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Wir sind beide Kämpfer (Teil 1 - Kämpferherz)

von KiwiMaus
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Die deutsche Nationalmannschaft FC Bayern München
24.10.2019
05.11.2019
13
70.133
11
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
31.10.2019 4.642
 
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Soooo, nun sind wir schon bei Tag 8! Ich denke so langsam fallen die Veränderungen auf ;-)
Mal schauen, was ihr mir so mitteilt, was euch so auffällt. Bin gespannt!
Liebe Grüße eure Kiwi :-*
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Die Fahrt dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Einerseits, weil die Strecke wirklich recht lang war, da hatte Leon am Vortag nicht übertrieben und das hatte ich auch gewusst. Lebte man länger auf der Straße, kannte man die Stadt und ihre Fluchtwinkel irgendwann in und auswendig. Zum anderen war es aber auch so langwierig, bis wir ankamen, weil wir nicht sprachen. Leon konzentrierte sich auf den Verkehr und machte nicht den Eindruck, als sei er bereit für ein Gespräch über ernste Themen und für Smalltalk war ich nicht zu haben. Nicht, weil ich mich nicht gern austauschte, sondern weil ich es irgendwie schlicht verlernt hatte. Zudem waren Themen wie Gesellschaftliche Vorkommnisse, Klatsch und Tratsch die vergangenen Jahre nicht nur in den Hintergrund getreten, sondern gänzlich nicht vorhanden gewesen. Ich hatte keine Ahnung, wer mit wem, welcher Star gerade im Entzug steckte oder schlicht und einfach, wer in der Bundesliga-Tabelle wo stand. Früher hatte ich mich für Fußball interessiert, wenn ich auch selbst aus Schutzgründen anderer nicht gespielt hatte, so war ich gerne als Zuschauer zu Sportveranstaltungen gegangen. Dies wäre mit Sicherheit ein Thema gewesen, über das ich mich mit Leon hätte unterhalten können. In meiner derzeitigen Situation wäre es jedoch nur zum stumpfen Fragespiel geworden. Ich fragte, er antwortete.

Ich hoffte, dass Leon wenigstens eine Tageszeitung abonniert hatte. Da wäre ich wenigstens in der Lage, etwas aufzuholen. Rein hypothetisch konnte ich jedoch davon ausgehen, dass Bayern wohl auf Platz 1 in der Tabelle stand. Zum Ende der Fahrt hin, nahm ich dann meinen Mut zusammen und schnitt das Thema an. Wähnte mich auf sicherem Terrain und kuschelte mich tief in den Sitz. „Seid ihr…also der FC… eigentlich stolz da ganz oben an der Spitze?“, fragte ich und schaute ihn von unten herauf an. „Alter, hör mir bloß auf…“, begann er und ich versuchte mich nun viel mehr, mich im Sitz zu vergraben. „Wir sind momentan auf Platz 5…5!!!... kannste dir das vorstellen?“,  er schaute kurz zu mir rüber. Wie sollte ich nun reagieren? Ich druckste rum. „Ähm, also… ne?!“, fragte ich mehr als das ich es meinte. Ich hatte ja ernsthaft keine Ahnung und angenommen, dass der FC sich wie immer auf Platz 1 tummelte und Eierschaukeln spielte. „Momentan ist der BVB oben…Hoffentlich packen wir´s noch!“, sprach er weiter. Seine Stimme war dabei ziemlich energisch. Aber wenn das so weiter geht siehts düster aus!“ Na toll, bei allen Themen, die ich hätte wählen können, hatte ich voll ins Klo gegriffen.

Ich hielt also wieder die Klappe und wartete bis wir ankamen. Doch Leon blieb still Im Auto sitzen, während ich mich hektisch abschnallen wollte. Als ich dies jedoch merkte, da hielt ich inne. „Was ist?“, fragte ich Leon. Irgendwie hatte ich immer die Angst im Nacken, dass er es sich doch anders überlegen würde. „Ich… ich weiß nicht… Ich meine, ich hab mich total auf heute… jetzt… gefreut, doch irgendwie… ich weiß nicht wie ich mit dir umgehen soll!“ Leon guckte mich ernst an. „Ich hab immer Angst was falsch zu machen. Die Sache neulich…der Rauswurf… mir ist klar, dass ich zu weit gegangen bin…Dinge gesagt habe, die ich mitnichten hätte sagen sollen, doch… ich hab seitdem mehr denn je das Gefühl ich mach ständig was falsch.“ Ich starrte hinab auf meine Finger. „Du…Du willst mich nun nicht mehr…also bei dir…?“, fragte ich. Entsetzt guckte er mich an. „Was? Nein!“, sprach er. Dann fluchte er unverständlich. „Siehst du, genau das mein ich!“ Er ballte die Hand zur Faust. „Du vertraust mir kein Stück weit!“, sprach er.

