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Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
18.04.2020 3.414
 
Rwy’n dynumo diwrnod hyfryd, da i chi i gyd gyda’ch gilydd, heiße euch hiermit, auf Walisisch, ganz Herzlich Willkommen zum mittlerweile 30. Kapitel meiner aktuellen Oneshot-Reihe und hoffe gleichzeitig natürlich wirklich inständig, dass ihr allesamt bislang noch wohlauf seid und es auch weiterhin bleiben werdet.
   
Bei all denjenigen unter euch, die mir zum letzten Part eine Rückmeldung geschickt haben, möchte ich mich, genauso wie ich es auch schon in den vergangenen Kapiteln getan habe, so selbstverständlich auch heute nochmal vielmals bedanken, auf das die noch kommenden Oneshots euch genauso gut gefallen mögen, wie es bisher der Fall war.

Ac yn war nid wyf am eich dal allan yn hwy na’r angen, felly rwy’n chwifio’r faner cychwyn du a gwyn yn gyflym ac wedi agor pennod rhif 30 yn ddifrifol!

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„Soll ich Dir noch einen Kaffee machen, Rick?“, fragte die erfahrene New Yorker Mordermittlerin, Det. Katherine Houghton Beckett, ihren langjährigen Berater bzw. Partner, guten Freund und heimlichen Traummann, der, genauso wie an jedem anderen Tag auch, wenn er im Revier war, so auch jetzt in seinem Stuhl neben ihrem Schreibtisch saß.

„Ja, das wäre nett“, beantwortete der angesprochene Mann, nach kurzer Überlegung, auf die Frage seiner Partnerin, die nicht nur gleichzeitig auch die Person war, die ihn einst zu seiner aktuellen Romanheldin, Det. Nikki Heat, inspiriert hatte, sondern die außerdem noch die Frau war, die ihm bereits vor geraumer Zeit unwiderruflich sein Herz gestohlen hatte.

„Aber Du musst mir nicht unbedingt einen Kaffee machen, wenn Du nicht willst. Ich kann mir genauso gut auch selbst einen machen“, fügte er diese Aussage rasch noch zu seiner vorherigen hinzu, weil er natürlich auf keinen Fall wollte, dass sie sich irgendwie dazu verpflichtet fühlte, seine persönliche Dienerin spielen zu müssen.

„Und wie willst Du das bitteschön machen, wenn ich fragen darf? Ich meine, nichts für ungut, aber Du kannst doch gar nichts sehen“, wollte sie daraufhin von ihm erfahren, wie er denn gedachte sich einen Kaffee zu zubereiten, wenn er die Espressomaschine im Pausenraum doch überhaupt gar nicht sehen, geschweige denn alleine bedienen konnte.

Das lag daran, dass er zur Zeit völlig blind war oder sehunfähig, wie er es vorzog seinen derzeitigen Zustand zu bezeichnen, zwar bedeutete es letztendlich dasselbe, ganz egal, ob man nun die Bezeichnung „blind“ oder „sehunfähig“ wählte, aber Castle fand einfach, dass das letztere Wort deutlich besser klang, als das Erstere.

Seine momentane Blindheit rührte daher, dass ein Verdächtiger ihm vor zwei Tagen, nach einer wilden Verfolgungsjagd quer über ein verlassenes Fabrikgelände, während einer heftigen Rangelei Kalk in die Augen geworfen hatte, was, da Kalk starke Verätzungen verursachte, zu einer Trübung seiner Hornhaut führte.

Zum Glück war der alarmierte Notarzt innerhalb weniger Minuten vor Ort gewesen, sodass der verletzte Autor schnell von diesem erstversorgt, dann in die nächst gelegene Klinik gebracht und dort behandelt werden konnte, wobei Beckett ihn natürlich dorthin begleitete, während die Jungs sich um den festgenommenen Verdächtigen kümmerten.

Und obwohl selbst zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht hundertprozentig fest stand, ob Castle sein Augenlicht wieder vollständig oder zumindest teilweise zurück erlangen würde, was sich leider auch erst bei seinem nächsten Untersuchungstermin in ein paar Tagen zeigen würde, war die Prognose des behandelnden Arztes dennoch recht gut gewesen.

