Das Lächeln der Stille

von Tonmond
GeschichteRomanze / P18 Slash
18.10.2019
25.10.2020
52
194.272
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17.10.2020 4.304
 
Tyler

Genau wie bei jedem anderen Winkel seines Zuhauses, hatte er auch auf die Einrichtung seines zweiten Badezimmers sehr viel wert gelegt. Er hatte sich ausführlich Gedanken darüber gemacht und in die Verwirklichung seiner Vorstellungen ausreichend Zeit und Geld investiert, sorgfältig jeden Zentimeter des zur Verfügung stehenden Raumes geplant, alles exakt ausgemessen, sich verschiedene Designs angesehen und vorführen lassen. Die Vor- und Nachteile der verfügbaren Materialien hatte er unter vernünftigen Gesichtspunkten gegeneinander abgewogen, sich selbst diesbezüglich schlau gemacht und die unterschiedlichsten Meinungen von Fachleuten eingeholt. Das Konzept aus hellem Naturstein, dunklem Holz, blitzendem Chrom und Sicherheitsglas, die besondere Form des dazu passenden Designer-Waschbeckens und des WCs hatte ihm damals auf Anhieb gefallen, sodass die Entscheidung ihm letzten Endes nicht schwergefallen war, fügte sich doch die Optik nahtlos in das kleinere Badezimmer mit seiner Dusche aus Stein, Holz, Chrom und Glas sowie farblich in sämtliche Räume seines Hauses ein.

Die große Doppel-Badewanne mit mehreren integrierten Whirlpool-Funktionen gehörte zu dem ausgewählten Format, also hatte er sie ebenfalls einbauen lassen, füllte sie doch das leere Zimmer vorteilhaft aus, passte perfekt an ihren vorgesehenen Platz und schmückte den Raum vortrefflich, ihre ungewöhnlich stilvolle Gestaltung hatte ihn sofort angesprochen. Natürlich hatte er nie ernsthaft damit gerechnet, die stattliche Wanne aus glatt gehauenem Stein mit den zwei Stufen und den beiden abgeflachten Innenseiten eines Tages tatsächlich zu zweit zu benutzen. Obwohl die kostspielige Badewanne eindeutig zu diesem Zweck konzipiert worden war, war ihm allein der Gedanke daran schon entschieden zu peinlich gewesen, sodass er davon ausgegangen war, sich niemals dazu überwinden zu können, jemanden zum gemeinsamen Baden einzuladen. Die beängstigende Vorstellung, mit einem anderen Menschen zusammen in dem Behältnis zu sitzen und sich in der Gegenwart eines Zeugen im stehenden Wasser zu säubern, hatte ihm regelmäßig vor Unbehagen die Eingeweide verknotet und die Schamröte ins Gesicht getrieben. Seinen nackten Körper zu waschen, war für ihn immer etwas extrem Privates gewesen, das er auf keinen Fall zu teilen gedachte, schon gar nicht mit einer Person, die er womöglich kaum kannte.

Obschon er das Baden an sich eigentlich sehr mochte, hatte Tyler seit der Fertigstellung seines Badezimmers eher selten allein gebadet, fehlte dem beruflich ewig eingespannten Geschäftsführer doch meistens schlicht die Zeit dazu, hatten ihn seine umfangreiche Arbeit und wichtige Termine regelmäßig zu stark in Anspruch genommen, sodass er gewöhnlich eine schnelle Dusche vorgezogen hatte. Wann immer er jedoch ein ausführliches Bad in seinen gewohnten Tagesablauf hatte einplanen können, hatte er die bequeme Geräumigkeit des Beckens und seine zahlreichen Wellness-Funktionen sehr zu schätzen gewusst, das je nach Einstellung sanft oder dynamisch sprudelnde Wasser hatte ihn an so manchem Abend nach einem arbeitsreichen Tag behaglich relaxt und ihn zum Träumen verleitet, während er lange Zeit reglos im Wasser gelegen und dabei Musik gehört hatte. Wenn er ehrlich war, hatte er sich insgeheim sogar ab und zu vorgestellt, wie es denn wohl wäre, wenn sich noch jemand anderes mit ihm in seiner Badewanne räkeln, wenn der dafür vorgesehene Platz ihm gegenüber plötzlich nicht länger leer bleiben würde, und die Vorstellung eines mit ihm zusammen badenden, bestenfalls attraktiven Mannes hatte ihn heftig zwischen Entsetzen und Erregung schwanken lassen.

