Diary of my heart

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
26.10.2019
07.01.2020
7
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Absätze in Kursiv sind Abschnitte von Krists Tagebucheinträgen.  

Und ein putziges schreibendes Kaomoji als Absatztrenner  __φ(..)





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…ich muss ihn einfach sehen!“



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Es war ein heißer Sommertag gewesen, den sie auf dem Feld verbracht hatten, aber Singto war trotz der anstrengenden Arbeit recht guter Laune, als er sich mit Kenji und Yun auf den Heimweg begab.

Er war nun zwei Monate hier und hatte in dieser Zeit schon so viele interessante und inspirierende Eindrücke sammeln können. Es war einer der Gründe, warum er nach seiner Zeit in den USA, die er nach seinem abgeschlossenen Studium dort verbracht hatte, beschloss sich etwas in der Welt umsehen zu wollen. Er war noch jung und ihm standen so viele Möglichkeiten offen, die er nutzen wollte. Zwar hatte sich sein Entdeckerdrang vorerst nur auf Asien bezogen, was aber nicht bedeutete das es weniger faszinieren war.

Japan war sein letztes Ziel.

Er war schon öfter hier gewesen, doch diesmal wollte er etwas anderes.

Er wollte das Leben der Menschen kennenlernen die fern der großen Städte lebten, und dieses kleine Bergdorf war genau der richtige Ort dafür.

Des Weiteren dokumentierte er seine Reise. Das Fotografieren war ebenso noch eine seiner größten Leidenschaften und dazu auch etwas, womit er sich ein wenig Geld dazuverdienen konnte.

Mit Hilfe von P´Jane, seinem alten Manager, verkaufte er seine Stories und Bilder an Verlage die sich dafür interessierten. Es war nicht einfach sich selbst darum zu kümmern, wenn man ständig unterwegs war und nicht garantieren konnte erreichbar zu sein.

Denn für seine Ausflüge nahm er sich Zeit.

Wenn er irgendwo die Gelegenheit bekam, dann blieb er eine Weile, um sich ein fassettenreiches Bild von den verschiedenen Kulturen und Menschen zu machen über die er dann berichtete.

Es war eine ungemein befreiende und horizonterweiternde Erfahrung. Etwas das ihm seine Augen manchmal etwas weiter öffnete oder auch daran erinnerte, dass es in Ordnung war einfach einmal loszulassen.

Das Leben als solches neu für sich zu definieren.

Er hatte viele neue Bekanntschaften schließen können, selbst wenn das Kommunizieren ein um das andere Mal nicht einfach war. Aber auch das gehörte dazu und es war nie ein Grund der ihn abgeschreckt hatte den Kontakt auf seinen Reisen zu suchen.

Er hatte Okata-san in Tibet getroffen und mit ihm ein Stück seiner Tour bestritten. Okata-san war ebenso ein Mensch der nichts von vollgestopften Touristenbusen hielt und es bevorzugte einen Ort für sich selbst erkunden und entdecken zu können.

So hatten sie sich auch getroffen.

Als sich ihre Wege wieder trennten, hatte Okata-san ihn eingeladen ihn in seinem Heimatdorf besuchen zu kommen.

Und das hatte er letztendlich auch getan.

Man hatte ihm ein kleines, rustikales Häuschen überlassen, das leer stand, waren die Besitzer in die nächstgrößeren Stadt verzogen.

Es war eine wirklich gastfreundliche Geste, und er wollte sich erkenntlich zeigen, indem er neben seiner Fotostories auch etwas mit im Dorf aushalf, wann immer es etwas zu tun gab.

Auf diesem Wege lernte er auch viel mehr dazu.

Kenji war Okata-sans jüngster Sohn, der ihm quasi mit allem vertraut gemacht hatte. Sie waren im selben Alter, was sie schon etwas zu verbinden wusste. Singtos japanisch reichte aus, um das nötigste zu verstehen und mitzuteilen. Umso praktischer war es, das Kenji ebenso ein wenig Thai und Englisch sprach.

So fühlte er sich nicht ganz so ungeschickt.

