They´ll never be bad to you

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Borussia Dortmund Die deutsche Nationalmannschaft OC (Own Character)
16.10.2019
14.11.2019
5
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Hallo :)
Es geht weiter mit Robert und Jarkko. Teil I sollte man gelesen haben, um die Handlung zu verstehen. Die Handlung ist natürlich frei erfunden, ich verdiene hiermit kein Geld und möchte auch niemandem schaden.
Ich habe eine eigene Zeitleiste erstellt und somit mir den Kader, die Spiele des BVB und andere Ereignisse so zurechtgebogen, dass es in meine Handlung passt.
Außerdem hatte die Geschichte ursprünglich doppelt so viele Kapitel, weswegen ich immer zwei zu einem zusammenfasste. Sollte euch manchmal die Handlung etwas rasant vorkommen, liegt es an der Tatsache, dass das Projekt wirklich groß ist und ich mich eigentlich nicht über Jahre damit beschäftigen möchte. Gepostet wird wie gehabt immer mittwochs. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Ich wünsche ganz viel Spaß. Vorhang auf für Jarkko :)


Kapitel 1

Jarkko:

Viel zu früh klingelte der Wecker. Ich fuhr mir durch das Gesicht und stöhnte leise. Nachdem ich den Wecker ausgeschaltet hatte, drehte ich sofort mein Radio laut, damit ich nicht wieder ins Land der Träume versank. Die Nacht war viel zu kurz gewesen. Missmutig stand ich auf, um Zähne zu putzen. Wieso? Ich war 21 Jahre, Profispieler bei Dortmund und auf dem Weg in die deutsche Nationalmannschaft. Da sollte mich so etwas nicht umhauen. Tat es aber! Gestern, nach dem Training hatte ich noch kurz was mit Mats besprochen und kam deswegen erst ein paar Minuten später in die Kabine und dementsprechend zum Auto. Und da sah ich einen Kerl, groß, dunkle Haare und Sonnenbrille, der mich sofort an Robert erinnerte.

Robert, meine erste und vermutlich auch einzige Liebe. Ich hatte mich nicht mehr getraut, auf einen Kerl einzulassen. Grade nun, wo es um meine Karriere ging, wollte ich jegliche Faktoren, die einen negativen Einfluss darauf haben könnten, eliminieren. Die Beziehung zu Robert hatte mir außerdem verdeutlicht, dass ich Menschen nicht trauen sollte. Sie würden mich eh am Ende nur wieder verletzen. Nach dem Frühstück fuhr ich zum Trainingsgelände. Das Auto von Mats stand schon da, natürlich. Er war in Sachen Fußball noch pünktlicher als ich. Geschickt fuhr ich in die Lücke neben ihm. Meine Laune war noch nicht wirklich besser. Im Rückspiegel überprüfte ich meine Frisur. Dann zwang ich mir ein Lächeln auf die Lippen. Das misslang jedoch und ich sah dabei so dämlich aus, dass ich tatsächlich ehrlich grinsen musste.

Na also, ging doch. Ich stieg aus, schnappte mir meine Tasche und betrat das Gebäude. Mats saß schon in der Kabine.
"Du hast gestern was verpasst." kam sofort der Vorwurf von ihm.
Gestern wurde wohl irgendein neuer Spieler vorgestellt. Solche Veranstaltungen interessieren mich nicht. Ich wollte vorher auch nie was über diese Leute wissen. Wollte sie ganz neutral kennen lernen und mir dann selbst ein Urteil machen, ohne durch irgendwelche hetzerischen Artikel gewisser Zeitungen beeinflusst zu werden. So auch diesmal.
"Aktuell läuft doch eh die PK und dann stößt er mit zum Training. Da lerne ich ihn ja kennen." meinte ich nur.

Mats sah mich neugierig an.
"Wieso machst du das immer? Also ich lese ja alle möglichen Medien, um mich umfassend zu informieren."
"Schön für dich!"
Genervt ließ ich meine Klamotten auf die Bank fallen, zog mein Trikot über, dann stieg ich in die Hose.
"Du darfst dich bald übrigens nicht mehr so breit machen, denn R..."
"Nein! Nicht spoilern!" unterbrach ich ihn.
"Okay ist ja gut."

