Auge um Auge

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Edward Anthony Masen Cullen Emmett McCarty Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen Rosalie Hale
27.10.2019
26.03.2020
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„Wir haben ein Problem.“ Eröffnete sie ohne Begrüßung und Isabella stieg erschöpft vom Laufband.

„Dir auch ein fröhliches Hallo, Alice.“

„Dafür hab‘ ich jetzt keine Zeit.“ Plapperte diese drauf los und kam näher. „Zwei der Models hab abgesagt.“ Stieß sie atemlos aus – und das obwohl die Schwarzhaarige, anders als Bella, nicht gerade vom Training kam.

„Das ist eine Katastrophe!“

Isabella nahm einen großen Schluck von ihrer Wasserflasche und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sie zog die Brauen zusammen. In den Augen ihrer Freundin war alles immer gleich ein Drama...

Um sie herum hörte sie noch einzelne Schritte, denn gleich würde Jasper für heute die Türen des Studios schließen.

Der von Alice engagierte Fotograf käme in einer halben Stunde um einige Werbebilder für die neugestaltete Website zu schießen und eigentlich hatte Bella nicht vorgehabt dem beizuwohnen. Was sollte sie auch bei einem Fotoshoot…?

Doch das Universum schien wie so oft andere Pläne zu haben.

„Ganz ruhig, Alice.“ Sagte sie schließlich und stellte ihre Flasche ab. „Du kennst doch tonnenweise Leute und hast Verbindungen ohne Ende. Bestimmt lässt sich noch Ersatz auftreiben.“

„Keine Chance, ich hab‘ schon alle angerufen die in Frage kämen… Jemand über eine Agentur ist so kurzfristig nicht möglich, da krieg‘ ich rechtliche Probleme wenn kein Vertrag vorliegt!“

„Bleiben also noch private Kontakte.“ Erwiderte Bella ruhig und gestikulierte ihrem Gegenüber tief durch zu atmen. „Du kennst doch bestimmt den ein oder anderen, der noch bei keiner Agentur untschrieben hat…“

„Ja, aber Sam und Jared sind im Ausland. Victoria ist im 6 Monat schwanger und Peter liegt mit Grippe flach. Das ist eine mittelschwere Katastrophe.“

Bella schürzte nachdenklich die Lippen. „Wer hat abgesagt?“
„Alec und Jane.“ Die Frau schüttelt den Kopf als wäre es ein Hassverbrechen sie so im Stich zu lassen.

„Tanja und Seth kommen gleich noch, aber geplant war das Ganze etwas durchzumischen, damit Bewegung reinkommt.“

Alice sah nachdenklich auf ihr Klemmbrett. Mit Seth und Tanja hatte sie schon gearbeitet und die beiden waren gut, aber gerade ein Fitnessstudio sollte mit ein wenig Abwechslung glänzen.

„Also brauchst du ein männliches und ein weibliches Model?“ vergewisserte Bella sich nachdenklich. „Warum spring Jasper nicht ein?“ schlug sie vor. „Ich meine, es ist sein Studio. Er ist doch die total Sportskanone.“ (Zu seiner Optik konnte Isabella ja nichts sagen, doch ein Fitness-Guru wie er hätte sicher die entsprechenden Maße, oder?

„Jaspers Arm ist eingegipst!“ rief die Schwarzhaarige – deutlich ungehalten darüber, dass Bella daran nicht gedacht hatte. „Er kann wohl kaum als Model herhalten, was für ein Bild würde das machen?! Abgesehen davon, denkst du wirklich-“

„-Okay okay!“ Bella hob die Hände vor sich als würde sie sich ergeben. „Ganz ruhig, Alice.“ Verlangte sie und diesmal war ihr Ton ein wenig autoritärer. Wer ließ sich schon gern blöd anmachen?

„Ich hab‘ eine Idee, also lass die Kirche im Dorf.“ Vorsichtig tastete sie nahe des Laufbandes nach ihrer Sporttasche. Dabei stieß sie gegen Kovus flauschigen Kopf.

„Oh, hey Buddy.“ Als sie die Tasche gefunden hatte kramte Bella ihr Mobiltelefon hervor.

„Was machst du?“
„Ich rette dir den Hals... Gern geschehen.“ Murmelte Bella nachsichtig lächelnd und aktivierte die Spracheingabe.


