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Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.03.2020 4.084
 
Halli-Hallo, hoch geschätzte Leserinnen und Leser.

Da ich euch natürlich nicht eure kostbare Zeit stehlen möchte, indem ich hier unnötigerweise irgendwelche großen und langen Reden schwinge, mache ich das genaue Gegenteil davon und halte das Begrüßungsprozedere stattdessen so kurz wie möglich, gleichzeitig aber auch so ausführlich wie nötig, denn ich persönlich finde, für ein Quäntchen Freundlichkeit bzw. Höflichkeit man sich immer die nötige Zeit nehmen, ganz egal, wie eilig man es auch immer hat.

Von daher möchte ich, bevor es für euch ans Eingemachte geht, meinen beiden Lesern JohannaJames und Lary29 vorher noch einmal vielmals „Danke“ sagen, für die wieder mal erstklassigen Kommentare, die Besagte mir zum vorigen Kapitel zukommen ließen und jetzt, ohne noch sehr viel länger um den heißen Brei herum zu reden, könnt ihr euch auch schon dem Lesen widmen, ich hoffe, ihr genießt dies in vollen Zügen!    

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„Sag mal, Castle, willst Du mich eigentlich komplett verarschen oder was?“, sagte die erfahrene New Yorker Polizistin Det. Kate Beckett sowohl sichtbar, als auch hörbar erzürnt an ihren Partner, den weltberühmten Buchautor Richard Castle gewandt, als sie mit in die Hüften gestemmten Händen vor ihm stand und den Augenkontakt zu ihm die ganze Zeit über aufrecht erhielt, genauso wie sie es auch bei einem Verhör tat, wenn sie einen Verdächtigen oder eine Verdächtige dazu bringen wollte zu gestehen.

Die beiden befanden sich in seinem Loft, wo sie sich direkt nach Dienstschluss hinbegeben hatten, um, genauso wie so oft in letzter Zeit, dort erst gemeinsam zu Abend zu essen und anschließend ein wenig Poker miteinander zu spielen, zwar spielten sie für gewöhnlich mit ihren Freunden aus dem Revier, aber sie hatten vor ein paar Wochen, als die anderen für ihren wöchentlichen Pokerabend keine Zeit hatten und sie zwei somit unter sich waren, festgestellt, dass es sogar noch sehr viel mehr Spaß machte, wenn sie alleine waren.

Doch kaum hatten sie ihr Abendessen beendet, den Abwasch erledigt und sich an den Pokertisch gesetzt, bereit dem anderen ordentlich die Hosen aus zu ziehen, wobei dies, sehr zum Bedauern des Duos, das ja bekanntlich mehr oder weniger schwer ineinander verknallt war, leider nicht sprichwörtlich gemeint war, da wurde ihre traute Zweisamkeit urplötzlich durch das Klingeln von Ricks Handy unterbrochen, er entschuldigte sich kurz bei ihr, bevor er den eingegangenen Anruf schließlich entgegen nahm.

Und wie sie nach Beendigung des Telefonats, auf ihre Nachfrage hin von ihm erfahren sollte, handelte es sich bei der Person, die ihren Berater ausgerechnet dann aus heiterem Himmel anrief, wenn sie gerade mit ihrem Pokerspiel beginnen wollten, sehr zu ihrer Verwunderung und Verärgerung zugleich, um niemand anderen, als um ihre langjährige Arbeitskollegin, Waffengefährtin und gute Freundin Det. Roselyn Karpowski, was bei ihr unwillkürlich ein unbändiges Gefühl der Eifersucht aufkommen ließ.

„Nein, natürlich nicht. Du kennst mich, Kate, ich würde Dich doch niemals verarschen wollen“, entgegnete der angesprochene Mann daraufhin, wobei seine Verzweiflung immer mehr zunahm, weil er allmählich nicht mehr wusste, wie er sie zweifelsfrei davon überzeugen könnte, dass er absolut ehrlich zu ihr war, sie stritten sich schon geschlagene zehn Minuten lang unentwegt und er bekam langsam Angst, dass der Streit eskalieren und sie womöglich etwas sagen oder auch tun könnte, was sie hinterher zutiefst bereuen würde.

