I want her back, or maybe not?

OneshotRomanze / P12
Lay / Zhang Yixing Suho / Kim Jummyeon
19.10.2019
19.10.2019
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"Ich rate dir das als Freund, Junmyeon, tu das nicht!" Kris hatte das bestimmt schon tausendmal gesagt und trotzdem sah ich es nicht ein. "Aber warum denn nicht? Nenn mir einen vernünftigen Grund!" Ich starrte ihm fest in die Augen und er starrte zurück. "Weil sie es nicht wert ist", schrie er schon fast in mein Gesicht.
Meine Wut steigerte sich. Warum wollte er es denn nicht verstehen?! Ich liebte sie und ich wollte sie zurück. "Gerade du müsstest das doch verstehen! Was würdest du tun um Tao zurückzubekommen?", schrie ich. Kris wurde still. "Das ist was anderes", murmelte er. Ich schaute ihn mit hochgezogener Augenbraue an: "Warum? Weil Tao meint, dass jemand anderes mein Schicksal ist?" Kris schaute mich an. "Ich weiß wie seltsam das klingt, aber du musst ihm glauben. Er wusste es auch bei anderen" Zweifelnd schaute ich ihn an. "Bei Chanyeol und Baekhyun war das keine hohe Kunst und bei Kyungsoo und Kai könnte es auch nur ein Glückstreffer gewesen sein. Jedenfalls werde ich nicht auf so einen Unsinn hören. Ich liebe sie und wenn es eine Möglichkeit gibt sie wiederzubekommen, werde ich sie nutzen"
Kris warf seine Hände genervt in die Luft. "Mein Gott, mach doch, was du willst", rief er genervt.
Ich schnappte mir meine Jacke von der Umkleide und lief aus dem Haus. "Erwarte nicht zu viel", rief Kris mir noch hinterher. Doch das laute Trommeln des Regens übertönte seine Stimme fast vollständig. Nach nur wenigen Minuten war ich vollkommen durchnässt. Meine Haare klebten mir im Gesicht. Genervt wischte ich sie aus meiner Stirn und lief weiter in Richtung Wald.
Der Wald sah aus wie aus einem Märchen. Hier wurde der meiste Regen abgefangen und nur einzelne Tropfen schoben sich durch das dichte Blätterdach. Langsam ging ich tiefer in den Wald bis ich die zwei Bäume fand, von denen ein Freund mir erzählt hatte.
Als hätte die Sonne nur darauf gewartet, durchbrach sie in dem Moment die Wolkendecke und schien auf die Lichtung, auf der die zwei Bäume standen. Fasziniert starrte ich zwischen die zwei Bäume. Dort war ein Schimmern zu sehen, auf das ich langsam zuging. Wie hypnotisiert hob ich eine Hand und bewegte sie auf das schimmernde Portal zu. Kurz bevor meine Finger es berührten, zweifelte ich kurz, doch streckte dann meine Hand hindurch. Als dann nichts passierte, trat ich ganz durch.
Auf der anderen Seite erwartete mich eine wundervolle Welt der Fantasie. Schillernder als ich es mir jemals in meinen schönsten Träumen ausmalen könnte.
Nur ein Scherz. Auf der anderen Seite war genau der gleiche Wald. Verwundert sah ich mich um. Hier sollte also jetzt jemand sein, der mir meine Freundin zurückgeben konnte. Plötzlich hörte ich hinter mir ein Knacken. Erschrocken drehte ich mich um.
Ein riesiges Geschöpf brach aus dem Dickicht. Es sah aus wie ein riesiger Löwe mit einem Adlerkopf und riesigen Adlerschwingen, die es jetzt beim Rennen jedoch angelegt hatte. Blitzschnell drehte ich mich um und lief los. Schneller und immer schneller und als ich gerade dachte, dass ich das Viech abgehängt hatte, blieb ich mit einem Fuß an einer Wurzel hängen und fiel natürlich in einen Dornenbusch. Also lag ich jetzt total verrenkt in diesem Busch, was nichts brachte, weil ich praktisch sowieso schon ein Schweizer Käse war, und dieses Tier kam immer näher, bis sein Kopf von oben zu mir herabschaute. Gerade senkte es seinen Kopf und ich dachte schon, dass ich jetzt als Mittagessen endete, als auf einmal ein schriller Pfiff ertönte.
