Infinite Earths Oneshots und Shorts-Sammlung

von Afaim
GeschichteAbenteuer, Drama / P16
Laurel Lance
27.10.2019
14.11.2019
8
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6. Überlebende



Universum: Dark Verse, die restlichen Fics zu diesem Verse sind in der „Legends of Tomorrow Shorts-Sammlung“ zu finden und Infos dazu auf meinem Blog afaimsarrowverse.tumblr.com, Im Grunde müsst ihr vor allem wissen, dass es einen großen Konflikt gab, bei dem die Mehrzahl der Helden ausgelöscht wurden.



Spoiler: Für mein Dark Verse (besonders „Ein Zeitalter ohne Helden“), sowie für die 8. Staffel von „Arrow“ bis 8.1. „Starling City“, die 6. Staffel von „The Flash“ bis ca. 6.5. „Kiss Kiss Breach Breach“, so wie die 4. Staffel von „Legends of Tomorrow“



Pairings: diverse vor allem vergangene Pairings, etwa Avalance, Atomwave, Olicity, Westallen, Cisco/Kamilla, Cynco, Laurel/Tommy



Warnings: Dark Fic!, SPOILER, Vergangener und gegenwärtiger multipler Character Death, schlechte Entscheidungen, Schuldgefühle



Inhalt: Statt dem Zeitalter der Helden herrscht nun ein Zeitalter ohne Helden. Eine Krise nähert sich, doch wie soll das Multiversum ohne die Unterstützung von Erde-1 überleben?



Es hätte alles vorbei sein sollen. Rip erschien mit einer menschlich aussehenden Version von Gideon und erklärte Sara, dass man sich immer an die Opfer, die hier gebracht worden waren, erinnern würde. Dass niemand umsonst gestorben war. Dass sie Ray nicht umsonst getötet hatte, dass Ava nicht umsonst gestorben war. Doch dann tauchte der dunkelhäutige Kerl mit der seltsamen Frisur und den seltsamen Outfit auf und sprach von einer kommenden Krise und dem Ende von Allem. Als wäre für Sara Lance nicht bereits Alles zu Ende gegangen. Als würde nicht gerade ihre tote Geliebte in ihrem Schoß liegen. Als hätte sie nicht gerade ihren besten Freund getötet um die Welt zu retten. Als wäre sie nicht ihrer eigenen Schwester im Kampf gegenüber getreten. Als wäre Oliver nicht gestorben, und Barry nicht verschwunden. Als wäre Nate nicht gestorben, was Alles hätte zum Guten wenden sollen, doch stattdessen zu all dem hier geführt hatte.

Wally tauchte neben Sara auf und berichtete: „Boss, es tut mir leid, aber Astra ist verschwunden und hat den Drachen mitgenommen.“ Wunderbar, als gäbe es nicht bereits genug schlechte Neuigkeiten. „Wir müssen sie finden, bevor sie noch mehr anrichtet“, sagte Sara, „Was ist mit den ganzen Dämonen? Konnte John sie alle zurück in die Hölle verbannen?“

„Sie sind zumindest alle weg“, meinte Wally, und auch das klang nicht gerade wundervoll. „Was ist mit den anderen?“, wollte Wally wissen, „Mit den Kollaborateuren? Und mit Vandal Savage?“

Sara fragte sich, warum er diese Fragen ausgerechnet an sie richtete. Aber Oliver war tot, und Barry zusammen mit dem Reverse-Flash verschwunden, und das hier war ihre Erde und nicht die von Supergirl, also fiel die Rolle des Anführers wohl ihr zu. Sie hatte kein Problem damit gehabt im Kampf der Anführer zu sein, sie hatte es auf sich genommen das zu tun, was niemand anderer tun könnte, was Mick nicht hatte tun können, weil er Ray zu sehr geliebt hatte, was Charlie nicht hatte tun können, weil sich alle auf sie als größte Gefahr konzentriert hatten. Aber nun erwartete man von ihr, dass sie entschied, was mit ihren verräterischen Freunden passieren sollte, und mit ihrer Schwester, ihrer solange tot geglaubten Schwester.

„Neron ist tot. Es ist vorbei. Lasst die anderen gehen, alle außer Savage. Der gehört dir, Rip, du kannst mit ihm machen, was du möchtest“, meinte Sara schließlich. Sie wollte keinen weiteren Konflikt mehr, sie alle brauchten Zeit um zu heilen, sich von ihren Verlusten zu erholen. „Kara wird auf ihre Erde zurückwollen“, fuhr Sara fort, „Wir müssen herausfinden, ob interdimensionales Reisen wieder möglich ist.“ Wally nickte um anzudeuten, dass er verstanden hatte, und war dann verschwunden.

