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Castle & Beckett - Partner und Freunde fürs Leben

von Ahadi
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
30.10.2019
10.12.2020
50
162.835
6
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Dieses Kapitel
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17.12.2019 4.281
 
Passez une merveilleuse et bonne journée á vous tous, heiße ich euch am heutigen Tage auf einer weiteren romanischen Sprache, nämlich Französisch, willkommen, um so meinem vor kurzem gefassten Vorhaben, das Begrüßungsprozedere euch zuliebe ein wenig abwechslungsreicher und bunter zu gestalten, nach zu kommen.

Als nächstes möchte ich, genauso wie ich es bisher immer zu tun pflegte und wahrscheinlich auch in Zukunft immer tun werde, noch einmal ein ganz großes und ebenso herzliches „Merci“ an meine treuen Leser/innen JohannaJames, Vorgesetzter und Hummels, die mir entweder zum letzten oder zu irgendeinem anderen Kapitel meiner Oneshot-Serie eine kleine Rückmeldung zukommen ließen.

Doch ich will mich gar nicht über die extrem geringe Anzahl der Feedbacks beschweren, geschweige denn mich groß darüber aufregen, da die Aufgabe dies zu ändern ganz bei euch liegt und ich somit nichts dagegen tun kann, auch wenn ich deswegen natürlich schon ein wenig traurig bin, stattdessen möchte ich euch nur ganz viel Spaß beim Schmökern wünschen!

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Beckett und Castle wussten letztendlich gar nicht, wie lange genau sie so eng aneinander geschmiegt da gesessen hatten, im Stillen darauf hoffend und dafür betend, dass ihr Vater es lebend aus der Operation heraus schaffen möge, bis irgendwann ein Mann mittleren Alters, in einem grünen, blutbefleckten OP-Kittel aus der gläsernen Tür am Ende des Ganges mit der Aufschrift „OP-Saal 6 - Zutritt nur für Personal“ heraus kam und auf die beiden Personen auf den weißen Wartestühlen zuging.

„Miss Beckett?“, sprach der Arzt die junge, brünette Frau an, von der er annahm, dass es sich bei dieser um die Tochter des Mannes handelte, den er noch bis vor wenigen Minuten operiert hatte und die sich in den Armen eines Mannes befand, den er kurzerhand für deren Freund oder Mann hielt, die Angesprochene blickte auf die Erwähnung ihres Namens hin zu ihm auf, löste sich aus der Umarmung ihres Begleiters und stellte sich aufrecht vor ihm hin, wobei er in ihren Augen ganz deutlich eine Mischung aus Hoffnung und Angst erkennen konnte.

Etwas, was der erfahrene Mediziner tagtäglich bei den Angehörigen seiner Patienten sah und obwohl er diesen Job schon sehr viele Jahre machte und auch wirklich gerne ausübte, gefiel ihm dieser Teil seiner Arbeit am allerwenigsten, denn in solchen Momenten musste er den Verwandten und Freunden des Patienten bereits nur allzu oft die traurige Mitteilung machen, dass ihr Angehörige bzw. Freund es nicht geschafft hatte und sie diesen geschätzten bzw. geliebten Menschen niemals wieder sehen würden.

„Ich bin Dr. Andrews. Ich bin der behandelnde Arzt, der Ihren Vater operiert hat“, stellte er sich der Frau vor, nachdem diese sich ihm gegenüber mit einem „Das bin ich“ als die Tochter von Mr. Beckett identifiziert hatte, auch wenn er sich schon aufgrund der Tatsache, dass sie auf die Erwähnung ihres Namens hin aufgestanden war und auch anhand des hoffnungs- und gleichzeitig angstvollen Ausdrucks in ihren Augen, in seiner voran gegangenen Vermutung bestätig fühlte, dass sie diejenige war, nach der er suchte.