Das Ungetüm hob seinen Kopf und lief in die Richtung des Pfiffes auf einen jungen Mann zu. Er konnte nicht viel älter sein als ich, aber sein Aussehen unterschied sich doch ein bisschen von meinem. Seine Haare glänzten in einem seidigen Schwarz und verliefen bis zur Mitte seines Rückens. Spitze Ohren ragten leicht aus seinen Haaren und auf seinem Kopf saß ein geflochtener Kranz aus Blumen und Blättern. Auch seine Kleidung sah anders aus als meine. Er trug ein knielanges hellbraunes Gewand, um das an der Hüfte ein Strohgürtel geschlungen war.
"Tut mir leid, dass Fluffy dich angefallen hat", sagte der Fremde lächelnd. Aus seiner melodischen Stimme hörte man einen leichten Akzent, als würde er die Sprache zwar können, aber als wäre es nicht seine und es würde auch nie seine werden. Sein Lächeln verzauberte mich. Es strahlte eine Ruhe und Freude aus, die ich nur selten zu sehen bekam und außerdem zeichneten sich auf seinen Wangen tiefe Grübchen ab, die einfach unglaublich süß aussahen. Das riesige Monster hatte sich zu dem jungen Mann gesellt und ließ sich bereitwillig von ihm den Kopf kraulen.
Langsam schritt er auf mich zu und reichte mir dann seine Hand. Diese nahm ich dankend an und ließ mich von ihm in die Höhe ziehen. Ein leises Zischen entkam mir, als ich beim Hochziehen die Dornen nochmal striff. "Komm mit", sagte er leise. Ich versuchte einen ersten Schritt zu machen, doch prompt schoss Schmerz durch meinen Knöchel. Der Fremde hatte es wohl bemerkt, denn er rief das Tier zu sich und bedeutete mir mich auf es zu setzen. Als ich mich weigerte, hob er mich einfach hoch und setzte mich auf den Rücken. Der Fremde bemerkte meine Unsicherheit. "Du musst keine Angst haben vor Fluffy. Er ist ganz lieb und nur ein bisschen verspielt" Er sprach mit einer liebevollen Sanftheit von Fluffy, dass ich die Absurdheit des Namens vergaß. Dann hieß dieses große, angsteinflößende Tier eben Fluffy.
"Wie heißt du eigentlich?", fragte ich, als ich bemerkte, dass ich nicht mal den Namen meines Retters wusste. Er grinste mich an. "Ich habe viele Namen, aber für dich ist es Yixing" Ich nickte. "Mein Name ist Junmyeon" Yixing tat die Information mit einem Nicken ab und lief dann weiter durch den Wald. Erst jetzt fiel mir auf, dass Yixing gar keine Schuhe trug und barfuß durch den Wald lief. "Tun deine Füße nicht weh?", fragte ich. Verwundert drehte er seinen Kopf zu mir und dann lachte er schallend. "Du bist übersäht mit Schnitten und fragst mich nach meinen Füßen. Aber mach dir keine Sorgen, meinen Füßen geht es fabelhaft" Er zeigte mir wieder sein süßes Lächeln. Der Rest unserer Reise blieb still.
Wir kamen an einer Hütte aus Holz an. Yixing hielt das Tier an und half mir herunter. "Schaffst du es bis zur Tür?" Leicht nickte ich und humpelte bis zur Tür. Der Schwarzhaarige öffnete mir die Tür und ich humpelte bis zu einer Liege, auf der ich mich seufzend niederließ. Fluffy steckte seinen Adlerkopf durch die Tür und schaute Yixing zu, wie er ein paar Kräuter zusammenmischte. Am Ende kam er mit einer blassgrünen Tinktur zu mir. "Leg dich bitte hin"
Ich tat, wie mir befohlen, und legte mich auf die Liege. Yixing wanderte meinen Körper mit dem wissenden Blick eines Heilers rauf und runter. Schließlich tauchte er seine Finger in die Masse und begann sie auf meine Wunden zu streichen. Kurz brannte es, doch dann ließ der Schmerz nach und eine selige Ruhe hüllte mich ein.
Als letztes nahm sich Yixing meinen Knöchel vor. "Das wird jetzt kurz wehtun", warnte er mich vor. Dann renkte er meinen Knöchel blitzschnell wieder ein. Ein leiser Schmerzensschrei entwich meinen Lippen. Aber nachdem wieder die Salbe auf meinem Knöchel aufgetragen worden war, wurde ich wieder von dieser wunderbaren Ruhe umfangen. Nach nur wenigen Minuten war ich komplett weggedämmert.