„Wenn das funktionieren soll, musst du lernen zu vertrauen!“, bat er mich nun sanfter. „Ich mein nicht immer alles nachteilig und negativ was ich sage und ja, dahingehend bist du verdammt anstrengend und nervig!“, verletzt guckte ich ihn an. „…Aber!“, sprach er weiter. „Ich geb trotzdem nicht auf!“, sagte er dann und lächelte quasi das Lenkrad an. „Aufgeben ist nämlich so gar nicht meine Stärke!“, meinte er dann und blickte zu mir. „Dein Glück!“, nun streckte er mir fast übermütig die Zunge raus. Dann boxte er mir leicht an die Schulter. „Komm, lass uns hoch… ich hab Hunger! Hab nach der Trainingsbesprechung gleich Max zum Flughafen gefahren und bin dann zu dir… Hab seit Mittag nichts gegessen!“, erklärte er. Ich schnallte mich ab, schaute ihn dann an. „Ich bemüh mich, okay Leon?“, versprach ich. „Ist halt… nicht so leicht…“ Ich wurde während des Redens leiser, was Leon zum Anlass nahm mir sanft den Nacken zu kneten.

Oben in der Wohnung setzte Leon mich auf seine Couch und deckte mich zu. Als ob ich das nicht selbst könnte. Etwas pissig schaute ich ihn wohl auch an. „Stinkstiefel!“, betitelte mich nur und ging dann Richtung Küche. In der Küche hörte ich ihn werkeln. Ich schlug die Decke weg, stand auf und ging in die Küche. „Hinsetzen!“, kommandierte Leon und schob mich auf einen Stuhl. „Liegen ist langweilig!“, grummelte ich ihn an. „Ich bin kein Fan vom Nix-Tun!“, klärte ich ihn auf. Leon stellte mir darauf kommentarlos eine Schüssel gewaschenes Gemüse hin und ein Brettchen dazu. Dann drehte er sich kurz um und legte mir anschließend ein Messer dazu. „Würfeln!“, ordnete er an. Ich machte mich also, nachdem ich zum Händewaschen doch kurz aufgestanden war, an die Arbeit und schnitt penibel das Grünzeug. „Du sollst daraus keine Wissenschaft machen!“, tadelte er mich, nahm dem aber durch ein Zucken seiner Mundwinkel die Schärfe. „Normal ess ich das Zeug am Stück!“, frotzelte ich. „Roh nehm ich an!“, stieg Leon auf das Spiel ein. Ich grinste. „Genau!“ War natürlich völliger Schwachsinn. Mit meiner Mom hatte ich gerne gekocht und Gemüse mochte ich, wie gesagt, echt gerne. Genau wie Obst!

Als ich fertig war, Leon hatte derweil eine Maschine vorbereitet und ein paar weitere Zutaten daneben gestellt, nahm er das Gemüse und packte alles zusammen in das Küchengerät. „So, dass kocht jetzt 30 Minuten, dann kann man es essen!“, erklärte ich mir. „Du hast zu viel Kohle…“, klärte ich ihn auf. „…wenn du Geräte hast, die für dich kochen!“ Leon blickte Richtung Küchengerät. „Weißt du“, sprach er dann. „Es ist nach einem anstrengenden Training echt cool, einfach nur ein bisschen zu tun und dann zum Essen wieder zu kommen. Erst recht, wenn du alleine bist!“, sprach er und klang fast traurig. Ich trat an ihn heran und schlag von hinten meine Arme um ihn, kuschelte mich an seinen Rücken. Dabei kam mir der Gedanke, dass ich ihm echt schizo vorkommen musste. „Ich weiß wie das ist, alleine zu sein!“, fing ich leise an zu sprechen. „Wir sind uns gar nicht so unähnlich, hmm?!“, antwortete Leon leise und legte seine Hände auf die Meinen. Dann lehnte er sich leicht an mich.

