Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
28.03.2020 4.812
 
Moin, moin allerseits.

Ich hoffe wirklich, dass ihr allesamt bislang noch bei bester Gesundheit seid, sowie, dass ihr, trotz der derzeitigen, zahlreichen Einschränkungen in unserem Alltag, trotzdem gut zurecht kommt und für den Fall, dass es euch leider doch erwischt haben sollte, hoffe ich natürlich, dass ihr euch dann zumindest auf dem Weg der Besserung befindet.

Als nächstes möchte ich mich nochmal vielmals bei Lary29, Hummel und JohannaJames bedanken, die wieder einmal so freundlich waren, mir zum zuletzt geposteten Kapitel eine Rückmeldung zukommen ließen, aber ich danke selbstverständlich auch allen anderen Lesern, die den besagten Teil meiner aktuellen Oneshot-Reihe gelesen haben.

Ja und nun, ohne weiteres Gerede, das vollkommen unnötig und somit auch nichts anderes als reine Zeitverschwendung wäre, erteile ich hiermit auch schon den, von euch sicherlich bereits sehnsüchtig herbeigesehnten, Startpfiff und eröffne damit den Oneshot des heutigen Tages, beim Lesen desselbigen wünsche ich euch allen natürlich ganz viel Freude!

***************************************************************************

„Guten Morgen, Jungs“, begrüßte die zwar noch ziemlich junge, aber dennoch sehr erfahrene Polizistin, Det. Kate Beckett, ihre beiden langjährigen Kollegen, guten Freunde und „Brüder, die Detektives Javier Esposito und Kevin Ryan, nachdem sie aus dem Aufzug gestiegen war, das Großraumbüro durchquert hatte und zu ihrem Schreibtisch gegangen war.

„Morgen – Guten Morgen“, grüßten die zwei angesprochenen Gesetzeshüter daraufhin nacheinander zurück, bevor sie sich direkt wieder ihrem Papierkram zuwendeten, während ihre „Schwester“ ihre Handtasche verstaute, sich dann ihren Mantel auszog, diesen über die Rückenlehne ihres Bürostuhls legte und anschließend auf diesem Platz nahm.

Die brünette Mordermittlerin griff nach dem Aktenstapel auf ihrem Schreibtisch, nahm die oberste von diesem herunter, legte Besagte vor sich hin, klappte sie auf und begann, nachdem sie sich rasch einen Kugelschreiber aus ihrem Stifteköcher geschnappt hatte, schließlich damit den in der Akte befindlichen Bericht korrekt aus zu füllen.

Sie hatte vielleicht höchstens zehn Minuten lang daran gearbeitet, als sie aus dem Augenwinkel heraus sah, wie jemand einen großen Kaffeebecher vor ihr auf den Schreibtisch stellte und sie brauchte nicht extra von der Akte vor sich auf zu sehen, um zweifelsfrei zu wissen, um wen es sich bei dem spendablen Kaffeebringer handelte.

„Guten Morgen, Castle“, begrüßte sie ihren Berater, genauso wie sie es zuvor auch schon bei den Jungs getan hatte, ohne sich die Mühe zu machen, ihren Blick dabei von dem Bericht vor ihr ab und dem Mann, dem sie sprach, zu zuwenden, was sie allerdings, wie sich nur wenige Sekunden später herausstellen sollte, besser hätte tun sollen.

„Dir auch einen schönen, guten Morgen, Kate“, gab der angesprochene Mann den Gruß zurück, woraufhin die Polizistin abrupt in ihrem Tun stoppte und regelrecht erstarrte, sie erkannte anhand der Stimme nämlich sofort, dass es sich dabei definitiv nicht um die ihres Partners handelte, gleichzeitig war ihr die Stimme aber auch nicht völlig fremd.

Beckett schloss kurz ihre Augen, atmete mehrmals tief durch und hoffte inständig, betete gar dafür, dass sie sich irrte und das derjenige, dem die Stimme gehörte, die sie so eben vernahm, nicht wirklich da war, denn der Mann, der gerade zu ihr sprach, war mit Abstand die letzte Person, mit der sie im Moment und überhaupt jemals wieder reden wollte.

Allerdings sollte all ihre Hoffnung und auch ihre Gebete letztendlich völlig umsonst sein, als sie, nachdem sie ihre Augen schließlich wieder geöffnet, ihren Kopf dann langsam erhoben und zu dem Mann neben sich aufgeblickt hatte, sah, dass es sich bei diesem tatsächlich nicht um Castle, sondern stattdessen um jemand ganz anderen handelte.

