Vorbei bevor es beginnt?

von Sabi1968
OneshotAllgemein / P18 Slash
28.10.2019
28.10.2019
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Vorbei bevor es beginnt?





„Mehlem verlässt Darmstadt 98!“ Fassungslos starrte Felix auf sein Tablet, auf dem er gerade die Online Ausgabe der Darmstädter Tageszeitung las. Vom weiteren Text nahm er nur noch die üblichen Floskeln, wie „will mich sportlich weiter entwickeln“, „auf der Suche nach neuen Herausforderungen“, „ewig dankbar für alles, was der Verein für mich getan hat“, „danke an alle Mitspieler und die Fans“ usw., wahr. Wütend knallte er sein Tablet in die Ecke. Was dachte sich Marvin eigentlich? Waren sie nicht Freunde? Bisher hatte Felix das zumindest geglaubt. Aber ein Freund hätte ihm etwas so Bedeutendes doch persönlich gesagt. Da hätte er es nicht aus der Zeitung erfahren müssen. „Warum, Marvin?“, mit diesem Gedanken vergrub Felix sein Gesicht in seinen Händen und ließ seinen Tränen freien Lauf.

Schließlich hob er seinen Kopf wieder, rieb sich über die Augen und wischte die Nässe in seinem Gesicht weg. Nein, er würde hier nicht sitzen und heulen wie ein Baby. Er musste mit Marvin reden, herausfinden, was die wahren Gründe für diesen Wechsel waren. Vielleicht könnte er es dann verstehen. Felix griff zu seinem Handy und schickte Marvin eine kurze Nachricht: „Können wir uns bitte treffen? Ich glaube, wir müssen reden.“ Dann legte er das Handy weg. Es war Zeit sich auf den Weg zum Training zu machen.

Marvin war joggen gegangen. Nachdem der Verein heute Morgen seinen Wechsel in der Presse verkündet hatte, waren die Kommentare nur so über ihn herein gebrochen. Jeder hatte so seine Meinung zu diesem Thema und tat diese auch nur zu gerne auf den diversen sozialen Plattformen kund. Und längst nicht alle waren positiv und wünschten ihm Glück oder gratulierten ihm zu diesem Schritt. Im Gegenteil, eine nicht gerade kleine Anzahl dieser Kommentare war regelrecht unfreundlich, gemein, fast schon hasserfüllt. Da nannte man ihn „undankbar“, „einen Verräter“, „er solle bloß abhauen“, „so einen wolle man hier eh nicht“; „man würde ihn gerne persönlich nach Stuttgart bringen, Hauptsache er sei endlich weg“. Mit jedem Kommentar, den er las, wurde der Klumpen, der sich in seinem Magen gebildet hatte, größer und schwerer. Schließlich hielt er es nicht mehr aus. Er schaltete sein Handy aus, legte es weg und beschloss, laufen zu gehen. Vielleicht würde er sich so wieder beruhigen. Und tatsächlich, mit jedem Schritt, mit jedem Meter, den er lief, wurde er ruhiger. Er durfte das nicht so an sich heran lassen. Es waren ja nicht alle Kommentare so. Ganz viele Leute hatten sich für ihn gefreut und ihm alles Gute für die Zukunft gewünscht. Außerdem war es leicht im Netz unfreundliche Dinge zu schreiben. Da musste man dem Anderen dabei ja auch nicht ins Gesicht schauen.

Als Marvin nach einer Stunde vom Laufen nach Hause kam, war er wieder ganz ruhig und ausgeglichen. Er hatte die richtige Entscheidung für sich getroffen. In Darmstadt konnte er einfach nicht bleiben. Hier war "Er" und Marvin konnte seine Nähe nicht mehr ertragen. "Ihn" täglich zu sehen und doch nicht bei "Ihm" sein zu dürfen, zu wissen, dass er "Ihn" nie würde haben können, das hielt er nicht länger aus. Und bevor er daran kaputt gehen würde, ging er lieber weg. Ja, es war gut so. Er hatte sich richtig entschieden. Mit diesem Gedanken schaltete er sein Handy wieder ein und sah als erstes, dass er eine Nachricht von "Ihm" hatte. „Können wir uns bitte treffen? Ich glaube, wir müssen reden.“ Marvin schluckte. Er hätte damit rechnen müssen, dass Felix die Nachricht von seinem Wechsel nicht einfach so hinnehmen würde. Und im Grunde hatte er ja auch Recht. Sie hatten sich vom ersten Tag an gut verstanden und waren schnell zu guten, wenn nicht sogar besten Freunden geworden. Als sein Freund verdiente Felix eine Erklärung warum Marvin weggehen würde. Also atmete er tief durch und antwortete: „Ja, das müssen wir wohl. Ich habe morgen noch frei und komme abends nach eurem Training bei dir vorbei.“

