Die Verschwörung des Bejan Ramin

GeschichteThriller, Familie / P18
Danny "Danno" Williams Lou Grover Steve McGarrett
28.10.2019
18.11.2019
4
9070
2
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5 Reviews
Dieses Kapitel
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Dies ist meine erste Fanfiktion, ich hoffe sehr, dass sie euch gefällt. Es geht hier um ein längeres und etwas aufwendigeres Projekt, das mir aber bereits seit fast 2 Jahren im Kopf herumschwebt, da es doch etwas von persönlichen Erfahrungen geprägt ist.

Es geht hier jedoch keineswegs um eine dieser Romanzen-Geschichten einer fremden deutschen Frau und Steve McGarrett!!

Die Rechte der Serie liegen bei Peter M. Lenkov und CBS, ich habe mir die Charaktere nur ausgeliehen und gebe sie nach dem Ende der Geschichte unbeschadet an den Macher der Serie zurück.

Diese Geschichte enthält einen wahren Kern, auf den ich in der Geschichte Bezugnehme. Ich hoffe auch sehr, dass ich die gegebenen Umstände möglichst nah an der Realität wiedergebe.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen viel Spaß beim Lesen!

LG Hawaiian Fan

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    Familie Barnes‘ Haus
    Sonntag, 28.01.2018 – 08:41 Uhr
    Fremersdorf, Deutschland


In einem ruhigen Tempo war Alexandra damit beschäftigt das Badezimmer vom lästig anfallenden Katzensand zu befreien, den ihre kleine Rasselbande bei jedem ihrer erledigten Geschäfte hinterließ, als sie das typische Klingeln ihres Skype-Programms auf dem Laptop hörte. Die zuvor noch laute und durchdringende Musik von ›Disturbed‹ wurde mit einem Schlag unterbrochen. Sie selbst schaltete den Staubsauger aus und kraulte Filou an seinem flauschig, weichen, weißschwarzen Fell am Kopf und ging hinüber ins Wohnzimmer, wo ihr Laptop auf dem Tisch stand. Wo zuvor eine kleine Diashow ihrer Fotogalerie vorbeigezogen war, war nun deutlich ihr Skype-Account zu sehen, wo soeben ein Videoanruf einging. Sie musste nicht nachschauen, um zu wissen, welche Person mit ihr Kontakt aufnahm.
Noch ehe sie eine Chance hatte, das Profilbild genauer zu betrachten, nahm sie bereits das Videogespräch an. Es dauerte einen kurzen Augenblick Verzögerung, bis sich das Bild aufbaute, dass sie von Übersee erreichte. Prägnant war als erstes der dichte, an den Wangen rasierte Bart in seinem rotbraunen Ton, der im krassen Gegensatz zu seinen dunkelbraunen Haaren stand, die an den Seiten mit einem Rasierer kahlgeschoren waren. Das Haar wuchs ihm bis über die Schultern hinweg und war heute akkurat eingeflochten worden. Ihr huschte ein Grinsen bei diesem Anblick über die Lippen. »Sollte ich eifersüchtig werden, dass Sandra dir die Haare einflechtet?«, begrüßte sie ihren Ehemann mit kecken Worten.
Dieser selbst fing ebenfalls breit zu Grinsen, in seine blau-grün-braune, undefinierbare Augen mischte sich warmherzige Liebe. Im Hintergrund des Kameraausschnitts konnte sie nur eine aus OSB-Platten gezimmerte Wand ausmachen, auf der jemand Poster von Rockstars gepinnt hatte. Der Anblick der Baracke war ihr bereits seit den letzten Gesprächen vertraut. Wenn das Team Zeit zum Skypen hatte, machte es dies immer von ihrem Laptop in ihrer Baracke aus.
»Ich liebe dich auch, mein Schatz«, sprach er herzerfüllt aus und schickte ihr einen liebevollen Kuss.
Sie lächelte weiterhin und sog jedes Detail ihres Ehemannes in sich ein. »Alles Gute zum Geburtstag, Johnny!«, gratulierte sie ihm.
»Danke. Von den Jungs habe ich ein kleines Küchlein bekommen. Ein Mufin aus der Kantine.«
Sie lachte auf. »Das sieht den Jungs doch ähnlich! Wie geht es Steve, Boba und Kela?«, fragte sie nach ihren Hunden, die ihr Ehemann konsequent bei jedem Einsatz mitnahm.
»Du weißt doch, sie stellen immer wieder denselben Scheiß an. Kela und Steve liegen neben mir auf dem Boden und Boba schockt Neuankömmlinge im Lager. Er liegt seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehend in der prallen Sonne. Ist ja nicht so, dass dieser pechschwarze Vogel auch einfach in die Baracke gehen könnte, die Tür steht auf! Aber nein, er liegt lieber bei fast fünfzig Grad im nicht vorhandenen Schatten in der Sonne. Nur vorgestern war er mal innerhalb des Gebäudes, wir hatten einen Sandsturm.«
»Oh Mist … Aber ich bin froh, dass es den Hunden so gut geht. Ist bereits ein Ende eures Einsatzes in Sicht?«
John schüttelte den Kopf. »Nein. Laut Dogs Prognosen wird es noch ein paar Monate dauern, bis es wieder nach Hause geht. Bis dahin werden wir hier gebraucht.«
Alexandra seufzte tief. »Ich vermisse dich!«
»Ich dich auch, Alex. Ich dich auch. Ich wünschte, du wärst hier.«
Sie lächelte bei seinen Worten, wusste jedoch, dass es nie dazu kommen würde. Es war ein reines Wunschdenken.
»Sag Bobby und dem Rest des Teams liebe Grüße.«
»Das mache ich. Morgen sehe ich ihn wieder.«
»Mutti vermisst ihn ebenfalls, auch wenn sie es nicht zugeben will«, informierte sie ihn über die Sehnsucht seiner Mutter über ihren Ehemann. John lächelte schwach und seufzte tief. »Sie musste sich in einen Soldaten verlieben.«
Alexandra strich sanft über das Bildschirmgesicht von ihm. »Ich bin froh darüber, dass sie sich nach so kurzer Zeit nach Papas Tod wieder in jemanden verliebt hat. Außerdem hat sie Jethro, da ist sie nicht so alleine.«
»Das stimmt, da hast du Recht, Alex.« Langsam nickte John. Jethro war der quirlige Hund, den sie ihr vor einem Jahr geschenkt hatte. Der pechschwarze Mischlingshund, der aussah wie ein zu klein geratener, schwarzer Schäferhund, hielt die ältere Frau auf Trab und nahm ihr die Trüben Gedanken um ihren ersten Ehemann und den Verbleib ihres jetzigen.
Alexandra streichelte abwesend das dreifarbige Fell ihrer kleinen Mini-Katze Nala, die sich auf ihren Schoß geschlichen hatte, da sie sich mittlerweile aufs Sofa gesetzt hatte. Die kleine Katze war mittlerweile fast drei Monate alt und seit ihrem Auffinden nur minimal gewachsen. Sie war Filous Schwester, der gut doppelt so groß wie sie war.
Tief seufzte Alexandra. »Dennoch wünschte ich mir, dass euer Einsatz bald zu Ende ist und ich dich wieder in den Arm nehmen kann.«
»Das wünsche ich mir auch, Schatz. Ich liebe dich.«
»Ich dich auch!«