„Magst du Fantasy?“, erkundigte sich Leon dann. „Ja!“, antwortete ich dann. „Lust den Hobbit zu sehen? Hab ich im Kino nicht geschafft!“, kam es dann. Ich grinste in seinen Rücken. „Wär cool!“, stimmte ich in seinen Vorschlag ein. Leon behielt eine Hand in seiner und zog mich so zum Sofa. Wenige Minuten später lagen wir nebeneinander auf der riesigen Liegewiese und begannen den ersten Teil zu gucken. Ich kuschelte mich immer mehr in die Kissen hinter mir und zog mir die Decke bis unter meine Nase und klappte die Kapuze vom Hoodie über meinen Kopf. Irgendwie war das wohl eine Macke von mir. Als ich auf der Straße gewesen war, hatte ich dies immer gemacht, doch meist waren die Dinge in meinem Rücken Müllsäcke gewesen und der Kapuzenpullover am Stinken. Nun war es kuschelig weich und der Hoodie roch angenehm nach Waschpulver. Entspannt seufzte ich auf. Ich hoffte, dass ich wirklich Glück haben würde und es so blieb. Dann spürte ich, wie Leon einen Arm um mich legte und mich an sich zog. Ich machte es mir mit meinem Kopf auf seinem Oberschenkel bequem.

Ab Hälfte des Films wurden meine Augen schwer. Leon hatte sich derweil sein Essen geholt und hielt mir hin und wieder einen Löffel des Ratatouille unter die Nase. Das Zeug schmeckte echt lecker, dafür dass es quasi aus einem Automaten kam. Irgendwann merkte ich, wie mir etwas auf der Nase kitzelte. Ich zuckte und schlug es weg. Doch es kam wieder. Scheiß Fliege! Moment… Fliege? In Leons Wohnung? Ich war doch in Leons Wohnung, oder? Für draußen Ende November war es deutlich zu warm. Ich schlug die Augen auf. „Moin Schlafnase!“ Leon grinste mir ins Gesicht. Vor mir sah ich den Abspann des Hobbits. „Kannst den Morgen ja zu Ende sehen, wenn ich im Training bin. Ab der Mitte des Films warste weg!“, sprach er belustigt. Ich nickte, während er mir die Hand hinhielt und mir beim aufzustehen half. Mein Kreislauf tat mal wieder nicht, was er sollte. Doch Husten tat ich fast nicht mehr. Normalerweise dauerte eine Lungenentzündung deutlich länger und Weidmeier hat mir auch eingebläut mich nicht zu übernehmen, so gut es mir auch zugehen schien. Drei Wochen sollte ich Ruhe halten. Dann war es zirka Mitte November

Im Schlafzimmer legte ich mich sofort ins Bett. Wie selbstverständlich hatte Leon mich in sein Schlafzimmer geführt und mir einen Pyjama hingelegt. Dann war er zum Zähneputzen ins Bad gegangen. Ich kleidete mich mühselig aus. Das dauerte Stunden. Ich war völlig im Eimer, obwohl ich ja nichts getan hatte. Als Leon wieder kam. War ich gerade einmal vollkommen entkleidet. „Oh!“ Leon lief rot an. „Ich… ähm…“ er guckte weg. „Ist schon okay… blöde Frage…aber… kannst du mir helfen?“, bat ich ihn und schämte mich dabei. „Ich bin total im Eimer!“, erklärte ich ihm. Leon massierte sich unentspannt den Nacken. „Ähm… ja… klar…“ dann ging er vor mir in die Knie. „Oh man, dass habe ich mir irgendwie anders vorgestellt!“, witzelte ich um die Situation zu entspannen?“ „Was?“, fragte Leon und versuchte angestrengt woanders hinzusehen während er mir half. „Naja, dass du vor mir auf die Knie gehst!“, sprach ich. Leon wurde, wenn es denn ging, noch roter im Gesicht. „Das meinte ich nicht!“, sprach ich trocken. Ich konnte es mir auch absolut nicht vorstellen, dass ich das bei Leon oder irgendeinem anderen Mann jemals zulassen würde. Selbst mit Gummi nicht. Leon kniete sich vor mir hin. Schlagartig war die Situation ernst geworden.

