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Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
Alle Kapitel
164 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
28.02.2020 4.016
 
Servus Ladys und Gentleman.

An die Leser unter euch, die so freundlich waren mir zum voran gegangenen Kapitel eine kurze Rückmeldungen zu geben, entsende ich, da ich es mir nun einmal zur Gewohnheit gemacht habe, es immer zu tun, genau deswegen selbstverständlich auch am heutigen Tag ein größtmögliches „Dankeschön“, ebenso wie auch an diejenigen, die den vorherigen Oneshot ebenfalls gelesen haben, wenn auch ohne mir einen Kommentar dazu zu schicken, einfach schon allein fürs bloße Lesen des Genannten.

Und ich setze all meine vorhandene Hoffnung, sowie mein gesamtes Vertrauen in meine Fähigkeiten als Autor von Fanfiktions darin, dass euch der neue Part zumindest mindestens genauso gut gefallen möge, wie es, wenn ich die ausschließlich positiven Reviews bedenke, die ich von euch erhalten habe, ganz offensichtlich der Fall war und wünsche euch allen, so wie ich es an dieser Stelle immer tue, so natürlich auch dieses Mal wieder die bestmögliche Unterhaltung bei der Erkundung des heutigen Oneshots!

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„Ach, hier bist Du, ich habe Dich schon überall gesucht“, sagte Detektive Beckett zu ihrem Berater Rick Castle, sobald sie diesen, nachdem sie ihn im gesamten Großraumbüro gesucht hatte, endlich im Besprechungsraum fand, sie hatte ihn zunächst nicht wirklich vermisst, weil sie einfach viel zu sehr in der Bearbeitung des anstehenden Papierkram vertieft gewesen war, um zu bemerken, dass er nicht wie sonst auf seinem Stuhl neben ihrem Schreibtisch saß, erst als ihre Kaffeetasse leer war und sie ihn darum bitten wollte, ihr einen Neuen zu machen, hatte sie seine Abwesenheit schließlich bemerkt.

Erst hatte sie angenommen, dass er nur mal eben kurz auf die Toilette verschwunden war und sie einfach zu sehr mit ihrer Aktenarbeit beschäftigt war, um es zu bemerken und dachte, dass er schon gleich wieder da sein würde, doch als er nach einigen Minuten immer noch nicht wieder an seinem Platz war, begann sie sich dann schon zu fragen, wo er stecken könnte, nach Hause gegangen war er höchstwahrscheinlich nicht, weil sein Mantel noch immer über der Rückenlehne seines Stuhls hing, also würde er wohl noch irgendwo im Revier sein, die große Frage, die sich ihr stellte, war nur, wo genau er sich befand.

Sie machte sich zwar natürlich schon Gedanken darüber, wo ihr Partner wohl abgeblieben sein könnte, geriet deswegen jedoch nicht direkt in Panik und wollte deshalb auch nicht gleich eine große Welle machen, nicht sofort eine Vermisstenanzeige aufgeben oder eine Fahndung nach dem Writer einleiten, schließlich war Castle, auch wenn er sich nicht unbedingt immer wie einer benahm und sich die meiste Zeit über eher wie ein kleines Kind benahm, trotzdem ein erwachsener Mann und damit vollkommen dazu in der Lage, selber zu entscheiden, wo er sich aufhielt und wo nicht, ohne vorher extra jemanden um Erlaubnis bitten zu müssen.

Also beschloss sie stattdessen einfach noch ein paar Minuten ab zu warten, in der festen Annahme und stillen Hoffnung, dass ihr Schatten in diesen schon noch wieder auftauchen würde, doch Pustekuchen war’s, denn der vermisste Mann kam immer noch nicht wieder zurück, blieb nach wie vor spurlos verschwunden, was zur Folge hatte, dass die Polizistin begann sich zunehmend Sorgen um den Autor zu machen, allerdings eher weniger deshalb, weil er so lange weg blieb, ohne das sie eine Ahnung hatte, wo er war, als viel mehr deswegen, weil sie nicht wusste, was er während seiner Abwesenheit tat.