Seit Draven bei ihm war, hatte Tyler Jonas allerdings schon viele persönliche Grenzen überschritten. Ein paar Mal war er mühsam über seinen eigenen Schatten gesprungen, hatte sich einen Ruck gegeben und wahrhaftig Dinge getan, die er sich zuvor nie hätte ausmalen können, oder von denen er niemals gedacht hatte, dass sie in seinem Leben jemals wahr werden könnten. Draven hatte ihn mit seiner liebenswürdigen Sensibilität und Professionalität als Callboy dazu verführt, eigennützig seinen sexuellen Begierden zu folgen und sich auch noch die heimlichsten Wünsche zu erfüllen, und letztendlich hatte er sich dabei alles andere als schlecht gefühlt. Von daher wunderte es ihn inzwischen kaum noch, dass er sich in Dravens Gegenwart auch unbekleidet nicht länger schämte, sogar seine physisch deutlich sichtbare Geilheit kam ihm vollkommen gerechtfertigt vor. Seine hochstehende Erektion war nichts, worüber er sich übermäßig Gedanken machen musste, kein Grund für peinliche Gefühle oder Schüchternheit, zumal der wunderschöne Mann seinen beachtlichen Ständer sogar mit einem niedlichen Stolz vor sich herzutragen schien.

Abgesehen davon war es für Tyler nach wie vor enorm aufregend, dermaßen geil zu sein, er spürte seinen aufgedrehten Körper mit jeder Faser seines Seins. Vermutlich hatte er diesbezüglich so einiges nachzuholen, war doch sein Sexualleben in den letzten Jahren auf sträfliche Weise vernachlässigt worden und seine körperlichen Bedürfnisse zu lange unbeachtet geblieben, umso mehr genoss er seinen jetzigen, in jeder Hinsicht ungewohnten Zustand. Die wohltuende Lust strömte heiß durch seine Adern, elektrisierte ihn und fühlte sich fantastisch an, drängte naturgemäß auf eine Steigerung, sodass er immer noch mehr davon spüren wollte, ein triebhaftes, hemmungsloses Vergnügen. Mit Draven zusammen in seine noble Doppel-Badewanne zu steigen, schien momentan nichts als eine extrem lohnenswerte Idee zu sein, ein nagelneues, vielversprechendes Abenteuer, und anstatt sich dafür zu schämen, gemeinsam mit einem anderen Kerl, den er strenggenommen erst unzureichend kannte, im schaumigen Badewasser zu sitzen, konnte der Hausbesitzer es gar nicht mehr abwarten, endlich da reinzukommen. Er war mächtig scharf auf seinen gut aussehenden Besuch, der ihm seit seinem planmäßigen Auftauchen schon so überraschend viel ungeahntes Wohlergehen beschert hatte, dass er ihm wahrscheinlich für den Rest seines Lebens dafür dankbar sein würde.

Als Draven nun bedächtig an ihm vorbeiging, vorsichtig auf die unterste Stufe trat und dabei die Badewanne interessiert im Auge behielt, konnte Tyler sich plötzlich nicht mehr zurückhalten und verpasste ihm einen gut gezielten Schlag mit der flachen Hand auf den prallen, nackten Popo, der ihn nun mal unfassbar furios reizte. Fasziniert beobachtete er die roten Abdrücke seiner fünf Finger auf Dravens außergewöhnlich hellen Haut, die nur zögerlich verblassten, der erregende Anblick machte sich prompt als geiles Zucken in seinem steifen Schwanz bemerkbar. Sein impulsiver Schlag war offenbar härter gewesen, als er eigentlich beabsichtigt hatte, aber Draven beschwerte sich nicht, sondern keuchte nur gepeinigt und erschauderte sichtbar zwischen Qual und Genuss, irgendwie machte der überraschend zugefügte Schmerz ihn wohl an, was Tyler fast zu schön fand, um wahr zu sein, die Reaktion des Jungen geilte ihn extrem auf, sodass er ebenfalls leise stöhnte. Er musste sich davon abhalten, wie ferngelenkt nach seinem Penis zu greifen und sich selbst zu stimulieren, seine Finger strebten autonom in die Richtung seines Unterleibes, krallten sich jedoch nervös in seine Oberschenkel.

