Project: ZERO DAWN

von kiada
GeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
Jimin Jungkook OC (Own Character) V
17.10.2019
14.02.2020
17
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Kapitel 16

Rinoa POV



Den gesamten Rückweg über verblieben alle stumm. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach und hatte wahrscheinlich immer noch das Bild von dieser eigenartigen neuen Maschine vor Augen. Es beunruhigte mich zutiefst, dass die Eclipse-Okkultisten die Macht hatten, diese Dinger zu erwecken. Und allem Anschein nach, auch zu kontrollieren.

Es war sehr spät als wir endliche wieder die Tore Meridians passierten und der Mond erhellte die dunkle Nacht. Wir folgten Namjoon weiterhin durch die Stadt und eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass wir sofort zum Sonnenpalast gehen würden, um über die Mission zu berichten. Doch zu meiner Überraschung, schlug Namjoon den Weg zu unserer Unterkunft ein. Bevor wir das Gebäude jedoch betreten konnten, hielt der Gardisten Kapitän an.

„Wir werden in meinem Haus über das Vorgefallene reden. Würden wir zu den anderen gehen, gäbe es zu viele Fragen. Ich will nicht das Risiko eingehen, dass sie möglicherweise anderen davon erzählen und es letzten Endes jeder weiß. Das würde eine Massenpanik auslösen.“, sagte er und hatte uns immer noch den Rücken zugewandt.

Wir folgten ihm als er durch die Tür seines Anwesens schritt und auf den ersten Blick sah es aus wie jedes andere Haus in Meridian.

„Setzt euch, bitte.“, sagte Namjoon und deutete auf den Tisch, der in der Mitte des Raumes stand. Er bot nur für fünf Leute Platz, doch die anderen machten es sich drum herum bequem.

Als ich in ihre Gesichter sah, konnte ich keine Veränderung sehen. Sie alle hatten immer noch den niedergeschlagenen Ausdruck, der aufgetreten war nachdem wir das „Ritual“ dieses Priesters mit angesehen haben.

Namjoon atmete einmal tief durch, ehe er sich an uns wandte.

„Nun denn, ich denke wir alle haben verstanden, was sich in dem Eclipse Lager abgespielt hat. Die Okkultisten sind nun anscheinend in der Lage, … neue Maschinen zum Leben zu erwecken. Dem Anblick dieser Maschine nach, kann sie ganz schön gefährlich sein und ich befürchte, dass sie weitere wiedererwecken werden.“ – Namjoon.

„Über die Eclipse selbst konnten wir nicht viel in Erfahrung bringen.“, sagte nun auch Hoseok.

„Sie scheinen ihre Mitglieder in Ränge zu unterteilen.“, erklärte Antari und teilte nun die Entdeckungen, die sie machen konnte.

„Es gibt normale Soldaten, die haben die Seiten bewacht. Der Typ mit der edleren Rüstung muss eine Art Priester sein und ich vermute, dass der Mann der davor neben ihm stand ein Elite Soldat war.“

„Gut.“, sagte Namjoon.

„Ihre Waffen sind dieselben wie unsere. Sie benutzen ebenfalls Pfeile und Bögen. Doch ich habe auch eine Art Gerät entdecken können, dass der Kanone eines Plünderers glich. Vielleicht nehmen sie diese den Maschinen ab, nachdem sie sie erlegt haben.“, gab ich dazu. Die Kanonen sind mir als erstes aufgefallen als ich das Lager abgesucht habe.

„Namjoon dürfte ich deinen Bogen einmal sehen?“, fragte Neala und ich schaute verwirrt zu ihr rüber.

Der Gardisten-Kapitän reichte ihr seinen Bogen und sie bestaunte diesen für eine Weile.

„So wie ich es mir gedacht habe… Die Okkultisten waren mit Carja Waffen ausgerüstet.“ – Neala.

„Was?!“, rief V neben mir erstaunt.

„W-wie kann das sein?“, fragte Jimin.

„Deserteure…“ – Namjoon.

„Also stimmt es tatsächlich, dass Eclipse Okkultisten Schatten-Carja sind.“, sagte Antari mit verschränkten Armen.

„Höchstwahrscheinlich…“ – Hoseok.

„Verdammt.“, sagte Namjoon und schlug mit der Faust auf den Tisch. Durch den Knall erschraken wir alle und richteten unsere Blicke auf ihn.

