Das Mädchen aus Tortuga

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
OC (Own Character)
18.10.2019
15.07.2020
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18.10.2019 1.103
 
Ein gewöhnlicher Morgen in Tortuga. Es war noch ziemlich ruhig. Ein paar 100 Meter vom Hafen
entfernt stand ein etwas heruntergekommenes hölzernes Haus. Dieses Haus wurde von Sophie, einem
16 Jährigen Mädchen, und ihrer Mutter bewohnt, welche in einer bekannten Kneipe arbeitete.

Sophie lag an diesem einen Morgen noch in ihrem Bett und schlief.

Da öffnete sich langsam ihre Tür, aber mit einem unüberhörbaren Quitschen, so, dass Sophie promt
aus ihrem Traumland in die Wirklichkeit zurückkehrte. Sie setzte sich auf und starrte ihre Mutter,
welche nun im Zimmer stand, müde und entgeistert an. Ihre Mutter lachte und sagte: "Guten Morgen
Schlafmütze. Würdest du dich bitte umziehen und in die Küche kommen?". "Ja, Mama...", sagte
Sophie maulend und wartete bis ihre Mutter das Zimmer verlassen hatte. Sie hörte, wie diese sich über
die knarrenden Holzdielen im Gang auf den Weg in die Küche machte. Sophie setzte sich kurz an
ihren Bettrand. -Immer das gleiche-.... dachte sie sich als sie aufstand, um sich etwas zum anziehen
aus einer Kiste holte. Sie zog ein braunes Kleid an, mit vielen Flicken drauf. Sie schämte sich dafür,
aber ihr war bewusst, dass ihre Mutter mit diesem geringen Lohn, den sie sich in der Kneipe mühsam
verdiente, ihrer Tochter nicht immer neue Kleider kaufen konnte. Seit Sophie 12 Jahre alt war, musste
sie auch dort mithelfen, damit sie beide genug haben um zu leben.

Als Sophie sich fertig angezogen hatte, lief sie schnellen Schrittes den Gang entlang zur Küche und
sah, wie ihre Mutter gerade ein wenig Proviant für den heutigen Tag einpackte. Als sie Sophie dann
sah, sagte sie: "Na endlich Sophie...wir müssen los. Die ersten Schiffe sind schon angekommen." Sie gab Sophie eine kleine Tasche, in dem sich ein Stück Brot, ein Apfel und ein kleines Fläschchen, mit
Milch befüllt worden war, befand.

Mehr konnten sie sich nicht leisten. Ihre Mutter schaute ihr traurig in die Augen, legte ihre Hand auf
Sophies Wange und sagte: "Es tut mir leid Schätzchen. Ich wünschte, ich könnte dir mehr geben. Aber
du weisst, es geht einfach nicht." Sie liess ihre Hand sinken, ging zur Haustür, die direkt in den kleinen
Garten führte, drehte sich noch einmal um und sagte: "Ich gehe schon vor, bitte komm so bald wie
möglich nach, ok?" "Ja Mama...", sagte sie und war etwas in Gedanken verloren. Sie fragte sich, wo
ihr Vater wohl war und warum um alles in der Welt er ihre Mutter einfach so im Stich gelassen hatte.
Wäre er da, könnten sie sich vielleicht mehr zu Essen und bessere Kleidung leisten. Sophie dachte viel
über ihren Vater nach. Sie hoffte, dass ihr Vater einen äusserst wichtigen Grund gehabt hat, ihre
Mutter zu verlassen. Sophies grosser Traum war es, ihren Vater kennen zu lernen. Doch ihre Mutter
antwortete ihr nie wenn sie sich über ihn erkundigte.

Als Sophie bemerkte, dass sie immer noch Gedankenverloren in der Küche stand, schüttelte sie ihren
Kopf und verliess das Haus. Sie lief am Meer entlang. Sie liebte den Duft des Salzwassers und sie
liebte das Gefühl, einen sanften Wind auf ihrer Haut zu spüren. Sie lief, erneut in Gedanken
versunken, den Weg zur Kneipe entlang und beobachtete die vorbeifahrenden Schiffe. Wie gerne
würde sie sich auf eines dieser Schiffe schleichen und mitfahren. Sie wollte Abenteuer erleben und
vielleicht könnte sie etwas über ihren Vater heraus finden. Doch sie wusste, dass sie als Mädchen nicht
auf so ein Schiff durfte und dass ihre Mutter ohne sie nicht zurechtkommen würde.

