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Zurück zu den Wurzeln.

GeschichteDrama, Familie / P18 Slash
Farmer (männlich) OC (Own Charakter)
18.10.2019
15.07.2020
49
252.978
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Dieses Kapitel
1 Review
 
27.05.2020 5.028
 
capítulo 37
pesadilla. I

Heute Nacht kommen Calum und ich uns endlich wieder ein wenig näher. Eng umschlungen küssen wir uns. Draußen tobt ein Sturm, der Regen prasselt aggressiv auf unser Haus. Somit hätten wir sogar die Möglichkeit, ein wenig lauter als sonst zu sein. Das Unwetter würde unsere Laute herrlich ersticken.

Dass ich Domingo mit etwas CBD ruhig gestellt habe, weiß Calum nicht, doch er begrüßt diesen Umstand so sehr wie ich es tue. So haben wir keinen Stress und können uns nur auf uns konzentrieren.

„Ich dachte schon, dass du mich nicht mehr scharf findest“, erzählt Calum, als ich gerade seinen Hals küsse.
„Wie kommst du darauf?“, frage ich nach, dabei stoppen meine Küsse für einige Sekunden, ehe ich wieder loslege.
„Naja, du machst freiwillig Sport, du nervst mich nicht ständig wegen Sex und du fasst mir nicht mehr an den Hintern. Hätte ja sein können, dass du dich schon nach wem Neuen umsiehst. Als wir richtig zusammengekommen sind, warst du ja auch öfter im Fitnessstudio, weil du für mich gut aussehen wolltest.“
„Ay.“ Ich nehme etwas Abstand von meinem marido. „Was soll das denn heißen? Vertrau mir, okay? Das alles hat nichts mit einer neuen Flamme zu tun. Du hast doch gesagt, dass du es hasst, wenn ich dir einen Klaps gebe. Jetzt tu ich es nicht mehr und das ist auch wieder falsch.“
„Ja, ich weiß, aber das war deine dumme, unreife Art mir zu sagen, dass ich einen geilen Arsch habe. Jetzt ist mein Arsch ein bisschen traurig“, entgegnet Calum.
„Wenn du willst, dann kümmere ich mich gleich äußerst gründlich um deinen süßen Hintern“, kontere ich grinsend, wobei ich meine Hand an besagten Hintern lege.
„Das wäre mir sehr recht“, spricht Calum verführerisch. Er verwickelt mich in einen tiefen Kuss und schmiegt seinen Körper gegen meinen.

Gierig küsst er meine Lippen, dann meine Wange und meinen Hals. Ich werde in die Matratze gedrückt. Er geht sofort zur Sache. Mein Liebster reibt seine Erektion an meiner. Wenn er so weiter macht, dann komme ich noch, bevor wir überhaupt nackt sind.

Um das zu verhindern, übernehme ich das Ruder. Ich drücke Calum von mir und auf seine Seite des Bettes. Ich lasse mir keine Zeit mehr für ein langes Vorspiel, denn seine Erektion springt mir schon entgegen, als ich ihm die Boxershorts ausziehe. Das unnötige Stück Stoff lasse ich auf den Boden fallen. Ich fasse an Calums Penis und beuge mich in seinen Schritt, um ihn oral zu befriedigen.

„Mhmm…“, erklingt Calum genüsslich. „Das hat mir gefehlt.“

Calum drückt meinen Kopf etwas gegen sich, zusätzlich hebt er seine Hüfte. Ich sauge an seinem besten Stück, dabei streichle ich über seinen Oberschenkel. Nicht mehr lange, dann widme ich mich wie versprochen seinem Hintern.

Es klopf an unserer Schlafzimmertür. Weitsichtig wie ich bin, habe ich sie zugesperrt, noch bevor wir im Badezimmer waren. Ich lasse mich durch das Klopfen nicht beirren und umspiele Calums Erektion mit meiner Zunge. Im Gegensatz zu mir, lässt Calum sich leider doch ablenken. Ich spüre, dass er trotz meiner Bemühungen an Härte verliert.

„Daddy? Papá? Wir können nicht schlafen“, erzählt Cassie auf der anderen Seite der Tür. „Daddy, lass uns rein. Da draußen ist es unheimlich.“

„Ach fuck“, gibt Calum genervt von sich.
Ich lasse kurz von ihm ab und streichle über seinen Bauch. „Einfach ignorieren. Konzentrier dich auf mich, Baby“, bitte ich ihn, ehe ich meinen Kopf wieder senke.
„Trevor, hör auf, ich muss…“ Anstatt aufzuhören, beschleunige ich mein Tempo. Obwohl Calum es sonst liebt, versenkt er heute seine Hand in meinen Haaren und zieht mich etwas grob nach oben. Sein Penis gleitet aus meinem Mund. „Ich hab dir gesagt, dass du aufhören sollst.“
„Okay, schon gut… Lass mich los, du tust mir weh“, antworte ich etwas grantig.

