Storm of the Feeling

von Hope
OneshotRomanze, Freundschaft / P12
Kankuro TenTen
21.10.2019
21.10.2019
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A/N: Teil 2 von meinem Beitrag, zum Sommerwichtel 2019
Charakterbeschreibung
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Es war einer dieser Tage, an denen man sich wünschte, nicht aus dem Bett gekommen zu sein. In jenem einfach zu verweilen, sich einzukuscheln mit einer heißen Tasse Kakao und dazu einen Serienmarathon sich reinzuziehen. Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass sie unter anderem ein Serienjunkie war, wenn man Serien schauen als Sucht bezeichnen konnte, dann war sie eben schuldig.

Ein Blick auf ihr Handy verriet ihr, das es grade mal 15 °C waren. Leicht seufzte sie, ehe sie zum marineblauen Schal griff und sich jenen umband. Nur um nach ihrer Tasche zu greifen und ihre Wohnung zu verlassen.

Kaum trat sie hinaus, machte sie ihren dunkelgrünen Regenschirm auf. Mal wieder Regen und das im August. Jedoch was erwartete sie auch? Sie hat es gewusst gehabt, als sie auf das Angebot vom „415 Magazin“ eingegangen war.
Hier in Dublin herrschte nun mal maritimes Klima, gekennzeichnet von milden Winter und kühlen Sommern und wenig extremen Temperaturen. Sowie der August dafür bekannt war, dass er im Schnitt der regnerische Monat von allen war. Somit wusste sie, worauf sie sich einlassen würde, wenn sie das Angebot annehmen täte. Somit war ihre Antwort ein klares Nein, sie bereute es nicht, hier zu sein. Sie liebte das Land, die Landschaft, die Menschen und natürlich die Kultur und ihren Job. Das Wetter, das nervte sie hin und wieder aber die positiven Aspekte überwogen trotz allem.

Ihre Mutter würde sie wohl als Träumerin bezeichnen, die einem Hirngespinst nachjagte. Vielleicht sogar als rebellische Phase, die sie in der Jugend nicht vollständig ausgelebt hatte. Da würde sie ihrer Mutter widersprechen, sie hat ihren Beruf, ihr Leben nicht weggeworfen, um einem Jugendtraum nachzujagen. Das Fotografieren war ihr Traum, sie wollte schon in der Kindheit eine Fotografin werden und keine Psychiaterin wie ihre Mutter oder Chirurgin wie ihr Vater.
Was hatte sie am Ende gemacht? Nach der High School besuchte sie die Universität, um ihre Eltern glücklich zu machen, damit sie Stolz sein konnten auf ihre einzige Tochter. Jedoch enttäuschte sie ihre Eltern als erstes darin, dass sie Psychologie studierte. Das war nicht das, was ihre Eltern sich erhofft hatten, die beide studierte Mediziner waren.
Den Unterschied kannte sie so gut wie kein anderer. Ein Psychologe konnte in erster Linie keinen behandeln - es sei denn er ist ein ausgebildeter Psychotherapeut, sprich nach dem Bachelor und Master, den man in klinischer Psychologie absolvieren musste, folgte dem dann eine mehrjährige, kostspielige Ausbildung. Nur um am Ende anderen in Gesprächen zu helfen, einfach ausgedrückt: Behandlung ohne Medikamente, denn jene durften keine verschreiben. Nur ein Psychiater dürfte Medikamente verschreiben, denn er war ein Absolvent der Medizin mit der Fachrichtung der Psychiatrie.

Sie schüttelte ihren Kopf, nein, daran wollte sie nicht denken. Nicht daran erinnert werden, wie enttäuscht ihre Eltern waren - wohl eher ihre Mutter. Ihr Vater hatte am Ende Verständnis gehabt, er konnte nachvollziehen warum sie ihren Beruf ihren Beruf, als Unternehmensberaterin bei Hyuuga Corp. aufgegeben hatte. Sie folgte ihrem Herzen, erfüllte ihren Traum. Das hatte ihren Vater am Ende stolz gemacht, das sie den Mut aufbrachte ihrem Traum, zu folgen, um glücklich zu werden.

Lächelnd betrat sie das Café „Mocha Rose“, sie liebte dieses Café, das sofort ihre Stimmung aufhellte und all ihre negativen Gedanken die sie morgens manchmal Einnahmen, sofort wie weggespült waren. Jeden Morgen roch es hier ehrlich nach frisch gemahlenen Kaffee und dem prächtigen Gebäck, aus der hinteren Backstube. All das vermischte sich mit einem herrlichen Rosenduft. Einzigartig, das war das Café auf jeden Fall und ihn missen wollte sie auch nicht mehr.

Morgen, Tenten", hörte sie Jack sagen. Jack O'Leary, der beste Barista denn sie kannte. Er wusste ganz genau, wie sie ihren Kaffee trank, er brachte sie immer wieder zum Lachen. Die roten Haare, die leichte Sommersprossen im Gesicht und die Grübchen wenn er lachte. Ein Angestellter, wie in jeder Kunde liebte, freundlich, zuvorkommend und aufmerksam. Jeden Stammkunden kannte er und sprach auch jeden mit dem Namen an.
Morgen, Jack", antwortete Renten ihm schließlich lächelnd. "Dein Toffee Nut Latte, kommt sofort", sagte Jack grinsend und Renten könnte nicht anders, als zu lächeln. Nur hier bekam sie diesen Kaffee, und er war der Beste. Jede Sorte war ausgezeichnet. Wenn es ein Kaffeepokal geben würde, dann würde sie dem Mocha Rose Café sofort einen verleihen.

