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Der Zauber des Wildfräuleins

KurzgeschichteMystery, Fantasy / P12
Versengold
24.10.2019
24.10.2019
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Diese Geschichte ist angelehnt an das Lied: Vom Zauber des Wildfräuleins - Versengold.
Dieses zauberhafte Lied brachte mich auf die Idee eine kleine Kurzgeschichte zu schreiben.
Hauptfigur der Geschichte ist Malte - Sänger der Versengold Band.
Und natürlich ist alles frei erfunden

Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und freue mich über eure Meinung.







"Geh nicht", fleht Alex. Doch Malte beachtet die Worte nicht und läuft mit großen Schritten den schmalen Pfad entlang der in den Wald führt, über den so viele geheimnisvolle Geschichten erzählt werden.
Seine langen Haare zu einem Zopf gebunden, einen Stohhut auf dem Kopf, auf dem Rücken einen Rucksack mit ausreichend Proviant und mit seinen neuen Wanderschuhen an den Füßen, macht er sich schnurstracks auf den Weg ins Abenteuer. "MALTE!!!", ruft Alex verzweifelt.
Lachend dreht sich Malte um.
"Keine Sorge. Heute Abend bin ich zurück. Dann werdet ihr schon sehen das es alles nur Geschichten sind", ruft er, hebt zum Abschied die Hand und verschwindet zwischen den Bäumen.
"Geh nicht", flüstert Alex mehr zu sich selbst und schaut den Pfad entlang, der so unschuldig in der Morgensonne daliegt.

Es ist ein wunderschöner, warmer Herbsttag Ende September. Die Sonne lacht vom Himmel und taucht den herbstlichen Wald in ein Gold-Gelbes Licht, das ihn in all seiner Schönheit erstrahlen lässt.
Sanft streichelt der laue Wind über seine Haut und durch sein Haar, während die Vögel munter durcheinander zwitschern.
Tzzz...verwunschener Wald... Feen... Kobolde... Wildfräuleins... Alles Blödsinn, denkt sich Malte und atmet tief die angenehme, frische Waldluft ein.
Er legt seinen Kopf in den Nacken um nach oben in die Baumkronen zu blicken, in deren Geäst die Blätter rauschen. Im Einklang mit der Natur, schließt er für einen Moment die Augen, breitet seine Arme aus und atmet in tiefen Zügen ruhig ein und aus.
Wildfräuleins....Malte schüttelt grinsend den Kopf und marschiert weiter den Pfad entlang.
Ein Fräulein wäre um ehrlich zu sein ganz nett und ein wenig wild darf sie auch gerne sein. Bei dem Gedanken grinst er in sich rein und schüttelt über sich selbst den Kopf.
Ich bin einfach schon zu lange Single.

Als er da so vor sich hin läuft, ein fröhliches Liedchen summend, saugt er mit all seinen Sinnen die Schönheit des Herbstwaldes um sich herum in sich auf. Er liebt die Natur und das Wandern. Es ist ein guter Ausgleich zum Touraltag und ein so herrlicher Tag wie dieser, kommt wie gerufen um neue Kraft zu tanken und die Seele einfach mal baumeln zu lassen. Nur zu schade das er den Tag alleine verbringen muss. Er versteht seine Band Kollegen und zugleich auch besten Freunde nicht. Diese glauben doch tatsächlich die Geschichten, die schon seit vielen hundert Jahren von Generation zu Generation weiter erzählt werden.
Auch in der Gegend seiner Heimat gibt es solche Geschichten. Alter Seemannsgarn, nennt man es dort.
Zwar liebt er es den uralten Geschichten zu lauschen, schenkt ihnen aber keinen Glauben.
Meerfrauen die Seefahrer zu sich rufen und mit in die Tiefen der See mit sich nehmen, sie umgarnen und verführen und mit lieblicher Stimme zu sich locken, die gibt es für ihn nur in seinen Liedern, die von so mancher Geschichte erzählen. Und genausowenig glaubt er an Wildfräuleins, Feen und Kobolde.
Ein bisschen lachen muss er schon über seine Kumpels. Glauben die diese Geschichten doch allen Ernstes.
Vorbei an immer höher werdenden Bäumen, Tannen und Farnen, zwischen denen die verschiedensten Pilze wachsen, schlendert Malte gemütlich des Weges lang.
Von den Bäumen fällt Laub und die Sonne die durch das Blätterdach scheint, verzaubert den Wald in etwas mystisches, anmutendes.

