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Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
18.09.2020 4.240
 
Ich grüße euch alle miteinander, geschätzte Leserinnen und Leser.

Hoffentlich habt ihr die „paar“ Tage seit meinem letzten Post gut überbrücken, sowie gesundheitlich unbeschadet überstehen können, sodass ihr nun das allerneueste Kapitel meiner derzeitigen Oneshot-Serie völlig ungehindert genießen könnt und das, zumindest hoffe ich das inständig, in vollen Zügen.

Doch bevor ihr euch auf den fangfrischen Lesestoff stürzt, möchte ich mich vorher noch einmal ganz herzlich bei meinen beiden Lesern Hummel und JohannaJames bedanken, die mir die zwei einzigen Reviews zum vorigen Part schickten, welches, das gebe ich selbst ganz offen zu, wirklich nicht gerade das Gelbe vom Ei war.

Jetzt aber mal ran den Speck, wie man bei mir daheim in Deutschland (und vielleicht auch noch woanders auf der Welt, ich weiß es leider nicht) so schön sagt und einfach mal munter drauf los gelesen, wobei ich euch bei der so eben genannten Tätigkeit, so wie ich es an dieser Stelle immer tue, ganz viel Freude wünsche!

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Auf der einen Seite konnte man sagen, dass die vergangenen Tage im Morddezernat des 12. Reviers genauso verlaufen waren, wie sie es eigentlich das ganze Jahr über taten, auf der anderen Seite war aber etwas anderes, die Cops wurden nämlich zurzeit von einer so genannten Controllerin namens Christina Quinn überwacht.

Eine mittelgroße, attraktive, hübsche Rothaarige, so um die dreißig, mit dunkelgrünen Augen, die, wenn die Gründe, die zu ihrer „Zusammenarbeit“ mit den Cops geführt hatte, anders gewesen wären, bestimmt so manchem männlichen Kollegen den Kopf hätte verdrehen können, aber unter diesen Umständen war sie natürlich alles andere als beliebt.

Die besagte Überwachung wurde vom Police-Commissioner höchstpersönlich in Auftrag gegeben und diente dazu heraus zu finden, in welchen Bereichen das NYPD Kosten einsparen konnte, die anderswo „dringender“ benötigt wurden, vor allem im Bereich Personal war geplant künftig „unnötige“ Geldausgaben einzusparen.

Allerdings machte keiner der Officer und Detektives sich wirklich Sorgen darüber, womöglich bald schon irgendwo anders hinversetzt oder eventuell sogar gänzlich arbeitslos zu werden, schließlich war es ja nicht das erste Mal, dass die Oberbosse im Hauptquartier eine solche Geldspar-Aktion starteten.

Von daher ließen die Cops sich auch gar nicht großartig davon stören, dass die werte Frau Controllerin sie die ganze Zeit über mit Adleraugen bei der Arbeit beobachtete, ihnen pausenlos über die Schulter linste und nur darauf zu warten schien, dass sie irgendeinen Fehler machten, der zu ihrer Einsparung führen könnte bzw. würde.

Jedoch war die gute Ms. Quinn nicht ausschließlich daran interessiert heraus zu finden, wo man überall effizient Geld sparen konnte, sondern sie zeigte außerdem noch ziemlich großes Interesse an einem gewissen, attraktiven, gutaussehenden Krimiautoren, der die Polizei seit geraumer Zeit bei ihren Ermittlungen unterstützte.

Und obwohl Richard Castle, so der Name des so eben genannten Mannes, ihr bereits mehrmals freundlich, aber bestimmt zu verstehen gab, dass er keinerlei Interesse an einer privaten Beziehung mit ihr hatte, dachte die Controllerin trotzdem ja überhaupt gar nicht daran, das Objekt ihrer Begierde einfach so vom Haken zu lassen.

Sehr zum Missfallen von dessen Partnerin, Det. Katherine Beckett, deren Interesse an ihrem Berater über das rein freundschaftliche Level hinaus ging, sehr weit hinaus sogar, sie war in ihn verliebt, um genau zu sein, daher war es natürlich auch nicht verwunderlich, dass ihr Quinns dauernden Flirtattacken gegenüber Castle mächtig gegen den Strich gingen.

