They´ll never be bad to you

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Borussia Dortmund Die deutsche Nationalmannschaft OC (Own Character)
16.10.2019
04.12.2019
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Hallo :)
Ich danke für die Rückmeldung, drei Reviews :) Freut mich, dass einige von euch wieder dabei sind :) Nun will ich euch gar nicht länger warten lassen. Jarkko und Robert, alleine, in den Räumen des Vereins. Ob das so eine gute Idee ist?


Kapitel 2

Jarkko:

Na toll! Jetzt musste ich morgen früh noch mit Robert durch das Gebäude gehen und ihm alles erklären. Dann auch noch allein! Allein mit ihm! Mit meiner ersten großen Liebe! Wie sollte das gut gehen? Ich straffte mich, die Schultern nach hinten, Brust raus und ging mit erhobenem Kinn auf ihn zu.
"Morgen um 9:30 Uhr bist du da." legte ich fest.
Um zehn begann das Training und ich hatte einfach keine Lust, eine ganze Stunde vorher mit Robert zu verbringen. Eigentlich wollte ich gar keine einzige Minute mit ihm allein verbringen.
"Der Trainer meinte doch eine Stunde eher." kam sofort die Antwort.
Natürlich, er war immer noch der brave Musterschüler.

"Das reicht, viel gibt es nicht zu sagen."
Meine Stimme klang nicht ganz so hart, wie ich es mir wünschte, dafür schlug mein Herz verdammt schnell und ich nahm seinen unwiderstehlichen Duft wahr. Seine Gegenwart ließ mich wahnsinnig werden. Ohne auf eine Antwort von Robert zu warten, ging ich aus der Kabine. Duschen konnte ich zuhause. Da war ich wenigstens nicht in seiner Nähe. Ich wollte nicht wissen, was passierte, sollte er nackt unter der Dusche neben mir stehen. Zu sehen, wie warme Wasser über seinen Körper lief und er sich einseifte. Stopp! Ich musste den Gedanken irgendwie los werden, denn meine Fantasie produzierte reichlich Bilder und diese ließen mich nicht ganz kalt.

Das durfte doch nicht wahr sein! Wütend schlug ich gegen mein Lenkrad. Ich dachte an Robert unter der Dusche und schon erregte sich mein Schwanz. Nachdem ich tief durchgeatmet hatte, startete ich den Wagen und fuhr nach Hause. Dort angekommen ging ich ins Schlafzimmer. Auf dem Schrank bewahrte ich einen Karton auf dem Schrank. In diesem Karton waren zwei drei Kinder Bücher, ein Kuscheltier von früher und alte Sachen aus meiner Kindheit. Außerdem noch ein kleines Kästchen. Dieses war abgeschlossen, den Schlüssel hatte ich gut versteckt. Mit zitternden Händen öffnete ich es. Darin waren einige Dinge enthalten, wie zum Beispiel ein Foto und ein Stück Geschenkpapier, in welches Robert mein Weihnachtsgeschenk gewickelt hatte. Selbstverständlich auch die wunderschöne, weiße Muschel, die ich ihm damals aus dem Urlaub mitbringen sollte.

Wie er mich damals einfach angelogen hatte! Ich wusste nicht, ob ich ihm das je verzeihen konnte. Außerdem, was wollte er nun bei meiner Mannschaft? In meiner Stadt? Er hätte doch überall hin wechseln können. Kam er wegen mir zurück? Bedeutete ich Robert doch mehr, als ich vermutete? Mit einem leisen Seufzen schloss ich die Schachtel. Wollte ich ihm überhaupt verzeihen? Ja, eigentlich schon. Um ehrlich zu sein, mein Herz klopfte ganz naiv in meiner Brust und ich konnte es nicht verhindern, wie meine Gedanken dazu übergingen, mir vorzustellen, wieder eine Beziehung mit Robert zu führen.

Wir hätten es schön, definitiv. Gemeinsam aufwachen, in den Armen des anderen. Verliebte Blicke beim Frühstück. Der gleiche Job, da konnten wir gemeinsam los und würden meistens gleich nach Hause kommen. Die gleichen, freien Tage, die man so vollständig nutzen konnte. Aber nein, es ging nicht! Ich sollte mit den Gedanken aufhören. Ich durfte das nicht denken. Ich stand auf, verstaute die Sachen wieder und ging unter die Dusche. Das Wasser drehte ich kalt auf, meine Gedanken mussten klar werden. Tatsächlich schlief ich in der Nacht richtig gut und als am nächsten Morgen der Wecker klingelte, fühlte ich mich erholt. Auch wenn mir gleich ein schwerer Schritt bevorstand. Ich musste Robert das Gelände zeigen. Aber erst würde ich kräftig frühstücken.