„Wenn dem wirklich so ist, warum sagst Du mir dann nicht einfach, wie lange das zwischen Dir und Karpowski schon läuft“, ließ die Brünette sich, trotz der vehementen und im Grunde auch recht glaubwürdigen Beteuerungen ihres Gegenübers, dass an ihrem Verdacht nicht das geringste dran war, nicht davon abbringen weiterhin eisern darauf zu beharren, dass er ihr endlich offen darlegte, wie er lange denn inzwischen schon ein sexuelles Verhältnis mit ihrer werten Frau Kollegin pflegte, wovon sie bis heute nicht die geringste Ahnung hatte.

„Aber ich habe Dir doch bestimmt schon fünfmal gesagt, dass Du Dich irrst und das zwischen mir und Karpowski nichts läuft, nicht das geringste“, war sowohl an seiner Miene, als auch am Klang seiner Stimme ganz deutlich zu sehen bzw. zu hören, dass seine Verzweiflung, obwohl diese eh schon ziemlich groß war, trotzdem immer weiter anstieg, er hatte bereits alles erdenkliche versucht, um sie davon zu überzeugen, dass er ihr die Wahrheit sagte und er wusste allmählich wirklich nicht mehr, was er noch sagen oder tun sollte, damit sie ihm endlich glaubte.

„Und ich habe Dir jedes Mal, wenn Du das getan hast, gesagt, dass ich Dir kein einziges Wort davon glaube“, sagte eine kleine Stimme in ihrem Inneren, genauer gesagt in ihrem Herzen, die sich sehr verdächtig nach der ihrer besten Freundin, der Gerichtsmedizinerin Dr. Lanie Parrish anhörte, ihr zwar, dass Castle nichts anderes als vollkommen ehrlich zu ihr war, aber leider war ihre andere innere Stimme, nämlich die in ihrem Kopf, die ihr sagte, dass er sie in einer Tour anlog wie gedruckt, deutlich lauter und auch stärker als die andere.

„Kate, ich versichere…nein, ich schwöre Dir, bei allem, was mir heilig ist: Ich habe kein Verhältnis mit Karpowski. Ich habe nichts mit ihr, ich hatte nie etwas mit ihr und werde, außer einer Freundschaft, auch niemals irgendetwas anderes mit ihr haben“, versicherte er ihr nicht einfach nur, dass sie mit ihrem Verdacht völlig falsch lag, nein, er schwor ihr dies sogar hoch und heilig, in der, aufgrund seiner immensen Verzweiflung, sehr inständigen Hoffnung, dass er sie mit dieser erneuten Beteuerung bzw. mit seinem Schwur endlich von seiner Aufrichtigkeit ihr gegenüber überzeugen konnte.

„Ach und warum ruft sie Dich dann bitteschön an, um sich bei Dir für gestern Abend zu bedanken, wenn ich fragen darf?“, beschloss sie, da sie mit ihrer bisherigen Methode, einfach solange Druck auf ihn aus zu üben, bis er endlich gestand, keinerlei Erfolg hatte, ihre Taktik zu ändern und ihn stattdessen geschickt aus zu tricksen und ihn so dazu zu bewegen, sich schlichtweg selbst zu verraten, genauso wie sie es auch bei einem echten Verhör machte, wenn die Verdächtige bzw. der Verdächtige nicht einknicken wollte.

„Okay, ich erkläre es Dir“, willigte er, da er ja schließlich am besten wusste, dass er ihr nichts als die reine Wahrheit erzählte, aus diesem Grund natürlich sofort und nur zu gerne ein, sie darüber auf zu klären, wie es dazu kam, dass er mehr als zwei Stunden nach Feierabend von ihrer Kollegin Karpowski angerufen wurde, weil sie sich unbedingt bei ihm für etwas bedanken wollte, was am vergangenen Abend zwischen ihnen stattgefunden hatte, dabei handelte es sich jedoch nicht um das, was sie ganz offensichtlich vermutete und genau davon wollte er sie jetzt auch ein für alle Mal überzeugen.

Aber bevor er mit seiner Erklärung begann, bat er sie zunächst einmal freundlich auf seiner großen, schwarzen Ledercouch Platz zu nehmen, sie zögerte zwar kurz, kam seiner Bitte dann aber doch nach und setzte sich auf das besagte Möbelstück, er wartete ein paar Sekunden, ehe er es ihr gleich tat und sich neben sie setzte, allerdings ließ er dabei einen angemessenen Abstand zwischen ihnen, zwar war sie momentan relativ ruhig und entspannt, aber er wollte trotzdem lieber nichts riskieren, indem er ihr möglicherweise zu nahe kam und ihr damit das Gefühl gab, er würde sie irgendwie bedrängen oder in die Enge treiben wollen.

