig zu stellen.

Bis zum heutigen Abend war sie der festen Überzeugung gewesen, dass Demming ein rundum guter Kerl war, aber das er ganz offensichtlich nicht davor zurückschreckte irgendwelche Lügen zu erzählen, nur um jemanden, den er nicht mochte, zu erniedrigen zeigte ihr zweifelsfrei, dass sie sich offenbar gewaltig in ihm getäuscht hatte.

„Ja, es stimmt, dass wir miteinander gesprochen haben, aber wir haben uns keinesfalls dazu entschlossen, wieder zusammen zu kommen. Es war nämlich viel mehr so, dass Du, Tom, mich um eine zweite Chance gebeten hast, mich regelrecht angefleht hast, Dich zurück zu nehmen. Und das weißt Du auch ganz genau“, ergänzte die Polizistin.

„Ich glaube Dir, Kate“, ließ er sie wissen, dass sie sich ihm gegenüber nicht weiter zu erklären brauchte, zumal er den Worten seines Konkurrenten sowieso von vorne rein nicht den geringsten Glauben geschenkt hatte, denn schließlich hatte sie selbst zu ihm gesagt, dass sie keine romantischen Gefühl mehr für ihren Verflossenen hegte.

Er vertraute Beckett vollkommen und kannte sie gut genug, um ohne jeden, noch so geringen Zweifel zu wissen, dass sie niemals von einer Sekunde auf die andere, sprichwörtlich zwischen Tür und Angel, wieder mit ihrem Ex-Freund anbandeln würde und schon mal gar nicht, wenn er praktisch nebenan war und auf sie wartete.

„Ich frage mich allerdings, was Sie glauben, mit Ihrer Lügerei hier bezwecken zu können, Detektive Demming“, sagte der inoffizielle NYPD-Berater an den besagten Mann gewandt, der derweil völlig unberührt da stand, seine Hände in den Hosentaschen vergraben hatte und ihn ansah, als könne er kein Wässerchen trüben.

„Wer? Ich? Ich will hier rein gar nichts bezwecken. Im Gegenteil. Ich bin lediglich darauf bedacht, trotz unserer Trennung, weiterhin ein gutes Verhältnis mit Kate zu haben. Das ist alles“, log der Cop so dermaßen, dass sich eigentlich die nicht vorhandenen Fußbodendielen hätten verbiegen müssen und das ohne dabei auch nur ansatzweise rot zu werden.

„Die bessere Frage wäre ja wohl eher, was Sie mit Ihrem Verhalten bezwecken wollen, Castle. Und damit meine ich nicht nur Ihr Verhalten heute Abend, sondern auch und vor allem das, das Sie damals an den Tag gelegt haben, als Kate und ich zusammen waren“, setzte er diese Aussage an seine voran gegangene noch hinten dran.

„Verzeihung, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, wovon Sie da reden, Demming“, erwiderte der Autor und hätte in diesem Fall gar nicht ehrlicher sein können, denn obwohl er Kate zu dem Zeitpunkt, als sie mit Tom liiert war, bereits geliebt hatte, hatte er dennoch nie versucht, ihre Beziehung irgendwie zu sabotieren.

„Ach, jetzt stellen Sie sich doch gefälligst nicht dümmer, als Sie sind, Castle“, machte die vermeintlich scheinheilige Haltung seines Rivalen, den männlichen Polizisten natürlich mächtig wütend und das ließ er sein Gegenüber auch ganz deutlich spüren, denn er würde sich von diesem närrischen Kindskopf garantiert nicht für dumm verkaufen lassen.

Der Raubdetektive musste sich wirklich arg auf die Zunge beißen, damit die Worte „Falls das überhaupt noch möglich ist“ nicht auch noch seinen Mund verließen, denn seiner Ansicht nach war ein Mann, der einfach nicht einsehen konnte oder wollte, dass eine Frau kein Interesse an ihm hatte, nichts anderes als ein kompletter Vollidiot.