„Wie geht es meinem Vater? Ist er…?“, erkundigte sie sich bei dem Arzt über den Zustand ihres Dads, wobei sich die Hoffnung und auch die Angst, die jetzt noch deutlicher in ihren Augen zu erkennen war, als vorher schon, sich nun auch hörbar in ihre Stimme legte und sie schaffte es gar nicht ihren zweiten Satz zu beenden, dafür war sie zum einen emotional viel zu aufgewühlt und zum anderen wollte sie überhaupt nicht daran denken, dass die Möglichkeit bestand, dass ihr Vater es, entgegen aller Hoffnung, doch nicht geschafft hatte.

Das entging natürlich weder dem Doktor, noch ihrem Partner, der inzwischen ebenfalls von seinem Sitzplatz aufgestanden war und als er den ängstlichen Ton in ihrer Stimme vernahm, auch keine einzige Sekunde lang zögerte, sondern unverzüglich seinen rechten Arm um sie legte und sie ganz sachte an sich drückte, um ihr auf diese Weise erneut zu zeigen, dass er für sie da war und sie nicht alleine ließ, ganz egal, was auch immer jetzt kommen mag.

„Ihr Vater hat die OP gut überstanden. Er ist allerdings noch nicht ganz überm Berg, der Infarkt, den er erlitt, war doch schon ziemlich schwerwiegend. Aber wenn er die kommende Nacht übersteht, dann stehen die Chancen gut, dass er wieder auf die Beine kommen wird“, beruhigte der Operateur sie zunächst, bevor er sie, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ehrlich wissen ließ, dass die Nacht schlussendlich zeigen würde, ob er es nun wirklich schaffte oder nicht.

„Kann ich ihn sehen?“, fragte sie Dr. Andrews, zwar wusste sie, dass ihr Dad zur Zeit entweder noch unter Narkose oder unter starken Schmerzmitteln stand, sodass er, selbst wenn sie ihn sehen dürfte, dann wahrscheinlich schlafen und somit rein gar nichts von ihrem Besuch mitkriegen würde, aber wenn es möglich wäre ihn zu sehen, dann würde sie es tun und sei es auch nur für ein paar Minuten, Hauptsache sie konnte sich kurz selbst davon überzeugen, dass ihr Vater tatsächlich noch lebte.

„Ihr Vater steht zwar momentan noch unter Narkose, aber ich denke, für ein paar Minuten könnten Sie ihn schon sehen. Warten Sie bitte kurz hier, ich schicke eine Schwester, die Sie zu ihm bringen wird“, bestätigte der Mann im OP Kittel zunächst das, was sie sich schon gedacht oder viel mehr bereits gewusst hatte, bevor er ihr die Erlaubnis gab ihren Dad zu besuchen, auch wenn die Besuchszeit auf wenige Minuten beschränkte, aber das war ihr natürlich dennoch immer noch lieber, als wenn sie ihn gar nicht sehen dürfte.

Gesagt – getan, nur ein paar Minuten, nachdem Dr. Andrews sich von ihnen verabschiedet hatte, erschien eine junge, hübsche, schwarzhaarige Krankenschwester zu ihnen, die sich dem Duo als Schwester Marie vorstellte und sie ins Krankenzimmer ihres Vaters führte, komisch daran war nur, dass sie gar nicht nachfragte, wer Castle war, aber wahrscheinlich ging sie, genauso wie der Doktor zuvor auch schon, einfach davon aus, dass er entweder Becketts Freund oder ihr Mann war.

„So, da wären wir“, sagte Schwester Marie, als sie keine fünf Minuten später schließlich vor dem Krankenzimmer mit der Nummer 612 ankamen, in dem Jim Beckett lag und noch immer um sein Leben kämpfte und nachdem sie dem Duo noch kurz ein paar letzte Instruktionen gegeben hatte, beispielsweise, dass sie bitte keine der Geräte, an der ihr Dad angeschlossen war, anfassen und das sie sofort Bescheid geben sollten, falls irgendetwas sein sollte, bevor sie sich von ihnen verabschiedete und sich dann wieder an ihre Arbeit machte.