„Daddy“, fleht nun auch Lucía. Die Mädchen klopfen an die Tür, immer wieder bitten sie um Einlass.
„Wartet, ich komme gleich“, antwortet Calum ihnen.
„Schön wär’s…“, verleihe ich meiner genervten Stimmung Ausdruck. „Ich bin dann mal im Bad.“
„Entschuldige, Sweetie.“
„Versuch’s gar nicht erst…“

Ich schließe mich im Badezimmer ein und schalte das Licht an. Ich liebe unsere Mädchen, aber heute haben sie mal wieder ein scheiß Timing. Die Unterbrechung wirkt sich zwar äußerst negativ auf meine Laune aus, auf meine Erektion hat sie jedoch leider keinen Einfluss. Ich bin nach wie vor verdammt geil und muss nun wie in den letzten Tagen selbst Hand anlegen. Unsere Versöhnung läuft so richtig scheiße.

Glücklicherweise bin ich meinen Druck schneller los, als ich dachte. Das Vorspiel mit Calum hat mir durchaus geholfen. Da ich allerdings immer noch etwas sauer bin, steige ich unter die Dusche. In den ersten Sekunden ist das Wasser kalt, Gänsehaut rast über meinen Körper. Es wird jedoch schneller wärmer, sodass ich die Temperatur sogar nachregulieren muss, um mich nicht zu verbrühen. Ich genieße das wärmende Wasser und den wohltuenden Duft meines Duschgels.

Dass Calum unsere Kinder nicht ignoriert hat, nervt mich trotzdem. Nachtragen werde ich es ihm nicht, da er bestimmt seine Gründe für diese Entscheidung hat, dennoch bin ich damit nicht zufrieden. Ich weiß nicht, ob es so eine gute Idee war, sie zu uns ins Bett zu holen. Natürlich sind sie klein und süß und vielleicht haben sie ja auch etwas Angst, aber sie werden nie begreifen, dass das Gewitter ungefährlich für sie ist, wenn sie nicht in ihren Betten bleiben und sich ihren Ängsten alleine stellen. Mir hat auch niemand das Köpfchen getätschelt, wenn ich mit Ängsten konfrontiert war. Ein wenig Abhärtung würde unseren Mädchen bestimmt nicht schaden.

Ich hebe meinen Kopf und lasse das Wasser auf mein Gesicht prasseln. Es fühlt sich an wie eine sanfte Massage, doch lange kann ich sie nicht genießen, da mir das Atmen schwer fällt. Auch wenn ich meine Haare vorhin erst gewaschen habe, mache ich es noch einmal, um etwas Zeit zu verschwenden. Vor mir liegt eine kurze, vermutlich recht schlaflose Nacht, in der ich mich vor Kindertritten nicht retten kann. Platz zum Ausbreiten werde ich auch nicht haben. Natürlich könnte ich auf der Couch schlafen, doch ich bin sicher, dass es nicht besonders gut ankommt, wenn ich an meiner Familie vorbeispaziere, nur um im Wohnzimmer Schlaf zu finden. Mit ein wenig Pech würden sie mir sogar folgen und ich hätte noch weniger Platz. So anhänglich wie Cassie in den letzten Tagen war, wäre das nicht unwahrscheinlich.

Nach einigen Minuten verlasse ich die Dusche erfrischt und mit ein wenig besserer Laune. Ich trockne mich ab und schlüpfe in eine Boxershorts, die ich aus der Kommode nehme. Auch meine Haare kämme ich noch einmal durch. Dass ich Zeit schinde, merke ich daran, dass ich mich an Calums Pflegeprodukten bediene. Hautcreme und auch Haarpflege folgen, außerdem putze ich mir mehr als gründlich die Zähne. So viel Zeit habe ich schon lange nicht mehr alleine im Badezimmer verbracht. Zähne putzend lehne ich mich gegen die Theke. Eigentlich hätte ich sogar ein Bad nehmen können, aber es ist vermutlich besser, dass ich es nicht tue. In der Badewanne zu ertrinken ist nicht der Tod, den ich mir vorstelle.

Bei der Aussicht auf eine unangenehme Nacht habe ich keine Lust, ins Bett zu gehen, doch ich muss. Mein Körper verlangt nach Schlaf. Als mir nichts mehr einfällt, was ich im Badezimmer tun könnte, trete ich zu meiner Familie ins Schlafzimmer.

