Die Kinder Hircines

GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P12
24.10.2019
05.01.2020
4
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4 Ä. 201 / Regenhand / Tirdas

Dunkle Wolken zogen über das Land. Ein kalter Wind schlug durch die Äste der Wälder. Langsam und leicht fielen kleine Wassertropfen vom Himmel. Ich streckte meinen Kopf die Höhe. Mit dem Gesicht zum Himmel um die kleinen Wassertropfen zu spüren. Es tat gut den Regen zu spüren, wo es ja in Hammerfell wenig Wasser gab.

Ich schloss für einen Moment meine Augen. Ich wollte diesesn Moment einfach genießen. Diese unerträgliche Hitze in Hammerfell machte einen wahnsinnig, wenn man sich eine längere Zeit in diesem Land aufhielt.

Schließlich sah ich wieder nach vorn. Eine Karavane, geführt von Rothwardonen, zog an mir vorbei. Ich sah sie nicht an. Ich konnte keinen von ihnen anblicken. Es würde nur Erinnerungen an eine schlimme Zeit hervorrufen.

Also ritt ich weiter. Karavanen gab es viele. Aber selten das sie durch Himmelsrand zogen.
Plötzlich wurde der Regen stärker. Die Tropfen schwerer. Nach ca. 2 Minuten war man klatsch nass. Der Himmel wurde immer dunkler und ein Blitz erschien. Gefolgt von einem Grollen.

Verdammt. Ich musste schnell eine Unterkunft finden. Bevor wir beide, mein Pferd und ich, womöglich noch von einem Blitz getroffen wurden. Also ritt ich weiter und sah mich um. Hier ist nichts als Wald.
Kein Dorf oder keine Stadt.

Aber ich musste was finden. Und wenn ich mir eine Höhle mit einem Bären teilen müsste. Schließlich ritt ich in den Wald und sah mich um. Der Wald war sehr dicht bewachsen. So konnte man kaum 3 Meter weit sehen. Um vorran zu kommen, musste ich ein paar Zweige, die in meinem Weg hingen, zur Seite schieben.

Mein Pferd hatte Mühe, sich durch das am Boden liegende Gestrüpp zu kämpfen. Nach ungefähr 10 Minuten fand ich immer noch nichts. Mein Pferd hielt an. Sah sich panisch um und hüpfte auf seinen Hufen hin und her. Ich sah ihn an und fragte mich, was er gesehen hatte, dass ihm solch eine Angst machte. Er traute sich nicht weiter. Also: Was war da?

Ich sah in die Richtung. Ein knacken und rascheln und plötzlich sprang eine sehr große Kreatur brüllend aus dem Gebüsch. Mein Pferd erschrak und sprang wieherend zur Seite um davon zu rennen. Ich hielt die Zügel fest in der Hand und mein Pferd rannte einfach wild in eine Richtung.

Ich sah mich um. Ein weiteres brüllen folgte was mich nach hinten sehen ließ. Eine große Kreatur, so groß wie ein Bär, verfolgte uns. Sie war schnell aber ich konnte sie nicht erkennen. Ich sah nur ihren Umriss. Es hatte Fell. Ohren und eine Rute. Es glich einem Hund oder einem Wolf.

Die Kreatur kam immer näher. Plötzlich sprang mein Pferd über einen am Boden liegenden Stamm. Ich war froh, mich gerade noch rechtzeitig festgehalten zu haben. Denn irgendetwas sagte mir, dass ich von diesem Biest nicht gefressen werden wollte.

Ich drehte mich wieder zu ihr um. Wir hatten etwas an Abstand gewonnen. In einem Mondschein konnte ich die hochgezogenen Leftzen des Biestes erkennen. Diese Zähne. Sie waren lang.

Ich nahm meinen Bogen und einen Pfeil. Ich musste etwas tun. Diese Kreatur kam immer näher und näher. Ich spannte meinen Bogen. Und dann sprang mein Pferd erneut sodass ich Mühe hatte auf meinem Ross zu bleiben. Aber nachdem ich mich wieder aufsetzte, spannte ich meinen Bogen und ziehlte auf die Kreatur.

Ich hielt meine Luft an, um etwas ruhiger zu werden. Und dann ließ ich meinen Pfeil fliegen. Ich war ein recht guter Jäger. Aber hatte bei so manchen Bestien schon so meine Mühen.

Der Pfeil flog auf die Bestie zu doch sie wich aus und rannte noch etwas schneller. Ich nahm schnell einen neuen Pfeil und ziehlte wieder. Doch mein Ross sprang zur Seite und der Pfeil flog wieder daneben.

Ich nahm einen dritten Pfeil. Und spannte meinen Bogen wieder und ließ ihn wieder los. Er flog auf die Bestie zu uns traf sie an der Schulter. Es ließ uns etwas Abstand gewinnen aber die Bestie bog ab und sprang wieder in den dichten Wald hinein.

Ich drehte mich wieder nach vorn und konnte gerade so, nachdem ich meinen Bogen wieder an meinem Rücken verstaut hatte, einem großen Zweig entkommen, der auf mich zu kam. Dann nahm ich die Zügel wieder in die Hand und versuchte mein Pferd zu beruhigen. Ich zog einmal kräftig an ihnen und mein Pferd hielt an.

Nachdem wir nun standen klopfte ich ihm an den Hals. "Ist ja gut. Sie ist weg. Wir sind sicher." Sie schnaubte bloß und ich sah mich um. Mir fiel auf, dass wir auf einer Straße gelandet waren. Das ersparte uns dann die suche nach einer. Ich sah in den Himmel. Der Regen hatte auch so langsam nachgelassen. Es fielen nur noch vereinzelt Tropfen.