An einem kleinen plätschernden Bach, lässt sich Malte auf einen Stein nieder und packt seine Brote und eine Flasche Bier aus um sich ein wenig zu stärken. Herzhaft beißt er in sein Salamibrot und trinkt einen kräftigen Schluck Bier hinterher, als er ein rascheln wahrnimmt das aus dem Geäst in unmittelbarer Nähe zu kommen scheint.
Bestimmt nur ein Reh oder ein Vogel, denkt er sich und schaut sich genüsslich kauend um. Er zuckt mit den Schultern, dreht sich wieder um und denkt sich nichts weiter dabei, während er aus seiner Tasche einen Schreibblock und einen Stift kramt. Es ist selten das er ohne Schreibzeug unterwegs ist. Als Musiker, der seine Songtexte selbst schreibt, kommen ihm oft spontane Einfälle die er gleich festhalten möchte bevor ihm seine Gedanken wieder entgleiten. Überhaupt liebt er die Poesie und seine Gefühle und Fantasie in Lieder zu verpacken. So also auch heute... Er möchte über die Schönheit des herbstlichen Waldes schreiben und über sich, als einsamen Wandersmann.
Erst jetzt fällt Malte auf die ruhig es eigentlich ist. Viel zu ruhig, um ehrlich zu sein.
Das muntere zwitschern der Vögel, dem er Anfangs voller Freude gelauscht hatte, schien verstummt zu sein. Auch das ihm bisher noch kein anderer Mensch begegnet ist, was für einen Samstag eher ungewöhnlich zu sein scheint, wird ihm bewusst.
Gehen an Tagen wie diesen nicht Familien mit ihren Kindern in den Wald um Eicheln und Tannenzapfen für herbstliche Basteleien zu sammeln? Oder Pärchen die ihre Zweisamkeit genießen möchten?
Jetzt wo Malte so darüber nachdenkt...Er hat auch noch kein einziges Tier gesehen. Nur ein paar Käfer krabbeln am Boden und einige Fliegen schwirren durch die Luft. Nicht mal ein Eichhörnchen, welches über den Waldweg huscht oder geschwind von Ast zu Ast springt, ist ihm begegnet. Nur das leise plätschern des Bächleins und Blätterrauschen ist zu vernehmen.
Ungewöhnlich, denkt er sich. Er legt Block und Stift beiseite, leert mit wenigen Zügen sein Bier und zieht sein Handy aus seiner Jeans.
"Hmmm...Kein Netz", brummt er vor sich hin. Noch nicht mal Notruf ist möglich, was in dieser Ländlichen recht abgelegenen Gegend nichts ungewöhnliches ist.
Deshalb denkt sich Malte dabei nichts weiter und lässt das Handy wieder in seiner Hosentasche verschwinden. Nicht mehr wirklich Hungrig macht er sich über die letzten Bissen seines Brotes her, wischt seine Hände an seiner Jeans ab und packt seinen Rucksack zusammen um sich weiter auf den Weg zu machen.
Aber wo ist der Weg von dem er gekommen war? Suchend schaut er sich um und zweifelte allmählich schon an seinem Verstand. Er ist sich zu 100% sicher das der schmale Trampelpfad genau vor ihm liegen müsste. MÜSSTE...Genau das ist es was Malte jetzt doch sehr verwirrt. Wo der Pfad sein sollte, wachsen dichte Büsche.

