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Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
08.08.2020 3.864
 
Einen guten Tag/einen schönen Abend/eine angenehme Nacht wünsche ich euch allen zusammen, hoch verehrte Leserinnen und Leser und Herzlich Willkommen zurück zur feierlichen Fortsetzung meiner aktuellen Oneshot-Reihe.

Zunächst einmal möchte ich mich bei euch in aller Form dafür entschuldigen, dass meine kleine Rekonvaleszenz leider ein wenig länger angedauert hat, als ich es ursprünglich geplant hatte und ich hoffe wirklich sehr, dass ihr mir deswegen nicht grämt.

Aber zumindest hat sich meine kurze Auszeit vom Schreiben voll ausgezahlt, denn ich bin nicht nur voll Tatendrang meine Tätigkeit als Fanfiktion-Autor fortzusetzen, sondern sprudle zudem vor lauter guter Ideen nur so über.

Und ich hoffe inständig, dass ich dazu in der Lage sein werde, diese besagten Ideen in Oneshots umzuwandeln, die euer Gefallen finden werden, ebenso hoffe ich natürlich auch, dass mir mit dem folgenden Kapitel schon mal ein guter Anfang gelungen ist.

Ich wünsche euch den größtmöglichen Genuss beim Lesen!

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Es war mitten in der Nacht, 01:48 Uhr um genau zu sein, als über der weltberühmten Millionenmetropole New York City ein Gewitter mit Donner, Blitz, sowie Starkregen und heftigem Wind tobte und bereits wenige Augenblicke später wurde der sonst pechschwarze Himmel auch schon von einem weiteren, grellen Blitz erhellt.

Und just in der Sekunde, als es blitzte und die Welt dadurch kurz in Weiß getaucht wurde, fuhr Det. Kate Beckett ruckartig in ihrem Bett hoch, sie war schweißgebadet und ihr Atem ging stoßweise, es war allerdings nicht der Blitz draußen gewesen, der sie so abrupt aus dem Schlaf gerissen hatte, sondern stattdessen ein furchtbarer Albtraum.

Sie blickte sich panisch im Zimmer um und schien noch völlig in dem Szenario, das sie so eben im Schlaf hatte durchleben müssen, gefangen zu sein, doch dann schien sie zum Glück endlich zu realisieren, wo sie war, dass sie sich in ihrer Wohnung befand und das keinerlei Gefahr drohte, was zur Folge hatte, dass sie sich langsam wieder beruhigte.

Ihre Atemfrequenz war gerade wieder auf normalem Niveau angelangt, als die angelehnte Tür zu ihrem Schlafzimmer plötzlich geöffnet wurde und der schattenhafte Umriss einer großen Person im Türrahmen stand, sie brauchte jedoch kein Licht anzumachen, um wissen, wer derjenige war, weil sie bereits wusste, um wen es sich dabei handelte.

„Entschuldige bitte, dass ich einfach so hier hereinplatze, Kate. Aber ich habe merkwürdige Geräusche gehört und wollte vorsichtshalber einmal nach Dir sehen“, erklärte der Autor seiner Muse gegenüber den Grund für sein plötzliches Eindringen in ihr Allerheiligtum und hoffte, während er sprach, auf ihr volles Verständnis.

„Schon in Ordnung, Rick, komm ruhig herein“, konnte sie seine Beweggründe natürlich voll und ganz nachvollziehen, weil sie, wenn ihre Rollen vertauscht wären und sie an seiner Stelle gewesen wäre, dann genauso gehandelt und nach ihm gesehen hätte, um sich darüber zu vergewissern, ob irgendwas passiert war und ob es ihr gut ging.

Castle zögerte kurz, aber auch wirklich nur kurz, bevor er ihrer Aufforderung dann schließlich nachkam und in ihr Schlafzimmer, den, neben dem Badezimmer, intimsten Raum ihrer gesamten Wohnung, eintrat, vor dem Bett blieb er jedoch stehen und schien sich unsicher darüber zu sein, ob er sich zu ihr setzen sollte oder nicht.