„Was zum Teufel willst Du hier, Josh? Habe ich Dir denn nicht ausdrücklich gesagt, dass ich Dich nie wieder sehen will“, war sie herzlich wenig erfreut ihn zu sehen und noch weniger gewillt unnötig lange um den heißen Brei herum zu reden und fragte ihren Ex-Freund von daher gerade heraus, war zur Hölle er hier bitteschön zu suchen hatte.

Erst jetzt sah sie, dass er einen großen Strauß roter Rosen in der Hand hielt, der zwar wirklich sehr schön war und jedes Frauenherz sofort höher schlagen lassen würde, jedoch nicht ihres, vor einer Woche hätte sie sich vielleicht noch über die Blumen gefreut, riesig sogar, aber nun nicht mehr, nicht nach dem, was er sich geleistet hatte.

Sie blickte kurz zu den Jungs hinüber und sah, dass diese sie und ihren Ex-Freund aufmerksam beobachteten und sich auch bereits in den Startlöchern befanden und sie wusste, ohne jeden Zweifel, dass, falls die Situation irgendwie eskalieren sollte, Ryan und Esposito ihr dann sofort zur Hilfe eilen und sich anstelle von ihr Josh annehmen würden.

„Ich bin hier, weil ich dachte, dass wir vielleicht nochmal in aller Ruhe miteinander reden könnten“, antwortete der Herzchirurg, der, ihrer Meinung nach, entweder ganz schön mutig, ziemlich leichtsinnig oder einfach nur unglaublich dumm war, hier bei ihr auf dem Revier auf zu tauchen, umgeben von vielen Leuten mit scharfen Waffen.

„Tja, es tut mir zwar schrecklich leid, Dich enttäuschen zu müssen, aber zwischen uns gibt es nichts mehr zu bereden“, entgegnete sie daraufhin, lehnte sich lässig in ihrem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, wobei der Ausdruck in ihren Augen, genauso wie auch der Ton in ihrer Stimme, keinerlei Zweifel an der Richtigkeit ihrer Aussage ließ.

„Du hast Mist gebaut und das nicht zu knapp, ich habe die notwendigen Konsequenzen daraus gezogen und mich von Dir getrennt. Das war’s, mehr gibt es für mich diesbezüglich nicht zu sagen“, gab sie ihm klipp und klar zu verstehen, dass es, im Gegensatz zu ihm, von ihrer Seite aus keinen Gesprächsbedarf mehr gab, nicht den geringsten.

„Und wenn Du mich nur halb so sehr magst, wie Du immer gesagt hast, dass Du es tust, dann bitte ich Dich dies auch endlich zu akzeptieren“, bat sie ihn zwar eher weniger ihre Entscheidung, sich von ihm zu trennen, zu respektieren, als das sie ihn viel mehr freundlich, aber bestimmt dazu aufforderte, dies war ihr aber ehrlich gesagt vollkommen egal.

„Wenn Du mich jetzt also bitte entschuldigen würdest, ich habe noch eine Menge zu tun“, mit diesen Worten und einem aufgesetzten Lächeln stand sie von ihrem Stuhl auf, drehte ihm den Rücken zu und wollte gerade in Richtung Pausenraum gehen, in der Hoffnung, dass Josh jetzt endlich Einsicht haben, wieder gehen und sie von nun an in Ruhe lassen würde.

„Kate bitte, sei doch bitte vernünftig und lass uns reden“, blieb der verlassene und zutiefst gekränkte Mann jedoch stur und dachte überhaupt gar nicht daran, der Bitte bzw. Aufforderung seiner Ex-Freundin nach zu kommen und zu gehen, ganz im Gegenteil, er folgte ihr stattdessen nämlich auf den Fuß, genauso wie Castle es sonst immer tat.

„Nein Josh, es ist alles gesagt. Und jetzt geh und lass mich gefälligst in Ruhe“, war Kates Geduld allmählich endgültig zu Ende, sie wurde langsam echt wütend und war kurz davor ihren uneinsichtigen Ex-Freund eigenhändig aus dem Revier zu werfen, dazu würde sie wahrscheinlich nicht einmal die Hilfe ihrer Kollegen benötigen.

Urplötzlich wurde sie von Josh gepackt und an ihn heran gezogen, sie war sich sicher gewesen, dass er ihre Botschaft jetzt endlich verstanden hatte und wieder gehen würde, sie hatte nicht im geringsten damit gerechnet, dass er so reagieren würde und war aus diesem Grund natürlich auch mächtig überrascht und überrumpelt von seiner Aktion.