Auch Castle selbst war, ganz seiner Natur entsprechend, diesbezüglich sehr optimistisch und fest davon überzeugt, dass seine Augen wieder vollständig heilen würden, ganz im Gegensatz zu seiner Muse, die dagegen befürchtete, dass ihr Berater womöglich blind bleiben und somit in Zukunft nicht mehr mit ihr zusammen arbeiten können würde.

Sie hatte ihm zwar bislang noch nicht gesagt, dass sie ihre kostbare Partnerschaft durch seine Erblindung in ernsthafter Gefahr sah, aber Rick war ja nicht blöd und hatte von daher schon längst bemerkt, dass Kate etwas arg bedrückte und er brauchte natürlich auch nicht lange zu überlegen, um zu wissen, worum genau es sich dabei handelte.

Er beschloss aber bewusst sie nicht direkt darauf an zu sprechen, sondern stattdessen erstmal etwas zu warten, bis sie sich ihm hoffentlich bald anvertrauen würde, schließlich kannte er sie mittlerweile lange und gut genug, um zu wissen, dass man sie lieber nicht bedrängen und ihr besser die Zeit und den Freiraum geben sollte, die bzw. den sie brauchte.

„Ja Kate, ich weiß selbst, dass ich zur Zeit nichts sehen kann. Aber das hat mich ja schließlich auch nicht im geringsten daran gehindert, die kleine Wette zu gewinnen, die ich mit den Jungs abgeschlossen hatte oder?!“, erwiderte er auf ihre Anmerkung hin, dass er momentan nicht dazu in der Lage war, sich eigenhändig einen Kaffee zu zubereiten.

„Nein, das nicht, aber…“, brach sie mitten im Satz ab, weil sie nicht so wirklich wusste, wie sie diesen beenden sollte, ohne ihn mit ihren Worten irgendwie zu verärgern oder gar zu verletzen, denn sie wollte natürlich keinesfalls, dass er womöglich dachte, dass sie ihn für eine Art Invaliden hielt, der zwingend auf Hilfe angewiesen war.

Zwar brauchte er momentan natürlich schon bei einigen Dingen des täglichen Lebens ihre Unterstützung, aber sie beschränkte sich dabei ausschließlich auf die wirklich notwendigen Dinge, wie beispielsweise darauf, ihn abends nach Dienstschluss nach Hause zu bringen oder ihm, wie in diesem Fall, eine Tasse Kaffee zu machen.

Aber sie überwachte ihn dennoch nicht volle 24 Stunden und bei allen Aufgaben, die er trotz seiner derzeitigen Erblindung nach wie vor alleine erledigen konnte, hielt sie sich raus, zumal es für sie überhaupt gar nicht nötig war, den ganzen Tag lang auf ihn auf zu passen, da er ja glücklicherweise auch noch seine Mutter Martha und seine Tochter Alexis hatte.

Trotzdem kümmerte sie sich wirklich gerne um ihn und half ihm auch liebend gerne bei der Bewältigung seines Alltags, schließlich tat er ja auch viele Dinge für sie, von daher war es auch keineswegs eine Pflicht für sie, ihn zu umsorgen, sondern es war stattdessen eine willkommene Chance für sie, sich bei ihm zu revanchieren zu können.

„Tut mir leid, Castle. Ich wollte keinesfalls darauf anspielen, dass Du ohne mich völlig hilflos bist oder so“, versicherte die brünette Polizistin ihrem Gesprächspartner, dass sie mit ihrer voran gegangenen Äußerung nicht im geringsten behaupten wollte, dass er ohne ihre Hilfe oder die von irgendjemand anderen komplett aufgeschmissen war.

„Es ist nur so, dass ich Dich in dieser schwierigen Zeit bestmöglich unterstützen und Dir bei allem notwendigen helfen möchte“, setzte sie dies zusätzlich noch hinten dran und legte, während sie mit ihm sprach, ihre linke Hand auf seine gleichseitige, die er auf ihrer Tischplatte abgelegt hatte und lächelte ihn wie automatisch an.