„Du kannst Dich ruhig zu mir setzen, ich beiße schon nicht“, forderte sie ihn halb ernsthaft, halb neckend dazu auf nicht weiter herum zu stehen, wie bestellt und nicht abgeholt und stattdessen bei ihr auf dem Bett Platz zu nehmen und während sie das sagte, klopfte sie mit ihrer rechten Hand einladend auf eine Stelle am Fußende des Bettes.
   
Und im Gegensatz zum letzten Mal, das erst wenige Minuten zurücklag, kam er ihrer Aufforderung diesmal unverzüglich nach und ließ sich an der Stelle ihres Bettes nieder, die sie ihm so großzügig angeboten hatte und jetzt, wo er einen bequemen Sitzplatz hatte, konnte er ja jetzt endlich seinem eigentlichen Anliegen nachkommen.

„Ist alles okay bei Dir, Kate?“, fragte er sie von daher gerade heraus, ob die merkwürdigen Geräusche, die er von seinem Schlafplatz auf der Couch im Wohnzimmer aus vernommen hatte, tatsächlich, wie von ihm vermutet, daher rührten, dass entweder hier im Schlafzimmer oder auch ihr selbst irgendetwas passiert war.

„Ich hatte einen Albtraum“, antwortete sie nach kurzem Zögern, auf das er reagiert hatte, indem er seine rechte Hand auf ihr linkes Knie gelegt, dieses behutsam gedrückt, sowie sanft gestreichelt hatte und sie war ihm wirklich unsagbar dankbar dafür, dass er sie nicht drängte und ihr die Zeit gab, die sie brauchte, um ihm zu antworten.

So manch Außenstehender würde es zwar ein wenig oder vielleicht sogar ziemlich merkwürdig finden, dass er sie nicht fragte, wovon genau der von ihr besagte Albtraum handelte, aber das ließ sich ganz einfach dadurch erklären, dass er auch so bereits ganz genau wusste, wovon sie geträumt hatte, sodass er sie nicht extra zu fragen brauchte.

Und zwar handelte ihr Albtraum von einem Ereignis, das bereits einige Tage zurücklag, das aber trotzdem sowohl sie, als auch ihn nach wie vor stark beschäftigte und das sie auch zweifellos noch eine ganze Zeit lang beschäftigen würde und das ihr, wie sich ja jetzt ganz deutlich gezeigt hatte, zudem schreckliche Albträume bereitete.

Sie und die Jungs hatten in einem Mordfall ermittelt, bei dem die Haushälterin einer wohlhabenden Familie vergiftet worden war und zunächst sah es so aus, als wäre es der Ehemann des Opfers gewesen, weil die Tote sich von ihm scheiden lassen wollte und der Mann die bevorstehende Trennung von seiner Frau nicht akzeptieren wollte.

Für die Ermittler schien alles glasklar zu sein, doch dann sollte etwas geschehen, das jedoch nicht nur eine völlig unerwartete Wende in den Fall, sondern das außerdem noch Castle in akute Lebensgefahr bringen sollte, wobei es den beiden deutlich lieber gewesen wäre, wenn sie auf andere Art und Weise auf die richtige Spur gekommen wären.

Das Duo war nämlich, als für sie eigentlich schon fest stand, dass der Ehemann der Mörder war, zur Arbeitgeberin der Toten gefahren, um sie zu fragen, ob sie den Mann ihrer Angestellten in den Tagen vor deren Tod mal vor dem oder vielleicht sogar im Haus gesehen hatte, was ihm eine Gelegenheit zur Tat geben würde.

Während ihres Gesprächs bot Mrs. Sparks ihnen Kaffee, sowie ein Stück Kuchen an, beides lehnten sie dankend ab, wobei Beckett es insgeheim schon ein wenig komisch fand, dass ihr Partner den Kuchen ablehnte, da er für gewöhnlich eine ziemliche Naschkatze war, aber sie sagte nichts dazu und fuhr stattdessen mit der Befragung fort.