„Papá“, erklingt Lucías Stimme. „Der Regen ist so laut.“
„Ich weiß, princesa“, antworte ich mit einem Seufzer, dabei schalte ich das Licht im Badezimmer aus. Ich war ewig da drinnen. Wieso schlafen die Kinder immer noch nicht?
Ein Blitz erhellt den Raum. Ich präge mir den Weg zum Bett ein und gehe los. Kaum liege ich, folgt auch schon ein lauter Donner.
„Ich hab Angst“, gesteht Cassie schmollend. Kurz darauf spüre ich schon, dass sich eines der Mädchen an mich klammert.
„Der Donner ist nicht gefährlich“, erkläre ich sachlich. „Wenn es blitzt, erhitzt sich die Luft im Himmel schnell, daraufhin dehnt sie sich aus und die entstehende Druckwelle klingt für uns nach Lärm.“
„Oh ja, ich bin sicher, dass dieses Wissen sie beruhigt“, erklingt Calum sarkastisch.
„Ach, halt doch die Klappe“, antworte ich genervt. Ich streichle durch die Haare meiner Tochter. Es stellt sich heraus, dass Lucía diejenige ist, die sich an mich klammert.
„Streitet ihr?“, fragt Cassie nach.
„Nein“, antwortet Calum. „Wir sind nur sehr müde und deswegen ein bisschen genervt.“
„Könnt ihr auch nicht schlafen, wenn es donnert?“
„Sí, genau das ist der Grund…“
Im Gegensatz zu mir, klingt Calum ruhig und liebevoll: „Schlaf jetzt, Cassie. Wenn du so viele Fragen stellst, dann kommt dein Kopf gar nicht dazu, auch mal eine Pause zu machen.“ Ich höre, dass Calum Cassie wohl einen Kuss gibt.
„Ist gut. Gute Nacht, Daddy. Gute Nacht, papá. Gute Nacht, Lucía.“

Ich genieße die Ruhe, solange sie dauert. Aus einer Ecke des Zimmers nehme ich Domingos friedliches Schnarchen wahr. Da kommt mir doch glatt eine Idee. Beim nächsten Gewitter werden auch die Kinder mit etwas CBD Öl ruhig gestellt. Dann könnte ich in Frieden mit Calum schlafen und im Anschluss ausschlafen.



Barfuß spaziere ich am Strand entlang. Ich höre Möwen, das Rauschen des Meeres, doch irgendetwas fehlt. Wenige Schritte weiter realisiere ich, was das Problem ist. Ich fühle den Sand nicht, ich nehme auch nicht das salzige Meer wahr. Auch der Wind scheint mich nicht zu beeinflussen. Ich kenne den Weg, den ich gerade beschreite. Mein Ziel ist wohl das Strandhaus, das ich seit einem Jahr meide.

Schritt für Schritt gehe ich die alte Holztreppe hinauf. Ich bin von verschiedenen tropischen Pflanzen umringt. Palmen, Farne und viele Büsche mit bunten Blüten. Ich sehe Schmetterlinge und andere Insekten, die diese Atmosphäre genauso genießen wie ich es tue. Meine abuela liebt ihre Pflanzen. Das heißt… sie hat sie geliebt.

Als ich auf der mir nur allzu bekannten Terrasse ankomme, lasse ich einen Seufzer los. Es ist das Haus meiner verstorbenen Großeltern. Das letzte Mal war ich zur Beerdigung hier. Im letzten Sommer ist mein abuelo von uns gegangen. Abuela ist ihm nur wenige Tage später gefolgt. Ihr gebrochenes Herz hat es nicht ertragen, ohne ihrem Seelenverwandten weiterzuschlagen, das ist zumindest die Meinung der Familie.

„Luciel, da bist du ja“, begrüßt eine Stimme mich. Als ich mich umdrehe bin ich fest davon überzeugt, dass hier etwas nicht stimmt. Mit geöffnetem Mund sehe ich die Person an. Abuela tritt aus dem Haus. Sie sieht glücklich und zufrieden aus. Ihr strahlendes Lächeln ist ansteckend. „Setz dich, setz dich. Es gibt etwas Wichtiges, dass du wissen musst.“

Skeptisch runzle ich die Stirn, doch ich wage es nicht, zu widersprechen. Ich weiß genau, was mir blühen würde, sollte ich mich nicht benehmen. In ihrem roten Kleid tritt sie auf mich zu. Ihr dunkles, hochgestecktes Haar ist an einigen Stellen ergraut. Wie so oft ist in ihrem Haar eine rote, tropische Blüte eingebettet. Abuelo hat ihr jeden Tag eine ins Haar gesteckt und ihr gesagt, wie sehr er sie liebt. Ist wohl kein Wunder, dass das Leben ohne ihn nicht mehr lebenswert war. Abuela setzt sich zu mir und nimmt meine Hand. Sie lächelt mich an, ihre dunklen Augen ruhen auf mir.

