Der Melonendieb aka Kim Taehyung

OneshotFreundschaft / P12
OC (Own Character) V
21.10.2019
21.10.2019
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Huhuuu!

Diese kleine Idee ist mir ganz spontan in den Kopf gekommen, weshalb ich mich flux hingesetzt, und sie aufgeschrieben und ausgearbeitet habe! Et voilà, das ist dabei rausgekommen! ^^
Bin echt zufrieden damit.


Heute Morgen wachte ich mit einem merkwürdigen Gefühl auf. Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, zu wissen, im Begriff zu sein, etwas Falsches zu tun? Ihr wisst es und dennoch besitzt ihr nicht die Macht, es zu stoppen. Entweder, weil es niemals in eurer Hand lag, oder aber weil ihr dieses Gefühl eine Millisekunde vor der Konsequenz verspürt. Ihr wisst, es ist falsch, doch könnt ihr nicht mehr stoppen.


Wisst ihr, was ich meine? Tja, genau dieses Gefühl habe ich, als ich mich heute Morgen aus meinem riesigen King-Size-Bett gequält habe. Ich wusste, dieser Tag sollte einiges für mich bereithalten und dennoch stand ich auf und machte mich für den Tag fertig. Diese Entscheidung sollte mein Schicksal besiegeln.

Was einiges beinhaltete, sollte ich jedoch früh genug herausfinden: einiges beinhaltet nämlich sieben Jungs, umringt von einer riesigen Menschenmenge, die mein heutiges Lager rigoros zunichtemachte, um ein paar Meter näher an die Jungs mit den Engelsstimmen heranzukommen.


Ich seufzte. Mein Lager war wohl nicht mehr zu retten. Daher zog ich mit meinem Wägelchen voller unterschiedlicher Melonenarten, vor allem Wassermelonen, ab, um mir ein ruhigeres Plätzchen zu suchen. Es war gerade mal halb acht Uhr morgens. Warum waren manche Menschen um diese Uhrzeit schon derart wach?


Ich holte meinen Filzstift heraus und zeichnete eine grobe Vorlage meiner Umgebung auf die Schale einer großen Wassermelone. Ihr müsst wissen, ich verziere die Melonen für einige gehobene Cateringservices. „Die Melonenstücke dürfen nicht gewöhnlich sein. Denken Sie sich was aus!“, waren die Worte meines Chefs. Ich arbeitete in einer guten Dekofirma und mein Chef hatte irgendwie rausbekommen, dass ich in meiner Freizeit gerne schnitzte.


Deshalb saß ich nun hier im Park anstatt vor einem Computer im Büro und malte grob meine Umgebung auf die Schale der Melone. Als nächsten Schritt schnitt ich die Melone auf und steckte sie so ineinander, dass eine fast Lückenlose Wand vor mir entstand. Diese würde ich festhalten müssen, damit nichts im Dreck landete. Das machte das Schnitzen zwar schwierig, jedoch nicht unmöglich. Und da ich den ganzen Tag Zeit hatte, würde ich diese Herausforderung mit Sicherheit meistern!


Ich verfeinerte meine Skizze also einhändig, bevor ich vorsichtig die ersten leichten Linien schnitzte.

Die Zeit verging und ich kam nur langsam voran, jedoch war ich schon ziemlich fertig. Ich mache jetzt erst einmal eine Pause., beschloss ich. Da es Frühling war und recht kühle Temperaturen herrschten, brauchte ich keine Kühlbox, sondern klebte einen Zettel mit Finger weg! An mein Kunstwerk. Dass Aliens nicht lesen können, hätte ich mir vorher denken können…


Denn als ich zurückkam, sah ich einen braunhaarigen Jungen grinsend das letzte Stück verdrücken… Damit machte er die Arbeit eines ganzen Tages kaputt. Für aufgegessene Melone werde ich schließlich nicht bezahlt. Beim Näherkommen stellte ich fest, dass es sich nicht mal um einen X-beliebigen Jungen handelte, sondern um BTS‘ Alien aka Kim Taehyung. Eben dieser grinste mich nun breit an und meinte allen Ernstes, er habe vorher noch ein Foto gemacht und es auf Facebook hochgeladen. Ich solle also nicht traurig sein, er hatte nun mal Hunger. Dann drückte mir dieser … mir fällt kein passendes Wort ein. Er drückte mir jedenfalls 8000 Won in die Hand und verkrümelte sich.