Sie konnte ja unmöglich wissen, geschweige denn ahnen, dass Castle, als er kurz vor ihrer Rückfahrt zum Revier noch einmal zur Toilette ging, auf dem Weg zurück ins Wohnzimmer einen kleinen Abstecher in die Küche machte, wo Kekse auf einem Teller auf der Anrichte standen und ihn zum Naschen verlockten.

Mit fatalen Folgen, wie sich hinterher herausstellen sollte, denn bereits während der Fahrt zurück ins Revier meinte der Writer, dass er sich auf einmal nicht mehr so besonders gut fühlte und wenig später im Revier begann er dann zudem über zunehmende Übelkeit und immer stärker werdende Bauchkrämpfe zu klagen.

Kate nahm die körperlichen Beschwerden ihres Beraters jedoch nicht allzu ernst, da er ihr bereits im Auto gestanden hatte heimlich Kekse genascht zu haben und es wäre ja schließlich auch nicht das erste Mal, dass er sich bei einer solchen Aktion schlichtweg überfraß, sie konnte ja unmöglich wissen, wie falsch sie damit lag.

Sie meinte zu ihm, dass er sich gefälligst nicht so weinerlich anstellen sollte, wenn er sich schon unbedingt wie so ein kleines Kind benehmen und heimlich naschen musste, noch dazu in einem fremden Haus, anschließend beschloss sie ihm und seinen „Wehwehchen“ keine weitere Aufmerksamkeit mehr zu schenken und sich stattdessen wieder auf das Wesentliche, den Fall, zu konzentrieren.

Doch kaum hatte sie zu Ende gesprochen, da gab Rick ein schmerzerfülltes Stöhnen von sich, umklammerte dabei krampfhaft seinen Bauch, rutschte dann von seinem Stuhl, fiel wie so ein Sack Kartoffeln zu Boden und blieb völlig regungslos liegen, eine wirklich sehr überzeugende Performance, fand Kate, doch abkaufen tat sie es ihm nicht.

„Also, jetzt übertreibst Du es aber wirklich, Castle“, sagte sie daraufhin zu ihrem am Boden liegenden Partner, der sich noch immer kein bisschen regte und auf sie fast schon wie tot wirkte und obwohl sie es schon ein wenig lustig fand, konnte sie dennoch nicht anders, als die Augen zu verdrehen, weil er sich wieder einmal so kindisch benahm.

Zwar warfen die Jungs und auch alle anderen Kollegen ihr fragende Blicke zu, weil sie die Situation genauso merkwürdig fanden wie sie, doch sie winkte ab und gab allen zu verstehen, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchten, weil es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nur um einen von Castles schlechten Scherzen handelte.
   
„Okay Rick, Schluss damit. Du hattest deinen Spaß, aber jetzt ist es genug und ich würde Dich bitten wieder auf zu stehen“, forderte sie ihn dazu auf, jetzt sofort damit auf zu hören den „sterbenden Schwan“ zu spielen, nachdem sie eine Minute lang abgewartet hatte und wartete darauf, dass er nun endlich wieder aufstehen würde.

Aber nichts dergleichen geschah, der Krimiautor rührte sich nach wie vor kein Stück und gab auch nicht den leisesten Muckser von sich, das war der Moment, wo Beckett dann doch begann sich Gedanken und auch Sorgen um ihn zu machen, woraufhin sie von ihrem Stuhl aufstand und sich neben ihren Partner auf den Boden kniete.

„Rick?“, sprach sie ihn an und schüttelte ihn dabei leicht an der Schulter, jedoch ohne Erfolg, er regte sich immer noch nicht, sie drehte ihn daraufhin auf den Rücken und bekam den Schreck ihres Lebens, denn um den Mund ihres Partners herum war weißer Schaum und sie brauchte nicht lange zu überlegen, um zu wissen, was die Ursache dafür war.

„Espo! Krankenwagen und Notarzt, schnell! Castle ist vergiftet worden!“, fackelte Kate nicht lange, sobald sie den tödlichen Ernst der Lage erkannt hatte, weil sie natürlich ganz genau wusste, dass bei einer Vergiftung jede Sekunde zählte, zumal bereits einige wertvolle Minuten verstrichen waren, da sie ja zunächst gedacht hatte, er würde bloß simulieren.

