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Wir sind beide Kämpfer (Teil 1 - Kämpferherz)

von KiwiMaus
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Die deutsche Nationalmannschaft FC Bayern München
24.10.2019
05.11.2019
13
70.133
11
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
30.10.2019 5.392
 
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HEY Leute, ich bin´s wieder... Hier auch schon das siebte Kapitel.... seit einer Woche bin ich schon wieder online... Kaum zu glauben! Habt spaß und lasst nette Worte da :-* Eure Kiwi
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Ich schluckte. Er war da. Er war gekommen, obwohl ich ihn so mies behandelt hatte. „Hey, darf ich reinkommen?“, fragte Leon scheu. „Oder hab ich noch Zimmerverbot?“ Ich schüttelte den Kopf. Leon guckte verletzt. „Okay… also dann… dann stell ich dir die Tasche hin und bin gleich wieder weg!“ Er hielt eine Sporttasche hoch, stellte diese dann neben die Tür und ging rückwärts. Ich schüttelte meinen Kopf erneut. Bekam so richtig aber immer noch immer kein Wort raus. Als Leon die Tür schloss fühlte ich Panik in mir aufwallen. Ich kletterte aus dem Bett, blieb aber an der blöden Infusion hängen. Ungeschickt wuppte ich den dämlichen Ständer ums Bett und griff ihn um Leon hinterher zu kommen. „Verdammtes Teil -  jetzt fahr schon!“, fluchte ich laut. Bekam ja eh keiner mit. Schweiß brach mir aus. Ich war doch sonst nie so unfit. Viel zu langsam kam ich zur Tür. Total außer Atem öffnete ich die Tür und stand vor…Leon!

Völlig fassungslos schauten wir beide uns an. Dann sprach Leon: „Ich hab Lärm gehört und mir Sorgen gemacht!“, sprach er. Ich schluckte hart. Mist. Mir fehlten schon wieder sämtliche Worte. „Alles gut?“, erkundigte sich Leon. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich zitterte. Erst als er mich ansprach merkte ich, dass mir die Kraft aus den Beinen wich. Leon griff unter meine Arme und schob mich sacht nach hinten gegen die Wand. Zwischenzeitlich eilte ein mir unbekannter Pfleger auf uns zu und schnappte sich auf dem Weg einen an der Seite stehenden Rollstuhl. „Sie sollen doch nicht aufstehen Herr Winter!“, wies er mich gleich zurecht, als er bei mir war und mich von der Wand in den Rollstuhl dirigierte. „Vielen Dank, ich kümmer´ mich drum, dass mein Kumpel ins Bett zurück kommt…“, sprach Leon dann. Der Pfleger nickte, drehte sich um und ging. Ich hatte währenddessen kaum meinen Blick von Leon gelassen, als könnte ich ihn so bei mir halten.

Leon schob mich zurück ins Zimmer und stellte die Bremsen des Rollstuhls fest, als wir neben dem Bett ankamen. „Kannst du aufstehen?“, erkundigte er sich. Ich nickte und hievte mich hoch, fiel aber wenige Augenblicke später auf den Stuhl zurück. Wieder versuchte ich es. Meine Arme zitterten. Ich biss mir auf die Unterlippe. „Du kannst es echt nicht lassen den Starken zu mimen, hmm?“, sprach Leon bissig und half mir ungefragt aufs Bett. Als ich nach der Decke greifen wollte um mich zuzudecken schaute er mich so angriffslustig an, dass ich ihn machen ließ. Ich wollte ihn nicht schon wieder vergraulen. Ich wollte ihn doch bei mir. Als ich zugedeckt war, drehte Leon sich um und ging Richtung Tür. Mir kamen nun endgültig die Tränen. „Geh nicht…“, presste ich heraus. Mein Herz raste. Meine Stimme klang noch immer viel zu dünn und kränklich. Leon blieb stehen, drehte sich jedoch nicht um. Dann fragte er leise. „Wieso?“ Ich schluckte, wischte mir die Tränen weg und unterdrückte ein Wimmern. Als ich nicht antwortete drehte Leon sich dann doch in meine Richtung.

Sein Blick änderte sich in Sekunden von wütend zu weich. Er kam auf mich zu. „Sprich mit mir. Gestern wirfst du mich raus und… ich bin her gekommen um mit dir zu reden und kaum bin ich da wirfst du mich wieder nur raus!“, sprach er. Ich wog meinen Kopf von einer zur anderen Seite, völlig verzweifelt. „Ich…wollte doch… nicht, dass du gehst!“, flennte ich nun. Planlos schaute Leon mich an. „Ich… ich weiß nicht was ich… wie ich mit dir… was ich sagen soll!“, stammelte ich vor mich hin. „Ich…“, ich schniefte. „Ich weiß doch gar nicht, wie das alles funktioniert.“ Ich deutete zwischen ihm und mir hin und her. Leon seufzte. „Denkst du ich habe ne Ahnung von Beziehungen oder was auch immer du mit dem hier…“, er ahmte meine Bewegung nach. „meinst…“, dann holte er Luft. „Aber ich weiß, dass miteinander reden vielleicht nicht die schlechteste Grundlage ist!“ Erwartungsvoll schaute er mich an.