    Honolulu Zoo
    Sonntag, 28.01.2018 – 06:11 Uhr
    Honolulu, Oahu


Im diffusen Licht des frühen Morgens war auf der Kalakaua Avenue bereits viel los. Eine Straßensperre sorgte dafür, dass der morgendliche Arbeitsverkehr am Waikīkī-Beach entlang zum stockenden Erliegen gekommen war. Es gab zwar eine eingerichtete Umleitung, aber die Menschen, die bereits vor der Sperrung mit ihren Autos standen, mussten entweder eine der engeren Seitenstraßen nehmen – was zu weiterem Verkehrschaos sorgte – oder warten bis sich die Sperre des HPDs auflöste.
Der Grund für den frühen Stau war der Fund einer Leiche am Honolulu Zoo, der sich auf der Kalakaua Avenue Ecke Kapahula Avenue befand. An dieser Straßenecke lag eine Frau, halb verdeckt von einem Strauch unter mehreren Palmen.
Die Polizisten hatten nach Eingang des Anrufes Streifenwagen ausgesendet und die Task Force von Hawaii ›Five-0‹ alarmiert, weil es sich bei der Frau um eine Angehörige der Navy handelte.
Steve ging neben der Leiche in die Hocke und betrachtete die hübsche Frau mit schiefgelegtem Kopf. Auch Max war vor Ort und begann die Leiche bereits eingehend zu untersuchen. Ein großes, blutiges Loch befand sich an ihrem Bauch, wo einige Innereien herausblickten. Es war kein schöner Anblick. Ihre Augen waren glasig und ein trauriger Ausdruck steckte in ihnen, dass sich Steve fragte, welche Gedanken der Frau durch den Kopf gegangen waren, als sie gestorben war. Sie trug blaue Flecken auf ihren Armen und eine Platzwunde an der Stirn. Der leichte Schorf auf der Wunde sprach davon, dass sie älter war als die Schusswunde.
Sie trug eine blaue Tarnfleckkleidung der United Staates Navy und Kampfstiefel. Die Kopfbedeckung, die zur Uniform gehörte, war nicht aufzufinden.
»Kannst du bereits etwas über sie sagen, Max?«, fragte er den Gerichtsmediziner. Dieser hielt einen Moment in seiner Untersuchung inne. Er drehte sie auf die Seite und runzelte die Stirn. »Sie wurde von hinten erschossen. Die Eintrittswunde am Rücken ist kleiner als die Austrittswunde am Bauch. Auch liegt der Eintrittspunkt wesentlich höher, als der Austrittspunkt.«
Steve runzelte die Stirn. »Also ein Schusskanal von oben nach unten … bei der Wunde würde ich auf ein Hohlmantelgeschoss tippen«, er ließ seinen Blick über die angrenzenden Gebäude werfen, wovon einige Hochhäuser waren, »also haben wir es mit einem Scharfschützen zu tun.«
»Gut geschlussfolgert, Commander. Besser hätte ich es nicht sagen können. Sobald ich sie im Leichenschauhaus habe, werde ich die Vermutung bestätigen können und den Winkel der Schusswunde ermitteln. Ich schätze ihren Todeszeitpunkt um Mitternacht ein. Plus, minus eine halbe Stunde. Die Temperaturen der Nacht waren sehr schwankhaft und lassen keine genauere Eingrenzung zu.«
»Danke, Max«, bedankte sich Steve bei ihm und erhob sich.
Tani unterhielt sich mit zwei Polizisten, während Junior den Gärtner des Zoos befragte, der die Leiche bei seinem morgendlichen Rundgang über die äußeren Grünanlagen des Zoos gefunden hatte.
Steve entschied sich dazu, bei Tani nach weiteren Details zu fragen, ehe er sich Informationen bei Junior über den Leichenfund einholte. »Wer ist unsere Tote?«