Als ich mit meinem Auto auf den Parkplatz fuhr, stand er schon da. Lässig lehnte Robert an seinem Wagen. Er trug eine dunkle Jeans, die verboten tief saß und ein beiges Oberteil. Eine große, verspiegelte Sonnenbrille verbarg sein Gesicht, aber ich war mir sicher, dass mich seine Augen musterten. Ich schnappte meine Tasche und stieg aus.
"Guten Morgen Jarkko." begrüßte er mich.
Ich nickte nur. Schweigend lief ich zum Eingang, Robert folgte mir.
"Die Kabine kennst du ja schon." begann ich.

"Ich hatte kurzzeitig Angst, dass du nicht kommst."
Robert klang leise, seine Stimme gebrechlich. Was sollte das? Ich versuchte, mich davon nicht beeinflussen zu lassen.
"Der Trainer hat mich immerhin dazu verdonnert, also mache ich das auch. Hier entlang."
Ich lief wieder vorne weg. Hauptsache keinen Augenkontakt. Er sollte denken, dass ich das nur machte, weil ich pflichtbewusst war. Und nicht wegen ihm. Was ich ja eh nicht tat. Oder doch?
"Jetzt warte mal!" rief Robert mir hinterher.
"Dort ist die Abteilung der Geschäftsstelle." fuhr ich fort, ohne auf ihn zu reagieren.
Ja nicht ablenken lassen, ihm keine Möglichkeit geben, mit mir zu reden. Wie sollte ich mich bei den blauen Augen auf seine Worte konzentrieren?

"Und links neben uns geht es zu den Fitness Räumen."
Ich durchquerte mit schnellen Schritten den langen Gang.
"Wir müssen reden, Jarkko!"
Ich blieb stehen. Das Herz schlug heftig in meiner Brust, aber äußerlich wollte ich Robert zeigen, dass ich cool war. Er war dicht hinter mir, sein Deo stieg in meine Nase und irgendwie kam mir der Duft vertraut vor. Schwer schluckte ich, mein Mund war mit einem Mal ganz trocken.
"Reden?" krächzte ich.
Nachdem ich mich zwei Mal räusperte, versuchte ich es erneut mit dem Sprechen.

"Worüber willst du denn reden?"
Robert senkte den Kopf, er sah ganz schuldig aus.
"Über damals?"
Es klang mehr wie eine Frage, als wie eine Aussage. Wütend schnaubte ich. Dachte er, das ginge einfach so leicht?
"Da gibt es nichts mehr zu bereden."
Ich ging davon, doch er packte mich und drückte mich gegen die Wand. Erst hielt Robert meine Hände fest, aber als er merkte, dass ich mich nicht zur Wehr setzte, ließ er diese los, stattdessen stützte er sich links und rechts von mir ab.

Er war mir viel zu nah. Und ich hatte Angst, dass er hörte, wie schnell mein Herz klopfte. Das Blau seiner Augen funkelte mir entgegen und ich versank einen Moment da drin.
"Doch! Du willst sicherlich Antworten. Wieso ich damals nichts gesagt habe und einfach verschwunden bin. Verdammt Jarkko! Wir waren immerhin zusammen! Glücklich."
Ich sah für einen kurzen Augenblick Schmerz in seinen Augen glänzen und senkte den Blick.
"Ich verstehe, dass du mich hasst. Aber wir können das doch nicht einfach so vergessen. So tun, als wären wir uns nie begegnet. Es tat mir gestern weh, als du vor dem Trainer gelogen hast. Du bist mir nicht egal. Bitte lass uns das klären."

