Das Lächeln der Stille

von Tonmond
GeschichteRomanze / P18 Slash
18.10.2019
22.11.2019
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Tyler

Wie ferngelenkt fiel sein Blick immer wieder auf die große Anzeigentafel, die an der Wand der Eingangshalle befestigt war. Die gleichen Zahlen und Buchstaben, wie gehabt. Es gab nichts Neues zu sehen. Egal, wie oft er hinschaute, die einzige Information, die ihn interessierte, veränderte sich nicht. Munich - Arrival 7:48 Uhr. Gate 7. Als wäre die Zeit stehengeblieben. Oder hätte sich zumindest unnatürlich verlangsamt. Auch die Zeiger der altmodisch analogen Uhr, die direkt neben dem Flugplan angebracht worden war, schienen stillzustehen. Seufzend holte er sein Handy aus der Innentasche seiner Jacke, überprüfte die Uhrzeit, aber sie stimmte nach wie vor mit der großen Uhr an der Wand überein. 7:20 Uhr. Nichts zu machen. Noch 28 Minuten.

Tyler steckte sein Smartphone zurück in die Jacke. Ihm fiel auf, dass seine Finger zitterten. Sein Herz klopfte härter als sonst. Er war nervös. Das passierte ihm nicht allzu oft, aber das Warten erschien ihm unerträglich. Fast bereute er es schon, dieses merkwürdig unvorhersehbare Arrangement überhaupt getroffen zu haben. Es hatte ihn eine Stange Geld gekostet, aber darum ging es gar nicht. Vielmehr war es die innere Aufregung, die ihm mittlerweile mehr zu schaffen machte, als er erwartet hatte. Er konnte nicht hundertprozentig abschätzen, wer oder was auf ihn zukommen würde, wenn das Flugzeug aus München erst mal gelandet war.

Nun gut, alles Menschenmögliche war schon im Voraus geregelt worden. Die Frauenstimme am Telefon hatte ihm tausende, teils höchst intime Fragen gestellt, nach seinen Vorstellungen und Wünschen, seinen sexuellen Vorlieben und Abneigungen, Erwartungen und Zugeständnissen. Es war ein gänzlich unangenehmes Telefongespräch gewesen. Viele der Antworten hatte er eigentlich nicht geben wollen, waren sie doch reichlich persönlich. Es war ihm schwergefallen, den Sinn dieses Interviews einzusehen, hatte er doch im Internet auf der Seite der Agentur längst seine Auswahl getroffen und nach reichlicher Überlegung seine Häkchen gesetzt. Letztendlich war er aber bereit einzuräumen, dass diese Peinlichkeit vielleicht nötig war, wollten sie ihm seine geheimsten Wünsche so exakt wie möglich erfüllen.

Trotzdem war der Typ, auf den er hier mit hämmerndem Herzen wartete, nicht seine erste Wahl gewesen. Ärgerlicherweise hatte der von ihm zuerst bevorzugte Mann sich schlicht geweigert, die weite Reise auf sich zu nehmen, hatte es rundweg abgelehnt, sich für ihn in ein Flugzeug zu setzen, um ihm ein Wochenende lang gefällig zu sein. Nach dieser peinlichen Abfuhr hatte ihn beinahe schon der Mut verlassen. Eine ganze Woche hatte es gedauert, bis er einen zweiten Versuch gestartet hatte, weil ihn diese Chance auf eine neue, spannende und hoffentlich befriedigende Erfahrung einfach keine Ruhe gelassen hatte.