Es war früher Abend, als sie zurück ins Dorf kamen und Singto sich nach einer Dusche und etwas gutem zu Essen sehnte. Der Sommer in Japan konnte genauso anstrengend sein wie der zu Hause.

Er befand sich gerade in einem ausgelassenen Wortwechsel mit seinen Begleitern, als ihm eine Person auffiel die vor seinem Haus stand und etwas unentschlossen wirkte, hatte sie ihre Hand zwar an das Tor zum Grundstück gelegt, machte aber keine Anstalten es auch zu betreten.

„Erwartest du Besuch?“, erkundigte sich Kenji, als er seinem Blick gefolgt war.

Singto schüttelte den Kopf.

Wer sollte ihn hier besuchen kommen?

Und da Kenji auch nicht meinte, dass ihm die Person bekannt vorkam, war anzunehmen, dass sie nicht aus dem Dorf stammte.

Singto zog nachdenklich seine Augenbrauen zusammen.

Dann allerdings zog er sie reichlich überrascht nach oben, als sie sich weiter näherten.

Blieb darauf aber wieder stehen, glaubte er zu halluzinieren.

Hatte er möglich einen Sonnenstich?

„Alles ok?“, fragte ihn Yun auf sein Verhalten hin, was Singto nicht wirklich beantworten konnte, starrte er nur weiter auf den Besucher.

Dieser schien nun auch bemerkt zu haben, dass sich jemand in seiner unmittelbaren Nähe befand und wendete sich ihn schließlich zu, während er sich die Sonnenbrille etwas nach oben schob.

Dann setzte sie dieses verschüchtert wirkende Lächeln auf. „Hey, P´“



__φ(..)



Ihn nach all der Zeit wieder zu sehen, hatte mich doch mehr überwältigt, als ich angenommen hätte. Seinem Blick nach zu urteilen, glaube er wohl zuerst, dass er sich mein Erscheinen nur einbildete und ich kann es ihm auch nicht verdenken. Ich war so froh ihn vor mir zu haben.



__φ(..)



„Krist?“ Singto war nun in eiligen Schritten auf ihn zugegangen und schon im Begriff diesen an den Armen zu greifen, um sich zu vergewissern, ob er es tatsächlich war, hielt aber auf halben Wege darin inne.

„Was…“ Es war Krist der ihn mit seiner Umarmung überrumpelte, er aber aus einen anderen Grund nicht dazu überging diese Geste zu erwidern.

Dann ließ Krist wieder von ihm ab und schaute unsicher auf das er seinen Kopf senkte.

„Was machst du hier?“, war Singto doch noch in der Lage zu fragen, auf das Krist ihn flüchtig anschaute, bevor sein Blick an ihm vorbei schweifte und erneut zu Boden.

Nun wurde Singto sich auch wieder bewusst, dass sie nicht allein waren. Er wendete sich Kenji und Yun zu, die noch immer hinter ihm standen und etwas neugierig wirkten über die Situation und den Neuankömmling.

„Uhm, oh…also das ist Krist, ein…ein Freund von mir.“, ließ er die beiden wissen und Krist schenkte ihnen eine leichte Verbeugung. „Krist, das sind Kenji und Yun.“ Sie erwiderten die Begrüßung angebracht und es wurde etwas merkwürdig, als daraufhin keiner mehr etwas sagte und sie einfach nur dastanden.

„Ok, wir sehen uns dann morgen.“, meinte Singto schließlich an Kenji und Yun gewandt, doch bevor er sich abwenden konnte stoppte ihn Kenji mit einer Hand auf seiner Schulter. Er konnte daraufhin verfolgen, dass dieser Krist einen kurzen aber abmessenden Blick zuwarf, bevor er ihn wieder ansah.

„Wenn irgendetwas sein sollte, geb Bescheid. Ok?“ Singto nickte knapp, bevor sie sich gänzlich verabschiedeten und er mit Krist allein war.

Etwas hölzern gab er ihm an voraus zum Haus zu gehen, auf das er diesem folgte.