Ich nahm all meinen Mut zusammen, dann redete ich. „Ich… ich will bei dir… mit dir…zusammen wohnen und… dein Angebot von… Dein Angebot von letztem Montag… Vielleicht… also… ähm…. Streich den Part mit der Pretty Woman Nummer… Ich steh nicht so auf Klunker und…“ Was redete ich da eigentlich für einen Müll zusammen. Ich lief rot an und schaute beschämt zum Boden. In dem Moment begann Leon zu lachen. „Ich…“, vor Lachen hielt er sich den Bauch. „Oh man, ernsthaft… das… das ist echt süß… aber…“ Langsam beruhigte Leon sich wieder. „Wir…Wir sollten ernsthaft miteinander reden. Regeln festlegen. Ich mein für ein Miteinander.“ Erst da kam mir wieder in den Sinn, was Leon an der Tür zu dem Pfleger gesagt hatte. Kumpel… Er sah mich nur als ein Kumpel. Die Erkenntnis war bitter. Ich räusperte mich. „Ja klar, also… klar, war auch nur nen Scherz mit… also was ich gerade gesagt habe…“, dass ich das irgendwie viel ernster nahm, also die Thematik zu dieser 80er-Schnulze musste Leon ja nicht wissen. Julia Roberts hatte da ja auch eine Bordsteinschwalbe gespielt. Ich mochte den Film irgendwie. Hatte ihn oft mit meiner Mutter gesehen. Die Roberts hatte zwar ne Wohnung gehabt aber viel besser gings der ja nicht. Finanziell gesehen und… naja, egal! Er hatte mich unter Kumpel abgelegt.
Klassischer Fall von gefriendzoned. Und das tat weh. „Also…“, sprach ich. „Ich werd´ bei dir… also ich würd so lang in deinem Gästezimmer bleiben wollen, bis ich was Eigenes habe. Ich weiß nicht, vielleicht kann mir ja Manja in so nen Wohnprojekt für junge Menschen helfen oder so… dann… fall ich dir nicht allzu lange zur Last!“, versprach ich ihm. Ich meine er hatte ja bestimmt andere Freunde, die er gerne auch im Gästezimmer einquartieren wollte, da konnte ich es nicht zu lange blockieren. Max zum Beispiel. Wohnte der nicht sogar gerade dort? Wo blieb dann für mich noch Platz?

„Blödsinn!“, unterbrach Leon meine Gedanken. „Du kannst bleiben so lange du willst!“ Er lächelte mich sogar an. Auch wenn die Härte irgendwie immer noch nicht ganz aus seinem Gesicht gewichen war. „Max bringe ich morgen Abend zum Flughafen“, sprach er weiter. „Der muss ab Mittwoch wieder ins Training und da passt das ganz gut. Dich hole ich dann danach ab. Würd ich nachher noch mit den Ärzten bequatschen…Also, die wissen schon, dass ich dich frühestens Abends abholen kann und dein Doc meinte, dass ginge klar!  Und er meinte ja schon, dass er dich ganz gern lieber früher als später hier raus hätte, damit du deine Lungenentzündung ohne Krankenhauskeime auskurieren kannst…“, nachdenklich schaute er in die Gegend. „Brauchst du noch irgendwas? Ich hab dir ne frische Trainingshose und nen Hoodie mitgebracht… ich dachte neue Kleidung bestellen wir dann gemeinsam wenn du bei mir bist im Internet…“, er unterbrach sich, wühlte in seiner Jackentasche. „Ach warte, ich hab hier…“, er hielt  mir eine Box unter die Nase. „Mein altes Handy… nicht das Neuste aber es funktioniert…“, schockiert schaute ich ihn an. „Bist du wahnsinnig?...nicht das Neuste? Das ist nen verdammtes iPhone… nen neues!“ Er schüttelte den Kopf. „Das ist nicht neu! Ist doch nur das 7er Modell“, versuchte er mir zu versichern. „Ich hab das mindestens nen Jahr in Betrieb gehabt…Ehrenwort!“, sprach er fast belustigt und hob selbst sein iPhone X in die Höhe um mir zu beweisen, dass er bereits ein neueres Modell hatte. Vermutlich war ihm ebenso wie mir klar, dass ich ein neues Gerät ablehnen würde. „Manja beschafft mir mein altes Handy wieder…“, setzte ich ihn in Kenntnis. „Dann nimmste halt das hier halt Ersatzhandy…“, sprach er und drückte es mir in die Hand. Ich verdrehte die Augen. „Ich weiß gar nicht, ob ich das meiner Ma überhaupt noch benutzen will… zu viele Erinnerungen“, verriet ich ihm. „Ich hab Angst, dass es irgendwann kaputt geht vom vielen Benutzen und die Fotos dann komplett weg sind…