„Das war mir schon klar!“, sprach Leon dann, und stieß die Luft aus seinen Lungen. Sprach dann jedoch sofort weiter bevor ich etwas sagen konnte. „Mir war klar, dass du nicht gerade von nem Blowjob redest. Aber sei mir nicht böse, wenn ich an Sex denke, wenn du NACKT keine 20 cm vor mir sitzt und dann so ein Spruch kommt! Ich bin auch nur nen Mann…“ Ich wollte was erwidern, doch Leon hob sogleich den Zeigefinger. „Lass mich ausreden!“, forderte er. Ich nickte. „Ich erwarte nicht, dass wir gleich in die Kiste springen. Zumal du eh gerade ziemlich unfit bist!“ Ich rechnete ihm in dem Moment hoch an, dass er nicht das Wort krank benutzte, denn das würde ich immer sein. „…Mir ist auch klar, dass du vielleicht gerade im Hinblick auf die Situation so gar nicht an Sex denken willst und das ist auch irgendwie okay…“, Leon brach ab, kaute sich auf der Unterlippe rum. „… okay nein! Ist es nicht… denn ich finde dich verdammt sexy und mag dich echt gerne und…“, er schaute mir nun direkt in die Augen. „Ich will mit dir schlafen… irgendwann – ich hab keine Angst, weil ich weiß, dass wir uns effektiv schützen können, so dass nichts passiert… Aber ich will dich nicht drängen und… Naja, Momentan hab ich eh alle 5 Minuten das Gefühl, dass du das nicht willst… also alles!“ Jetzt atmete Leon einmal tief durch.

Ich schüttelte den Kopf. „Ich will Momentan ne ganze Menge und das macht mir verdammt Angst!“, sprach ich so fest ich konnte. Dann schnaubte ich. „Da bist du Idiot schuld dran!“, ich dachte zurück an letzte Woche. „In einer Woche ist verdammt viel passiert… Das muss ich erstmal verarbeiten!“, erklärte ich ihm. „Ich mein, du hast  mein mickriges Leben ganz schön auf den Kopf gestellt und… dafür danke ich dir… Aber… Lass mir bitte Zeit!“, bat ich ihn. „Ich will dich nicht hinhalten aber… ich… muss das für mich selbst klar kriegen und… ich kann mir vorstellen mit dir zu schlafen… Aber… Man, jetzt kling ich wie ne Pussy!“ Nun kaute ich auf meinem Piercing auf der Lippe herum. „Ich konnte es mir schon letzte Woche Montag ziemlich gut vorstellen, bis ichs so grandios versaut habe. Damals aber weil ich einfach… Einfach mal wieder einen Kerl wollte, der vielleicht ein bisschen weniger ruppig ist… Aber jetzt… jetzt will ich es weil ich mehr will… Und das macht mir ne Scheißangst!“ Leon hatte, während ich sprach, seine Hände auf meine noch immer nackten Knie gelegt. Die Pyjamahose hing mir noch immer in den Kniekehlen. Leon schaute mich nur stumm an. Ich legte meine Stirn gegen seine. „Ich sag´s nochmal“, sprach Leon. „Ich lass doch nicht fallen!“, versprach er mir. Dann küsste er mich. Zärtlich. Sachte. Wie ein Versprechen.

Als er den Kuss früher als von mir gewollt abbrach murrte ich unwillig. „Komm, ab ins Bett, dann können wir noch kuscheln und knutschen bis du wegdöst!“, schlug er vor und half mir mit aller ihm möglicher Professionalität, den Pyjama anzuziehen. Inklusive griff an den Arsch und streicheln über meinen flachen Bauch, was mich nicht eben kalt ließ. Als wir im Bett lagen ging das Einschlafen zügiger als mir lieb war. Ich war wohl doch müder gewesen als zuletzt angenommen. Zumindest gab Leon mir noch einen Küss, zog mich auf seine Brust und dann wusste ich nichts mehr. Die Nacht war traumlos und erholsam. Die erste Nacht dieser Art seit einer Woche und die zweite dieser Art seit einer Ewigkeit!