„Sara“, begann Rip.

„Nicht jetzt“, wehrte Sara ab, „Was immer die nächste Krise auch sein mag, sie kann warten. Sie muss warten.“ Sie deutete auf den seltsamen Kerl, der mitten zwischen den Leichen ihrer Freunde und Feinde stand. „Er hat es selbst gesagt, diese Erde ist zu nichts mehr zu gebrauchen.“ Und vielleicht würde sie das nie wieder sein.



Das Leben ging weiter, das versprochene Zeitalter der Helden mochte es vielleicht niemals geben, aber diese Welt brauchte immer noch Helden. StarLabs versuchte sich aus den Trümmern seiner vorherigen Existenz wieder aufzubauen. Kid Flash wurde der neue und einzige Held von Central City. Cisco Ramon hatte seine Kräfte aufgegeben und wurde von Schuldgefühlen aufgefressen und half, wo er konnte. Er arbeitete Tag und Nacht an technischen Lösungen für Probleme, die es eines Tages geben könnte. Er programmierte sogar eine K.I., die reagieren sollte, wie Barry Allen reagiert hätte, die er B.A.R.I. nannte, doch keiner war besonders begeistert von dieser K.I., deswegen löschte er sie wieder. Iris West-Allen, Joe West, und Cecile Horton unterstützten Kid Flash, wo sie nur konnten, um sich von ihrer eigenen Trauern und ihren eigenen Verlusten abzulenken.

Und gerade als die Dinge einigermaßen gut zu laufen schienen, tauchte der Monitor auf und verkündete, dass Wally West sterben müsste um das Multiversum zu retten. Natürlich verkündete er das. „Ist doch klar, oder? Hat dieser Rip Hunter nicht von einem Zeitalter ohne Helden gesprochen? Nun, Kid Flash ist der letzte Superheld dieser Erde, oder nicht?“, meinte Cisco trocken, als er davon erfuhr.

„Nicht ganz“, rief ihm Iris in Erinnerung.

„Aber jetzt, wo Kara nach Hause zurückgekehrt ist, ist er der Einzige, auf den es ankommt“, sagte Cisco, „Nichts gegen Batwoman, aber praktisch niemand kennt sie, oder weiß von ihr. Und sie ist kein Meta-Mensch. Wally ist unser letzter Meta-Held, wenn er fällt, dann sind wir schutzlos.“

„Und wenn ich nicht falle, dann sterben wir alle. Und alle anderen Welten ebenfalls. Supergirls Welt, Erde-2, Erde-3, Erde-19. Sie alle werden vernichtet. Ich habe es gesehen, ich habe Jay Garrick besucht, und er hat mir dabei geholfen es zu sehen. Ich muss sterben um euch alle zu retten“, erklärte Wally fest.

Iris nickte. „Wir wollten es euch nicht sagen, bevor wir nicht sicher sind, aber….“, meinte sie.

„Nein, ich weigere mich zu glauben, dass es so laufen muss!“, verkündete Joe und sprang erbost auf, „Dass ich jetzt auch noch meinen anderen Sohn verlieren muss! Cops haben wenigstens Marken! Sie erwarten, dass sie eines Tages vielleicht nicht mehr nach Hause kommen, und die Bevölkerung ehrt ihr Opfer! Aber wer ehrt Superhelden? Wer ehrt Barry oder Caitlin oder Ralph? Oder den Green Arrow?! So darf es nicht enden! Ich akzeptiere es nicht! Nicht auch noch Wally!“ Mit diesen Worten stürmte Joe wütend aus dem Raum.

„Joe fällt es immer noch schwer sich daran zu gewöhnen, dass Barry weg ist“, erklärte Cecile, „Und weil Nora uns gesagt hat, dass er nie wieder zurückkommt…“ Sie sprach nicht weiter. „Ich rede mit ihm“, bot sich Iris an und folgte ihrem Vater hinaus.

„Ich bin bereit dieses Opfer zu bringen“, betonte Wally, „Nach allem, was passiert ist, wie könnte ich weniger geben als Barry, Caitlin, und all die anderen gegeben haben?“

„Weil du noch hier bist, und wir dich brauchen“, erwiderte Cisco, „Wie soll es weitergehen, wenn wir dich auch noch verlieren?“

„Meine Entscheidung ist gefallen“, verkündete Wally und stürmte nun den anderen Wests folgenden ebenfalls aus dem Raum.