„Bist Du Dir auch ganz sicher, dass Du Dir das zumuten willst?“, wollte der Romanautor, sobald sie alleine vor der Tür des Krankenzimmers standen, von seiner Muse wissen, ob sie ihren Dad wirklich so sehen wollte, ob sie ihn, falls er die Nacht nicht überstehen sollte, dann nicht lieber so in Erinnerung behalten wollte, wie er vor dem Herzinfarkt und der Operation war und nicht in diesem Zustand, gerade noch so am Leben und dem Tode womöglich gefährlich nah.

„Ja, ich bin mir sicher“, antwortete sie, obwohl sie tatsächlich kurz mit dem Gedanken gespielt hatte, sich dies nicht an zu tun und stattdessen auf dem Absatz kehrt zu machen, aber dann musste sie daran denken, dass die Möglichkeit bestand, dass ihr Vater die Nacht nicht überleben könnte und für den Fall, dass dies passieren sollte, wollte sie ihn vorher wenigstens noch einmal lebend und atmend sehen, bevor sie möglicherweise nie wieder die Chance dazu haben würde.

Er nickte ihr daraufhin verständnisvoll zu, legte ihr unterstützend seine rechte Hand auf die linke Schulter und schenkte ihr zudem ein aufmunterndes Lächeln, sie erwiderte dies, wenn auch, zum wiederholten Male, nur extrem schwach, bevor sie noch einmal kurz tief durch atmete, all ihren Mut zusammen nahm und dann schließlich die Tür öffnete und mit langsamen, ängstlichen Schritten in das Zimmer eintrat, dicht gefolgt von ihrem Berater, der sie, wie versprochen, in dieser Situation nicht alleine ließ.

Alles war komplett weiß und steril, eben genauso, wie man es von einem ordentlichen Krankenzimmer in der Regel auch nicht anders kannte, aber die zwei verschwendeten natürlich keine Zeit damit den Raum groß zu inspizieren, sondern richteten ihr Augenmerk stattdessen ausschließlich auf das Patientenbett, genauer gesagt auf den Mann, der darin lag und an allerlei medizinische Geräte angeschlossen war, die alle lebenswichtigen Funktionen seines Körpers, darunter Herzschlag, Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung überwachten und auf einem Monitor anzeigten.

Die Polizistin ging leicht schwankend auf das Bett zu, blieben neben diesem stehen und legte etwas zögerlich ihre beiden Hände auf die linke ihres Vaters, die angenehm warm war, was neben dem regelmäßigen Heben und Senken seiner Brust und dem gleichmäßigen Piepen des Herzmonitors, ein sicheres Zeichen dafür war, dass er noch lebte und dies vermochte sie zumindest ein wenig zu beruhigen und zu trösten, doch die riesige Angst um ihren Dad vermochte es nicht zu lindern.

Er wollte gerade auf sie zugehen, als er abrupt in seiner Bewegung stoppte, weil er sich nicht wirklich sicher darüber war, ob es angemessen wäre, wenn er sie jetzt umarmen würde, zwar hatte sie sich bislang auch nie dagegen gewehrt, sondern es stattdessen willkommen geheißen und es sogar genossen, sehr sogar, aber jetzt, wo sie gerade einen intimen Moment mit ihrem Vater hatte, womöglich den Letzten, den sie jemals haben würde, hatte er diesbezüglich schon irgendwie Zweifel.

Aber dann gab er sich schließlich doch einen Ruck und ging bedächtig auf sie zu, bis er direkt neben ihr stand, er zögerte kurz, aber auch wirklich nur ganz kurz, bevor er seinen rechten Arm behutsam um ihre Taille schlang, allerdings zog er sie dieses Mal an sich, sondern ließ die geringe Distanz zwischen ihnen bestehen, falls sie diese sanfte und kaum merkliche Umarmung nicht gutheißen und sich wieder aus dieser lösen wollen sollte.