Abwehrend hob er die Hände.
"Der Neue, dann nennen wir ihn ebenso, bekommt den Spind neben dir. Und die Nummer 9."
Ich schluckte hart. Die Nummer 9 hatte Robert gehört. Weder in der B-Jugend, noch in der A-Jugend gab es jemand mit dieser Rückennummer. Aber vielleicht war es gut, wenn sie der Neue nun trug. So würde ich ihn vielleicht vergessen. Seit fünf Jahren quälte ich mich immer noch mit ihm rum. Hatte natürlich auch bei sozialen Netzwerken gesucht. Nichts. Ich wusste nicht mal, ob Robert überhaupt noch lebte. Und eigentlich sollte es mir egal sein. Entschlossen band ich die Schuhe zu und ließ mich auf der Bank sinken.

"Jarkko! Das ist jetzt nicht mehr auch dein Platz, sondern der von Robert."
Vermutlich wich mir in diesem Moment das komplette Blut aus dem Gesicht.
"Robert?" krächzte ich.
Meine Stimme war kaum hörbar, mein Mund trocken. Dafür schlug mir das Herz bis zum Hals und ich hörte mein Blut in den Ohren rauschen. Konnte das wahr sein?
"Robert?" wiederholte Ich fassungslos.
Es klang komisch aus meinem Mund, diesen Namen wieder zu sprechen kostete mir auch etwas Überwindung. Vermutlich, weil ich es seit mehreren Jahren nicht mehr getan hatte.

Doch komischer Weise klappte es ganz gut und klang auch recht normal.
"Ja Robert Lewandowski, falls du es genau wissen willst. Jarkko, was ist denn mit dir los?"
Der Schweiß brach aus allen meinen Poren. Das konnte nicht wahr sein! Durfte nicht wahr sein!
"Robert Lewandowski" wiederholte Ich leise.
"Ja?" erklang mit einem Mal eine Stimme, die ich schon oft gehört hatte.
Ruckartig drehte ich mich um. Da stand er und sah verdammt nochmal gut aus. Irgendwie wie früher, nur noch besser. Er war logischer Weise älter geworden, reifer, männlicher.

Mein Herz setzte eins zwei Takte aus. Dafür bewegten sich meine Füße auf Robert zu. Nicht direkt auf ihn, aber in seine Richtung, zur Tür. Ich musste aus diesem Raum raus. Was tat Robert hier? Ich rannte auf die Toilette, schloss mich in einer Kabine ein und sank schwach auf den Deckel. Ich war dabei, ihn zu vergessen, wieder ein Leben ohne ihn zu führen. Und nun stand er vor mir. Einfach so. Was machte mein Körper? Er spielte verrückt. Benahm sich wie damals, als ich 15 Jahre alt und zum ersten Mal so richtig verknallt war. Ehrlich gesagt, zum einzigen Mal. Seitdem hatte mich nie ein Mann oder eine Frau so in den Bann gezogen. Jetzt kamen die ganzen Gefühle zurück. Das Herzklopfen, der trockene Mund, als ich ihn gesehen hatte. Meine Hände waren Schweißnass und ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper.

Durch meinen Kopf schoss Szenen aus der vergangenen Zeit. Wir wie lachten, wie wir gemeinsam im Wagen waren, den Pokal im Fußball gewonnen hatten. Momente des Glücks. Aber auch der Trauer. Eine eisige Hand schloss sich um mein Herz und erinnerte mich daran, wie sehr ich gelitten hatte. Das durfte doch nicht wahr sein. Wütend schlug ich gegen die Tür. Ich war 21, Profispieler bei Borussia Dortmund und auf dem Weg in die Nationalmannschaft.
"Jarkko, reiß dich zusammen." mahnte ich mich laut.
Mit Robert und diesen ganzen dämlichen Gefühlen würde jetzt Schluss sein. Endgültig! Ich atmete tief durch, richtete mich grade auf und verließ die Kabine. Am Waschbecken angekommen, sah ich in den Spiegel.

"Es ist vorbei." wiederholte ich laut.
Meine Stimme klang brüchig, wenig überzeugend. Also räusperte ich mich. Dann atmete ich erneut tief durch und verließ die Toilette. Bis zum Training dauerte es nicht mehr lange und da ich eh schon umgezogen war, ging ich nicht wieder in die Kabine zurück, sondern lief direkt nach draußen auf den Rasen. Doch da stand schon Robert und spielte mit einem Ball. Na toll! Warum konnte er nicht einfach die paar Minuten noch in der Kabine bleiben? Wie, verdammt nochmal, sollte das weiter gehen? Mir wurde bewusst, dass ich nun so gut wie jeden Tag mit Robert verbringen würde. Ich beschloss, ihn gegenüber unfreundlich und abweisend zu sein. Sollte er sich andere Freunde suchen.