Das er sich damit in Wirklichkeit eher weniger auf den Romanautor, als viel mehr auf sich selbst bezog, bemerkte er nicht, dafür war er schlichtweg viel zu sehr davon verblendet, Castle vor seiner Ex-Freundin schlecht zu machen und sich auf diesem Wege dafür an ihm zu rächen, dass er ihm die Frau, die er liebte, weg genommen hatte.

„Sie waren damals doch tierisch eifersüchtig, als Kate und ich zusammen waren und haben uns unser Glück nicht gegönnt. Aber nicht, weil Sie sie lieben und an meiner Stelle mit ihr zusammen sein wollten, sondern einzig und allein deshalb, weil Sie neidisch auf mich waren und es einfach nicht ertragen konnten, dass sie mich gewählt hatte und nicht Sie.“

Begann Demming in der darauffolgenden Sekunde drauf los zu wettern, wobei er, während er sprach, langsam und bedrohlich auf seinen Widersacher zuging, bis die beiden Männer sich schließlich direkt gegenüber standen und obwohl Tom ein paar Zentimeter größer war als er, ließ Rick sich dennoch nicht im geringsten von ihm einschüchtern.

„Und genau deswegen, weil Sie neidisch auf mich und mein Glück mit Kate waren, haben Sie unsere Beziehung auch bombardiert, wo es nur ging und alles getan, um uns auseinander zu bringen. Was Ihnen, wie unsere Trennung beweist, letztendlich ja auch tatsächlich gelungen ist“, verfiel der Raub-Cop immer mehr in Rage.

„Ich meine, ich bin doch nicht blöd. Ich weiß ganz genau, was Kate damit gemeint hat, als sie damals bei unserer Trennung zu mir sagte, dass ich nicht das wäre, wonach sie suchte. Sie meinte damit nichts anderes, als das ich nicht Sie war, obwohl ich beim besten Willen nicht verstehen kann, was sie an einem Kerl, wie Ihnen findet.

Tom ließ, während er das sagte, seinen Blick verächtlich über sein Gegenüber schweifen und sah, als er das tat, nichts interessantes, besonderes oder bemerkenswertes, geschweige denn etwas beeindruckendes an dem Mann vor ihm, mit anderen Worten, absolut nichts, was einer Frau, wie Kate Beckett es war, auch nur ansatzweise gerecht wurde.

„Ich denke, dass sollten Sie schon getrost ihr überlassen“, fühlte Castle sich nicht besonders wohl dabei, über seine Herzensdame in der dritten Person zu sprechen, zumal sie gerade mal eine Armeslänge von ihm entfernt stand und seine zunehmend hitzige Diskussion mit ihrem Ex bislang völlig wortlos mit verfolgte.

„Schließlich ist sie eine erwachsene Frau, die selbst entscheiden kann, mit wem sie ihre Zeit verbringt und auch, mit wem sie befreundet ist“, sagte der Krimiautor weiter, weil er natürlich nicht zulassen konnte, geschweige denn wollte, dass Beckett von Demming als jemanden dargestellt wurde, der nicht dazu in der Lage war, für sich selbst Entscheidungen treffen zu können.

„Das sehe ich ganz genau so“, stimmte die Braunhaarige, wie es ehrlich gesagt auch nicht anders zu erwarten war, ihrem Partner diesbezüglich natürlich voll und ganz zu und mischte gleichzeitig mit ihrer Äußerung zum ersten Mal, nach minutenlangem Schweigen ihrerseits, schließlich wieder bei dem Gespräch der beiden Herren mit.

„Und ich wäre Dir wirklich sehr verbunden, wenn Du jetzt bitte gehen würdest, Tom“, forderte die Mordermittlerin ihren Ex-Freund, durch die Blume gesprochen, dazu auf, auf der Stelle Leine zu ziehen, denn sie hatte beim besten Willen keine Lust mehr darauf, sich noch länger mit ihm herum zu schlagen.