Lächelnd besah sie sich das Gebäck, während sie auf ihren Kaffee wartete. „Was nehme ich nur dieses Mal“, fragte sie, leise sich selbst. Tenten wippte leicht mit ihren Füßen, während sie die große Auswahl bedachte. Es gab alles, was das Herz begehrte, Torten- und Kuchenstücke, Muffins, Cupcakes, Croissant und vieles mehr. Jedes einzelne Stück sprach sie an, aber alles konnte sie nicht mitnehmen. „Packst du noch ein Croissant mit Erdbeeren gefühlt mit ein“, bat sie Jack lächelnd und besah sich trotz allen das andere Gebäck. Sehnsüchtig ging ihr Blick zu der Auswahl an Torten.

Als sie ihren Namen hörte, stellte sie sich wieder aufrecht hin und drehte sich grade um, als sie von einem anderen Kunden angerempelt wurde. Sein Kaffee kippte um, ein Teil davon landete auf Tenten, welcher auf der beigen Jacke und dem marineblauen Schal einen dunkelbraunen Fleck hinterließ. „Pass doch auf, du Trampel“, kam es von ihrem Gegenüber, da ein Klecks auch auf ihm gelandet war. Jedoch erwischte es bei ihm, nur die Krawatte, vielleicht auch etwas sein Hemd – dass konnte Tenten beim besten willen nicht sagen. „Sagt der Richtige. Vielleicht solltest du mal deine Augen aufmachen, anstatt auf dein bescheuertes Handy zu starren“, konterte Tenten, denn so etwas würde sie nicht auf sich sitzen lassen. Dass man ihr für etwas die Schuld zuschiebt, wofür sie nichts kann. Nun gut, vielleicht hätte sie besser aufpassen können und sollen, aber er hätte genauso so aufpassen sollen und nicht sie gleich ankeifen.
Du wirst die Reinigung bezahlen“, antwortete der Mann ihr gegenüber und sah seine Schuld nicht ein. Er war schließlich auch nicht Schuld – nahm er zu mindestens an. Tenten jedoch sah das nicht ein, als sie nach Luft schnappte, um zu antworten: „Ganz sicher nicht!“

Bevor der Streit weiter eskalieren konnte, schritt Jack jedoch ein. „Hier, ein frischer Kaffee. Der geht aufs Haus“, meinte Jack freundlich lächelnd, als er ihm einen neuen Becher überreichte. „Das ist auch das mindeste“, grummelte der Mann, als sein Handy klingelte und er redend das Café verließ.

Hmpf“, kam es beleidigt von Tenten. „Warum gibst du dem ein Kaffee aus, der Arsch war doch selber schuld“, redete eine beleidigte Tenten weiter. Ihn sollte sie dazu auffordern, die Reinigung zu bezahlen. Ihre Sachen waren dahin und so sollte sie auf der Arbeit auftauchen? Peinlich würde das auf jeden Fall werden. „Ach komm Tenten, es lohnt sich nicht, sich über solche Menschen aufzuregen. Das ist verschwendete Energie“, meinte Jack versöhnlich und hielt ihr, ihre gewünschte Bestellung hin. „Also lass dich nicht Ärgern und viel Erfolg auf der Arbeit“, flötete ein gut gelaunter Jack, ehe er das Geld entgegennahm und anschließend weiter bediente.

Tenten nickte, ehe sie das Lokal verließ. Natürlich hatte Jack recht gehabt, es war unnötig, dass sie sich so aufregte, über solch einen Volldeppen aber sie konnte nicht anders. Wenigstens sich entschuldigen konnte er sich oder einsehen, dass es ein Fehler gewesen ist. Nein, nichts dergleichen. Sie alleine war, seiner Meinung nach, schuld.

Heute schien es so, als wäre der Tag wie verhext. Alles lief bisher schief, was nur schief laufen konnte. Der Regnen – obwohl das sie nicht verwundern sollte, denn im durchschnitt regnete es in August in Dublin am meisten, der April dagegen gehörte zu den trocknen Monaten. Gefolgt von dem unverschämten Typen und wer wusste, was noch alles passieren würde, was ihr die Laune noch mehr verderben könnte. Jedoch wollte sie auch nicht alles so schwarzmalerisch sehen.

Etwas mürrisch betrat sie schließlich das Gebäude, in welchem sie arbeitete. Sie grüßte nur knapp die Empfangsdame, ehe sie zum Fahrstuhl ging und dabei die ganze Zeit an ihrem Kaffee nippte. Wenigstens etwas Freude an diesem Tag, wenn der geliebte Kaffee den Tag erhellte und erfreute. Ihr persönliches Lebenselixier.

McCarthy will dich sehen", kam es von Aileen O'Conner, kaum das Tenten ihre Tasche auf ihrem Schreibtisch abgestellt hatte. Sogleich musste sie seufzen. „Weißt du, was er will", erkundigte sie sich bei ihrer Kollegin. So blickte Tenten zu ihr, die nur den Kopf schüttelte. „Aileen, wo ist deine Kolumne", hörte man eine männliche Stimme rufen. Tenten sah, wie Aileen grinsend die Augen verdrehte und sich kurz darauf sich auf den Weg machte.