»Auf dem Militär-Ausweis, den sie in ihrem Geldbeutel mit sich führte, handelt es sich hier um Lieutenant Eva Miller. Sie gehört zur Navy. Ihre Fingerabdrücke bestätigen ihre Identität. Sie ist alleinerziehende Mutter einer neunjährigen Tochter. Diese heißt Amanda Miller. Der Vater ihrer Tochter wohnt auf dem Festland. Er zahlt regelmäßig den Unterhalt seiner Tochter, besucht sie jedoch nicht. Amanda stammt aus einer Militärfamilie. Ihre Brüder sind wie sie im aktiven Dienst, ihre ältere Schwester hat einen Soldaten geheiratet, nur ihre Zwillingsschwester unterrichtet an der ›Sydney University‹ in Naturwissenschaften den Lebensraum des Outbacks.«
»Du bist ziemlich flott, Tani«, lobte er seine arbeitsfleisige Mitarbeiterin, die erst seit kurzem sein Team bereicherte. Wie an ihrem ersten Fall hängte sie sich auch hier voller Tatendrang in die Arbeit.
»Das ist mein Job, Boss.«
Er nickte ihr dankend zu. »Wir müssen sämtliche Beweise am Tatort mitnehmen. Es wird eine Menge Arbeit für die Leute im Labor, herauszufiltern was nur Müll und was ein Beweismittel in unserem Fall ist. Wir müssen herausfinden, was Lieutenant Miller mitten in der Nacht am Zoo wollte.«
»Mit ihrer Tochter war sie bestimmt nicht im Zoo, der Zoo hat zwar am Freitag und Samstag geführte Abendtours im Programm, aber nicht bis Mitternacht.«
Steve blickte zur Toten zurück, die soeben auf die Bare gelegt wurde, um in die Gerichtsmedizin gebracht zu werden. »Besonders, da ihre Tochter nicht hier ist«, warf er erinnernd ein.
»Das sollten wir abklären lassen, was mit Amanda ist.«
Wieder nickte Steve. »Sobald ich mit Junior gesprochen habe, fahre ich zum Stützpunkt und erkundige mich.«
Seine Worte in die Tat umsetzend, ging er zu Junior herüber, der dem noch immer sehr geschockten Gärtner eine Hand beruhigend auf die Schulter legte.
»Ich verstehe einfach nicht, wie jemand so ein Verbrechen begehen kann …«, sprach der Gärtner aus und schüttelte den Kopf.
»Keine Sorge, Mister Garner, wir werden alles in unserer Machtstehende tun, um diesen Fall zu lösen.«
Der Mann nickte dankbar und entfernte sich mit seinem Besen vom Tatort.
Steve schaute Junior eingehend an. »Würdest du die umliegenden Häuser untersuchen? Unsere Tote wurde von einem Scharfschützen aus erhöhter Position erschossen.«
»Fuck … natürlich, Steve. Das sieht ganz übel aus. Hoffen wir, dass es sich hierbei um keinen Sniper handelt.«
»Das hoffe ich auch, Junior«, sprach Steve sorgenvoll aus. Es gab nichts Schlimmeres als einen Heckenschützen, wobei diese ihre Taten lieber in der Öffentlichkeit mit vielen Zeugen verübten, um von allen gesehen zu werden, Ruhm war diesen Menschen sehr wichtig. Ihr Täter in diesem Fall war jedoch mitten in der Nacht bei kaum Augenzeugen vorgegangen.
»Ich werde die Stadtwerke um Überwachungsbilder bitten und die umliegenden Bewohner befragen, ob jemand etwas gesehen hat«, schlug Junior vor.
Es gefiel Steve sehr, wie schnell Junior über die Polizeiarbeit gelernt hatte.


Fortsetzung folgt …
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