„Entschuldigt…, doch es ist genauso wie wir befürchtet hatten. Die Okkultisten sind auch Schatten-Carja und verfügen somit über Informationen bezüglich unseres Arsenals und Meridian selbst. Jetzt sind sie auch noch in der Lage neue gefährliche Maschinen zum Leben zu erwecken und, bei der Sonne, sie sogar zu kontrollieren. Somit haben sie genug Feuerkraft, um einen Krieg um Meridian zu gewinnen!“ – Namjoon.

„Es ist immer noch unfassbar, dass sie Maschinen steuern können. Sowas sollte unmöglich sein. Stellt euch vor, wir könnten einen Donnerkiefer oder Behemoth kontrollieren…“, sagte V und starrte auf die Tischplatte vor sich.

„Ich…“, sagte Antari, die an der Wand mir gegenüber lehnte.

„Ich glaube, dass… diese Maschinen keine neue Art sind…“, sagte sie und blickte auf.

„Wie meinst du das?“, fragte Jungkook.

„Unsere Stammesmütter haben uns Geschichten erzählt. Von Metallteufeln der Alten. Es waren auch Maschinen, doch sie gehörten ursprünglich längst der Vergangenheit an.“ Antari stieß sich von der Wand ab und trat näher an den Tisch heran.

„Sie haben diese Dinger ausgebuddelt. Sie müssen diese Metallteufel aus den Erzählungen sein.“

„Gut, dann sind es keine neuen, sondern alte Maschinen. Sie bleiben trotzdem eine Bedrohung. Wir müssen so schnell wie möglich dem König davon erzählen.“, sagte Jungkook und blickte ernst zu Namjoon.

„Du hast Recht. Wir haben uns genug ausgeruht. Lasst uns in den Palast gehen.“



Nachdem Namjoon eine augenblickliche Audienz beim König beantragt hatte, erzählten wir ihm von den Entdeckungen im Eclipse Lager.

„Ich verstehe… Das ist in der Tat beunruhigend.“, sagte der Sonnenkönig und lehnte sich in seinem Thron zurück. Sein Blick fokussierte irgendeinen Punkt am Boden und er hatte seine Brauen konzentriert zusammengezogen.

In der jetzigen Situation konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie er sich fühlen musste. Als König die Verantwortung für ein ganzes Reich zu tragen und es dann auch noch vor solch einer Gefahr zu schützen.

Namjoon hatte Recht damit, dass wenn die Informationen an die Öffentlichkeit gelangen sollten, es unvermeidlich zu einer Massenpanik kommen würde. Selbst wir, wo wir doch erfahrene Jäger waren und schon mehr als manch andere gesehen haben, erstarrten bei dem Anblick der schwarzen Maschine. Verdammt. Auch jetzt noch steckt die Angst in meinen Knochen. Warum bin ich nur so schwach? Ich habe mich zu einer Nora-Kriegerin ausbilden lassen. Auf Krieg und Schlachten sollte ich mich doch von vornherein einstellen. Eine neue – oder eben alte – Maschine ist nichts anderes als ein weiterer Feind.

Ich versuchte, mich zusammenzureißen und hob das Kinn weiter an. Ich werde nicht zulassen, dass ich nach allem, was ich durchgemacht habe, hier und jetzt zusammenbreche. Und das nur wegen eines Stück Metalls.

V stand seitdem wir in der Palasthalle angekommen waren, neben mir und jetzt spürte ich seine Präsenz erst richtig. Das lag jedoch auch größtenteils daran, dass er ein Stück nähergekommen war und sein Handrücken jetzt nun leicht meinen berührte.

Ich schaute hinunter und empfand plötzlich das starke Bedürfnis, meine Finger mit seinen zu verschränken. Das Gespräch mit Neala blitzte vor meinen Augen auf und erinnerten mich daran, die Wärme und das Kribbeln in meinem Inneren zu genießen, anstatt zu hinterfragen. Ich blickte wieder hoch und direkt in Taes Augen. Für einige Sekunden hielt der intensive Blickkontakt stand, ehe V leicht lächelte und ich es ihm gleichtat.

Doch unserer beider Aufmerksamkeit wurde wieder nach vorne gelenkt, denn Avad erhob sich von seinem Thron und trat näher zu uns heran.

„Ich danke euch vielmals dafür, dass ihr euch auf eine solch gefährliche Mission begeben habt. Ihr habt dem Sonnenreich einen großen Dienst erwiesen. Besonderer Dank gilt euch, geehrte Nora-Kriegerinnen, ich stehe in eurer Schuld.“ Avad richtete sich nun mehr zu Neala, Antari und mir und deutete eine leichte Verbeugung an.

