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Die Digiritter und die Liebe

von Jassy-22
GeschichteAllgemein / P16
Hikari "Kari" Yagami und Gatomon Takeru "T.K." Takaishi und Patamon
16.10.2019
12.01.2021
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16.10.2019 1.861
 
„Ich kann es immer noch nicht fassen, dass die Digiwelt und all die Abenteuer nun hinter uns liegen“, wandte sich Takeru an seine beste Freundin Hikari. Diese nickte traurig.
„Ich hab es auch noch nicht so richtig begriffen. Aber ich denke das braucht einfach seine Zeit.“
Die Beiden waren gerade auf dem Heimweg von der Schule als Kari stehen blieb und in den Himmel blickte.
„Ich hoffe nur Gatomon vergisst mich nicht.“
T.K. hob eine Hand und legte sie auf die Schulter von Kari. Sie blickte in sein liebevoll lächelndes Gesicht.
„So einen tollen Menschen wie dich kann man doch gar nicht vergessen.“
Kari wurde augenblicklich rot um die Nase. Schon seit der Digiwelt hatte sie das Gefühl, dass sie mehr zu Keru empfand als reine Freundschaft. Aber der Mut ihn darauf an zu sprechen fehlte ihr. Sie hatte Angst davor abgewiesen zu werden. Immerhin war er einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben, abgesehen von ihren Eltern und ihrem Bruder. Als sie in seine stahlblauen Augen blickte, konnte sie nicht anders und musste lächeln. Ihre Trauer über Gatomon und das Verlassen der Digiwelt war mit Einmal wie weggeblasen. Sie konnte nicht anders wenn sie Keru anblickte. Sie fühlte sich bei Keru einfach wohl und beschützt.
„Danke, du bist ein toller Freund, Keru.“
Liebevoll lächelte sie ihn an.
Er blickte fest in ihre braunen Augen.
„Ich bin nur ehrlich.“
Keiner von den Beiden wollte den Blick lösen. Kerus Herz klopfte wild in seiner Brust. Schon seit Längerem war ihm klar, dass er nicht mehr nur Karis bester Freund sein wollte. Er wollte so viel mehr. Doch die Angst sie durch seine Gefühle zu verjagen war viel zu groß. Doch mit jedem Tag den sie miteinander verbrachten, wuchs seine Sehnsucht nach ihr.
Seine Hand lag noch immer auf ihrer Schulter. Keiner der beiden machte Anstalten sich zu bewegen. Zu sehr genossen sie die Berührung und die Nähe des jeweils anderen. Vorsichtig ließ T.K. seinen Daumen in kleinen Kreisen auf ihrer Schulter hin und her streichen. In Kari breitete sich ein wohliges Gefühl aus.
„Hey ihr beiden! Hab ich euch gerade noch erwischt!“
Takeru und Hikaru fuhren schnell auseinander und drehten sich um. In der Ferne erkannten sie bereits Davis. T.K. seufzte genervt. Wieder einmal hatte Davis einen Moment zwischen ihm und Kari ruiniert. Der Junge hatte echt Talent für sowas. Im Gegensatz zu Takeru konnte Kari ihre Aggression über Davis Verhalten recht gut überspielen. Viel lieber wäre sie noch mit T.K. in dieser Position gestanden und hätte seine Nähe genossen. Obwohl sie sich oft sahen, waren diese Momente zwischen den Beiden immer etwas Besonderes.
Völlig außer Atem kam Davis bei den Beiden an.
„Gut, dass ich euch noch sehe.“
„Was gibt’s denn Davis?“, fragte Kari höflich.
„Nun ja, also, Kari, ich wollte dich was fragen.“
Skeptisch musterte T.K. den Braunhaarigen. Er war sich sicher darüber, was Davis fragen wollte und er war sich ebenso sicher wie die Antwort von Kari ausfallen würde. Es war nicht das Erste Mal, dass Davis Kari um ein Date bitten würde und Kari ihm einen Korb gab. Aber Davis hatte bislang noch nicht aufgegeben. Eifersucht schlich sich in Takeru hoch. Er wusste zwar mit 100 prozentiger Sicherheit, dass Kari nicht auf ein Date mit Davis gehen würde, doch alleine die Vorstellung trieb ihn beinahe zur Weißglut.
„Auf was wartest du denn Davis? Frag mich doch.“
Kari trug ein charmantes Lächeln auf den Lippen. Da würde doch jeder Kerl schwach werden.