Missmutig beobachtete Alice ihr Gegenüber, während ihres Gesprächs.

„Hi!... Ja, alles okay… Nein, nein, aber kannst du mich vielleicht abholen kommen?... Im Studio... Mhm… Perfekt, danke!“

Als sie das Telefonat beendet hatte zierte ein zufriedener Ausdruck Bellas Gesicht doch die Schwarzhaarige war dennoch erst mäßig begeistert.

„Uns fehlt immer noch ein weiteres weibliches Model…“

Isabella dachte nach… Aber wie schon gesagt, war sie niemand der Jemanden aufgrund seines Aussehens vorschlagen könnte… Was die Frage aufwarf, wieso Alice überhaupt ausgerechnet zu ihr gekommen war als sie-

„Vergiss es!“ rief Bella empört und trat einen Schritt nach hinten, als ihr klar wurde worauf ihre Freundin die ganze Zeit hinaus gewollt hatte.

„Komm schon!“ verlangte ihr Gegenüber in einem Tonfall als würde Isabella ihr ohnehin noch viel mehr schulden.

„Spinnst du?!“ ein halb hysterisches Lachen entkam ihr. „Wie stellst du dir das überhaupt vor, Alice? Ich wäre eine Gefahr für mich selbst und alle anderen Beteiligten!“

„Ach Quatsch, wir bringen dich in Position und knipsen ein paar Bilder und gut ist’s.“ Alice klang überzeugt, doch an ihr würde sie sich die Zähne ausbeißen, dachte die blinde Frau! Keine Chance, dass sie das tun würde!

„Alice…“ sie bemühte sich ruhig zu bleiben. „Ich würde wirklich viel für dich tun, aber...“ Bella rang kopfschüttelnd nach Worten.

Die Schwarzhaarige schwieg lange und musterte ihre beste Freundin. Sie hatte ja Recht… Das alles war alles andere als optimal, aber sie brauchte definitiv noch jemanden.

„Hast du ‘nen anderen Vorschlag?“ wollte sie leise wissen und lehnte sich etwas zu ihr. „Ich will mich vor Jasper nicht jetzt schon bis auf die Knochen blamieren-“

„Ach…“ suchend tastete Isabella nach der Hand ihrer Freundin. „Das hast du doch längst, Süße.“

Die Hand verschwand ruckartig. „Unglaublich komisch, danke.“

Alice warf einen Blick über ihre Schulter, doch Jasper schien von ihrem Dilemma nichts mitzubekommen.

„Ich will einen guten Job machen.“ Sagte sie ehrlich und die Brünette wurde ernst. Sie wusste, dass ihre Freundin ihre Arbeit ernst nahm… Das hier war wichtig für sie.

Aber die blinde Bella Swan vor der einer Kameralinse…?











20 Minuten später...



„Nein!“
„Komm schon – stell dich nicht so an, Emmett. Hilf einer Freundin aus der Patsche.“

Kovu der um seine Füße schlurfte und ihn schwanzwedelnd begrüßte machte es einem schwer sich angemessen aufzuregen. Dennoch gab der Dunkelhaarige sich Mühe. Er hatte kein Verlangen danach hier den Affen vor der Kamera zu geben.

„Alice-“ murmelte er leise und beugte sich zu seiner Schwester um ungehört zu bleiben. „-ist nicht meine Freundin. Wie kommst du auf die Idee mich da mithinein zuziehen?!“

Isabella lächelte leicht: „Du hast doch wohl nicht wirklich gedacht, ich brauche deine Hilfe um sicher nach Hause zu kommen oder? Ich bin seit 2 Jahren hier Kunde Emmett und meine Wohnung liegt bloß 10 Minuten von hier entfernt.“

Aber irgendwie hatte sie ihn ja her lotsen müssen – ihr war klar gewesen, dass er niemals hergekommen wäre, hätte sie ihn gebeten das Model zu geben.

Nachsichtig schmunzelnd tastete sie nach seinem muskulösen Oberarm – die kleine Alice würde ihr die Hölle heiß machen, wenn er sich nun quer stellen würde.

„Bitte…“ die Brünette schob die Unterlippe nach vorne. „Für mich…?“

Ein Schnauben, ein Fußscharren, ein Seufzen.