Doch anstatt sich gegen die Umarmung zu wehren und ihn von sich zu stoßen, hieß sie seine Nähe und seine Berührung stattdessen auch dieses Mal sehr willkommen, schließlich wollte er sich ihr mit dem, was er tat, keinesfalls aufdrängen, geschweige denn sie bedrängen, ganz im Gegenteil, alles, was er damit bezwecken wollte war, sie zu trösten und ihr einfach nur bedingungslos zur Seite zu stehen, genauso wie er es schon die ganze Zeit über tat.

Und die Belohnung für seine selbstlose Unterstützung sollte auch sogleich auf dem Fuße folgen und zwar bedankte sie sich, zum wiederholten Male an diesem Tag, dafür bei ihm, indem sie ihre rechte Hand von der linken ihres Vater löste und diese stattdessen auf seine gleichseitige legte, die wiederum auf ihrem Bauch lag, während sie ihre linke Hand weiterhin auf ihrem bisherigen Liegeplatz, der Hand ihres Dads beließ.

Zudem lehnte sie sich ganz leicht an ihn und warf ihm auch erneut ein kleines Lächeln zu, welches dieses Mal zumindest ein wenig stärker war, als die bisherigen und all das war für ihn Bestätigung genug dafür, dass er genau richtig gehandelt hatte, indem er sich ihr näherte und er lächelte prompt zurück, ehe die beiden ihren Blick anschließend wieder zurück auf den gebrechlich wirkenden Mann richteten, der da vor ihnen im Krankenbett lag.
   
Einige Minuten später klopfte es plötzlich an der Tür, woraufhin sich diese öffnete und Schwester Marie, die sie kurz zuvor hier her geführt hatte, zum Vorschein kam, diese bat das Duo, mit einem entschuldigenden Gesichts- und einem mitfühlenden Augenausdruck, höflich, aber bestimmt das Krankenzimmer wieder zu verlassen, weil Mr. Beckett jetzt dringend Ruhe brauchte und außerdem die Besuchszeiten bald vorbei waren.

Beckett fiel es zwar natürlich schon extrem schwer ihren Vater wieder zu verlassen, was ja auch absolut verständlich war, schließlich wusste sie nicht, ob sie ihn jemals lebend wieder sehen würde, aber nach dem heutigen Tag, der mit Abstand der emotionalste war, den sie seit dem Tod ihrer Mom hatte durch machen müssen, hatte sie beim besten Willen einfach nicht die nötige Kraft dazu, gegen die freundliche Aufforderung der Schwester zu protestieren.

Von daher kam sie, nachdem sie sich mit einem leisen „Tschüss Dad“ von ihrem Vater verabschiedet hatte, der Bitte von Schwester Marie nach und verließ zusammen mit Castle das Krankenzimmer, während die Pflegerin die Gelegenheit dazu nutzte, um die Werte ihres Patienten zu checken und sich diese sorgfältig zu notieren, anschließend verließ sie ebenfalls den Raum und gesellte sich zu dem vermeintlichen Paar auf dem Flur.

„Wie ist der Zustand meines Vaters?“, erkundigte die brünette Ermittlerin sich, genauso wie sie es zuvor bei dem behandelnden Arzt ihres Vaters getan hatte, bei der Krankenschwester über das derzeitige, gesundheitliche Befinden ihres Dad und ihr war dabei, neben der großen Besorgnis um ihren alten Herrn, auch deutlich anzusehen, dass sie sich nichts mehr wünschte, als das man ihr doch erlauben würde, über Nacht bei ihrem Vater zu bleiben.

Denn falls der Ernstfall tatsächlich eintreten und ihr Vater im Laufe der Nacht versterben sollte, dann wollte sie eigentlich nur sehr ungerne einen unpersönlichen Anruf vom Krankenhaus bekommen und von irgendeinem Angestellten desselbigen die Nachricht erhalten, dass ihr Vater so eben verstorben sei, wenn dann wollte sie viel lieber persönlich bei ihm sein, in den letzten Minuten seines Lebens seine Hand halten und sich richtig von ihm verabschieden können.