„Das werden wir ja noch sehen“, murmelte Cisco.

Cecile sah ihn besorgt an. „Cisco, ich weiß, was gerade in dir vorgeht, aber du irrst dich, wenn du denkst, dass Wally, der einzige Held ist, der noch übrig ist“, sagte sie, „Vergiss nicht, dass du immer noch da bist.“

„Ja, das bin ich. Und solange ich da bin, werde ich nicht zulassen, dass Wally das Gleiche zustößt wie allen anderen meiner Freunde“, versprach Cisco düster.



Mick war verschwunden, war untergetaucht, wohin wusste keiner. Das Zeitbüro war geschlossen worden. Rip und Gideon hatten sich ebenfalls abgesetzt, nachdem sie sich um Vandal Savage gekümmert hatten. Mit Laurel sprach Sara nicht mehr. Manchmal traf sie sich mit Mona zum Kaffee. John war mit Gary und Nora Darhk losgezogen um einen Weg zu finden Nora von ihrem Gute Fee-Tum zu befreien. Das war vor Monaten gewesen, und seit dem hatte Sara nichts mehr von ihm gehört. Die Legends gab es nicht mehr, das konnte man mit Sicherheit sagen. Alles, wofür sie gestanden hatten, lag in Trümmern, ein Erbe hatten sie nicht hinterlassen. Kendra und Carter waren nicht mehr gesehen worden, seit Supergirl ihnen die Flügel gebrochen hatte.

Felicity hatte ein Mädchen namens Olivia geboren. Das Baby sah aus wie sein Vater. Es tat Sara weh es anzusehen. Und dann stand er auf einmal mitten in der Hütte im Wald, in der sich Felicity vor Gott und der Welt versteckt hielt. Der Kerl vom Schlachtfeld. „Ich brauche deine Hilfe, Sara Lance“, verkündete er, „Wenn du diese Welt retten willst, dann musst du tun, was ich dir sage.“

„Und warum sollte ich dir vertrauen?“, wollte Sara von ihm wissen, „Wer bist du überhaupt?“

„Ich bin der Grund, warum Kara Danvers immer noch lebt, und warum Barry Allen länger gelebt hat, als er es hätte sollen“, sagte der Kerl, „Oliver Queen hatte mir seine Gefolgschaft versprochen, doch nun, da er nicht mehr da ist um sein Versprechen einzulösen, musst du an seine Stelle treten.“

„Und warum ausgerechnet ich?“, wollte Sara wissen.

„Weil nur du die Eigenschaften besitzt, die ich benötige, Sara Lance“, sagte der Monitor, „Nur du kannst das Multiversum retten.“

„Oh ja, man nimmt nicht die Maid aus Stahl oder den Speedster für so eine Aufgabe, sondern die ehemalige Assassine, die schon ein paar Mal tot war, ist vollkommen logisch“, ätzte Sara, die kein Wort glaubte.

„Geh nicht mit ihm, Sara“, sagte Felicity, „Ich habe auf die harte Tour gelernt, dass man Versprechen von gottgleichen Wesen nicht glauben darf.“

„Du hast keinem gottgleichen Wesen geglaubt, Felicity, sondern Ray. Das hier etwas anderes“, erwiderte Sara, „Und keine Sorge. Ich vertraue diesem Kerl hier nicht, kein bisschen. Aber trotzdem werde ich mit ihm gehen.“ Immerhin war sie nun die Anführerin der Superheldengemeinschaft auf dieser Erde, nicht wahr? Also musste sie alles tun um die Welt zu retten, da sonst kein anderer mehr da war, der es tun könnte.



Als ein neuer Wells auf ihrer Erde auftauchte, war Cisco sofort misstrauisch. Zusammen mit Iris hatte er ihn begrüßt, nur um festzustellen, dass der Kerl eine Mischung aus Indiana Jones und Crocodile Dundee zu sein schien und es ziemlich gut drauf hatte zu verschwinden. Er war aus einem ganz bestimmten Grund auf ihre Welt gekommen, soviel war klar, und er schien nicht vorhaben diese Grund mit ihnen zu teilen. Trotzdem verwanzte er sie und bot ihnen an Wallys neue Schnapsidee das Leben von Ramsay Russo zu retten zu unterstützen.