Frustriert schnaufend stand Tyler auf. Er konnte unmöglich noch länger auf dieser harten Plastikschale sitzen, die unverschämter Weise im Wartebereich der Eingangshalle angeboten wurde. Sein erneuter Kontrollblick auf die Anzeigetafel verriet ihm, dass wahrhaftig erst eine einzige Minute vergangen war. Wie sollte er das noch länger aushalten? Er wunderte sich über sich selbst. Normalerweise war er gar nicht so ungeduldig. Als Besitzer der angesagtesten In-Kneipe der Stadt war er es gewohnt zu warten. Darauf, dass die restlos betrunkenen Kunden es schafften ihr Portemonnaie herauszuholen und ihr Kleingeld zu zählen, um ihre ausgereizten, verknitterten Verzehrkarten zu bezahlen. Auf die neuen Lieferungen aus der Großhandlung, die sich grundsätzlich verspäteten. Bis der letzte Gast tief in der Nacht seine Kneipe verließ und er endlich Feierabend machen konnte. Darauf, dass die fast immer endlos erscheinende Nacht verging und er endlich aufstehen konnte, um sich in die Arbeit zu stürzen. Eigentlich wartete er ständig. Auf die monatlichen Abrechnungen seiner weit verstreuten Mitarbeiter, die sich damit gerne allzu viel Zeit ließen, in der Schlange vor der Kasse im Supermarkt, darauf, dass das lang ersehnte Konzert, für das er schon Monate vorher Karten für sich besorgt hatte, endlich losging.

Tyler Jonas war ein vielbeschäftigter Mann. Für eine ernsthafte Beziehung hatte er nie Zeit gehabt, hatte seine Prioritäten bewusst woanders gesetzt, nämlich darauf, in kurzer Zeit so viel wie möglich zu lernen und zu arbeiten, damit er genug Geld verdienen konnte, um finanziell unabhängig zu werden, so wie es ihm seine Eltern von Klein auf nahegelegt hatten. Er war ein folgsamer Sohn gewesen, hatte nie Ärger gemacht, sich nie aufgelehnt, immer darauf vertraut, dass sein Eltern schon wissen würden, was das Beste für ihn war. Lange hatte er versucht, die seltsamen Gefühle tief in sich zu verdrängen, die ihm im Laufe seiner Jugend immer deutlicher bewusst geworden waren, ihn von den anderen, „normalen” Menschen abzugrenzen schienen und ihn zunehmend belasteten. Er wollte nicht anders sein, konnte aber trotz all seiner Bemühungen nicht aus seiner Haut. Irgendwann hatte er einsehen müssen, dass ihm keine Wahl blieb, als seinen ureigenen Bedürfnissen zu folgen, wollte er nicht emotional verkümmern. Mit seinem Outing zum Anfang seiner Studienzeit war dann auch tatsächlich das passiert, was er immer befürchtet hatte. Das Verhältnis zu seinen Eltern hatte sich rapide verschlechtert, und nach seinem Studium eröffnete er zum Schrecken aller auch noch diese unsägliche LGBTQ-Kneipe, die sein Vater unerträglich fand, und mit der er seiner Meinung nach die ganze Familie in Verruf brachte. Seine Eltern würden ihm seine Homosexualität wahrscheinlich niemals verzeihen.

Zum Glück hatten sich seine beruflichen Hoffnungen trotzdem erfüllt, und fraglos hatte er auch sehr hart dafür gearbeitet. Das mon petit galt mittlerweile als die erste Gay-Location der Stadt. Jeden Abend war sein Laden proppenvoll, die Stimmung ausgelassen und die Community gab sich die Klinke in die Hand. Sein ganzes, in mühevoller Kleinarbeit erdachtes Konzept hatte sogar so gut funktioniert, dass es ihm möglich geworden war, auch in den Nachbarstädten Kneipen mit seinem Namen zu eröffnen, die dankenswerterweise alle recht rentabel waren. Tyler war mit viel Fleiß und Zielstrebigkeit in seiner Welt angekommen.

Natürlich hatte es im Laufe der Jahre auch für ihn schon viele Angebote gegeben und zweifellos hatte er sich reichlich ausgetobt. In seiner Szene herrschte diesbezüglich ein gewisser Druck. Es galt als normal und erwünscht, sich ungehemmt auszuleben. Alle waren jung und immer sexuell potent und es gab keine Regeln oder Beschränkungen, wer mit wem Spaß zu haben vermochte. In der aufregenden Anfangszeit hatte Tyler da nichts anbrennen lassen. Aber inzwischen ödete ihn diese Szene nur noch an. Sie bot keine Verlockungen mehr für ihn. Tief drinnen sehnte er sich nach etwas anderem. Außerdem hatte er sich inzwischen eine derart hohe soziale Stellung erkämpft, dass er sich nicht mehr ohne Bedenken in fremde Abenteuer stürzen konnte. Das Risiko, mit schlechten Schlagzeilen in einer Zeitung zu landen oder auf irgendeine Art ausgenutzt zu werden, war einfach zu groß geworden.