Ihr Team hatte gerade einen nervenaufreibenden Mordfall hinter sich, der vor allem Castle mächtig an die Substanz gegangen war, in dem besagten Fall hatten sie einen Serienmörder gejagt, der es ausschließlich auf rothaarige Frauen zwischen 25 und 45 Jahren abgesehen hatte, der Mörder wählte seine Opfer sorgfältig in einem Nachtclub namens „Heaven or Hell“ aus, lauerte diesen dann auf dem Heimweg auf und erdrosselte sie mit deinem Draht, bevor er die Leichen anschließend in einer Gasse ablegte, ähnlich wie auch der gesuchte Serienmörder Jerry Tyson, alias 3XK, bei seinen Taten immer vor gegangen war.

Und genau deswegen, weil der Fall so große Ähnlichkeit mit dem des Dreifachmörders aufwies, war ihr Berater, der sich immer noch die Schuld dafür gab, dass Tyson damals entkommen war, regelrecht darauf verbissen gewesen den Wahnsinnigen zu finden, dem insgesamt vier Frauen zum Opfer fielen, bevor es ihnen endlich gelang ihn dingfest zu machen und zwar schafften sie dies, indem sie Besagtem eine Falle stellten und einen Lockvogel, sprich eine verdeckte Beamtin, die exakt ins Beuteschema des Täters passte, in den Nachtclub schickten, in dem der Mörder seine Opfer auswählte.

Mit vollem Erfolg, wie sich glücklicherweise heraus stellen sollte, denn der Mörder biss tatsächlich an, die ihm gestellte Falle schnappte zu und das sinnlose Morden hatte endliche ein Ende, zwar würden sie den Angehörigen der Opfer ihre Liebsten nicht wieder zurück bringen können, aber zumindest hatten Genannte die Gewissheit, dass der Mann, der ihnen gewaltsam einen geliebten Menschen genommen hatte, den Rest seines Lebens in einem Hochsicherheitsgefängnis verbringen würde, für immer eingesperrt mit den gefährlichsten Leuten, die man sich überhaupt nur vorstellen konnte.

Doch auch wenn der Verantwortliche nun sicher und trocken hinter Gitter saß und ab sofort niemanden mehr etwas zuleide tun konnte, außer vielleicht seinen zukünftigen Mitinsassen, schien Castle dennoch irgendetwas zu bedrücken, das war für sie, als eine sehr erfahrene und ebenso kompetente Ermittlerin, deutlich bemerkbar gewesen und natürlich hatte sie ihn auch danach gefragt, was ihm denn ganz offenbar auf der Seele lastete, doch anstatt ihr zu sagen, was ihn beschäftigte, hatte er stattdessen das getan, was sonst sie immer tat und zu ihr gemeint, dass ihm nichts fehlen und es ihm gut gehen würde.

Aber sie kannte ihn mittlerweile lange und gut genug, um nur allzu genau zu wissen, dass ihm sehr wohl etwas fehlte und das es ihm alles andere als gut ging, jedenfalls in emotionaler Hinsicht, zumal seine azurblauen Augen ihn ganz klar verrieten, denn sie spiegelten, genauso wie immer, so auch dieses Mal seine Gefühlslage vollständig wieder, trugen diese nach außen zu ihr hin und ließen sie unmissverständlich wissen, wie es in seinem Inneren tatsächlich aussah, wie aufgewühlt er in Wirklichkeit innerlich war und dieser aufklärende Blick in seine Augen, in denen sie sonst so gerne versank, tat ihr im Herzen zutiefst weh.

Die Erinnerung an den zerrissenen und traurigen Ausdruck in seinen Augen, die sie für gewöhnlich fröhlich und schalkhaft anstrahlten, war letztendlich auch der entscheidende Grund dafür gewesen, weshalb sie sich, nachdem sie volle 15 Minuten sehnsüchtig auf seine Rückkehr gewartet bzw. gehofft hatte, letztendlich dazu entschlossen hatte ihren Partner zu suchen, der Papierkram hätte ihr in diesem Moment gar nicht gleichgültiger sein können, den konnte sie genauso gut auch noch später zu Ende bearbeiten, wichtig war für sie einzig und allein Castle zu finden, alles andere war zweitrangig.