Zum Glück trafen die alarmierten Sanitäter, mitsamt Notarzt auch schon innerhalb weniger Minuten im Revier ein, Besagte versorgten den vergifteten Autor vor Ort notdürftig, luden ihn anschließend schleunigst in den Krankenwagen und brachten ihn auf dem schnellsten Weg in die nächstgelegene Klinik.

Beckett, die sich natürlich riesen Sorgen um ihn machte und unsagbare Angst um ihn hatte, blieb die ganze Zeit über an seiner Seite oder zumindest solange wie möglich, denn während die Ärzte alles taten, um sein Leben zu retten, konnte sie leider nicht direkt bei ihm sein, sodass sie nichts anderes tun konnte, als zu warten und zu hoffen.

Während sie auf eine Nachricht wartete, rief sie Martha an und informierte sie darüber, was passiert war und obwohl Rick noch nicht tot war, die Betonung lag dabei auf „noch“, war es trotzdem das mit Abstand schwerste Telefonat, das sie seit langer Zeit mit jemanden führen musste, aber sie sah sich in der Pflicht es zu tun.

Martha versuchte zwar möglichst stark zu bleiben, aber natürlich traf sie die Nachricht über den vergiftungsbedingten Zusammenbruch ihres einzigen Sohnes hart, doch sobald sie die Hiobsbotschaft einigermaßen verdaut hatte, teilte sie Kate mit, dass sie sich mit Alexis so schnell wie möglich zu ihr ins Krankenhaus begeben würde.
   
Sobald die beiden Rothaarigen schließlich bei ihr in der Klinik angekommen waren, erzählte Beckett ihnen noch einmal so ruhig wie möglich, was genau geschehen war und von da an blieb den drei Frauen leider nichts anderes übrig, als gemeinsam weiter tapfer aus zu harren und auf gute Nachrichten zu hoffen.

Es vergingen mehr als zwei Stunden, die sich für Beckett, Martha und Alexis wie ein Ewigkeit anfühlten, bis endlich der behandelnde Arzt zu ihnen in den Wartebereich kam und ihnen mitteilte, dass Castles Zustand zurzeit zwar stabil, jedoch noch nicht über den Berg sei und die nächsten 24 Stunden entscheiden würden, ob er es schaffen würde oder nicht.

Der Arzt erlaubte ihnen, nachdem er sie ausführlich über Ricks derzeitigen, gesundheitlichen Zustand aufgeklärt hatte, ihren Liebsten zu sehen, allerdings nur kurz, zum einen, weil der Romanautor dringend Ruhe brauchte und zum anderen, weil die regulären Besuchszeiten in Kürze vorbei sein würden.

Sie willigten, wenn auch etwas widerwillig, in die Bedingungen des Arztes ein und ließen sich von diesem dann schließlich in das Krankenzimmer ihres Vaters, Sohnes und Freundes führen, dort angekommen gab der Doktor ihnen zehn Minuten Besuchszeit, bevor er wieder ging und die drei Frauen mit dem Patienten alleine ließ.

Die zehn Minuten, die ihnen gegeben wurden, vergingen jedoch leider viel zu schnell und ehe sie sich versahen, da kehrte der Arzt auch schon wieder zu ihnen ins Zimmer zurück und forderte sie freundlich, aber bestimmt dazu auf jetzt zu gehen, weiter sagte er zu ihnen, dass er sich umgehend melden würde, sobald es Neuigkeiten gab.

Doch im Gegensatz zu Martha und Alexis, die sich der Aufforderung des Arztes schweren Herzens beugten, schaffte Kate es, dank ihres berühmt-berüchtigten Dickkopfes, den werten Herrn Doktor dazu zu bewegen, sie über Nacht bei Rick bleiben zu lassen, was die beiden rothaarigen Damen zumindest ein wenig zu beruhigen vermochte.

