Auf der falschen Seite

von ElliHill
GeschichteAllgemein / P16
Hajo Trautzschke Ina Zimmermann Jan Maybach OC (Own Character)
20.10.2019
11.11.2019
12
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„Zeuge? Wer ist denn dieser Zeuge?“ fragte Hajo weiter. „Tom ist der Zeuge. Er und Jan sollten diesen Transport begleiten. Ein Amtshilfegesuch von Dresden und Binz hat diesen Auftrag an unsere Abteilung weitergeleitet. Er bestand darauf, dass es Jan und Tom machen.“ wiederholte Ina. „Aber für so etwas sind wir doch gar nicht zuständig! Ina, was ist denn da passiert? Wieso ist Tom der Einzige, der es bezeugen kann? Das stinkt doch zum Himmel!“ hakte er weiter nach. Ina berichtete ihm, was sie von Tom erfahren hatte und er hörte aufmerksam zu. „Moment, da stimmt doch was nicht! Wenn diese Ausbrecher ihre Mitwisser und den Busfahrer beseitigt haben, wieso haben sie dann nicht auch Tom erledigt?“ wollte er wissen doch auf diese Frage wusste auch Ina keine Antwort. „Ähm…“ fing sie an und schwieg wieder. „Hajo, niemand kennt Jan besser als wir und ich habe große Probleme damit, ihn als korrupt zu bezeichnen. Er war immer aufrichtig und… hast du mit Jan die letzten Tage gesprochen?“ wollte sie wissen. Hajo nickte. „Ja, er hat am Sonntag Lotte zurückgebracht. Sie war das Wochenende bei ihm gewesen und die Beiden hatten sehr viel Spaß. Ich habe mich mit ihm unterhalten und er war sehr entspannt. Er sah erholt aus und ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass er das spielen kann. Ina, du kennst ihn genauso gut wie ich und ich sehe es genau wie du. Jan ist nicht korrupt! Da stimmt etwas nicht! Wenn du willst, helfe ich dir! Ich bin zwar pensioniert aber ich habe meinen Job noch nicht vergessen!“ bot er seine Hilfe an. „Ich werde Tom noch einmal auf den Zahn fühlen!“ legte sie fest und verschwand ohne auf sein Angebot einzugehen.

Jürgen Christian Koch sah Tom mit einem überaus gelassenen Blick an. „Ja, da ist etwas schiefgelaufen aber immerhin sind Sie doch in der Bande aufgenommen. Ein paar Rückschläge müssen einkalkuliert sein und ein paar sind immerhin besser als der Verlust von Drogen an denen hunderte Süchtige sterben können.“ gab er gleichgültig zurück. Kowalski sah ihn mit weit offenen Augen an. „Rückschläge? Mord nennen Sie Rückschläge? Was für ein Spiel spielen Sie?“ fauchte der Kommissar wütend und Koch stieß lediglich einen Pfeifton aus. „Sie wissen doch selbst, dass es immer Risiken in unserem Job gab und immer geben wird. Maybach lebt doch noch, oder? Und die Anderen waren halt Kollateralschäden. Der Busfahrer hatte eh nicht mehr lange zu leben. Es war ein sehr guter Freund von mir, der vom Krebs zerfressen war. Ich habe ihm einen Gefallen getan und Sie können es im weitesten Sinne, staatlich erlaubte Sterbehilfe nennen.“ erklärte Koch kühl und Kowalski schüttelte entsetzt den Kopf. „Hören Sie sich eigentlich selbst zu? Sie verurteilen Menschen einfach zum Tod? Sind Sie Gott oder was?“ fauchte er ihn an und machte einen Schritt auf ihn zu.

