Identity (Meta) Crisis II - Evolution

GeschichteDrama, Freundschaft / P18
Jessica Jones Kilgrave / Kevin Thompson OC (Own Character)
16.10.2019
09.11.2019
4
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Kapitel 4

##### 295 <<Zeb>>

Er seufzte. Sarah war klug und nicht auf den Kopf gefallen, natürlich hinterfragte sie alles. Er hätte es wissen müssen.

„Es ist ja nicht das erste Date, nur das erste richtige. Du hast jederzeit die Wahl selber zu entscheiden, was du tust und wann du gehst. Ich werde dich nicht zwingen zu bleiben. Versprochen!“

Jetzt war er es der ihre Hände nahm und sie festhielt. Seine Augen suchten ihre um zu prüfen ob sie auch wirklich zuhörte und verstand.

„Du hälst mich für redselig? Du solltest John sehen! Der hat um einiges mehr zu erzählen als ich, und er tut das auch bereitwillig und ausführlich. Und es ist keinesfalls uninteressant. Aber vor allem ist er nicht komisch, höchstens ein wenig speziell“

Zeb grinste, er hatte John ja auch oft genug als seltsam bezeichnet, da konnte er Sarah eigentlich nicht übelnehmen, dass sie John auf eine ähnliche Art wahrnahm. Vor allem da sie ihn kaum kannte.

Unterbrochen wurde er dann fürs erste vom Kellner, der ihnen das Essen brachte. Zeb bedankte sich, dann schickte er ihn wieder weg. Hatte er dem Personal gegenüber etwa wieder geschummelt oder war es eine normale Reaktion, dass besagter Kellner sich nicht mehr blicken ließ, um einige andere Gäste zu bedienen?

Zumindest sah der Fisch gut aus, er kannte besseres, aber für Schiff Standards musste das hier wohl Luxus sein. Er nahm ein paar Bissen, dann sah er wieder Sarah an.

„Du willst wissen, warum? Ganz einfach, eine absolut spontane Entscheidung. Wir haben das erste Schiff genommen und das war nun mal dieses. Also geht es jetzt nach Hawaii für John und mich. Ein bisschen Urlaub, einfach treiben lassen, ohne Ziel.

Wir sind Brüder im Geiste, und nicht biologisch verwand, aber ich würde ihn nie mehr als etwas anderes bezeichnen als meinen besten Freund und Bruder. Wir stehen uns sehr nahe, ich hätte mein Leben für ihn gegeben, wenn es nötig gewesen wäre, dabei kennen wir uns aus zeitlicher Betrachtung gerade mal eine Woche.

Er hat mir wirklich sehr geholfen und ich werde ihm dafür ewig dankbar sein. Aber wenn wir das ausführen landen wir ganz automatisch wieder in der Vergangenheit.“

Zeb musterte sie, sie war neugierig und versuchte mehr aus ihm herauszukriegen. Und die Fragen waren vermutlich keine typischen Fragen für ein erstes Date. Gut er war nicht gewöhnlich, aber das wusste Sarah ja nicht. Sie hielt ihn für einen netten, ziemlich mysteriösen britischen Gentleman mit einem Hauch Gefahr, und das fand sie anziehend.

„Reden wir lieber über dich…“, er stockte, shit er war hart an der Grenze zum Befehl entlanggeschrammt, also ergänzte er eilig und nachdrücklich ein „Wenn du das möchtest“

„Zum Beispiel… was tust du in deiner Freizeit? Ich hoffe du hast welche? Sonst muss ich wohl noch einmal mit deinem Chef sprechen“

##### 296 <<Sarah>>

Ziemlich kryptisch kam ihr diese Antwort daher, aber gut, fürs erste beschloss sie nun das so als Fakt stehen zu lassen. Wenn es ihr unheimlich, unangenehm oder sie sich auch sonst in irgendeiner Weise bedräng fühlte, dann würde sie gehen, aber daran glaubte Sarah erst gar nicht, dass dieser Umstand eintreten könnte.