Als Felix nach dem Training wieder auf sein Handy schaute, fand er dort Marvins Antwort. Er war froh und erleichtert, dass dieser einem Treffen zugestimmt hatte. Zumindest bedeutete ihm also ihre Freundschaft doch noch so viel, dass er nicht einfach ohne Erklärung verschwinden würde. Felix konnte sich nach wie vor keinen Grund vorstellen, der Marvin zu diesem Schritt bewogen haben könnte. Dabei hatte er an fast nichts Anderes denken können, als an Marvins mögliche Gründe für einen Wechsel. Soweit er wusste, fühlt sich Marvin in Darmstadt sehr wohl. Er lebte gerne hier, verstand sich gut mit seinen Mitspielern und hatte auch keine Probleme mit dem Trainer oder den Vereinsbossen. Wenn etwas vorgefallen wäre oder er irgendwelche Schwierigkeiten gehabt hätte, dann hätte Marvin sich doch sicher damit an ihn gewandt und ihn um Rat gebeten. Dass er das nicht getan hatte, konnte eigentlich nur bedeuten, dass Marvin ein Problem mit ihm selbst hatte. Felix konnte sich aber beim besten Willen nicht erklären, was es ein könnte. Sie verstanden sich super, auf und neben dem Platz, verbrachten einen großen Teil ihrer Freizeit miteinander. Wobei….. Seit circa zwei Wochen waren ihre Treffen seltener geworden. Marvin hatte immer mal wieder abgesagt oder behauptet andere Termine zu haben. Aber so sehr Felix auch rätselte, es fiel ihm nichts ein, was der Auslöser dieses Verhaltens gewesen sein könnte. Seufzend rieb er sich über die Schläfen. Dieses ganze Grübeln verursachte ihm langsam Kopfschmerzen und führte zu gar nichts. In der Hoffnung sich abzulenken schaltete er den Fernseher ein.

Am nächsten Morgen erwachte Felix auf dem Sofa. Scheinbar war er beim Fernsehen dort eingeschlafen. Sein Rücken schmerzte höllisch von dieser unbequemen Nacht. Stöhnend setzte er sich auf und beschloss, vor dem Training noch einen Besuch beim Physio einzuplanen. Das war vielleicht auch aus anderer Sicht ganz gut, denn wenn er mehr zu tun hätte, würde die Zeit bis zum Abend schneller vergehen.

Was für ein Irrtum! Während der Physio sich um seinen Rücken, die Schultern und den verspannten Nacken kümmerte, hatte Felix jede Menge Zeit nachzudenken. Er erinnerte sich an sein erstes Treffen mit Marvin. Mit seinem schelmischen Grinsen und seinen strahlenden Augen war dieser ihm sofort aufgefallen. „Hi! Ich bin Marvin“, hatte er sich ihm vorgestellt „Du musst Felix sein. Schön, dass du wieder zurückkommst. Ich habe mich schon darauf gefreut, mit dir zu spielen.“ Felix war von Marvins offener Art begeistert. Sie hatten sich schnell angefreundet und waren bald schon praktisch unzertrennlich. Die Mitspieler nannten sie schon scherzhaft „die siamesischen Zwillinge“. Man konnte sicher sein, dass wo der eine war, der andere nicht weit sein konnte.