„Aber Kate, ich dachte…“, konnte oder viel mehr wollte Demming nicht verstehen, warum seine Angebetete jetzt auf einmal unbedingt wollte, dass er ging, denn seiner Ansicht nach lief alles wie am Schnürchen, sein Plan, sie zurück zu bekommen, schien perfekt zu funktionieren, zumindest bis ihr bekloppter Schatten plötzlich dazwischen geplatzt war.

„Hör zu, Tom. Ich kann ja verstehen, dass Du immer noch Gefühle für mich hast und mich daher auch wieder zurück haben willst“, startete sie einen Versuch, ihm so schonend wie möglich zu erklären, dass sie kein romantisches Interesse mehr an ihm hatte, in der Hoffnung, auf diese Weise besser zu ihm durchdringen und ihn verstehen lassen zu können.

Andernfalls würde ihr halt nichts anderes übrig bleiben, als ihm auf die harte Tour klar zu machen, dass sie nicht einmal im Traum daran dachte, wieder mit ihm zusammen zu kommen, aber dies wäre definitiv nur der allerletzte Weg, den sie, da sie von Natur aus diplomatisch veranlagt war, von daher natürlich auch möglichst vermeiden wollte.

Zumal sie sich hier im Toilettenbereich eines öffentlichen Bowling-Centers befanden und das Letzte, was sie wollte war, ihrem Ex ausgerechnet hier eine Standpauke zu halten, es grenzte ja schließlich schon an ein Wunder, dass sie bislang noch unter sich waren, umso mehr hoffte sie natürlich, dass sie mit der weichen Schiene bei ihm Erfolg haben würde.

„Und ich möchte, dass Du weißt, dass ich Dich immer noch sehr mag und das ich Dich wirklich nicht verletzen wollte, als ich mich von Dir getrennt habe und es natürlich auch heute Abend nicht will. Aber die Wahrheit ist nun mal, dass ich Dich nicht liebe und das ich Dich, wenn ich ehrlich bin, auch damals schon nicht geliebt habe.

Aus diesem Grund bin ich, wie Du Dir sicher denken kannst, auch nicht daran interessiert, wieder mit Dir zusammen zu kommen. Es tut mir wirklich leid, Tom, aber so ist das nun mal. Und ich hoffe wirklich sehr, dass Du mich verstehen, meine Entscheidung akzeptieren und mir irgendwann auch verzeihen können wirst.“

Mit diesen Worten beendete die Polizistin ihre Ansprache und wartete darauf, was ihr Ex-Freund zu dieser sagen würde, wobei sie, während sie das tat, inständig dafür betete, dass Demming, trotz seiner zweifellos verletzten Gefühle, trotzdem genug Anstand und Würde besitzen würde, um ihr nicht hier eine lautstarke Szene zu machen.

„Keine Sorge, Kate. Ich verstehe“, war der männliche Stolz des Raubdetektives, durch die Zurückweisung seiner Ex-Freundin, natürlich gewaltig angeknackst, aber er wusste natürlich dennoch ganz genau, dass es absolut keinen Zweck machen würde zu versuchen, ihre Meinung zu ändern, also beschloss er den Verständnisvollen zu mimen.

„Voll und ganz“, ergänzte Demming und ließ dabei seinen Blick von Beckett weg und hin zu Castle wandern, bevor er sich schließlich von den beiden abwandte und mit einem zwar erhobenen Haupt, dafür aber mit verletzten Gefühlen und einer stark beschädigten Männerehre wieder zurück in den Spielbereich des Bowling Centers ging.

Er hatte vorhin zwar den Entschluss gefasst, Kate mit allen Mitteln wieder zurück zu gewinnen, aber ihm war natürlich vollkommen bewusst, dass es nichts nützen würde, um sie zu kämpfen, wenn sie ihn nicht wollte, er könnte sich noch so sehr um sie bemühen, es würde nichts daran ändern, dass es keine zweite Chance für ihn gab.