„Setz dich links hin, Boy! Ein bisschen schneller, wenn ich bitten darf!” wies er den nervig unentschlossen Wirkenden atemlos an, während er unentwegt seinen knackigen Hintern betrachtete und fasziniert die muskulöse, runde Form der beiden wohlgeratenen Backen bewunderte, sein erotisches Kopfkino fuhr begeistert mit ihm Achterbahn. Draven antwortete nicht, schwang aber sein rechtes Bein behutsam über den hohen Rand und tauchte zögernd ein paar Zehen in das unter beachtlichen, schneeweißen Schaumbergen verborgene Wasser, vermutlich wollte er sicherheitshalber zuerst die Temperatur überprüfen. „Es ist warm genug, keine Angst, Drav”, versicherte Tyler ihm spöttisch, holte spontan aus und versetzte ihm einen zweiten Schlag auf den Allerwertesten, konnte sich einfach nicht bremsen, ihn abermals zu schlagen, diesmal jedoch ein bisschen besser dosiert und weniger grob, während er seinem Besucher ungeduldig folgte, um ihn anzutreiben. „Ein wenig mehr Vertrauen, Callboy!” bemängelte der Hausbesitzer voller Hohn über so viel unnötige Skepsis. „Okay”, seufzte Draven ergeben, der auch durch den zweiten Schlag auf geile Art erbebte, seine süßen Nippel richteten sich auf und die wundervoll tätowierte Haut zog sich zu winzigen Hubbeln zusammen, was Tyler vor Verzückung den Atem stocken ließ, als er es beobachtete. Draven tauchte sein langes Bein bis auf den Grund der Badewanne, zog sofort das linke hinterher, stieg vollständig ins wohltemperierte Nass und setzte sich wie befohlen auf die linke Seite des in nützlicher, sinnvoller Form behauenen Natursteins.

Tyler bedauerte es, dass der tolle Körper nun unter all dem Schaum und dem Wasser versteckt war, es enttäuschte ihn absurd stark, dass er ihn in seiner nackten Pracht nicht länger ansehen konnte, und er wollte den Kerl am liebsten auffordern, sich auf der Stelle wieder hinzustellen. Er besann sich jedoch, bewegte sich wie ferngelenkt zu ihm und setzte sich in seiner Nähe auf den breiten Rand. Draven lehnte sich behaglich zurück, streckte die Beine aus und blickte seinen Gastgeber fragend an. „Bleibst du da sitzen, Ty? Willst du denn nicht reinkommen? Sieh nur, ich bin so allein in der riesigen Badewanne!” Die unüberhörbare Enttäuschung in seiner wohlklingenden, ruhigen Stimme verursachte Tyler einen seligen Schauder aus Glück, und er zog unwillkürlich zitternd die Schultern hoch. „Sei nicht so ungeduldig, Boy!” tadelte er ihn lächelnd und erklärte emsig: „Zuerst werde ich dir die Haare waschen.” Draven zog verdutzt die hübsch geschwungenen Brauen zusammen, offenbar war Tylers Ankündigung nicht das, was er erwartet hatte. Ihre Blicke hielten sich wie fremdgesteuert aneinander fest, beschleunigten Tylers Herzschlag eigenständig, und das missmutige Bedauern, eine Form von ungeduldigem Verlangen und dieser deutliche Ausdruck von Widerstand in dem wundervoll hellen Grau verunsicherte den Hausherrn mehr, als ihm gefallen konnte. „Wenn ich darf, heißt das...”, setzte er einen Moment später zur Vorsicht hinzu und betrachtete ihn zweifelnd. Der Tätowierte grinste amüsiert, hob achtsam die Hand aus dem Wasser, legte sie ihm beruhigend auf den Oberschenkel und erlaubte gönnerhaft: „Du darfst alles, was du willst, Ty.”