„Nichts da, Kate, ich lasse mich ganz bestimmt nicht so leicht von Dir abspeisen. Ich liebe Dich und ich werde Dich daher garantiert nicht so einfach aufgeben“, sagte er mit zornerfüllter Stimme zu ihr, nachdem er sie unsanft zu sich herum gedreht hatte und verstärkte mit jedem Wort zunehmend seinen festen Griff um ihren Oberarm.

Der weibliche Detektive überwand den kurzen Überraschungsmoment, sowie die damit einher gegangene Körperstarre zum Glück genauso schnell wieder, wie sie zuvor aufgetreten war und sie beschloss bis zehn zu zählen und wenn er sie bis dahin nicht wieder los gelassen hatte, dann würde es verdammt schmerzhaft für ihn werden.

Sie schaute erneut zu den Jungs rüber und sah, dass diese kurz davor waren von ihren Stühlen auf zu springen und ihr zu Hilfe zu eilen, doch so sehr die die Hilfsbereitschaft der beiden auch schätzte, so würde sie diese nicht brauchen und sie signalisierte ihren Kollegen genau das auch mithilfe eines Blickes, der soviel sagte wie: „Keine Sorge, Jungs, ich schaff das schon alleine“.

Und wie sie es sich insgeheim eigentlich schon gedacht hatte, löste sich in der Zeit, in der sie bis zehn zählte, Joshs eiserner Griff um ihre Oberarme weder, noch lockerte sich dieser auch nur ansatzweise und sie wollte dem Chirurgen gerade einen Tritt ins Allerheiligste verpassen, als auf einmal eine männliche Stimme ertönte, die sie sofort zweifelsfrei erkannte.

„Lassen Sie sie auf der Stelle los, Davidson!“, richtete sie ihr Augenmerk, genauso wie der aller anderen im Büro auch, in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war und zu dem Mann, dem diese gehörte und dabei handelte es sich tatsächlich um niemand geringeren, als um ihren Berater/Partner und treuen Freund Richard Castle.

„Du!“, knurrte Josh den inoffiziellen Polizeiberater an, der von Anfang an sein ärgster Rivale im Kampf um Becketts Gunst war und mit dem er beim besten Willen nicht gerechnet hatte, auf den er aber jetzt, wo sein Konkurrent doch aufgetaucht war, seine gesamte Wut, sowie seinen ganzen Zorn projizierte und das auch vollkommen zu recht.

Seit er angefangen hatte sich mit Kate zu verabreden, redete sie pausenlos von ihm, ständig hieß es Castle hier und Castle da, Castles hat dies gesagt und jenes getan und als ob das nicht schon genug wäre, dass seine Freundin/Ex-Freundin ständig über diesen Buchaffen sprach, rief dieser immer ausgerechnet dann an, wenn sie gerade ein Date hatten.

Er hatte den Autor bislang zwar nur ein paar Mal persönlich gesehen, aber seiner Ansicht nach, gab es absolut nichts bemerkenswertes an dem Kerl, er sah nicht einmal halb so gut aus wie er, noch war er auch nur annähernd so attraktiv wie er, aus diesen Gründen konnte Josh überhaupt nicht verstehen, was Kate bloß an ihm fand.

Dieser Mann war, in seinen Augen, nichts weiter als eine Landplage, ein gelangweilter, drittklassiger Schreiberling, der unbedingt Cop spielen wollte und dabei alle anderen Polizistin auf diesem Revier, aber vor allem Kate, in Gefahr brachte und er fand, dass es höchste Zeit war, dies jetzt, hier und heute auch ein für alle Mal klar zu stellen.

„Du blöder Lackaffe hast mir gerade noch gefehlt“, sagte der Arzt mit wuterfüllter Stimme an seinen Kontrahenten gewandt, woraufhin er seine ehemalige Lebensgefährtin endlich wieder los ließ und bedrohlich auf den Schriftsteller zuging, der sich davon jedoch nicht im geringsten beeindrucken, geschweige denn einschüchtern ließ.

Stattdessen blieb er vollkommen ruhig und gelassen, während Josh seine Machotour abzog und wie so ein Berggorilla, der seine Weibchen beschützen wollte, auf ihn zuschritt und selbst als sein Rivale schließlich direkt vor ihm stand und ihn mit einem tödlichen Blick bedachte, blieb er, wo er war und wich keinen einzigen Millimeter von der Stelle.

