Kind eines Fremden

von Blueivi
GeschichteAllgemein / P12
Helene Fischer OC (Own Character)
19.10.2019
11.11.2019
5
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Kapitel 4


Helenes Sicht


Vorerst blieb ich bei Eri. Ich versuchte, Florian noch mal zu erreichen, aber der drückte mich weg. Seine Mutter tat es genauso und seinen Vater erreichte ich auch nicht. Das war doch alles ein schlechter Film. Ein böser Traum, der nicht zu Ende gehen wollte. Ich wollte doch nur meinen Flo zurück. Den Vater meines Kindes. Und ich wollte nach Hause, dem Kleinen sein Zimmer zeigen können, mich wohlfühlen und glücklich sein. Stattdessen tauchten wenig später meine Eltern auf, die Eri angerufen hatte. Natürlich glaubten sie mir, dass ich Flo niemals betrogen hatte und Mama versicherte mir, dass wir ihre Kinder waren und die Hautfarbe von Florians Seite kommen muss. Am Abend fiel ich todmüde ins Bett im Gästezimmer. Mama hatte noch ein Reisebabybett auftreiben können, wo Fynn-Luca jetzt schlief. Nur tat er das nicht sehr lange. Dreimal musste ich in der Nacht noch aufstehen und ihn stillen oder wickeln. Am Morgen war ich dementsprechend nicht wirklich ausgeschlafen. Beim Frühstück sah ich auf meinem Handy tausende Anrufe von Uwe, weshalb ich ihn danach zurückrief.
„Helene? Guten Morgen erst mal, wie geht's dir?", fragte er besorgt.
„Es geht so, woher weißt du, was passiert ist und wie viel weißt du?", fragte ich zurück.
„Es gibt Bilder von euch, gestern vor dem Krankenhaus. War das wirklich dein Kind?", fragte er.
„Was? Es kann nicht jetzt schon Fotos geben, bitte. Sag, dass das nicht wahr ist! Das kann ich jetzt nicht gebrauchen! Ja, er ist mein Kind! Und er ist auch Flos Kind", stellte ich klar.
„Aber...", begann Uwe, aber ich unterbrach ihn: „Flos Eltern müssen lügen, wenn seine Mutter wirklich seine Mutter ist, muss Florian einen anderen Vater haben. Die Hautfarbe hat eine Generation übersprungen. Ich habe ihn nicht betrogen, niemals!", erklärte ich.
„Ist ja gut, ich glaub dir ja. Nur die Presse halt nicht und Micha hat mir eben eine Mail geschrieben, dass sie irgendein Statement planen, aber ich weiß nicht, wozu genau, also was sie schreiben", erklärte Uwe.
„Kannst du versuchen das herauszufinden? Und ein Anwalt muss sich um die Fotos kümmern. Das darf doch alles nicht wahr sein", sagte ich wie erschlagen von dem Ganzen.
„Ich gebe mein Bestes und der Anwalt ist schon dran. Viel Glück euch erst mal", sagte Uwe, ehe wir das Gespräch beendeten.
Nach dem Gespräch mit Uwe suchte ich sofort nach den Fotos. Ich wollte wissen, wie viel man sah und was die Presse schrieb. Eine halbe Stunde und zwei Zeitungsartikel später saß ich weinend auf dem Sofa und wollte es nicht glauben. Die waren sich so sicher, dass ich Flo betrogen haben musste. Es hagelte Schimpfwörter und Beleidigungen, die ich nie in den Mund nehmen könnte. Es machte mich fertig zu wissen, dass ein weiteres Mal unsere privaten Probleme öffentlich diskutiert wurden. Nur diesmal waren die Probleme leider keine ausgedachte Geschichte. Ich hatte wirklich das Problem, dass ich ein schwarzes Kind habe, obwohl seine Eltern beide weiß sind. Vielleicht sollte ich Florian mal einen Vaterschaftstest vorschlagen, so hat er dann Gewissheit. Bevor ich aber da genauer drüber nachdenken kann, klingelt mein Handy.
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