Suchend schaut er sich um und doch ist er sich sicher aus welcher Richtung er kam. Dort vor ihm sollte der Weg sein welcher ihn zurück auf den Hauptweg führt. Aber er war weg - spurlos verschwunden.
Ein mulmiges Gefühl breitet sich ungewollt in seiner Magengrube aus und zunehmend wird er nervöser.
"Ganz ruhig. Alles okay. Bestimmt hast du dich doch einfach nur geirrt", spricht sich Malte Mut zu.
Tief atmet er durch, schiebt die Zweige der Büsche mit seinen Armen beiseite und schreitet in das dichte Dickicht - Fest davon überzeugt jeden Moment auf den Hauptweg zu gelangen.
Immer schneller schiebt sich Malte zwischen den Zweigen voran. Sein Blut rauscht in den Adern, sein Herz schlägt bis zum Hals. Angst, ist es was ihm ins Gesicht geschrieben steht und er denkt an die Worte seiner Freunde.
Dornige Hecken reißen an seinen Kleidern und seiner Haut. Wie scharfe Krallen die ihn versuchen festzuhalten, graben sie sich in ihn fest. Malte scheint den Schmerz noch nicht einmal zu spüren, reißt sich immer aufs neue los und rennt nun schon fast durch die langsam lichter werdenden Sträucher.

Endlich hat er das Dickicht hinter sich - seine Arme voller blutiger Wunden von den scharfen Dornen. Sein Atem geht noch immer schnell und erschöpft lässt er sich auf den mit Moos bewachsenen Waldboden sinken. Ganz langsam wird seine Atmung ruhiger und er schaut sich um. Drei schmale Pfade liegen vor ihm.
Hier war er vorhin nicht vorbei gekommen. Da ist er sich sicher. Während er versucht Ruhe zu bewahren und alles ganz logisch zu sehen, will dieses mulmige Gefühl nicht weichen. Etwas tief in ihm sagt ihm das etwas nicht stimmt. Bestimmt hast du dich nur ganz wenig verlaufen und bist nicht weit entfernt von dem richtigen Weg, redet sich Malte ein und versucht somit seine Angst zu verdrängen.
Er hört auf sein Bauchgefühl und entscheidet sich spontan für den mittleren der drei Pfade. Unter seinen Füßen knackt und ächst es und immer wieder bleibt er kurz stehen um in die unheimliche Stille zu lauschen in der nur das sanfte Flüstern des Blattwerks zu hören ist.
Unheimlich... Eigentlich sollte die Stille des Waldes etwas friedliches haben. Aber diese Stille die ihn umgibt ist anders und umhüllt ihn auf wundersame weiße mit einem Schleier voller Traurigkeit. Die Glückseligkeit und Freude mit der er voller Lebenslust in den Tag gestartet war, schien wie verflogen. Auf einmal fühlt er sich so leer, einsam und er verspürt eine Sehnsucht nach.... Er kann es nicht genau sagen wonach eigentlich. Er fühlt sich so alleine.
Die Bäume die ihn umgeben werden immer größer, die Stämme immer dicker und umso weiter er läuft, umso weniger Licht fällt zwischen den Baumkronen hindurch, die sich bis hoch in den Himmel strecken. Uralt, unheimlich und bedrohlich wirken die Bäume.
Erneut bleibt Malte stehen und legt den Kopf in den Nacken um die gigantischen Bäume zu betrachten. Ungewollt füllen sich seine Augen mit Tränen und er verspürt ein Gefühl das er nicht richtig beschreiben kann und das er bisher so auch nicht kannte. Alles in ihm scheint so schwer zu sein und ihn beinahe zu erdrücken.
Fröstelnd reibt er seine Arme und schaut sich um - Nichts als Stille und der Wind in den Blättern. Er gibt einen Seufzen von sich und mit schweren Schritten schreitet er weiter voran in der Hoffnung bald wieder auf den richtigen Weg zu gelangen.