Das Mittel, das er dazu verschlug, könnte allerdings auch Wallys Leben retten, und Cisco hatte nicht vor irgendeinem Fremden vor seinem Freund den Vorzug zu geben. Das Mittel, das Ramsays Blutkrankheit heilen könnte, könnte auch Wally vor der Antimaterie beschützen. Ramsay mochte Caitlins Freund gewesen sein, aber Wally war Ciscos. Er hatte schon einmal seine Freunde im Stich gelassen, als sie ihn gebraucht hatten. Ja, er hatte keine Kräfte mehr gehabt, doch die Entscheidung sich von seinen Kräften zu heilen war egoistisch gewesen. Er hatte sich eine Zukunft ohne Vibe gewünscht und eine Zukunft mit Kamilla. Doch Vibe wäre gebraucht worden und hätte es vielleicht geschafft Barry oder Caitlin oder Ralph oder Oliver Queen zu retten, und seine Beziehung zu Kamilla gehörte lange der Vergangenheit an. Er würde nicht noch einmal den gleichen Fehler machen.

Doch er musste klug sein. Anstatt vorzugeben, dass das Mittel, das sie stehlen wollten, nicht da war, tauschte er dieses gegen ein gefälschtes Mittel aus, das Wally dann Ramsay Russo übergab. Das echte Mittel hielt Cisco gekühlt versteckt um damit Wally im richtigen Moment retten zu können. Es war sowieso niemals sicher gewesen, ob sie in der Lage gewesen wären Russo zu heilen.



Saras Mission bestand darin dem Monitor - so nannte sich der Kerl, der sie rekrutiert hatte, auch wenn er noch einen weiteren außerirdisch klingenden Namen besaß – Zwergsteinpartikel von Erde-2 zu besorgen. Zu diesem Zweck brauchte sie Zugang zu Queen Merlyn-Enterprises, der gemeinsamen Firme von Moira Queen und Malcolm Merlyn auf dieser Erde. Sara nahm an, dass er einfachste Weg Zugang zu dieser Firma zu erhalten darin bestand sich den Leuten anzunähern, die Zugang zu ihr besaßen und das auf der höchsten Ebene, und dann deren Schlüsselkarte zu stehlen.

Also sprach die bei den Queens vor, was einfacher wäre, wenn sie auf dieser Erde nicht seit dem Untergang der Gambit als tot gelten würde. Also musste sie als allererstes auferstehen. Ganz offiziell. Und dann eine Menge Paparazzi abwehren. Zum Glück waren alle anderen Lances dieser Erde tot. Black Siren war auf Saras Erde im Kampf gegen Neray gestorben, Quentin Lance und seine Frau waren beide ebenfalls tot. Es gab als niemanden, dem sofort aufgefallen wäre, dass Sara nicht Sara war.

Nachdem sie es geschafft hatte sämtliche Reporter abzuschütteln, begab sie sich zu den Queens. „Sara, komm herein, ich habe gehört, dass du zurück bist.“ Moria ließ sie nichtsahnend in ihre Villa. „Ich wollte persönlich vorbeikommen um über Oliver zu sprechen“, erklärte Sara und erblickte dann hinter Moira Malcolm Merlyn. Das ist er nicht, rief sie sich in Erinnerung, Er sieht nur aus wie Malcolm.

„Nachdem Robert vor ein paar Jahren lebend gefunden wurde, hatte ich jede Hoffnung aufgegeben Oliver jemals wiederzusehen“, sagte Moira, „Aber Robert war auch der Meinung, dass du gestorben bist.“

„Ich wurde davon gespült, für ihn muss es so ausgesehen haben, als würde ich ertrinken“, erklärte Sara, „Aber was Oliver angeht, er ist wirklich tot, es tut mir leid, ich habe es gesehen. Robert und ich wurden von einem Schiff nahe Lian Yu aufgelesen. Aber nur wir beide. Wir hatten später Gelegenheit die Insel abzusuchen, von Oliver gab es keine Spur.“

„Aber wo hast du all die Jahre gesteckt, mein Kind?“, erkundigte sich Moira.

„Ich weiß nicht, was euch Robert erzählt hat, über Ivo und sein Schiff, aber es war eine ziemlich verrückte und beinahe tödliche Geschichte. Ich wurde vom Schiff gespült und wäre beinahe noch einmal ertrunken, doch dann wurde ich gerettet und an einen Ort namens Nanda Parbat gebracht“, berichtete Sara und behielt bei der Erwähnung der Heimat der Liga Malcolm genau im Auge. Er zeigte keinerlei Reaktion. „Eine Gruppe namens Liga der Assassinen hat mich aufgenommen“, fuhr sie fort. Malcolm tat immer noch so, als würde ihm das alles nichts sagen.