Tenten selbst ging ins Büro des Leiters, als sie anklopft und nach einem herein, eintrat. „Sie wollten mich sehen", fing Tenten an und blickte dabei zu McCarthy. Jener nickte nur, als er sie zu sich rief. Nur um kurz darauf von den unzähligen Unterlagen aufzublicken, als er sich schließlich erhob. „Mitkommen", kam es von McCarthy, der sprich schließlich erhob und losging.
Unser Magazin, möchte über die begehrten Junggesellen von Irland schreiben", erklärte McCarthy ihr, während er zu dem Konferenzraum ging, wo einige der Journalisten bereits saßen, während auf ihren Chef, um das Meeting zu beginnen. „Du sollst Kankuro Sabukuno fotografieren, der sich endlich bereit erklärt hat, sich fotografieren zu lassen", erzählte McCarthy und blieb vor dem Konferenzraum stehen, „die Informationen bekommst du von Erin." Tenten nickte und wollte los, als er sie jedoch noch mal rief. „Tenten, vermasselt es nicht und zieh dir was Sauberes an", beendete McCarthy seine Rede und deutete damit auf die Kaffeeflecken vom Schal und der Jacke. Peinlich berührt nickte sie. „Sie können auf mich zählen, Chef", sagte Tenten zuversichtlich, als losging.

Bei Erin blieb sie schließlich stehen. „Hey, Erin. Ich soll dich nach dem Shooting mit Kankuro Sabukuno fragen", kam es von Tenten lächelnd. Während sie den kritischen Blick von Erin bemerkte. „Als Fotografin solltest du etwas mehr auf ein gepflegtes Äußeres legen", kam es von Erin fast schon abschätzig. Wie sie Erin nicht leiden konnte, sie war eingebildet, hochnäsig und hielt sich für was Besseres, obwohl sie eine gewöhnliche Sekretärin war. Selbst ein Affe könnte ihren Job erledigen.
Tenten riss sich zusammen, einen erneuten Streit könnte sie nicht gebrauchen. „Von DIR brauche ich keine Modetipps. Also mein Shooting", drängt Tenten jene und blickte sie bemüht geduldig an. Jedoch jeder der Tenten kannte, würde sehen das sie genervt war.

Erin überreichte ihr einen Zettel, auf dem alles drauf stand, was sie wissen musste. Ein knappes Danke kam von Tenten, als sie sich umdrehte und zurück zum Schreibtisch ging. Dabei studierte sie den Zettel, um 15 Uhr hatte sie am Steg zu sein. Der werte Herr wollte wohl das Shooting auf der Jacht oder Boot veranstalten.
Erneut verdrehte sie die Augen, da wollte einer wohl Eindruck schinden und gleichzeitig mit seinem Vermögen angeben, wie sie fand. Jedoch war es ihr eigentlich egal, denn sie musste nur die Bilder machen.

Die Zeit jedoch war perfekt gewesen, so hatte sie noch die Gelegenheit, sich daheim umzuziehen und anschließend würde sie runter zum Pier fahren. Zuerst jedoch musste sie ihre Arbeit erledigen, dann könnte sie heim.

Die Zeit war wie im Flug vergangen, als sie pünktlich am verabredeten Ort stand. Der einzige Vorteil war, dass der Regen endlich nachgelassen hatte und die Sonne sogar kurz hervorzukommen schien, trotzdem blieben die grauen Wolken erhalten. Sommerregen war hier etwas Alltägliches.

Sie müssen die Fotografin von 415 sein", hörte sie eine männliche Stimme sagen, ebenso hörte man leichtes Erstaunen heraus, da man wohl nicht mit einer Frau gerechnet hatte. „Ja, ich bin Tenten Ama, und sie müssen Mister Sabukuno sein", fing Tenten an und hielt ihm lächelnd die Hand hin. Vielleicht hätte sie sich doch in dem Mann getäuscht den er schien nett zu sein. Er nahm ihre Hand entgegen und schüttelte leicht den Kopf. „Da muss ich Sie leider enttäuschen Miss Ama, ich bin James Ryan, der Assistent vom Mister Sabukuno", klärte James sie auf, der ihre Hand losließ und sie anlächelte.

Bevor Tenten einen laut der Entschuldigung jedoch äußern konnte, fuhr James fort: „Wenn Sie mir bitte Folgen würden." Kaum das er das sagte, machte er sich auch schon auf den Weg. Das Einzige was Tenten schaffte, war es zu nicken und ihm zu folgen.

Der Fotograf vom Magazin ist da", fing James an und benutzte unbeabsichtigt die maskuline Bezeichnung. "Wurde auch zeit", hörte man Kankuro Sabukuno sagen, als er von seinem Handy aufblickte, um zu sehen, ob der Fotograf überhaupt kompetent genug aussah, um ihn abzulichten.
Sie", kam es von ihm leicht verärgert, als sich seine Augen zu Schlitzen formten. "Sie haben meine beste Krawatte ruiniert", fast schon knurrend spie er die Worte aus. Noch immer darüber verärgert wie das ausgegangen war.
Ist doch nicht mein Problem, wenn Sie dauernd auf ihr Handy starren, als auf Ihre Umgebung", antwortete Tenten und war kurz davor einfach zu gehen. Nach der Situation im Café hätte vermutlich jeder für sie Verständnis gehabt. Ihr Chef jedoch nicht, weswegen sie sich erneut zusammen reißen musste, um den Job über die Bühne zu bringen.

In diesem Moment hatte Tenten das Gefühl gehabt, dass das Universum sich gegen sie verschworen hatte. Immer mehr hatte sie das Bedürfnis sich auf ihrem Sofa zu verkrümeln, in eine Decke sich dabei einkuscheln und Serien anzuschauen. Wie herrlich dieser Plan sich in ihre Ohren grade anhörte und wie gerne sie das in diesem Moment gerne tun würde.

Ich Zweifel an, dass Sie genug Professionalität besitzen um ...", fing Kankuro an, wurde jedoch von Tenten unterbrochen, die ihre Kameratasche auf dem Couchtisch ab. „Ich weiß, wie ich meinen Job zu erledigen habe. Also wenn wir anfangen könnten, ich habe nicht ewig Zeit", versuchte Tenten bemüht freundlich zu sein. In ihren Augen war er grade einfach nur arrogant, ob das stimmte, wusste sie nicht, spielte für sie in diesem Moment auch keine Rolle. So wie er sich bisher gab, war er das auch.