Und jetzt, wo sie ihn endlich gefunden hatte und sah, wie er in sich zusammen gesunken, wie so ein Häufchen elend, auf einem Stuhl am Tisch des völlig leeren Besprechungsraums saß, war sie auch echt heilfroh darüber, dass sie sich dafür entschieden hatte nach ihm zu suchen, denn in seinem derzeitigen, emotionalen Zustand sollte er nicht alleine sein und sie würde höchstpersönlich bewerkstelligen, dass er jemanden hatte, der für ihn da war, mit dem er über alles reden konnte, was ihn bedrückte und an den er sich natürlich auch anlehnen konnte, wenn es das war, was er brauchte, um sich wieder besser zu fühlen.

Sie würde alles in ihrer Macht stehende tun, damit es ihm wieder gut ging, genauso wie er es umgekehrt ja auch immer tat, wenn es ihr schlecht ging, sie Sorgen oder Probleme hatte, ganz egal, ob es nun aufgrund eines Mordfalls war, der ihr, so wie jetzt ihm, an die Nieren ging oder aus irgendeinem anderen Grund, er war immer für sie da, wenn sie ihn brauchte, selbst wenn sie eigentlich gar nicht wollte, dass er für sie da war und ihm gegenüber, so wie er es in diesem Fall bei ihr getan hatte, vorgab, dass alles in Ordnung sei, von daher war es höchste Zeit, fand sie, dass sie ihm etwas von seiner Hilfsbereitschaft zurück gab.

Castle hatte seinen Blick zwar kurz von der hölzernen Tischplatte gehoben, als er hörte, wie jemand den Raum betrat, aber sobald er sah, dass es sich dabei „lediglich“ um Beckett handelte, hatte er seinen Kopf sofort wieder gesenkt und auch bei ihrer Aussage, dass sie ihn bereits überall gesucht hatte, starrte er weiterhin nach unten und fixierte die ganze Zeit über ausschließlich die Tischplatte, fast so, als ob er diese hypnotisieren wollen oder als würde er darauf hoffen, dass, wenn er sie ignorierte, sie dann wieder verschwinden würde.

Was er natürlich nicht wissen konnte war, dass seine Muse nicht einmal im Traum daran denken würde, einfach so unverrichteter Dinge wieder zu gehen und ihn in seinem Elend alleine zu lassen, denn sie hatte sich fest vorgenommen den Raum erst dann wieder zu verlassen, wenn er ihr endlich gesagt hatte, was ihn belastete und es ihm dann hoffentlich auch wieder besser gehen würde, vorher nicht, sie würde ihm solange nicht von der Seite weichen, bis er mit der Sprache heraus gerückt war, sie war bereit so lange zu warten wie es nötig war, selbst wenn es die ganze Nacht dauern würde.

„Tut mir leid, Kate. Ich wollte nicht, dass Du Dir Sorgen um mich machst“, wollte er, auch wenn es ihm ehrlich gesagt schon lieber gewesen wäre, wenn sie wieder gegangen wäre und ihn mit seinen Gedanken alleine gelassen hätte, natürlich trotzdem keinesfalls unfreundlich zu ihr sein, geschweige denn wollte er, dass sie möglicherweise noch dachte, er wäre extra so lange von ihr fort geblieben, damit sie sich Sorgen um ihn machte und ihn suchte, zwar glaubte er nicht wirklich daran, dass sie so etwas denken könnte, aber er wollte dennoch nichts riskieren und lieber auf Nummer sicher gehen, nur für alle Fälle.

„Ich würde sagen, dafür ist es ein bisschen zu spät“, dachte die Brünette so im Stillen bei sich, bevor sie die Tür des Besprechungsraums hinter ihnen beiden schloss und sich anschließend direkt neben ihren Berater an den Tisch setzte, in der Hoffnung, dass er sie zumindest einmal ansehen würde und sei es auch nur ganz kurz, so wie er es ja auch schon getan hatte, als sie herein gekommen war, doch er würdigte sie keines einzigen Blickes, was ihre eh schon ziemlich große Sorge um ihn nur noch mehr wachsen ließ, jedenfalls insofern das überhaupt noch im Bereich des Möglichen lag.