Und das sollte jetzt vorbei sein? Bei dem Gedanken kamen Felix wieder die Tränen, die er jedoch schnell versuchte runter zu schlucken. Es sollte niemand merken, wie sehr ihn Marvins Wechsel traf. Er konnte jedoch nicht verhindern, dass sich seine Grübeleien auf das anschließende Training auswirkten. Er konnte sich einfach nicht konzentrieren und verbockte selbst die simpelsten Aufgaben. Beim abschließenden Trainingsspiel war er so schlecht, dass der Trainer ihn zu sich holte und ihn zur Rede stellte. „Mensch, Felix, was ist denn heute mit dir los? Wo bist du bloß mit deinen Gedanken?“, fragte Grammozis ihn. „Ich weiß auch nicht, Coach. Ich habe ein paar private Probleme“, antwortete Felix ausweichend. Den wahren Grund wollte er nicht nennen. „Dann sieh mal zu, dass du die ab morgen zu Hause lässt. Ich brauch‘ dich hier voll konzentriert. Jetzt lauf noch drei Runden und dann machst du Schluss für heute.“ Mit dieser Anweisung ließ der Trainer ihn stehen.

Nachdem er seine Strafrunden gelaufen war, hatte Felix sich umgezogen und war nach Hause gefahren. Dort lief er nervös durch seine Wohnung und wartete ängstlich und gleichzeitig sehnsüchtig auf Marvin. Der Zeiger der Uhr bewegte sich quälend langsam.

Kurz vor 19 Uhr stand Marvin bei Felix vor der Tür. Er hatte in der Nacht schlecht geschlafen und sich ständig hin und her gewälzt. Das bevorstehende Gespräch mit Felix bereitete ihm Kopfschmerzen. Was sollte er ihm sagen? Würde Felix irgendeine Ausrede schlucken? Wohl kaum. Aber würde er es schaffen ihm die Wahrheit zu sagen? Er wusste es nicht. Über all diese Grübeleien war er schließlich in einen unruhigen Schlaf gefallen. Beim Aufwachen am nächsten Morgen waren die Fragen sofort wieder da und beschäftigten ihn auch den ganzen Tag über, ohne dass er zu einem Ergebnis gekommen war. Jetzt stand er also vor Felix‘ Tür, nervöser als vor seinem ersten Profispiel und wusste noch immer nicht, was er gleich sagen sollte. Mit leicht zitternden Fingern drückte er auf die Klingel. Es dauerte keine Minute bis Felix ihm öffnete. Mit verstrubbelten Haaren und seinem so typischen Blick stand er da und schaute Marvin an. Der war wie erstarrt. „Kommst du rein oder willst du da draußen Wurzeln schlagen?“, fragte Felix nach einer Weile. Diese Worte lösten Marvins Starre und mit einem gemurmelten „Ne, ich komm lieber rein“ betrat er Felix‘ Wohnung. Er war schon so oft hier gewesen, aber heute fühlte er sich wie ein Eindringling. Unsicher stand er da und wusste nicht was er als Nächstes machen sollte. Schließlich kam Felix ihm zu Hilfe. „Zieh doch mal einfach deine Schuhe aus uns setz dich ins Wohnzimmer“, forderte er ihn auf. „Willst du was trinken?“ „Danke, ein Wasser vielleicht“, antwortete Marvin leise und ging an Felix vorbei. Im Wohnzimmer setzte er sich auf das Sofa auf dem er schon zigmal gesessen hatte. Nervös und unruhig knetete er seine Finger und blickte auf seine Füße. Er hatte Angst vor dem, was in den nächsten Minuten passieren würde. Mit einer Flasche Wasser und zwei Gläsern kam Felix rein, stellte alles auf den Couchtisch und setzte sich Marvin gegenüber in einen Sessel. Lange schaute er ihn an und wartete ab, ob Marvin reden würde. Doch dieser schwieg weiter beharrlich und sah ihn auch nicht an.

„Ok“, durchbrach Felix schließlich diese unangenehme Stille, „da ich dich um dieses Treffen gebeten habe, fange ich vielleicht am besten mal an. Ich habe immer geglaubt, dass wir Freunde, gute Freunde, sind, die sich bisher immer alles erzählen konnten. Du kannst dir hoffentlich vorstellen, wie enttäuscht und verletzt ich war, als ich gestern Morgen aus den Medien erfahren musste, dass du Darmstadt verlassen wirst. Ich verstehe es einfach nicht. Warum willst du weg? Und warum hast du nicht mit mir darüber geredet? Bedeutet dir unsere Freundschaft denn gar nichts?“