Beckett blieb die ganze Nacht über am Bett ihres Partners sitzen, hielt seine Hand, redete mit ihm, hoffte darauf und betete dafür, dass er die Sache bitte überstehen und es ihm bald wieder gut gehen möge, sie verließ ihren Posten lediglich mal, um zur Toilette zu gehen oder sich etwas zu trinken oder zu essen zu holen.

Und als ob ihre Anwesenheit ein Wunder bewirkt hätte, überstand Castle die kritischen 24 Stunden glücklicherweise ohne irgendwelche Zwischenfälle und auch während der nächsten Tage, die er vorsichtshalber noch im Krankenhaus bleiben musste, erholte er sich zunehmend von seiner schweren Vergiftung, was alle Beteiligten natürlich unheimlich erleichterte.

Natürlich wurde gründlich ermittelt, wie es überhaupt erst dazu kommen konnte, dass der Autor vergiftet wurde und das mit exakt demselben Gift, wie die ermordete Haushälterin, wie sich bei näheren Untersuchungen zeigte und letztendlich sollte sich herausstellen, dass die Kekse, die Rick heimlich genascht hatte, mit dem Gift versetzt waren.

Sie schafften es allerdings nicht nur die Ursache für die Vergiftung heraus zu finden, sondern es gelang ihnen zudem die Person zu entlarven, die die Kekse vergiftet hatte und zwar handelte es sich dabei um niemand anderen, als Mrs. Sparks, die Arbeitgeberin des Opfers, die mit den giftversetzten Keksen eigentlich ihren Ehemann erwischen wollte.

Die gute Frau hatte nämlich herausgefunden, dass ihr Mann schon seit längerem eine Affäre mit seiner Sekretärin hatte und infolge dieser Erkenntnis beschlossen ihren unteren Gatten um zu bringen und auf diese Weise das millionenschwere Erbe einzusacken, ihrer eigenen Aussage nach, eine gerechte Strafe für die grenzenlose Demütigung.

Was Mrs. Sparks nicht wusste war, dass ihr Mann die Kekssorte, die sie vergiftet hatte, nicht mochte und somit auch nicht aß, die Haushälterin war von daher nur ein unglückseliges Zufallsopfer, ebenso wie der arme Castle, aber das änderte nichts daran, dass sie schuldig war und das sie für das, was sie tat, nun auch bestraft werden würde.

Aber auch wenn die heimtückische Giftmörderin den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen würde, die Nachwirkungen der traumatischen Ereignisse blieben selbst jetzt noch, fünf Tage später bestehen und sorgte bei allen Beteiligten, so wie in diesem Fall bei Beckett und Castle, für Albträume und schlaflose Nächte.

„Es tut mir so unendlich leid, Rick“, sagte die braunhaarige Polizistin zu ihrem Berater, nachdem sie ein Stück näher an diesen herangerückt war und ihren Kopf auf seine rechte Schulter abgelegt hatte und am Klang ihrer Stimme war, als sie das sagte, ganz klar und deutlich heraus zu hören, dass sie den Tränen nahe war.

„Was tut Dir leid, Kate?“, hatte er, da er ja leider nun mal kein Hellseher war, ohne genauere Erklärungen ihrerseits, natürlich nicht die geringste Ahnung, weshalb sie sich gerade bei ihm entschuldigt hatte, zumal es, seiner Ansicht nach, nichts, wirklich absolut nichts gab, wofür sie sich bei ihm entschuldigen müsste.

„Das ich so lange gebraucht habe, um zu erkennen, dass es Dir wirklich nicht gut geht und Du mir nicht bloß etwas vorspielst“, antwortete sie daraufhin und mit jedem Wort, das sie sagte, wurde ihre Stimme immer leiser, trauriger und weinerlicher, Castle zögerte nicht lange und legte seinen rechten Arm um sie, um sie ein wenig zu trösten.

„Wenn ich doch bloß sofort erkannt hätte, dass Du tatsächlich Schmerzen hast und wie tödlich ernst die Lage ist, dann…“, sie brach zwar mitten im Satz ab, aber sie brauchte ihn auch gar nicht zu beenden, weil der Schriftsteller auch so wusste, was sie ihm sagen wollte und es schmerzte ihn zutiefst, dass sie sich solch schwere Vorwürfe machte.