„Musst Du denn nicht Papierkram erledigen?“, fragte er sie nach vielen Sekunden der eisernen Stille zwischen ihnen, wobei ihr, da sie ja schließlich nicht dumm war, natürlich sofort klar war, dass er ihr diese Frage nicht einfach nur aus reiner Neugier heraus stellte, sondern ausschließlich deswegen, weil er hoffte, dass, wenn er sie an ihre Pflichten erinnerte, wie in diesem Fall die Bearbeitung des Papierkrams, sie ihn dann wieder alleine lassen und an ihren Schreibtisch zurück kehren würde, doch seine Hoffnung sollte auch dieses Mal wieder gänzlich umsonst sein, denn sie dachte nach wie vor nicht einmal im geringsten daran, wieder zu gehen.

„Der Papierkram kann warten. Aber mein Partner, dem es ganz offensichtlich nicht gut geht, dagegen kann nicht warten“, gab sie ihm daraufhin glasklar zu verstehen, dass ihr die Akten und Berichte, die draußen auf ihrem Schreibtisch darauf warteten, von ihr fertig bearbeitet zu werden, in diesem Moment völlig egal waren und auf ihre Aussage hin, dass er, ganz im Gegensatz zum Papierkram, keineswegs warten konnte, hob er, wie durch ein Wunder, erneut seinen Kopf und sah sie zum ersten Mal seit einigen Minuten, die sich für sie wie eine gefühlte, halbe Ewigkeit anfühlten, endlich wieder an und blickte ihr direkt in die Augen.

„Hör zu, Rick: Ich weiß natürlich, dass ich Dich nicht dazu zwingen kann, mit mir zu reden und ich werde Dich auch nicht dazu bringen, es zu tun, wenn Du nicht willst. Aber es würde wirklich sehr zu meiner Erleichterung beitragen, wenn Du mir sagen würdest, was Dich bedrückt“, begann sie mit ruhiger, einfühlsamer Stimme mit ihm zu sprechen, nachdem sie beschlossen hatte, zu versuchen, ihn auf sanftem Weg dazu zu bewegen, sich ihr zu öffnen und ihr hoffentlich endlich mit zu teilen, was ihn beschäftigte und sie hoffte, betete sogar, dass er es tatsächlich tun und mit ihr sprechen würde.

„Ich mache mir ernsthaft Sorgen um Dich, Rick. Du bist seit dem letzten Fall so völlig anders als sonst. Viel ruhiger und in Dich gekehrter, nicht mehr so fröhlich und lebenslustig, wie ich Dich sonst kenne. Und genau das macht mir Angst, mächtig Angst sogar“, fuhr sie fort und legte, während sie sprach, ihre linke Hand auf seine rechte, um ihm mithilfe dieser Geste unmissverständlich zu zeigen, dass sie sich wirklich ehrlich um ihn sorgte, auch wenn sie wusste, dass dies eigentlich unnötig war und er ihr auch so glauben würde, aber sie wollte trotzdem lieber keine möglichen Zweifel bei ihm aufkommen lassen.

„Bitte Rick, ich möchte Dir helfen. Aber das kann ich nur dann, wenn Du auch mit mir sprichst. Und ich bitte Dich hiermit inständig: Rede mit mir und sag mir bitte endlich, was mit Dir los ist“, bat sie ihn schließlich zwar bestimmt, aber dennoch freundlich darum, ihrer Bitte nach zu kommen und sich ihr gegenüber zu öffnen, während sie mit ihrer kleinen Hand sanft und einfühlsam über seine große strich, sie fühlte seine zwar leicht raue, aber größtenteils weiche Haut unter ihrer und hoffte weiter inständig, dass er das tun würde, worum sie ihn bat und endlich mit der Sprache heraus rücken würde.

„Der letzte Fall hat mich einfach so sehr an den mit Jerry Tyson erinnert, weißt Du!?“, sollten sich ihre ganzen Bemühungen, ihn auf sanfte Art und Weise dazu zubringen, mit ihr darüber zu reden, was ihn bedrückte, schlussendlich auch tatsächlich auszahlen, als im nächsten Augenblick seine eiserne Mauer des Schweigens schließlich oder viel mehr endlich brach und er damit begann ihr zu erzählen, was ihm auf der Seele lastete und obwohl sie einerseits natürlich heilfroh darüber war, dass er mit ihr sprach, war sie andererseits jedoch auch mächtig schockiert, den Grund für sein untypisches Verhalten zu erfahren.