Die zart streichelnde Hand auf seinem Bein machte Tyler völlig verrückt, er spürte die langen, vom häufigen Gitarre spielen ein bisschen rauen, schwieligen Fingerspitzen dermaßen intensiv auf seiner Haut, als würde Draven stattdessen seinen Schwanz streicheln, tatsächlich war der räumliche Abstand nicht nennenswert groß und das warme Wasser lief prickelnd über seine Haut, sodass er ein entzücktes Stöhnen nicht unterdrücken konnte. Abrupt sprang er auf und wich einen Schritt zurück, um sich in Sicherheit zu bringen, ansonsten wäre er wohl in spätestens drei Sekunden bei Draven in der Badewanne gewesen und ziemlich unbeherrscht über ihn hergefallen. Ein paarmal atmete er tief durch und zwang sich zur Kontrolle, während der Mann in dem schaumigen Wasser seine nasse Hand verwundert einzog und ihn gespannt beobachtete. „Ernsthaft, Ty”, betonte Draven dienstbeflissen, „Ich gehöre ganz dir. Du darfst nach Belieben über mich verfügen.” „Ja, ich weiß”, erwiderte Tyler ein bisschen schroff, war ihm doch seine Rolle in ihrem geschäftlichen Arrangement mittlerweile sehr wohl bekannt, was weitere Hinweise seines Callboys überflüssig machte, auch wenn es irgendwie süß war, wie untertänig Draven immerzu seine Dienste anbot.

Um sich von dem irre verlockenden Kerl abzulenken, lief Tyler geschäftig an der Wanne entlang bis zum anderen Ende. Mit den Augen wählte er aus der Reihe der verschiedenen Pflegeprodukte, die dort ordentlich aufgereiht waren, konzentriert ein Haarwaschmittel aus, von dem er annahm, dass es Draven gefallen und seinem Haar guttun würde. Bevor er die Flasche in die Hand nahm, kam ihm plötzlich ein Einfall, den er untypisch impulsiv in die Tat umsetzte, zog es ihn doch pausenlos zu dem Mann hin, der auf betörende Art absolut unbezwingbar war. Übermütig beugte Tyler sich herunter, tauchte blitzschnell seine Arme in das warme Nass und packte unter dem Wasser Dravens Fußgelenke. Glücklicherweise hatte er die derzeitige Position der lang ausgestreckten Füße unter dem undurchsichtigen Schaum genau richtig eingeschätzt, um die beiden Gelenke schnell genug zu fassen zu kriegen, bevor Draven sie möglicherweise wegziehen konnte. „Zeit, um deinen cleveren Kopf unterzutauchen, Callboy!” rief Tyler belustigt und zog den ahnungslosen Jungen mit einem kräftigen Ruck an seinen Beinen vollständig unter das Wasser, bevor der komplett Überrumpelte darauf reagieren oder sich gegen ihn zur Wehr setzen konnte, vielleicht wollte er das aber auch gar nicht. Mit einem erstickten Aufschrei tauchte Draven unter, ruderte hilflos mit den Armen und strampelte mit den Füßen, sodass Tyler ihn laut lachend wieder losließ.

Prustend und schnaufend kam Draven wieder hoch, schnappte keuchend nach Luft, rieb sich über die Augen und machte im nächsten Moment protestierend den Übeltäter nass, indem er mit seinen Händen energisch Schaum und Wasser in seine Richtung spritzte, was Tyler dazu veranlasste, johlend ein paar Schritte zurückzuweichen. „Hey, das war unfair!” beschwerte der Callboy sich vorwurfsvoll, hatte aber Mühe damit, sich nicht von dem ausgelassenen, enorm triumphierenden Lachen seines Kunden anstecken zu lassen. „Nein, das war notwendig!” verbesserte der Hausbesitzer ihn verliebt lächelnd, es sah schlicht super niedlich aus, wie das Wasser über Dravens zartes Gesicht lief und aus seinen klatschnassen, verstrubbelten Haaren nach allen Seiten stob, als er sich knurrend schüttelte, „Dein Haar muss nass sein, wenn ich es waschen will.” „Ja, da hast du recht”, sah der Tätowierte trotz seiner Beschwerde ein, nickte zustimmend, strich sich mit beiden Händen nachdenklich die tropfenden Strähnen aus der Stirn und grinste erwartungsvoll.