Eine schemenhafte Gestalt lässt ihn aufschrecken und wie gebannt schaut er auf die Stelle zwischen den Bäumen, wo er glaubt gerade etwas gesehen zu haben. Allmählich zweifelt er an seinem Verstand, ist sich nicht sicher was Wahr ist und was nicht, weiß nicht woher er kam und inzwischen auch nicht mehr wohin er eigentlich möchte. Eine fast unstillbare Sehnsucht umhüllt ihn. Sein Herz schwer und voller Wehmut. Er fühlt sich allein - so unendlich allein.
Immer weiter schreitet er voran, schaut sich immer wieder um. Seine Sinne wie vernebelt.

Weinend lässt er sich auf die Knie fallen und rauft sich die Haare - der Verzweiflung nah.
"Komm...Komm... Komm zu mir", vernimmt er ein Flüstern.
Ängstlich, nicht wissend ob Wirklichkeit oder doch nur ein Hirngespinst blickt Malte erschrocken um sich.
"Komm...Komm...Komm zu mir", ruft die Stimme sanft.
Malte wischt sich mit den Händen seine Tränen aus den Augen und von seinen Wangen und lauscht.
"Komm...komm..."
Angezogen von dem lieblichen Flüstern erhebt er sich und sucht nach der ihn lockenden Stimme.
In einiger Entfernung lugt hinter einem Baum ein Gesicht hervor.
"Komm...Komm zu mir", lockt ihn die junge Frau mit den langen, wallenden feuerroten Haaren.
Angezogen von ihrer Schönheit eilt Malte ihr wie in Trance entgegen. Doch als er kurz davor ist zu ihr zu gelangen, verschwindet sie mit einem leisen kichern hinter einem der gewaltigen Baumstämme und tauchte in einiger Entfernung lachend hinter einem anderen wieder auf.
"Komm...", lockt sie Malte mit ihrer verführerischen Stimme immer weiter.
Es scheint als verschmelze dieses wunderschöne Wesen mit dem Wald. Ihr zarter Körper, bedeckt mit einem bunten Blätterkleid, schwebt schon fast von Baum zu Baum.

Leise Klänge einer Harfe erfüllen wie von Zauber die Luft - als kämen sie aus dem Nichts. Verzaubert von der lieblichen Melodie und den sanften Rufen der schönen Frau, schreitet Malte weiter voran.
Licht, strahlt ihm in unmittelbarer Nähe entgegen und je näher er diesem kommt umso deutlicher vernimmt er den zarten Klang der Harfe. Ganz deutlich kann er sie nun hören.
"Komm...Komm zu uns", bittet ihn dieses wunderschöne Geschöpf und führt ihn auf eine sonnige Lichtung wo er von weiteren drei Frauen erwartet wird.

Die erste, trägt ein langes, wallendes grünes Blätterkleid. Braune Haare fallen in leichten Wellen über ihre zarten Schultern. Ihre grünen Augen strahlen Malte freudig entgegen.

Die zweite trägt ein wunderschönes Blumenkleid. Ihre Haare - So golden wie die Sonne und ihre Augen - wie Bernstein - so wunderschön.

Die dritte trägt ein Eisblaues Kleid, besetzt von 1000 winzigen Diamanten die in der Sonne funkeln. Ihre Augen - strahlend blau. Ihr schwarzes Haar - es reicht ihr bis zu den Hüften.

Malte, der mitten auf der Lichtung steht, ganz angetan der Schönheit der vier Wildfräuleins, weiß nicht wie ihm geschieht. Er fühlt sich so anders - verspürt ein schon fast unstillbares Verlangen.

Als würden sie schweben umkreisen sie ihn Tanzend, drehen sich dabei im Kreise und Summen eine liebliche Melodie, die Malte tief in seinem Herzen berührt.