Bei den letzten Worten hatte Marvin aufgeblickt und direkt in Felix‘ Augen gesehen. Unverständnis und Wut hatte er darin erkannt. Und auch eine tiefe Traurigkeit. Schnell hatte er den Blick wieder abgewandt. Felix so traurig und verletzt zu sehen tat einfach nur weh. Trotzdem brachte er noch immer kein Wort über die Lippen und starrte nur weiter auf seine Hände. Felix platzte der Kragen. „Verdammt, Marvin, rede endlich mit mir! Ich will jetzt wissen was in deinem Kopf vorgeht. Warum trittst du unsere Freundschaft so mit Füßen?“ „Ich trete unsere Freundschaft mit Füßen? Wer hat denn hier seine neue Liebe verheimlicht? Wer hat denn seinen Mund nicht aufbekommen? Nein, mit einem kitschig süßen Kussbildchen bei Instagram wird die neue Freundin präsentiert. Da könnte ich kotzen!“ Marvin war aufgesprungen und tigerte nun wütend im Wohnzimmer auf und ab. „Weißt du eigentlich wie scheiße weh das tut, wenn du so erfahren musst, dass dein angeblich bester Freund jetzt vergeben ist? Dass er einfach nicht den Mumm hatte, dir das persönlich zu sagen?“

„Was? Wie? Freundin? Wovon redest du eigentlich?“ Felix war völlig überrumpelt von Marvins Ausbruch und schaute ihn nur völlig verständnislos an. „Ach komm! jetzt tu doch nicht so! Du weißt genau was ich meine.“ Marvin hatte sein Handy hervorgeholt und hielt es Felix nun unter die Nase. „Dieser Post ist ja wohl mehr als eindeutig. Da brauchst du gar nichts zu leugnen.“ „Das? Darüber regst du dich so auf? Das ist Tina. Die kenne ich schon seit dem Sandkasten. Sie hat bei meinen Eltern nebenan gewohnt und ist die beste Freundin meiner Schwester“, fing Felix an. Doch Marvin unterbrach ihn sofort wieder: „Also deine Jugendliebe? Da hättest du erst recht schon längst mal was sagen können.“  Er lief noch immer aufgeregt und wütend durch Felix‘ Wohnzimmer. „Marvin, jetzt hör endlich auf hier wie ein aufgescheuchtes Eichhörnchen hin und her zu rennen! Setz dich hin und lass mich mal ausreden!“, fuhr Felix ihn an. Nur zögernd ließ Marvin sich auf dem Sofa nieder. Noch immer fiel es ihm schwer ruhig zu bleiben, aber schließlich beruhigte er sich ein wenig und hörte Felix zu.

„Also, Tina wohnte neben meinen Eltern, war schon immer die beste Freundin meiner Schwester und ist seit über zwei Jahren sehr glücklich mit einer Frau zusammen. Für mich war sie nie mehr als ein guter Kumpel, mit dem man über alles quatschen kann“, erzählte Felix. „Und warum küsst du sie dann und stellst das Bild auch noch ins Netz?“ Marvin konnte einfach nicht still bleiben. „Dazu wollte ich gerade kommen“, sprach Felix ruhig weiter. „Das Foto ist auf der alljährlichen Sommer-Garten-Party meiner Eltern entstanden. Meine Schwester hatte mir erzählt, dass sie schon häufiger darauf angesprochen worden war, dass es bei meinen Posts nie Fotos von mir und einem Mädchen gäbe, was doch sehr verdächtig sei. Aus Sorge, dass es zu Gerede kommen könnte und ich das Opfer irgendwelcher Verdächtigungen werden könnte, hat sie gemeinsam mit Tina den Plan ausgeheckt, dass wir ein Kuss-Foto faken und das dann auf Instagram stellen. Und da ich nun mal absolut keinen Bock habe, dass es zu seltsamen Gerüchten über mich kommt, habe ich zugestimmt. So, und jetzt möchte ich von dir wissen warum dich das Foto so aus der Bahn wirft, dass du gleich den Verein wechseln willst.“