Er atmete durch. „Du vermisst sie, hmm?“, fragte er. Ich nickte. „Jeden Tag!“ Ich schaute weg. „Sie hat… sie hat mich einfach allein gelassen. Mich belogen wie es ihr geht… Ich habe das alles erst später erfahren, als das Jugendamt mich weggeholt hat…“ Leon hatte meine Hand genommen. Eine freundschaftliche Geste. Wie gern ich… Egal, vorbei – Chance vertan! Ich atmete einmal tief durch und zog meine Hand unauffällig unter seiner weg. Dann deutete ich auf meinen Nachttisch. „Das sind meine neuen Happy-Pillen“, stellte ich ihm meine neuen Freunde vor. „Die haben meine gesamte Therapie umgekrempelt…“, ich hob eine der Verpackungen an. „Ich werd´, wenn das alles gut geht, ganz normal leben können…“ Ein Fakt über den ich wirklich glücklich war. „Das wirst du!“, sprach Leon mit der Inbrunst der Überzeugung und legte seine Hand schon wieder auf meine. „Also, wie läuft das in unser kleinen WG?“, wechselte ich binnen Sekunden das Thema und strich mir mit beiden Händen über die Haare. „Du wirst erstmal gesund!“, sprach er. „Wenn du das dann bist kümmern wir uns um dein Abi und so nen Kram!“ Ich schüttelte gleich den Kopf. „Ich mach ne Ausbildung. Für´s Abi hab ich kein Geld…“ Wieder schaute Leon böse. „Du wirst deine Schule abschließen und das tun, was du wolltest!“, widersprach er. „Könntest du das bitte meine Sorge sein lassen, was ich mit meinem Leben mache?“, bat ich ihn und wusste bereits, dass er wiederholt widersprechen würde. Und Bingo!

„Klar, solange du nicht aus den falschen Gründen solche Entscheidungen triffst!“ Ich verdrehte die Augen. „Leon… Ich bin erwachsen…“ Er schmunzelte. „Ja… seit…“, er schaute auf seine Armbanduhr. „…48 Stunden…Plus/Minus!“ Ich boxte ihm auf den Arm. „Es gibt Leute die selbst dich für nen Schuljungen halten könnten Mister-‚ich bin ja so viel älter‘!“ Nun rückte Leon mir auf die Pelle. „Touché… wir sind beide keine alten Männer!“, er grinste. „Aber schlagen… mal ehrlich… Da steh ich nicht so drauf.“ Leon runzelte seine Nase. „Über alles andere lässt sich reden aber Schläge?“ Ich versuchte ernst zu bleiben. „Nicht? Ich dachte… so oft wie ihr Fußballer euch Ellenbogen in die Klötze haut oder so…“ „Meine Klötze blieben bisher schlagfrei!“, spielte Leon völlig ernst mit. „Bisher haben mir nur einige versucht die Nase zu brechen oder so!“ Ernsthaft schockiert schaute ich ihn an. „Ernsthaft?... Ich mein dein Gesicht ist voll schön…“, ich wurde rot.  Man war das peinlich. „Ich mein…“, Leons grüne Augen nahe vor meinen waren am funkeln. „Du findest mich also schön?“, griff er dies auch sofort auf. Ich nickte. „Als ob du nicht weißt, dass du scharf bist…“, murmelte ich leise.

Leon stand auf. „Rück mal!“, bat er mich und deutete auf´s Bett. Ich rutschte ein paar Zentimeter zur Seite. Leon stieg neben mir ins Bett und legte einen Arm um mich. „Okay, jetzt sag ich dir mal was… nur dies eine Mal!“ Ich schluckte, nickte und wartete darauf, was er zu sagen hatte. „Ich weiß, was irgendwelche mir völlig fremden Menschen über mich, mein Auftreten, mein Aussehen und mein Talent oder auch mein Unvermögen sagen…“, Leon dachte nach. Vermutlich wie er das nächste formulierte. „Ist mir aber ehrlich gesagt scheiß egal! Mich interessiert, was Menschen über mich denken, welche ich mag. Welche mir etwas bedeuten… mir nahe stehen. Wenn eine meiner Schwestern mich damit aufzieht, dass es ihm Stadion wieder nur meinen Namen kreischende Mädels gibt, nervt mich das!... Aber ich bin froh drüber, weil ich so weiß, dass meine Schwestern sich für mich und mein Leben interessieren!“ Ich sah ihn an. „Wissen deine…also…“, ich brauch ab. Leon schüttelte den Kopf. „Nein, hab mich nie geoutet… Wobei… ich glaube… bei meinen Schwestern brauchte ich das auch nie…!“, merkte er an. „Irgendwie wissen sie glaube ich, dass ich mich nicht für Frauen begeistern kann“, er runzelte die Stirn. „Naja, für Männer bisher bis aufs Sexuelle ja auch nicht wirklich...“ Er rieb sich die Stirn.