„Ach Luciel“, beginnt sie das Gespräch. „Was soll ich bloß mit dir machen?“
Jetzt weiß ich, was mich so irritiert. „Du sprichst kein Spanisch“, stelle ich erleuchtet fest. „Das ist es. Das ist seltsam. Du sprichst immer Spanisch…“
Sie schmunzelt. „Nun, es ist dein Traum, nicht meiner.“
„Oh… Klar, entschuldige.“
„Du stehst dir wieder selbst im Weg. Du denkst zu viel nach, Luciel.“
„Was meinst du?“, frage ich nach.
„Dein Calum ist ein wunderbarer Mann. Wieso macht ihr es euch so schwer? Genießt eure Zeit, man weiß nie, wie lange man das noch kann.“
„Was soll das heißen?“, frage ich nach. „Ist das hier so ein verrückter Traum, indem ein Geist den Protagonisten warnt, dass er bald sterben wird?“
Ihr Lächeln verschwindet. „Machst du dich über mich lustig?“
„Oh, no, das würde ich nie wagen“, entschuldige ich mich, wobei ich beschwichtigend die Hände hebe.
„Das will ich dir auch raten. Worauf ich hinaus wollte ist, dass du alles haben kannst, was du dir wünschst. Du hast Geld, du hast gute Freunde, einen liebenden Ehemann, zwei wunderbare Kinder und Talente, die du unbedingt nutzen solltest. Das Leben besteht aus Kompromissen, es ist nicht immer einfach, aber es ist machbar, alle glücklich zu machen. Man muss nur ein paar Abstriche machen.“
„Mhm…“
„Wenn du zurück auf die Bühne möchtest, dann tu es, aber hüte dich davor, in alte Muster zu verfallen. Verbring deine freien Tage mit deiner Familie, anstatt Unsinn zu treiben.“
„Ich verstehe“, antworte ich kleinlaut. „Ich hab dich enttäuscht, oder?“
Sie schüttelt den Kopf, dabei drückt sie meine Hand etwas. „Du könntest mich niemals enttäuschen, Luciel. Ich liebe dich.“
„Ich liebe dich auch, abuela.“
„Oh und was diesen Jungen betrifft. Richie“, spricht sie mit etwas Nachdruck.
„Was ist mit Richie?“, frage ich nach.
Ihr Blick wirft vorwurfsvoll. Von wegen ich könnte sie nie enttäuschen. Offensichtlich habe ich es doch getan. „Nun, Luciel… Hör auf dein Herz, was ihn betrifft. Er ist ein guter Junge, der viel durchgemacht hat. Er wird sein Lächeln wiederfinden.“
„Was soll das heißen?“, frage ich irritiert nach.
„Deine Handlungen beeinflussen dein gesamtes Umfeld. Die Entscheidung liegt alleine bei dir.“
„Was? Was soll das heißen?“

Ich sehe auf, als ich ein Knarren an der Tür wahrnehme. Ich erblicke meinen abuelo in der Tür. Auch er sieht ausgesprochen gut aus. Er ist lässig und luftig gekleidet, wie es sich für das Klima gehört. Seine grauen Haare sitzen wie immer perfekt. Das schelmische Grinsen hat er nach wie vor nicht verloren. Es ist unglaublich, ihn so vor mir zu sehen.

„Luciel“, begrüßt er mich strahlend. „Mein geliebter Goldjunge.“
„Hola, abuelo“, begrüße ich ihn mit einem Lächeln.
„Seid ihr fertig?“, fragt er, doch die Frage gilt nicht mir, sondern abuela.
Sie nickt und lässt dabei meine Hand los. Als sie aufsteht, tue ich es ihr gleich. „Es wird Zeit, wir müssen wieder gehen.“
„Ich… wartet. Ich muss euch etwas Dringendes sagen“, spreche ich etwas unruhig. „Es… Es tut mir leid, dass ich bei der Beerdigung nicht geweint habe. Ich konnte es nicht. Ich hasse den Gedanken, dass ihr nicht mehr hier seid und ich vermisse euch. Sehr sogar. Ich bin nur leider nicht gut darin, das auszudrücken.“
„Ach Luciel“, erklingt meine abuela sanft. Sie nimmt mich fest in den Arm, auch abuelo schließt sich uns an.
„Pass auf dich auf“, spricht abuelo sanft.