Er hatte mich damals nicht gewollt und nun wollte ich ihn nicht mehr.

Robert:

Jarkko schaffte es, den Sprung in die A-Jugend erfolgreich zu meistern und galt laut einiger Quellen und Experten als Nachwuchstalent. Und tatsächlich schlug er beim BVB ein wie eine Bombe. Er stand kurz vor der Aufnahme in die deutsche Nationalmannschaft. Jung, talentiert und schön. Was wollte man mehr? Ob er eine Freundin hatte, konnte mir Google jedoch nicht sagen. Über mich fand man jedoch keinen einzigen Artikel, welcher in Deutsch verfasst war. Aber wer sollte aus Deutschland mich schon suchen? Jarkko? Ich wusste es nicht. Hatte er mich mittlerweile vergessen? Vermutlich. War es ihm zu verübeln? Definitiv nicht. Meine Aktion hatte ihm vermutlich das Herz gebrochen. Aber mir doch auch! Ich litt nicht nur unter dem Tod von meinem Vater, sondern auch unter der Trennung von Jarkko.

Nächtelang heulte ich mir die Augen aus. Innerhalb wenigen Tagen hatte ich zwei der wichtigsten Menschen verloren. Milena war da für mich, wir stützten uns irgendwie gegenseitig. Auch Kamil kam wieder und wieder angekrochen. Irgendwann gab ich nach. Ich hatte keine Kraft, mich gegen ihn zu wehren und außerdem, ich war auch einsam. Einsamer als je zuvor. Trotzdem vertraute ich ihm nicht. Wir hingen zusammen ab, redeten über belangloses Zeug, mehr nicht. Natürlich wollte er wissen, ob ich eine Beziehung hatte. Deswegen log ich und erzählte von Julia. Aber auch davon, dass es keinen Sinn mehr hatte, da ich ja schon mal erleben durfte, wie eine Fernbeziehung Dank gewisser untreuer Menschen kaputt ging. Nach der Schule brach der Kontakt jedoch ab. Ich zog nach Warschau und wurde Fußballer. Nach einigen Stationen sogar in der ersten Liga.

Doch ich wollte weg, weg aus Polen und zurück nach Deutschland. In diesem Land fühlte ich mich wohl. Tatsächlich kamen zwei Angebote. Eins vom BVB und eins vom FCB. Auch wenn mir mein Berater die Bayern empfohlen hatte, entschied ich mich für Dortmund. Für Jarkko. Meinem Vater hatte ich zwar versprochen, irgendwann das Bayern Trikot zu tragen, aber da war noch Zeit. Mein Herz sagte mir, dass ich unbedingt zurückmusste, zurück nach Dortmund. Zu Jarkko. Auch längerfristig schien das eine sinnvolle Entscheidung. Langsam heranwachsen, mich bekannt machen. Und dann durchstarten. So lautete der Plan. Also suchte ich eine Wohnung, zog um. Ob Jarkko wusste, dass ich wieder da war? Ich ging zwei Tage vor dem ersten Training zu seinem Haus. Blieb im Wagen davorstehen, sah eine Weile das Gebäude an. Erinnerungen kamen in mir hoch. Ob Jarkko sich freuen würde? Konnten wir eventuell da weiter machen, wo wir aufgehört hatten?

Für diese naiven Gedanken hasste ich mich selbst. Aber ich musste das einfach mit ihm klären. Wenigstens uns ausreden. Vielleicht konnten wir ja wieder Freunde werden. Kumpels, mehr konnte ich nach meinem Verhalten nicht erwarten. Dann war es so weit. Ich betrat die Kabine von Borussia Dortmund und hörte, wie Jarkko meinen Namen sagte.
"Ja?"
Er drehte sich um und sah mir entsetzt in die Augen. Sein Blick war panisch, aber auch voller Ablehnung. Er sah gut aus. Erwachsener, männlicher, attraktiver. Doch er lief einfach aus dem Raum.
"Okay. Ich habe keine Ahnung, was mir Jarkko los ist, aber ich muss mich für sein Verhalten bei dir entschuldigen. Normalerweise ist er ganz cool." sprach mich ein anderer Fußballer an.