„Ich weiß. Und ich möchte, dass Du weißt, dass ich Dir für deine Hilfe wirklich unglaublich dankbar bin“, konnte er das Lächeln in ihrem Gesicht zwar natürlich nicht sehen, konnte es dafür aber klar und deutlich aus ihrer Stimme heraus hören und er erwiderte es unverzüglich, während er ihre kleine, zarte Hand sanft mit seiner großen, starken umschloss.

„Und nur damit Du es weißt, Rick: Ich fand es echt super, wie Du es vorhin geschafft hast, die Jungs ab zu ziehen“, wollte sie ihn unbedingt noch wissen lassen, dass sie wirklich stolz auf ihn war, weil es ihm gelungen ist die Wette, die er mit Esposito und Ryan abgeschlossen hatte, zu gewinnen und die beiden Detektives wie Idioten da stehen zu lassen.

Die besagte Wette bestand darin, dass die Jungs heute morgen mit ihm um jeweils 100$ gewettet hatten, dass er es garantiert nicht schaffen würde vom Fahrstuhl aus zu Becketts Schreibtisch und von da aus zum Pausenraum zu gehen, ohne sich auf dem gesamten Weg auch nur ein einziges Mal irgendwo zu stoßen oder einen der Kollegen an zu rempeln.

Und obwohl weder Beckett, geschweige denn die Jungs auch nur im geringsten damit gerechnet hatten, dass Castle es schaffen würde diese extrem schwierige Aufgabe, die aufgrund seines derzeitigen Handicaps unmöglich zu bewältigen erschien, gelang es ihm, wie durch ein Wunder, letztendlich tatsächlich zu triumphieren.

Aber da der Schriftsteller ohnehin schon Millionär war und außerdem ein gutes Herz besaß, verzichtete er, trotz seines glorreichen Sieges, letztlich auf den Wetteinsatz, sprich das Geld, wofür die Jungs, die im Leben nicht gedacht hätten, dass sie die Wette gegen ihren blinden „Bruder“ verlieren würden, ihm natürlich sehr dankbar waren.

„Ja, ich bin auch ziemlich stolz auf mich“, trug er bei diesem Satz exakt dasselbe Sieges-Lächeln im Gesicht, wie ein paar Stunden zuvor auch schon, als es ihm erfolgreich gelungen war, ohne jeglichen „Crash“ seine vorgegebene Route zu bewältigen, worüber er, wenn er ganz ehrlich zu sich selbst war, insgeheim ebenfalls mächtig erstaunt war.

Aber er arbeitete mittlerweile ungefähr drei Jahre lang im Morddezernat und kannte das dazugehörige Großraumbüro von daher in- und auswendig oder wie seine Westentasche, wie man es auch bezeichnen könnte, er kannte jede einzelne Diele, sowie jedes einzelne Stück des Büro-Inventars und genau diese Tatsache kam ihm glücklicherweise zugute.

Außerdem waren die Kollegen, die im Bezug auf die Wette auf seiner Seite waren, so freundlich ihm weiträumig aus zu weichen, wenn er auf sie zukam, sodass es für ihn, trotz seiner Blindheit, dennoch eigentlich ziemlich einfach war, den Weg vom Aufzug zu Kates Schreibtisch und von dort aus zum Pausenraum, problemlos hinter sich zu bringen.

„Zu schade, dass ich die dummen Gesichtsaudrücke der Jungs nicht sehen konnte“, versuchte er zwar den traurigen Unterton in seiner Stimme bestmöglich zu unterdrücken, was ihm, seiner Ansicht nach, auch ganz gut gelang, seiner Partnerin, die ja schließlich dafür geschult war solche Dinge zu bemerken, entging seine Melancholie jedoch nicht.

„Es sei denn natürlich, Du hast zufällig ein Foto davon gemacht, wie die beiden geguckt haben“, beeilte er sich damit dies noch hinzu zu fügen, in der Hoffnung, seine Enttäuschung und Traurigkeit darüber, dass er Kevins und Javier Gesichter vorhin leider nicht sehen konnte, auf diese Weise vielleicht noch besser maskieren zu können.

„Nein, ich habe leider kein Foto gemacht“, entgegnete sie daraufhin, wobei ihr deutlich an zu hören war, wie sehr sie es tatsächlich bedauerte und bereute, von dem köstlichen Anblick, der sich ihr und auch allen anderen Kollegen bot, als Castle die Wette gewann, kein Bild gemacht und somit nicht für die Nachwelt festgehalten zu haben.