Wer würde schon mit so einem Arsch ausgehen wollen", dachte sich Tenten nur und versuchte alle negativen und giftigen Kommentare bezüglich Kankuro Sabukuno zu verbannen. In diesem Moment sollte sie schließlich professionell sein.

Hoffen wir mal ", brummte Kankuro der Tenten dabei beobachtete, wie Tenten ihr Equipment heraus holte. Interessiert beobachtete er sie, wie sie grübelnd und genervt von ihm zu seien, schien, aber trotzdem sich zusammen riss. Leicht musste er grinsen und stellte dabei fest, dass es noch recht amüsant werden könnte. Vor allem wenn sie sich so leicht reizen ließ.
Kankuro musterte Tenten genauer, sie war eine attraktive junge Frau. Kurzerhand beschloss er, dass er seinen Spaß heute auch haben könnte. Dass sie nicht so blauäugig war, naiv und leicht zu umgarnen, war ihm bereits aufgefallen. Sie wirkte eher wie eine harte Nuss, die einiges an Anstrengung abverlangen würde, aber jede Anstrengung wert wäre.

Kurzerhand beschloss er, sich heute seinen Spaß zu haben, um ebenfalls auf seine Kosten zu kommen. Ein bisschen Spaß und Lachen, schadete noch keinem.

Sind Sie endlich soweit?", wollte Kankuro wissen und blickte dabei zu Tenten, die nur leicht aufblickte. Dabei gab er sich leicht ungeduldig, so als ob er, was Besseres zu tun hatte. „Ein Shooting braucht seine Zeit. Wen Sie keine haben, dann hätten Sie sich nicht damit einverstanden erklären sollen", antwortete Tenten ihm und sah zu jenem. Bleib professionell, wiederholte sie ständig in Gedanken, wie ein Mantra. „So lange kann es nicht dauern, ein Bild zu schießen", widersprach Kankuro ihr und machte seine Zweifel an ihrer Professionalität kund.
Tenten Widerstand dem Drang, ihre Augen zu verdrehen. „DAS nicht, aber ich werde mehrere machen müssen, in unterschiedlichen Positionen und Situationen. Schließlich wollen Sie selbst ja auch ein gutes Bild haben und die Besten sind die, die möglichst natürlich wirken", erklärte Tenten ihm ruhig, geduldig und schien auf einmal ganz in ihrem Element zu sein.

Darauf erwiderte er nichts, was sollte er auch sagen? Recht hatte sie schließlich gehabt. Wenn ihn schon jeder in dem Magazin sehen würde, dann wollte er angemessen aussehen. Das hatte nichts mit Eitelkeit zutun, denn das war er nicht. Es war der natürliche Drang eines Menschen, gut auszusehen, wenn das Bild alle Welt sehen konnte. Arroganz hatte, in dem Fall, nichts damit zu tun.

Wir können", kam es plötzlich von Tenten. Kankuro hatte nicht mehr damit gerechnet, dass sie bald fertig wäre. Weswegen er sein Handy ausmachte und wegsteckte. Abwartend blickte er zu ihr, wartend, ob es für ihn nähere Instruktionen geben würde. „Probieren wir erst mal einige hier im Sitzen", schlug Tenten vor und zeigte dabei auf die dunkelfarbige Couch. Seine Augenbraue wanderte in die Höhe, jedoch sagte er vorerst nichts und folgte ihrer Anweisung.

Kaum das er saß, folgte auch schon das erste Blitzlicht, sodass er die Augen kurz zusammen kneifen musste, so überrascht war er. Hin und wieder hörte er Anweisungen wie: Lächeln Sie bitte, oder Verändern Sie die Position und Ähnliches. Wie lange er das hin und her machte, wusste er nicht, jedoch fühlte er sich einfach genervt und all das wirkte auf ihn einfach nur gestellt. Konnten gestellte Bilder überhaupt gut ausschauen, fragte er sich dabei gleichzeitig.

Tenten seufzte. „So wird das nichts“, meinte sie schließlich und erhob sich aus ihrer inzwischen gebeugten Haltung. Viele Winkel hatte sie ausprobiert, sowie sie auch die Perspektiven wechselte, aber das wurde einfach nichts. Sein Lächeln sah unecht aus und erreichte nicht die Augen, seine Mimik grüblerisch und wenig freundlich. Wenn sie solch ein Bild ablieferte, dann konnte sie auch gleich Kündigen und zurück nach San Francisco fliegen.

Liegt wohl daran, dass Sie scheinbar nichts von ihrer Arbeit verstehen“, kam es von Kankuro entnervt, der schon geschlagene Stunden damit verbrachte, sich in Szene zu setzen und das zu machen was sie wollte. Kein einziges Mal gab er einen Laut des Protestes von sich, aber langsam reichte es ihm einfach. Wie lange er wirklich hier schon sich in Szene setzte, wusste er nicht, aber ein Blick aus dem Bootsfenster verriet ihm, dass es sehr wohl Stunden sein konnten – denn sonst würde, am Horizont nicht die Sonne langsam anfangen unter zu gehen. Zum Glück hatte er sich heute den Nachmittag freigeschaufelt, sonst hätte er ihr die vermasselten Provisionen in Rechnung gestellt. Für ihn war Zeit kostbar und es war nicht übertrieben zu sagen, dass Zeit Geld war.