Aber sie hatte, nach wie vor, momentan einfach nicht die notwendige Energie in sich, um sich erfolgreich gegen die, in ihren Augen, unfaire Krankenhauspolitik auflehnen zu können, die es einer liebenden Tochter ganz offensichtlich strikt verbat, bei ihrem Vater bleiben zu dürfen, noch dazu in dessen womöglich letzten Lebensstunden, doch sie war, wie bereits erwähnt, einfach viel zu kraftlos und zu müde, um irgendetwas dagegen zu unternehmen.

„Machen Sie sich bitte keine allzu großen Sorgen, Ms. Beckett. Die Werte Ihres Vaters sind im Moment stabil und er wird die ganze Nacht über engmaschig überwacht. Er ist hier bei uns also in den allerbesten Händen. Wir werden Sie umgehend benachrichtigen, sobald sich sein Zustand irgendwie ändern sollte“, antwortete Schwester Marie, wobei man ihr deutlich anmerkte, dass sie wirklich mit ihrer Gesprächspartnerin mitfühlte, was nicht unbedingt selbstverständlich war, da sie dieselbe Geschichte wahrscheinlich schon hunderte Male miterlebt hatte.

„Okay. Vielen Dank“, nickte die Braunhaarige verstehend und schenkte der freundlichen Krankenschwester ein dankbares Lächeln, Rick tat dasselbe und die Pflegerin lächelte zurück, anschließend verabschiedeten die beiden Verbrechensbekämpfer sich von Schwester Marie und machten sich dann auf den Weg zum Aufzug, mit dem sie runter ins Erdgeschoss fuhren und während der Fahrt nach unten, nahmen sie zunehmend die Erschöpfung wahr, die ihnen tief in den Knochen steckte und nun langsam damit begann ihren unvermeidbaren Tribut zu fordern.

Ca. 45 Minuten später...

Der weibliche Detektive und ihr Berater betraten ihre geräumige und gemütliche Wohnung, sie wären schon viel früher hier angekommen, wenn sie unterwegs nicht in diesen blöden Stau geraten wäre, der eine gefühlte halbe Ewigkeit zu dauern schien, anscheinend war es nicht genug, dass ihr Vater im Krankenhaus lag und dort um sein Leben kämpfte, aber das Duo beschloss sich nicht weiter darüber auf zu regen, da es ja eh nichts bringen würde.

Stattdessen hängten sie ihre Mäntel an die hölzerne Garderobe im Eingangsbereich und setzten sich dann auf die Couch, wobei Beckett, kaum hatten sie das getan, sich direkt an Castle kuschelte, weil sie seine Nähe und seine Wärme, sowie die Geborgenheit, die er ihr bot, dringend brauchte, genauso wie auch schon die ganze Zeit über, aber jetzt im Augenblick sogar noch mehr, als vorher, von den nächsten Stunden mal ganz zu schweigen.

„Ich bin müde“, murmelte sie ihm leise zu, ihren Kopf an seine linke Schulter gebettet und ihr Gesicht halb in dem seidigen Stoff seines teuren, dunkelblauen Hemdes vergraben, woraufhin er seinen linken Arm um sie schlang und ihr ein „Ich weiß“ zuflüsterte, bevor er ihr einen zärtlichen Kuss auf den rechtsseitigen Haaransatz gab und ihr außerdem mit seiner linken Hand liebevoll über die gleichseitige Hüftpartie streichelte.

„Bleibst Du hier?“, fragte sie ihn hörbar müde, obwohl sie sich insgeheim schon selber denken konnte, was für eine Antwort sie von ihm auf ihre Frage bekommen würde, schließlich hatte er ihr vorhin im Krankenhaus versprochen, dass er ihr beistehen würde, auch wenn er ihr dies eigentlich nicht extra hätte versprechen müssen, weil er der Typ Mann war, der jemanden, der ihm wichtig war, in einer solchen Situation nie alleine lassen würde.