Als eine Träne von meiner Wange fließt, fasse ich in mein Gesicht. Ich öffne die Augen. Ein Traum. So wie ich mich im Moment fühle, würde ich es eher als einen Albtraum bezeichnen. Was für ein Scheiß…

Ich blicke an die dunkle Zimmerdecke über mir. Der Traum zerrt an meinen Nerven. Mit meinen Fingern wische ich eine Träne von meiner Wange. In meinem Bauch breitet sich ein ungemütliches Gefühl aus. Ich presse die Lippen zusammen. So verrückt es klingt, ich spüre immer noch die Umarmung. Entweder ich werde verrückt oder…

„Papá?“, flüstert Lucía in die Stille. Sie schmiegt sich an meine Wange. „Ich bin auch manchmal traurig, aber es wird immer wieder gut.“
Ich lege meine Arme um meine Tochter und drücke sie fest. „Ich weiß, princesa. Gracias. Te quiero.“
„También te quiero“, erwidert Lucía meine Zuneigungsbekundung. Ich bekomme einen zarten Kuss auf meine Wange.
„Jetzt wird aber wieder geschlafen, okay?“, flüstere ich.
„Mhm.“



Da es auch heute regnet, beschränkt sich unser Alltag auf das Innere unseres Hauses. Ich liege auf der Couch und sehe mir eine telenovela an. Calums Kopf ist auf meinem Schoß gebettet, er surft mit seinem Tablet im Internet, ab und zu tippt er auch an einer kurzen Mail oder Chatnachricht.

„Sag mal… das ist doch sowas wie eine Schnulze, die du dir da ansiehst, oder nicht?“, fragt mein marido mich.
„Mhm“, antworte ich abgelenkt. „Die Hauptdarstellerin hat phänomenale Brüste.“
„Auch wenn ich dir das sonst abnehmen würde, würde ich sagen, dass es eine Ausrede ist. Du siehst die Sendung viel zu oft, um dich nicht dafür zu interessieren. Du verschwendest deine Zeit nicht auf diese Weise. Das klingt überhaupt nicht nach dem Trevor, mit dem ich verheiratet bin. Das passt so gar nicht zu dir. Es ist auch ein bisschen witzig, wenn du mich fragst. So als hätte der böse, fiese, sarkastische Trevor ein kleines Türchen zu einer Seite, die ich noch nicht kenne.“
„Hältst du mich für einen Waschlappen, mein Liebster?“, frage ich nach.
„Nein, ich denke nur, dass dir das Kiffen vielleicht ein bisschen zu Kopf gestiegen ist. Du bist in letzter Zeit ziemlich eigenartig.“
„Wenn du willst, dann reiße ich dir die Kleider vom Leib, versohle dir den Hintern und ficke dir dein Hirn raus. Von mir aus vor den Augen der gesamten Stadt, klingt das eher nach mir?“
„Nein, das klingt als würdest du überkompensieren, weil ich da auf etwas gestoßen bin, das ich vielleicht nicht finden sollte.“

Grinsend lege ich meine Hand in Calums Gesicht. Er versucht meine Hand wegzudrücken, doch ich halte dagegen.

„Au, hör auf, nimm deine Hand da weg, du Idiot. Du ruinierst meine Frisur… Ich wollte nachher noch Selfies machen…“
„Ich liebe dich auch, Baby“, antworte ich grinsend, dabei tätschle ich seinen Kopf, um seine Frisur noch ein klein wenig mehr zu ruinieren, unabsichtlich versteht sich.
Calum drückt meine Hand weg, dann hält er sie fest, als ob ich nicht noch eine zweite Hand hätte, die ich plump in sein Gesicht drücken könnte. „Im Ernst, was ist los mit dir?“
„Ich mache eine fundamentale Verwandlung durch. Nur für dich ganz alleine. Ich bin so langweilig wie ein antialkoholischer Screwdriver… Das ist das, was du wolltest. Ich bin Orangensaft.“
„Hm…“, erklingt Calum wenig überzeugt. „Der neue Trevor ist echt langweilig.“
„Finde ich auch“, stimme ich ihm zu. „Du kannst ja ein bisschen Wodka reinkippen. Das macht einen langweiligen Orangensaft zu einem erfrischenden Sommercocktail.“
„Oh, ja klar, netter Versuch“, lehnt Calum lachend ab. „Du willst doch nur, dass ich dich so langweilig finde, dass du wieder trinken darfst. Ich lasse mich von dir nicht manipulieren, Trevor.“
Ich zucke mit den Schultern. „Ist mir egal, was du denkst. Ich bin der neue Trevor. Der, der seinem Mann keinen Klaps mehr auf den Hintern gibt, der, der nicht mehr trinkt. Ich bin ein langweiliger und berechenbarer, treuer und braver Ehemann. So wie du ihn haben wolltest. Entweder du bist damit zufrieden oder du gibst mir die Kugel…“
„Du hasst das alles hier wirklich, oder?“
„Nur weil ich will, dass du mich erschießt? No, das war nur eine Prise Sarkasmus. Und jetzt sei still, der Poolboy hat endlich die Eier, um ihr seine Liebe zu gestehen. Darauf fiebere ich seit Wochen hin.“
„Alles klar“, erklingt Calum etwas irritiert. Er steht von der Couch auf und wirft das Tablet auf die Polsterung. Er schwingt seinen süßen Knackarsch an mir vorbei, um ins Badezimmer zu gehen. So aufreizend wie er sich bewegt, will er mich mit seinem Hintern ködern, doch ich greife nicht zu. Er hat mir ja deutlich klargemacht, dass er das nicht möchte.