Ich selbst blieb zurück, mit 8000 Won und einem geplatzten Deal, den ich meinem Chef verklickern konnte. V konnte sich auf was gefasst machen, wenn ich dadurch meinen Job verlieren sollte!

Ich könnte heulen, so elend fühlte ich mich!


Mein Blick schweifte zu den Melonenschalen, die Kreuz und Quer um den freien Platz, wo er saß herumlagen. Seufzend begann ich, die Stücke einzusammeln und in meinen kleinen Wagen zu packen. Mies gelaunt kam ich Zuhause an.


Von dem Geld, was mir dieser Tunichtgut gegeben hatte, bestellte ich mir meine Lieblingspizza und noch was von McDonald’s. Damit versuchte ich nun mein Gemüt zu beruhigen und mich so weit zu fassen, dass ich meinen Chef anrufen konnte.


Währenddessen schaute ich mir die Bilder an, die V auf Facebook veröffentlicht hat. Einige Selfies, eine Gegenüberstellung meiner geschnitzten Landschaft und der Landschaft, die ich als Vorlage benutzt habe und ein einfaches Bild meines Werkes. Die Bilder waren gut, musste ich zugeben und ich hinterließ noch einen öffentlichen Kommentar.


Dann schickte ich ihm jedoch noch eine private Nachricht:


Mach dich auf was gefasst, wenn ich wegen dir meinen Job verliere! Das war nämlich nicht nur ein “Hobby“, wie du sagst.
Und hoffe, dass die Pizza von deiner Entschädigung mich soweit runterbringt, dass ich meinen Chef dazu bringen kann, mir keine Kündigung zu schicken!


Ich las sie mir noch einmal durch und schickte sie aufgeregt ab. Klar, vielleicht war das ein wenig unhöflich, jedoch ist Kim Taehyung sicher nicht der Nabel der Welt, der sich alles erlauben kann. Hat der noch nie von Anstand gehört??


Ich redete schließlich noch mit meinem Chef, der mir diesmal noch verzieh, bevor ich mich ins Bett packen wollte. Allerdings konnte ich nicht schlafen, sodass ich noch mal auf mein Handy schaute. Auch Facebook checkte ich ab. Keine neue Nachricht erhalten. Tja, ich scheine auch nicht der Nabel der Welt zu sein. Da war es Tae schon eher, kümmerten sich doch viel viel mehr Leute um ihn, als um mich.


Dennoch hat mich die Versicherung nicht müde gemacht, sodass ich wieder aufstand. Meine Finger kribbelten und ich hatte auch schon eine leichte Ahnung, warum. Dieses Gefühl bekam ich immer, wenn ich noch etwas zu schnitzen hatte. Ich wusste, vorher würde ich eh nicht schlafen können…


Also nahm ich mir eine Holzplatte und zeichnete mir einen groben Rahmen auf. Leichte Anfänge von möglichen Verzierungen deutete ich an, machte jedoch keine festen Linien. Dann ließ ich meine Hand zur Mitte schweifen. Ließ sie zeichnen, was mir gerade in den Kopf kam: Tae, wie er inmitten der aufgegessenen Melonenstückchen saß und provozierend zum Betrachter aufblickt, das letzte Stück Melone in der Hand. Das Finger weg!-Schild lag zusammengeknüllt ein wenig entfernt.


Ich blickte auf das Bild hinab und seufzte. Tae würde mir wohl eine Weile nicht aus dem Kopf gehen. Es heißt schließlich nicht umsonst, dass ein schlechter Ruf eher in Erinnerung bleibt, als die abertausenden, immer gleichen guten Rufe. Unfair nicht?