„Weißt Du noch, wie ich Dich gestern Abend gefragt habe, ob Du mit mir zusammen noch zu einem gemeinsamen Feierabendbier ins Old Haunt fahren möchtest und Du abgelehnt hast, weil Du schon mit Lanie zu eurem Mädelsabend verabredet warst?“, fragte der Writer seine Muse, nachdem er sich kurz die nötige Zeit dafür genommen hatte, um sich die richtigen Worte parat zu legen, er wusste ganz genau, dass er jetzt keinen einzigen Fehler machen durfte, schließlich wollte er ja, dass sie ihm glaubte und er keinesfalls Gefahr laufen ihr Misstrauen ihm gegenüber womöglich noch zusätzlich zu nähren.

„Natürlich weiß ich das noch, ich bin doch nicht senil“, war ihr zwar völlig klar, dass sie ihn nicht hätte so dermaßen anfahren sollen, schließlich hatte er ihr ja nichts böses getan, aber die Eifersucht, die nach wie vor siebend heiß in ihr brodelte, ließ ihr einfach keine andere Möglichkeit, als so irrational zu agieren und ihn so unfair zu behandeln, wie sie es tat, aber das änderte trotzdem nichts daran, dass sie deswegen ein schlechtes Gewissen hatte und auch bereits ahnte, dass sie sich später bei ihm würde entschuldigen müssen.

Er sagte auf ihren verbalen Anpfiff hin nichts, auch wenn ihm natürlich klar war, dass dieser vollkommen unbegründet war, aber er sagte ganz bewusst nichts dazu, weil er wusste, dass er, wenn er sie auf ihre unfaire Behandlung ihm gegenüber ansprechen und sie darum bitten würde ihren Ton und überhaupt die Art und Weise, wie sie mit ihm umging, zu ändern, damit nur einen weiteren Wutausbruch bei ihr hervorrufen würde, also hob er lediglich die Hände, um ihr zu signalisieren, dass er mit seiner Frage keineswegs auf irgendetwas anspielen wollte.

„Jedenfalls bin ich, nachdem Du und auch die Jungs mir abgesagt haben, alleine ins Old Haunt gefahren. Mutter und Alexis sind zur Zeit nicht da, wie Du ja weißt und da ich nicht alleine in meinem großen Loft herum sitzen wollte, habe ich halt in meiner Bar nach etwas Gesellschaft gesucht“, fuhr er mit seiner Erklärung fort und mit jedem Satz, den er sprach, hoffte er mehr und mehr, dass er sie mit dieser auch wirklich zweifelsfrei von dem Wahrheitsgehalt seiner Beteuerungen, dass zwischen ihm und Karpowski nichts sexuelles lief, überzeugen können würde.

„Ja und nachdem ich im Old Haunt angekommen war, setzte ich mich direkt an die Bar und bestellte bei Brian mein übliches Glas Whiskey. Ich saß einfach nur so da, trank in aller Ruhe meinen Scotch und ließ meine Gedanken schweifen, als Karpowski plötzlich neben mir auftauchte. Sie grüßte mich, ich grüßte zurück, dann fragte sie mich, warum ich denn alleine war und nicht wie sonst immer in Begleitung von dir und den Jungs und ich sagte ihr, dass ich deswegen alleine war, weil ihr drei verhindert wart“, versuchte er bei seiner Erzählung der Ereignisse des gestrigen Abends so detailgenau wie möglich vorzugehen, jedoch ohne das Ganze unnötig in die Länge zu ziehen.

„Sie bot mir daraufhin an mir Gesellschaft zu leisten, ich sagte ihr, dass ich nichts dagegen habe, wir setzten uns in eine freie Nische und kamen dann halt ins Gespräch. Und im Verlauf desselbigen erzählte sie mir irgendwann, dass sie zurzeit gewisse Probleme mit ihrem Freund hat. Was für Probleme das genau sind, darf ich Dir aber leider nicht sagen, weil ich ihr hoch und heilig versprochen habe, mit niemand anderem darüber zu sprechen“, gab er ihr ehrlich zu verstehen, dass er nicht sehr viel genauer ins Detail gehen konnte bzw. durfte und erhielt daraufhin ein knappes, kaum wahrnehmbares Nicken von ihr.