„Meine Güte, das klingt ja ….“, begann Moira.

„Es war genau das, wonach es klingt. Ich habe Dinge getan, auf die ich nicht stolz bin. Und mich deswegen nicht mehr nach Hause getraut. Ich wollte nicht, dass Laurel und Mom erfahren, was aus mir geworden ist“, gestand Sara, „Schließlich habe ich mich von dieser Organisation abgewandt, aber ich habe lange gebraucht um mich selbst wiederzufinden. Deswegen bin ich erst jetzt nach Hause gekommen.“

„Na das ist ja eine Geschichte, die es in sich hat!“ Tommy Merlyn kam grinsend die Treppe herunter. „Tommy!“, rief Sara überrascht aus und umarmte den Mann. Tommy trug einen Bart und sah älter aus als in ihrer Erinnerung, aber er war ja auch älter. Wenn man seinen Doppelgänger von Erde-X nicht zählte, dann war es zwölf Jahre her, dass sie ihn zuletzt gesehen hatte.

„Was gibt es bei dir Neues? Hast du Miss Wright schon gefunden, oder bist du immer noch der ewige Playboy?“, wollte sie wissen.

„Ich war zweimal verheiratet, bin aber zur Zeit wieder Single, also eine Mischung aus beidem, schätze ich“, erwiderte Tommy.

„Ja, manche von uns haben die Hoffnung auf Enkelkinder inzwischen aufgegeben“, stichelte Malcolm.

„Und wie geht es Thea?“, fragte Sara als nächstes, doch sie erkannte sofort, dass das die falsche Frage gewesen war. Die Mienen aller drei Anwesenden verfielen.

„Thea ist gestorben, Sara. An ihrem 18. Geburtstag hat sie eine Überdosis erlitten“, erklärte Moira.

„Oh, Gott, das wusste ich nicht, das tut mir so leid!“, rief Sara, und sie umarmte die trauernde Mutter spontan und fühlte sich schon etwas schlecht, als sie ihr bei dieser Gelegenheit ihre Schlüsselkarte stahl. Um Thea tat es ihr wirklich leid, auch wenn es nur eine andere Thea Queen war.

„Es war ein harter Schlag für uns alle“, sagte Malcolm.

Sara nickte verständnisvoll. „Wenn es irgendetwas gibt, das ich für euch tun kann, dann sagt es bitte“, meinte sie, „Ich weiß, ich habe nichts zu bieten und wecke vermutlich nur schlimme Erinnerungen bei euch, aber…“

„Ach, Unsinn, Sara. Wir haben Verluste erlitten, und du hast Verluste erlitten, aber im Grunde gehörst du doch zur Familie. Zumindest jetzt. Ich weiß nicht, was zwischen meinem Sohn und dir passiert ist, aber ich weiß, dass du und deine Schwester allen dreien meiner Kinder immer wichtig waren“, behauptete Moira, „Du bist eine von uns.“

„Das freut einen doch zu hören.“ Sara wirbelte herum, als sie die vertraute Stimme hörte.

„Nun, heute ist offenbar der Tag der überraschenden Rückkehren“, stellte Tommy fest.

„Laurel“, meinte Sara eisig.

„Hallo, Schwester“, erwiderte diese.



Als Ramsay Russo begann Amok zu laufen, wollte Cisco das für einen Zufall halten, doch leider war Ramsay selbst anderer Meinung. „Das Mittel, das ihr mir gegeben habt. Es hat alles noch viel schlimmer gemacht. Nicht nur, dass es mich nicht geheilt hat, dank ihm kann ich meine neuen Kräfte nicht mehr kontrollieren!“, warf Ramsay Kid Flash vor, „Ich beeinflusse das Blut in den Körpern anderer! Ob ich will oder nicht! Ich töte Menschen, wenn ich nur an ihnen vorbeigehe! Durch euch bin ich zum Tod geworden! Was habt ihr mir nur angetan?“

„Wir haben dir gar nichts angetan“, beteuerte Wally, und er hatte recht. Nicht StarLabs oder Team Flash hatten Ramsay das angetan, Cisco war es gewesen. Seinetwegen waren all diese Leute tot, von denen Ramsay sprach. Aber sie würden die letzten Opfer sein. Wally würde sich vielleicht weigern, aber Cisco wusste, was zu tun war. Niemand mehr würde seinetwegen sterben.