„Ich werde mich mit meinen Beratern zusammensetzen und die weiteren Schritte planen. Sobald es so weit ist, lass ich euch rufen. Bis dahin jedoch möchte ich, dass ihr euch ausruht und neue Kräfte sammelt. Falls es auf das Schlimmste hinauslaufen sollte, brauche ich meine stärksten Krieger an meiner Seite.“, sagte Avad und nickte uns zu.

„Jawohl, eure Majestät.“, erwiderte Namjoon und verbeugte sich wie auch wir.



Sonnenkönig Avad begab sich mitsamt seiner Gefolgschaft in die hinteren Räumlichkeiten des Thronsaals. Ich sah jedoch, wie Jin und Yoongi sich von den anderen Beratern trennten und in sich in unsere Richtung begaben.

„Kaum zu glauben, was ihr da in dem Lager herausgefunden habt. Da wird es kein Leichtes sein, gute Gegenmaßnahmen zu finden.“, sagte Jin und stemmte die Hände in die Hüfte.

„Nein… das wird es wohl nicht.“ Namjoon schaute gedankenverloren auf den Boden und ballte kaum merklich die Hände zu Fäusten.

„Na ja, jetzt können wir vorerst eh nichts tun. Lasst uns zurückgehen und uns erst einmal mit anderen Dingen beschäftigen, die uns vielleicht etwas von dem ganzen Eclipse Kram ablenken können.“, schlug Hoseok vor und wir stimmten ihm mit einem Nicken zu.



Nachdem wir wieder das Haus des Gardistenkapitäns betretet hatten, setzten wir uns wieder an die vorherigen Plätze und hingen unseren eigenen Gedanken nach. Ich sah mir die Gesichter meiner Freunde an und konnte wieder einmal erkennen, dass sich vor ihren Augen die schlimmsten Kriegsszenarien abspielten.

Man, diesen penetrant zur Schau gestellten Pessimismus konnte ich nicht mehr ertragen.

„Also Leute wir sind jetzt mehr als 18 Stunden wach und auf Trab und ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich bin am Verhungern. Also hört auf mit dem Trübsal blasen und lasst uns etwas zu Essen organisieren.“, sagte ich während ich mich von meinem Platz erhoben hatte und meine Freunde mit einem schiefen Grinsen ansah.

Besagte Freunde schauten mich für einen Moment überrascht an und lachten danach kurz auf, ehe sie ebenfalls aufstanden und in Namjoons Küche nach Zutaten suchten.

Da Neala, Antari und ich uns nicht in diesem Haus auskannten, standen wir, zugegebenermaßen etwas ratlos, an der Seite und schauten den anderen bei ihrer Arbeit zu.

„Gut gemacht, Rin.“, sagte Neala und stupste mich kurz mit der Schulter an.

„Was meinst du?“, fragte ich mit aufrichtiger Neugier.

Sie schaute mich lächelnd an und richtete dann ihren Blick wieder auf die Carja.

„Du hast irgendwie ein Talent dafür, die Spannung aufzulockern. Hättest du nichts gesagt, glaube ich, säßen wir hier noch mindestens zwei Stunden und würden unseren Gedanken hinterher hängen.“ – Neala.

„Oh..“

„Und jetzt schau dir doch nur einmal an, was du noch bewirkt hast. Du hast die Männer zum Arbeiten gebracht, Rin.“, sagte jetzt auch Antari und deutete mit ihrem Kinn auf das Geschehen in der Küche.

Ich begann, zu lachen und meine beiden besten Freundinnen stimmten mit ein.

„Kommt, lasst uns den Jungs helfen. Sonst kriegen wir am Ende wohl kaum etwas Anständiges zu Essen auf den Tisch.“, sagte Neala und wir taten wie uns geheißen.



Nachdem wir alle geholfen hatten, eine Mahlzeit zuzubereiten, setzten wir uns mit vollen Tellern und Schüsseln zurück an den Tisch. Wir aßen und tranken als hätten wir seit Tagen nichts Essbares mehr zu Gesicht bekommen. Wir lachten und erzählten uns gegenseitig die gefährlichsten und spannendsten Jagdgeschichten, die wir je erlebt hatten, und teilten viele weitere persönliche Erlebnisse. Es war wirklich interessant und schön, mehr über unsere Carja Freunde zu erfahren und nach und nach fühlte ich mich ihnen noch verbundener als sowieso schon.