Sie wusste aus eigener Erfahrung zweifellos, dass, wenn er mal jemanden sein Versprechen gegeben hatte, er dieses dann nicht brach, sondern stattdessen hundertprozentig einhielt, jedes Mal, völlig ausnahmslos, ganz egal, was auch immer geschehen sollte und genau das war auch eine seiner positiven Eigenschaften, die sie ganz besonders an ihm liebte, er gehörte nicht zu der Sorte von Männern, die mit haltlosen Versprechen um sich warfen, wie die Leute es zu Karneval mit Konfetti taten, nein, er war ein aufrichtiger und ehrenwerter Mann, der stets das tat und einhielt, was er versprach.
         
„Tja, jedenfalls hat Karpowski mir alles von ihren derzeitigen Beziehungsproblemen erzählt und ich habe nichts anderes getan, als ihr einfach nur zu zuhören. Genauso wie ich es auch immer tue, wenn Du Sorgen oder Probleme hast. Später habe ich sie dann, ganz der Gentleman, der ich nun mal bin, noch mit einem Taxi zu ihrer Wohnung gebracht, bevor ich anschließend selbst nach Hause gefahren bin. Und das ist auch schon alles, mehr ist nicht passiert, das schwöre ich Dir, Kate“, mit diesen Worten und seiner zum Schwur erhobenen, rechten Hand beendete er schließlich seine Erklärung, mit der er hoffte, sie endlich restlos von seiner völligen Unschuld überzeugen zu können.

Und als ob in ihrem Inneren so eine Art Schalter umgelegt worden wäre, ging bei Beckett im nächsten Moment wahrlich ein Licht auf und sie erkannte, dass Castle ihr die ganze Zeit über tatsächlich nichts als die reine Wahrheit gesagt hatte, als er auf ihre Anschuldigungen hin, von denen sie ja jetzt wusste, dass diese völlig unberechtigt waren, immer und immer wieder felsenfest beteuerte, dass am gestrigen Abend nicht das geringste zwischen ihm und ihrer Kollegin gelaufen war, jedenfalls nichts in sexueller Hinsicht, die beiden hatten lediglich etwas miteinander getrunken und geredet, weiter nichts.

Sie wusste ja selber nicht so wirklich, was sie überhaupt dazu veranlasst hatte ihren Partner, der ihr in den letzten dreieinhalb Jahren immer treu zur Seite gestanden und ihr auch bereits mehrere Male das Leben gerettet hatte, so ungerecht zu behandeln, obwohl, im Grunde genommen wusste sie schon, was sie dazu gebracht hatte und zwar hatte die gute, alte Eifersucht sie ergriffen, sie sprichwörtlich übermannt, die völlige Kontrolle über ihren Körper übernommen und sie ihn völlig grundlos beschuldigen lassen, was sie, jetzt, wo sie wusste, dass sie sich geirrt hatte, natürlich zutiefst bereute.

„Hör zu, Kate: Ich möchte völlig ehrlich mit Dir sein und ich sage Dir deshalb, dass ich Karpowskis Gesellschaft gestern Abend wirklich sehr genossen habe. Sie ist Dir in der Tat verdammt ähnlich, jedenfalls vom Charakter her. Sie ist genauso schlau, engagiert und kompetent, gleichzeitig aber auch genauso einfühlsam, verständnisvoll und warmherzig wie Du es bist“, sagte er im nächsten Augenblick zu ihr, weil er fand, dass, wenn er dann schon mal vollkommen aufrichtig zu ihr war, er ihr bei der Gelegenheit dann auch gleich alles erzählen konnte, ganz nach dem Motto: „Ehrlich währt am längsten!“

„Doch so angenehm es auch war, gemeinsam mit ihr etwas zu trinken und sich mit ihr zu unterhalten und so erfreulich es auch war, zu sehen, wie unglaublich ähnlich ihr beide euch seid, so war es mit ihr dennoch nur halb so schön für mich, wie mit Dir“, beeilte er sich damit dies zu seiner vorherigen Aussage noch hinzu zu fügen, als er sowohl an ihrem Gesichts- bzw. Augenausdruck, als auch an ihrer Körperhaltung deutlich merkte, dass ihr das, was er gerade eben zu ihr gesagt hatte, nicht so wirklich gefiel und er wollte von daher versuchen, einen weiteren Eifersuchtsanfall von ihr möglichst zu verhindern.