Als ich am nächsten Tag wach wurde, war die andere Betthälfte leer. Stattdessen saß ein Teddy auf Leons Kopfkissen, welcher einen zusammengerollten Zettel zwischen den Pfoten hielt.
~Hey Ben,
fühl dich ganz wie zuhause, denn so soll es sein. Ich musste zum Training und du hast tief und fest geschlummert. Verdient! Die Kaffeemaschine ist selbsterklärend. Bedien dich einfach am Kühlschrank, wenn du Hunger bekommst. Ich hoffe ich bin bis 17°° zurück. Manja wollte gegen frühen Nachmittag vorbeischauen und deine Medikamente mitbringen. Das Rezept werde ich ihr gleich vorbeibringen. Leon~
Daneben hatte er einen Smiley gemacht und irgendein komisches Gekrakel. Sah aus als sei er spät dran gewesen.

Schmunzelnd stieg ich vorsichtig aus dem Bett. Ich hatte keine Lust, dass ich vor Schwindel noch umkippte oder so nen Schrott. Mein Blick ging zu dem Wecker auf Leons Nachttisch. Es war Mittag.  Träge schlurfte ich durch die Wohnung. Meine Motivation zog mich letzten Endes in die Küche, wo ich mir mit Leons Kaffeemaschine, es war ein Kaffeevollautomat, eine Tasse schwarzes Glück aufbrühte. Genießerisch schloss ich meine Augen und inhalierte den Duft, welcher aus der Tasse kam. Diese hatte mir Leon wohlweißlich schon drunter gestellt. Ich hätte mich bei den ganzen Schränken vermutlich dumm und dusselig gesucht. Auf Leons Küchentresen lagen 3 verschiedene Zeitungen. Die Süddeutsche, das Münchener Tagblatt, sowie eine Zeitung, welche augenscheinlich aus dem Ruhrpott kam. Die WAZ. Wieso gerade diese Zeitung, das konnte ich mir nicht erklären. Aber gut, vielleicht kam Leon daher?!

Ich setzte mich also auf einen der gemütlichen Barhocker und schlug die TZ auf. Sportteil! Während ich so dasaß und las, es gab echt eine ganze Menge Neues zu erfahren, klingelte es plötzlich an der Tür. Das würde mit Sicherheit Manja sein. Immerhin ging es mit großen Schritten Richtung Mittag. Als ich dir Tür jedoch öffnete, stand ein Typ mit dunkelbraunen hochgegelten Haaren vor mir. „Ähm, wer bist du denn?“, erkundigte sich dieser und schaute mich irritiert an. „Ich wollt eigentlich zum Leon!“, erklärte er mir dann und guckte an mir vorbei in den offenen Wohnbereich. „Leon ist nicht da!“, sprach ich. „Wenn du mir deinen Namen sagst, erzähl ich ihm aber nachher gerne, dass du dagewesen bist!“, bot ich ihm an. Dieser schien aber so gar nicht begeistert zu sein von meinem Vorschlag. „Wer du bist hatte ich gefragt?!!“, sprach der Kerl nun energischer. Er sah etwas älter aus als ich und ehrlich gesagt sah er nicht begeistert aus, dass er mich hier antraf. „Leons Mitbewohner!“, klärte ich ihn nur auf, nannte aber lieber keinen Namen. Ich wusste, dass zu viele Informationen an jemanden, den man nicht kannte nach hinten losgehen konnten.

„Wenn Leon nen Mitbewohner hätte, wüsste ich davon!“, sprach er und klang nun geradezu zickig. Ich runzelte hingegen nur meine Stirn und schloss Kommentarlos die Tür. Da mein Gegenüber damit offenbar nicht gerechnet hatte, versuchte er dies auch nicht zu vereiteln, sondern hämmerte lieber an die Tür, als diese bereits geschlossen war. „Ich ruf die Bullen!“, drohte er mir durch die Tür hinweg an. „Klasse! Mach das!“, entgegnete ich nur gelassen, wobei ich mich dabei überhaupt nicht so gelassen fühlte. „Ich ruf derweil Leon an“, bot ich an. Irgendwo hier in der Wohnung musste das Handy liegen, welches Leon mir überlassen hatte und er hatte mir bereits seine und Manjas Nummer eingespeichert. Bevor ich mich jedoch auf die Suche danach begeben konnte, hörte ich dass der Typ an der Tür irritiert jemanden ansprach und kurz darauf ein Schlüssel ins Schloss gesteckt wurde. „Jaja, ich erzähl´s dir ein andern Mal!“, kam die genervte Stimme von Leon. Hinter ihm trat Manja durch die Tür. Ich schaute zur Uhr. Halb zwei… Eigentlich dürfte Leon noch ganze eineinhalb Stunden auf dem geschnittenen Grün an der Säbener herumhüpfen. Stattdessen stand er nun im Eingangsbereich und zog sich seine Jacke aus. Manja schloss derweil die Tür. Der Typ von gerade schien widerstandslos abgezogen zu sein.