In der Zwischenzeit hatten Esposito und Ryan sich zu Beckett gesellt und beobachteten genauso wie sie und auch alle anderen die Szenerie, die sich ihnen bot und wie auch schon zuvor bei Kate, so waren die Jungs natürlich auch jetzt dazu bereit, im Notfall jederzeit ein zu greifen, falls ihr Freund und „Bruder“ Hilfe brauchen sollte.

„Dürfte ich Sie fragen, was Sie hier wollen, Mr. Davidson?“, wollte Castle von dem Mann, mit dem er bis vor wenigen Tagen noch um Kates Herz konkurrierte, wissen, was er hier um Himmels Willen wollte und obwohl Josh es eigentlich nicht verdient hatte, beschloss er dennoch freundlich und zivilisiert mit ihm um zu gehen.

Dies fiel ihm zwar unglaublich schwer, weil er Dr. Motorcycle-Boy wirklich liebend gerne einmal ordentlich die Fresse polieren würde, allein schon dafür, dass er Kate gerade eben so grob angepackt hatte, aber er wollte die eh schon extrem angespannte Situation trotzdem nicht eskalieren lassen, indem er noch zusätzlich Benzin ins Feuer schüttete.

Er glaubte zwar natürlich nicht, dass er es nicht mit Josh aufnehmen könnte, auch wenn dieser ein paar Zentimeter größer war als er, es war nur so, dass er aus Erfahrung, die er in ähnlichen Situationen wie diesen gesammelt hatte, wusste, dass manchmal ein einziges falsches Wort vollkommen ausreichte, um eine Katastrophe aus zu lösen.

Und falls es doch zur Eskalation kommen sollte, dann würde er dennoch nicht derjenige sein, der den ersten Schlag machte, sondern er würde in diesem Fall dem Arzt den Vortritt lassen und nur zurück schlagen, um sich gegen seinen Angreifer zur Wehr zu setzen, so würde er hinterher nicht wegen Körperverletzung belangt werden können.

„Das kann ich Ihnen sagen, Mr. Möchtegern-Bestsellerautor“, entgegnete der Herzchirurg und baute sich bedrohlich vor seinem Gegenüber auf, das, entgegen seiner Erwartung, jedoch immer noch keinerlei Zeichen von Angst zeigte, sondern stattdessen nach wie vor völlig cool blieb, was ihm natürlich gar nicht passte und ihn nur noch wütender werden ließ.

„Ich bin hier, um meine Beziehung zu Kate wieder her zu stellen, die Du verdammter Buchaffe zerstört hast“, ergänzte Josh und tat damit genau dasselbe, was er bereits seit dem Zeitpunkt machte, an dem Beckett mit ihm Schluss gemacht hatte, nämlich Rick für das Scheitern der Beziehung und die Trennung verantwortlich zu machen.

„Ich bitte Sie, mir vielmals zu verzeihen, falls ich mich irren sollte. Aber wenn ich mich richtig erinnere, dann war es nicht ich, der mit seinem Verhalten die Beziehung zwischen Ihnen und Kate zunichte machte, sondern Sie“, stellte der Krimiautor den Sachverhalt daraufhin genauso da, wie er auch in Wirklichkeit war.

„Denn soweit ich mich erinnere, war ich nicht derjenige, der Ihnen einen Drohbrief zuschickte, der eine Morddrohung enthielt, sondern es war genau umgekehrt“, entging es Castle zwar natürlich nicht, dass der Arzt von Sekunde zu Sekunde immer wütender wurde, aber einer musste ja schließlich die Wahrheit sagen, auch wenn Josh sie nicht vertrug.

„Weißt Du was? Mir ist scheißegal, woran Du Dich erinnerst oder nicht! Denn Fakt ist, dass Du Mistkerl Dich pausenlos zwischen mich und Kate gedrängt hast!“, ließ der Chirurg all seiner Wut schließlich freien Lauft, wenn auch vorerst nur verbal, doch die körperliche Äußerdung seines Zorns dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

„Du Arschloch hast sie jedes Mal angerufen, wenn wir zusammen waren! Ständig hast Du entweder hier auf dem Revier oder in ihrer Wohnung herum gelungert! Du warst praktisch Tag und Nacht bei ihr, sodass ich nicht die geringste Chance hatte mit ihr, meiner Freundin, zusammen sein zu können!“, redete Josh sich zunehmend in Rage.