Als er nun nach ihren Händen griff, zuckte sie zunächst, aber der Augenkontakt hob diese Reaktion sofort wieder auf. Das ging so einfach, der Kerl hatte wirklich etwas ganz Spezielles an sich und nicht nur, dass er offensichtlich Brite war, das waren doch manchmal fürchterliche Snobs… der hier nicht.

‚Zufall…? OK, wenn du das sagst, dann war es Zufall, obwohl bei dir so einiges äußerst merkwürdig ist und höchstwahrscheinlich auch war.‘ Sie lauschte weiter und stocherte doch recht ziellos in ihrem Salat herum.

‚Moment mal… da muss ich aber nachhaken, diese Ähnlichkeit ohne Verwandtschaft, das gibt es so nicht…!‘

„Ja, wir können schon uns über mich unterhalten, wenn du das ja auch möchtest…“, jetzt sollte eigentlich ein ‚aber‘ kommen, nur fiel ihr dieses kleine Wörtchen partout nicht ein, „…Ich, ahm, ich möchte nur noch was dazu sagen.“ Das war jetzt irgendwie komisch, solche Aussetzer waren nicht gerade gewöhnlich für sie, aber sie stellte das mal als ‚so war das eben mal‘ hinten an.

„Speziell, ja… so könnte man auch euch beide beschreiben, aber was dich angeht, so hast du eine ganz andere, vielleicht auch besondere Wirkung auf…“, sie zögerte bei den letzten Worten, sollte sie sich schon in der ersten Stunde so outen?

‚Tja, im Grunde hab ich das doch schon, also, dann sag es doch einfach wie es ist.‘

„…auf mich. Und überaus speziell ist auch der Umstand, dass ihr beide euch derartig ähnelt. Es ist in der Biologie nicht möglich, dass es einen solchen Zwilling gibt ohne dass ihr nicht irgendwie verwand seid! Als Krankenschwester lernt man nicht nur Spritzchen aufziehen! Der Salat schmeckt aber besser als üblich!“

Jetzt steckte sie sich aber sehr genüsslich den nächsten Bissen in den Mund. „Hmm, das ist doch echter Parma-Schinken, das schmecke ich sofort…!“

##### 297 <<Zeb>>

„… was dich angeht, so hast du eine ganz andere, vielleicht auch besondere Wirkung auf … mich“

Zeb ärgerte sich. Anscheinend hatte er wirklich irgendwas an sich… was Sarah zu gefallen schien. Zumindest belegte diese Aussage von ihr, dass es höchstwahrscheinlich keine Aktion von ihm war… es also nicht seine Schuld war, dass sie ihn so interessant fand. Das erleichterte ihn für einen kurzen Moment, allerdings nur bis ihm klar wurde, dass es an der Situation nichts änderte.

Außerdem hatte er sich mit der Erwähnung von John ein Eigentor geschossen. Eine Medizinern, na toll, warum hatte er nicht daran gedacht, dass sie sofort erkennen musste, dass das mit ihm und John nicht wirklich gewöhnlich war. Er hätte sie an dieser Stelle einfach anlügen sollen, behaupten sie seien Bruder. Als etwas anderes sah er den jungen Mann nicht. Aber er hatte Sarah nicht anlügen wollen, das schien ihm bei einem ersten Date, welches gerade für ihn einen besonderen Stellenwert hatte, nicht angebracht zu sein. Immerhin hatte er sich vorgenommen sich zu bemühen, seine Fähigkeiten nicht zu nutzen…und dann zu lügen, wäre irgendwie falsch. Dafür steckte er jetzt im Schlamassel.