„Ich musste immer wieder daran denken, was Tyson damals in diesem Hotelzimmer zu mir sagte, nachdem er Ryan niedergeschlagen und mich an den Stuhl gefesselt hatte. Das ich nur deswegen so sehr vom Tod fasziniert wäre, weil ich meine eigenen, mörderischen Impulse in mir hätte, die ich lediglich unterdrücke“, sprach er weiter und je mehr er redete, desto mehr Dinge kamen nach und nach ans Tageslicht, Dinge, die er bislang verschwiegen und niemanden gegenüber offenbart hatte, nicht einmal seiner Partnerin, mit der er ansonsten immer offen und frei all seine Sorgen und Probleme teilte.

„Und je mehr ich darüber nachdachte, umso klarer wurde mir, dass Tyson mit seiner Behauptung vollkommen recht hatte. Ich habe tatsächlich Dämonen in mir, ich hatte sie schon immer in mir und werde sie auch immer in mir haben“, spielte Beckett bei diesen Worten kurz mit dem Gedanken, ihn zu unterbrechen und seiner Aussage zu widersprechen, entschied sich letztendlich aber dagegen, zum einen deswegen, weil es unhöflich wäre und zum anderen deshalb, weil sie ihm die Chance geben wollte, sich endlich völlig ungehindert alles von der Seele reden zu können, ohne das sie ihm dabei irgendwie ins Wort fiel.

„Zwar konnte ich diese Dämonen bis heute erfolgreich unterdrücken, aber ich kann einfach nicht damit aufhören, mir immer wieder vor zu stellen, was wohl passieren wird, wenn das irgendwann einmal nicht mehr der Fall ist. Wenn ich meine Dämonen nicht mehr länger kontrollieren kann und sie stattdessen die Kontrolle über mich übernehmen. Ich habe große Angst davor, eines Tages womöglich noch genauso ein Monster zu werden, wie Tyson oder der Wahnsinnige aus unserem letzten Fall“, war der Romanautor mittlerweile in einem regelrechten Redeschwall verfallen, er ließ alles aus sich heraus fließen, was ihn bisher so sehr bedrückt hatte, was auch exakt das war, was seine Muse hatte erreichen wollen.

„Es kann natürlich auch nur die Schuld meiner hyperaktiven Fantasie sein, die wieder einmal komplett verrückt spielt oder vielleicht auch die emotionalen Nachwirkungen des letzten Falls, ich weiß es nicht. Aber dafür weiß ich eines ganz genau: Nämlich, dass allein schon der bloße Gedanke daran, irgendwann möglicherweise zu genauso einem kranken, herzlosen und blutrünstigen Ungeheuer wie Tyson und Miller zu mutieren, mir mehr Angst macht, als ich jemals in Worte fassen könnte“, mit diesen Worten beendete Castle seine ausführliche Erklärung, wandte sein Augenmerk dann wieder von ihr ab und blickte erneut auf die hölzerne Tischplatte vor sich.

„Rick, bitte, sieh mich an“, bat sie ihn mit sanfter Stimme darum, seinen Blick wieder auf sie zu richten, nachdem sie sich ein paar Sekunden lang Zeit dafür genommen hatte, um die ganzen Informationen, die sie so eben gerade von ihrem Partner erhalten hatte, sacken zu lassen, doch im Gegensatz zum letzten Mal, als sie ihn um etwas bat, kam er ihrer Bitte diesmal nicht nach, sondern starrte stattdessen weiterhin nur auf die glatte Oberfläche des Tisches, Kate reagierte daraufhin, indem sie zwei Finger ihrer rechten Hand unter sein Kinn legte, sein Gesicht behutsam, aber bestimmt in ihre Richtung drehte und ihn damit dazu brachte, sie wieder an zu blicken.