Das hat damit nichts zu tun“, widersprach Tenten ihm sogleich. Etwas beleidigt war sie inzwischen schon. Dass er ihr Inkompetenz vorwarf – ohne es direkt auszusprechen, war für jeden ein Schlag ins Gesicht. „Das liegt einfach daran, dass Sie so mürrisch sind und egal was wir versuchen, auf jedem Bild sehen Sie aus, als sie dazu genötigt und gezwungen seien“, warf Tenten ihm die Wahrheit an den Kopf. Vielleicht würde das ja was helfen. Wer wusste dass schon, die Hoffnung starb bekanntlich zum Schluss.

Vielleicht haben Sie ja recht“, gestand Kankuro schließlich ein, als er die herrschte Stille, schließlich durchbrochen hatte. Tenten hatte eigentlich mit allem gerecht, dass er sie sprichwörtlich rauswarf, sie mehr oder weniger feuerte und einen anderen Fotografen verlangen würde, aber nicht mit seinen zustimmen. Perplex sah sie ihn an, denn das hatte ihr die Sprache verschlagen.
Abwartend blickte Kankuro zu ihr, seine Geduld sollte sie nicht strapazieren, jedoch war in dem Moment seine Befürchtung eher die, dass er sie womöglich sprachlos gemacht hatte. Innerlich schüttelte er den Kopf darüber. „Eine professionelle Fotografin sollte solch ein Eingeständnis nicht die Sprache verschlagen“, redete Kankuro schließlich drauf los, „wenn Sie mir schon solche Sachen an den Kopf werfen, dann machen Sie auch Vorschläge, wie man es besser machen könnte“, beendete er schließlich und lehnte sich auf der Couch zurück, abwartend ob sie endlich zu sich kommen würde oder weiterhin Löcher in die Luft starren täte.

Leise räusperte sich Tenten. „Tut mir leid, das war keine Absicht“, murmelte sie leise, da ihr das doch unangenehm war. Denn recht hatte er, das wusste sie. Sie regte sich auf, weil er an ihrer Professionalität zweifelte und sie streute Salz in die eigene Wunde, in dem sie das bestätigte, durch ihr Verhalten. Was war heute nur los mit ihr?

Fieberhaft überlegte sie, was man besser machen konnte oder wie man das ändern konnte. Denn jetzt wollte sie es nicht nur sich selbst beweisen, dass sie ihre Arbeit konnte und viel davon verstand, sie wollte es ihm ebenfalls beweisen, dass sie dazu in der Lage war. Einen Ansporn hatte sie zumindest, jetzt fehlte nur noch die Lösung für ihr Problem. Plötzlich kam ihr eine Idee. „Ich habs“, kam es von Tenten begeistert, als sie mit funkelnden Augen zu ihm blickte.
Ich höre“, wollte Kankuro wissen, was ihre glorreiche Idee denn nun war oder ob sie überhaupt eine hatte. „Als Erstes würde ich das Du vorschlagen, vielleicht fühlen Sie sich dann wohler, weil es nicht mehr alles so formell ist und können so etwas lockerer werden“, schlug Tenten lächelnd vor, blieb selbst jedoch noch beim Sie, für den Fall, dass er ihren Vorschlag ablehnen würde. Gespannt blickte sie zu ihm, da sie nicht wusste, wie er darauf regieren würde. Diesen Mann konnte sie einfach nicht einschätzen, er war für sie einfach ein Mysterium.

Von mir aus, wenn du glaubst, dass das funktioniert“, warf Kankuro schließlich zustimmend ein. Ob das wirklich Wirkung zeigen würde, wusste er nicht, aber er ließ ihr die Chance, dass zu beweisen und seine negative Einstellung damit zu widerlegen. „Das war alles?“, wollte er wissen und hob dabei zweifelnd eine Augenbraue. Irgendwie hatte er mit mehr gerechnet, als einem Simplen Du. Dann sah er, wie Tenten den Kopf schüttelte.
Nein, da das Wetter grade mitmacht, würde ich gerne noch einige Bilder draußen an der Reling machen“, schlug Tenten lächelnd vor. Erneut wanderte Kankuro seine Augenbraue nach oben, man sah ihm an, dass er zweifelte, dass der Wechsel der Location Wirkung zeigen würde, jedoch hatte er ihr die Gelegenheit eingeräumt sich zu beweisen, nun musste er sich auch fügen.

Schließlich erhob sich Kankuro von der Couch. „Ich zweifel daran, dass das helfen wird“, gab er ehrlich zu. „Warts ab, das ist nicht alles“, gab sie grinsend zu und schnappte sich ihre Kamera, ehe sie mit ihm hinaus ging. Kankuro war gespannt, was sie noch vorhatte, denn äußern wollte sie das wohl erst, wenn er ihr folgte.

Tenten entschied sich draußen, für die Seite des Bootes, welche hinaus zum Meer ging. Der Hintergrund war einfach traumhaft, wie die Sonne am Horizont runter ging, dass Meer und den Himmel in sanfte Rot- und Orangetöne färbte. „Bezaubernd“, entwich es Tenten, die von dem Ausblick, der sich ihr bot, wie gefesselt war. „Danke“, meinte Kankuro leicht grinsend, natürlich war ihm bewusst, dass nicht er damit gemeint war, und lehnte sich dabei an das Geländer. Tenten konnte nicht anders als ihre Augen zu verdrehen, erwiderte jedoch nichts darauf um unnötige Diskussionen zu vermeiden.