Als kluge, aufmerksame Frau war ihr natürlich nicht entgangen, dass ihr heimlicher Traummann kein Interesse an der Controllerin hatte und somit auch nicht auf deren ständige Anmachen einging, worüber sie natürlich heilfroh war und sie wollte sich auch lieber gar nicht vorstellen, wie sie sich fühlen würde, wenn dem doch so wäre.

Was sie dagegen aber schier zur Weißglut trieb und Rick gewiss auch, war die Tatsache, dass Misses-Wichtig, trotz wiederholter und unmissverständlicher Zurückweisungen, nicht aufgab und stattdessen einfach munter weiter machte, offenbar in der Hoffnung, dass der Autor ihren Reizen irgendwann doch noch verfallen und ihr nachgeben würde.

Entweder konnte bzw. wollte die Controllerin einfach kein „Nein“ als Antwort akzeptieren, auch wenn dieses mehr als deutlich gewesen war oder sie war es einfach nicht gewohnt von einem Mann, an dem sie interessiert war, zurückgewiesen zu werden, auf jeden Fall verlor Beckett allmählich die Geduld mit dieser Frau.

Und eines stand zweifelsfrei fest: Nämlich das, sobald ihr der endgültig der Geduldsfaden reißen würde, was schon sehr bald der Fall sein würde, sie einer ganz bestimmten, weiblichen und einfach nur uneinsichtigen Person dann mal ordentlich die Meinung geigen würde, wobei ihr die damit verbundenen Konsequenzen für sie wirklich vollkommen egal wären.

Niemand machte sich einfach so ungestraft an den Mann, den sie liebte, heran.

Abends, nach Dienstschluss, im Besprechungsraum…

Das dynamische Duo, wie Castle und Beckett, neben ihrer anderen Bezeichnung, nämlich „Mom und Dad“, im Kreise ihrer Kollegen auch genannt wurde, saß gemütlich beisammen und genoss, in ein angenehmes Gespräch vertieft, das italienische Essen, dass sie sich vom Italiener ihres Vertrauens aufs Revier hatten kommen lassen.

Ihre traute Zweisamkeit sollte jedoch leider nicht von langer Dauer sein und jäh beendet werden, als niemand anderes als Ms. Christina Quinn, ohne an zu klopfen, einfach die Tür öffnete und den Raum betrat, so als befände sie sich nicht auf einem Polizeirevier, sondern bei sich Zuhause, wo sie machen konnte, was sie wollte.

„Ah, guten Abend, Mr. Castle. Schön Sie zu sehen“, begrüßte die Rothaarige den Mann, den sie in den letzten Tagen vergebens versucht hatte, für sich zu gewinnen, Kate, die direkt neben ihm saß, wurde von ihr derweil völlig ignoriert, komplett ausgeblendet und so behandelt, als würde sie überhaupt gar nicht existieren.

„Nicht, dass es nicht immer schön wäre, Sie zu sehen“, ergänzte die Verehrerin des Writers, der von deren plötzlichem Hereinplatzen ebenso wenig erfreut war, wie seine Muse, aber er beschloss dennoch einfach gute Miene zum bösen Spiel zu machen und einfach darauf zu hoffen, dass die Frau schleunigst wieder von dannen ziehen würde.

„Es freut mich auch sehr, Sie zu sehen, Ms. Quinn“, entgegnete Castle, der die Ironie, die in seiner Aussage enthalten war, bestens vor dem „Wachhund“, wie die Controllerin mittlerweile von den meisten Kollegen insgeheim genannt wurde, zu verbergen vermochte, sodass es für die angesprochene Frau so klingen dürfte, als würde er es auch wirklich so meinen.

„Vielen Dank. Aber bitte, nennen Sie mich ruhig Christina“, schien sie tatsächlich nicht zu bemerken, dass das, was der inoffizielle NYPD-Berater da gerade eben zu ihr gesagt hatte, nicht wirklich ehrlich gemeint war, wahrscheinlich war sie einfach viel zu sehr damit beschäftigt, Besagten verführerisch an zu lächeln, um es zu bemerken.