Tyler griff sich, noch immer zufrieden kichernd, die Flasche mit dem Haarwaschmittel und bewegte sich mit wenigen Schritten zurück ans andere Ende seiner Badewanne, um sich erneut in der Nähe von Dravens Kopf auf dem Rand niederzulassen. Allerdings kam er nicht dazu, seinen wohldurchdachten Plan zu verwirklichen, denn kaum hatte er sich dem Schwarzhaarigen genähert, kam der schon verblüffend schnell, stark und beweglich aus dem Schaumberg hochgeschossen, indem er sich erstaunlich geschickt in der Badewanne aufrichtete, sodass Tyler erschrocken zusammenfuhr. Draven beugte sich über die steinernen Stufen hastig zu ihm, streckte seine Hände zielgerichtet in Tylers Richtung aus, packte seinen Gastgeber energisch am Arm und zog ihn mit einem gewaltigen Ruck zu sich hin. Der überraschte Hausbesitzer geriet unweigerlich ins Stolpern und verlor sein Gleichgewicht, mit so einer aggressiven Retourkutsche hatte er nicht gerechnet, war mit seinen Gedanken schon bei der Haarwäsche gewesen und in keinster Weise auf diese krasse Wendung seiner Absicht vorbereitet, darum hatte der Tätowierte relativ leichtes Spiel mit seinem Opfer. Der Geschäftsführer stürzte mit einem schockierten Aufschrei über den Rand der Badewanne auf seinen Gast zu, der sich gewollt mit ihm zurücksinken ließ, und fiel mit einem lauten Platschen derart unkontrolliert ins Wasser, dass es in hohen Wellen aus dem Behältnis schwappte und sich laut plätschernd über die Fliesen des Fußbodens verteilte. Ihr Schwung war derart gewaltig, dass Schaum und Flüssigkeit quer durch das Zimmer bis zum Waschbecken spritzten, als die beiden großen Männer ungebremst ins Badewasser fielen.

Zu jeder anderen Zeit hätte der ordnungsliebende Tyler sich über die ärgerliche Überschwemmung seines Badezimmers enorm aufgeregt, denn er mochte es überhaupt nicht, wenn etwas fahrlässig oder sogar mutwillig durcheinandergebracht oder verschmutzt wurde. Seltsamerweise interessierte ihn das deplatzierte Wasser und seine obligatorischen Folgen, die im mühsamen Aufwischen und Trockenreiben bestehen würden, im Moment aber gar nicht, denn der fantastische Mann legte eilig seine langen Arme um ihn, hielt ihn fest und drückte ihn begehrlich an sich, was seinen spontanen Anflug von Ärger augenblicklich im Keim erstickte. Ty landete mit seiner Rückseite genau auf dem wundervoll muskulösen Körper, ihre nackten Gestalten pressten sich unausweichlich gegeneinander, was der Hausherr sofort höllisch aufregend fand, er genoss den direkten Hautkontakt sehr viel stärker, als er sich erklären konnte. Nebenbei fühlte sich das Badewasser in der geräumigen Wanne auch noch fantastisch an, es war angenehm warm und hatte einen verführerischen Duft, die Menge und Beschaffenheit des weichen Schaumes auf seiner Haut war irgendwie geil, und gegen Dravens unmittelbare Nähe hatte er schon gleich gar nichts einzuwenden.

Obwohl es ihm ohne jede Frage enorm gefiel, wie spürbar dringend der entflammte Kerl ihn zweifellos bei sich haben wollte, wie unerbittlich er ihn an sich drückte und seine Nase liebebedürftig gegen seinen Hals drückte, mit seinen Lippen zärtlich auffordernd an ihm knabberte, das Gefühl seiner warmen Haut, die Muskeln und Knochen ihn augenblicklich scharf machten, wollte er dennoch seine angestrebte Rolle in ihrem Spiel nicht aufgeben. Das gemeinsame Bad war seine erdachte Strafe für den vor einigen Stunden noch übermäßig betrunkenen Callboy, und Tyler allein bestimmte alle Spielregeln. Genau so wollte er es haben, weil es ihn auf vielerlei Arten erregte, und der freche Schwarzhaarige hatte gerade ziemlich dreist dagegen verstoßen.