Ich verstehe nicht ganz, was sein Problem ist. Calum wollte eine liebevolle, unkomplizierte Ehe und er wollte, dass ich aufhöre, ihm einen Klaps zu geben. Jetzt wo er hat, was er will, denkt er, dass ich es nicht ernst meine. Gestern Nacht hat er auch damit angefangen. Wahrscheinlich ist ihm so langweilig, dass er mittlerweile nach Konflikten sucht, doch nicht mit mir. Ich will mir Mühe geben, dass alles zwischen uns läuft. Ich möchte das Drama hinter uns lassen und bei diesem Neuanfang alles richtig machen.

Wer weiß, wie viel Zeit wir noch miteinander haben…

Gespannt sehe ich auf den Fernseher, doch die Folge der telenovela endet mit einem Cliffhanger.

Genervt lege ich die Hand an meine Stirn, ehe ich mich laut und genervt beschwere. „Oh, come on. Das kann doch nicht wahr sein. Er war so kurz davor. So kurz“, rege ich mich auf. „Wenn dieser Schlappschwanz die rote Ampel überfahren hätte, wie ein richtiger Latino das getan hätte, dann hätten die beiden schon Sex!“ Angepisst stehe ich auf und gehe in die Küche. Was für ne scheiß Sendung.

Aus Calums Süßigkeitenfach nehme ich die Packung Kekse, die ich vor einigen Tagen von meiner Familie bekommen habe. Ich öffne die Packung und lege einige in eine Schüssel. Da ich mir nicht nur mit Süßigkeiten den Bauch vollschlagen möchte, greife ich auch zu einem Apfel. Süßigkeiten und Obstteller würden mir zusagen.

An der Treppe höre ich Schritte. Richie hat das Frühstück heute Morgen verschlafen, wahrscheinlich hat er jetzt Lust auf einen Snack. Seine morgendliche Yogastunde hat mir heute sehr gefehlt. Sein süßer, kleiner Hintern zaubert immer ein Lächeln auf meine Lippen.

„Guten Morgen, du Schlafmütze“, begrüße ich meinen Kleinen.
„Morgen“, antwortet er verschlafen. Als er auf mich zukommt, verliert er das Gleichgewicht. Glücklicherweise bin ich schnell genug, um ihn aufzufangen und zu stützen.
„Ist alles okay?“
„Ich bin wohl zu schnell aufgestanden, mir ist ein bisschen schwindelig.“

Da Richie etwas schlaff wirkt, packe ich ihn an der Hüfte, hebe ich ihn hoch und setze ihn auf die Theke, um ihn genauer begutachten zu können. Ich lege meine Hände an seinen Hals, dann an seine Wange. Liebevoll küsse ich seine Stirn.

„Du bist echt verdammt heiß“, spreche ich leise.

Hinter mir nehme ich ein lautes Räuspern wahr. „Gib mir einen Grund, den neuen Trevor nicht zum letzten Trevor zu machen“, fährt Calum mich grantig an.
Mein Gehirn braucht einige Sekunden, um zu verstehen, was er meint, doch dann schmunzle ich. „Ich glaube, dass Richie Fieber hat. Er fühlt sich ganz heiß an. Fühl mal.“
„…oh.“
„Mir geht’s gut“, erwidert Richie geschlaucht. „Ich bin bloß müde und durstig, deswegen bin ich runter gekommen. Ich wollte mir eigentlich einen Tee machen. Letzte Nacht war ich lange wach, ich hab gelesen. Ich schätze, dass ich heute Ruhe brauche.“

Calum tritt auf uns zu. Ich nehme meine Hände von Richie, jedoch nicht, ohne noch einmal seine Wange zu streicheln. Calum legt seine Hand an Richies Stirn, dabei verzieht er etwas seine Lippen. Die Eifersucht, die Calum ausstrahlt ist deutlich spürbar, als er neben mir stehen bleibt und einen Keks in sich stopft. Jede meiner weiteren Bewegungen wird kritisch analysiert.