„Bin ich froh zuhause zu sein!“, sprach Leon erleichtert. „Was ist los?“, erkundigte mich und spannte mich unwillkürlich an. „Ach nichts eigentlich. Das Trainerteam hat mich nach Hause geschickt, weil meine Leistungen abgefallen sind und ich bin derzeit einfach etwas launischer und… ach…keine Ahnung… Ich bin den Müller etwas aggressiver angegangen und das hat weder ihm noch dem Trainerstab geschmeckt…“ „Und nu´?“, fragte ich Leon. „Und nun kein Plan…“ ernst sah Leon mich an. „Vielleich ne Geldstrafe oder so…“, meinte er dann etwas abwesend, während er seine Schuhe auszog. „Können wir einfach den Resttag genießen und morgen versuch ich mal mit denen zu reden?“ Ich zuckte die Achseln. „Meinetwegen“, murrte ich dann. Ich fands scheiße, dass Leon offenbar wegen mir so neben der Spur war, dass er seinen Job nicht mehr einwandfrei ausüben konnte.

„Ich wollte dir auch nur eben deine Medis bringen!“, schaltete Manja sich ein und drückte mir eine Tüte aus der Apotheke in die Hand. Ich nickte, bedankte mich bei ihr. „Wie geht es dir Schnecke?“, fragte Manja und sah an mir herab. „Besser!“, teilte ich ihr mit und lächelte. „Sieht man… die Farbe ist in dein Gesicht zurück gekehrt!“, stellte sie fest. „Wie ist der Schwindel?“ „Alles super!“, antwortete ich. Leon räusperte sich. „Ja, wenn man davon absieht, dass er mir gestern fast aus den Puschen gekippt ist!“, merkte er an und schaute gespielt böse zu mir. „Na…“, Manja schaute Leon an. „…Da bin ich ja froh, dass er nun dich hat“, sprach sie und zwinkerte Leon zu. „magst du einen Kaffee?“, fragte ich Manja. „Ich weiß nämlich wie man mit dem Monstrum in der Küche umgeht!“, sprach ich stolz. Manja Schüttelte den Kopf. „Ich will euch beiden Süßen mal alleine lassen“, meinte sie. „Ich muss noch einkaufen gehen!“, klärte sie mich auf, als sie mein enttäuschtes Gesicht sah. Kurz darauf begleitete ich sie auch schon zur Tür und verabschiedete Manja mit einer Umarmung.

Anschließend drehte ich mich zu Leon um. Dieser hängte gerade seine Jacke an die Garderobe und atmete tief durch. Dass sah ich an seiner Art, wie er angespannt die Schultern hochzog. „Was war jetzt wirklich bei dir los?“, fragte ich ihn dann aus einem Gefühl heraus. Leon drehte sich um. „Ach… Eigentlich wirklich nichts!“, versuchte er mich zu beschwichtigen. „Und uneigentlich?“, ging ich nicht auf sein Spiel ein. Leon verdrehte die Augen. „Ich bin echt ziemlich launisch derzeit…“ „…Und?“, fragte ich ihn und wedelte mit der Hand um ihn zum Weiterreden zu animieren. „Naja, der Thomas meinte dann, ich bräuchte nur mal wieder ne ordentliche Portion Sex. Eine die es mir so richtig besorgt!“ Ungläubig schaute ich ihn an. „Alter, was is´n das für ein Proletenspruch?“, fragte ich ihn. Leon zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Normal ist er nicht so. Klar, der reißt öfter mal Sprüche, die nicht witzig sind aber sowas…Hab irgendwie mit dem derzeit so meine Probleme!“, sprach er.