„Natürlich bleibe ich bei Dir“, bestätigte er mit dieser Aussage, ohne es zu wissen, nur eben genau das, was sie von vorne rein gewusst hatte, für ihn stand selbstverständlich völlig außer Frage sie, die Frau, die er liebte, jetzt in dieser Lage alleine und ganz auf sich selbst gestellt zu lassen, das würde er niemals tun, weder heute, noch morgen, noch sonst irgendwann, er würde immer für sie da sein und sie nie bewusst im Stich lassen, dafür bedeutete sie ihm einfach viel zu viel.

„Soll ich auf der Couch schlafen?“, stellte er ihr, nachdem sie sich mit einem „Danke Rick“ bei ihm für seine Zusage bedankt hatte, eine weitere Frage, bezüglich seines Schlafplatzes für die Nacht, auf die sie mit einem deutlichen Kopfschütteln antwortete und noch bevor er etwas sagen konnte, ergriff sie auch schon mit ihrer rechten Hand seine linke, stand vom Sofa auf und zog ihn hinter sich her, wobei er ihr, obwohl er schon ein wenig verwirrt war, trotzdem freiwillig folgte, sodass sie ihn nicht wirklich hinter sich her zu ziehen brauchte.

Die Reise führte schnurstracks in ihr Schlafzimmer und somit in ein Terrain, das er bislang noch nie zuvor gesehen hatte, geschweige denn jemals hatte betreten dürfen und demnach für ihn völlig unbekannt war und genau deshalb zögerte er auch kurz, als sie an der Schwelle zu ihrem Schlafgemach ankamen, weil er das ungute Gefühl hatte, dass er mit dem Betreten dieses Raums, dadurch gleichzeitig auch in ihre Privatsphäre eindringen würde.

„Bitte Rick, ich will und kann heute Nacht nicht alleine sein“, ermutigte sie ihn mit dieser zuckersüßen und zugleich bedürftigen Bitte dazu, seine Bedenken beiseite zu schieben, zwar war sie normalerweise nicht so, aber sie hatte momentan einfach ganz andere Sorgen im Kopf, als das sie sich Gedanken darüber machen könnte, wie sie wohl auf ihn wirken musste, außerdem kannte sie ihn gut genug, um zu wissen, dass er sie trotz allem keinesfalls für schwach hielt.

Was sie ebenfalls ganz genau wusste war, dass er ihren derzeitigen Zustand niemals in irgendeiner Art und Weise für seine Zwecke ausnutzen würde, sie wusste hundertprozentig, dass er sich lieber selber verletzen, wenn nicht sogar sterben würde, als ihr jemals absichtlich weh tun oder sie irgendwie benutzen zu wollen, so etwas tat vielleicht so manch anderer Mann, aber nicht er, nicht Richard Castle, der den größtmöglichen Respekt vor Frauen hatte, ganz besonders vor denen, die ihm am Nächsten standen, darunter vor allem seine Familie und natürlich sie.

Tja und wie es nicht anders zu erwarten war, hatte sie mit ihrer ermutigenden Bitte bei ihm natürlich Erfolg, denn er schob seine Bedenken genauso schnell wieder beiseite, wie sie überhaupt aufgetaucht waren und hatte somit auch keinen einzigen Grund mehr noch länger zu zögern, sodass er ihr schon in der darauffolgenden Sekunde die wenigen, restlichen Schritte in ihr Schlafzimmer folgte, das sich, als er sich kurz umschaute, als genauso gemütlich heraus stellte, wie der übrige Teil ihres Apartments.

Und nur wenige Minuten später, lagen die beiden auch schon in ihrem großzügigen Queen-Size-Bett, unter der kuschelig warmen Daunendecke, sie hatte sich dicht an ihn geschmiegt und ihren Kopf auf der rechten Hälfte seiner breiten, festen und muskulösen Brust gebettet, er dafür hatte im Gegenzug seinen rechten Arm um sie gelegt oder um es mit anderen Worten aus zu drücken: Sie hatten sich so eng aneinander gekuschelt, wie nur möglich.