„Ben…“, ich sah ihn an. „Ich… Wieso nimmst du so Abstand?“, fragte er leise. Unsicherheit in seiner Stimme. Ich schaute ihn an. „Was meinst du?“, hakte ich nach. Er schaute mich an. „Als ich vorhin deine Hand nahm, hast du sie weg gezogen… Vorhin draußen… Du warst plötzlich so still…“ Ich schaute nach unten. Wieder hatte Leon meine Hand genommen. Wie sollte ich sie wegziehen, ohne ihm zu sagen was ich dachte? Dass ich Angst hatte mich ihm zu öffnen und… verletzt zu werden. Alles zu verlieren. Dass ich lieber keine Nähe wollte als rein freundschaftliche Gesten. „Ich…“, begann ich. Ehrlichkeit war wohl angebracht. „Ich…“, ich schaute ihn an. „Leon… ganz ehrlich, wenn du nur nett zu mir sein willst oder so… dann…. Dann lass das! Das…“, ich atmete aus, hatte gar nicht gemerkt wie ich die Luft anhielt. „…das tut mir weh. Ich… wir… wir können Kumpel sein… Nur, wenn… wenn das alles ist was du… ich meine… Wenn du nur nen Kumpel willst und du dir den Rest… Also den Rest gestrichen hast… dann… bleib mir einfach vom Leib. Du musst nicht auf Kuschelkurs gehen, damits mir besser geht…“,ich schluckte, hatte die letzten Worte aufgewühlter gesprochen als beabsichtigt. „Ist nen beschissenes Gefühl, wenn man erst denkt, ein Typ würde einen vielleicht wirklich wollen und am Ende ist man doch nur gefriendzoned…“

Verdutzt schaute Leon mich an, rutschte ein Stück weit ab. „Moment!...“, ich schaute auf. „Wovon reden wir hier jetzt?“ Ich schluckte. „Naja, du hast es doch selbst gesagt… ich… bin für dich nen Kumpel!“, ich zuckte die Achseln. „Das ist auch völlig okay, ich mein ich bin kompliziert, nicht wirklich gesellschaftsfähig… nen ziemlicher Idiot“ Leon nickte. „Bei dem Idioten kann ich nur zustimmen.“ Verletzt schaute ich ihn an. „Alter Ben, ernsthaft?“, fragte er nach und schüttelte leicht den Kopf. Mein Unterkiefer fing an zu beben, so sehr versuchte ich zu unterdrücken, dass mir eigentlich gerade nur nach Heulen zumute war. „Ich bin hier, oder?“, fragte er mich. Ich nickte. „Was meinst du wieso?“ Ich hob die Schultern. Wollte mich eigentlich gerade verkriechen. „Was meinst du wieso ich hier jeden Tag aufschlage, dich zu mir nehmen möchte… Kumpel… ernsthaft?“ Ich schaute ihn wieder an. „Ben! Ich hab das gesagt weil nicht jeder von mir mitkriegen muss was das hier ist. Das haben eh schon viel zu viele…“ Ich schniefte. „Ich…sorry! Ich mein… wenn du dich für mich schämst…. Du musst nicht herkommen…“, sprach ich völlig mutlos.

„Schämen?“, nun klang Leon völlig fassungslos. „BEN!“ Erschrocken schaute ich auf. „Verdammt ich schäme mich kein bisschen für dich… aber…“, er fasste meinen Kopf, zwang mich ihn anzusehen. „Ich bin Fußballer!“ Das letzte Wort betonte er besonders. „Profi!... Da ist es nicht so leicht mit einer Beziehung zu nem Mann oder so… Ich hab mir das nicht ausgesucht – schwul zu sein… aber ich… mit dir habe ich das erste Mal das Gefühl, dass es okay ist…Dass mit mir alles okay ist… Ich schäme mich nicht für dich, das macht es aber nicht besser oder leichter…“ Leon drückte seine Stirn an meine. „Wenn herauskommt, dass ich schwul bin, kann ich meine Karriere knicken… und ich liebe diesen Sport zu sehr um das zu riskieren…. Das…. Das klingt vielleicht asozial für dich, aber Fußball ist mein Leben… Ein Leben was ich gerne mit jemandem teilen würde - Mit dir wenn du willst – aber ich werde den Fußball vorerst nicht aufgeben!“ Er sprach ehrlich und aufrichtig. „Würd ich auch nicht verlangen…“, murmelte ich leise. „Ich weiß!“, sprach Leon ebenso leise. „Ich möchte immer noch wissen wo das mit dir und mir hinführen kann…“, sprach Leon. Beruhigt lehnte ich mich an Leon.

„Was war das eigentlich mit dieser Pretty Woman Anspielung?“, erkundigte sich Leon nach ein paar Minuten, in denen ich mich einfach an seine Brust gekuschelt hatte. Verwirrt schaute ich auf. „Na… Pretty Woman halt…“, er runzelte die Stirn. „Hab ich nie gesehen. Weiß zwar, dass es ihn gibt aber das war´s auch. Bei meinen Schwestern konnte ich mich immer vor drücken“, erklärte er sich. „Du kennst Pretty Woman nicht?“, fragte ich mit schockierter Stimme. „Muss ich das?“, fragte er. Ich überlegte. „Naja, als Mann vielleicht nicht unbedingt!“, sprach ich belustigt. „War der Lieblingsfilm meiner Ma… Nutte trifft reichen Mann, Mann verliebt sich. Nutte stellt fest, dass sie gar nicht so nuttig ist und verliebt sich auch… Kleiner Showdown – Happy-End!“, fasste ich den Film knapp zusammen. „Na, dann hab ich ja nichts verpasst!“, sprach Leon sein Fazit. Dann schaute er mich an. „Und du bist keine Nutte… hör auf dich so herabzuwürdigen!“, maßregelte er  mich und setzte dann einen Kuss auf meine Schläfe. Ich zog die Decke bis unter meine Nase und kuschelte mich weiter an Leon. „Erzähl mir was von deinem Tag!“, bat ich ihn.