„Tja, ich bin kein Mediziner. Ich kann das ebenfalls nicht erklären, nur sagen, was ich selber weiß. Ich hoffe das macht mich in ihren Augen nicht zu einem Lügner, denn das wäre sicher nicht förderlich für jegliche Art von Miteinander“

Dann sah er sie an. Sie lächelte und aß ihren Salat. Wie schön, wenn es ihr schmeckte. „Ja das Essen ist gut. Es gibt durchaus Besseres in manchen Hotels, aber ich denke da wir hier auf einem Schiff sind, darf man nicht mehr erwarten.“, kommentierte er und steckte sich das letzte Stück Fisch in den Mund, bevor er zur Beilage überging.

„Also… nun, wollen wir dann über dich reden? Dann bleibt es mir erspart etwas zu erzählen“, er lächelte vorsichtig, „Alles was ich erzählen könnte wäre kein geeignetes Thema… vor allem nicht zum Essen und kennenlernen. Aber wenn es sonst etwas gibt, ich bin Fragen gegenüber positiv eingestellt. Zum Kennenlernen gehört Offenheit auf beiden Seiten und ich werde versuchen alles so weit möglich zu beantworten.

Ansonsten, du hast mir noch gar nicht gesagt wie es mit der Freizeit aussieht? Hast du welche? Oder lässt der Doc dich schuften?“

##### 298 <<Sarah>>

‚Tja, wenn’s denn brenzlig wird, dann redet man über’s Essen oder Wetter.‘ Und dieser ganze Umstand machte die Situation immer interessanter, denn seltsamerweise klangen die Worte ziemlich ehrlich! Er dachte offensichtlich, dass sie wirklich keine Geschwister waren und war sich dessen sehr sicher! Aber sie waren hier auf einem Schiff und sie würde bestimmt noch die Gelegenheit bekommen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Sie lächelte sinnig als er mit dem Essen versuchte vom Thema abzulenken und im Moment ließ sie das auch zu. Fast zu… eine kleine Bemerkung konnte sie sich jedoch nicht verkneifen, „…ich könnte ja John fragen, was denn richtig ist!“

Ganz offensichtlich genoss sie Zebs Unsicherheit und verteilte klitzekleine Seitenhiebe.

„Ok…Dein Leben wäre für mich sicherlich aufregender, aber sei’s drum. Angefangen habe ich in New York, über einige Umwege von einigen kleineren Häusern wie eines in Muncie und einer privaten in Dallas bin ich dann nach San Diego gekommen. Und da war ich auch einige Jahre im Prebys Cardiovascular Institute, auf der Kinderstation… da war auch Jeff als Assistentsarzt zuerst… dann war er irgendwann Chef der Abteilung und… als er noch Assi war, da war ich noch recht und billig, dann hat er sich durchgeschlafen… er nahm sich so ziemlich alles und bekam dafür… Aids… sein Pech!“

Ja, das war so ziemlich immer die Reaktion auf diese Geschichte, alle, die sie hören waren im ersten Moment sehr erschrocken und sie konnte dem auch immer sofort kontern.

„Das war vor einem halben Jahr und keine Angst, ich bin nicht infiziert, garantiert, sonst dürfte ich nicht hier arbeiten. Ich hab mich hier beworben und die haben mich genommen… gut so. Hier muss ich vielleicht ein paar sonnenverbrannte Ärsche versorgen, Sonnenstiche und…“, jetzt grinste sie Zeb wieder an, „…und Seekranke. Es ist schon nicht so schlecht. Jedenfalls sehr viel besser als kleine Kinder beim Sterben begleiten zu müssen.“ Und auch nachdenklich konnte sie werden, waren ihre Gedanken jetzt doch bei so mancher armen Seele. Fast unmerklich schüttelte sie sich und lächelte Zeb mild an.

„Kleine Kinder… was ist dein Bruder für einer, er kommt mir irgendwie… wir ein erwachsenes Kind vor. Wenn du mir schon nichts von dir verrätst, dann vielleicht etwas von ihm… der ist ja auch… nicht minder seltsam!“
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