Und wenn ich genau hinhörte, konnte ich einen Fluss wahrnehmen. Das Rauschen war deutlich zu hören. Also trieb ich mein Pferd in den Trab und wir machten uns auf die Suche nach dem Fluss.

Wir brauchten nicht lange suchen. Nach 2 Minuten hatten wir ihn gefunden. Ich hielt also an uns stieg ab, band mein Pferd an einem Baum an und ging dann zum Wasser. Ich kniete mich hin und griff ins Wasser um etwas zu trinken. Ich war ja so durstig. Mein Ross war auch glücklich darüber, wieder etwas trinken und essen zu können. Also bis er genüsslich in das saftige Gras was am Ufer wuchs.

In Hammerfell gab es nicht viel Wasser. Und schon gar kein Gras. In der Wüste gab es vereinzelt Wasserbecken, wo Wasser für die kleinen Dörfer aufbewahrt wurde. Wir hätten auch da was trinken können. Allerdings war ich nicht gut mit den Rothwardonen. Sie würden das Wasser für mich lieber vergiften, als es für sich zu nutzen. Fragt nicht warum. Ich hatte meine Gründe. Ich wusch mir mein Gesicht ab und sah mich dann, nachdem ich es mit meinem Tuch wieder abgetrocknet hatte, um. Der Wald lichtete sich und ich glaubte, wenn ich nicht verrückt geworden war, sogar Rauch aus einem Dorf aufsteigen zu sehen. Ich stand auf und ging zu meinem Pferd.

"Ich glaube wir haben heute einen Glückstag." Ich band mein Pferd vom Baum los, stieg auf und trieb es an. Wir sollten das Dorf vor Einbruch der Dämmerung noch erreichen. Wir mussten theoretisch nur dem Flusslauf folgen.

Nach weiteren 5 Minuten Weg, kamen wir an einem Torbogen an. Er war von ein paar Wachen besetzt, seit Drachen über das Land fielen. Aber mittlerweile hatte sich die Lage wieder beruhigt. Man konnte noch vereinzelt Drachen in den Bergen antreffen, die über ihren Hort flogen. Aber sie griffen nicht mehr so häufig an, seitdem das Drachenblut den Anführer der Drachen niedergestreckt hatte.

Ich kannte das Drachenblut einmal persönlich. Aber durch die Reise nach Hammerfell, brach unser Kontakt ab. Wer weiß. Vielleicht würde ich ihn ja wieder antreffen.

Schließlich gingen wir durch das Tor. Mehrere Häuser erstreckten sich vor uns. Es war ein kleines Dorf, allerdings war hier viel los. Links von uns war eine kleine Schmiede, wo der Schmied gerade etwas herrstellte. Ich konnte nicht erkennen was er herrstellte, aber ich sah auf einem Tisch der daneben stand einen Knauf von einem Schwert liegen. Also würde er wohl das herrstellen.

Wahrscheinlich für die kaiserlichen Armeen. Ich sah wieder nach vorn und suchte mit meinen Augen nach einer Taverne oder ähnlichem. Ich konnte allerdings auch spüren, dass man mich beobachtete. Wahrscheinlich kamen hier selten Fremde vorbei.

Die Sonne ging langsam unter und ich hielt vor einem Haus, wo ein Schild hing: Schlafender Riese. Das musste eine Taverne sein. Also stieg ich ab und band mein Pferd etwas versteckt an einen Baum an. Viele die zu Fuß unterwegs waren, hatten interesse an einem frei stehenden Pferd.

Ich ging die kleine Treppe hoch. Ich war noch nicht mal an der Tür angekommen, ging sie auf und ein Mann stolperte heraus. Er sah mich an. Er roch stark nach Met. "Was glotztn Ihr so?" Ich konnte kaum ein Wort von dem was er sprach verstehen. Dann sah er weg und ging weiter. Ich sah ihm ein Stück hinter her und ging dann zur Tür. Ich machte sie auf und ging herein.

Das erste was mir entgegen flog, war der starke Geruch nach Schweiß und Bier. Gemischt mit der Wärme und dem Geruch von Essen. Ehrlich gesagt, widerte mich der gemischte Geruch an. Aber was solls, wenn man eine bleibe für die Nacht suchte.

Also ging ich zur Bar und ein Nord begrüßte mich. "Hallo. Ihr seht fertig aus. Was kann ich Euch denn gutes tun?" Ich sah ihn an und nahm einen kleinen Geldbeutel mit 10 Septimen von meinem Gürtel. "Ein freies Zimmer bitte." "Natürlich." Er nahm das Geld  und sah zu einer Frau, die anscheinend auch hier arbeitete. "Delphine! Wir haben einen Gast!" Er zeigte ihr den Geldbeutel und wusste gleich was er wollte.

Sie kam zu mir. "Kommt. Ich zeige euch Euer Zimmer. Hier entlang." Sie ging vorraus und führte mich in mein Zimmer. "Vielen Dank." Sie nickte und ging dann. Ich machte die Tür ran und stellte meinen Bogen in eine Ecke. Meinen Köcher legte ich auf den kleinen Tisch, der in einer Ecke stand und legte mich dann etwas später so wie ich war in das Bett. Ich war zu erschöpft als das ich mich noch meiner Rüstung entledigen konnte.

Als ich so im Bett lag, dachte ich noch einmal über den Tag nach. Und über diese Kreatur, die uns im Wald verfolgt hatte. Wir waren ihr gerade so entkommen. Was war das? Hoffentlich würde sich die Frage bald klären. Dann brauchte es auch nicht mehr lange, schlief ich auch schon ein.