Ruhelos lief er in der riesigen Eingangshalle auf und ab. Um ihn herum hasteten Menschen auf unsichtbaren Pfaden, die meisten zogen einen oder mehrere Rollkoffer hinter sich her, waren mit Taschen und Tüten beladen, offensichtlich irgendwohin unterwegs. Jeder schien einem festgelegten Ziel entgegenzustreben, nur er war zum rastlosen Warten verdammt. Für ihn, den erfolgreichen Geschäftsmann, war das schwer hinzunehmen, denn er war es gewohnt, immer etwas zu tun zu haben, überall gebraucht zu werden. Arbeit half ihm sich abzulenken, hielt ihn davon ab, zu genau nachzudenken, über sein Leben, seine Einsamkeit, die ihn vorzugsweise in den Nächten überfiel, und darüber, ob er eigentlich in seinem Leben alles richtig gemacht und erreicht hatte, wovon er immer geträumt hatte.

Eine Minute war vergangen, als er das nächste Mal die große Anzeigentafel überprüfte. Noch 27 Minuten. Der fremde Mann, auf den er hier gezwungen wurde zu warten, war 28 Jahre alt und damit vier Jahre jünger als er. Aus irgendeinem Grund steigerte dieser Altersunterschied Tylers Nervosität, obwohl er sich bewusst für einen jüngeren Mann entschieden hatte. Er erwartete jemanden, der längst nicht so reif und vernünftig war wie er, wünschte sich einen möglichst wilden, ungezähmten Jungen, der sich auf alles einlassen würde, weil er das Risiko und die Aufregung liebte. Zumindest war das sein Eindruck von dem Kerl gewesen, glaubte er auf dem Foto der Agentur erkannt zu haben. Er vermochte seine Entscheidung nicht genau zu begründen, konnte nicht sagen, was an dem Internetprofil ihn genug interessiert hatte, um gerade diesen Mann zu buchen. Vielleicht war es einfach seine Bereitschaft zu dieser Reise gewesen, seine schwarzen, rätselhaften Tattoos, die überall auf seinem nackten Körper zu finden waren, die Tatsache, dass er auf dem Foto nicht lächelte, oder das außergewöhnliche Grau seiner Augen.

Tyler hatte den Mann erst nach reichlicher Überlegung gewählt, so wie er alles zuerst gründlich überdachte, bevor er eine Entscheidung traf. Dieses Vorgehen war ihm in die Wiege gelegt und im Laufe der Jahre verfestigt worden. Zweifellos hatte seine Umsicht ihm dabei geholfen, seine beruflichen Ziele ohne größere Probleme zu erreichen. Ja, im Job lief es richtig gut für ihn. Sein Freundeskreis war groß. Er hatte keinen Grund sich zu beschweren. Und doch gab es da diese andere Seite, die ganz persönliche, die ihn in der letzten Zeit immer stärker gestochen hatte, das private Bedürfnis nach sexueller Erfüllung, was er, wenn er ehrlich war, noch nie in seinem Leben hatte kosten dürfen. Wahrscheinlich war es vermessen von ihm zu erwarten, dass ausgerechnet ein mit Geld gekaufter Partner ihm diese Erfüllung geben konnte, aber einen Versuch war es allemal wert, fand Tyler. Zumindest war er so gleich von Anfang an in einer Position, seine Wünsche offen einzufordern, weil der andere schon wusste, was von ihm erwartet wurde. Es würde kein peinliches Vorgeplänkel nötig sein, Eifersüchteleien oder Missverständnisse waren ausgeschlossen. Diese völlig neue Voraussetzung und seine überlegende Position hatten ihn zugegebenermaßen enorm gereizt.

Eine Agentur aus der Nähe seiner Stadt im Ruhrgebiet war für Tyler allerdings von Anfang an nie in Frage gekommen. Viel zu groß war die Gefahr der Entdeckung, dass er zufällig an jemanden geriet, der ihn vielleicht aus der Schule, dem Studium oder auch nur in seiner Rolle als Barbesitzer kannte, und das wollte und konnte er nicht riskieren. Also hatte er eine Stadt gewählt, die so weit wie möglich von seiner Heimat entfernt lag, war im Internet auf die Suche nach auswärtigen Agenturen gegangen, zufällig in München gelandet, schnell fündig geworden, hatte alles haarklein arrangiert, die beträchtliche Summe pünktlich überwiesen, und nun stand er hier. Noch 26 Minuten. Dann würde das Flugzeug laut Anzeige endlich landen und hoffentlich denjenigen mitbringen, auf dem blöderweise alle seine intimsten Hoffnungen lagen. Vielleicht war er wirklich nichts weiter als ein hoffnungsloser Dummkopf.