„Aber wer weiß? Vielleicht ergibt sich in den nächsten Tagen ja noch eine weitere Gelegenheit dazu, eines zu machen“, versuchte sie ihn zu trösten, weil ihr der Gedanke daran, dass der Mann, den sie über alles liebte, traurig war, im Herzen weh tat und hoffte natürlich inständig, dass sie mit ihrem Aufmunterungsversuch erfolgreich sein würde.

„Na, das will ich doch wohl schwer hoffen“, war er zwar immer noch etwas enttäuscht und traurig darüber, Espos und Ryans Gesichtsausdruck nicht gesehen zu haben, er war aber natürlich auch sehr dankbar und froh darüber, dass seine Muse versuchte ihn auf zu muntern, womit sie auch zumindest ein wenig Erfolg hatte.

„Hör zu, Castle: Ich weiß, dass ich mich in den letzten zwei Tagen bereits zigmal bei Dir dafür entschuldigt habe. Aber ich möchte Dir hiermit noch einmal versichern, dass es mir wirklich furchtbar leid tut, dass ich nicht verhindern konnte, dass Cocks Dir Kalk in die Augen schmeißt“, sprach sie die gefühlte hundertste Entschuldigung an ihn aus.

„Das muss Dir nicht leid tun, Kate. Cocks war zu diesem Zeitpunkt wie ein verwundetes Tier, das man in die Enge drängt, völlig unberechenbar. Und es hätte genauso gut einen der Jungs oder Dich treffen können. Ich hatte einfach nur Pech, das ist alles“, sagte er zu ihr, in dem Versuch, ihr schlechtes Gewissen, das sie wegen ihm hatte, wieder verschwinden zu lassen.

Und zwar tat er dies, indem er mit den Fingern seiner linken Hand zärtlich über ihre fuhr, die er nach wie vor fest und sanft zugleich umschlossen hielt, den beiden fiel erst jetzt auf, dass sie die ganze Zeit über quasi Händchen gehalten hatten, mitten im Büro, wo jeder der anwesenden Kollegen sie so vertraut miteinander sehen konnte.

Doch selbst jetzt, wo ihnen vollkommen bewusst war, dass jeder Beobachter, darunter auch die Jungs, sie in dieser geradezu intimen Pose sehen konnte, kam ihnen trotzdem nicht einmal ansatzweise in den Sinn, den physischen Kontakt zwischen ihnen wieder zu beenden, dafür war das Gefühl, so Hand in Hand da zu sitzen, einfach viel zu schön.

„Es geht mir gut, Beckett und es wird mir auch weiterhin gut gehen. Ganz egal, ob ich mein Augenlicht nun wieder vollständig zurück erlangen werde oder nicht“, wollte er einerseits zwar auch weiterhin optimistisch sein, wollte andererseits jedoch auch realistisch sein, obwohl das eigentlich ganz und gar nicht zu seiner Natur passte.

Aber er durfte nun einmal nicht die Möglichkeit außer Acht lassen, dass er vielleicht für den Rest seines Lebens blind oder zumindest in seinem Sehvermögen eingeschränkt bleiben könnte und falls dem wirklich so sein sollte und er tatsächlich nie wieder sehen können würde, wüsste er nicht, wie es dann in Zukunft weitergehen würde.

Jedoch machte er sich, wenn er ganz ehrlich zu sich war, im Bezug auf seine profitable Tätigkeit als Krimiautor eher wenig Sorgen, da es ja zum Glück spezielle Laptops gab, die extra auf Blinde zugeschnitten waren, da bereiteten ihm die Sorgen, die er bezüglich seiner Partnerschaft mit Beckett hatte, deutlich mehr Unbehagen.

Zwar hatte ihm der Captain freundlicherweise die Erlaubnis gegeben, zumindest noch solange ins Revier kommen zu dürfen, bis in ein paar Tagen fest stand, ob er jemals wieder sehen können würde oder nicht, aber er bezweifelte stark, dass er auch dann noch hier her kommen dürfte, wenn der Ernstfall tatsächlich eintrat und er für immer blind bleiben würde.