Es vergingen Stunden, ehe Jin und Yoongi ankündigten, dass sie wieder zum Palast zurückkehren mussten und Neala, Antari und ich ebenfalls beschlossen, uns auf unser Zimmer zu begeben.

Nachdem wir uns von Namjoon und Hoseok verabschiedet hatten, verließen wir das Haus und begaben uns in unsere eigene Unterkunft.

Davor wünschten wir Tae, Jimin und Jungkook ebenfalls eine gute Nacht und gerade als ich durch die Tür schreiten wollte, wurde ich aufgehalten.

„Jimin, Jungkook, geht schon mal vor“, sagte V zu seinen Freunden und diese nickten ihm kurz einmal zu, ehe sie sich auf den Weg machten.

„Rin. Hast du noch etwas Zeit? … Ich meine… nur wenn du nicht zu müde bist.“, sagte er und kratzte sich verlegen am Hinterkopf.

Ich schaute ihn überrascht an und augenblicklich stieg mir wieder die Röte ins Gesicht. Ich gab Antari und Neala schnell ein Zeichen, ehe ich wieder zurück schritt und somit vor V stand.

„Was gibt’s?“, fragte ich und versuchte dabei, möglichst gelassen zu wirken.

„Nichts Besonderes, eigentlich. Ich … wollte dich einfach noch etwas sehen…“, sagte er und hatte wieder sein einzigartiges Lächeln im Gesicht. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Jetzt glich mein Kopf vermutlich schon einer Tomate. Mein Puls stieg auch beunruhigend rasant an.

Er begab sich an das Geländer aus Stein, das ein paar Meter von uns entfernt war und lehnte sich daran an. Ich folgte ihm und stützte nun ebenfalls meine Ellbogen darauf ab.

„Ich… wünschte einfach, wir hätten uns unter anderen Umständen kennengelernt. Die ganze Sache mit der Eclipse und die Möglichkeit, dass wir uns bald im Krieg befinden… sind nicht gerade die besten Bedingungen, nicht wahr?“, sagte er wieder lächelnd.

„J-ja.“, stammelte ich.

V schaute hinauf zu den mit Sternen bedeckten Himmel und auch ich richtete meine Augen auf den hell erleuchteten Mond. Es war eine wunderschöne Nacht. Ich stütze mich nun mit meinen Händen ab und schloss kurz die Augen, atmete die kühle Nachtluft tief ein. Auch wenn all das, was Tae gerade erwähnt hat, in der Tat beunruhigend ist, war ich… glücklich. Dieser… verzaubernde Ort und die Menschen, die wir hier schon alle kennengelernt konnte machten mich glücklich.

Ich hatte die Augen immer noch geschlossen, als ich bemerkte, dass sich eine Hand auf meine legte. Schlagartig öffnete ich meine Lider und blickte hinab. Auch wenn es relativ kühl war, fühlte ich mich, als stünde ich in Flammen.

Ich schaute zu V und seine dunklen Augen zogen mich in ihren Bann. In seinem Blick steckten so viele verschiedene Gefühle und unausgesprochene Gedanken, dass ich sie gar nicht richtig erkennen konnte. Aber, sie waren dar, das konnte ich sehen.

Und zum ersten Mal konnte ich richtig spüren, dass ich ihm näher sein wollte. Ich wollte ihn näher kennenlernen, mehr Zeit mit ihm verbringen. Das Bedürfnis war so stark, dass ich fast davon überwältigt wurde.

Taes Gesicht näherte sich und ich erstarrte. Was hatte er vor? Etwa… Doch nicht etwa?!

Er kam mit seinen Lippen ganz nah an mein Ohr und ich war kurz davor, zusammenzubrechen.

„Gute Nacht, Rin.“, flüsterte er mit seiner tiefen Stimme in mein Ohr und schritt dann ganz langsam zurück, während er noch so lange wie möglich den Augenkontakt aufrechterhielt.

Dann war er weg.

Und ließ mich mit wild schlagendem Herzen und unzähligen Fragen zurück.



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Hallöchen zusammen!

Wie gewohnt, hoffe ich, dass euch das Kapitel gefallen hat. Möglicherweise geht den meisten das Ganze zu langsam voran, aber die Story war von Anfang an darauf ausgelegt, die Welt so detailliert zu beschreiben, wie nur möglich, damit jeder die Geschichte verstehen kann ;)

Über ein Review oder eine Mail würde ich mich, wie üblich, sehr freuen!

LG, Kiada
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