„Kann ich oder Det. Beckett irgendetwas für Sie tun, Ms. Quinn“, überging Rick ganz bewusst Quinns Angebot, weil er ganz genau wusste, dass er, wenn er anfangen würde sie mit ihrem Vornamen an zu sprechen, damit nur falsche Hoffnungen bei ihr wecken und sie dadurch auch nur noch mehr in ihrem Vorhaben, ihn für sich zu gewinnen, ermutigen würde.

Die Klette, wie Castle seine hartnäckige Verehrerin im Stillen bezeichnete, war sichtlich enttäuscht darüber, dass er auf ihr Angebot, sie beim Vornamen zu nennen, nicht eingegangen war, er vermutete stark, dass er einer der wenigen, wenn nicht sogar der erste und zugleich einzige Mann war, der dieses verlockende Angebot jemals ausgeschlagen hatte.

Ein wenig erinnerte sie ihn an seine erste Ex-Frau Meredith, die immer nur dann vollauf zufrieden war, wenn der Mann, an dem sie interessiert war, ihr seine volle Aufmerksamkeit schenkte und der es ganz und gar nicht passte, wenn sie nicht beachtet wurde und ganz offensichtlich war die Controllerin ähnlich gestrickt.

„Na ja, eigentlich wollte ich Sie zum Abendessen einladen. Aber wie ich sehe, essen Sie ja bereits in Gesellschaft“, sagte Christina daraufhin und warf Kate zum Ende ihrer Aussage hin einen giftigen Blick zu, die Polizistin ließ sich davon jedoch nicht einschüchtern und sah die „Giftspritze“ stattdessen im Gegenzug ebenso grimmig an.

„Aber wir können ja, sobald Sie hier mit dem Essen fertig sind, zusammen eine Kleinigkeit trinken gehen. Mhm? Wie klingt das?“, wandte die Controllerin sich mit dieser Einladung anschließend wieder an den Schriftsteller, in der stillen, sowie inständigen Hoffnung, dass ihr Zielobjekt jetzt endlich anbeißen würde.

„Tut mir leid, Ms. Quinn, aber ich muss Ihre Einladung leider ablehnen. Ich habe meiner Partnerin bereits versprochen, gleich noch etwas mit ihr trinken zu gehen“, antwortete Castle, der, da er nach wie vor null Interesse an der Frau hatte, von daher natürlich auch nicht lange überlegen musste, ob er deren Einladung auf ein Getränk annahm oder nicht.

„Nun, wie wäre es dann morgen früh, mit einem gemeinsamen Brunch, bei mir Zuhause?“, schien die „arme“ Christina immer noch nicht zu merken oder vielleicht auch einfach nicht einsehen zu wollen, dass der Mann, den sie da gerade, wieder mal, so unnachgiebig anflirtete, geradezu belästigte, nichts, aber auch wirklich rein gar nichts von ihr wollte.

„Das wird leider auch nicht möglich sein. Ich habe meiner Tochter versprochen, morgen früh mit ihr zusammen zu frühstücken und sie anschließend zur Schule zu bringen“, hob er seiner hartnäckigen Verehrerin gegenüber seine Rolle als allein erziehender Vater hervor und hoffte, sie auf diesem Wege endlich los werden zu können.

Er hatte das schon öfter bei Frauen gemacht, die etwas von ihm wollten, an denen er, wie in diesem Falle, jedoch nicht interessiert war, denn er hatte die Erfahrung gemacht, dass die meisten allein stehenden Frauen ganz schnell wieder das Interesse verloren, sobald sie erfuhren, dass das Objekt ihrer Begierde ein Kind Zuhause hatte.

„Kein Problem, ich hätte morgen Mittag auch noch Zeit für Sie“, ließ rothaarige Frau sich, entgegen seiner Hoffnung, allerdings nicht davon abbringen den Romanautor weiter an zu baggern, als würde sie dafür bezahlt werden, sie war wie so ein Bluthund, der eine Fährte aufgenommen hatte und einfach nicht locker lassen wollte.