Marvin war bei Felix‘ Erzählung ganz still und blass geworden. Da hatte er also genau die Schlüsse gezogen, die Felix mit dem Foto beabsichtigt hatte. Aber statt ihn zu fragen, hatte er völlig überreagiert. Und warum? Weil sein dummes Herz zu sehr schmerzte, weil er alle heimlichen Hoffnungen schwinden sah. Sollte er Felix jetzt die Wahrheit sagen? Eigentlich war ja eh schon alles egal. Er stand doch ohnehin vor einem Scherbenhaufen. Da konnte er die Überreste auch genauso gut noch anzünden und verbrennen. „Ich….“, fing er leise an und fuhr sich durch die Haare, „Ich….. Ich fand dich vom ersten Moment an sympathisch, habe mich in deiner Gegenwart immer mehr als wohl gefühlt. Schnell habe ich gemerkt, dass ich mehr für dich empfinde als „normale“ Freundschaft, aber irgendwie bin ich immer gut damit zurecht gekommen. Es hat mir immer genügt, dass wir beide gute Freunde waren und ich viel Zeit mit dir verbringen konnte. Naja, vielleicht habe ich auch heimlich ein bisschen gehofft, dass du auch was für mich empfindest. Aber ich hätte es nie darauf angelegt, hätte dich nie bedrängt. Das musst du mir glauben.“ Marvin sah Felix fast schon flehend an. Seufzend fuhr er fort: „Als ich dann das Foto gesehen habe, war es, als würde mir der Boden unter Füßen weggezogen werden. Das war wie ein Stich ins Herz. All meine Hoffnungen haben sich in Luft aufgelöst. Ich war völlig fertig und habe, glaube ich, die halbe Nacht lang geheult. Am nächsten Morgen habe ich dann direkt meinen Berater angerufen und ihm gesagt, dass ich das Angebot von Stuttgart annehme, egal wie schlecht es auch ist. Ich wollte einfach nur noch weg von hier und dich nicht mehr sehen. Ich bin…. ich war eifersüchtig und konnte nicht mehr klar denken.“

Marvin saß zusammengesunken auf dem Sofa. Eine einzelne Träne lief ihm über die Wange. Felix, der sich während Marvins Erklärung neben ihn gesetzt hatte, nahm ihn in den Arm, hielt ihn fest an sich gedrückt und fragte leise: „Willst du mir damit sagen, dass du schwul bist und mich liebst?“ Marvin konnte nur nicken. Die nicht-geweinten Tränen schnürten ihm die Kehle zu. Zärtlich legte Felix ihm eine Hand an die Wange, drehte seinen Kopf und zwang Marvin so ihn anzusehen. „Ich liebe dich auch“, sagte er leise, bevor er seine Lippen ganz vorsichtig auf die von Marvin legte und ihn sanft küsste. Zögernd erwiderte Marvin den Kuss. Er glaubte zu träumen. War das wirklich wahr? Als sie ihren Kuss schließlich lösten sah er Felix tief in dessen wunderschöne blaue Augen. Was er darin entdeckte, war nichts anderes als reine, aufrichtige, tiefe Liebe. Sofort zog er ihn in einen erneuten Kuss, der kein bisschen zögernd war, sondern heiß und leidenschaftlich. Vorsichtig schob er dabei seine Hand unter Felix‘ T-Shirt und streichelte ihm sacht über den Bauch. Felix seufzte genüsslich und drückte Marvin sanft nach hinten bis dieser auf dem Sofa mehr lag als saß. Langsam ließ er seine Hand auch auf Wanderschaft gehen, fuhr ihm über die Seite nach unten bis er am Bund von Marvins Jeans angekommen war. Von dort streichelte er sich nach vorne und öffnete langsam erst Marvins Gürtel, dann den Knopf seiner Jeans und schließlich den Reißverschluss.