„Ich schwöre Ihnen, sollte Jan auch nur ein Haar gekrümmt werden, dann mache ich Sie fertig! Denn im Gegensatz zu Ihnen, sind mir Menschenleben nicht egal! Besonders nicht das, meiner Kollegen!“ drohte er ihm. Auch jetzt schien es Koch nicht wirklich zu interessieren und er holte eine Akte hervor. „Wenn Sie es wollen, versuchen Sie es nur. Sie wissen sicherlich, dass der Staatsanwalt informiert wurde und Sie auf eigene Gefahr in diesen Einsatz gegangen sind. Was Maybach angeht, der kann sicher auf sich aufpassen.“ antwortete er kühl und Kowalski spürte wie sich der Schock immer mehr in Wut umwandelte. Diese eisige Kälte des Mannes, ließ sein Blut kochen. „Wenn ich vorher gewusst hätte, was Sie für ein Ekel sind, hätte ich den Auftrag abgelehnt! Was haben Sie gegen Jan? Sind Sie eifersüchtig, weil er beliebter ist als Sie? Hat er schneller Karriere gemacht als Sie?“ fragte Kowalski weiter und am liebsten hätte er seine Faust in das grinsende Gesicht von Koch fahren lassen. „Finden Sie sich einfach damit ab, dass nicht jeder Mensch Ihren Vorstellungen entspricht.“ kam lapidar und kalt von dem Drogenfahnder.

Tom glaubte nicht wirklich daran, was sein Gegenüber von sich gab und während er noch überlegte, ob Koch es ernst meinte, setzte sich der Drogenfahnder an den Tisch und bediente sich an Toms Kaffee. „Wo treffen Sie Wagner und seine Komplizen?“ wollte der Drogenfahnder wissen und kam zum Fall zurück. Tom atmete tief durch. „Er hat eine alte Mühle in Nieplitz gekauft. Ich fahre heute Abend hin und werde versuchen herauszufinden, wo die Drogen versteckt sind. Ich denke aber nicht, dass er sie in der Mühle versteckt hat. Sie werden mir eines versprechen! Kein Zugriff ohne mein OKAY! Haben Sie mich verstanden? Sollte noch etwas schieflaufen, dann verpasse ich Ihnen persönlich eine Kugel, das verspreche ich Ihnen!“ drohte Tom mit gepresster Stimme. „Jetzt hören Sie doch auf, mit diesen dümmlichen Drohungen! Ich bin quasi Ihr Vorgesetzter und Sie wollen sich doch nicht mit mir anlegen, oder?“ verhöhnte Koch ihn und das reichte, um bei Tom das Fass überlaufen zu lassen. Mit einem Satz war er bei Koch und ließ seine Faust sprechen. Koch ging zu Boden und hielt sich die Nase. Tom war nicht zu stoppen. Immer wieder schlug er auf Koch ein und er bekam nicht mit, wie Ina in seine Wohnung kam.

„TOM!!! Hör auf! TOM!“ schrie sie und riss ihn von dem am Boden liegenden Kommissaren weg. Doch Tom war nicht so einfach zu bändigen. Kaum hatte Ina ihn losgelassen, ging er wieder auf Koch los und verpasste ihm noch einen Fußtritt in die Rippen. Der Drogenfahnder schrie schmerzerfüllt auf. „TOM! Schluss jetzt!“ schrie Ina und nahm ihren Kollegen in den Polizeigriff. „Lass mich los! Er ist doch schuld an allem!“ setzte Tom dagegen. „Beruhige dich! Okay? Ich lass dich jetzt los und dann will ich eine Erklärung haben! Haben wir uns verstanden?“ redete sie wütend auf ihren Kollegen ein und Tom nickte. „Setz dich auf den Stuhl! Und Sie Koch, setzen sich ans andere Ende und halten die Klappe!“ wandte sie sich an den Drogenfahnder, der schwerfällig auf die Beine kam. „Also! WAS IST HIER LOS!?“ fauchte sie die Männer an. Tom sah zu Koch und dann zu Ina. „Dieser Mistkerl ist schuld daran, dass die drei Männer im Bus erschossen wurden! Er ist schuld daran, dass Jan sich jetzt in den Fängen dieser vier Ausbrecher befindet! Nur weil ich mich auf seinen dämlichen Plan eingelassen habe!“ fauchte Tom wütend und wollte erneut auf Koch losgehen. Ina hielt ihn davon ab und wandte sich an Koch. „Was meint er damit?“ fragte sie und sah ihn eindringlich an. „Das ist eine abgesprochene Sache mit dem Staatsanwalt. Es geht hier um gestreckte Drogen, die, wenn sie in den Verkehr kommen, hunderten von Süchtigen das Leben kostet!“ verteidigte sich der Drogenfahnder. Ina sah ihn erschrocken an. „Und was hat Jan damit zu tun?“ wollte sie wissen.