„Also ja, ich habe Dir einen Drohbrief geschickt und ja, ich habe Dir in diesem auch mit dem Tode gedroht. Und zwar, weil ich einfach keine andere Wahl mehr hatte!“, wurde der Ton des Motorradfahrers mit jedem Satz, den er sagte, immer lauter und lauter, doch der Writer blieb trotzdem völlig relaxt und ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen.

„Irgendwie musste ich Dich halt in deine Schranken weisen und Dich dazu bringen, mich und Kate endlich in Ruhe zu lassen! Einer musste Dir ja mal klar machen, wo dein Platz ist und wenn es sonst niemand macht, dann musste ich es eben tun! Und weißt Du was? Ich bereue es kein bisschen, es getan zu haben und ich würde es auch jederzeit wieder tun!“

„Sind Sie fertig, Mr. Davidson?“, fragte Castle seinen ehemaligen Kontrahenten und auch wenn es sich vielleicht total irreal anhören mag, so hatte er dennoch wirklich erwartet, dass Besagten, während seines verbalen Wutausbruchs, jeden Moment Dampf aus den Ohren schießen würde, so heiß wie er während diesem gelaufen war.

„Nein, ich bin nicht fertig, noch lange nicht!“, brüllte der Doktor, kaum gefragt, auch schon lautstark drauf los und obwohl Rick schon ein wenig über diesen erneuten Ausbruch erschrocken war, wich er trotzdem nur kaum merklich mit seinem Kopf etwas zurück, blieb aber ansonsten wie fest gemauert an seinem Platz stehen, ohne zurück zu weichen.

„Ich werde erst dann fertig und vor allem zufrieden sein, wenn Du Kasperkopf endgültig aus Kates Leben verschwunden bist und ich mich nicht mehr länger mit Dir herum schlagen muss!“, nahm Josh erneut eine bedrohliche Haltung gegenüber seinem Rivalen ein, der von diesem Imponiergehabe jedoch nach wie vor kein bisschen beeindruckt, geschweige denn eingeschüchtert war.

„Also zunächst einmal möchte ich Sie bitten, mir nicht so dicht auf die Pelle zu rücken“, sagte Rick daraufhin freundlich, aber bestimmt zu seinem Gesprächspartner, den er, in Verbindung mit seiner geäußerten Bitte, versuchte, ein Stück weit von sich weg zu schieben, indem er seine rechte Hand auf die Brust seines Gegenübers legte.

„Fass mich nicht an, Du Schwachkopf, sonst…“, schimpfte der wütende Herzchirurg, kaum hatte die Hand seines Kontrahenten seine Brust berührt, auch schon lautstark drauf los und schlug diese abrupt weg, er kam allerdings nicht dazu seinen Satz zu beenden, weil der von ihm betitelte Schwachkopf ihn vorher unterbrach.

„Sonst was? Wollen Sie mir etwa drohen, noch dazu vor Zeugen?“, war es zwar normalerweise nicht seine Art jemanden ins Wort zu fallen, bevor der- oder diejenige mit dem Reden fertig war, aber dieser eingebildete Fatzke ließ ihn einfach jegliche Form von Anstand beiseite werfen, noch dazu trieb Besagter ihn allmählich zur Weißglut.

Zwar hatte er sich fest vorgenommen ruhig zu bleiben, ganz egal, was auch immer Josh ihm an den Kopf werfen sollte, aber so langsam verlor die Geduld und er war sich auf einmal nicht mehr so wirklich sicher, ob er es schaffen würde auch die nächsten Minuten durch zu stehen, ohne diesem Angeber doch noch ein paar aufs Maul zu hauen.

„Und wenn es so wäre? Was würdest Du denn tun, wenn ich Dir wirklich drohen würde? Hä? Würdest Du mich dann etwa schlagen?“, beschloss der Arzt, als er merkte, dass der Autor nicht durch Anbrüllen und Beleidigen wie von ihm gewünscht reagierte, schließlich seine Taktik zu ändern und ihn stattdessen durch Sticheln zu provozieren.

„Nun, wenn es das ist, was Du willst, dann bitte, tu Dir nur keinen Zwang an! Gib dir einen Ruck und schlag mich, wenn Du Dich traust!“, mit diesen Worten beugte Davidson sich so weit zu Castle hinüber, dass ihre Gesichter letztendlich nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt waren und ihre Nasen sich fast berührten.