Und obwohl es ihn furchtbar schmerzte zu wissen, dass er sie unwiederbringlich verloren hatte, würde er ihre Entscheidung trotzdem wie ein reifer und erwachsener Mann akzeptieren, ganz egal, wie weh es ihm auch tat, denn letztendlich zählte für ihn einzig und allein, dass Kate glücklich war und wenn sie mit einem anderen Mann, als ihm glücklich war, dann war das eben nun mal so.

Selbst wenn dieser besagte, andere Mann Richard Castle war.

„Bist Du in Ordnung, Kate? Hat er Dich irgendwie verletzt?“, fragte der Writer seine Muse sowohl hörbar, als auch sichtbar besorgt, sobald sein Rivale oder besser gesagt, sein ehemaliger Rivale außer Sichtweite war, er sah zwar keine Verletzungen an ihr, aber fürsorglich wie er nun mal war, wollte er lieber ganz sicher gehen.

„Nein, mir geht es gut. Er hat mich zwar festgehalten, aber ohne mich zu verletzen“, antwortete sie ihm wahrheitsgemäß und war von seiner aufrichtigen Besorgnis um sie wirklich zutiefst gerührt und vor allem berührt, denn es zeigte ihr wieder einmal, wie wichtig sie ihm war und viel sie ihm bedeutete.

„Ach und übrigens, vielen Dank, Rick“, fiel ihr in der nächsten Sekunde brennend heiß ein oder viel mehr auf, dass es da ja noch eine gewisse Sache gab, für die sie sich unbedingt noch bei ihm bedanken wollte und sie vermutete stark, dass er wahrscheinlich nicht sofort wissen würde, wofür genau sie sich jetzt bei ihm bedankte.

„Wofür?“, sollte Beckett mit ihrer Voraussage auch tatsächlich richtig liegen, denn obwohl, wie bereits erwähnt, eine unerklärliche, geradezu überirdische Verbindung zwischen ihnen bestand und sie oft, fast sogar immer wussten, was der andere dachte, hatte er im Bezug auf den Grund ihre Danksagung, trotzdem nicht den geringsten Schimmer.

„Dafür, dass Du mir dabei geholfen hast, Tom los zu werden“, zweifelte sie zwar kein bisschen daran, dass sie es auch ohne seine Hilfe geschafft hätte, ihren lästigen Ex-Freund los zu werden, aber sie war sich dennoch absolut sicher, dass ihr dies, dank seiner Unterstützung, viel schneller gelungen war, als wenn sie es alleine in Angriff genommen hätte.

„Jederzeit, Kate, jederzeit“, entgegnete Castle daraufhin und schenkte seiner Partnerin ein sanftes, warmes Lächeln, das seine Wirkung bei ihr nicht verfehlte und ihr Herz prompt schneller schlagen und auch ihre Knie weich werden ließ, dies hinderte sie aber natürlich keineswegs daran, das Lächeln ebenso herzlich zu erwidern.

„Wenn ich mich nicht sehr irre, dann hattest Du vorhin etwas von Remys gesagt und davon, dass Du bezahlen wirst“, erinnerte sie ihn im nächsten Augenblick daran, dass sie sich, bevor sie zur Toilette gegangen war und bevor Tom seine Rückhol-Aktion gestartet hatte, darauf geeinigt hatten, zu ihrem Stammdiner zu fahren.

„Schade. Ich hatte so gehofft, es wäre Dir entfallen“, kam der Schriftsteller, wie es nun mal in seiner Natur lag, einfach nicht drum herum eine scherzhafte Bemerkung von sich zu geben, er würde natürlich niemals ernsthaft darauf anspielen oder behaupten, dass Beckett vergesslich wäre, denn stattdessen war eher das genaue Gegenteil davon der Fall.

„Also wirklich, Castle. Du solltest mich mittlerweile wirklich besser kennen und ganz genau wissen, dass ich so gut wie nie etwas vergesse. Vor allem, wenn es darum geht, dass mein Partner mir ein Abendessen spendiert“, wies sie ihn bestimmt, aber dennoch freundlich darauf hin, dass sie in der Regel ein sehr gutes Gedächtnis besaß.