„Liegst Du bequem?“, wollte er von ihr wissen, ob sie auf ihrem „Kissen“ denn auch weich lag, er hatte jetzt zwar nicht gerade die steinharten Brustmuskeln eines Bodybuilders, aber butterweich war sein Oberkörper dennoch nicht und er hatte ja schließlich auch genug dafür getan, um so einen durchtrainierten Body zu haben, auf den er mit Recht stolz war und mit dem er hoffte, wenn die Zeit gekommen war, sie auch mächtig beeindrucken zu können.

„Mhm. Und Du?“, gab sie zunächst ein zustimmendes Geräusch von sich, bevor sie die Frage anschließend quasi zurück warf und ihn im Gegenzug fragte, ob er denn ebenfalls eine bequeme Liegeposition hatte, was, ihrer Ansicht nach, das Mindeste war, was sie für ihn tun konnte, nach allem, was er heute für sie getan hatte, nachdem er mit ihr zusammen stundenlang in diesem kalten Krankenhausflur ausgehaart und mit ihr gemeinsam gewartet, gehofft und gebangt hatte.

„Könnte nicht besser sein“, ließ er sie daraufhin ehrlich wissen, dass er gar nicht gemütlicher hätte liegen können, doch selbst wenn er unbequem liegen sollte, würde er sich trotzdem nicht bei ihr beschweren, denn ihm wäre absolut jede Art von Nachtlager recht, solange er sie, so wie jetzt, in seinen Armen halten, ihre Nähe genießen, ihre Wärme spüren und ihren Duft wahrnehmen durfte, mit ihr an seiner Seite würde es ihm einfach immer und überall gut gehen, mit ihr fühlte er sich endlich komplett, zum ersten Mal in seinem Leben.

„Na dann…gute Nacht, Kate. Schlaf gut“, wünschte er ihr eine erholsame Nachtruhe, soweit das unter den gegebenen Umständen halt möglich war, bevor er sich zu ihr hinunter beugte und ihr einen sanften Kuss auf die Stirn, nahe ihres Haaransatzes gab und seinen Kopf anschließend wieder zurück auf den saphirblauen Bezug ihres Kissens legte, woraufhin sie den Wunsch mit den Worten „Du auch, Rick“ zurück gab.

Die zwei atmeten noch einmal tief durch und ließen die Ereignisse des heutigen Tages in Gedanken noch einmal Revue passieren, ehe sie schließlich ihre Augen schlossen und versuchten, ihre Gedanken und Gefühle, die in ihrem Inneren wie ein Sturm tobten, zur Ruhe zu bringen, was ihnen letztendlich glücklicherweise auch tatsächlich gelingen sollte und nur wenige Minuten später, da waren sie auch schon tief und fest eingeschlafen.

Am nächsten Morgen…

Die Sonne war gerade dabei sich über den Horizont zu erheben, wobei sie die Stein- und Glasschluchten der Stadt in gelblich-goldenes Licht tauchte, als das Handy der braunhaarigen Mordermittlerin, das jene am Abend zuvor, wie immer, zum Aufladen auf ihren Nachttisch gelegt hatte, zu klingeln begann, was der Besitzerin des besagten Gerätes, die bis dahin noch friedlich geschlummert hatte, abrupt aus dem Schlaf riss und genervt murren ließ.

Im ersten Augenblick dachte sie, dass es wahrscheinlich das Revier war, das ihr mitteilen wollte, dass es einen neuen Mordfall gab, doch dann kam ihr der Gedanke, dass es genauso gut auch das Krankenhaus sein könnte, das anrief, weil es Neuigkeiten bezüglich ihres Vaters gab und kaum schoss ihr dieser Gedanke durch den Kopf, da war sie auch schon hellwach, öffnete schlagartig die Augen, setzte sich ruckartig im Bett auf, griff blitzschnell nach ihrem noch immer klingelnden Handy und nahm den Anruf schließlich mit ihrem üblichen „Beckett“ an.