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Dass er nicht recht weiß, wie er sich mir gegenüber verhalten soll, ist ebenso nachzuvollziehen. Mir ging es nicht anders, obwohl ich mir den gesamten Weg hier her eingeredet habe, mich bloß nicht zu blamieren, wenn ich ihn gefunden habe. Aber am Ende steckten mir die Worte doch im Hals fest. Trotzdem war ich froh, dass er mich nicht einfach wieder weggeschickt hat.



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Seine Unterkunft war fern von luxuriös, was es für ihn authentischer machte sich in ein anderes Leben hineinversetzen zu können. Das kleine, traditionelle Häuschen, war von robuster Natur und mit seinen Schiebetüren und den Tatamimatten strahlte es seinen eigenen Charme aus.

Krist schaute sich nicht unerwartet interessiert um, als er ihn zum Wohnbereich lotste.

Auch da gab es nicht viel, außer einem typischen niedrigen Tisch der die Mitte des Raumes ausmachte, zwei Hüfthohe Kommoden und einen alten, etwas wackeligen Sessel.

Das Highlight war somit der Blick in den Garten, den man durch das Aufschieben einer weiteren Tür offenbarte.

Singto hatte sich die Mühe gemacht ihn ein wenig zu pflegen, war dieser ziemlich überwuchert mit der wildwüchsigen Vegetation, nachdem das Haus eine Weile leere gestanden hatte.

Es gab sogar einen kleinen Teich, unter einem alten Kampferbaum.

Fische gab es darin nicht.

Nur eine paar Frösche, die gern auf den Seerosenblättern mit dem Wasser schaukelten.

Noch immer hatte keiner von ihnen etwas gesagt und es ließ Singto innerließ seufzen.

„Schau dich um wenn du möchtest, ich muss mich erst einmal etwas frisch machen.“, ließ er seinen Gast schließlich wissen und setzte an sich zu entfernen.

„Getränke sind im Kühlschrank.“, fügte er noch hinzu und verschwand ohne eine Reaktion von Krist abzuwarten.



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Ich gebe zu, dass mich sein Lebensstil zuerst etwas überrascht hat, doch dann wurde mir wieder bewusst, dass sich unsere Persönlichkeiten schon immer in gewissen Belangen sehr unterschieden haben. Er war schon immer der etwas robustere Typ. Ich muss sagen, dass es ihm auch recht gut steht. Er sieht männlicher und erfahrender aus. Ein bisschen beneide ich ihn darum.



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Singto würde lügen, würde er sagen das ihn Krists Anwesenheit nicht aufwühlte, denn dachte er zurück war ihr letzter Abschied doch ziemlich enttäuschend für ihn gewesen.

Somit konnte er sich auch keinen richtigen Reim darauf machen, was Krist dazu bewogen hatte ihn nun hier, irgendwo in einen abgelegen Dorf, aufzusuchen.

´Vergiss was letzte Nacht passiert ist. Es war unbedacht von mir gewesen. `

Das war alles was er ihm damals über eine Notiz auf seiner Küchentheke mitgeteilt hatte, und zurück nach Bangkok geflogen war.

Seit diesem „Zwischenfall“ fühlte sich der Kontakt mit Krist immer etwas beklemmend an, auch wenn dieser sich vollständig von dieser Sache gereinigt zu haben schien, gab er sich Mühe es so aussehen zu lassen, als wäre wirklich nie etwas zwischen ihnen vorgefallen.

Und weil er Krist gut genug kannte, hatte er es hingenommen und war seiner Scharade gefolgt.

Ab einem bestimmten Punkt allerdings wurde ihr Kontakt immer sporadischer, je beschäftigter Krist mit seiner Karriere wurde und der damit verbundenen Nachfrage zu seiner Person.

Alles was er von dessen Leben letztendlich noch mitbekam, war das was es zu ihm in den Medien zu lesen gab.

Auch wenn es schade war, das sich alles so verlief, so freute er sich auch über Krists wachsenden Erfolg.

Sei es als Schauspieler oder als Musiker.

Das Krist beides sehr ernst nahm und hart dafür arbeitete, stand außer Frage.

Was in ihm die Frage aufwarf, ob man überhaupt darüber informiert war, dass er sich momentan in Japan befand?