Leon atmet ein, nahm meine Hand. „Hmm… so viel gibt’s nicht zu erzählen“, begann er zu sprechen. „Ich hab nen Anschiss vom Trainer kassiert…“, ich schaute auf zu ihm und blickte ihn fragend an. Er zuckte mit den Achseln. „Konnte mich nicht so super konzentrieren und da das vergangene Woche auch so war, hat es ihm jetzt mal gereicht. Jo hat aber eine Ausrede für mich gefunden…“, erzählte er weiter. Ich fragte nach. „Jo?“ Ich konnte mit dem Namen nichts anfangen. „Kimmich!...“, er wartete als müsste ich irgendwas antworten. „Ach mist, ich vergess´ immer, dass dir meine Kollegen wohl so wenig sagen, wie ich, als wir uns kennengelernt haben, hmm?!“, sprach er dann. „Jo ist nen Kollege von mir und durch den gemeinsamen Einsatz im Nationalteam auch irgendwie ein Freund.“ „Und wieso nimmt der dich dann so einfach in Schutz?“, erkundigte ich mich. „Naja, der hat mich hergefahren an dem Tag…er weiß Bescheid!“, erklärte Leon mir. „Bescheid? Wie in ‚Ich weiß, dass Leon schwul ist und mir macht´s nichts aus?‘-Bescheid?“, fragte ich nach. Leon nickte. „Jep!“ Leon klang, als würde ihn dies glücklich machen. „Ich war irgendwie bei Max Nachrichten über dich so gar nicht gut drauf. Wäre vermutlich selbst als Patient hier gelandet, hätte er mich nicht gefahren!“, sprach er.

„Na… Dann muss ich ihm wohl mal danken!“, sprach ich leise. Kurz bevor wenige Minuten später meine Augen fast zufielen kam eine Pflegekraft rein. Leon verspannte sich kurzzeitig, wurde aber wieder locker, als ich Peters Stimme hörte. „Moin Kleener. Na, wieder alles im Lot mit deinem Süßen?“, fragte er mich. Ich murrte nur. Der sollte gehen. Ich wollte schlafen und Leon gab da einen hervorragenden Untergrund. „So Herr Winter!“, sprach Peter mich dann gespielt professionell an. „Die Ansprache zieht nicht mehr!“, informierte ich ihn. „Wie waren schon beim DU!“ „Ja, ick habbet befürchtete!“, sprach er belustigt. „Trotzdem muss ich euch beiden hübschen mal störn nä!“ Ich richtete mich auf. „Ick muss mal einmal an deinen Zugang, der soll wech!“, informierte er mich. Ich setzte mich kerzengerade auf und schob Leon von mir. „Könntest du da hinten?“, bat ich ihn und deutete auf einen Stuhl am anderen Ende des Raumes. „Wie wär´s mit dem Mond?“, fragte Leon belustigt. „Meinste nicht das ist etwas übertrieben?“, fragte er. „HIV wird nicht über die Luft übertragen!“, sprach er und schaute mich ernst an.

Sauer guckte ich ihn an. „Ich weiß, aber ich… mach´s bitte, okay…!“, schnauzte ich ihn an. Leon hob abwehrend die Hände. „Okay, okay… solange du mich nicht wieder rausschmeißt!“, sprach er und ich zuckte sofort zusammen. „Sorry!“, meinte ich kleinlaut. „Ist gut!“, sprach Leon. Jedoch war seine Stimme noch etwas säuerlich. Ich schaute ihn an. „Versteh mich doch…“, bat ich. „Ich… würde dir was passieren… ich könnt´s nicht…“, ich brach ab. Leons Blick wurde weicher. „Ich nehm´ das nicht auf die leichte Schulter!“, meinte er und strich mir über die Wange, ehe er wenige Meter zurückwich. Peter kam neben mich. Seine Hände waren in Handschuhe verpackt. Peter ging beim Entfernen der Nadel extrem behutsam vor und steckte sie sofort in einen Nadelbehälter welchen er nach dem Einwurf versiegelte. Daraufhin setzte er mir einen Druckverband. „Ick hoff ja, dass wir dir den morjen schon wieder wechnehmen können!“, sprach er und deutete auf den Verband. „Der Arzt meinte du verlässt uns vielleicht morjen?“, fragte er. Ich nickte. „Wenn er mich mitnimmt, dann morgen Abend!“, sprach ich und deutete auf Leon. „Werd ich!“, grinste er.