Marvin konnte ein Stöhnen nicht unterdrücken. Seine Hand wanderte auf Felix‘ Brust nach oben, wobei er das T-Shirt mit hochschob. „Zieh das aus!“, murmelte er und Felix hob gehorsam die Arme, so dass Marvin ihm das Shirt mit einer schnellen Bewegung ausziehen konnte. Sofort legte er seine Hände wieder auf Felix‘ Brust und begann dessen Brustwarzen zu liebkosen. „Marv“, stöhnte Felix und ließ seine Hand nun in Marvins Hose gleiten, um dessen schon ziemlich harten Schwanz zu massieren, was Marvin erneut stöhnen ließ. Er zog Felix zu sich und küsste sich langsam von dessen Lippen über seinen Hals und das Schlüsselbein bis zu seiner Brust. Dort begann er Felix‘ linke Brustwarze mit Zunge, Lippen und Zähnen zu bearbeiten während er die rechte noch immer sanft streichelte und zwickte. „Lass uns ins Schlafzimmer umziehen“, brachte Felix nur mühsam zwischen zwei Stöhnern hervor und zog Marvin von der Couch hoch. Mehr als willig folgte Marvin Felix. Unterwegs entledigte er sich gleich noch seiner ohnehin schon geöffneten Jeans. Im Schlafzimmer schob Felix Marvin sanft in Richtung Bett. Kaum lag dieser, hatte Felix auch schon seine Hände an Marvins Boxershorts und zog sie ihm mit einem Ruck aus. „Gott, du siehst so heiß aus“, sagte er mit rauer Stimme bevor er sich über Marvins Schwanz beugte und begann diesen mit Zunge und Lippen zu verwöhnen.

Marvin keuchte und stöhnte nur noch. Er merkte schnell, dass Felix das nicht zum ersten Mal machte. Das war so viel besser, als alles, was er sich bisher nur vorgestellt hatte. „Stopp, warte!“, stöhnte er schließlich „Ich will nicht, dass es zu schnell vorbei ist.“ Mit einem frechen Grinsen ließ Felix Marvins Schwanz aus seinem Mund gleiten. „Bin ich zu gut für dich?“, fragte er zwinkernd und schob sich zu Marvin aufs Bett. „Nein, ich möchte das nur so lange wie möglich genießen“, antwortete Marvin und verwickelte Felix in einen zärtlichen Kuss. Marvins Hände streichelten über Felix‘ Rücken nach unten bis sie am Bund seiner Jeans ankamen „Du hast noch zu viel an“, nuschelte er in den Kuss. Felix musste grinsen. „Dann ändre das doch!“ Das ließ Marvin sich nicht zweimal sagen. Schnell hatte er die Jeans geöffnet und zog die Hose mitsamt der Boxer über Felix‘ Hintern. Danach begann er eben diesen Hintern sanft zu kneten. „Zieh dein Shirt aus!“, forderte ihn Felix nun auf und Marvin kam dem nur zu gerne nach. Felix musterte ihn nochmals von oben bis unten bevor er ihre Lippen wieder zu einem leidenschaftlichen Kuss verschloss. Marvin keuchte in den Kuss und begann seinen Schwanz an Felix zu reiben. Noch immer knetete er dabei dessen Po. „Schlaf mit mir!“, raunte Felix ihm ins Ohr. Auf Marvins gesamtem Körper breitete sich eine Gänsehaut aus. „Ich habe das bisher erst einmal gemacht. Bist du sicher?“, fragte er. „Ja, ich vertraue dir und ich träume schon viel zu lange davon“, antwortete Felix heiser. „Hast du was da?“ „Obere Schublade.“ Marvin streckte sich und holte eine Tube Gleitgel und ein Kondompäckchen aus dem Nachttisch. Er tröpfelte sich etwas Gel auf den Finger und schob diesen dann langsam und vorsichtig in Felix. Felix stöhnte auf. „So gut!“, brachte er mühsam hervor. Marvin bewegte seinen Finger sachte vor und zurück und krümmte ihn dabei immer mal wieder. Schließlich nahm er noch einen zweiten und dann noch einen dritten Finger dazu und bereitete Felix so sanft, aber gründlich, vor. Felix stöhnte und wand sich unter ihm. Fahrig glitten seine Hände immer wieder über Marvins Brust. „Nimm mich endlich. Ich will dich ganz spüren.“, stöhnte er ihm ins Ohr. Marvin zog seine Finger aus Felix, nahm das Kondom aus dem Päckchen und rollte es über seinen Schwanz. Danach gab er noch etwas Gleitgel darauf, brachte sich in Position und begann langsam in Felix einzudringen. „Gott, bist du eng und heiß“, stöhnte er dabei, „Sag, wenn ich zu schnell bin.“ „Nein, alles gut. Mach weiter!“, forderte Felix ihn auf. Dabei sah er ihn aus lustverhangenen Augen an. Marvin versenkte sich ganz in Felix, was beide mit einem rauen Stöhnen quittierten. Langsam bewegte sich Marvin in Felix. Der nahm sein Verwöhnprogramm wieder auf und kümmerte sich um Marvins Brustwarzen. Immer lauter wurde das Keuchen und Stöhnen der beiden. Immer schneller bewegte sich Marvin in Felix bis dieser ohne Vorwarnung heftig kam und sich dabei bis hoch in seine Haare spritzte. Die plötzliche Enge um seinen Schwanz war dann auch für Marvin zu viel. Mit einem heiseren „Feeeeeelix!“ kam auch er und sank auf Felix‘ Brust zusammen.