"Ich bin Fiorella", spricht die eine und tritt vor.
"Ich bin das Wildfräulein des Frühlings. Komm...Komm zu mir, tanze mit mir.
Tanze mit mir unterm Blätterdach zwischen blühenden Blumen.
Lass mich sanft dich umgarnen, sanft dich verführen. Fühle dich leicht, geborgen und frei.
Komm... Komm zu mir. Tanze mit mir."

Lieblich lächelt sie Malte an und tanzt mit einer Drehung zurück in den Kreis.

"Ich bin Saleara. Das Wildfäulein des Sommers. Komm... Komm zu mir, tanze mit mir. Tanze mit mir über wilde Sommerwiesen - dreh schnell dich im Kreis. Lass dich verführen und lass uns Lieben - feurig und heiß.
Komm... Komm zu mir. Tanze mit mir."

"Mich kennst du bereits", spricht die Schönheit die ihn hergeführt hatte mit sanfter Stimme zu ihm. "Auch ich möchte mich dir vorstellen.
Ich bin Heliara, das Wildfäulein des Herbstes.
Komm... Komm zu mir und tanze mit mir.
Tanze mit mir durch Moos und durch Laub.
Lass mich dich verzaubern, mit der Schönheit und den Farben der Natur. Lass uns genießen und träumen, auf dem Moosbett des Waldes.
Komm... Komm zu mir. Tanze mit mir."

Auch das Herbstfräulein dreht sich schwungvoll zurück in den Kreis ihrer Schwestern.

Da tritt die letzte der vier vor und spricht mit klarer Stimme.
"Ich bin Walpiruna. Das Wildfräulein des Winters.
Komm... Komm zu mir, tanze mit mir. Tanze mit mir über das Eis. Tanze mit mir durch Schnee und durch Wind, bis der neue Tag beginnt.
Komm... Komm zu mir. Tanze mit mir."

"Wir sind die Wildfräuleins der Jahreszeiten", singen sie im Chor.
"Wenn du gehen willst, geh.
Wenn du bleiben willst, bleib.
Wenn du tanzen willst, tanze mit uns."

Benebelt und verzaubert von der Schönheit und den lieblichen Stimmen, dreht sich Malte mit den Wildfräuleins im Kreise.

Eine nach der anderen beäugt er voller Begirde und kann der Versuchung nicht widerstehen. Eine jede, die ihm ein anders verlockendes Versprechen gegeben hat, hat ihren Reiz.
Doch zum Sommer, der wunderschönen Saleara, fühlt er sich am meisten hingezogen. Sei es ihr goldenes Haar, ihre Bernstein farbenen Augen oder ihr Versprechen der feurigen, heißen Liebe. Er kann es nicht sagen. Zu groß ist sein Verlangen und eine sich steigernde Lust kommt in ihm auf.
Er will mehr... Gleich jetzt und hier.
Etwas zaghaft geht er einen Schritt auf Saleara zu, deren Augen ihn anstrahlen. Lächelnd hält sie ihm ihre Hand entgegen. "Komm... Komm zu mir mein Liebster."
Vorsichtig legt er seine Hand in die ihre. Eine angenehme Wärme umhüllt ihn und sogleich wird ihm ganz warm ums Herz. Vertieft in ihre Augen bemerkt er nicht wie die anderen drei Wildfräuleins verschwinden. So angetan von Saleara, weiß er nicht wie ihm geschieht.
Zum zarten Klang der Harfe, die wie durch Zauber noch immer spielt, wiegen sie sich im Kreise. Malte - umhüllt von Geborgenheit und vollkommenen Glück.
Bis die Sterne über ihnen erstrahlen, tanzen sie miteinander, drehen sich wild im Kreise und lieben sich im Mondschein, der die Lichtung in ein sanftes Licht taucht.
Malte genießt jede Sekunde und gibt sich voll und ganz dem schönen Wildfräulein hin, die ihn mit ihren Reizen leidenschaftlich verführt und umgarnt.
Sanft umschließen seine Hände ihre vollen Brüste und streicheln sie zärtlich, während seine Lippen die ihren liebkosen.