Dann kam er zurück zum Bett und wollte sich wieder setzen. „Nix da du Profi!“, sprach Peter und machte klar, dass er wusste wer Leon war. „Der Kleene muss nu bubu machen. Wir ham lange Ende der Besuchszeit und da er morjen entlassen wird wär´s ganz jut, wenn er die Nacht durchschläft. Es is 22 Uhr“, setzte Peter unserem Zusammensein ein Ende. Leon schaute entsetzt. „Wie spät isses?“, fragte er und schaute hektisch auf seine Armbanduhr. „Oh scheiße!“, fluchte er und schaute mich an. „Ich muss echt nach Hause. Morgen muss ich um neun zum Training und ich brauch noch ne gute Stunde nach Hause“, erklärte er sich, ehe er mir in Peters Beisein die Stirn küsste. „Ick werd jut auf deinen Kleenen aufpassen“, flapste Peter herum und zwinkerte mir zu. „Auf mich muss keiner…“ „…Aufpassen?!“, fragten Peter und Leon wie aus einem Mund und lachten ebenso. Ich zog einen Flunsch und verschränkte beleidigt meine Arme. „Jaja… zieh ab!“, sprach ich zu Leon, welcher derweil an der Tür stand. Er nickte nur, grinste dann und ging.

Peter schaute hinterher, wandt sich dann an mich. „Der mag dich echt!“, stellte er fest. „Dacht nicht, dass ich mal nen schwulen Fußballer kennlern!“, sprach er weiter. „Hast nen Jackpot Kleener!“ Während er sprach stellte er den Infusionsständer in die Ecke und entsorgte auch die Infusion in einem Extrabehälter. „Schade, dass ick dit meinem Schatz nich stecken kann! Der würd sich nen Ast abfreuen“, sprach er weiter. Mit großen Augen schaute ich ihn an. „Arbeiten hier eigentlich auch Heteros?“, fragte ich Peter völlig ernst. „Jo!“, meinte dieser. „Jeder andere in diesem Krankenhaus glaub ich!“, sprach er. „Jeder, der an meiner Betreuung beteiligt war, steht auf Kerle…Also, bei Frauen okay… aber… ich mein, Du… Die Doc…“ „Hat nen Grund, wieso wir uns kümmern…Alex, ich….die Docs und die beiden Mädels!“, klärte er mich auf. „Uns is klar, was für Konsequenzen dit hat, wenns rauskommt!“, redete er weiter. „Wir halten dicht… kann man nich von jedem hier erwarten… wir inner Pflege verdienen schlecht… da kann so nen Extramoney mal verlockend sein!“, sprach er. „Ick mein, nen Fußballer und nen Kerl is… wow!... Nen Profi und nen HIV-Positiver… das is nochmal ne ganz andere Nummer!“, ernst schaute er mich an. „Hast dir kein leichtes Leben ausgesucht Kleener… aber solang ihr zusammenhaltet… ick wünsch euch echt Glück!“, sprach er und verließ dann den Raum, ließ mich sprachlos zurück. Diese Nacht schlief ich auch nicht gerade tief und fest.

Am nächsten Morgen wurde ich in Herrgottsfrühe von Schwester Julia begrüßt. „Guten Morgen Herr Winter…“, grüßte sie mich. „Hab gehört, Sie werden heute entlassen?“, erkundigte sie sich scheinheilig. „Tun SIE nicht so, als wüssten sie nicht ne ganze Menge mehr Schwester Julia!“, sprach ich. „Is…“, ich musste das jetzt wissen. „Ist das war, was Peter gestern Abend meinte. Ihr habt das organisiert, dass ich nur wenig Pfleger hier habe?“, fragte ich nach, wie ich das verstanden hatte. Sie beugte abwägend den Kopf. „Na komm… raus damit!“, forderte ich sie auf. „Naja, als du hier eingeliefert wurdest…“, sie begann kommentarlos mich zu duzen, was ich okay fand. Tat Peter ja eh schon von Anfang an. „…naja, der Meyer… der Kumpel von deinem Leon, hat gleich gesagt was Sache war. Also wer gleich vorbei käme weil du sein Freund wärst. Da hat der Chef gleich reagiert. Also Dr. Weidmeier. Der leitet ja die Notaufnahme. Hat seinen Mann angerufen, den Peter, die Karin, Alex und mich angerufen. Also ich hab schwule Mitbewohner und Schwester Karin nen schwulen Sohn!“, sprach sie. „Peter…naja, wird er dir ja erzählt haben… joa und Alex… der hält sich bedeckt… ist aber Weidmeyers Wunderkind und will mal in die Virologie…Medizin Studieren. Die Pflegeschiene hat er nur gemacht um Punkte zu sammeln…“, sie zwinkerte mir zu. „Ich glaub aber der kann mit Frauen und Männern… Flirtend hab ich den schon mit allem und jedem gesehen…“, sie lachte. „Das hast du aber nicht von mir…“