Endlich war sie in der Kneipe angekommen und fing gleich damit an, den Gästen Rum
einzuschenken. Sie hasste ihre Arbeit, doch sie liebte die Geschichten, die die etwas angetrunkenen
Piraten erzählten. Von den Seeschlachten und dem Gold... Sophie hörte gerne heimlich zu und ihr
Herz machte immer Freudentänze, wenn alte Piratenlieder in ihr Ohr drangen. Sie konnte sich nicht
erklären, warum sie das nur so unglaublich toll fand, doch sie durfte nicht darüber nachdenken.

Als dann endlich, spät in der Nacht, der letzte der Piraten aus der Kneipe gestolpert war, durften dann
auch Sophie und ihre Mutter nach Hause.

Auf dem Weg blieb Sophie kurz stehen und schaute erneut aufs Meer hinaus, welches den Mond und
die Sterne spiegelte und glitzerte.

Sophies Mutter schaute ihre Tochter an. Sie wurde etwas traurig und bat Sophie dann, endlich nach
Hause zu gehen.

Auch am nächsten Tag war wieder alles gleich, bis sie, wieder mit etwas Verspätung, in der Kneipe
ankam. Dort hatte nämlich jemand eine Prügelei angezettelt und Sophie kämpfte sich durch die sich
zusammenschlagende Menschenmenge durch. Sie fand ihre Mutter und fragte sie, was um alles in der
Welt hier los war. Doch ihre Mutter konnte nicht antworten, da sie mit aller Kraft dran war, zwei sich
raufende Piraten voneinander zu entfernen. Sophie wollte wieder aus der Kneipe raus, doch wurde sie
so stark angerempelt, dass ihr Kopf gegen die Wand knallte. Vor ihren Augen wurde es neblig,
allmählich wurde ihr schwarz vor Augen, bis sie sich schliesslich nicht mehr auf den Beinen halten
konnte und in Ohnmacht fiel.

Eine längere Zeit später wachte sie wieder auf. Ihr Kopf dröhnte und ihr wurde ganz schwindlig, als
sie sich versuchte aufzusetzen. Sie brauchte eine Weile un ganz bei Sinnen zu sein. Da bemerkte sie,
sie sich nicht mehr in der Kneipe befand. Sie hörte ein leichtes rauschen, wie sie es nur von den
Schiffen im Hafen kannte. Sie schaute sich um, doch es war keine Person bei ihr. Sie war in einem
kleinen Raum. Sie stand auf und hatte das Gefühl, es schwankte alles um sie herum, bis sie realisierte, dass sie sich das nicht einbildete. Sie war auf einem Schiff.
Eigentlich war es ja einer ihrer grössten Träume gewesen in See zu stechen, doch konnte sie sich erst
gar nicht erklären, wie sie auf diesem Schiff gelandet war.

Plötzlich ging die Tür auf und ein bärtiger Mann mit einem grossen Hut, einem Holzbein und mit
einem Affen auf der Schulter, stand in ihrem Zimmer. "Aaah, ihr seid endlich wach! Wurde auch
zeit!" Er grinste schelmisch. "Ihr habt euch bestimmt gefragt, wie ihr hier her gekommen seid, nicht
wahr?". Sophie schaute ihn ängstlich an. Sie wusste überhaupt nicht was sie sagen sollte. Doch bevor
sie überhaupt irgend ein Wort von sich geben konnte, hörte sie, wie sich jemand näherte. "Captain
Barbossa, da vorne ist ein Schiff!". Der Mann verliess Sophies Zimmer und Sophie war wieder alleine.
Sie war also auf dem Schiff von Captain Barbossa. Sie hatte in der Kneipe schon viel von ihm gehört.
Doch was wollte er von ihr?
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