„Du schuldest mir was!“ Sein Zeigefinger war bedrohlich auf sie gerichtete, aber natürlich bekam Bella davon nichts mit. Sie grinste triumphierend.

„‘Bist der Beste!“

Im selben Moment kam Alice auf die zwei zu. „Bist du soweit?“
Ein undefinierbares Brummen war die Antwort woraufhin seine Schwester die Lippen amüsiert zusammenpresste. Sie könnte ihn dazu bringen einen Mord zu begehen, wenn sie wollte.

Und dessen war sich Bella nur allzu bewusst.
„Gut, hier.“ Stoffrascheln war zu hören. „Geh‘ nach neben an und zieh dich um, Jake ist auch gerade gekommen.“

„Jake?“ echote Emmett misstrauisch und sah sich nach dem Kerl um der eben durch die Glastür des Studios trat und lächelnd auf die kleine Truppe zutrat.

„Hey!“ rief der Mann mit dem dunklen Teint in ihre aller Richtung.

„Wer zum Geier ist das?“ sie konnte hören wie ihr Bruder das Gesicht verzog, doch Alice antwortete schneller als sie es konnte.

„Er ist heute unser Fotograf, wir haben ihn zufällig kennen gelernt. Seine Bilder sind der Wahnsinn!“ schwärmte die Schwarzhaarige und Bella fühlte die Notwendigkeit zu sagen: „Ja, der Wahnsinn!“ was ihr einen genervten Blick von ihr und Emmett einbrachte.

Der Hüne rollte die Augen über den Kommentar und beäugte den gut gelaunten Kerl, der nun bei ihnen angekommen war mit merklichem Unmut.

„Hey Bella! Alice.“ Jake drehte sich zu ihm. „Hi, ich bin Jake.“
„Emmett.“ Brummte er und drückte die Hand des Fotografen etwas zu fest.

„Wo darf ich aufbauen?“ fragte er Alice und die beiden zogen von dannen. Emmetts dunkle Augen folgten den zwei als sie in den Nebenraum gingen – dort wo die meisten von Jaspers Kursen stattfanden.

„Du solltest dich umziehen gehen.“ Erinnerte seine Schwester als Alice Geplapper verstummt war und begann damit ihre Sachen in die dunkle Sporttasche zu ihren Füßen zu packen.

„Du lässt mich nicht hier allein!“ verlangte er woraufhin Bella grinste. „Was denn? Hast du Angst, dass die anderen Kinder gemein zu dir sind?“

„Ich mein’s ernst, Bells.“ Wieder drohte er ihr mit erhobenem Zeigefinger. „Entweder du bleibst, oder ich bin weg.“ Ihr Grinsen fiel von ihr ab, als die Frau die Ernsthaftigkeit in der Stimme ihres Bruders hörte.

„Du verlangst von einer Blinden, sich ein Fotoshooting anzusehen?“ quengelte sie in der Hoffnung doch noch das Weite suchen zu können. Doch bevor der Hüne etwas erwidern konnte, rief Alice laut:

„Hey! Geh‘ dich endlich umziehen – Hop, hop, hop!“ von der Tür zu Turnsaal Nummer 1 her. Antreibend klatschte sie in die kleinen Hände.

Isabella war dabei ihre Tasche zu schultern, während ihr Bruder sich mit schlurfenden Schritten und vor sich hin schimpfend auf den Weg zu den Umkleiden machte.

„Und du:-“ Die Stimme der Schwarzhaarigen war jetzt sehr nahe. „Keine Bewegung, Missy!“

Isabella verzog den Mund ertappt.

„Glaubst du wirklich du kommst so einfach davon, wenn mir immer noch ein Model fehlt?“  

„Alice, ich bitte dich! Glaubst du etwa im ernst, dass Jemand-“

Lautes Klopfen erklang plötzlich von den verschlossenen Eingangstüren her und die Köpfe der Freundinnen wandten sich simultan dem Geräusch zu – auch wenn es in Bellas Fall völlig nutzlos war.

Die Brünette zuckte überrascht zusammen, als ihre Freundin einen leisen Pfiff ausstieß und anerkennend nickte:

„Die sind auch nicht von schlechten Eltern…“