Aufgewühlt lief Tyler zu den Kaffeeautomaten, die er an der hinteren Wand der Eingangshalle entdeckt hatte, holte aus seiner Hosentasche einen Euro und warf die Münze in die dafür vorgesehene Öffnung. Dann stand er eine lange Weile vor dem Kasten, schaute sich ausführlich die aussagekräftigen Fotos der verschiedenen Kaffeesorten an und traf konzentriert und wohlüberlegt seine Entscheidung. Tyler war müde, erst vor fünf Stunden hatte er das mon petit abgeschlossen, um nach Hause zu fahren. Trotzdem sollte er nicht zu viel Koffein konsumieren, dachte er, denn das würde ihn mit Sicherheit nur noch nervöser machen. Stattdessen brauchte er lediglich einen kleinen Muntermacher, etwas, das ihm die kommenden, unverändert endlos erscheinenden Minuten versüßen konnte. Schließlich wählte er einen Cappuccino, drückte die entsprechende Taste und sah ungeduldig dabei zu, wie der Pappbecher herunterfiel und das heiße Getränk automatisch eingefüllt wurde. Nach Beendigung des Vorgangs holte er sich seinen Becher, verbrannte sich fluchend die Fingerspitzen und sah sich unzufrieden nach einer anderen Sitzmöglichkeit als den Hartschalen um, auf denen er bisher gesessen hatte. Suchend lief er ein wenig in der Halle herum, trank seinen Cappuccino und fand ihn fürchterlich. Dennoch trank er den ganzen Becher leer, entsorgte die Pappe in einem Papierkorb, hatte ein schlechtes Gewissen wegen der Umwelt und strebte danach mangels gefundener Alternativen nur ungern nochmal den Sitzplatz an, den er schon kannte. 22 Minuten.

Sobald er sich auf das unbequeme Plastik gesetzt hatte, holte er wieder sein Handy aus seiner Jacke und ließ das Display mit einem Fingerwisch erwachen. Gezielt wählte er die Seite der Agentur in München und klickte sich weiter bis zu dem einen Mitarbeiterprofil, das er schon vor drei Wochen aus ganz verschiedenen Angeboten ausgewählt hatte. Zum wahrscheinlich tausendsten Male schaute er sich das Foto des Mannes an, der irgendwas an sich hatte, um seine Neugier genug zu erwecken und seine Geldbörse sehr weit zu öffnen. Der Name des Mannes war angeblich Draven, aber Tyler ging davon aus, dass es sich dabei um ein Pseudonym für die Arbeit handelte. Natürlich würde er den Kerl so ansprechen und auch niemals nach seinem richtigen Namen fragen. Das gehörte nicht zu ihrem Arrangement, was sich laut Vertrag ausschließlich auf sexuelle Kontakte beschränken sollte.

Der Gedanke, schon bald mit Draven intim werden zu können, ohne lästige Vorarbeit leisten zu müssen oder dabei ein unkalkulierbares Risiko einzugehen, ließ ihn schon jetzt ganz kribbelig werden. Er hatte sehr genaue Vorstellungen davon, was in seinem Schlafzimmer passieren sollte, sobald er es mit dem Mann an seiner Seite betreten würde. Vom Flughafen aus würde er auf direktem Weg zu seinem Haus fahren und sofort loslegen. Tyler Jonas fühlte sich ausgehungert. Sein letzter Orgasmus war schon ziemlich lange her, auch hatte er ihn seit mindestens einem Jahr ausschließlich selbst herbeigeführt, was zwar körperlich befriedigend, seelisch jedoch enorm belastend für ihn geworden war. Nach jedem Abspritzen hatte er sich einsamer gefühlt, sodass er schließlich immer seltener masturbiert und es irgendwann ganz bleiben gelassen hatte. Seit etlichen Monaten hatte er sich nicht mehr befriedigt, hatte sich erfolgreich mit seiner Arbeit abgelenkt, aber wenn er ehrlich war, konnte er den ersehnten Sex mit einem anderen Körper inzwischen kaum noch erwarten.