„Und ob du Ruhe brauchst, mein Kleiner. Du bist eindeutig krank“, belehre ich Richie. „Deine Augen sind glasig, du gehörst ins Bett. Abmarsch.“
„Du musst nicht so mit mir reden. Ich bin kein Kind mehr, Trevor.“
„Auch Erwachsene sollten ihre Krankheit im Bett auskurieren“, erinnere ich Richie an diese simple Tatsache. „Ich bring dich nach oben und dann koche ich dir eine Suppe.“
„Lass nur“, drängt Calum sich dazwischen. Er reicht Richie die Hand und hilft ihm von der Theke. „Ich bringe ihn nach oben.“
Ich zucke mit den Schultern. „Wie du meinst.“
„Dürfte ich auch einen Keks haben?“, fragt Richie nach. Ich reiche ihm die Schüssel und er nimmt einen der Kekse heraus. „Danke.“
„Jetzt aber ab ins Bett. Ich bringe dir den Tee nach“, meine ich etwas strenger, sodass Richie nicht mehr auf die Idee kommt, mir zu widersprechen.
„Machst du mir den Tee, den ich gestern hatte? Der hat mir richtig gut geschmeckt.“
„Klar, alles, was du willst, mein Kleiner, aber jetzt ab ins Bett und vergiss deine Medikamente nicht. Ich rufe nachher noch Harvey an und frage ihn ob er her kommt.“
„Danke, Trevor.“
„Komm, ich bring dich nach oben“, spricht Calum sanft, als er seinen Cousin schon Richtung Treppen führt.

Als Calum nach oben geht, wirft er mir noch einen bösen Blick zu. Abstand halten. Klar. Ich hatte ganz vergessen, dass Calum nicht möchte, dass ich Richie zu Nahe komme. Nur was hätte ich tun sollen? Ihn fallen lassen?

Als mein Liebster wenige Minuten später wieder zu mir nach unten tritt, bin ich schon dabei, die Suppe zuzubereiten. Das Wasser für Richies Tee sollte auch gleich bereit sein. Der Snack, den ich zusammenstellen wollte, muss warten. Jetzt wo ich beschäftigt bin, habe ich ohnehin keine Zeit mehr, fernzusehen. Wenn ich schon in der Küche stehe, kann ich mich auch gleich um das Mittagessen kümmern.

„Was sollte das?“
„Hm?“, frage ich, als ich gerade eine Karotte schäle.
„Du hast seine Stirn geküsst.“
„Das mache ich doch immer“, antworte ich mit fragendem Unterton. „Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, das mache ich auch bei dir und den Kindern, wenn ich das Gefühl habe, dass ihr Fieber habt. Dabei habe ich mir nichts weiter gedacht. Ich hab mir das irgendwie angewöhnt…“
„Verdächtig…“
Ich lege die Karotte und den Gemüseschäler zur Seite. „Du suchst Streit. Dir ist langweilig und du brauchst etwas Würze in deinem Leben und deswegen suchst du Streit mit mir.“
„Das ist nicht wahr“, leugnet Calum meine Anschuldigung.
„Dann misstraust du mir, weil du denkst, dass ich dich manipuliere. Calum, mir ist unsere Ehe wichtig. Ich will die Zeit, die wir haben, ohne Streit verbringen. Ich will, dass alles so perfekt ist, wie du es dir wünschst. Du wolltest keinen Streit mehr, also bemühe ich mich, alles zu vermeiden, was dich ärgert. Bitte, bitte, bitte glaub mir. Ich bessere mich gerade, bitte sorg nicht dafür, dass ich das bereue.“
Calum seufzt. „Verübelst du mir mein Misstrauen?“
Ich schüttle den Kopf und widme mich wieder dem Gemüse. „Ich hab mir dein Misstrauen mit jahrelanger Dummheit verdient, trotzdem wäre es nur fair von dir, dass du mir wenigstens glaubst, wenn ich versuche mich zu ändern. Dahinter steckt kein fieser Plan, ich möchte nur, dass wir ein schönes Leben haben. Du sollst die Familie bekommen, die du verdienst.“
„Entschuldige. Es ist nur… so seltsam, dass es jetzt auf einmal klappt. Ich befürchte ständig, dass das alles hier platzt wie eine Seifenblase und ich morgen wieder enttäuscht bin.“
„Das einzige, das bald platzt sind meine Eier, wenn wir nicht bald wieder richtigen Sex haben“, antworte ich scherzend.
„Siehst du? Das klingt wieder eher nach dir“, meint Calum belustigt.
„Einige Teile von mir laufen vielleicht noch auf der alten Trevor-Version. Zumindest mein Penis.“
Mein marido streichelt meinen Rücken. „Heute Abend, okay?“, verspricht Calum sanft. „Ich bin selbst schon ziemlich auf Entzug. Vielleicht bin ich ja auch deswegen so aggressiv.“
„Könnte sein“, entgegne ich schmunzelnd.
Calum gibt mir einen Klaps auf den Hintern. „Trotzdem solltest du die Finger von Richie lassen.“
„Apropos Richie…“

Wie auf Stichwort gibt der Wasserkocher ein Klickgeräusch von sich. Das Wasser für seinen Tee ist bereit.