Ich schwieg, antwortete nicht. Ich wusste, dass nichts sinnvolles aus mir gekommen wäre.
"Jarkko, bitte! Ich kann dir doch nicht egal sein. Nicht nachdem, was wir erlebt haben."
Ich konnte in diesem Moment nicht reagieren. Auch wenn ich es nicht wollte, ich war drauf und dran mich wieder in Robert zu verlieben. Und genau das durfte nicht passieren.
"Bitte sag was!" flehte er mich an und wich zwei Schritte zurück.
Die Lücke, die zwischen uns entstand, war mir irgendwie unangenehm, denn es fühlte sich kalt und leer an.
"Alles Gute zum Geburtstag Robert." murmelte ich nur.
So schnell ich konnte, drehte ich mich um und rannte weg.

Weg von Robert und von allem. Ich war ihm nicht egal. Und er mir auch nicht. Verdammt!
"Du weißt es noch! Ich bin dir also nicht egal!" hörte ich, wie Robert mir noch hinterherrief.
Nein, das war er nicht. Aber ich konnte und wollte aktuell nicht darüber sprechen. Brauchte mehr Zeit. Um mir und meinen Gedanken klar zu werden und um noch einiges zu klären. Das ging nicht einfach so. In der Kabine angekommen, zog ich mich schnell um. Robert kam zusammen mit Mats herein.
"Wolltest du Robert nicht das Gebäude zeigen?" fragte er sofort.
"Das hat Jarkko gemacht." antwortete Robert ihm, bevor ich zum Sprechen ansetzen konnte.

Also nickte ich nur stumm. Beim Training ging heute alles schief, was schief gehen konnte. Egal, welche Übung, ob leicht oder schwer, mir misslang alles. Ich traf nicht den Ball, sondern den Spieler. Wenn ich überhaupt mal was traf. Aber einmal, da haute ich Mats volle Kanne um. Zum Glück stand er gleich wieder, schien keine Blessuren davon zu tragen. Der Trainer ließ uns auch alle nach dem Training zusammenkommen.
"Gutes Training. Bis auf eine Ausnahme. Jarkko, das war katastrophal! So kann ich dich morgen nicht spielen lassen."
Enttäuscht blickte ich zu Boden.
"Das können sie nicht machen!" rief Robert in die Menge.

Alle sahen sofort zu ihm und er bekam rote Flecken im Gesicht.
"Jarkko, er ähm ja. Er hat sich auf das Spiel gefreut, hat er mir vorhin erzählt."
Ich nickte nur stumm.
"Aha okay. Ich werde eine Nacht drüber schlafen. Na dann, ab mit euch."
Auf dem Weg in die Kabine gesellte sich Mats zu mir.
"Was soll das?"
"Was soll was?" fragte ich.

Er hielt mich fest und wir stellten uns etwas abseits hin. Nicht jeder musste unser Gespräch belauschen.
"Stell dich nicht so dämlich an. Du hast heute gespielt, als hättest du noch nie einen Ball gesehen. Was ist los?"
Ich wusste nicht, wie ich antworten sollte.
"Robert hat heute Geburtstag." rutschte mir heraus.
"Und was hat das eine mit dem anderen zu tun?"

Mats blieb fassungslos stehen.
"Nichts. Ich meine ja nur. Vielleicht kannst du heute noch einen trinken gehen mit ihm. Ich kann nicht. Hab was vor. Und muss auch was klären."
Sofort nickte er verständnisvoll.
"Private Probleme zuhause?"
"Ja genau. Es tut mir leid. Ich wollte dich heute im Training auch nicht treten."
Sanft lächelte er mich an.

"Ist schon okay. Heute war ja nur Training. Aber morgen muss das klappen. Haben wir uns verstanden?"
Ich nickte schnell.
"Okay. Dann frag ich Robert gleich mal. Du hättest das doch vorhin schon mal sagen können."
"Er mag es nicht, im Mittelpunkt zu stehen. Und seinen Geburtstag hat er mir auch verschwiegen damals."
"Ich dachte, wir ihr kennt euch nicht?"
Traurig sah ich ihn an.

"Das tun wir auch nicht. Ich habe keine Ahnung, was Robert in den letzten fünf Jahren getan hat."
Ohne eine Antwort abzuwarten, ging ich in dir Kabine. Den ganzen Abend telefonierte ich, konnte mich aber nicht wirklich auf das Gespräch konzentrieren. Ob Robert mit Mats in eine Bar ging? Oder in eine Disko? Tanzten die beiden eventuell? Und war Robert umgeben von lauter hübschen Frauen? Oder Kerlen? Vielleicht war es ihm mittlerweile auch egal, was er fickte, hauptsache er konnte überhaupt. Wer sagte mir denn, dass er Single war? Na toll. Jetzt dachte ich den ganzen Abend wieder nur an ihn. Da hätten wir uns auch gleich verabreden können. Wäre vermutlich auch besser gewesen.