„Ja…leider“, konnte er sich einen weiteren, neckenden Kommentar, in Verbindung mit einem frechen Grinsen, nicht verkneifen und erhielt auch prompt seine Strafe dafür und zwar in Form eines erneuten Hiebes in seine Brust, bei dem aber, genauso wie vorhin auch schon, so auch diesmal wieder ein breites Lächeln ihr bildhübsches Antlitz zierte.

„Jetzt werd mal nicht unverschämt, Writerboy und kauf mir lieber endlich etwas zu Essen“, gab sie ihm klar und deutlich zu verstehen, dass er, anstatt hier weiter seinen inneren Frechdachs heraus zu lassen, stattdessen besser seine Wettschuld ihr gegenüber einlösen und mit ihr gemeinsam zu Abend essen sollte.

„Ihr Wunsch ist mir Befehl, Detektive“, dachte er zwar zunächst daran, sie ein weiteres Mal zu ermahnen, dass er kein „Writerboy“, sondern ein „Writerman“ war, er ließ es letztendlich jedoch, weil er, genauso wie sie auch, einen Riesenhunger und deshalb auch absolut keine Lust darauf hatte, noch endlos lange mit ihr herum zu diskutieren.

Außerdem wusste er ganz genau, dass es höchstwahrscheinlich eh nichts bringen würde, sie erneut daraufhin hin zu weisen, dass er ein Schriftstellermann und kein Schriftstellerjunge war, denn sie würde, wie bislang auch, seine Zurechtweisung einfach gekonnt ignorieren und ihn beim nächsten Mal dann wieder so nennen.

Doch wenn er ganz tief in sich hinein horchte, dann würde er es ehrlich gesagt auch niemals anders haben wollen, denn ihre gegenseitigen Neckereien waren mittlerweile zu einem festen Bestandteil ihrer Beziehung geworden, der einfach nicht mehr weg zu denken war und den auch keiner von ihnen beiden jemals missen wollen würde.

Mit dieser Erkenntnis bot er ihr, charmant lächelnd, galant seinen rechten Arm zum Einhaken an, den sie mit einem strahlenden Lächeln annahm und so ineinander gehakt begab das Duo sich direkt Ausgang des Bowling-Centers und von dort aus auf direktem Wege zu Remys, wo sie schließlich in aller Ruhe ihr wohlverdientes Abendessen einnahmen.

Und obwohl Rick das Essen bezahlen musste, war er dennoch keinesfalls sauer deswegen, ganz im Gegenteil, er war glücklich darüber ihr etwas Gutes tun zu dürfen, genauso wie er auch glücklich darüber war, ihr bei Demming hatte helfen zu können, er konnte mit Lug und Recht behaupten, dass er der mit Abstand glücklichste Verlierer auf der ganzen Welt war.
   
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Junge, Junge, das war mal ein langes Kapitel, vielleicht oder wahrscheinlich sogar das längste, das ich in meiner gesamten Laufbahn als Fanfiktion-Autor jemals verfasst habe und wo wir schon mal bei dem Thema sind, möchte ich euch mitteilen, dass ich noch drei weitere Parts schreiben werde, bevor ich diese Oneshot-Reihe beende.

So oder so, auf jeden Fall hoffe ich wirklich sehr, dass mir die Fortsetzung gut gelungen ist, sie euch gefallen hat und ich viele Kommentare dazu von euch bekommen werde, wobei mir, genauso wie bislang immer, so natürlich auch dieses Mal wieder echt völlig schnuppe ist, ob diese nun positiv oder eben auch negativ ausfallen werden.

Abschließend möchte ich euch allen selbstverständlich noch ein möglichst angenehmes Wochenende wünschen, einen schönen Reformationstag oder Happy Halloween, je nach dem, was ihr halt lieber feiert und obwohl es bis dahin noch ein paar Tage sind, trotzdem auch jetzt schon mal einen erfolgreichen Start in die kommende Woche.

Tschüss Leute, lasst es euch gut ergehen, euer Ahadi.
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