„Wow!“, murmelte Felix „Das war so viel besser als ich es mir vorgestellt habe.“ Marvin konnte nur nicken. Vorsichtig zog er sich aus Felix zurück, entsorgte das Kondom und kuschelte sich dann eng an ihn. Zärtlich streichelte Felix ihn und verteilte Küsse auf seinem Haar. Nach einer Weile richtete Marvin sich auf und blickte Felix ernst in die Augen. „Was wird das jetzt mit uns?“, fragte er ihn. „Wieso? Wie meinst du das?“, alarmiert hatte Felix sich auch aufgesetzt. „Wir beide lieben uns. Ich….. Wir…… Ich habe gehofft, dass jetzt alles klar ist. Oder willst du etwa doch nicht mit mir zusammen sein?“ Ängstlich sah er Marvin an. „Doch, natürlich will ich mit dir zusammen sein. Das ist ja schließlich schon länger mein heimlicher Traum. Aber wie soll das denn funktionieren? Ich spiele demnächst in Stuttgart und du bleibst hier.“ Marvin konnte nicht verhindern, dass seine Stimme traurig klang. Erleichtert nahm Felix ihn in den Arm. „Tja, das hättest du dir eben mal früher überlegen sollen. Vielleicht hättest du besser mal deinen Mund aufgemacht, statt voreilig Nägel mit Köpfen zu machen“, konnte es Felix sich nicht verkneifen ihn ein wenig aufzuziehen. „Willst du mir jetzt vorwerfen, dass ich dein Bildchen ernst genommen habe? Du hättest ja genauso gut mal den Mund aufmachen können und sagen was Sache ist“, konterte Marvin sofort und brachte etwas Abstand zwischen sich und Felix. „Hey, beruhig dich wieder. Das sollte ein Scherz sein. Ich weiß doch selbst, dass man seinem besten Freund nicht eben mal nebenbei gesteht, dass man ihn liebt. Sonst hätte ich es sicher schon längst getan.“ Felix zog Marvin wieder in seine Arme. „Aber so weit ist die Entfernung zwischen Stuttgart und Darmstadt ja nun auch nicht. Wenn wir es beide wollen, dann bin ich sicher, dass wir das mit der Fernbeziehung hinbekommen werden. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich ja im Winter schon irgendwas Neues. Ich könnte auch wechseln oder du lässt dich an Darmstadt ausleihen. So lange wir uns lieben und diese Beziehung wirklich wollen, werden wir auch einen Weg finden.“ „Und ob ich diese Beziehung will, Felix. Ich liebe dich!“ „Ich liebe dich auch, Marv!“ Zärtlich verschloss Felix Marvins Mund mit seinen Lippen.

Zum guten Schluss:
Das ist sie also, meine wirklich allererste jemals geschriebene Story. Die Idee dazu hatte ich, als es im Sommer jede Menge Gerüchte über einen möglichen Weggang von Marvin aus Darmstadt gab. Zu meiner großen Freude ist er aber geblieben. Trotzdem mochte ich meine Geschichte zu sehr, um sie einfach wieder zu löschen.
Ich bedanke mich hier schon mal bei jedem, der sich die Mühe gemacht hat, mein Geschreibsel zu lesen. Über eine kleine Rückmeldung würde ich mich herzlich freuen.
Ein besonderer Dank geht noch an Stefan, der das Ganze Beta gelesen hat und mir mit vielen hilfreichen Tipps zu Seite stand.
Liebe Grüße
Eure Sabine
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