Er wusste noch recht gut, dass Krist eine recht spontane und in diesem Zusammenhang oft auch unüberlegte Ader besaß.



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Es gibt so viele Dinge die ich ihm sagen möchte. Aber nun wo ich tatsächlich so weit gekommen bin, habe ich keine Ahnung, wo ich anfangen sollte mich zu erklären. Ich habe mich auf jeden Fall bei ihm zu entschuldigen. Aber ich denke, dass er noch etwas Abstand braucht, um damit zurecht zu kommen mich hier zu haben. Am Ende setzt er mich schon in den nächsten Stunden wieder vor die Tür.

Aber vielleicht lässt er mich wenigstens die Nacht über noch Bleiben.



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Als er zurückkam, lag Krist auf der hölzernen Terrasse die zum Garten hin zeigte und schien zu schlafen. Singto ließ ihn und nahm sich stattdessen die Zeit ihn sich etwas eingehender anzuschauen.

Krist hatte sich nicht großartig verändert, außer dass sein Gesicht vielleicht etwas markanter wirkte.

Doch wenn er ihn sich genauer ansah wirkte es vielmehr so, als wäre er etwas eingefallen. Die dunkleren Schatten und dessen Augen waren deutlich und seine Lippen blass.

Er war leger gekleidet mit seiner grauen Cargo-Short und einem dunkelblauen Shirt mit dem verblassenden Logos eines Mode Labels. Außerdem hatte er einen Rucksack dabei, dass das Ganze den Eindruck erweckte, als wäre er nur ein simpler Trekking Tourist.

Dessen Smartphone machte nun durch leichtes Vibrieren auf sich aufmerksam, das jedoch nicht in der Lage war Krist aufzuwecken und es somit eine Weile vor sich hin summte, bevor es wieder verstummte.

Singto begab sich zu Krist hinüber und setzte sich neben ihn. Er ließ seinen Blick gedankenverloren über das kleine Stück Garten schweifen, als er abermals ein Signal von Krist Telefon vernahm, das er eher unbewusst einen Blick darüber gleiten ließ.

Es war eine Nachricht von P´Yui.

„Wo steckst du?“ Die Frage war kurz genug, dass er sie hatte lesen können, bevor das Display sich wieder verdunkelte.

Singto gab ein ergebenes Raunen von sich, hatte er mit seiner Annahme das Krist anscheinend bei Nacht und Nebel auf und davon war, wohl Recht gehabt.

Er richtete sich wieder auf und verließ das Haus, um ungestört sein zu können.

Ein Stück die schmale Straße entlang und er setzte sich auf einen der größeren Steine die den Wegrand säumten.

Mit ein paar Klicks wählte er P´Yuis alte Nummer an, in der Hoffnung das sie noch immer aktuell war.

Es dauerte einen Moment, bis ihm ein fragendes „Hallo?“ entgegengebracht wurde.

„P´Yui?“, erkundigte er sich etwas unsicher, dem man mit einem „Spricht.“ antwortete.

Singto musste leicht schmunzeln, war es ewig her das er sich mit ihr unterhalten hatte.

„Hier ist Singto.“ Das folgende und deutlich überrascht klingende „Nong?“ ließ ihn kurz auflachen.

„Hey. Es ist eine Weile her. Tut mir leid, dass ich mich nicht schon eher wieder einmal gemeldet habe.“, ließ er sie wissen, fühlte er sich schon etwas schuldig. Auch weil er jetzt nur anrief, weil er etwas Bestimmtes mit ihr zu besprechen hatte.

„Er ist bei dir, oder?“ Sie war noch immer weitsichtig, wenn es um Krists Eigenheiten ging.

„Vor einer knappen Stunde hier aufgetaucht.“ P´Yui gab ein ergebenes Seufzen von sich, über diese Offenbarung.

„Ich hätte es wissen müssen.“, hörte er sie murmeln, bevor sie sich wieder straffte.

„N´Singto, ich weiß es mag unverschämt klingen und womöglich auch reichlich ungelegen kommen, aber könntest du dich eine Weile um ihn kümmern?“
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