So fing ich an, Tae mit verschiedenen Werkzeugen zu bearbeiten, bis er schließlich wie in echt vor mir saß und ich zufrieden war. Perfektionismus ist in meiner momentanen Laune zwar eher nicht mein Ding, jedoch war es mir aus einem unerfindlichen Grund äußerst wichtig, es gut zu machen. – Nicht nur gut, perfekt!


Nach zwei unendlichen Stunden war ich mit ihm und seiner näheren Umgebung zufrieden, sodass ich nur noch die Übergänge zum Rahmen hin verfeinerte, sodass das Bild am Rahmen, den ich ja zu Anfang angedeutet hatte, nicht so abrupt endete. Tatsächlich hatte ich Glück, dass ich den Rahmen nur angedeutet hatte, da das zerknüllte Schild ein klein wenig in den Rahmen ragte. Für mich kein Problem, war ich doch recht flexibel, was sowas anging. Also bastelte ich den Rahmen so, dass das Papierbällchen aus dem Bild zu ragen scheint. Und verdammt! Es sah sogar echt klasse aus… Vielleicht sollte ich öfter Menschen schnitzen. Vor allem Kpop-Idole sind doch sehr beliebt.


Ich kam, nachdem ich meine Schnitzerei eingeölt hatte auch noch mal ins Bett und hoffte einfach nur, dass ich genug Schlaf bekommen würde.

Natürlich war das nicht der Fall, als mein Wecker mich um sieben aus dem Bett klingelte. Ich hatte eine halbe Stunde, um mich fertig zu machen, denn um acht musste ich auf der Matte stehen und ich brauchte eine halbe Stunde bis zur Firma. So sputete ich mich mit der morgendlichen Katzenwäsche – ich hasste es, morgens zu duschen – und schmierte mir eben eine Stulle, während ich mich nebenbei nach meinen Sachen umsah. Dabei fiel mir die Schnitzerei von gestern Abend Nacht ins Auge. Ich entschloss, dass noch genug Zeit sei, ein Foto auf Facebook zu veröffentlichen. Dort hatte ich nämlich auch einige meiner anderen Werke hochgeladen.


Das Foto von Tae, wo wirklich nur mein Werk drauf war, kopierte ich mir und lud es bei mir selbst hoch. Ich hätte, nach dem Feinschliff eh noch ein Foto gemacht. Unter das erste Foto (ursprüngliche von Tae) schrieb ich:

Leider konnte ich es nicht vollenden, weil ein gewisser Junge, der natürlich k ein riesiges Chaos bei mir anrichtete. ~Dieses Foto ist von Kim Taehyung geschossen.


Unter das Bild, das ich eben gerade gemacht hatte, schrieb ich:

Und hier ist der Junge, der k ein riesen Chaos mit der Vernichtung meines Werkes verursacht hat. – Meine erste Begegnung mit ihm.



Dann checkte ich noch meine privaten Nachrichten ab: Eine neue Nachricht. Prangte mir fast schon leuchtend entgegen.

Unicorn19:
Mach dich auf was gefasst, wenn ich wegen dir meinen Job verliere! Das war nämlich nicht nur ein “Hobby“, wie du sagst.
Und hoffe, dass die Pizza von deiner Entschädigung mich soweit runterbringt, dass ich meinen Chef dazu bringen kann, mir keine Kündigung zu schicken!

AlienTae:
Tut mir Leid, dass du vielleicht deinen Job verlierst, aber bei so viel Talent müsstest du dich vor Anfragen doch kaum retten können.


Unicorn19:
Ist schon okay. Ich habe nur eine Verwarnung bekommen. Und nein, die Anfragen stapeln sich nicht bei mir… Wär‘ schön, wenn‘s so wäre.

AlienTae:
Das kann ich gar nicht glauben! Aber zumindest hast du deinen Job noch. Dann ist ja alles gut, oder?


Ich wusste darauf nicht wirklich etwas zu antworten. Denn im Grunde hatte er Recht. Ich hatte meinen Job nicht verloren, also war doch eigentlich alles gut. Meine Finger lagen schon auf der Tastatur, ohne zu wissen, was sie schreiben sollten, da kam bereits eine neue Nachricht von ihm.

