Begegnungen

von Miaka
KurzgeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Albus Dumbledore Gellert Grindelwald Lucius Malfoy
27.10.2019
02.12.2019
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4. Erinnerungen

Sie gingen nebeneinander durch die blühende Pracht der Parkanlage um Malfoy Manor. Der weiße Kies des Weges knirschte unter ihren Schritten und vermischte sich mit dem leisen Gesang der Vögel in den Bäumen. Die frühsommerliche Wärme hatte die bunten Farben der Blumen hervorgelockt und so waren sie umgeben von einem Meer aus leuchtendem Gelb, tiefem Rot, zartem und dunklem Blau und schimmerndem Violett auf grasgrünem Grund. Verschiedenste Düfte stiegen von ihnen auf und die Luft roch nach Flieder und Lavendel, Rosen und Narzissen.
„Stört es Sie nicht, dass wir uns so wenig zu sagen haben?“, fragte Malfoy plötzlich. „Oder sind Sie mit Ihren Gedanken so weit fort, dass Sie es gar nicht bemerken?“
„Weit fort“, sagte Albus leise.


Sie saßen im Garten hinter Mrs Bagshots Haus im Schatten der großen Eiche, wie so oft in den vergangenen Tagen. Es roch nach trockenem Gras und die Hitze des Sommers war so drückend, dass Albus sein Hemd aufgeknöpft hatte, während er halb an den Stamm des Baumes gelehnt in ein Buch versunken war.
Eine plötzliche sanfte Berührung auf seiner nackten Brust ließ ihn die Luft anhalten und von seiner Lektüre aufsehen. Gellert lehnte, halb sitzend, halb liegend neben ihm am Baum, so dicht, dass sie sich fast berührten, aber eben nur fast, bis auf die schmalen Finger, die über Albus Haut strichen.
„Ich kann mich nicht konzentrieren wenn du das tust“, sagte er und bemühte sich tadelnd zu klingen.
Gellerts Augen klebten auf dem Text, den er gerade las und er lächelte auf die Seiten hinab. „Kannst du nicht?“, fragte er spöttisch ohne ihn anzusehen.
Blitzschnell schnappte Albus ihm das Buch aus den Händen. „Und ich mag es nicht, wenn du mich ignorierst, nachdem du erst mal damit angefangen hast.“
Jetzt sah Gellert zu ihm hinüber, seine Augen funkelten. „Gib mir mein Buch zurück“, verlangte er und streckte die Hand aus.
Es war ein Spiel und kaum, dass Albus mit dem Buch in der Hand aufgesprungen war und seinen Zauberstab gezogen hatte, war Gellert ebenfalls auf den Beinen und zielte mit seinem eigenen Stab auf ihn. Sie schleuderten einander einige harmlose Flüche entgegen, Funkten stoben auf, während sie parierten und wieder angriffen.
„Gib auf!“, forderte Albus.
„Niemals!“ Gellert lachte, dann warf er ihm den nächsten Fluch entgegen.
Er war so schnell, dass Albus nur mit einem reichlich uneleganten Hechtsprung verhindern konnte, dass ihm ein langer grauer Bart wuchs. Vom Boden aus jagte er einen Fluch in Gellerts Richtung, doch dieser parierte ihn geschickt und der Zauber traf stattdessen die alte Eiche. Der Anblick des Baumes, aus dessen Stamm nun zwei lange graue Eselsohren sprossen, brachte sie beide zum lachen. Albus versuchte den kurzen Moment der Ablenkung auszunutzen, sprang auf und schleuderte Gellert einen weiteren Zauber entgegen, doch dieser ließ sich nicht so einfach überrumpeln. Er kicherte spöttisch, parierte und der Kampf entbrannte von neuem.
Schließlich standen sie sich keuchend gegenüber, die Zauberstäbe irgendwo hinter sich im Gras. Albus hielt das Buch hoch über seinen Kopf. Er grinste triumphierend. Er war größer als Gellert, das Objekt der Begierde knapp außer Reichweite. Gellerts Blick fixierte das Buch, sprang dann zu Albus und wieder zurück zum Buch und auch auf seinem Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. Er kam so dicht an ihn heran, dass sich ihre Oberkörper beinahe berührten und streckte sich nach dem Buch, ohne es erreichen zu können.
„Gib es mir“, flüsterte er. Seine Stimme war dunkel, der Tonfall spielerisch, doch darunter versteckte sich etwas gefährliches. Warmer Atem streifte Albus Lippen. Er erschauerte.
„Was bekomme ich dafür?“, flüsterte er zurück.
Gellert lehnte sich ein wenig weiter vor, dann ließ er sich plötzlich fallen und ein kräftiger Schlag gegen das rechte Knie riss Albus die Beine weg. Er fiel hart auf den Rücken und die Luft wich ihm aus den Lungen.
Sein Gegner kletterte über ihn, setzte sich auf seine Brust, entriss ihm das Buch und drückte seine Handgelenke mit der freien Hand über seinem Kopf ins Gras.
Sein Grinsen wurde wölfisch. „Was bekommt der Sieger?“
Einen Moment lang war Albus schockiert ob der unfairen Attacke, der Protest lag ihm bereits auf der Zunge, doch dann beugte Gellert sich zu ihm hinab, küsste ihn und er vergaß, was er hatte sagen wollen.
Gellert Grindelwald spielte nur zu seinen eigenen Bedingungen und er bekam immer, was er wollte.
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