Das Mädchen aus Tortuga

GeschichteFantasy / P12
OC (Own Character)
18.10.2019
09.11.2019
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Eine Weile lang schwiegen beide und dachten nach. Sophie suchte in ihrem Kopf nach einer Möglichkeit, sich aus den Gitterräumen zu befreien. Mehrmals glitt ihr Blick zu Jack herüber. Ihren Vater, sie hatte nach all den Jahren endlich ihren Vater gefunden. Etwas ungläubig starrte sie auf Jacks linken Schuh und feilte an einem Fluchtplan. Verärgert über Jacks fehlenden Versuch sich zu befreien, erhob sie sich aus ihrem Schneidersitz und machte dabei eine etwas zu kräftige Beinbewegung, wodurch die metallene Fussfessel ihre Haut ein wenig aufschnitt. Zwar war die Wunde alles andere als tief, genügte aber dennoch, um einige Tropfen Blut ausströmen zu lassen. Anstatt verärgert zu sein, dass sie sich verletzt hatte, wurde Sophie klar, dass dieses Blut ihr Weg hier raus sein könnte. So setzte sie sich vorsichtig wieder hin und drehte ein wenig an der Fessel herum, sodass sich das wenige Blut ein wenig verteilen konnte. Sie versuchte langsam ihren Fuss aus der nur etwas rutschigen Fessel zu nehmen und war erleichtert, als sie es tatsächlich schaffte.
Schnell wollte sie nun die Wunde verschliessen, doch da bemerkte sie, dass des nicht mehr nötig war. Die wunde war so fein, dass sie sich von selbst wieder verschlossen hatte. Erleichtert schaute sie deshalb zu Jack, der zu ihrer Enttäuschung, eingenickt war. Da sie ihn nicht wecken wollte, versuchte sie nun allein, ihre Hand durch die Gitterstäbe zu strecken, um einen rostigen Nagel, den sie soeben entdeckt hatte, aus den Holzdielen am Boden, zu ziehen. Da sie mit gestrecktem Arm nur knapp bis zum Nagel kam, konnte sie kaum genug Kraft aufwenden, um ihn rauszuziehen. So versuchte es eine geschlagene ¾ - Stunde, und hatte dann sogar tatsächlich Erfolg. So versuchte sie mit dem Nagel nun das hängende Türschloss irgendwie aufzubrechen, was ein lautes Klirren zur Folge hatte.
«Was treibst du denn da?», erklang eine etwas verschlafene, genervte Stimme. Jack war wohl durch das Klimpern des Schlosses aus seinem Nickerchen aufgewacht. Verständnislos blinzelnd guckte er Sophie, welche keine Antwort gab, beim Befreiungsversuch zu. Nach kurzer Zeit fing er an zu grinsen und überlegen zu lachen. Doch dies wollte Sophie nun doch nicht auf sich sitzen lassen: «Was ist denn? Warum lachst du so blöd?» «Nun, ich finde ja deine Mühe und Ausdauer sehr lobenswert, nur was gedenkst du zu tun, wenn du das Schloss aufgebrochen hast? Ein Teekränzchen mit Barbossa? Wir sind mitten auf See liebes. Wo willst du bitteschön hingehen?». Sophie stoppte ihre Versuche, das Schloss zu brechen, ruckartig. Daran hatte sie natürlich nicht gedacht. Sie kam sich relativ blöd vor, denn Jack hatte natürlich recht. Mitten auf See konnte sie sich schlecht aus dem Staub machen. «Spar dir die Mühe, ich habe schon einen Plan, wie wir vom Schiff kommen, sobald das Schiff an einem Hafen Anker gelegt wird.» Mit diesen Worten legte sich Jack gemütlich hin und setzte sein Nickerchen fort. Sophie hingegen setzte sich frustriert auf ein Holzbrett und lauschte den Wellen des Ozeans. Doch was war das? Auf einmal hörte Sophie wildes Herumgetrampel und Gerenne an Deck. Befehle wurden verteilt und lautes Männergeschrei war zu vernehmen.
Bei Pirates ist immer etwas los, dachte sich Sophie, bevor sie zu Jack herüberschaute. Dieser war durch den Lärm wiedererwacht und blickte Sophie nun fragend an.
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