„Ähm, eigentlich…wäre es mir lieber, wenn ich dich alleine fragen könnte.“
Davis richtete seinen Blick nach unten. Diese Aussage bestätigte T.K. nur in seiner Vermutung, dass Davis Kari um ein Date bitten wollte.
„Alles klar. Kari ich geh dann schon mal ein Stück vor.“
T.K. wandte den Beiden den Rücken zu und wollte gerade zum Gehen ansetzten, da spürte er eine Hand die seine packte. Er drehte sich um und blickte in das Gesicht von Kari.
„Keru, es wäre mir lieber, wenn du bleiben könntest.“
Sanft drückte Keru Karis Hand und nickte.
Kari wandte sich wieder an Davis.
„Davis, alles was du sagen willst, kannst du auch vor T.K. sagen. Wir haben keine Geheimnisse voreinander.“
T.K. hatte ihren Worten nur halbherzig gelauscht. Sein Blick war ihre verschränkten Hände gerichtet. Kari hatte seine Hand noch nicht losgelassen. Also standen sie nun Hand in Hand vor Davis.
Davis holte tief Luft.
„Also, Kari, ich wollte dich fragen, ob du morgen vielleicht mit mir essen gehen willst?“.
Davis setzte ein liebevolles Lächeln auf, das vermutlich etliche Mädchen um den Finger gewickelt hätte, aber eben nicht Kari.
Sie seufzte leise und kaum hörbar.
„Davis, ich weiß es wirklich zu schätzen, dass du mich um ein Treffen bittest.“
T.K. spürte wie Kari sanften Druck auf seine Hand ausübte.
„Und ich mag dich auch, sehr sogar. Aber als Freund. Und nicht auf romantische Art und Weise.“
Traurig ließ Davis seinen Kopf hängen. Kari hatte ihm bis jetzt immer abblitzen lassen. Doch sein Herz schmerzte jedes Mal wieder. Er hatte sich auf den ersten Blick in sie verliebt. Er wollte nicht einfach so aufgeben. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es ein anderes Mädchen gab, das genauso gut zu ihm passte wie Kari. Doch heute wollte er diese Antwort nicht einfach so hinnehmen.
„Warum?“
Davis richtete seinen Blick auf Kari.
„Wie? Was meinst du?“
„Deine Antwort, wenn ich dich ausführen will, sie ist jedes Mal die gleiche. Ich will endlich eine richtige Antwort: warum magst du mich nur als Freund?“
Kari und T.K. waren von Davis Frage sichtlich überrascht. So aufbrausend kannten sie ihren Freund nur wenn es um andere Menschen ging. Kari würde er niemals so fordernd ansprechen. Hatten sie zumindest bisher immer gedacht.
„Davis, so etwas muss keinen rationalen Grund haben…“, versuchte Kari anzusetzen, doch Davis unterbrach sie sofort.
„Komm mir bitte nicht mit irgendwelchen Ausreden. Wenn du mir immer wieder sagst, dass du mich nur als guten Freund magst, dann musst du mir auch sagen können, warum du dir mit mir nicht mehr als das vorstellen kannst.“
Kari starrte Davis mit großen Augen. Die Frage kam unerwartet. Doch überraschte es sie wirklich, dass er nach all der Zeit in der er sich um sie bemühte klare Antworten und Worte wollte. Eigentlich nicht. Sie hatte doch damit rechnen müssen, dass der Tag früher oder später kommen würde. Kari wusste dennoch nicht was sie ihm nun antworten könnte. Sie konnte doch nicht einfach jetzt die Bombe platzen lassen und sagen, dass sie unsterblich in T.K. verliebt sei.
„Es tut mir leid Davis. Aber ich habe einfach keine Gefühle für dich. Es wäre unfair dich immer wieder hinzuhalten, deshalb war ich von Anfang ehrlich zu dir.“
„Das ist keine ausreichende Antwort, Hikari.“
Kari zuckte leicht zusammen. Sie hatte gehofft sich so aus der Nummer rauswinden zu können. Dies schien aber offensichtlich danebengegangen zu sein.
„Davis“, ertönte Kerus Stimme ernst neben ihr „sei nicht gemein zu Kari. Was soll sie dir denn erklären. Was genau willst du hören. Niemand kann Gefühle beeinflussen. Niemand kann erklären warum man sich zu einem Menschen hingezogen fühlt und zu anderen wiederum nicht. Es steht nicht in unserer Gewalt.“
Kari wandte ihren Blick von Davis ab und blickte hoch und warf einen Blick auf T.K. Dieser hatte seinen Blick fest auf Davis gerichtet.