„Was fällt dir ein, Draven?” schimpfte Tyler böse, stützte sich grob an seiner glatten, unbehaarten Brust ab und wand sich unwillig aus seiner engen Umarmung heraus, woraufhin Draven ihn betrübt seufzend losließ. Der Hausbesitzer konnte sich nur mit einiger Kraftanstrengung halbwegs aufrichten, er war gegen seinen Willen rückwärts ins Wasser gezogen worden, infolgedessen hineingestürzt und seine Beine hingen noch über dem Rand der Badewanne, was eine recht unbequeme Lage war. Außerdem saß er irgendwo auf Dravens Bauch und musste sich unbedingt von der harten Erektion des Mannes ablenken, die sich unter dem Wasser überdeutlich wie eine Offenbarung gegen seinen Schenkel drückte. Andernfalls hätte er sich eventuell in wenigen Sekunden mehr als ungestüm über den Typen hergemacht, danach strebte seine prompt gigantisch ansteigende Geilheit drängender, als ihm derzeit lieb war. „Niemand hat gesagt, dass ich zu dir ins Wasser komme!” stellte er ärgerlich klar, wandte sich halbwegs zu ihm um und taxierte den unartigen Besucher strafend. „Ich dachte, wir baden gemeinsam”, wandte Draven verwirrt ein, der sein glorreiches Lachen einstellte, war er sich doch seines Erfolges unzweifelhaft voll bewusst. „Bleib doch lieber hier bei mir, Ty. Küss mich doch bitte, ja?” bat er mit zärtlicher, lockender Stimme, legte flirtend den hübschen Kopf schief und lächelte zum Niederknien.

„Du bist ganz schön frech, Boy!” beschwerte Tyler sich streng und schlug ihn wütend gegen die Rippen, sodass Draven gequält zusammenzuckte, stöhnend Luft ausstieß und überstürzt seine Hände hob, um sich vor weiteren derartigen Schlägen zu schützen. „Ich habe dir gesagt, dass ich zuerst deine Haare waschen will!” erklärte der Brünette ungeduldig, „Du hast versprochen, mir zu gehorchen!” „Ja, okay, das mache ich”, versprach Draven hastig, „Aber ich finde es viel schöner, wenn du bei mir im Wasser bist, Ty. Deine Badewanne ist merkwürdig... so seltsam riesengroß. Bitte bleib doch hier, ja?” Etwas in seiner scheuen Stimme ließ Tyler aufhorchen, da war eine süße Hoffnung zu hören, so eine wundersam mächtige Sehnsucht, die ohne Frage enorm schmeichelhaft war. Skeptisch studierte er ihn, versuchte, in seinen Blick seine Unzufriedenheit über die unerwünschte Widerspenstigkeit seines Callboys zu bündeln, konnte aber nicht verhindern, dass die unbestreitbare Attraktivität des Mannes und seine einnehmende Liebenswürdigkeit ihn ziemlich schnell zunehmend in ihren Bann zogen, sodass seine Wut sich wie von allein in Luft auflöste und zu einem warmen Gefühl aus purer Zuneigung wurde.

„Setz dich zum Haare waschen einfach hinter mich, Ty, dann geht das doch. Ich krieche ein Stückchen zur Seite”, schlug Draven zuversichtlich vor, dem Tylers gnädiger Stimmungswechsel offenbar nicht entgangen war, drehte seinen muskulösen Körper ein wenig, soweit das mit dem unterdessen irgendwie hinab auf seinen Schoß gerutschten Tyler überhaupt möglich war, und deutete demonstrierend auf den freien Platz hinter seinem Rücken. Tyler, der sich halb zu ihm umgewandt und dabei unbeholfen seine Beine ins Wasser gezogen hatte, konnte seinen Gast nur noch perplex anstarren. Er war vollkommen hingerissen von der plötzlich so direkten Nähe der faszinierenden Gestalt, dem Gefühl seiner weichen Haut und der fremden Erektion, die sich inzwischen fast schon unmissverständlich fordernd gegen seinen Hintern presste, was ihn einer Ohnmacht gefährlich nahebrachte. Wie hätte er Dravens Vorschlag noch widerstehen können? Sein Herzschlag beschleunigte seine Arbeit und sein Atem wurde schwer, als er den Besucher mit verbissen strenger Miene betrachtete, seine Eier und sein Schwanz zuckten insgeheim vor Freude, angesichts seiner bezaubernden Attraktivität, dagegen war er absolut machtlos, diese silbergrauen Augen besiegten ihn mit vernichtender Leichtigkeit. Wie hätte er in dieser intimen Situation seinen fantastischen Jungen nochmal verlassen können, um sich zurück auf den Rand der Badewanne zu setzen, wie er es ursprünglich vorgehabt hatte? Nicht zuletzt wärmte das trotz ihrer heftigen Bewegungen zum Glück noch immer ausreichend im Behältnis verbliebene Wasser behaglich seine Knochen und entspannte alle seine vom vielen, nächtlichen Tanzen stark beanspruchten Muskeln auf entzückende Weise, sodass er das angenehme Nass vorerst nicht mehr missen wollte.