„Ich mag mir gar nicht daran denken oder mir vorstellen, was wäre, wenn ich noch länger gezögert und nicht schnell genug den Krankenwagen und den Notarzt gerufen hätte. Wenn dem so wäre, wenn Du tot wärst…“, schaffte sie es erneut nicht den angefangenen Satz zu beenden, weil die Tränen sie nun endgültig übermannten.

Sie begann fürchterlich zu schluchzen und die Tränen, die sie bislang nur mit allergrößter Mühe hatte zurückhalten können, begannen wiederum sich ihren Weg über ihre Wangen hinab zu bahnen und obwohl Castle die salzigen Tropfen in dem dunklen Zimmer nicht sehen konnte, brach es ihm trotzdem das Herz, sie so bitterlich weinen zu sehen.

Und weil dem so war zögerte er auch nicht lange, sondern handelte stattdessen unverzüglich und startete einen Versuch, sie zu trösten und zwar tat er dies, indem er seinen rechten Arm, den er bereits um sie gelegt hatte, dazu nutzte, um sie behutsam an sich heran zu drücken, während er mit seinen Fingern sanft über ihren Oberarm streichelte.

Ihre Reaktion auf diese tröstenden Gesten, für die sie ihm insgeheim wirklich sehr dankbar war, war, dass sie sich mit ihren Fingern regelrecht in dem weichen Stoff seines T-Shirts festkrallte und ihr Gesicht in seine Schulter vergrub, während sie ihren Tränen weiter freien Lauf ließ und sich von ihrem Partner halten und trösten ließ.

Beckett weinte und weinte und weinte, sie weinte so viel, wie sie es schon seit einiger Zeit nicht mehr getan hatte und obwohl Castle ihr wirklich Trost zu spenden vermochte, dauerte es dennoch einige Minuten, bis ihre Tränen schließlich vollständig versiegt waren und sich sie auch langsam wieder zu beruhigen begann.

„Hör zu, Kate: Das, was mit mir passiert ist, war nicht deine Schuld. Nicht im geringsten. Es war einzig und allein die Schuld von Mrs. Sparks“, sagte er in einem ruhigen, einfühlsamen Ton zu ihr, nachdem er sich sicher war, dass sie wieder aufnahmefähig war, weil er nicht wollte, dass sie sich für etwas die Schuld gab, wofür sie definitiv nichts konnte.

Für einen kurzen Moment überlegte er, ob er vielleicht noch  hinzufügen sollte, dass er auch ein kleines bisschen selbst daran Schuld war, vergiftet worden zu sein, weil er sich während ihres Besuchs bei Mrs. Sparks ja mal wieder wie ein kleines Kind benommen hatte und unbedingt still und heimlich Kekse naschen musste.

Er verwarf diesen Gedanken aber genauso schnell wieder, wie er ihm überhaupt erst in den Sinn gekommen war, der Grund dafür war, dass Kate sich auch so bereits genug Vorwürfe machte, wegen dem, was ihm zugestoßen war, ohne das er derartige Bemerkungen von sich gab, die das Ganze garantiert nicht gerade besser machen würden.

„Ich weiß nicht, ob Du mir das glauben kannst, aber ich kann voll und ganz nachvollziehen, wie Du Dich momentan fühlst, Kate. Denn mir würde es nicht anders gehen, als Dir jetzt, wenn Du diejenige gewesen wärst, die die vergifteten Kekse gegessen hat“, entschied er sich stattdessen für etwas, was sie, seiner Ansicht nach, eher trösten könnte.

„Ich glaube Dir, Rick. Und ich kann Dir gar nicht sagen, wie unglaublich froh ich darüber bin, dass Du überlebt hast“, entgegnete sie, woraufhin der Krimiautor mit seiner linken Hand nach ihrer rechten Griff, die noch immer in den Stoff seines T-Shirts gekrallt war und platzierte diese auf seine Brust, genau an der Stelle, an der sein Herz lag.