„Wir können nicht entscheiden wen wir lieben. Es passiert. Es passiert einfach so. Und manchmal bricht es uns das Herz. So wie dir eben. Aber es ist nicht Karis Schuld. Sie war so fair dir von Anfang an die Wahrheit zu sagen. Dass du nicht aufgeben wolltest, liegt alleine an dir. Du solltest dich lieber glücklich schätzen, dass sie immer noch mit dir befreundet sein will, obwohl du sie immer noch ständig um Dates bittest. Meinst du Kari fällt es nicht schwer dir jedes Mal abzusagen?“
Davis war sprachlos. So hatte er die ganze Sache noch nie betrachtet. Und augenblicklich tat es ihm leid. Auch dass er Kari so angegangen war. Sie konnte wirklich nichts für ihre Gefühle.
Kari derweil blickte immer noch Keru an. Seine Worte hatten sie sehr berührt. Er hatte sich so sehr für sie eingesetzt. Das war eines der Dinge die sie so an ihm schätzte.
Davis verbeugte sich vor Kari.
„Es tut mir leid, bitte verzeih mir Kari.“
„Ach, halb so wild Davis. Ich kann verstehen wie du dich fühlst. Lass uns doch einfach gute Freunde sein.“
Vorsichtig und widerwillig löste sie ihre Hand aus T.K.s und reichte sie Davis. Dieser nahm ihre Hand und drückte sie sanft.
„Danke Kari.“
Verlegen kratzte sich Davis am Hinterkopf. Er blickte auf seine Uhr.
„Mist, ich hab ja noch Fußballtraining.“
Davis drehte sich um und machte sich schnellen Schrittes auf den Weg.
„Bis morgen!“, schrie er den beiden noch nach, dann war er auch schon aus Kerus und Karis Sichtfeld verschwunden.
„Puh, na das war was.“, lachte T.K. in der Hoffnung die Stimmung auf zu heitern.
Kari drehte sich zu ihm um und musterte ihn eindringlich.
„Wieso hast du das getan?“
T.K. verstummte.
„Wieso hast du mich so verteidigt?“
Keru schluckte schwer.
„Weil du es nicht verdient hast, dass man so mit dir spricht. Niemand hat das Recht dazu. Du bist ein wundervoller Mensch. Du würdest niemals absichtlich jemandem weh tun“
Langsam schritt Kari auf T.K. zu. Als sie endlich vor ihm stand schlang sie ihre Arme um ihn.
„Danke.“, murmelte sie an T.K.s Brust.
Dieser begann zu lächeln und legte seine Arme ebenfalls um Kari.
„Das ist doch selbstverständlich, Hikari.“
Eine ganze Weile standen beide so da. Arm in Arm. Kari lauschte dem Herzschlag von T.K. genoss seine Nähe sichtlich. T.K. strich sanft mit seinen Händen über ihren Rücken. Die Stille wurde jäh ein zweites Mal unterbrochen als T.K.s Handy klingelte. Sehr zu seinem Leidwesen musste er Kari los lassen. Diese blieb jedoch dicht bei ihm stehen und sah ihm mit einem Grinsen auf den Lippen beim Telefonieren zu.
„Ja, hallo?“
„T.K.? Ich bin’s Matt.“
„Oh, hallo Matt.“
„Sag mal, wo steckst du denn? Du wolltest uns doch heute beim Aufbauen helfen.“
„Verdammt, stimmt. Hab ich total vergessen! Ich bin auf dem Weg, bis gleich.“
Schnell steckte T.K. sein Handy weg.
„Du musst schon weg?“
Kari versuchte den traurigen Unterton in ihrer Stimme zu verstecken.
„Ja, ich habe Matt versprochen, dass ich ihm und seiner Band heute beim Aufbauen helfe. Sie spielen ja heute im Womb.“
Kari nickte verständnisvoll.
„Komm doch auch vorbei wenn du Lust hast. Ich kann sicher noch was drehen und dich auf die Gästeliste setzen.“
„Ach T.K., ich weiß nicht. Morgen ist doch Schule.“
„Hab dich nicht so, ich zähl auf dich. Bis dann!“
Und schon war T.K. losgerannt.
Kari seufzte laut aus. Na, das konnte heute Abend noch was werden. Sofern sie sich erinnerte war ihr Bruder Tai auch eingeladen. Einerseits hatte sie keine Lust auszugehen, vor allem weil sie morgen für die Schule fit sein wollte. Andererseits wollte sie sich die Chance auf einen ausgelassenen Abend mit T.K. nicht entgehen lassen. Immerhin hatte er sie eingeladen.
Kurzerhand fällte sie ihr Urteil.
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