Wenn ihn irgendjemand fragen würde, worauf er eher verzichten könnte, ob nun auf seine Arbeit als Autor oder auf seine beratende Funktion beim NYPD, dann würde er demjenigen jedes Mal dieselbe Antwort geben und das, ohne auch nur eine einzige Sekunde lang darüber nachdenken zu müssen oder auch nur ansatzweise dabei zu zögern.

Und zwar würde er dem Fragesteller bzw. der Fragestellerin dann sagen, dass er eher auf seinen Schriftsteller-Job verzichten könnte, als auf seine Arbeit bei der Polizei und das obwohl das Schreiben von Kriminalromanen schon von klein auf sein allergrößter Traum und auch jetzt noch, knapp vierzig Jahre später, seine ganz große Leidenschaft war.

Trotzdem war das Aufklären von Morden inzwischen zu seiner zweiten, großen Leidenschaft und einem festen Bestandteil seines Lebens geworden, den er um keinen Preis der Welt je wieder missen wollte, allerdings nicht nur deshalb, weil er dadurch das Gefühl hatte einen kleinen, aber wichtigen Teil dazu beitragen zu können, die Stadt ein wenig sicherer zu machen.

Sondern auch oder sogar vor allem deswegen, weil er durch seine Arbeit auf dem Zwölften in der Nähe seiner Herzensdame sein konnte, falls der schlimmste Fall eintreten sollte, er sein Augenlicht nie wieder zurückerlangen und aufgrund dessen nicht mehr mit Kate zusammen arbeiten können würde, würde dies für ihn einem Weltuntergang gleich kommen.

Zwar könnten er und Beckett, wenn das wirklich passieren sollte, sich dann immer noch außerhalb des Reviers miteinander treffen und privat gemeinsam etwas unternehmen, genauso wie sie es momentan auch schon hin und wieder mal taten, aber das wäre, so schön sich das auch anhörte, für ihn trotzdem nicht dasselbe.

„Hey Rick, alles klar bei Dir?“, wurde er von der weichen Stimme seiner Muse, aus der er deutlich ihre Besorgnis um ihn heraus hören konnte, urplötzlich aus seinen Gedanken gerissen, die sich, ähnlich wie ein Karussel, wie wild in seinem Kopf herum drehten und ihm jetzt, wo sie in voller Fahrt waren, einfach keine Ruhe mehr ließen.

„Ja, es ist alles in Ordnung. Ich war nur ein wenig in Gedanken, das ist alles“, antwortete er daraufhin und war dabei zwar nicht vollkommen, aber zumindest teilweise ehrlich zu ihr, denn ihm ging es im Moment zwar emotional nicht gerade besonders gut, jedoch hatte er nicht gelogen, als er ihr sagte, dass er in Gedanken verloren gewesen war.

„Bist Du Dir sicher? Du weißt, dass Du mit mir jederzeit über alles reden kannst oder?!“, stellte sie seine Glaubwürdigkeit zwar keinesfalls infrage, sondern vertraute voll und ganz darauf, dass er völlig aufrichtig zu ihr war, aber sie fragte ihn dennoch vorsichtshalber, weil sie hundertprozentig sicher sein wollte, dass es ihm auch wirklich gut ging.

„Erstens: Ja, ich bin mir sicher. Zweitens: Ja, ich weiß. Und drittens: Danke“, entgegnete er auf ihre Frage hin, von der er, ohne jeden, noch so geringen Zweifel wusste, dass es sich bei dieser nur um eine reine Vorsichtsfrage handelte, die sie ihm lediglich deswegen stellte, weil sie sich um ihn sorgte und auf sein Wohlergehen bedacht war.

„Danke? Wofür denn?“, fand sie es zwar wirklich sehr schön ein „Danke“ von ihm zu bekommen, vor allem da er ihr in Verbindung mit diesem ein sanftes, herzerwärmendes Lächeln schenkte und er außerdem behutsam ihre Hand drückte, aber sie wollte natürlich trotzdem gerne von ihm wissen, wofür genau er sich bei ihr bedankte.