Mats war sein Name, vermutete ich. Zumindest hatte ich ihn gestern noch kennengelernt.
"Mach dir keinen Kopf deswegen." murmelte ich nur.
"Also, hier ist dein Spind. Direkt neben Jarkko. Er breitet sich manchmal etwas aus. Schieb ihn einfach weg, wenn er dir zu nahekommt."
Mats lachte ich auch ich Zwang mir ein Lächeln ins Gesicht. Definitiv würde ich Jarkko nicht wegschieben, sollte er mir je wieder nahe sein. Eher im Gegenteil. Ich würde es mir sogar wünschen.

Ich zog mich schnell um, dann ging ich nach draußen. Dort lag ein Ball und ich konnte nicht anders, musste bisschen kicken. Als mir der Ball wegsprang, sah ich, dass Jarkko hinter mir stand und mich beobachtete.
"Hey." murmelte ich leise.
Ich sah ihn kurz an, doch als ich die Abneigung und den Hass in seinen Augen sah, senkte ich schnell wieder den Blick. Jarkko antwortete nicht. Mats kam auf den Platz, dann auch die restliche Mannschaft. Manche kannte ich schon von gestern und begrüßte sie. Unser Trainer stieß wenig später dazu.

"Guten Morgen. Einige von euch haben ihn ja gestern schon gesehen, den anderen möchte ich unseren neuen Spieler vorstellen. Das ist Robert Lewandowski."
Ich nickte schüchtern. Noch immer hasste ich solche Momente. Es erinnerte mich an den Moment vor fünf Jahren, als ich in der Klasse vorgestellt wurde. Damals war Jarkko der einzige, den ich kannte. Und heute war es wieder so. Doch im Gegensatz zu der vergangenen Zeit schaute er mich nicht neugierig an, sondern blickte demonstrativ weg. Der Trainer redete etwas über ein zukünftiges Spiel.
"So, dann erwärmt euch etwas. Fünf Runden. Danach schnappen sich immer drei Spieler einen Ball und dann zwei Runden, während ihr euch locken zu passt." rief er.

Ich lief langsam los. Jarkko rannte an mir vorbei, ohne mich zu beachten. Doch Mats gesellte sich. Und auch noch ein Spieler, der Marcel hieß. Wir nahmen uns auch einen Ball zusammen und liefen. Heute stand ein leichtes Training an, nicht wirklich was. Nach einer Stunde waren wir auch schon fertig. Er teilte einigen Spielern noch ein paar individuelle Aufgaben zu.
"Ach Jarkko? Robert? Warum habt ihr mir nicht gesagt, dass ihr euch von früher kennt?" wollte er wissen.
Unsicher sah ich zu Jarkko.
"Wir kennen uns nicht." antwortete er prompt.

"Er war nur mal kurz in meiner Mannschaft. Mehr nicht."
Seine Stimme klang kühl, schon fast eisig. Ich schluckte hart. Warum leugnete Jarkko alles? Dass er nicht sofort unsere Beziehung vor allen offen legte, das war verständlich, aber er leugnete unsere Freundschaft. Und das tat weh. Verdammt weh!
"Oh okay. Dann lernt ihr euch eben jetzt kennen. Morgen früh seid ihr beide eine Stunde eher da und Jarkko zeigt unserem neuen Spieler das Gelände und erklärt ihm einige Abläufe."
Ich sah ihn entsetzt an. Jarkko schaute nicht besser. Aber keiner von uns getraute sich etwas zu sagen. Jedoch verschwand Jarkko, kaum hatte der Trainer uns entlassen. Ich konnte nur noch kurz mit ihm sprechen.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch fuhr ich in meine neue Wohnung. Es roch noch nach Farbe, war irgendwie leer und groß und fremd. Eigentlich hatte ich gehofft, mit meinem Umzug wieder nach Hause zu kommen. War es die richtige Entscheidung gewesen? Oder hätte ich doch besser den letzten Wunsch meines Vaters erfüllt und wäre zu dem FC Bayern gewechselt? Aber nun war es zu spät. Ich hatte mich für Dortmund entschieden und musste mit den Konsequenzen leben.


So, das sind dann doch ganz schön viele Ereignisse, die im ersten Kapitel passiert sind. Ich bin gespannt, wer von euch wieder mit am Start ist und wünsche einen schönen Mittwoch :)
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