Doch Rick hatte jetzt ein für alle Mal genug, er hatte ja im Grunde nichts dagegen, wenn man ein Ziel, das man sich gesteckt hatte, hartnäckig verfolgte und nicht aufgab, bis man es erreicht hatte, aber in diesem Fall reichte es ihm einfach, er war wirklich extrem geduldig mit der Controllerin gewesen, doch seine Geduld war nun endgültig zu Ende.

Und er war sich nahezu hundertprozentig sicher, dass Kate ebenso die Schnauze voll davon hatte, dass ihm von der werten Christina ständig irgendwelche Avancen gemacht wurden, von ihren zahlreichen Angeboten und Einladungen, die sich in den letzten Minuten geradezu aneinander gereiht hatten, mal ganz zu schweigen.

Er und sie waren jetzt zwar kein Paar, aber ihre eifersüchtigen Reaktionen auf Quinns ständige Flirtereien mit ihm, waren ihm natürlich trotzdem nicht entgangen und obwohl er nicht genau wusste, warum sie so reagierte, so hoffte er zumindest, dass dem so war, weil sie genauso sehr in ihn verliebt war, wie er es in sie war.

Aber bevor er sich weiter mit seiner höchst spekulativen Annahme, dass Beckett ihn vielleicht liebte, beschäftigen würde, wollte er sich zunächst einmal mit seinem anderen Anliegen oder besser gesagt Problem befassen und zwar würde er den Störfaktor, den Ms.-Kontrolleurin momentan darstellte, nun ein für alle Mal aus der Welt schaffen.

„Hören Sie, Ms Quinn: Bitte verstehen Sie mich jetzt nicht falsch“, begann Castle von daher in der darauffolgenden Sekunde in einem ruhigen, sanften Ton mit der Controllerin zu sprechen, die ihm zwar gehörig auf die Nerven ging, aber da er dennoch gute Manieren besaß konnte er einfach nicht anders, als weiterhin so freundlich wie möglich zu ihr zu sein.

„Sie sind eine attraktive, hübsche, junge Frau und ich finde Sie auch wirklich sehr sympathisch. Aber wie ich Ihnen bereits mehrere Male gesagt habe, habe ich kein Interesse an Ihnen und ich bitte Sie hiermit inständig, dies jetzt auch endlich zu akzeptieren“, beendete der Polizeiberater mit diesen Worten seine Ausführung.

„Ach, an mir haben Sie also kein Interesse, ja? Aber an Ihrer werten Frau Partnerin da, an der haben Sie sehr wohl Interesse, nicht wahr?!“, keifte die Rothaarige, kaum hatte er zu Ende gesprochen, auch schon lauthals drauf los und deutete beim zweiten Satz mit ihrem rechten Zeigefinger auf den angesprochenen, braunhaarigen Detektive.

Quinn begnügte sich jedoch nicht damit, einfach nur mit dem Finger auf ihre Rivalin zu zeigen, oh nein, sie warf dieser zudem noch einen weiteren bösen Blick zu, der, genauso wie der vorherige auch, eine eindeutige und absolut unmissverständliche Sprache sprach und ungefähr so viel bedeutete wie:

„Lass gefälligst deine dreckigen Polizisten-Finger von ihm, Du kleine Bullen-Schlampe! Denn wenn Du es nicht tust, dann schwöre ich Dir, wirst Du es bitter bereuen, Du Miststück! Er gehört nämlich mir, mir allein!“

Die toughe Kate ließ diese stille Drohung, die man durchaus auch schon als Morddrohung ansehen konnte, was sie auch tat, natürlich nicht einfach so auf sich sitzen und erwiderte den Blick, den sie so eben gerade erhalten hatte, prompt zurück und das ebenfalls mit einer darin enthaltenen, mehr als deutlichen Nachricht:

Also zunächst einmal gehört Rick niemanden, nur sich selbst! Aber dafür gehört er zu mir und zwar nur zu mir! Und wenn hier jemand gefälligst seine Finger von ihm lassen sollte, damit nichts schlimmes passiert, dann höchstens Du!“

„Ich hätte da eine Frage an Sie, Mr. Castle: Was hat die, was ich nicht habe?“, fragte Christina im nächsten Moment an ihr Zielobjekt gewandt und stützte sich, während sie sprach, mit beiden Händen auf der Tischplatte ab und beugte sich so weit wie möglich vor, um dem Autor ihre große Oberweite zu präsentieren, die sich gegen den Stoff ihrer Bluse presste.