„Zunächst einmal möchte ich, dass Du weißt, dass ich deine Ängste vollkommen verstehen kann, Rick, wirklich. Denn ich bin mir sicher, dass, wenn ich an deiner Stelle wäre, mir es dann genauso gehen würde, wie Dir. Aber weißt Du: Ein zwar ziemlich nerviger, aber dennoch sehr kluger Schriftsteller hat einmal zu mir gesagt, dass man sich auf gar keinen Fall von seinen Ängsten beherrschen lassen darf, weil man ansonsten im Leben nicht voran kommt, sondern immer nur auf der Stelle tritt“, begann sie und erntete für ihre Erwähnung des Ratschlags, der natürlich von niemand anderem als von ihm stammte, ein kleines Lächeln von ihm, was für sie immerhin weitaus besser war als gar nicht.

„Und als nächstes möchte ich Dir sagen, dass Du zwar viele Dinge bist, Du aber definitiv niemals ein solches Monster sein wirst, wie es Miller oder Tyson sind. Du bist viel zu warmherzig und mitfühlend, um jemals eines zu sein. Es mag vielleicht sein, dass Du Dämonen in Dir hast, aber Du bist dennoch stark genug, um sie vollständig unter Kontrolle zu halten, nicht sie beherrschen Dich, sondern Du beherrschst stattdessen sie und ich bin mir ganz sicher, dass das auch niemals anders sein wird“, machte sie mit ihrer Gegendarstellung weiter, in der zwar stillen, aber dennoch inständigen Hoffnung, dass sie ihn auch zweifelsfrei von deren Wahrheitsgehalt überzeugen können würde.

„Tyson und Miller mögen Ungeheuer sein, aber Du nicht, Rick. Und weißt Du, warum ich mir so unglaublich sicher bin?“, fragte sie ihn daraufhin, ob er denn den Grund wüsste, der sie so sicher sein ließ, dass er niemals zu solch einem Monster mutieren würde, wie es Jerry Tyson oder George Miller, der Mörder aus ihrem letzten Fall waren, was er natürlich unmöglich wissen konnte und genau deshalb erhielt sie auch, anstatt einer verbalen Antwort, stattdessen einen fragenden und zugleich neugierigen Blick von ihm zurück, der ungefähr so viel bedeutete wie: „Nein, ich habe keine Ahnung, weswegen dem so ist, bitte erkläre es mir“.

„Ich bin mir deswegen so sicher, weil ich stark bezweifle, dass ein Monster jemals einen schießwütigen Voodoo-Killer mit nicht mehr, als nur mit einer Champagnerflasche ablenken würde, 100.000$ bezahlen würde, um einen Auftragskiller dingfest zu machen, in eine brennende Wohnung rennen würde, die kurz zuvor explodiert war, einen gefährlichen Serienmörder mit einem gezielten Schuss entwaffnen würde, eine verrückte Mörderin anschießen und einen professionellen Scharfschützen mit bloßen Händen K.O. schlagen würde, um mein Leben zu retten. Geschweige denn würde ein Ungeheuer jemals sein eigenes Leben riskieren, um eine ganze Stadt und deren Bewohner vor der völligen Zerstörung durch eine Atombombe zu bewahren.

All das und noch viel mehr, was Du in den letzten Jahren getan hast, sowohl für mich, als auch für andere Menschen, würde ein Monster niemals tun. Und genau aus diesem Grund bin ich mir auch hundertprozentig sicher, dass Du definitiv keines bist. Du bist Richard Castle, ein talentierter Autor, liebender Sohn, hingebungsvoller Vater, mutiger Partner, sorgsamer Freund und ein rundum wundervoller Mann. Aber garantiert kein Ungeheuer, Du warst nie eins, bist keins und wirst auch niemals eines sein, das versichere ich Dir“, beendete sie damit ihre Ansprache, mit der sie hoffte, ihn endlich erkennen zu lassen, dass das, was sie zu ihm sagte, von ihr nicht nur absolut ernst gemeint, sondern auch ebenso wahr war, ohne das bei ihm auch nur der geringste Rest von Zweifel übrig blieb.