„Der Roman…also Dr. Weidmeier wusste das. Weiß man halt irgendwie untereinander…“, erzählte sie weiter. „Naja, er dachte halt man müsste euch irgendwie schützen…“ Sie räumte ein wenig mein Zimmer auf. „Mit Verweis auf deine Infektion hat er durchgekriegt, dass nur wir dich betreuen. Nicht die feine Englische aber ich denk, die beste Variante ums hin zu bekommen. Die anderen Pfleger sollten möglichst draußen bleiben…“ Nun stellte sie mir ein Tablett mit Frühstück auf meinen Nachtschrank und klappte den Tisch auf. Dann legte sie mir meine Medikamente hin. „Naja, zumindest haben wir alle unseren Dienstplan umgeworfen. Was bin ich froh, wenn du weg bist…“, erschrocken schlug sie die Hände vor das Gesicht und riss die Augen auf. „Oh man, wie das klang… so meinte ich das gar nicht!“, entschuldigte sie sich. Ich winkte ab. „Ist schon okay… ich weiß was du meinst!“, sprach ich. „Naja, ich hab jetzt nen paar Tage meinen Freund nicht gesehen…war so fertig von den Doppelschichten!“, erklärte sie sich. Ich lächelte. „Danke!“ Ich meinte es ehrlich. Ich war so froh, was mir hier widerfuhr. Ich war die letzten Jahre alleine gewesen. Auch im Heim. Ich war ja quasi isoliert worden. „Ach, kein Ding… Ich glaube McDreamy und McSexy sind in den Aufenthaltsraus eingezogen und machen abwechselnd 24h-Dienst damit immer einer hier ist, sollte was mit dir sein…“, sie errötete. „Sorry, so nennen ein paar die Beiden mittlerweile. Manchmal geht es hier echt zu wie in einer Kliniksoap. Kein witz!“, sie grinste als auch ich anfing leicht zu lächeln. „Hübsche Grübchen übrigens!“, kam dann ein Kompliment ihrerseits. „Danke und du bist ne Super Pflegerin und dein Macker kann froh sein dich zu haben. Hübsch UND nett…“, bedankte ich mich und Julia errötete.

Dann grinste sie keck. „Sag mal… kannst du oder viel mehr dein Süßer nen Autogramm vom Hummels und vom Neuer klar machen… vielleicht auch vom Kimmich und…“, ich lachte los. „Ich frag ihn einfach nach Autogrammen vom Team“, ulkte ich. Sie schüttelte den Kopf. „Neee… Robben und Ribery muss nicht“, grinste sie. „Die sehen nicht so heiß aus!“, witzelte sie weiter. „Und Lewandowsky kann ich auch nicht leiden…“ „Ach echt?“, fragte ich. „Keine Ahnung…“ Ich hob fragend die Schultern. „Du hast da doch nen Smartphone!“, meinte sie und zeigte auf das Gerät. „Google doch mal nen bisschen nach dem FC…“, riet sie mir. Ich schüttelte den Kopf. „Will ich gar nicht. Mich interessiert eh nur Leon und alles Weitere werde ich noch erfahren, wenn ich erstmal richtig angekommen bin. In der Schule oder so!“, meinte ich. Ich wollte Leon nicht googlen. Sein Leben oder so. Sollte er mir so mitteilen oder es lassen. „Aber gut, dann gibt’s halt Karten von allen außer Ribery und Robben…“, versprach ich. „UND Lewy…“Ich nickte.´, woraufhin sie glücklich lächelte. „Cool, die kommen dann gerahmt in den Flur“, erzählte sie. „Dann bin ich die coolste Mitbewohnerin!“ redete sie weiter und verließ dann fröhlich den Raum. Bevor sie die Tür schloss, steckte sie noch einmal den Kopf ins Zimmer. „Karin und Peter kommen nachher noch sich verabschieden. Alex schick ich dir gleich!“, informierte sie mich. „Roman und Justus wirst du als behandelnde Ärzte ja eh weiter sehen! Justus wird wohl auch dein Facharzt bleiben, oder?“, meinte sie. Ich nickte. „Dr. Nice Guy? Mit Sicherheit! Ich mein, wie du schon sagtest… Der weiß Bescheid. Dann hätte mein Mitbewohner wenigstens einen Ansprechpartner, wo wir uns sicher sein können, dass er nicht plaudert!“, meinte ich. „Mitbewohner, is klar!“, frotzelte Schwester Julia, dann zwinkerte sie mir zu. „Gefällt mir dein Spitzname“, sagte sie noch und war dann endgültig weg.