„Na ja, okay, Drav”, stimmte er widerstrebend zu, betont verärgert, obwohl er es in Wahrheit schon lange nicht mehr war, und erntete dafür einen niedlich erfreuten Jauchzer und einen schnellen Kuss auf seine Wange, der ihm sofort als reine Lust durch alle Kapillaren schoss und seinen Körper selbstständig erzittern ließ. „Aber ab jetzt bist du brav, ja?” musste er unbedingt klarstellen, mit einem unerbittlich warnenden Blick, und Draven nickte lächelnd, versprach ihm hoch und heilig seine Folgsamkeit und küsste ihn zum zweiten Mal entschieden zu flüchtig auf die Wange, sodass Tyler sich zusammenreißen musste, um ihn nicht gewaltsam festzuhalten und heftig auf die prallen, roten Lippen zu küssen.

Seltsam verlegen und nervös kichernd änderten die beiden nackten Männer ihre derzeitige Position, indem sie sich verstohlen aneinander vorbei drückten. Obwohl die Badewanne ohne Frage groß genug für zwei Personen war, denn genau zu diesem Zweck war sie gebaut worden, rieben der Callboy und der Kunde sich auffallend aneinander, bewegten ihre Körper nur träge unter dem Wasser, als wollten sie die unverhoffte Gelegenheit so lange wie möglich auskosten, beide suchten eindeutig nach Hautkontakt, sprachen jedoch nicht darüber, sondern taten so, als wäre gar nichts, als würden sie sich nur zufällig berühren, bis Tyler schließlich dicht hinter Draven saß, seufzend die Beine ausstreckte und ihn von hinten eng mit seinen Schenkeln flankierte. In plötzlich unüberwindbarer Gier rückte er noch näher an den breiten Rücken und drückte seinen Schwanz gezielt gegen das harte Steißbein des großen Mannes, weil sich das einfach nur mega geil anfühlte, er küsste ihn heftig auf den weichen, nassen Nacken, stöhnte zufrieden, erschauderte gurrend und legte besitzergreifend die Arme um den wundervollen Leib seines geliebten Jungen. Unweigerlich drängte es ihn nach mehr, seine erwachte Libido pochte auf Erfüllung, sodass es ihm wahrhaftig schwerfiel, sich auf die selbst gestellte Aufgabe zu fokussieren. Aber Tyler mochte seine beachtlich ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstkontrolle, sie hatte ihn in seinem erfolgreichen Leben weit gebracht und er war stolz auf sie, von daher sah er es als einen schwer verdienten Sieg an, als er, anstatt sich weiterhin obsessiv an dem geilen Kerl zu reiben, stattdessen ein Stückchen von Draven abrückte, was der Callboy widerstandslos geschehen ließ, obwohl er unüberhörbar bedauernd seufzte, hatte er sich doch ebenso begehrlich an seinen Kunden geschmiegt.

„Wo ist das Haarwaschmittel?” fragte Tyler keuchend, rang nach Luft und zwang sich zur Besinnung, sein rasender Puls hatte echte Schwierigkeiten, sich zu beruhigen. „Weiß nicht...”, antwortete Draven ratlos, der mindestens genauso atemlos war, tauchte mit seinen Händen unter das Wasser und tastete suchend den Boden der Badewanne ab. Als er die Flasche gefunden hatte, die Tyler bei seinem unfreiwilligen Sturz aus den Händen geglitten war,  reichte er sie dem Hausherrn artig nach hinten. „So, jetzt sitz' still und rühr' dich nicht, Boy!” gab Tyler betont starre Anweisungen, die keinerlei Widerspruch duldeten und der brave Callboy mit einem stillen „Geht klar” quittierte. Der Hausbesitzer fand es tierisch geil, auf diese befehlende Art mit dem Mann zu reden, es turnte ihn bombastisch an, über den anderen die uneingeschränkte Befehlsgewalt ausüben zu dürfen. Er spürte den unbesiegbaren Rausch seiner Macht als vibrierendes Kribbeln in jedem Winkel seines Seins und zusätzlich in seinen Geschlechtsorganen, und er genoss das befriedigende Gefühl in vollen Zügen.