„Na los, komm schon, jetzt schlag doch schon zu, Du Winsel! Oder hast Du etwa Schiss? Hä? Ist es das? Hast Du Angst? Wenn’s drauf ankommt, ziehst Du lieber den Schwanz ein, anstatt zu kämpfen! Große Klappe, nichts dahinter! Stimmt’s oder hab ich recht, Du Weichei?!“, stichelte Josh unaufhörlich weiter und erwartete jeden Augenblick einen Schlag.

„Sagen Sie, was versprechen Sie sich eigentlich von der Aktion, die Sie hier abziehen?“, schaffte der NYPD-Berater es, trotz der stetig ansteigenden Wut in seinem Inneren, trotzdem irgendwie auch weiterhin ruhig zu bleiben und sich von dem Chirurgen nicht zu Handlungen provozieren zu lassen, die ihm massiven Ärger einhandeln könnten.

„Glauben Sie etwa ernsthaft, dass, wenn Sie es schaffen mich dazu zu bringen, Sie zu schlagen, dann wieder alles gut werden und Kate zu Ihnen zurückkehren wird. Denn ich kann Ihnen hundertprozentig versichern, dass das nicht der Fall ist“, beschloss der Romanautor zu versuchen, seinem einstigen Rivalen die Augen für die Realität zu öffnen.

Er konnte den Kerl zwar auf den Tod nicht leiden, aber auch wenn er Josh für einen riesen Vollidioten hielt, hatte er es dennoch nicht verdient weiter in dem Glauben zu leben, dass die Möglichkeit bestand, er würde seine Ex-Freundin auf diesem Wege wieder zurück erobern können, denn er wusste ganz genau, dass die Chance darauf gleich null war.
   
Und er hoffte inständig, dass er mit seinem Versuch, Josh darüber auf zu klären, dass es für ihn nicht einmal den Hauch einer Chance gab, Kate wieder für sich zu gewinnen, Erfolg haben würde, andernfalls sah er nämlich keinen anderen Weg mehr, als doch noch Gewalt anwenden zu müssen, um ihn endlich dazu zu bringen, das Revier wieder zu verlassen.

„Ich kenne Kate mittlerweile lange und gut genug, um zweifelsfrei zu wissen, dass sie, sobald sie einmal eine Entscheidung getroffen hat, dann auch dabei bleibt. Und sie hat sich nun mal dazu entschieden, sich von Ihnen zu trennen und sie wird diese Entscheidung auch nicht mehr revidieren und das müssen sie wohl oder übel akzeptieren, so weh es Ihnen auch tut.

Ob Sie es glauben oder nicht, aber ich befand mich schon mal in einer ähnlichen Situation, wie Sie jetzt. Ich musste mich entscheiden, ob ich um die Frau, die ich liebe, kämpfen oder ob ich stattdessen besser gehen und ihr lieber ihr Glück lassen soll. Es war damals die mit Abstand schwerste Entscheidung, die ich bis dahin jemals treffen musste.

Und obwohl es mir gewiss nicht leicht gefallen ist, habe ich schlussendlich die Entscheidung getroffen, die mir am würdevollsten erschien und bin gegangen“, er pausierte kurz, um die Erinnerungen an damals, die in seinem Kopf herum schwirrten, zu sortieren, sowie um sich nicht von den Gefühlen, die dadurch in ihm hervorgerufen wurden, übermannen zu lassen.

Außerdem beschloss er Josh gegenüber nicht erwähnen, dass er seine damalige Entscheidung zu gehen und Kate ihr Glück mit Det. Tom Demming zu lassen, heute zutiefst bereute und das er sich nichts sehnlicher wünschte, als das er die Zeit irgendwie zurückdrehen und seinen unfassbar dummen Fehler somit wieder rückgängig machen könnte.

Denn wenn er dem Chirurgen das erzählen würde, dann würde er damit höchstwahrscheinlich nur das genaue Gegenteil von dem bewirken, was er eigentlich bezwecken wollte und ihn eher weniger dazu bringen, seinen hoffnungslosen Kampf um Beckett endlich auf zu geben, sondern ihn viel mehr dazu ermutigen, weiter zu versuchen, sie zurück zu gewinnen.

„Hören Sie, Mr. Davidson: Ich weiß natürlich, dass ich Ihnen nichts befehlen und Sie auch zu nichts zwingen kann. Und das will ich auch gar nicht. Aber ich möchte Ihnen trotzdem zumindest den gut gemeinten Rat geben, dasselbe zu tun, wie ich damals. Akzeptieren Sie bitte Kates Entscheidung, bewahren Sie sich noch ein wenig Würde und gehen Sie.