„Es mag zwar eine gewisse, charakterliche Übereinstimmung zwischen Dir und Karpowski geben, aber das ändert trotzdem nichts daran, dass ihr beide, trotz aller Ähnlichkeiten, zwei unterschiedliche Personen, mit völlig verschiedenen Hintergründen und Geschichten seid. Und wenn ich jemals wählen müsste, mit wem ich lieber zusammen arbeiten würde, mit Dir oder mit Karpowski, würde ich ganz klar Dich auswählen“, ließ er sie wahrheitsgemäß wissen, dass, wenn ihn jemals irgendjemand fragen sollte, mit welcher der beiden Frauen er am liebsten Zeit verbrachte, er dem besagten Jemand dann als Antwort auf dessen Frage ihren Namen nennen würde.

„Wirklich?“, glaubte sie zwar nicht im geringsten daran, dass er sie anlog, schließlich hatte er ihr im Vorfeld, als er ihr hoch und heilig versicherte, dass er kein Verhältnis mit Karpowski hatte, ja auch die Wahrheit gesagt und es wäre auch wirklich höchst unwahrscheinlich, dass er jetzt auf einmal mit dem Lügen anfangen würde, von daher zweifelte sie dieses Mal nicht einmal ansatzweise an seiner Aussage, sondern schenkte dieser stattdessen ihr vollstes Vertrauen, bei ihrer Frage handelte es sich lediglich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil sie einfach hundertprozentig sicher gehen wollte.

„Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken“, wusste er, da er sie ja mittlerweile lange und auch gut genug kannte, um es zweifelsfrei zu wissen, natürlich sofort, dass ihre Frage keineswegs daher rührte, weil sie seine Glaubwürdigkeit erneut anzweifelte, sondern das sie ihn deswegen fragte, ob er seine Aussage auch wirklich vollkommen ernst meinte, weil sie eine vorsichtige Frau war, die in der Vergangenheit oft von Menschen, denen sie vertraute und die sie liebte, verraten und verlassen wurde und aus diesem Grund nur sehr selten irgendwelche Risiken einging und immer lieber auf Nummer sicher ging.

„Danke Castle“, war sie über seine bestätigenden Worte überglücklich, fast genauso glücklich wie sie es natürlich auch oder viel mehr vor allem über die Tatsache war, dass, wenn er jemals entscheiden müsste, wer seine Lieblingspolizistin war, sie oder ihre Kollegin Roselyn, er dann sie als sein Favorit auswählen würde, aber ihre wahnsinnig große Freude darüber, dass dem so war, änderte leider nichts daran, dass es da trotz allem immer noch eine ganz bestimmte Sache gab, wegen der sie sich unbedingt noch bei ihm entschuldigen musste.

„Immer“, war alles, was er daraufhin erwiderte und wenn es nach ihm ginge, dann bräuchte sie sich wegen ihres Verdachts, dass zwischen ihm und Karpowski irgendwas lief, auch gar nicht mehr bei ihm entschuldigen, denn er war sich ziemlich sicher, dass, wenn er an ihrer Stelle gewesen wäre, er dann genauso reagiert hätte, wie sie es tat, zwar hätte er ihr vielleicht etwas eher geglaubt, dass der Sachverhalt komplett anders war, als vermutet, aber seine Reaktion wäre wahrscheinlich trotzdem exakt die gleiche gewesen.

„Du Rick, hör mal: Wegen meinen ganzen Anschuldigungen…“, konnte sie jedoch natürlich unmöglich wissen, dass er eine Entschuldigung ihrerseits eigentlich für vollkommen unnötig hielt und setzte von daher in der darauffolgenden Sekunde auch schon zu genau einer solchen an, denn sie wusste ganz genau, dass, wenn sie sich nicht jetzt sofort bei ihm entschuldigen würde, sie dann höchstwahrscheinlich erhebliche Schäden an ihrer Beziehung zu ihm riskieren würde, die schlimmstenfalls nicht mehr zu reparieren wären.