Malte erwacht auf der Lichtung in den Armen des Wildfräuleins, die ihm mit einem liebevollen Lächeln zärtlich den Kopf und durch die langen grauen Haare streichelt. Schwer geht sein Atem und er fühlt sich so schwach und gebrächlich.
"Sei nicht traurig Liebster", flüstert sie sanft und küsst ihm zärtlich die Tränen weg.
"Wenn du weinen willst, dann weine.
Wenn du tanzen willst, dann tanze ein letztes mal mit mir."

Mit schweren Schritten tanzt Malte mit dem Wildfräulein seinen letzten Tanz im Sonnenaufgang, bevor er sich erschöpft auf das Moosbett auf der kleinen Lichtung sinken lässt. Umgeben von hohen Gras, Farnen und herbstlichen Wildblumen, die sich sanft im Wind wiegen. Saleara sitzt an seiner Seite und zart streichelt sie ihm mit einem liebevollen Lächeln auf ihren Lippen seine Wange. In Bildern zieht sein Leben an ihm vorbei und bringt ihm seine Erinnerungen zurück. Aber es ist zu spät.
Sanft gleitet er in einen tiefen, friedlichen Schlaf, begleitet von dem lieblichen Summen des Wildfräuleins.






"Malte!!!", hörte er eine Stimme rufen und er fühlt eine Hand auf seiner Schulter die ihn sacht rüttelt.
"Malte!!!" Da, da ist die Stimme wieder.
Es kostet ihn unendlich viel Kraft seine Augen zu öffnen - seine Augenlider, schwer wie Blei.
So unendlich müde wie er ist, würde er sich am liebsten einfach nur dem verlockenden Schlaf hingeben.
"MALTE!!! WACH AUF", schreit die Stimme, die ihm bekannt vorkommt schon fast an. An beiden Schultern gepackt, wird er fest geschüttelt.
Mit aller Kraft gelingt es ihm einen Spalt die Augen zu öffnen und er erkennt über sich ein ihm vertrautes Gesicht.
"Alex...", murmelt er schlaftrunken.
"Mensch Malte, was machst du für Sachen?"
Malte erhebt sich mühselig und schaut sich suchend und verwundert um. Friedlich liegt der herbstliche Wald um die Lichtung in der Mittagssonne da. In nicht allzu weiter Entfernung äst friedlich ein Reh, versteckt hinter hohen Farnen und lässt sich nicht stören. Vögel zwitschern Munter um die Wette und ein Specht klopft in der Ferne. Er schaut an sich herunter, betrachtet seine Arme, deren Wunden geheilt sind, als wären sie nie dagewesen und blickt Alex fragend ins Gesicht.
"Hey Snorre, alles okay mit dir? Was schaust du so? Mensch, du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt", sagt Flo der neben Alex steht und lacht vor Erleichterung.
"Komm, lass uns ins Hotel zu den anderen gehen", sagt Alex, klopft Malte freundschaftlich auf die Schulter und hilft ihm hoch. Eindringlich schaut er ihn dabei an und Malte's Blick verrät ihm - da ist etwas geschehen.

Während die drei Freunde Heimwärts durch den herbstlichen Wald streifen, durch dessen bunte Baumkronen die Sonne ihn in ein wunderschönes Licht taucht, kann Malte zwischen den Bäumen erkennen wie Walpiruna , dass Wildfräulein des Winters ihn anlächelt und zaghaft zuwinkt.
"Lauf...", flüstert sie ihm zu, bevor sie mit den bunten Blättern verschmilzt und verschwindend.

"Alles okay mit dir?", fragt Flo.
"Alles bestens", antwortet Malte nur und lächelt vor sich hin.

Ende
 
 
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