Denn glauben Sie mir, es ist erst dann wirklich Liebe, wenn Sie auch dazu bereit sind die Frau, die Sie lieben, gehen zu lassen. Ganz egal, wie sehr es auch schmerzt, solange es bedeutet, dass sie glücklich ist. Ein Mann ist nur dann ein wirklicher Ehrenmann, wenn er zu jeder Zeit das Glück anderer vor sein eigenes stellt“, damit beendete der Millionär seine Ansprache und wartete gespannt auf die Reaktion des Mannes vor ihm.
   
Besagter starrte ihn jedoch zunächst einmal völlig stumm an und schien das, was ihm so eben von seinem Gegenüber gesagt wurde, zu verarbeiten und über die von ihm vernommenen Worte nachdenken, als Josh sich in der nächsten Sekunde erneut so weit zu ihm vorbeugte, dass sie ein weiteres Mal fast Nase an Nase voreinander standen.

„Weißt Du was, Buchaffe? Du kannst mich mal kreuzweise!“, knurrte der Arzt seinen ehemaligen Rivalen zwischen seinen zusammen gebissenen Zähnen an, bevor er anschließend ein paar Schritte zurück wich, Beckett dann noch einmal kurz einen allerletzten Blick zuwarf und schließlich mit zutiefst verletztem Stolz in Richtung Fahrstuhl schritt.

So sehr er Kate auch liebte, ihm wurde die ganze Angelegenheit einfach zu dumm, er hatte bei weitem besseres und wichtigeres zu tun, als sich noch ewig mit seiner uneinsichtigen und undankbaren Ex-Freundin, sowie deren völlig verblödeten Schreiberling herum zu schlagen, da draußen gab es genug Frauen, die sich nach einem Mann wie ihm die Finger leckten.

Und kaum hatten sich die stählernen Türen des Aufzugs hinter Josh geschlossen, da brach im Großraumbüro auch schon tosender Applaus aus, alle waren heilfroh darüber, dass der Autor es geschafft hatte, den lästigen Arzt endlich zu verscheuchen, allen voran natürlich Kate, die ja schon selbst Hand anlegen wollte, bevor ihr Partner dazwischen gegangen war.

Zwar war sie eine moderne, starke und unabhängige Frau, die normalerweise niemanden brauchte, der sie beschützte und rettete und sie wäre genauso gut auch ganz alleine, völlig ohne fremde Hilfe mit Josh zurecht gekommen, aber sie war dennoch wirklich sehr froh darüber, dass Castle ihr dabei geholfen hatte ihren nervigen Ex los zu werden.

„Das hast Du wirklich erstklassig gemacht, Rick“, sagte sie zu ihm, nachdem sich die Menge der Zuschauer schließlich zerstreut hatte und klopfte ihm, genauso wie es die beiden Jungs auch getan hatten, mit ihrer rechten Hand lobend auf die linke Schulter und schenkte ihm zusätzlich noch ein ebenso anerkennendes Lächeln.

Er nahm das ehrliche Lob seiner Muse, über das er sich innerlich natürlich riesig freute, dankend zur Kenntnis, indem er das ihm geschenkte Lächeln erwiderte und sie außerdem mit einem knappen, kaum merklichen Kopfnicken bedachte, auch wenn das, was er getan hatte, für ihn eigentlich eine reine Selbstverständlichkeit war.

Schließlich war er ja ein vollendeter Gentleman und somit jemand, der es auf den Tod nicht leiden konnte, wenn ein Mann einer Frau gegenüber grob wurde, sei es nun verbal oder auch körperlich und als er sah, dass Josh Kate am Arm gepackt hatte und sie eisern festhielt, da konnte er einfach nicht anders, als Courage zu beweisen und dazwischen zu gehen.

Ihm war zwar natürlich vollkommen klar, dass Beckett eigentlich keinen Schutz brauchte, auch nicht seinen, da sie ja schließlich eine exzellente Nahkampfausbildung genossen hatte und auch immer noch Kampfsport betrieb, aber er konnte ja unmöglich einfach so daneben stehen und tatenlos dabei zusehen, wenn seine Herzensdame bedrängt und angegriffen wurde.

„Und auch vielen Dank dafür, dass Du mir bei Josh geholfen hast“, lobte sie allerdings natürlich nicht nur seinen Mut, sich ihrem Ex-Freund entgegen zu stellen, sondern dankte ihm selbstverständlich auch für seine Schützenhilfe, ohne die sie den uneinsichtigen Chirurgen vielleicht nicht so schnell los geworden wäre und das hoffentlich endgültig.