„Ist schon in Ordnung, Kate. Du brauchst Dich nicht bei mir zu entschuldigen“, unterbrach er sie abrupt, was er zwar normalerweise nicht machte, weil er es als unhöflich und vor allem unverschämt empfand jemanden, der gerade sprach, dabei zu unterbrechen und daran zu hindern fort zu fahren, aber er wollte und brauchte, wie bereits gesagt, einfach keine Entschuldigung von ihr, zwar nahm er ihr, trotz allem Verständnis, ihr Verhalten ihm gegenüber schon ein klein wenig übel, aber nicht in dem Ausmaß, dass er ihr nicht dennoch vergeben konnte, er war halt ein überaus verzeihender Mann.

„Ich kann durchaus verstehen, warum Du so reagiert hast. Nicht zuletzt deswegen, weil ich wahrscheinlich genauso reagiert hätte, wenn beispielsweise Espo Dich in meinem Beisein angerufen hätte, um sich bei Dir für den gestrigen Abend zu bedanken“, ergänzte er und legte, um seine verbale Zusicherung, dass er ihr verzieh, noch zusätzlich zu untermauern seine rechte Hand auf ihr linkes Knie, wobei er, während er das zu ihr sagte, die ganze Zeit über einen konstanten Blickkontakt zu ihr hielt, sein Augenmerk verließ keine einzige, noch so winzige Sekunde lang das wunderschöne, exotische braun-grün ihrer Iris.

„Heißt das, Du verzeihst mir, trotz meiner unglaublich großen Dummheit?“, stellte sie ihm eine Frage, die sie ihm erneut nur vorsichtshalber stellte, weil sie, genauso wie beim letzten Mal auch schon, so natürlich auch hier und jetzt wieder ganz sicher gehen und natürlich auch diesmal nicht weniger als hundertprozentige Gewissheit darüber haben wollte, ob er ihr auch wirklich verzieh, zwar wusste sie, dass er kein grausamer Mensch war, der lediglich vorgab ihr zu verzeihen, um sie zu emotional zu quälen, aber der Sicherheit wegen noch einmal nach zu fragen konnte ja nicht schaden.

„Du warst nicht dumm, Kate, sondern einfach nur menschlich. Und ja, ich verzeihe Dir, voll und ganz“, bejahte er ihre Frage unverzüglich, allerdings nicht nur verbal, sondern auch mit einem zustimmenden Nicken, das zum einen dazu dienen sollte, seine Zusage, dass er ihr vergab, noch glaubwürdiger zu machen und zum anderen tat er dies, um jegliche mögliche Zweifel, die sie an seiner Aussage haben könnte, restlos aus zu merzen, was eigentlich völlig unnötig gewesen war, weil sie nämlich kein bisschen an seinen Worten zweifelte, stattdessen vertraute sie diesen vollkommen, genauso wie sie auch ihm persönlich vertraute.

„Ich weiß zwar, dass ich mich wiederhole, aber trotzdem: Vielen Dank, Rick“, schenkte sie ihm ein sanftes Lächeln und war natürlich heilfroh darüber, dass er so warmherzig und gütig war ihr ihre unfassbare Dummheit zu verzeihen, was sie, wenn sie an seiner Stelle wäre, höchstwahrscheinlich nicht so schnell getan hätte, doch er tat ihr Verhalten einfach als rein menschliche Reaktion ab und sie hätte darüber überhaupt gar nicht glücklicher sein können, denn sie wollte sich lieber nicht vorstellen, was wohl gewesen wäre, wenn er ihr nicht vergeben und ihre Beziehung möglicherweise irreparablen Schaden genommen hätte.

Und um ihren Worten noch ein wenig zusätzliches Gewicht zu verleihen und auch, um ihm unmissverständlich zu zeigen, wie dankbar sie ihm tatsächlich dafür war, dass er ihr vergab, legte sie ihre linke Hand auf seine rechte, die nach wie vor auf ihren Knie lag, während sie sich innerlich mal wieder darüber wunderte, wie ein Mann, der in der Vergangenheit bereits so oft von etlichen Frauen belogen, verraten und verletzt wurde, darunter auch von ihr, trotzdem immer noch so eine verzeihende Natur haben konnte, wie er, ganz egal, wie unfair sie ihn auch behandelte, er verzieh ihr dennoch immer wieder.