Kam ich mir schlecht vor, bei dem Gedanken? Blöderweise nicht mal im Ansatz. Na toll. Danke Robert, dass ich so ein Arschloch war. Doch tatsächlich schlief ich trotz meines schlimmen Charakters Recht gut. Am nächsten Morgen war ich erholt und ausgeruht. Vielleicht würde das heute ein guter Tag werden. Ich hatte so ein Kribbeln im Bauch, was sehr vielversprechend war. Voraussetzung war natürlich, dass der Trainer mich aufstellte. Nachdem ich ihm hoch und heilig versprochen hatte, dass meine privaten Probleme auf dem Spielfeld nichts zu suchen hatten und ich gut in Form war, nickte er.
"Aber Jarkko?"

"Ja?"
"Ich mach das nur, weil es ein Testspiel ist und ich schauen möchte, ob du mit Robert immer noch so harmonierst, wie damals in der Jugend."
Sofort bekam ich rote Wangen.
"Keine Ahnung, das werden wir sehen."
Robert spielte also auch. Und das, obwohl er noch nicht mal ein Trainingsspiel mit uns hatte. Da vertraute ihm der Trainer vermutlich. Und viel zu verlieren gab es eh nicht. Robert nahm die Nachricht auch freudig auf, zumindest strahlte er ganz begeistert in der Kabine.

Ich war schon umgezogen, saß abseits auf der Bank und beobachtete ihn, wie er sich mit Mats und Kuba unterhielt. Dieser kam doch auch aus Polen, oder? Kannten die beiden sich sogar? Ich wusste es nicht. Wenig später ging es auf das Feld raus. Der Gegner sah uns fast ehrwürdig an. Anscheinend löste allein unsere Anwesenheit großen Respekt aus. Die ersten fünf Minuten ging der Ball locker hin und her. Ich spielte grade nach vorne. Marcel gab mir ein Zeichen, dass ich zu ihm passen sollte. Doch das sah vermutlich auch der eine Gegner. Ihm wiederum fiel nicht auf, dass Robert sich in die eine Ecke geschlichen hatte. Also passte ich ihm zu, ohne weiter darüber nachzudenken. Robert leitete den Ball sofort weiter und Tor! 1:0 für uns!

Freudig grinsend lief ich auf ihn zu. Mein Herz schlug dabei bis zum Hals. Eigentlich war ich ja sauer, aber immerhin konnte ich jetzt nicht einfach nur dumm dastehen. Wir waren in der Öffentlichkeit und wie hatte ich dem Trainer versprochen? Keine privaten Konflikte auf dem Feld. Robert kam auch auf mich zu. Doch wenige Zentimeter vor mir stockte er. Seine blauen Augen sahen mich direkt er, er war unsicher, wusste nicht, was zu tun ist. Die Entscheidung nahm uns dankender Weise Sven ab, der gegen mich prallte und so direkt in die Arme von Robert schubste. Meine Nase lag direkt an seiner Halsbeuge und ich nahm ihn mit allen Sinnen wahr. Sein Duft umnebelte mich und ich war kurzzeitig wie gelähmt. Da sein Oberkörper gegen meinen gepresst war, spürte ich sein Herz klopfen. Und es schlug schneller, als es eigentlich sollte.

Da wir noch nicht viel gerannt waren, konnte das also nichts mit seiner Kondition zu tun haben. War ich etwa der Auslöser für dieses Herzklopfen? Hatte Robert noch Gefühle für mich? Auch wenn ich mir eher die Zunge abbeißen würde, als das zu zugeben, ich fühlte mich so in seinen Armen richtig wohl.

Na, irgendwie klappt das ja nicht so mit dem Hassen von Robert, wie sich das Jarkko vorgestellt hat. Seine Mauern bröckeln ganz schön in der Gegenwart von Robert. Und auf dem Spielfeld harmonieren sie dann auch noch so klasse.
Ich freue mich, wie immer, sehr über Feedback und wünsche einen schönen Tag :)
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