Langsam öffnete ich meine Augen und blinzelte schläfrig. Neben meiner Krankenliege stand ein ernstblickender Mann. "Sie werden im Palast erwartet", sagte der Mann mit ernster Stimme doch mit deutlich stärkerem Akzent als Yixing, als würde er sich nicht mal die Mühe machen, die Sprache richtig zu lernen. Stumm stand ich auf und stellte mit Überraschung fest, dass mir nichts mehr wehtat. Weiterhin stumm folgte ich dem Mann, der wohl ein Ritter am königlichen Hof war. Das ließ seine rüstungsähnliche Montur jedenfalls vermuten.
Der Ritter führte mich zu einem riesigen Schloss, das aus wunderschönem Sandstein gebaut war. Dort wurde mir gesagt in dem Thronsaal zu warten, was ich natürlich auch tat.
Nach nur kurzem Warten öffnete sich die schwere Tür und nach zwei Rittern trat eine wunderschöne, zierliche Frau in den Raum. Ihr seidiges, schwarzes Haar war zu einem kunstvollen Zopf geflochten und mit Perlen und Blüten verziert. Ein edles Schmuckband war um ihre Stirn geschlungen. Ihre Kleidung erinnerte an alte chinesische Kleidung. Sie trug ein blassblaues Gewand mit etwas dunkleren Rand, das von einem violetten Gürtel zusammengehalten wurde. Das Gewand war von ihren Schultern geschoben und entblößte so ein wenig ihrer reinen, weißen Haut. Das Gewand ließ während sie lief ihre Füße und ein Stück ihrer Oberschenkel sehen, sodass ich auch bei ihr erkannte, dass sie barfuß lief.
     
https://pin.it/pgghpxi4i53ag6 (So ungefähr sieht die Königin aus. Nur der Gürtel ist ein bisschen violetter)
Doch die Person, die hinter der Königin den Raum betrat, erschrak mich mehr. Es war nämlich niemand anderes als Yixing, doch im Vergleich zu jetzt sah er heute Morgen aus wie ein Bettler. Sein Haar war nun nicht mehr komplett offen, sondern eine dicke Strähne war nach hinten gebunden und mit einem kunstvollen Reif aus goldenen Blättern festgemacht. Von dem Reif aus verlief ein goldenes Band über seine Stirn, über welches jeweils an der Schläfe eine Strähne drapiert wurde. Sein Gewand war ganz anders gestaltet als das der Königin. Das der Königin strahlte Ruhe und Leichtigkeit aus, während das von Yixing fast wie eine Soldatenuniform wirkte. Jedoch deutlich edler. Sein Gewand bestand aus einem hellblauen Untergewand und darüber einen dunkelblauen Mantel. Zusätzlich waren noch goldene Verzierungen angebracht. Alles in allem sah er einfach wunderschön aus.
     
https://pin.it/ofyqkwdhcl5scu (Das ist das Gewand und die Frisur von Yixing, nur der Haarschmuck ist ein bisschen anders)
Plötzlich kam ich mir völlig fehl am Platz vor. Alle um mich herum hatten spitze Ohren und waren in solche kunstvollen Gewänder gehüllt und ich trug einfach eine schwarze Löcherhose, ein weißes T-Shirt und eine Lederjacke.
"Hallo, Junmyeon", begrüßte die Königin mich mit einem sanften Lächeln und einer ebenso sanften Stimme. "Das ist mein Sohn, der Prinz der Elfen, Lay" Nach seiner Vorstellung verbeugte Yixing oder Lay sich kurz, doch weitere Anteilnahme zeigte er nicht an unserem Gespräch.
Elfen? Das erklärte so einiges. Darauf hätte ich eigentlich auch selbst kommen können. Spätestens bei der Ohrenform hätte es mir einfallen müssen.
Die Königin erhob erneut ihre Stimme: "Was führt euch ins Land der Elfen? Niemand kommt her ohne irgendein Begehren." Ich hob meinen Blick und sah kurz in Yixings Augen, bevor ich sie wieder zu der Königin wandern ließ. "Ich brauche jemanden zurück", sagte ich und sogar ich hörte den Zweifel in meiner Stimme. "Du scheinst nicht sehr überzeugt von deiner Idee. Wen willst du denn zurückhaben?"