„Immer“, erwidert er und obwohl seine Antwort lediglich aus einem Wort bestand, so war dieses trotzdem vollkommen ausreichend für sie, denn es ließ sie unmissverständlich und zweifelsfrei wissen, dass er das, was er heute für sie getan hatte, auch in Zukunft immer wieder für sie tun würde, ohne dabei zu zögern oder etwas als Gegenleistung dafür zu verlangen.

Das Duo lächelte sich noch einmal kurz gegenseitig an und ging anschließend wieder zurück zu ihrem Schreibtisch und während Beckett sich in ihren Bürostuhl setzte und dann die Bearbeitung des Papierkrams fortsetzte, nahm Castle in seinem Stuhl neben ihr Platz, zückte sein Handy und begann, wie schon so oft, damit Angy-Birds zu spielen.

„Du Rick, was hältst Du davon, wenn wir das heute Abend im Old Haunt, bei einem schönen Glas Bier feiern?“, fragte sie ihn im nächsten Augenblick, nachdem sie noch einmal gründlich über das nachgedacht hatte, was er gerade eben zu Josh gesagt hatte und den Entschluss gefasst hatte, ihn später nochmal darüber aus zu fragen, welche Situation genau er meinte.

„Sehr gerne, Detektive“, antwortete der Schriftsteller ihr unverzüglich, weil er natürlich nicht lange überlegen musste, ob er ihre Einladung annahm oder nicht, schließlich kam diese ja nicht von irgendeiner x-beliebigen Frau, sondern stattdessen von einer ganz bestimmten und zwar von der Frau, die er über alles und aus tiefsten Herzen liebte.

Und obwohl sie natürlich noch nicht wusste, wovon er in seiner Erzählung eben gesprochen hatte, als er zu Josh sagte, dass er sich schon einmal in einer ähnlichen Lage wie er befand, konnte sie sich dennoch bereits jetzt ziemlich gut denken, worüber genau er geredet hatte, nämlich über die konfuse Situation, in der sie sich letzten Sommer befanden.

Aber auch wenn sie diesbezüglich noch keine hundertprozentige Gewissheit hatte, so stand eines trotzdem jetzt schon zweifellos fest und zwar das, wenn dem wirklich so sein sollte, es dann eine ganze Menge Redebedarf zwischen ihnen geben würde, Redebedarf, der nicht nur bereits einige Zeit lang überfällig, sondern auch absolut notwendig war.

Denn sie wusste ganz genau, dass sie und Rick erst dann in ihrer Beziehung weiterkommen können würden, was sie sich insgeheim schon seit ihrer Trennung von Josh vor einigen Tagens sehnlichst wünschte und auch erhoffte, wenn sie sämtliche Fehler, die sie in der Vergangenheit begangen hatten, ausführlich miteinander besprochen und geklärt hatten.

Was sie unmöglich wissen und ebenso schlecht ahnen konnte war, dass er insgeheim genau denselben Entschluss gefasst hatte wie sie und ebenfalls plante, mit ihr über die ungünstige Konstellation im vergangenen Jahr zu sprechen und da war ihm ihre Einladung zu einer kleinen Siegesfeier später im Old Haunt natürlich sehr willkommen.

Und er setzte, genauso wie sie, natürlich ebenfalls seine gesamte Hoffnung darin, dass ihr Gespräch heute Abend zu ihren Gunsten, sprich gut verlaufen würde, sodass einer positiven Weiterentwicklung ihrer Beziehung und vor allem natürlich einer glücklichen, gemeinsamen Zukunft als Liebespaar nichts mehr im Wege stand.

***************************************************************************

So dalla und da das Kapitel meiner und bestimmt auch euere Ansicht nach bereits lang genug war, möchte ich nicht Gefahr laufen euch bzw. eure Augen möglicherweise zu überfordern, indem ich jetzt noch irgendwelche großen Reden schwinge, von daher fasse ich mich, wie schon des öfteren in der Vergangenheit, auch dieses Mal wieder kurz:

- Ich hoffe und vertraue darauf, dass es euch auch heute wieder gefallen hat.

- Ich freue mich schon wahnsinnig gespannt darauf eure Kommentare zu lesen.

- Ich sende nur die allerbesten Grüße und Wünsche an euch alle.

Bleibt möglichst sicher und gesund, bis bald hoffentlich, euer Ahadi.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast