Project: ZERO DAWN

von kiada
GeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
Jimin Jungkook OC (Own Character) V
17.10.2019
07.11.2019
11
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Kapitel 1



Neala POV



Wir warteten nun schon seit geraumer Zeit an der Ziellinie und, um ehrlich zu sein, war ich wirklich aufgeregt. Weder Rinoa, die auf der anderen Seite der Linie wartete, noch ich wussten, wer als Erster um die Ecke gestürmt kommen würde, in seiner Hand haltend die drei Trophäen, die während der gesamten Prüfung aufbewahrt werden mussten: eine Wächter-Linse, ein Lohenbehälter eines Läufers und ein Plünderer-Herz. Wir waren zwar unwissend und unsicher darüber, wen wir als Erstes sehen würden, aber ich bin mir sicher, dass wir beide auf dieselbe Person hofften.

Schon seit Wochen hat Antari uns beide verrückt gemacht, da sie ziemlich aufgeregt war, was die heutige Erprobung betraf. Rinoa und ich hatten glücklicherweise unsere Erprobung schon letztes Jahr hinter uns gebracht und waren seitdem vollwertige Nora Kriegerinnen. Allerdings bestanden unsere Aufgaben lediglich daraus, zu trainieren und ein paar Botengänge innerhalb des Beckens zu erledigen. Auch wenn die Erzmütter unsere Regeln gelockert haben, bestanden sie immer noch darauf, dass keiner das Becken verlässt oder betritt. Nora waren, was das betraf, schon immer sehr engstirnig und wollten nie irgendetwas mit den anderen Stämmen zu tun haben. Für mich war dies eher etwas Negatives, da ich ständig meine Neugier und den Erkundungsdrang unterdrücken musste.

Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen als Rinoa enthusiastisch meinen Namen rief. „Neala, schau dort! Sie kommen!", schrie sie mir von der anderen Seite aus zu und mein Kopf schnellte in die Richtung, die sie andeutete.

Tatsächlich waren vereinzelte Silhouetten zu erkennen, die sich immer schneller auf uns zu bewegten.

„Ich kann nicht sehen, wer vorne ist!", sagte Rinoa.

Angestrengt versuchte ich die Person zu identifizieren, die an vorderster Front war, doch er oder sie war zu weit entfernt.

Komm schon Antari, lautete mein Gedanke. Sie musste es einfach schaffen. Zwar spielte es keine Rolle, ob sie Erste war oder nicht, denn letztlich wurde jeder, der die Prüfung heil bestand als Krieger aufgenommen, aber demjenigen, der als erster das Ziel erreicht, wurde besonders Ehre gebührt. Rinoa und ich stritten uns seit einem Jahr darüber, wer von uns beiden Erste der letzten Erprobung war. Offiziell haben sie uns beide dazu ernannt, aber wir hatten verschiedene Ansichten darüber.

Die auf uns zukommenden Gestalten waren nun schon sichtbarer und ich konnte vorne ein Mädchen mit langen Haaren erkennen, die in der einen Hand ihren Bogen und in der anderen die drei Metall-Trophäen hielt.

„Sie ist es!", rief ich und schaute kurz rüber zu Rinoa. Sie lachte und rief kurz darauf: „Nun komm schon Antari!" Sie war nur noch ein paar Meter von der Ziellinie entfernt und dicht auf ihren Versen befand sich Solai. Er war einer der vielversprechendsten Kandidaten für die Erprobung und alle setzten eigentlich darauf, dass er Erster wurde. Tja, dann werden sie sich wundern, dass es dieses Jahr unsere beste Freundin sein wird.

Es waren nur noch ein paar Meter und ich konnte Antaris fokussierten Gesichtsausdruck erkennen. „Los, nun mach schon!", rief ich ein letztes Mal und kurz darauf überquerte sie die Ziellinie.

Rinoa und ich liefen ihr hinterher und sobald sie zum Stehen kam, zeigte sie uns die Trophäen und wir konnten es offiziell machen.

„Die diesjährige Erprobung wurde von 8 Kandidaten erfolgreich abgeschlossen. Als Erste überschritt Antari die Ziellinie, als Zweiter Solai und als Dritte Fia!", rief ich lautstark. „Herzlichen Glückwunsch, ihr seid nun vollwertige Krieger unseres Stammes!"



Zusammen kehrten wir alle nach Mutterherz zurück und in kurzer Zeit würden die Erzmütter und Kriegsherrin Sona ebenfalls ihre Glückwünsche aussprechen. Rinoa und ich packten Antari am Arm und zogen sie zu Seite. „Hey, hey! Was soll das denn werden?", fragte sie überrascht, aber dennoch mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Du hast es geschafft!", rief Rinoa lautstark.

„Ja jetzt bist du endlich eine von uns!", stimmte ich ihr bei.

„Was soll das denn jetzt heißen? Ich dachte ich wäre schon die ganze Zeit eine von euch und nicht erst dann, wenn ich die Erprobung bestehe.", sagte Antari gespielt verärgert.

„Ach komm schon, du weißt, was wir meinen.", antwortete Rinoa und schlug Antari auf die Schulter.

„Ja, ja.", antwortete diese darauf.

„Aber Solai war trotzdem kurz davor dich zu überholen. Ich schätze sein tägliches Training hätte dich fast den Sieg gekostet.", sagte ich.

„Ach der übertreibt es ja auch. Letztens erst wäre er fast von einer Klippe gestürzt, da er sich zu viel zugemutet hat und der Meinung war, er könne eine gesamte Horde Plünderer alleine ausschalten."

Ich lachte lediglich darüber und schüttelte leicht den Kopf. Ich mochte es Anatri zu necken. Zumindest darüber, dass ihr heimlicher Schwarm, der er angeblich ja überhaupt nicht ist, wohl oder übel mehr Ehrgeiz an den Tag legte als sie. Trotzdem schafft es diese faule Socke immer wieder mit dem Rest mitzuhalten.

„Ich hoffe, dass wir jetzt vielleicht auch mal dazu kommen, andere Maschinen zu erledigen. Immer nur mit Läufern, Plünderern oder Wächtern konfrontiert zu werden, wird auf die Dauer langweilig. Und Graser sind in unserem Heiligen Land wohl auch nur eine Besonderheit, so selten wie wir diese Dinger gesehen haben.", motzte Antari und verzog ihr Gesicht.

„Hey, aber zumindest haben wir etwas gefunden, wovon niemand anderes weiß.", antwortete Rinoa und zwinkerte einmal.

Da hatte sie Recht. Nicht weit von unserer Hütte entfernt haben wir vor geraumer Zeit eine Ruine der alten Metallwelt gefunden. Offiziell ist es streng verboten, in irgendeine dieser Ruinen zu gehen, aber unserer Wissensdrang führte uns drei letztlich doch dazu, dass wir das Risiko eingingen, Ausgestoßene zu werden. Wir haben über die Jahre mehr und mehr über die Alten und ihre Welt herausgefunden und anscheinend waren sie der Grund dafür, dass die Maschinen, die wir jagen, existieren.

„Shh, Rin halt die Klappe! Wenn auch nur irgendjemand davon Wind bekommt, sind wir erledigt!", sagte Antari und blickte sich alarmiert um.

„Nun hab dich nicht so. Es wird schon niemand etwas mitbekommen. Außer du hast vor hier noch eine Szene zu machen." Ich stieß sie leicht gegen die Schulter.

„Szene? Was denn für eine Szene? Ich-".

„Jaja, nun komm schon. Die Erzmütter sind hier.", sagte ich und schnitt Antari somit das Wort ab. Sie verzog kurz verärgert das Gesicht, aber beließ es dabei und folgte uns stattdessen.

Mutterherz war heute, wie bei jeder Erprobung, wieder mit Menschen gefüllt und von überall her war Musik zu hören. Die Leute feierten, aßen und tranken was das Zeug hält. Ein, zugegebenermaßen, schöner Anblick. Auch wenn unsere Tage eher langweilig waren und nicht relativ viel zu tun war, bevorzugte ich doch lieber diesen Anblick, als hunderte Verletze auf dem Schlachtfeld oder von Maschinen zerfetzte Kadaver. Bei dem Gedanken lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Was ist, wenn es wirklich einmal dazu kommen sollte, dass wir in einen richtigen Kampf verwickelt werden, wo es wirklich um Leben und Tod geht? Meistens bestanden Kämpfe zwar daraus, Maschinen zu erledigen, aber ab und zu kämpften wir in unserer heutigen Welt auch noch gegen Menschen, obwohl das meiner Meinung nach, total dämlich war. Es lauerten genug Gefahren auf uns und das nächste, was Menschen dann tun, ist sich wegen beiläufiger Konflikte gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Was ist wenn jemand von unseren Leuten bei jedweder Art von Kampf verletzt wird? ... Was ist, wenn Rinoa und Antari verletzt werden?

Ich schüttelte den Gedanken ab und versuchte mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Jetzt war nicht die Zeit dafür sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie ich handeln werde, sollten meine besten Freundinnen verletzt werden...darauf hatte ich nämlich noch keine Antwort.



Rinoa und ich stellten uns an die Seite des großen Platzes, gleich neben der hölzernen Tribüne, während Antari sich in die Mitte zu den anderen Absolventen der Erprobung begab. Links von uns standen Erzmutter Teersa, Erzmutter Lansra, Erzmutter Jezza und Kriegsherrin Sona. Stolz und aufrecht ging Sona einen Schritt nach vorne und begann zu reden.

„Nora! Ihr acht, die ihr hier vor mir steht, habt erfolgreich die diesjährige Erprobung gemeistert. Sie hatte euch an eure Grenzen gebracht, euch vor Aufgaben gestellt, bei denen Mut, Intelligenz und schnelles Handeln gefordert war. Doch ihr habt es dennoch geschafft mit drei Trophäen die Ziellinie zu überschreiten. Dies bewies, dass ihr würdig seid. Würdig, um unserem Stamm zu dienen. Würdig, für seine Ehre zu kämpfen. Würdig, um Nora-Krieger zu sein!"

Jubel und lautes Gegröle ertönte und Menschen auf dem Platz feierten Kriegsherrin Sona für ihre Rede. Kurz nachdem Sona die Tribüne wieder verlassen hatte, gratulierten die Erzmütter ebenfalls zum Sieg. Unsere Kriegsherrin begab sich zu den Absolventen und verlieh Ihnen das Abzeichen, das symbolisierte, dass sie Krieger des Nora Stammes waren. Es wurden noch ein paar weitere Worte gewechselt und anschließend begab sich Antari wieder zu uns.



„Heyyy, seht ihr was ich hier habe?", fragte Antari grinsend und tippte wiederholend auf das Abzeichen an ihrem Gürtel.

„Ne kein Plan. Ich weiß nicht, was du meinst.", sagte Rinoa. Ich war erstaunt darüber, wie sie immer so ernst bleiben konnte, wenn sie Antari verarschte. Oder es zumindest versuchte.

Das Grinsen auf Antaris Lippen verschwand und sie schaute Rinoa mit hängenden Schultern an. „Rin, du bist so langweilig, ganz ehrlich.", antwortete diese und verdrehte die Augen.

„Ich und langweilig? Nee, das geht überhaupt nicht." Rinoa verschränkte selbstgerecht die Arme vor der Brust.

„Nun kommt schon ihr zwei. Ich glaube wir sind uns alle einig darüber, dass es ein langer Tag war und ich bin schon extrem müde. Lasst uns nach Hause gehen, oder willst du noch etwas feiern Antari?", sagte ich und stemmte die Arme in die Hüfte.

„Ne ne, ich wollte eh noch die Skizze des Grasers beenden und ich bin auch total erschöpft." Das war ‚Antaris Ding‘, wie ich es nannte. Sie war diejenige in unserer Gruppe, die sich jegliches Wissen aneignen wollte. Sie wusste meistens am besten über die Maschinen und ihre jeweiligen Schwachpunkte Bescheid. Deswegen fertigte sie auch in ihrem kleinen Notizbuch eine Skizze nach der anderen an, um im Notfall nachlesen zu können. Außerdem wusste sie auch am besten, wie man unseren Fokus bediente. Das kleine metallene Ding, das wir damals in der Ruine gefunden haben war ein Artefakt der Metallwelt. Aber wir haben uns relativ früh daran gewöhnt ihn zu bedienen und im Kampf einzusetzen. Rinoa und ich hatten auch unser ‚Ding‘. Rin war eine Meisterin des Spurenlesens und konnte jedwede Kreatur oder Maschine aufsuchen. Letzten Winter, als wir auf Nahrungssuche waren, haben wir dank ihr eine ganze Horde Eber und Hasen gefunden. Und als sie und ich vor kurzem auf einer Mission waren, um einen verloren geglaubten Speer zu suchen, der noch in einem Plünderer steckte, konnte sie die Spuren identifizieren. Ich war eher die Kämpferin in unserer Gruppe. Vor gut einem halben Jahr fand ein Turnier im Becken statt, bei welchem man einzelne Teile von Maschinen abschießen sollte. Ich habe die präzisesten Pfeile geschossen und wurde letztlich auch Erste. Einmal konnte ich sogar einen Plünderer mit nur einem einzigen Pfeil zur Strecke bringen. Ja unserer Dreiergruppe war schon etwas Besonderes. Einzeln könnten wir uns gut auf den Beinen halten, aber zu dritt waren wir - meiner Meinung nach - ein unbesiegbares Team.



Es war beschlossene Sache. Zusammen machten wir uns auf den Weg, Mutterherz zu verlassen, doch bevor wir das Tor erreichten, spürte ich, dass mich jemand am Handgelenk packte.

Erschrocken drehte ich mich zu der Person um, die mich festhielt und stellte fest, dass Resh - ein weiterer Absolvent der heutigen Erprobung - vor mir stand.

„Resh, was ist los?", fragte ich als ich bemerkte, dass er total außer Atem war. Antari und Rinoa schauten sich nur gegenseitig verwirrt an.

„Ich soll euch wieder zurück bringen.“, sagte Resh nach Luft ringend.

„Wieso ist etwas passiert?", fragte Rin.

„Nichts Schlimmes. Aber die Erzmütter haben noch etwas zu verkünden und jeder Krieger hat anwesend zu sein.", antwortete er.

„Gut, dann nichts wie los.", beschloss ich und trat wieder den Rückweg an.

Wir begaben uns also wieder zurück auf den großen Platz, den wir nur vor wenigen Minuten verlassen hatten. Was haben die Erzmütter denn noch zu verkünden? Passierte jetzt mal etwas Interessantes?

Antari, Rinoa und ich stellten uns zu den restlichen Kriegern, die ebenfalls Sonas Befehl unterstanden, und erblickten die Erzmütter auf der Tribüne stehen. Dabei fiel mir auf, dass lediglich die Krieger in der Mitte des Platzes versammelt waren. Außenstehende, die einfachen Leute unseres Stammes, standen an der Seite und beobachteten das Ganze von dort aus.

Was geht denn hier vor sich?

„Krieger und Kriegerinnen. Wir gratulieren ein weiteres Mal denjenigen, die ab heute ebenfalls zu euch gehören. Leider bleibt euch nicht viel Zeit vergönnt, um euren heutigen Sieg zu feiern. Wir haben wichtige Neuigkeiten zu verkünden. Vor kurzem erhielten meine Schwestern und ich eine Botschaft aus dem Sonnenreich.", sagte Erzmutter Teersa. Von überall her ertönte Gemurmel und darunter auch entsetztes Einatmen. Das Sonnenreich? Was wollten die Carja von uns? Seit den Roten Raubzügen vor 13 Jahren hatte kein Nora es auch nur gewagt ihren Namen in den Mund zu nehmen. Es gab auch keinen Grund dazu. Immerhin haben sie unserem Stamm alles genommen.

„Bitte. Bitte, beruhigt euch. Ich weiß, die Erinnerung schmerzt. Das, was der zwölfte Sonnenkönig Araman unserem Volk angetan hat ist unverzeihlich. Doch ihr könnt beruhigt sein. Araman ist tot. Gestürzt von seinem eigenen Sohn, Carja, die wussten, was das Richtige war, und Oseram, die sich ebenfalls nach Rache sehnten. Vor einiger Zeit erhielten wir die Botschaft des dreizehnten Sonnenkönigs Avad. Er würde sich gerne mit unserem Volk versöhnen und bittet aufrichtig um Entschuldigung für die Taten seines Vaters. Er will es besser machen und hat uns in die Hauptstadt des Sonnenreiches eingeladen: Meridian."

Schon wieder ertönte lautes Gemurmel. „Meridian? Oh Urmutter, ich wollte mein Leben lang sehen, ob dieser Mythos wirklich existiert!", sagte Antari und ich konnte sehen, wie ihre Augen funkelten. Sie liebte es, genauso wie ich, die Welt außerhalb unseres Heiligen Landes zu entdecken. Und nun bot sich zum ersten Mal in unserem Leben die Chance dazu.

„Nichtsdestotrotz können nicht alle gehen und meine Schwestern und ich sind zu alt für eine solch lange und gefährliche Reise. Deswegen beauftragen wir Kriegsherrin Sona mit dieser Aufgabe und hoffen, dass es tatsächlich zu einem Bündnis mit dem Sonnenreich kommt. Sie soll persönlich die Krieger auswählen, die sie als vertrauenswürdig befindet und sie mit auf ihre Reise nehmen. Doch seid gewarnt, meine Kinder. Wie vielen sicherlich schon aufgefallen ist, sind die Maschinen nicht mehr so friedlich, wie sie einst waren. Immer häufiger hören wir von Wanderern, dass sogar Läufer und Wächter grundlos angreifen, anstatt wegzulaufen. Und die großen, gefährlicheren Maschinen sind aggressiver als je zuvor. Ich wünsche euch von Herzen eine sichere Reise und hoffe, dass ihr eurer Aufgabe gerecht werdet. Urmutter sei mit euch!"

Alle Krieger - darunter auch Antari, Rinoa und ich - hoben unserer Fäuste und jubelten.

Endlich. Endlich bot sich die Möglichkeit, das Becken zu verlassen. Ich musste meine Freude allerdings zügeln. Wer weiß, ob Sona wirklich uns drei auswählte, sie zu begleiten. Bitte Urmutter, wir müssen einfach dabei sein.

„Ohhh, Leute wir werden nach Meridiran reisen!", sagte Rin und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

„Ja ich kann es kaum glauben!", gab Antari dazu. Die beiden sprangen fast an die Decke und lächelten bis über beide Ohren. Doch plötzlich wirkte es, als wäre Antari erstarrt.

„Moment... Sona wählt die Krieger aus.", sagte sie.

„Ja, das hat Erzmutter Teersa gesagt.", antwortete ich.

„Dann...dann wird sie doch niemals eine frisch gebackene Kriegerin ohne langjährige Erfahrung mitnehmen..", sagte Antari und schaute niedergeschlagen auf den Boden.

„Doch, doch. Das wird schon. Du bist erste dieses Jahr geworden. Warum also sollte sie dich nicht auch mitnehmen.", versuchte Rinoa sie zu beruhigen.

„Ich...ich weiß nicht, ich hab’s irgendwie im Gefühl."

„Ich stimme Rin zu. Sei optimistisch. Nun kommt, lasst uns weiter nach vorne gehen. Sona wird sicherlich gleich die Krieger ernennen, die sie begleiten.", sagte ich und hoffte nur zu tiefst, dass wir wirklich dieses Privileg genießen können würden. Kurz nachdem Teersa und die anderen die Tribüne verließen, kam Sona und stellte sich aufrecht, mit hinter dem Rücken verschränkten Armen, darauf.

„Ich werde jetzt diejenigen aufrufen, die mit mir nach Meridian kommen werden."

Ich war ziemlich aufgeregt und merkte, wie sich ein Kribbeln in meinem Bauch breit machte und mein Herz anfing, schneller zu schlagen.

„Arana." Ich schaute kurz nach rechts, dort wo Arana stand, und sah, wie sie lächelte und sich noch vorne zu Sona begab.

„Yan und Taim." Beide gingen nach vorne. Mein Herz klopfte immer noch schnell, zu schnell.

„...Neala." Ich atmete auf und schloss kurz meine Augen. Dann schaute ich neben mir zu Antari und Rinoa und sah, wie sie mir zulächelten. Kurz darauf begab ich mich auf die Tribüne. Hoffentlich ruft sie die beiden auch gleich auf.

„Als nächstes Nakoa, Marea und Rinoa."

Ich konnte erkennen, wie Rin sich ebenfalls freute und eilig zu mir kam. Antari stand nun allein vor uns. Urmutter bitte...

„Und als letztes... Antari und Solai." Ja! Wir waren alle mit dabei. Ich schaute kurz zu Rin und sah, dass ihr ebenfalls ein Lächeln auf den Lippen lag. Wir würden alle zusammen nach Meridian gehen. Antari kam in Windeseile zu uns hinauf und schloss uns in eine Umarmung.

„Oh ihr wusstet gar nicht wie aufgeregt ich war. Ich dachte wirklich das wars, die beiden werden ohne dich gehen.", sagte sie.

„Ach Quatsch, ich wusste, dass du aufgerufen werden würdest." Rin strahlte über das ganze Gesicht.

„Aha und woher?", fragte ich und zog eine Braue in die Höhe.

„Sagen wir mal, es war mein Bauchgefühl.", sagte Rin und zwinkerte.

Wir lachten und gingen kurz darauf zu Sona. Sie erklärte uns, dass wir schon morgen früh aufbrechen würden und alles bis dahin vorbereiten sollten. Ich musste mich echt bändigen, um nicht vor allen anderen an die Decke zu springen. Ich konnte es kaum glauben.

Wir gehen nach Meridian.
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