Während Wally mit Ramsay kämpfte bzw. es versuchte, denn der andere Mann ließ ihn nicht an sich heran und griff ihn ständig mit Blutfontänen aus seinem eigenen Körper an, die eine Art unheimliches Eigenleben zu besitzen schienen und diverse Festigkeitsgrade annehmen konnten, breachte Cisco sich mittels des portablen Gerätes hinter Ramsay und beschoss diesen dann mit einer Anti-Speedforce-Kanone.

Es wirkte. Für einen Moment war Ramsay wie eingefroren, Cisco nützte diesen Moment und schoss erneut auf Ramsay, diesmal aber mit einer Energiewaffe.



Sara wusste genau, wer die Frau war, die bei den Queen-Merlyns aufgetaucht war. Die Laurel Lance von dieser Erde war es nicht, es war ihre richtige Schwester, die ihr hierher gefolgt war.

„Was machst du hier, Laurel?“, wollte Sara wissen.

„Ich bin auf der Suche nach dir. Felicity hat mir erzählt, was passiert ist. Es hat einige Detektivarbeit erfordert herauszufinden, wo du bist, aber ich habe es geschafft“, erklärte Laurel, „Und bin hier um dich nach Hause zu holen. Deine Welt braucht dich. Was immer du für diesen Monitor-Typen machst, kann es nicht wert sein deine Heimat im Stich zu lassen.“

Sie saßen gemeinsam in einer Limousine, die Moira ihnen bestellt hatte, und Sara hoffte sehr, dass der Fahrer nicht nur das Verbindungsfenster zugemacht hatte, sondern auch wirklich nicht zuhörte. „Es ist witzig, dass das gerade von dir kommt, Laurel. Sich einem Dämon anzuschließen ist die Definition von seine Heimat im Stich lassen!“, erwiderte sie bissig.

„Du weißt, dass das nicht so war. Ich habe dir gesagt, dass alles gut werden wird. Du hast nicht darauf vertraut, dass Ray weiß, was er tut. Ich aber schon. Und alles hat sich zum Guten gewendet, es ist genauso geendet, wie er vorhergesagt hat, wie ich es dir gesagt habe!“, hielt Laurel dagegen.

„Menschen sind gestorben, Laurel. Unsere Freunde sind gestorben!“, betonte Sara.

„Wenn es nach Neron gegangen wäre, wären noch mehr gestorben. Es war der einzige Weg ihn aufzuhalten“, sagte Laurel, „Ray wusste das.“

„Ray hat ihn zurück geholt. Der Pakt war gebrochen, Ray war frei, aber er hat ihn freiwillig zurückgeholt!“, rief Sara wütend, „Und dann hat er begonnen alle Regeln zu brechen, die fürs Zeitreisen jemals gegolten haben!“

„Sein Herz war gebrochen. Er hat seinen Fehler rechtzeitig erkannt. Und er hat mich zurückgeholt, Sara. Was du nie getan hast. Verzeih mir also, wenn ich ihm das nicht nur übel nehmen kann“, gab Laurel zurück.

„Ich musste ihn töten, Laurel!“, zischte die jüngere Lance Schwester wütend.

„Was meine Aufgabe gewesen wäre, wenn keiner von euch damit Erfolg gehabt hätte. Ray hat sich darauf verlassen, dass du ihn erlösen würdest - du oder John oder Mick oder Oliver oder Charlie oder Gary - er hat darauf gesetzt. Aber wenn es keiner von euch getan hätte, hätte ich es getan. Er wollte nicht mehr leben, Sara, nicht nach allem, was passiert war. Und Neron wollte er mitnehmen, und das ist ihm auch gelungen. Ich weiß, dass du allen anderen verziehen hast. Die Generalamnestie war sogar deine Idee. Wenn du Felicity verzeihen kannst, warum nicht auch mir?“, gab Laurel zurück.

Sara zog es vor darauf nicht zu antworten. Laurel hatte in einem recht: Ray war es gewesen, der sie zurück ins Leben geholt hatte, nicht Sara, die sich das eigentlich geschworen hatte, und jedes Mal, wenn sie ihre Schwester ansah, wurde sie daran erinnert. Und daran, dass Laurel einst sie zurückgeholt hatte, obwohl es gegen jede Regel gewesen war. Vielleicht galt Saras Wut also gar nicht so sehr Laurel als vielmehr sich selbst.