"Meine Freundin" Automatisch wanderte mein Blick zu Lay. In seinen Augen erkannte ich Verwunderung und Schmerz, bevor sie plötzlich reine Kälte zeigten. Ich zitterte leicht. Die Temperatur im Raum schien in den letzten Minuten um ein paar Grad gesunken zu sein.
"Mein Sohn wird dich zum See von Reiya führen, dort kannst du deine Liebe finden"
Lay war aus dem Raum gestürmt und ich lief ihm schnell hinterher. "Ein bisschen langsamer, bitte", keuchte ich. Sofort wurde Yixing langsamer doch sagte immer noch kein Wort.
Und das blieb auch so bis wir an den Ställen angekommen waren, wo er Fluffy aus seiner Box holte. "Steig auf" Trotz meiner Angst nochmal auf diesem Ding zu sitzen, schwang ich mich auf seinen Rücken, weil ich es mich schlichtweg nicht traute Yixing gerade zu widersprechen. "Rück nach hinten" Ich tat wie befohlen und prompt schwang sich der Prinz vor mir auf Fluffy. "Halt dich gut fest" Bevor ich fragen konnte, woran genau ich mich festhalten sollte, waren wir schon in der Luft. Auf Grund von mangelnden Möglichkeiten schlang ich meine Arme um Yixing Taille. Natürlich nur weil ich nicht runterfallen wollte und aus keinem anderen Grund. Nur deshalb lehnte ich mich jetzt auch gegen seinen Rücken, denn so befand ich mich in seinem Windschatten.
Wir landeten schließlich vor einem wunderschönen türkisfarbenen See, an dem einzelne Trauerweiden wuchsen und ihre Blätter ins Wasser hängen ließen. "Wir sind da" Ein Hauch Melancholie war bei diesen Worten in seiner Stimme zu hören. Nachdem er von Fluffys Rücken gestiegen war, lief er zum Ufer des Sees. Der Wind frischte auf und blies Yixing die Haare aus dem Gesicht. Seine seidigen Haare wurden vom Wind getragen und zusammen mit dem leicht flatternden Gewand ergab es ein wunderschönes Bild, das jeder Künstler mit Freude gemalt hätte.
Lay drehte seinen Kopf zu mir und schaute mich mit traurigen Augen an. "Ich hole jetzt deine Freundin zurück", gab er bekannt. "Nein" "Was?", fragte er verständnislos. Ja, was? Das fragte ich mich auch gerade. Mein Mund hatte gesprochen, ohne dass ich nachgedacht hatte, aber vielleicht war genau das der Punkt. Ich hatte nicht gedacht, denn mein Herz hatte gesprochen und es hat gesagt, was es will und das ist definitiv nicht meine Freundin zurück.
"Nein", wiederholte ich also. Ich ging auf Lay zu und drehte ihn ganz zu mir. Dann schaute ich in seine Augen und erst jetzt sah ich von welch außergewöhnlicher Schönheit sie waren. Ihre dunkelbraune Hauptfärbung war mit hellbraunen und grünen Sprenkeln verziert, die es fast wie den Blick in einen Wald wirken ließen. Meinen eigenen wunderschönen Wald.
"Ich will sie nicht mehr zurück" Yixing legte seinen Kopf schief, um seine Verwirrtheit auszudrücken. Das sah so unglaublich niedlich aus, dass ich gar nicht anders konnte, als meine Lippen kurz auf seine zu drücken.
"Halt mich für irre, aber ich glaube, ich habe mich in dich verliebt" Ein bezauberndes Lachen entfloh Yixings Lippen. "Du wurdest von einem Elfenprinzen auf einem Greif zu einem See gebracht, damit du deine Freundin zurückholen kannst, nur um dann zu entscheiden, dass du doch den Prinzen lieber magst. Du bist komplett irre" Ich zuckte mit den Schultern.
Nochmal zog ich Prinz Lay in einen Kuss, den er dieses Mal sogar erwiderte. Vielleicht hatte Tao Recht, vielleicht war sie wirklich nicht mein Schicksal und als ich dann in Yixings Augen blickte, war ich mir sicher.
Er war mein Schicksal.

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Das ist meine erste Geschichte hier. Ich hoffe sie gefällt euch. Noch mehr Oneshots von mir findet ihr auf Wattpad. (Username in der Bio)
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