„Wissen Sie, ich könnte Ihnen jetzt eine ellenlange Liste von Dingen geben, die Sie nicht besitzen, Det. Beckett dafür aber sehr wohl. Aber ich denke, es genügt vollkommen, wenn ich Ihnen sage, dass Kate definitiv alles hat, was Sie nicht haben und auch niemals haben werden“, entgegnete Rick wie aus der sprichwörtlichen Pistole geschossen.

„Ach Kate, soso, Sie sprechen Ihre Partnerin also sogar mit ihrem Vornamen an“, meinte Quinn, stellte sich wieder aufrecht hin, verschränkte die Arme vor der Brust und grinste das Duo, welches nicht die geringste Ahnung davon hatte, worauf die Controllerin mit ihrer Bemerkung hinaus wollte, fast schon dümmlich an.

„Nun, genau genommen ist ihr vollständiger Vorname „Katherine“, somit ist „Kate“ eher eine Verkürzung desselbigen. Aber ja, ich nenne sie hin und wieder mal beim Vornamen. Und ich persönlich wüsste beim besten Willen nicht, was daran in irgendeiner Art und Weise falsch sein sollte“, gab der Millionär zurück.

„Ach und nur damit Sie es wissen, Ms. Quinn: Ich spreche Castle ebenfalls ab und zu mal mit seinem Vornamen, also Rick, an“, schloss die braunhaarige Mordermittlerin sich ihrem Berater an, denn wenn sie eine reelle Chance gegen ihre gemeinsame Feindin haben wollten, dann mussten sie hierbei auf jeden Fall fest zusammen halten.

„Daran, sich beim Vornamen zu nennen, ist an sich nichts verwerfliches. Keinesfalls“, wies die Rothaarige den Vorwurf, sie hätte aus irgendeinem Grund etwas dagegen, dass der Mann, auf den sie scharf war und die Frau, die sie als ihre Kontrahentin ansah, sich gegenseitig mit „Kate“ und „Rick“ ansprachen, ganz weit von sich.

„Allerdings bin ich nicht blind, sondern habe zwei gesunde Augen im Kopf und sehe von daher ganz genau, wie vertraut Sie beide miteinander umgehen. Vertrauter, als es für berufliche Partner normalerweise üblich ist. Und genau das könnte wiederum durchaus problematisch für Sie werden“, meinte Quinn zu den zwei Verbrechensbekämpfern.

„Denn wie Sie bestimmt wissen, sind romantische Beziehungen zwischen zwei Mitarbeitern desselben Dezernats strengstens verboten. Die Konsequenz bei Verstoß ist die Suspendierung beider Parteien, sowie die Versetzung einer der beteiligten Personen und im schlimmsten Fall sogar Kündigung“, sagte die Controllerin weiter.

„Und falls ich mit meinem Verdacht tatsächlich richtigen liegen sollte und Sie beide, entgegen der strengen NYPD-Vorschriften, eine intime Beziehung miteinander eingegangen sein sollten, dann rate ich Ihnen hiermit, diese schleunigst zu beenden, ansonsten würde ich mich leider dazu gezwungen sehen, diesen Regelverstoß dem Hauptquartier zu melden.“

Damit beendete Christina ihre Ansprache, Erklärung oder wie auch immer man es nennen wollte und stellte sich mit, noch immer vor der Brust verschränkten Armen, vor Beckett und Castle hin und schien auf eine Reaktion der Besagten zu warten, während sie sich ganz offenbar an der Oberhand zu wissen glaubte.