Ich möchte, dass du mir etwas von dir erzählst“, forderte Tenten ihn schließlich auf, als sie sich in Position brachte, um die nötigen Bilder zu schießen. Die Augenbraue von Kankuro wanderte in die Höhe. „Bitte“, kam es von ihm und er traute dem Braten nicht, schließlich wollte er nicht, dass das dann jeder lesen würde oder sie sonst irgendwo irgendwas von ihm verbreitete. „Keine Sorge, du kannst auf meine Integrität zählen. Niemand wird was hier von erfahren, aber wenn du vielleicht von deiner Familie, Arbeit, Vorlieben oder gar deine Herkunft erzählst, wird das vielleicht klappen. Ich meine, dass du abschalten könntest und wir somit ein richtig gutes Bild von dir hätten“, erklärte Tenten ihm, ihr Vorhaben.

Man sah Kankuro seine Zweifel an und sein Zögern verriet ihn ebenfalls, trotzdem war da etwas in ihm, dass dem ganzen bereit war, eine Chance zu geben. „Wenn dass jemals rauskommt“, fing Kankuro an, denn nicht alles davon wusste das Magazin, „Dann verklage ich dich, bis auf dein letztes Hemd“, drohte er ihr Ernst und blickte kurz zu ihr, als er sah, das sie zögerlich nickte, war er bereit zu reden. So konnte er sicher sein, dass sie auch wirklich ihre Klappe halten würde, denn wenn nicht, wusste sie, was auf sie zukommen würde.

Nun gut, wo soll ich anfangen“, warf Kankuro die Frage in den Raum, wartete jedoch keine Antwort darauf. Nachdenkend blickte er hinauf zum roten Himmel, während er überlegte wo er anfangen konnte, nur am Rande bekam er mit, wie Tenten anfing, Bilder zu machen – wäre nicht der Blitz ihrer Kamera gewesen, dann hätte er das auch nicht mitbekommen.

Geboren und aufgewachsen bin ich in Osaka“, fing er schließlich an, etwas was ihm schließlich leicht fiel. „Meine ältere Schwester, Temari, ist Buchhalterin bei einer Anwaltskanzlei in Tokyo. Dort lernte sie auch ihren Verlobten kennen, den Anwalt Shikamaru“, fing er an, über seine Schwester zu reden. „Wenn du mich fragst, dann wird das nicht ewig halten. Zum einen weil er ganze drei Jahre jünger ist als sie und zum anderen, weil die beiden charakterlich überhaupt nicht zusammen passen. Sowie beide unterschiedliche Ziele und Vorstellungen von der Zukunft haben. Deswegen ist deren Bindung zum Scheitern verurteilt“, erzählte er ihr ehrlich und merkte wie gut es tat, endlich das auszusprechen. Denn Temari selbst wollte das ja nicht hören.
Tenten blickte hinter ihrer Kamera hervor. „Das ist aber traurig, und deine pessimistische Einstellung macht das auch nicht besser, finde ich“, gab Tenten ehrlich zu und blickte ihn dabei musternd an. „Solltest du sie nicht eher darin unterstützten, als so schlecht von ihren Liebesleben zu reden“, wollte Tenten von ihm wissen.
Kankuro jedoch schüttelte nur den Kopf. „Versteh mich nicht falsch, ich wünsche meiner Schwester vom Herzen alles Gute und das sie den Richtigen Mann fürs Leben findet, jedoch wird das nicht der Jüngling sein. Ich möchte nicht, dass sie eines Tages zu sich kommt, wenn die rosarote Brille mal abgefallen ist und ihre Entscheidung bereut – denn das wird sie – aber sie wird sich dann nicht mehr Scheiden lassen, einfach aus Pflichtgefühl oder vielleicht wegen eines Kindes, wer weiß das schon. Jedoch wird sie bei ihm bleiben. Das ist aber keine Liebe mehr, wenn man nur aus Pflichtgefühl und Verantwortung bei einem Menschen bleibt, oder siehst du das etwa anders“, wollte Kankuro von ihr wissen und blickte sie musternd an.

So wie er über seine Schwester geredet hatte, sah man mehrere Gefühle in seinem Gesicht, Besorgnis und Liebe waren nur ein Teil davon, was Tenten mit ihrer Kamera dabei eingefangen hatte. „Na ja, irgendwie hast du ja recht. Aber wenn er sie nicht Lieben würde, dann hätte er sie doch nicht gefragt, ob sie ihn Heiraten will und deine Schwester hätte den Antrag ja nicht annehmen müssen, wenn sie ihn nicht liebt“, teilte sie ihm schließlich ihre Meinung mit.
Sie sah, wie er tief Luft holte und seufzte. „So einfach ist das alles auch nicht. Nicht er hat den Antrag gemacht – denn ihm wäre die Planung und all das drum herum, zu anstrengend gewesen, Temari hat ihn gefragt, ob er sie heiraten will“, erzählte er ihr schief grinsend. „Aber auch erst, nachdem ich ihr damals ins Gesicht gesagt habe, dass er der Falsche für sie ist und sie sich jemand neues Suchen sollte ...“, beendete er seinen kleinen Exkurs zu Temari und musste bei der Erinnerung daran schmunzeln. Somit schob er das auf ihre Trotzreaktion, da sie das nicht Wahrhaben wollte, dass ihr jüngerer Bruder recht hatte.

Tenten fing sein Schmunzeln mit der Kamera ein, dieses Bild – vor allen sein Lächeln – wirkte natürlich. Scheinbar zeigte Idee nun ihre Früchte. Mit dem Sonnenuntergang im Hintergrund und den vereinzelten Segelbooten, gab das ein perfektes Motiv ab, wie sie fand. Sein Schmunzeln wirkte dabei ansteckend, sodass sie selbst ebenfalls Schmunzeln musste.