„Was wolltest du bei den Queen-Merlyns, Sara?“, wollte Laurel wissen, „Wenn wir schon beide hier sind, dann können wir wenigstens zusammenarbeiten.“

„Danke, ich verzichte“, war alles, was Sara dazu sagte.



„Wie konntest du ihn einfach so töten, Cisco?“, wollte Iris wissen, „Wir sind Team Flash, wir töten nicht, wenn es sich vermeiden lässt!“

„Es ließ sich nicht vermeiden. Gern geschehen“, gab Cisco zurück.

Ramsay Russo war geradezu explodiert. Es war kein sehr hübscher Anblick gewesen. Wally weigerte sich immer noch mit Cisco zu sprechen. Er dachte wohl der andere Mann hätte ihm seinen Heldenmoment versaut.

„Wir sind ein Team, Cisco, du kannst nicht einfach hinter unser aller Rücken Entscheidungen treffen, die….“, begann Iris, doch Cisco unterbrach sie, „So wie du hinter unser aller Rücken entschieden hast, dass Wally sterben muss? News Flash, Iris, du bist nicht mehr die Anführerin dieses Teams. Du hast dich entschieden den Citizen zu deiner Priorität zu machen und als Anführerin zurückzutreten.“

Iris sah ihn ernst an. „Ich habe meinen Mann verloren und mich daraufhin entschlossen als Anführerin zurückzutreten. Aber vielleicht war das ein Fehler. Dad jagt Nash Wells hinterher, du tötest Menschen….“

„Ich tue, was nötig ist“, betonte Cisco, „Anders als ihr, sehe ich die Realität nicht mit einer rosa-roten Brille.“

„Ich wette Ray Palmer hat dasselbe gedacht“, sagte Iris dazu nur.



Sie kam zu spät. Ein geheimnisvoller Bogenschütze in Schwarz stahl die Zwergsternpartikel, bevor Sara sie stehlen konnte, und hinterließ Leichen. Und dann tauchte auch noch die Green Arrow-Version von Erde-2 auf. Und Laurel.

„Time Out!“, meinte Sara eine wilde Schlägerei später schließlich, „Wieso kämpfen wir gegeneinander? Dieser dunkle Bogenschützte ist der, der hier eingebrochen ist und all die Leute hier umgebracht hat.“

„Und ihr wolltet was genau hier?“, wollte der Green Arrow wissen.

„Das tut nichts zur Sache“, sagte Sara, „Wichtig ist, dass jemand von der Liga der Assassinen nichts Gutes mit den gestohlenen Partikeln vorhaben kann. Wir müssen ihn finden und von dem abhalten, was auch immer er plant zu tun.“

„Es ist Malcolm Merlyn“, meinte Laurel sofort.

„Nein, es ist nicht Malcolm Merlyn. Ich kenne seinen Kampfstil, das war er nicht“, widersprach Sara.

„Andere Erde, andere Menschen, White Canary“, rief ihr Laurel in Erinnerung.

„Ihr kommt von einer anderen Erde? Das erklärt, warum du aussiehst wie Laurel, aber nicht Laurel bist“, stellte der Green Arrow fest und deutete auf Laurel.

„Ja, was Laurel angeht … Ich schätze, wir sollten uns irgendwo anders ungestört unterhalten“, meinte Sara dann.



Mitten in der Nacht tauchte Breacher in Ciscos Schlafzimmer auf und erzählte ihm, dass Gypsy ermordet worden war. Hier auf Erde-1. Irgendwie war Cisco von dieser Neuigkeit kein bisschen überrascht.



Der Green Arrow dieser Welt wurde immer noch nur The Hood genannt, und er war ein Mann namens Adrian Chase. Von der Erde-1-Version dieses Mannes kannten sowohl Sara als auch Laurel nur Hörensagen. Die waren zwar nicht schmeichelhaft, aber er nahm sie mit in einen Bunker, den ein Canary-Symbol zierte, und der eindeutig einmal der anderen Laurel gehört hatte. Sie und dieser Adrian Chase schienen ein Team gewesen zu sein, also entschied Sara ihm zu vertrauen.

Zu dritt fanden sie heraus, dass Tommy Merlyn der Dunkle Bogenschütze war und die Glades niederreißen wollte, wie sein Vater einst auf Saras Erde. Theas Tod hatte ihn dazu verleitet diesen Wahnsinnsplan anzustreben.