Achtsam öffnete er die Plastikflasche mit dem kostspieligen Haarpflegemittel, schüttete etwas von dem zähflüssigen Inhalt in seine Handflächen, die er kurz gegeneinander rieb, verschloss die Flasche wieder und stellte sie auf den breiten Rand der Badewanne. Dravens strubbeliger, niedlich kugelförmiger Hinterkopf befand sich direkt vor ihm, und Tyler hob zufrieden seine Hände und tauchte die Finger genüsslich in das auffallend dicht gewachsene, pechschwarze Haar, erfühlte ganz bewusst, wie kräftig die kurzen Strähnen waren, und gleichzeitig fühlten sie sich seidig weich an. Vor lauter Leidenschaft bekam er eine wohlige Gänsehaut, sein steifer Schwanz pochte, seine Hoden zuckten und er stöhnte leise, als er das geschmeidige Mittel gefühlvoll in Dravens helle Kopfhaut einmassierte.

Nie zuvor hatte Tyler einem anderen Menschen die Haare gewaschen, wäre wohl auch niemals auf eine solch abwegige Idee gekommen, bevor Draven aus München in seinem Leben aufgetaucht war und alles grundlegend verändert hatte. Nun kam es ihm wie ein wunderbares Geschenk vor, dem zauberhaften Mann mit vollem Einsatz etwas Gutes zu tun. Zu seinem Erstaunen machte es den Hausbesitzer wahnsinnig glücklich, diesen sonderbaren Kerl, den er definitiv über alle Maßen liebte, auf diese zärtliche Art zu pflegen, nie hätte er erwartet, dass diese an sich harmlose und gewöhnliche Tätigkeit dermaßen überwältigend sein könnte. Enthusiastisch stöhnte er laut, ungehemmt, ließ seinen berauschenden Gefühlen freien Lauf, erschauderte und bewegte sich begehrlich, und es befriedigte ihn ungemein, dass auch der andere seine liebevolle Behandlung durchaus zu genießen schien, sein Atem ging angestrengt, sein schöner Körper bebte leicht und er knurrte zustimmend.

„Hat dir das gefallen, Callboy?” fragte Tyler nach einiger Zeit, auf der intuitiven Suche nach noch mehr Bestätigung, als das teure Waschmittel überall sorgfältig verteilt, Dravens vom Stylinggel und Schweiß verklebter Kopf gründlich gereinigt und sein schwarzes Haar voll mit weißem Schaum war. „Es war fantastisch, Ty”, flüsterte der Tätowierte anerkennend und erfreute den anderen damit mehr, als er zugegeben hätte, „Es turnt mich total an, wie du mir die Haare wäschst.” Der Mann streckte seine Hände nach hinten aus, tastete blind nach dem Kunden, im dringenden Bedürfnis, seinen Wohltäter anzufassen. Seine Finger erreichten Tylers Taille nicht ganz, bemühten sich aber dennoch, ihn irgendwie näher an sich heranzuziehen, was Tyler schmunzelnd unterstützte, indem er langsam auf ihn zu rutschte, bis sein Körper sich aufs Neue an Dravens Rückseite schmiegte. Seine Erektion wurde dabei auf geile Art zwischen ihnen eingeklemmt, was Tyler sofort ein begeistertes Keuchen entlockte, unwillkürlich rieb er sich an seinem Jungen, und Draven war ihm da gerne behilflich.

„Mist, mir läuft Schaum in die Augen”, bemängelte der Schwarzhaarige plötzlich frustriert und unterbrach damit das gemeinschaftliche Reiben und Stöhnen, das irgendwie von allein gestartet war. „Dann spüle ihn doch ab”, kicherte Tyler atemlos zwischen Erregung und Belustigung, er fühlte sich einfach wundervoll. Übermütig bewegte er sich von dem schönen Körper weg, packte ihn fest an beiden Schultern und drückte ihn grob von sich weg und heftig unter das Wasser. Draven rutschte schreiend nach vorne und nach unten, bis er vollständig unter der Oberfläche verschwunden war, wild mit den Armen rudernd und strampelnd strebte er sofort wieder nach oben. Aber Tyler erlaubte es seinem Badegefährten erst nach einigen Sekunden, er liebte es total, den anderen überraschend unterzutauchen, seine sinnlos tretenden Beine und hektisch nach Halt suchenden Hände amüsierten ihn prächtig.
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