Hast du noch mehr Geschwister oder ist Temari deine einzige Schwester“, erkundigte sich Tenten bei ihm, während sie weitere Bilder schoss, als er direkt zu ihr blickte. Einen Augenblick lang hatte sie das Gefühl, dass er ihr direkt in die Augen sah, doch das bildete sie sich ein. In die Kamera ging sein Blick, das redete sie sich zumindest ein.

Nein, ich habe noch einen jüngeren Bruder, Gaara, erzählte er ihr schließlich und war noch nicht mal zu seinem Interview mit der Journalisten vom Magazin so offen und ehrlich. Warum er das Gefühl hatte, dass er das bei Tenten sein konnte, wusste er selbst auch nicht. „Er lebt weiterhin in Osaka. Vom Beruf her ist er Architekt, ob er bereits international bekannt ist, weiß ich nicht. Jedoch im asiatischen Wohnraum hat er inzwischen seine Bekanntheit“, erzählte er schließlich von seinen Bruder. „Na ja, als Person kann es mit ihm schwierig sein, wenn man ihn nicht näher kennt, aufgrund seines Charakters“, sagte er schließlich schulterzuckend. Er kannte Gaara jedoch nicht anders und ihn eintauschen dass würde er auch nicht. Denn Kankuro wusste, dass Gaara für seine Geschwister immer da wäre, alles tun würde. „Ansonsten ist er verheiratet, hat mit seiner Frau einen Jungen adoptiert, erzählte er noch kurz etwas zu seinem Bruder. Für einen Familienmenschen hatte Kankuro Gaara nie gehalten, jedoch wurde er am Ende eines besseren belehrt, er war wohl mit seiner kleinen Familie so glücklich wie noch nie zu vor. Er traut Gaara und seiner Frau sogar zu, dass sie in naher Zukunft wieder ein Kind adoptieren würden, wenn nicht gar mehrere.
Temari hingegen stellte sich nicht sehr geschickt mit kleinen Kindern an, er erinnerte sich an das erste Weihnachtsfest, dass sie in einen großen Familienkreis verbracht hatte, wie der kleine damals nicht aufhören wollte, auf ihren Armen zu weinen, und sie sich einfach überfordert fühlte. Weswegen er hoffte, dass ihre biologische Uhr nicht zu Ticken anfing und sie sich wegen solchen Dingen, einen Ehemann ans Land zog.

Tenten blickte lächelnd zu Kankuro. „Das hört sich toll an, es gibt viele Kinder und Babys auf der Welt, die keine Eltern mehr haben und sich wegen so etwas freuen würde“, sie empfand es als äußerst gütig von den beiden. Immerhin konnten viele eigene Kinder haben, grade deswegen sich für eine Adoption zu entscheiden, war beeindruckend, wie sie fand.
Kankuro zuckte darauf nur mit den Schultern. „Muss jeder für sich selbst entscheiden“, gab er ehrlich zu, ob er das wollen würde, wusste er nicht. Jedoch zerbrach er sich darüber auch keinen Kopf. Eine eigene Familie konnte noch warten.

Ihre nächste Frage bereute Tenten sogleich, als sie sich nach seinen Eltern erkundigte, da er jene bisher ausgelassen hatte. Sie merkte, wie sich sein Blick förmlich verfinsterte. Leicht schluckte sie und überlegte fieberhaft, wie sie dezent das Thema umgehen konnte. „Nun gut, wir sollten langsam zum Schluss kommen, denn die Sonne bleibt uns nicht ewig erhalten“, warf Tenten schließlich schief lächelnd ein. „Warum Irland? Erzähl etwas von dir, deinem Beruf und was dir sonst noch einfällt“, bat sie ihn, als sie schließlich sich bereit machte, für die letzten Bilder.

Kankuro zuckte mit den Schultern. „Irland ist nicht jedermanns Sache, allein schon wegen denn verrückten Wetter. Jedoch finde ich, dass Irland einzigartig ist, seinen ganz eigenen Charme hat und ich liebe die Kultur, die Mythen und Legenden, von denen es hier nur so wimmelt“, sagte er lächelnd. „Grade weil das Land seinen eigenen Reiz hatte, beschloss ich, hier meine eigene Firma zu gründen“, erzählte er ihr und blickte schief lächelnd zu ihr. „Nun ja, was heißt hier Firma. Du kannst das auch als Immobilienagentur bezeichnen, wenn du willst“, er ließ ihr die Wahl, ob sie Firma oder Agentur sagen täte, wenn ihr eine andere Bezeichnung für ein Unternehmen mit Immobilienmaklern weiß, dann konnte sie auch jene nehmen. Ihn interessierte das nicht.

Tenten wusste nicht, dass er ein Immobilienmakler war und wie es den Anschein hatte, war er zusätzlich sein eigener Chef. Erfolgreich war er ebenfalls. „Wie heißt denn das Unternehmen“, erkundigte sich Tenten neugierig, vielleicht konnte sie ja mal die Dienste in Anspruch nehmen, um aus ihrer kleinen Besenkammer auszuziehen. Wenn sie den Chef kannte, wer wusste schon, vielleicht würde sie das sogar billiger kriegen. Kaufen, das würde sie sich bei den Immobilienpreisen, nicht leisten können, aber eine schönere Wohnung, da wäre vielleicht was drin. Anderseits liebte sie ihre kleine Besenkammer, wie sie die Wohnung liebevoll nannte.