Aber dem Duo war natürlich sofort vollkommen klar, was für einen perfiden Plan Quinn da verfolgte und zwar beabsichtigte sie dem Hauptquartier lediglich deswegen von ihrer vermeintlichen Liebesbeziehung zu berichten, weil sie wollte, dass sie beide als Partner getrennt wurden, damit sie Rick dann ganz für sich alleine haben konnte.

Doch mit dieser hinterhältigen Tour würde die Frau, die ganz eindeutig vor nichts zurück schreckte, definitiv nicht durchkommen, zumal der Schriftsteller und seine Muse der Controllerin gegenüber sowieso niemals zugeben würden, ein Paar zu sein, selbst wenn es tatsächlich so wäre, was ja leider nicht der Fall war.

„Sie werden nichts dergleichen tun, Ms. Quinn“, ertönte, noch bevor Castle oder Beckett etwas zu dem miesen Erpressungsversuch sagen konnten, hinter der Rothaarigen plötzlich eine männliche Stimme, die alle drei sofort zweifellos einer ganz bestimmten Person zuordnen konnten, nämlich Captain Roy Montgomery.

Er hatte, genauso wie alle anderen anwesenden Kollegen auch, die lautstarke Keiferei der Controllerin mitbekommen und hatte sich daraufhin klammheimlich herangeschlichen, sodass er von da an jedes einzelne Wort, das in dem Besprechungsraum gesprochen wurde, klar und deutlich mit angehört hatte, bis es ihm jetzt schließlich reichte.

Und während die Kontrolleurin, die über das unerwartete Erscheinen des Revierleiters natürlich mächtig erschrocken war, sich zum Besagtem umdrehte, waren Kate und Rick dagegen heilfroh darüber, dass sie nun Verstärkung und Rückendeckung zugleich von ihrem Chef, Mentor und Freund bekommen würden.

„Guten Abend, Sir. Schön Sie zu sehen. Wie geht es Ihnen?“, versuchte Christina, wie es, wenn man bedachte, wie eiskalt und skrupellos sie ganz offensichtlich war, wahrscheinlich nicht anders von ihr zu erwarten war, natürlich vom Thema ab zu lenken, gute Miene zu ihrem eigenen bösen Spiel zu machen und so zu tun, als wäre überhaupt nichts gewesen.

„Sparen Sie sich das, Ms. Quinn. Andere könnten Sie vielleicht mit ihrem freundlichen Getue zum Narren halten, aber nicht mich“, zog Montgomery der Frau, die ihm und seinen Leuten von seinen Vorgesetzten im Hauptquartier regelrecht auf den Hals gehetzt worden war, diesen faulen Zahn jedoch gleich wieder.

„Wie viel genau haben Sie denn gehört, Sir?“, hatte Quinn innerlich zwar inständig gehofft oder viel mehr dafür gebetet, dass der dunkelhäutige Mann nicht alles oder zumindest nicht besonders viel von ihrem „freundlichen“ Gespräch mit seinen beiden Ermittlern mit bekommen hatte, doch da hatte sie sich offenbar leider getäuscht.

„Genug“, war alles, was Roy daraufhin erwiderte, bevor er die Arme vor der Brust verschränkte und die Controllerin streng ansah, genauso wie er es bei Beckett tat, wenn diese wieder einmal über die Strenge geschlagen und einen seiner Befehle missachtet hatte, ganz egal, wie ausdrücklich dieser auch immer gewesen war.

„Wissen Sie, ich war eigentlich von Anfang an dagegen, dass Sie hier auf meinem Revier sind und die Arbeit meiner Mitarbeiter kontrollieren. Aber da die Order von oberster Stelle kam, konnte ich natürlich nichts dagegen tun und habe die ganze Sache daher über mich, über uns alle ergehen lassen“, begann der Captain im nächsten Augenblick zu sprechen.

„Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich die ganzen letzten Tage wirklich extrem geduldig mit Ihnen war. Obwohl ich natürlich bemerkt habe, dass Sie Ihr Augenmerk noch auf mehr, als nur auf Ihre eigentliche Aufgabe gerichtet haben“, war natürlich sofort völlig klar, worauf der Ehemann und Familienvater damit anspielte.