„Woran liegts?“, erkundigte ich mich. „Vielleicht hätte ich bei der WM in nem Interview nicht sagen sollen, dass ich seine Witze fast nie witzig finde und in dem Zusammenhang nicht Worte wie Quantität vor Qualität sagen sollen…“, mutlos ließ er seine Schultern hängen. „Naja, zumindest haben wir so unsere Probleme, seit ich bei den Bayern bin!“ Ich trat auf ihn zu und zog ihn in meine Arme. „Dann nimm ihn doch mal beiseite und klärt das!“, riet ich ihm. „Rät mir der Typ, der´s Maul nicht aufkriegt!“, murrte Leon. Ich grinste. „Vielleicht solltest du gerade deshalb auf den Idioten hören!“, entgegnete ich dann. Leon´s Griff um meine Hüfte wurde fester, gleichzeitig entspannte er sich in meiner Umarmung und atmete entspannt in meinen Nacken.

„Dann lass uns mal den Laptop schnappen und nen paar Klamotten für dich bestellen. Denn, so gern ich dich in meinen sehe, du brauchst was eigenes!“, schlug er vor. Ich nickte. „Gern!“, Dann sah ich ihm in die Augen. „Aber ich zahl dir das zurück!“, sprach ich. Leon verdrehte genervt die Augen. „Vergiss es!“, sprach er. „Du hast es verdient, dass Menschen dir etwas zurück geben und das möchte ich also lass bitte deinen Stolz beiseite. Du kannst mir hier gerne Miete zahlen, wenn dein Antrag durch ist, deine Klamotten bezahl ich. Wenn es dir besser geht, kannst du die kommenden Einkäufe übernehmen!“, schlug er wohlwollend vor. „Ergeben nickte ich. „Aber wehe, das ist jetzt immer so!“, warnte ich ihn. Wir setzten uns an den Tisch und stöberten auf einigen Seiten. Am Ende betrug die Rechnung mehrere hundert Euro doch Leon und ich hatten verschiedenes in mehreren Größen bestellt, da ich meine aktuelle Größe überhaupt nicht abzuschätzen wusste. Gegen Leons Sturkopp kam ich eh nicht an.

„Wollen wir nen Film schauen?“, erkundigte sich Leon, als er zufrieden den Laptop weg legte. Ich nickte. „Wir könnten nachher Pizza bestellen…“, schlug er vor. Abermals nickte ich. „Deine Pizza schmeckte damals irgendwie seltsam!“, sprach ich. Leon nickte. „Glutenfreier Boden… ich vertrag das nicht anders. Kuhmilch, Nüsse und Schweinefleisch auch nicht!“, erzählte er dann. „Da geht es mir gleich dreckig. Und glutenfreier Boden schmeckt halt anders. Der Käse ist vegan…also quasi kein Käse!“, Leon grinste. Ich nickte. „Okay… gut zu wissen, sollte ich mal kochen!“

Leon zog sich derweil auf dem Weg ins Schlafzimmer sein T-Shirt aus. Shit! Mein Blick wanderte gleich seinen trainierten, gut bemuskelten Rücken hinunter bis zu seinem Arsch. Ich schluckte. „Glotz nicht so!“, kam es von Leon, ehe er sich umdrehte. Ertappt hob ich meinen Blick und guckte in sein grinsendes Gesicht. „Arsch!“, maulte ich ihn an. Abwehrend hob er seine Hände. „Hey, meinetwegen kannst du glotzen solange du willst, ich weiß nur nicht, ob du dann vom Film viel mitbekommst!“, sprach er hochmütig. „Du bist auch gar nicht von dir selbst überzeugt, oder!“, grummelte ich. Mit nacktem Oberkörper kam Leon auf mich zu und zog mich an sich, küsste mich hart. Als er sich Minuten später löste, war ich hart. Na toll! Unauffällig richtete ich meinen Schwanz in der Jogginghose. Diese hatte Gott sei Dank genug Platz. „Maul nicht so viel rum. Ich mein das ernst. Mir gefällt´s wenn DU mich so anschaust!“, sprach Leon leise. Dann griff er sich alles andere als unauffällig in seinen Schritt, richtete, was es in seiner engen Jeans zu richten gab und schlenderte dann erneut Richtung Schlafzimmer. Ich starrte ihm mit trockenem Mund hinterher. Scheiße!