Der restliche Tag war bis auf Karin, Peter, Alex und Julias Besuche echt langweilig. Mit Alex hatte ich noch ne Weile geplaudert. Über unsere Zukunftspläne, welche sich in Teilen ja deckten und andere Dinge. Er schien ein intelligenter netter Kerl zu sein, hatte aber ungesund viel Ehrgeiz. Dass ich, trotz meiner Infektion, Medizin studieren wollte fand er gut und bot mir an, mir zu helfen, sollte es soweit kommen. Später reichte er mir noch einen Zettel mit seiner Nummer rein. Je später es wurde, so nervöser war ich. Ich konnte es kaum abwarten, dass Leon kam. Dr. Weidmeier kam kurz vor dem Abendessen rein und besprach bei mir das weitere Vorgehen. Ich sollte vorerst einmal die Woche zu ihm kommen, um meine Werte wirklich engmaschig zu kontrollieren. Für Leon ließ er einige Infobroschüren da und meine er könne sich jederzeit bei ihm melden, wenn er Fragen oder Probleme habe. Auch im Falle eines PreP. Hier schüttelte ich jedoch sofort den Kopf. „Ich hoffe, dass er sich deswegen NIE wird melden müssen!“, sprach ich aufgeregter als nötig.  Er nickte nur. „Ich wollte es nur angeboten haben. Auch sollte er sich ab jetzt regelmäßig testen lassen, aber das habe ich ihm auch schon gesagt.  Da schien er aber auch im Vorfeld schon immer dran gedacht zu haben!“, beschwichtigte der hübsche Mediziner.

Kurz nach dem Abendbrot klopfte es an die Tür. Leon kam hinein und grinste. „Ready?“, fragte er mich und schaute sich im Raum um. „Ich hab nicht wirklich Gepäck außer dem Kram, den ich von dir habe. Keine Ahnung wo mein Rucksack ist!“, erklärte ich wieso er nichts fand. „Ich red´ mal mit dem Peter, den hab ich hier gerade rumrennen sehen“ Ich nickte. „Ja, der hat Schicht mit Schwester Karin!“, stimmte ich zu. Er nickte und verließ kurz den Raum, kam dann aber ziemlich zeitnah mit Schwester Karin und Peter wieder. Peter hielt meinen großen neuen Rucksack in der linken Hand und schloss hinter sich die Tür. „Hier Kleener, den hat uns der Rettungsdienst übergeben“, meinte er. Schwester Karin hob die Hand mit einem Umschlag. „Das Geld hier war drin, ich hab es bei mir behalten!“, meinte sie und wollte mir den Umschlag reichen. Ich wehrte ab. „Ich will das Geld nicht haben!“, meinte ich wohl etwas zu heftig. Leon war sogleich bei mir. „Es ist dein Geld!“, meinte er und versuchte mich zu beruhigen. Ich geriet derweil in so etwas wie Panik. „Ich will´s nicht!“, meinte ich vehementer. Leon nickte. „Okay, dann…!“ Ich schaute ihn an. „Das Geld ist… schmutzig… ich mein…“, Leon nickte wieder nur. „Ich versteh dich… wir können es spenden oder so…Manja kann es bestimmt gut einsetzen!“, schlug er vor. Ich nickte nur. Ich wollte das Geld nicht mehr sehen. Leon sah Schwester Karin an. „Könnte das Krankenhaus das Geld an die Jugendnotunterkunft in der Hohenlindner Straße überweisen?“, erkundigte er sich. Schwester Karin nickte. „Das bekommen wir bestimmt hin!“, versprach sie, dann verabschiedete sie sich von mir.

Anschließend verabschiedete sich auch Peter, nachdem er mir das Versprechen abgerungen hatte mich mal blicken zu lassen. Leon und ich waren alleine. „Julia würde sich über Unterschriften vom Team freuen!“, begann ich und erzählte ihm von unserem Gespräch. „Okay!“, stimmte er am Ende zu. „Ich kauf ein Trikot und lass es von allen…“, er grinste. „- außer Robert, Arjen und Franck - unterschreiben!“ Das mussten dann wohl Lewandowsky, Ribery und Robben sein. „Sind die letzten beiden wirklich so hässlich?“, fragte ich. Leon grinste. „Naja, nen Schönheitspreis gewinnen sie nie!“, umschrieb er seine Antwort nett. Ich lachte auf. Nach meiner kleinen Panikattacke war ich nun wieder ganz ruhig. Ich bräuchte wohl wirklich eine Therapie, notierte ich mir im Kopf. Dann schlug ich die Decke zurück. Ich hatte mir vorhin schon eine Trainingshose und einen Hoodie von Leon mit Hilfe von Julia angezogen. Mein Kreislauf lief noch immer nicht so wie er sollte. Daher hatte ich lieber jemanden dabei. Der Gedanke, dass die in nächster Zeit Leon sein würde, löste gleichermaßen ein komisches Gefühl sowie Freude in mir aus.

Leon half mir aus dem Bett und half mir mich in einem Rollstuhl unterzubringen. Dann reichte er mir eine dicke Winterjacke und einen Schal. „Draußen ist es kühl – du ziehst das besser an!“, sprach er.  Bis zum Auto, so meinte er, wollte er mich unfallfrei hier raus schaffen. Also schob er mich anschließend bis zu seinem Fahrzeug. Hinaus aus dem Krankenhaus – Hinein in mein neues Leben. Neustart! Und ich hatte echt Schiss vor allem was da kam, freute mich jedoch auch ungemein. Als ich im Auto saß lächelte Leon mich an und ergriff meine Hand, drückte einmal aufmunternd zu. Dann fuhr er los. – TBC –
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