„Aber jetzt, wo ich persönlich mitbekommen habe, dass Sie sogar dazu bereit wären, Ihren Einfluss im Hauptquartier dafür zu nutzen oder viel mehr aus zu nutzen, um mein bestes Team auseinander zu reißen, nur um Ihre persönlichen Interessen zu verfolgen, ist meine Geduld mit Ihnen endgültig am Ende“, meinte Roy als nächstes.

„Und ich rate Ihnen hiermit eindringlich, die beiden ab sofort in Ruhe zu lassen und in der restlichen Zeit, in der Sie noch hier auf dem Revier sind, ausschließlich Ihrer Arbeit nach zu gehen. Ansonsten würde ich mich leider dazu gezwungen sehen, Ihren Vorgesetzten von Ihren außerberuflichen Aktionen zu berichten“, sagte er weiter.

„Haben Sie das verstanden, Ms. Quinn?“, wollte Montgomery von der rothaarigen Frau abschließend nur noch wissen, ob sie die Nachricht, die er ihr so eben gerade eigentlich völlig unmissverständlich übermittelt hatte, denn auch tatsächlich genauso verstanden hatte, wie er es ursprünglich beabsichtigt hatte.

„Ja. Natürlich Sir. Klar und deutlich“, nickte die Angesprochene eifrig mit dem Kopf, zwar gefiel es ihr natürlich ganz und gar nicht, dass sie vom Captain gerade zurechtgewiesen wurde, wie ein Cop, der frisch von der Akademie kam, geschweige denn passte es ihr, dass sie angehalten wurde Beckett und Castle künftig in Frieden zu lassen.

Aber in diesem Fall hatte sie leider keine andere Wahl, entweder sie tat wie befohlen oder sie tat es nicht und riskierte damit nicht nur eine strenge Rüge von ihren Chefs, sondern auch eine Suspendierung, wenn nicht womöglich sogar eine Kündigung, von daher blieb ihr wohl oder übel nichts anderes übrig, als brav zu gehorchen.

„Gut. Wegtreten“, mit diesen Worten trat der Revierleiter ein Stück beiseite, damit die Controllerin, die sichtlich geknickt war, ungehindert an ihm vorbei und aus dem Raum heraus gehen konnte, was sie auch tat, sodass die drei bzw. zweieinhalb Polizisten schließlich unter sich waren.

„Danke für Ihre Hilfe, Sir“, bedankte der weibliche Detektive sich aufrichtig bei dem Mann, der, seit sie vor ein paar Jahren vom Streifendienst hier her zur Mordkommission gewechselt war, nicht einfach bloß ihr Chef war, sondern außerdem noch ihr Mentor, sowie ein enger Freund und nicht zuletzt auch eine Art Ziehvater für sie war.

„Ja, vielen Dank, Captain. Sie haben uns wirklich einen Bärendienst erwiesen“, schloss der Writer sich seiner Muse selbstverständlich an und auch wenn keiner der drei es laut aussprach, so hofften sie trotzdem natürlich wirklich sehr, dass Quinn sich auch tatsächlich an die Anordnung halten und sie ab sofort nicht mehr belästigen würde.

„Nichts zu danken, Leute, gern geschehen“, winkte Montgomery lächelnd ab, da das, was er getan hatte, aus seiner Sicht selbstverständlich war, schließlich hatte er als Revierleiter die Pflicht seine Mitarbeiter immer nach Möglichkeiten und Kräften zu unterstützen, stets fest zu ihnen zu stehen und ihnen in jeder Lage den Rücken zu stärken.

Dies galt für ihn insbesondere für Castle und Beckett, die, neben den Detektives Ryan und Esposito, seine besten Mordermittler waren, so zu sagen seine zwei besten Pferde im Stall, die beiden bildeten ein exzellentes Team und er wollte sich gar nicht vorstellen, was werden würde, wenn sie irgendwann, aus irgendeinem Grund, nicht mehr zusammen arbeiten sollten.
   