Sein Blick wanderte verstärkt interessiert über Dravens nur mit einer schwarzen Boxershorts verhüllte Gestalt. Der risikofreudige Typ aus München war schlank und beneidenswert durchtrainiert, das musste man ihm lassen. Sein Körper war attraktiv, die helle Haut übersät mit schwarzen Tattoos, mit deutlichen Konturen, langen Gliedmaßen, einem flachen, klar definierten Bauch und einem hübschen, derart zarten Gesicht, das ihn beinahe weiblich erscheinen ließ. Ja, das war es. Draven war unbestreitbar hübsch. Das war das Erste gewesen, was ihm in den Sinn gekommen war, als er ihn nach etlichen offensichtlichen Nieten plötzlich entdeckt hatte. Seine Miene war beruhigend neutral. In Dravens Gesicht fehlte dieses berechnende, frivole Lächeln, das all die anderen Männer auf ihren Bewerberfotos offen zur Schau trugen. Dravens Gesicht war irritierend gleichgültig, beinahe wirkte es gelangweilt. Er bemühte sich nicht auffallend darum, beim Betrachter einen möglichst geilen und willigen Eindruck zu erwecken.

Tyler begriff, dass es genau dieses kleine Detail gewesen war, das ihn letztendlich zu seiner Entscheidung veranlasst hatte. Sie war ihm sofort ins Auge gestochen, diese rätselhafte Unberührtheit, als wäre es nicht ein Foto einer Agentur, die Männer für sexuelle Dienste anbot, sondern eine private Aufnahme dieses Menschen. Tyler schaute dem Typen auf dem Bild in die Augen, die, sicherlich aufgrund der vorteilhaften Belichtung und der nachträglichen Bildbearbeitung, ein erstaunlich intensives Grau aufwiesen. Fast wirkten Dravens Augen, als wären sie von silberner Farbe. Sein Haar war im krassen Kontrast dazu pechschwarz, relativ kurz, und stand rebellisch nach allen Seiten ab, was ihm diesen jugendlichen Charme verlieh, der Tyler magisch anzog.

Sein Herz begann verstärkt zu klopfen, als er sich unwillkürlich in allen Einzelheiten ausmalte, was er mit diesem Menschen auf dem Foto tun würde, sobald sie nur endlich in seinem Haus angekommen wären. Der geile Kerl wusste genau, was auf ihn zukam, er hatte sein Einverständnis sogar schriftlich gegeben, also waren keinerlei Probleme zu erwarten. Sie hatten über die Agentur einen einvernehmlichen Vertrag geschlossen, und Tyler hatte sich seine fast uneingeschränkte Dominanz über Draven ziemlich teuer erkauft. Der Erfüllung all seiner geheimsten und intimstem Wünsche stand heute nichts mehr im Wege.

Als ihm das plötzlich richtig bewusst wurde, überkam ihn mit einem Mal eine mächtige Woge der Erregung, die ihm geradewegs in die Weichteile hineinfuhr und seinen Penis unverzüglich anschwellen ließ. Nervös presste Tyler die Knie zusammen, holte tief Luft, spannte seine Muskeln an und ärgerte sich. Das fehlte ihm noch! Dies war weder der richtige Ort noch die Zeit, um eine Erektion zu haben. Außerdem drückte ihn das harte Organ unangenehm in seiner engen Jeans. Er sollte sich dringend beruhigen und nicht so voreilig sein, schalt er sich, später wäre noch Zeit genug, um sich den körperlichen Freuden zu widmen. Wütend wischte er das aufregende Foto von Draven vom Display und ließ sein Handy in der Innentasche der Jacke verschwinden. 16 Minuten noch. Kurzentschlossen stand er auf. Es wurde Zeit, sich zum Gate 7 zu begeben, um den Mann aus München direkt in Empfang zu nehmen. Natürlich würde er ihn sofort erkennen. Er hatte sich das zarte Gesicht ganz genau eingeprägt.
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