AlienTae:
Ach, ich richte also Chaos an? Das wusste ich ja noch gar nicht… ;D Aber auch in deinem Kopf? Da komme ich ja offensichtlich nicht mehr raus, was??


Jetzt wurde es mir zu blöd. Also ob ich dieses Alien nicht aus dem Kopf bekomme! Als ob ich mich nach dieser kurzen Zeit in ihn verliebt hätte. Tss, lächerlich! Dem werde‘ ich’s zeigen!

Mit diesem Entschluss machte ich mich auf zur Arbeit.

Auf der Arbeit war ich zum Glück so eingespannt, dass ich gar keine Zeit hatte, mir Gedanken zu machen, doch als ich nach Hause kam und mir mein Bild ins Auge fiel, erinnerte ich mich wieder an meinen Plan.


Ich fing eine neue Schnitzerei an: Auf der war ich, recht detailreich, aber nicht so, dass man unbedingt mich identifizieren kann, und ein scharfer Riss, der vorher bereits im Holz prangte. Auf der anderen Seite – durch den Riss getrennt – ein dunkler Schatten, nicht besonders herausgearbeitet. Das Holz war an dieser Stelle natürlich dunkler, sodass ich nur ein paar umrisse einfügen musste. Ich wählte die meisten Holzplatten zum Schnitzen sehr umsichtig, schaute mir die Maserung und Schattierungen an und versuchte Bilder zu erkennen, die ich durch meine Schnitzkunst nur hervorhob.

Jedenfalls füllte ich nun den Hintergrund der beiden Personen mit völlig verschiedenen Dingen. Nur Tae würde verstehen. Auf meiner Seite war ein geordnetes Leben aufgezeichnet, während das Leben des Schattens wild und kunterbunt erschien. Es war wirklich ein Meisterwerk, wie ich fand. Doch etwas fehlte noch, das es perfekt machen würde. Nicht nur die harte Botschaft soll das Bild verstecken, auch eine gute, schöne soll es haben.


Ich ließ das Bild mehrere Tage liegen, bis mir schließlich die perfekte Idee kam: Ich schnitzte einfach eine Brofist auf beide Seiten. Ich hatte nämlich tagelang überlegt, wie ich es nicht zu offensichtlich machen konnte, dass wir Freunde sein könnten. Das ich nicht in ihn verliebt bin – wirklich nicht, mein Herz gehört jemand anderem – war mir absolut klar. Das konnte ich mit dem Bruch verdeutlichen. Aber ich brauchte ein Freunschaftszeichen, bei dem es nicht zu offensichtlich war. Etwas, dass nicht das Unendlichkeitssymbol mit einem friends drin war. Denn ohne das friends wäre die Unendlichkeit auch ein Zeichen für Geliebte.


Nun musste ich auf Taes Antwort warten. Diese kam sogar recht schnell, nämlich nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung, unter die ich diesmal nichts schrieb.


AlienTae:
Ja! Ich wäre sehr gern mit dir befreundet! Das ist klasse. Du bist wahrscheinlich die einzige, die nicht sofort in mich verknallt ist! ^^

Wer ist der Glückliche??


Ich hielt es nicht für nötig, auf die Frage zu antworten und schrieb ihm nur, dass ich die Gesichter von BTS wohl nun öfter schnitzen werde, was er den anderen mitteilte, die sich seinen Aussagen nach auch mega freuten.


So kehrte wieder Normalität in mein Leben ein, das von der kurzen Windböe nicht mehr als nur einen kleinen Moment aufgewühlt wurde. Einige meiner Bilder, wie das von Tae und mir, landeten sogar in den Kunstbüchern von Schulen, worauf ich sehr stolz war.

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Das war es dann auch schon von mir! Hoffe es hat euch gefallen. Hier noch ein

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ஜ۩۞۩ஜ YOU ஜ۩۞۩ஜ

und bis bald mal! ^^
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