Er sagte auf ihre erneuten Worte des Dankes nichts, sondern lächelte stattdessen lediglich zurück und war natürlich genauso überglücklich darüber, dass zwischen ihnen jetzt Gott sei Dank alles wieder im Lot war, wie sie es war, zwar wusste er nicht, aus welchem Grund genau sie so eifersüchtig auf Karpowskis Anruf reagiert hatte, er hatte dafür aber zumindest eine ziemlich starke Vermutung, warum sie so gehandelt hatte und zwar, weil sie für ihn genauso empfand, wie er für sie und er hoffte natürlich inständig, dass er mit seiner Annahme auch wirklich richtig lag.

„Na komm, Writerboy, lass uns endlich mit unserer Pokerpartie beginnen“, sagte sie zu ihm, nachdem einige Minuten lang völlige Stille zwischen ihnen geherrscht hatte, in denen sie nichts anderes getan hatten, als sich, wie so ein frisch verliebtes Pärchen, gegenseitig selig lächelnd an zu blicken, sie klopfte ihm mit ihrer linken Hand sachte aufs rechte Knie, erhob sich dann von der Couch und ging rüber zum bereits fertig gedeckten Pokertisch, wobei sie ihre Hüften beim Gehen verführerisch hin und her schwingen ließ, in der sicheren Annahme, dass dies von ihm ganz bestimmt nicht unbemerkt bleiben würde.

Und wie sich herausstellte, sollte sie mit ihrer Vermutung auch tatsächlich vollkommen recht behalten, denn, aufmerksam wie er nun mal war, bemerkte er ihren Hüftschwung natürlich sofort und sobald seine Augen einmal auf ihren Hintern gerichtet waren, der so wundervoll hin und her schwang, schaffte er es auch nicht mehr, seinen Blick wieder von diesem ab zu wenden, er konnte einfach nicht anders, als ihr auf diesen zu starren, das schwungvolle Hin und Her ihres Pos hatte eine regelrecht hypnotische Wirkung auf ihn und er konnte echt froh darüber sein, dass er nicht auch noch anfing zu sabbern.

Seine Hypnose fand erst dann ein Ende, als sie am Pokertisch stehen blieb, sich zu ihm herum drehte, ihn mit einem frechen, provokanten Grinsen im Gesicht bedachte und ihn mit den Worten „Kommst Du, Castle?“ dazu aufforderte endlich zu ihr zu kommen, er schüttelte noch einmal kurz den Kopf, um wieder vollständig ins Hier und Jetzt zurück zu kommen, bevor er ihr anschließend mit einem knappen „Ja“ antwortete, dann von der Couch aufstand und ihr schließlich zum Pokertisch folgte, an dem sie bereits Platz genommen hatte.

Er tat es ihr gleich und das Spiel begann, die zwei spielten stundenlang, bis tief in die Nacht und da der Romanautor genauso gut war wie seine Muse, gewann abwechselnd mal sie und mal er, sie pokerten solange miteinander, bis sie irgendwann zu müde waren, um weiter zu spielen und obwohl sie letztendlich mehr Geld gewonnen hatte, als er, so war der Abend für die beiden trotzdem ein voller Erfolg, auf ganzer Linie, sie hatten sich wieder miteinander versöhnt und ihre Freundschaft war nun noch stärker, als sie es vorher ohnehin schon gewesen war.

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Ich fasse mich, da gerade Wochenende ist, draußen endlich mal schönes Wetter herrscht und wir sowohl bei mir daheim in Deutschland, als auch in vielen anderen Teilen von Europa und der Welt insgesamt bereits mehr als genug an der Coronavirus-Pandemie/Epidemie zu knabbern haben, genauso wie beim letzten Mal, auch heute wieder kurz und bündig:

A: Ich hoffe wirklich sehr, dass ich auch dieses Mal wieder dazu in der Lage war, mit diesem Kapitel euren erlesenen Lesergeschmack zu treffen, wenn auch vielleicht nur halbwegs.

B: Hoffentlich erhalte ich auch diesmal wieder so super Feedbacks wie beim letzten Mal, wobei ein paar mehr als bisher natürlich auch nicht schlecht wären.

C: Und ich hoffe natürlich inständig, dass ihr alle oder zumindest die meisten von euch, bis zum Erscheinen des nächsten Kapitels, gesund und munter, sowie neugierig und gespannt bleiben und mir die große Ehre erweisen, auch den nächsten Teil zu lesen.

D: Ade, bleibt schee, bis bald hoffentlich, euer Ahadi.
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