„Ich bin hier, Kate“, flüsterte er ihr zu und hauchte ihr einen zarten Kuss auf die Stirn, gegen den sie sich nicht im geringsten wehrte, ganz im Gegenteil, sie genoss die Liebkosung, sehr sogar, ebenso genoss sie das Gefühl seines regelmäßigen, sowie kräftigen Herzschlags an ihrer Hand, das Zeichen dafür, dass er tatsächlich noch am Leben war.

„Und ich verspreche Dir, dass ich auch solange hier bleiben werde, wie ich nur kann und Du mich bei Dir haben willst“, ergänzte er dies und löste sich dann ein Stück weit von ihr, gerade so weit, dass er sie und sie wiederum ihn ansehen konnte, zwar sah er ihr Gesicht nur schemenhaft, genauso wie sie seines auch, aber das reichte ihnen vollkommen.

„Eins steht hundertprozentig fest: So schnell wirst Du mich definitiv nicht los werden, Kate“, wollte er, dass sie ohne jeden, noch so geringen Zweifel wusste, dass er sie niemals im Stich lassen, geschweige denn jemals freiwillig verlassen würde, das einzig und allein der Tod dazu in der Lage wäre sie voneinander zu trennen.

Und im Stillen, in Gedanken, fügte er eine weitere Sache hinzu, die zu einhundert Prozent feststand und zwar, dass er ab sofort nie mehr, wirklich niemals wieder heimlich etwas naschen würde, in Zukunft würde er entweder vorher fragen, ob er durfte oder gegebenenfalls auch einfach das nehmen, was ihm angeboten wurde.

„Du mich auch nicht, Rick, Du mich auch nicht“, glaubte sie ihm, auch wenn sie in der Dunkelheit seine azurblauen Augen, in denen sie lesen konnte wie in einem Buch, leider nicht sehen konnte, trotzdem jedes einzelne Wort von dem, was er zu ihr sagte und beschloss das Versprechen, das er ihr gab, ebenso aufrichtig zurück zu geben.

„Immer – Immer“, besiegelten sie das Versprechen, das sie sich gerade gegenseitig gegeben hatten, mit ihrem mittlerweile gebräuchlichem Codewort und kaum hatten sie ihren „Schwur“ abgelegt, da schlangen die beiden auch schon ihre Arme umeinander und schmiegten sich so dicht aneinander, wie es überhaupt nur ging.

Und obwohl zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch völlig ungewiss war, was die Zukunft ihnen noch so alles bringen würde, stand eines dennoch zweifellos und hundertprozentig fest, nämlich, dass sie Partner, sowie Freunde fürs Leben waren, die, außer der Tod, nichts und niemand jemals so einfach trennen können würde.

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So dalla und fertig ist das allererste Kapitel nach meiner Auszeit, von dem ich wie immer wirklich sehr hoffe, dass ich mit Besagtem dazu in der Lage war euren erlesenen Leser-Geschmack treffen zu können und natürlich freue ich mich jetzt auch schon riesig auf eure Reviews, die hoffentlich positiv, sowie zahlreich ausfallen werden.

Des weiteren möchte ich euch darüber informieren, dass ich, da ich beruflich zurzeit eine ganze Menge zu tun habe, es womöglich nicht immer schaffen werde jede Woche etwas zu posten, daher bitte ich euch jetzt vorab schon mal um euer aller Verständnis und Geduld, falls es mir nicht immer gelingen sollte pünktlich ein neues Kapitel zu veröffentlichen.

Zu guter Letzt wünsche ich euch allen selbstverständlich noch einen schönen, restlichen Samstagabend, einen angenehmen und hoffentlich nicht allzu heißen Sonntag, sowie einen gelungenen Start in die neue Woche, mit anderen Worten: Lasst es euch möglichst gut ergehen und zerschmelzt vor allem nicht vor lauter Hitze.

Tschüss, macht’s gut und bleibt cool, euer Ahadi.
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