Als Leon wenig später wieder kam hatte er eine Jogginghose an und richtete sich gerade noch im Gehen seinen Hoodie. Verdammt! Den würde er nicht lange anbehalten. Dafür würde ich sorgen.  „Also, welchen Film schauen wir?“, fragte er mich neugierig. „Wie wäre es mit Black Panther?“, fragte er. „Da gibt’s was zu sehen?“, erkundigte ich mich und grinste. Leon hob eine Braue. „Ja, Sixpacks!“, murrte er. Herausfordernd schaute ich ihn an. „Och, ein sehr gut antrainiertes Sixpack kann ich hier nicht bewundern?“, entgegnete ich lasziv und schob seinen Hoodie ein wenig hoch. Leon beugte sich hinunter. „Was ist denn mit dir los?“, fragte er neugierig und seine Augen leuchteten dabei. „Nichts. Ich freu mich nur auf ein paar Stunden Sofa nur mit dir“, sprach ich und strich ihm über den Bauch. „Okay?!“, kam es dann von Leon und er räusperte sich. „Wie wär´s, wenn wir jetzt die Pizza auf 18 Uhr bestellen und solange dann den Film gucken… oder was auch immer…“ „Was auch immer gefällt mir!“, sprach ich.

Leon bestellte also zwei Pizzen, während ich den Film herunterlud. Ich hasste es, wenn mitten im Film der Ladebalken streikte. Als Leon wiederkam legten wir uns aneinander gekuschelt auf die Couch und fingen an den Film zu schauen. Was darin passierte bekam ich jedoch wenige Minuten später schon nicht mehr mit. Gefühlt stundenlang lagen Leon und ich auf der Couch und küssten uns hungrig. Irgendwann hatte Leon den Film angehalten und dafür den Kamin angemacht. Wenig Später verlor Leon seinen Hoodie und er öffnete flink meine Trainingsjacke unter welcher ich nichts trug. Es war eine leicht gefütterte, welche Leon mir auch in Krankenhaus schon mitgebracht hatte. Dann streifte mir diese von den Schultern. Warm genug war mit nun eh allemal. Ich verlor auch meine Hose und lag nur noch in Boxershorts vor Leon. Viel mehr als streicheln, küssen und uns gegenseitig heiß machen taten wir jedoch nicht.

Gerade, als ich Leon seine Hose ebenfalls entfernen wollte, klingelte es an der Tür. Wir unterbrachen unseren Kuss. „Oh, das wird die Pizza sein!“, sprach Leon und auch sein Atem hin deutlich schneller. „Nimm du die Pizza entgegen und ich such mein Portemonaie!“, bat Leon mich. „So?“, fragte ich ihn wies auf meinen spärlich bekleideten Körper. Leon zuckte nur die Achseln und warf mir die Jacke zu. „Joshi kennt mich und wird sich nichts denken…“, meinte Leon.

Ich lief also zur Tür und zog mir derweil die Jacke über. Ein schließen dieser war vergebene Liebesmüh. Leon würde sie mir eh schnell wieder aufzippen, sobald der Pizzabote weg war. Als ich die Tür jedoch öffnete, stand kein Student mit Pizzakartons vor mir, sondern zwei Männer, von denen einer ein Sixpack Bier trug. Diese schauten mich verwirrt an und ich starrte errötend zurück. Einen der Männer kannte ich und ich hatte ihn mit 14 im Laufe meiner ersten Erfahrungen mit meinem Körper, sprich beim Wichsen, mit Vorliebe irgendwie als Vorlage benutzt.

„Ähm, wir haben uns glaube ich in der Tür geirrt“, sprach einer der beiden und runzelte die Stirn. „Wir wollen zu einem Bekannten“, klärte er mich weiter auf. „LEON!“, kieckste ich unsicher. „Du hast Besuch!“ Meine Stimme klang irgendwie ziemlich fiepsig als ich nach meinem persönlichen Fußballgott rief, während ein anderer vor unserer Wohnungstür stand. Oh Gott! Manuel Neuer sah älter aus als damals. Aber scheiße, dass Altern stand ihm! Hatte ich im Krankenhaus den Namen Neuer noch verdrängt, so kamen die Erinnerungen an mein Kinderzimmer bei Mom voll mit Poster von ihm wieder und ich lief rot an und musterte ihn weiter. Den anderen ignorierte ich. Derweil tauchte Leon im Gang auf und alle Farbe wich aus seinem Gesicht, als er seine Kollegen in der Tür bemerkt. Auch er hatte sich seinen Hoodie nicht wieder angezogen und sowohl seine als auch meine Haare waren verräterisch zerzaust.
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