„Du bist besser als das, Tommy“ , sagte Laurel zu ihm, als es zu der letzten Konfrontation vor seiner Erdbebenmaschine kam, „Der Tommy Merlyn, den ich geliebt habe, wäre zu so etwas nicht fähig gewesen, er war kein Massenmörder. Tommy, ich kann deinen Schmerz verstehen, das kann ich wirklich. Ich habe meinen Dad verloren und meine Schwester. Ich weiß, dass Trauer einen dazu treiben kann Dinge zu tun, die falsch sind, aber ich weiß auch, dass es nie zu spät ist umzukehren. Das hat mich ein anderer Freund von mir gelehrt, den ich ebenfalls verloren habe.“ Das hatte Sara nicht bedacht, aber ja, Laurel hatte Ray ebenfalls verloren. Und ihre Worte schienen bei Tommy zu wirken, er gab freiwillig auf, ließ sich verhaften, und verzichtete darauf Starling City von den Glades zu befreien. Und Sara und Laurel hatten die Zwergsternpartikel.



Cisco erklärte sich dazu bereit bei der Untersuchung von Gypsys Tod zu helfen. Breacher war erstaunt zu erfahren, dass Cisco keine Kräfte mehr hatte, und erzählte ihm von Breach-Psychosen. Keinen Moment lang dachte Cisco, dass sein Schlafwandeln aus der letzten Zeit damit zusammenhängen könnte. Diese Idee kam ihm erst, als er die Aufzeichnung von sich selbst sah, wie er Gypsy tötete.



Sara und Laurel wollten Erde-2 und das CCPD, indem sie Tommy abgeliefert hatten, gerade verlassen, als es losging. Etwas begann vor ihren Augen alles und jeden um sie herum in rotes Nichts aufzulösen. „Wir können sie retten. Wir können Tommy, Moira, Malcolm, und Adrian retten, Sara“, sagte Laurel, „Wir müssen sie sogar retten. Wir können sie nicht einfach so im Stich lassen.“

„Laurel, wir haben keine Zeit….“, widersprach Sara ihrer älteren Schwester.

„Wir müssen retten, wen wir retten können!“, beharrte Laurel und rannte zurück in den Verhörraum des CCPD und zerrte Tommy und seine Eltern hinter sich her. „Laurel, was geht hier vor?“, wollte Moira verwirrt wissen.

„Ich hab dich schon einmal sterben gesehen, ich kann das nicht noch einmal!“, erklärte Laurel Tommy und schob ihn durch das Portal.

Sara seufzte und drückte Moira den Kanister mit Zwergsternpartikel in die Arme, bevor sie sie und Malcolm ebenfalls durch das Portal schob. Laurel hatte recht, sie mussten retten, wen sie retten konnten.



„Ich verstehe nicht ganz“, gab Iris zu, „Cisco soll Gypsy ermordet haben?“

„Es ist nicht seine Schuld. Es nennt sich Breach-Psychose. Ein Breacher, der seine Kräfte unterdrückt, kann Opfer dieser Krankheit werden“, erklärte Breacher ihr, Wally, und Cecile, „Vielleicht ist euch in letzter Zeit ja schon etwas Ungewöhnliches an Ciscos Verhalten aufgefallen. Er hat etwas erwähnt von einem anderen Mord?“

Iris und Wally tauschten einen Blick aus und nickten.

„Auf jeden Fall wurde er nach Erde-19 geschafft und erwartet dort seine Verhandlung“, schloss Breacher. Keiner konnte dagegen etwas sagen, bevor er sich von ihrer Erde verabschiedete. Die geheime Probe im Kühlschrank, die Wally Wests Leben hätte retten sollen, wurde viel zu spät gefunden.



„Ich- ich verstehe nicht“, sagte Mona Wu zu den fremden Leuten, die sich im Arrowbunker eingefunden hatten, „Ich sollte hier nur nach dem Rechten sehen, bis Sara und ihre Schwester wieder da sind. Das hat Felicity Smoak gesagt. Wer sind Sie? Und wo ist Sara?“

„Mein Name ist Tommy Merlyn, und das sind meine Eltern“, erklärte ihr der Mann im schwarzen Kostüm, „Und was Sara und Laurel angeht … sie haben es nicht geschafft.“



Fin.



A/N: Nach „Ein Zeitalter ohne Helden“ hat sich mir die Frage gestellt, wie die aktuellen Staffeln in diesem Verse ablaufen würde. Hier also ein Teil der Antwort, mit wie immer keinem Happy End für niemanden.



Sorry.



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