Kankuro blickte zu ihr, als sie sich nach seinem Unternehmen erkundigte. Er erinnerte sich noch daran, wie er als Ein-Mann-Betrieb anfing und wie er nun landesweit Fuß gefasst hatte. Jahre hat es ihn gekostet gehabt, sein Immobilienbetrieb soweit auszubauen, wie es heute war. Stolz konnte er sein, denn viel erreicht hatte er. „Ich habe das Immobilienunternehmen, greenHOMES gegründet, ich fing damals klein an, war alleine und es hat viel Zeit, Nerven und Aufwand gekostet, um als Immobilienmakler hier erfolgreich durchzustarten, aber jede Investition hat sich gelohnt“, erzählte er ihr Stolz und lächelte dabei sogar. „Die greenHOMES AG steht für Kompetenz und Zuverlässigkeit in der Immobilienbranche. Getreu dem Motto: „Visionen realisieren – Vertrauen schaffen““, beendete er schließlich seinen kleinen Exkurs zu seinem Unternehmen mit Stolz.

Schließlich räusperte sich Kankuro, nach dem Tenten erneut ein Bild geschossen hatte. „Ich denke, das sollte für heute reichen. Immerhin gab es genug Motive“, nahm er an, so oft wie er das Blitzlicht gesehen hatte. Die Sonne selbst war inzwischen auch verschwunden und die ersten Sterne zeichneten sich oben am Himmel ab. Während das Licht auf dem Boot automatisch anging, dank der Bewegungssensoren.

Tenten nickte zustimmend. „Willst du die Bilder sehen“, fragte sie ihn lächelnd und machte sich mit ihren Sachen auf den Weg ins Innere. „Gerne“, antwortete er ihr schließlich, als er ihr auch schon folgte.

Im inneren legte sie als erstes ihre Kamera vorsichtig zur Seite, ehe sie ihren Laptop heraus holte, um die Bilder ihm darauf zu zeigen. Kaum war die Speicherkarte drinnen, fing sie auch schon an, jene ihm zu präsentieren.

Das hier, finde ich am besten“, sagte Tenten und zeigte dabei auf ein Bild, im Hintergrund sah man, wie die Sonne unter ging, vereinzelte Segelboote waren im weiten ebenfalls zu erkennen und das Beste daran war, sein Lächeln. Dass jede Frau dahin schmelzen lassen konnte, selbst sie ertappte sich kurz dabei.
Kankuro betrachtete das Bild und nickte schließlich. „Sieht nicht schlecht aus, hast ja doch was auf dem Kasten“, lobte er sie fast schon und blickte zur Seite, um sie anschauen zu können. Mehr würde er dazu auch nicht äußern, sonst müsste er noch zugeben das ihre Theorie und die Ablenkung funktioniert hatte – obwohl, eigentlich hatte er das grade indirekt. Kankuro glaubte kaum, dass das jeder Fotograf so hingekriegt hätte, dafür besaß sie, seiner Meinung nach, zu viel Empathie.

Tenten räusperte sich leise und wand sich ab, um ihre Sachen zu packen. Sie konnte gar nicht beschreiben, wie der Blick auf die gewirkt hatte, aber er war so anders als zu Anfang des Treffens und wirkte so intensiv. Dass es in ihr seltsame Gefühle auslöste, jene die sie nicht haben sollte, konnte und schon gar nicht durfte.

Es ist schon spät, ich sollte los“, murmelte Tenten, als sie die herrschende Stille, nach ihrem Räuspern durchbrach. „Soll ich dir helfen? Dein Zeug zum Auto zu tragen“, erkundigte sich Kankuro, wie ein Gentleman bei ihr. Obwohl ihm eigentlich bewusst war, dass sie das alleine gekonnt hätte, denn hierher hatte sie die Sachen ja auch alleine gebracht. Trotzdem bot er ihr die Hilfe an.

Geht schon, ich ruf ein Taxi“, meinte Tenten und holte ihr Handy hervor, um das Taxiunternehmen anzurufen, welches sie, zu so einer späten Stunde, heimbringen sollte.
"Lass mal, ich fahre dich", beschloss Kankuro. Es war keine Frage, keine Bitte. Sein Entschluss stand fest, als er sich auch schon erhob und ihre Taschen nahm, die inzwischen gepackt waren.

Tenten versuchte sich raus zureden, behauptete, dass das nicht nötig wäre, aber Kankuro ließ sich nicht davon abbringen. Seufzend folgte sie ihm, zu seinem Auto.

Auf dem Weg dahin, blickte sie hinauf zum Himmel. Keine einzige Wolke war zu sehen, klarer Nachthimmel voller zauberhafter Sternen. "Wie schön", wisperte Tenten, mitten in der Stadt sah sie nie so viele Sterne, dank der Stadtlichter.
Auch Kankuro blickte hinauf und lächelte. "Wenn man mit dem Boot ausführt, sieht man noch viel mehr. Selbst die Milchstraße  und die ganzen Sternenbilder, die man noch nie gesehen hat", erzählte er und legte ihre Sachen ins Auto, als sie endlich ankamen. "Ich kann dich gerne, beim nächsten Mal mitnehmen", bot er ihr lächelnd an, als er mit ihr zusammen ins Auto stieg.
Nur zaghaft bedankte sich Tenten bei ihm, jedoch hatte sie nicht das Gefühl gehabt, dass er das ausnutzen würde. Dieses Angebot schien ehrlich und ohne Hintergedanken zu sein. "Sehr gerne", antwortete sie schließlich lächelnd und sah zu ihm dabei.

Kaum, dass das Auto gestartet war, hörte man aus dem Radio ein Lied von Ed Sheeran.
Tenten wusste nicht, was die Zukunft bringen würde, aber sie war rückblickend gesehen, vor gewesen heute aus dem Bett gekommen zu sein. Trotz des holprigen Startes war das vielleicht der Beginn einer guten Freundschaft.

Man kommt in der Freundschaft nicht weit, wenn man nicht bereit ist, kleine Fehler zu verzeihen. (Jean de La Bruyère)