„…das Wasser ist fertig.“
„Welchen Tee hatte er?“, erkundigt mein Liebster sich, dabei öffnet er schon den Küchenschrank.
„Tropical Herbs.“
„Kurzer Test: Was hatten die Kinder und ich gestern?“
„Zum Frühstück hatten die Kinder Orangensaft und Kakao, zu Mittag und zum Abendessen Wasser. Du hattest morgens einen Cappuccino und ein Glas Wasser, dann später einen Strawberry Cheesecake Tee und abends auch bloß Wasser. Den Drink, den du dir nach dem Essen gemacht hast, habe ich natürlich auch nicht vergessen. Ich bin nicht auf Richie fixiert, ich erinnere mich an alle Gelüste.“
„Ich wollte bloß sicher gehen“, antwortet Calum amüsiert. „Erstaunlich, dass du dir so banale Dinge merkst, aber wichtige Dinge immer wieder vergisst.“
„Tja, der menschliche Verstand ist unergründlich.“
„Deiner auf jeden Fall.“

Ich bekomme noch einen Klaps von meinem marido, ehe er sich daran macht, Richies Tee zuzubereiten. Während ich mich weiterhin um das Gemüse kümmere, blicke ich immer wieder kurz zu meinem marido. Anstatt nur Tee zuzubereiten, stellt er ein Tablett auf die Theke. Neben dem Tee findet sich eine kleine Schüssel, vermutlich für den Teebeutel, dann noch ein Glas Wasser und ein Teller mit ein paar der CBD Keksen.

„Man kann von den Keksen eh keine Überdosis oder so zu sich nehmen oder?“
„Überdosis? No. Die paar Kekse werden ihm keinesfalls schaden, Calum“, antworte ich. „Im Gegenteil, vielleicht kann er dadurch richtig gut schlafen. Apropos… Jetzt wo du es ansprichst. Wir könnten ihm abends zusätzlich zu den Medikamenten CBD Öl geben. Vielleicht schläft er dadurch besser.“
„Hat das keine Nebenwirkungen oder so?“
„Im Normalfall nicht, aber wenn seine Schlaftabletten nicht wirken, könnte man einen Versuch starten und sie ersetzen. Unnötige Chemie kann man ja weglassen. Einen Versuch wäre es wert. Mehr als dass es ihm nicht hilft, kann ja nicht passieren“, schlage ich vor.
„Na ich weiß nicht… Ich hab da so meine Bedenken.“
Ich zucke mit den Schultern. „War nur eine Idee.“
„Wenn er wieder fit ist, dann kann ich ihn ja fragen, was er davon hält.“
Ich schmunzle etwas. „Die Kekse sind also okay, aber wenn ich ihm helfen will, einzuschlafen, muss ich das erst mit ihm Absprechen oder wie?“
„Also ich fände es gut zu wissen, wenn mir jemand was ins Essen mischt“, reagiert Calum abweisend.
„Du Idiot, ich würde ihm das Zeug doch nicht ins Essen mischen, sondern mit ihm darüber sprechen, ihn aufklären und ihn nach seiner Meinung dazu fragen.“
„So wie du Domingo gefragt hast?“, hakt Calum neckisch nach.
„Erwischt…“, antworte ich grinsend. Ich lege das Messer weg. „Aber genau genommen habe ich ihm gesagt, dass er dadurch besser schlafen wird.“
„Trotzdem weiß ich nicht recht, ob ich das gut finde. …und wehe du machst dasselbe mit den Mädchen, dann trete ich dir in den Arsch“, droht Calum mir.

Calum stopft sich einen Keks in den Mund und geht mit erhobenem Haupt und dem Tablett nach oben. Ich sehe ihm kurz nach, schüttle dann aber den Kopf. Ich weiß schon, wer der nächste ist, der etwas Beruhigung nötig hat…



Richies Fieber ist wieder etwas zurückgegangen, die Kinder sind im Bett, der Hund ist durch einen langen Spaziergang ausgelastet. Ich bin frisch geduscht und bereit für meinen Liebsten.

Als die Badezimmertür sich öffnet, bin ich mehr als aufgeregt. Calum schlüpft nackt unter meine Decke. Er lässt sich keine Zeit, mich subtil zu verführen, sondern kommt sofort zur Sache. Seine Lippen finden ihren Weg an meinen Hals.

„Heute Nacht kann mich absolut nichts aufhalten, mit dir Sex zu haben“, erklärt er eilig, dabei legt er seine Hand direkt an mein bestes Stück. „Nicht mal wenn das Bett brennen würde, würde ich dich loslassen.“
„Klingt vielversprechend“, lasse ich mich grinsend auf Calum ein.

Ich werde durch seine Handarbeit härter, als ich es ohnehin schon bin. Zufrieden überlasse ich ihm eine Weile die Führung, doch als ich nicht mehr Warten kann, übernehme ich.

Ich werde das Bett zwar nicht in Flammen setzen, heiß wird es jedoch trotzdem…
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