„Dafür, dass Du Dich in den letzten beiden Tagen so nett um mich gekümmert hast“, erwiderte der Romanautor und obwohl er es logischerweise nicht sehen konnte, so konnte er das Lächeln, das er ihr mit diesen Worten ins Gesicht zauberte, dennoch ganz deutlich spüren und er wünschte sich nichts mehr, als das er sie lächeln sehen könnte.

Und weil er ganz genau wusste, dass es ihm nichts bringen würde, noch endlos lange darüber nach zu denken, was sein würde, wenn er blind bleiben sollte, beschloss er es einfach dabei zu belassen, weiter inständig auf das Beste zu hoffen und dafür zu beten, dass am Ende alles gut werden und er sein Augenlicht bald wieder vollständig zurück gewinnen würde.

„Weißt Du was, Castle? Als Dankeschön für dein Dankeschön, lade ich Dich heute Abend zu mir nach Hause zum Essen ein. Ich koche uns was leckeres und danach hören wir uns, bei einem guten Glas Wein, auf der Couch ein wenig Musik an. Na, wie klingt das?“, sprach sie endlich die Einladung an ihn aus, die ihr bereits den ganzen Tag über regelrecht auf der Zunge brannte.

Genauer gesagt seit heute morgen, nachdem er die Wette mit den Jungs gewonnen und es so geschafft hatte, die beiden wie zwei Deppen aussehen zu lassen, ein Ereignis, das sie garantiert nicht so schnell wieder vergessen und an das sie immer mit Freude zurück denken würde und wofür er sich einfach eine kleine Belohnung verdient hatte.

„Das klingt wundervoll, Kate“, sagte er ihrer Einladung unverzüglich zu, jedoch nicht nur deswegen, weil diese einfach viel zu verlockend war, als das er sie hätte abschlagen können, sondern auch, weil er insgeheim ebenfalls vorgehabt hatte, sie für den heutigen Abend zum Essen in sein Loft ein zu laden, wenn auch für Essen per Lieferdienst.

Und obwohl er nicht vorhatte ihr dies zu sagen, so dachte er dafür zumindest daran ihr zu erzählen, welcher Art seine Gedanken waren, bevor sie ihn in die Realität zurück geholt hatte, dass er darüber nachgedacht hatte, was wohl werden und wie sein Leben aussehen würde, für den Fall, dass er seine Sehkraft nicht wieder zurückerlangen würde.

„Also dann, haben wir eine Verabredung“, konnte er geradezu spüren, wie ihr Lächeln sich noch ein wenig verbreiterte, als sie das zu ihm sagte, während sie sanft, fast sogar schon liebevoll über seine Hand strich, was nicht nur sein Herz wie wild in seiner Brust schlagen, sowie seinen gesamten Körper angenehm kribbeln ließ.

„Ja, die haben wir“, erwiderte er nicht nur das Lächeln, sondern die zärtliche Geste, mit der sie ihm bedachte, bevor sie ihre Hände, so schwer es ihnen auch fiel und so gerne sie noch ewig miteinander Händchen gehalten hätten, schließlich voneinander lösten, sodass sie sich wieder an ihre eigentliche Arbeit machen und er ihr dabei zuhören konnte.

Was Castle weder wissen, noch ahnen konnte war, dass Beckett im Stillen exakt dieselben Hoffnungen hegte, wie er und das sie mindestens genauso sehr dafür betete, dass er bald endlich wieder sehen können würde, denn falls dem nicht so sein sollte, dann wüsste sie beim besten Willen nicht, wie es zwischen ihnen beiden in Zukunft weitergehen würde.    



Fortsetzung folgt…

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Da gerade Wochenende ist, Samstag um genau zu sein, habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, das Abschlussprozedere auch heute wieder kurz und bündig zu machen:

1: Ich hoffe wirklich sehr, dass es euch auch dieses Kapitel wieder gefallen hat und das ihr schon riesig gespannt darauf seid zu erfahren, wie es weitergeht.

2: Und ich hoffe natürlich mindestens genauso sehr, dass ich auch dieses Mal wieder jede Menge Feedbacks von euch bekommen werde.

3: Ich hoffe inständig darauf, bete gar inständig dafür, dass ihr alle die nächsten Tage und Wochen auch weiterhin möglichst heil und gesund überstehen werdet.

4: Mwynhewch eich hun tan y tro nesaf, euer Ahadi.
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