„Ich danke Dir, Kate, von Herzen“, schenkte Castle seiner Muse, nachdem er sich kurz die nötige Zeit dafür genommen hatte, um die Worte, die sie gerade zu ihm gesagt hatte, zu verinnerlichen, im nächsten Augenblick, in Verbindung mit seinen Dankesworten, zusätzlich noch ein dankbares Lächeln, welches nicht nur das zweite war, das sie von ihm bekam, seit sie ihn hier im Besprechungsraum aufgefunden hatte, sondern das in Sachen Intensität außerdem noch um einiges stärker war, als das Letzte, was für sie ein sicheres Zeichen dafür war, dass er ihr ihre Aussage, dass er, entgegen seiner Befürchtung, eben kein Monster war, glaubte und auch vollkommen auf diese vertraute.

„Jederzeit, Rick, jederzeit“, erwiderte Beckett das Lächeln daraufhin zwar, wusste aber natürlich gleichzeitig auch, dass, obwohl der Mordfall Miller erfolgreich abgeschlossen war und der Verantwortliche den Rest seines Lebens hinter schwedischen Gardinen verbringen würde, ihr Berater trotzdem noch eine ganze Weile brauchen würde, um die Angelegenheit zu verdauen und vor allem seine Ängste zu überwinden, aber vollständig vergessen würde er die Sache nie, genauso wenig, wie er jemals den Fall Jerry Tyson völlig hinter sich lassen können würde, jedenfalls nicht so lange, bis der Dreifachmörder nicht entweder auch endlich lebenslang hinter Schloss und Riegel oder tot sein würde.

Doch ganz egal, wie lange es auch immer dauern sollte, bis er wirklich hundertprozentig davon überzeugt sein würde, dass er kein Monster bzw. Ungeheuer war, sie würde ihn bis dahin auf jeden Fall nicht mit all dem ganz alleine auf sich gestellt lassen, sondern ihm stattdessen in dieser Zeit beistehen und ihn nach ihren Möglichkeiten und Kräften dabei unterstützen, mit dem Ganzen best- und größtmöglich fertig zu werden, genauso wie er es auch immer bei ihr tat, wenn sie emotional angeschlagen war, so wie er es jetzt war.

Sie würde das jedoch nicht einfach nur aus einem reinen Pflichtgefühl heraus tun, weil sie beide Partner waren, sondern in erster Linie deshalb, weil sie zwei sehr gute und enge, gar beste Freunde waren, die immer füreinander da waren, wenn sie in Zeiten der Not einander brauchten und es auch immer sein würden und zwar solange, bis entweder irgendwer oder irgendetwas sie eines Tages voneinander trennen würde.

Aber bis dahin würden sie immer fest zueinander stehen, immer.

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Bittesehr – Bitteschön und vollendet ist Kapitel Nummer 23, ja, ich weiß, es ist jedes Mal dasselbe, kaum hat man sich hingesetzt, es sich gemütlich gemacht und mit dem Lesen begonnen, da ist man, ehe man sich überhaupt versieht, auch schon wieder fertig damit und zwar immer oder zumindest meistens dann, wenn es einem die Handlung gerade am besten gefällt oder die Protagonisten in der Geschichte, so wie in diesem Fall Castle und Beckett, gerade so schön miteinander agieren.

Aber seht es doch ganz einfach so: Je eher das diesmalige Kapitel endet, desto eher kann ich damit anfangen das Nächste zu schreiben und umso schneller könnt ihr das Besagte lesen, wobei ich im Bezug auf den heutigen Teil natürlich auch dieses Mal wieder hoffe, dass ich dazu in der Lage war, mit meiner Arbeit euren exquisiten Geschmack zu treffen und selbstverständlich freue ich mich auch schon jetzt sehr auf eure Reviews, ganz egal, ob diese nun positiv oder negativ ausfallen, Hauptsache sie sind ehrlich.

Und so wie ihr es mittlerweile schon gar nicht mehr anders von mir gewohnt seid und ihr es, aufgrund meiner freundlichen Natur, höchstwahrscheinlich auch nie anders von mir kennen lernen werdet, wünsche ich euch allen miteinander, genauso wie ich es bislang immer getan habe, so natürlich auch am heutigen Tage wieder alles Gute, ein hoffentlich schönes, entspanntes und erholsames Wochenende, sowie vorab auch schon mal einen gelungenen Start in die kommende Woche.

Bleibt auch weiterhin gespannt und vor allem möglichst gesund, euer Ahadi.
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