„Ja?...Sind Sie sicher?...Das ist ja großartig…Ja, ich mache mich so schnell wie möglich auf den Weg…Vielen Dank für die Nachricht…Auf Wiederhören“, mit diesen beiden Worten legte Beckett wieder auf und wandte sich dann Castle zu, der durch das Klingeln ihres Handys ebenfalls wach geworden war, sich daraufhin neben ihr im Bett aufgesetzt hatte und er ging, aufgrund des glücklichen Lächelns in ihrem Gesicht, davon aus, dass der Anruf, den sie so eben gerade erhalten hatte, eine gute Nachricht beinhaltete.

„Das war das Krankenhaus. Mein Vater ist vor ein paar Minuten aufgewacht. Er hat die Nacht gut überstanden und Doktor Andrews ist zuversichtlich, dass er wieder vollständig genesen wird“, teilte sie ihrem Bettgenossen die frohe Botschaft mit, zwar hatte sie schon große Angst davor gehabt den Anruf entgegen zu nehmen, weil sie befürchtete, dass ihr Dad es nicht geschafft haben könnte oder das er vielleicht nicht wieder ganz gesund werden würde, doch jetzt war sie einfach nur noch heilfroh darüber, dass sie es doch getan hatte.

„Das ist schön zu hören. Und wenn Du willst, dann begleite ich Dich auch gerne ins Krankenhaus“, war er über diese Nachricht mindestens genauso erleichtert und glücklich wie sie und um ihr genau das auch zu zeigen, schenkte er ihr ein Lächeln, das ebenso ehrlich war wie seine Aussage und genauso wie sie, so wollte auch er sich gar nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn die Sache anders ausgegangen und ihr Vater doch gestorben wäre.

„Ich würde es lieben, wenn Du mich begleiten würdest“, entgegnete sie, wobei sie ihm wirklich unglaublich dankbar für sein sehr süßes und einfach nur super liebes Angebot war, mit ihr ins Krankenhaus zu fahren und ihren Vater dort gemeinsam zu besuchen und sie bewies ihm ihre Dankbarkeit, indem sie das Lächeln, mit dem sie ihn bedachte, noch mehr vergrößerte, jedenfalls insofern das überhaupt noch im Bereich des Möglichen lag.

Und da sie der Meinung war, dass ein Lächeln noch längst nicht Dank genug für alles war, was er in den letzten Stunden für sie getan hatte, nachdem er sie so sehr unterstützt und ihr so treu zur Seite gestanden hatte, beugte sie sich in der nächsten Sekunde zu ihm hinüber, küsste ihn zärtlich auf die rechte Wange und flüsterte ihm zudem erneut ein „Danke Rick“ zu, woraufhin er dies mit einem „Immer“ erwiderte und sie in seine starken Arme zog.

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Da dieses Kapitel, meiner Ansicht nach, schon ziemlich lang und wahrscheinlich auch ein wenig ermüdend war, fasse ich mich heute ausnahmsweise mal wieder kurz und bündig:

Alpha: Ich setze all meine Hoffnung darin, dass es euch gefallen hat.

Beta: Ich freue mich schon wahnsinnig auf eure Kommentare.

Gamma: Ich wünsche euch, bis zum nächsten Mal, nur das allerbeste Wohlergehen.

PS: Falls ich vor Weihnachten nicht mehr dazu kommen sollte, ein weiteres Kapitel zu posten, was, von meinem jetzigen Standpunkt aus gesehen, wahrscheinlich auch passieren wird, wünsche ich euch allen miteinander jetzt schon mal einen gesegneten 4. Advent und natürlich auch ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest, aber macht euch bitte keine Sorgen, denn vor dem neuen Jahr werde ich auf jeden Fall noch etwas veröffentlichen.

Adieu, mit vielen lieben und respektablen Grüßen, euer Ahadi.
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