„Ich wünsche Ihnen beiden noch einen schönen Abend. Bis morgen“, verabschiedete Roy sich von seinen beiden Super-Cops, nachdem er diese einige Sekunden lang stolz betrachtet hatte, genauso wie er es auch immer bei seinen drei Kindern tat und begab sich dann schließlich in seinen wohlverdienten Feierabend.

Das Dreamteam widmete sich, sobald ihr Boss gegangen war, wieder ihrem Essen, nur um fest zu stellen, dass dieses, aufgrund der Unterbrechung durch Quinn, mittlerweile eiskalt und somit, zumindest für sie, nicht mehr genießbar geworden war, dabei hatten sie, bevor die Controllerin herein geplatzt war, gerade erst mit dem Essen angefangen.

„Weißt Du was, Kate? Ich lade Dich zu einem leckeren Burger bei Remys ein“, schlug der Krimiautor seiner Partnerin, nach kurzem Überlegen, vor, dass sie als Entschädigung für ihr unterbrochenes und leider auch kalt gewordenes Essen, ja stattdessen einfach zu ihrem Stamm- und zugleich Lieblingsdiner fahren könnten.

„Nun, das käme ganz darauf an, Rick. Wären ein Milschshake und Pommes in deinem Angebot denn auch mit inbegriffen?“, gab sie, anstatt einer Antwort, die er natürlich eigentlich von ihr erwartet hatte, stattdessen eine Gegenfrage an ihn zurück und das mit einem zuckersüßen Lächeln, das sein Herz sogleich schneller schlagen ließ.

„Alles, was Du willst“, entgegnete er daraufhin und schenkte ihr ein sanftes, sowie warmes Lächeln, das, ohne das er es wusste, dieselbe Wirkung auf sie hatte, wie ihr Lächeln zuvor auf ihn, für sie gab es absolut nichts schöneres auf der Welt, als ihn völlig frei lächeln und lachen zu sehen und für ihn galt natürlich genau dasselbe.

„Nun, wenn das so ist, worauf warten wir dann noch? Los geht’s“, damit erhoben die Polizistin und ihr Berater sich von ihren Sitzplätzen, schnappten sich die Essenskartons, entsorgten diese im raumeigenen Abfalleimer, verließen dann den Besprechungsraum und gingen zu ihrem Schreibtisch, wo sie sich ihre Mäntel anzogen.

Anschließend fuhr Beckett noch ihren PC herunter, bevor sie nach ihrer Handtasche griff und dann zusammen mit Castle das Revier verließ, von da aus fuhren die beiden zu Remys, wo sie, wo sie ihr ausgefallenes Abendessen schließlich nachholten und glücklicherweise wurden sie dieses Mal durch nichts und niemanden dabei gestört.

Und wie sich bereits am nächsten Morgen herausstellen sollte, hatte Captain Montgomerys Ansage tatsächlich gefruchtet, denn Quinn flirtete Rick kein einziges Mal mehr an und ging nur noch ihrer eigentlich Aufgabe nach, bis sie ihren Auftrag nach vier weiteren Tagen schließlich erfüllt hatte und das Revier, sehr zur Freude aller, endlich wieder verließ.

Wobei man mit Lug und Recht behaupten konnte, dass keiner der Kollegen so glücklich darüber war, wie das dynamische Duo…

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Da ich zum einen mit Sicherheit weiß, dass ihr alle ganz genau wisst, was ich an dieser Stelle immer zu sagen pflege, es zum anderen, jedenfalls für meine Verhältnisse, schon recht spät ist und nicht zuletzt das Kapitel auch ziemlich lang ist, verkürze ich heute ausnahmsweise mal das an dieser Stelle obligatorische Prozedere:

A: Ich hoffe wirklich sehr, dass es euch gefallen hat.

B: Ich bin schon riesig auf eure diesmaligen Rückmeldungen gespannt.

C: Ich wünsche euch allen miteinander ein super Wochenende.

D: Ich wünsche euch, bis zum nächsten Mal, weiterhin allerbeste Gesundheit.

Macht es gut oder wenn möglich besser, euer Ahadi.
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