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Nach der Zeugenaussage

von Cuis
OneshotDrama, Familie / P16
Bryce Walker
15.10.2019
15.10.2019
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1.365
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Der erste Teil des Dialogs (bis zum Ende des Kursiven) ist verschriftetes Zitat aus der Serie, Staffel 2, Folge 11.
Eine großartige Vertonung dieser Fanfiction von der wunderbaren Malina (Crazylittleteem bei ff.de) findet ihr bei Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=eB8oq-JwIMs&t=44s



Sie wandte sich kurz ab und drehte sich dann wieder ihm zu. „Wie war das mit Hannah?“, verlangte sie zu wissen.

„Du warst gestern da“, erwiderte Bryce gelangweilt.

„Das war ja wohl nicht die ganze Geschichte?!“

Er zuckte die Schultern. „Sie hat mich angemacht, wir hatten Sex. Ich meine … Du weißt doch, dass ich sexuell aktiv bin. Spätestens, seitdem du letztes Jahr reingeplatzt bist. Du hast auf dem Absatz kehrt gemacht und nie was dazu gesagt, aber es gab viel nackte Haut.“ Er grinste leicht und sah wieder in sein Magazin, während seine Mutter versuchte, ihr Unwohlsein zu überspielen.

„Aha, und was ist mit Chloe?“, fuhr sie nun gefasster fort.

Er neigte den Kopf und sah wieder zu ihr hoch. „Auch viel nackte Haut.“ Sein Mundwinkel zuckte und seine Mom sah ihn skeptisch an, sodass er sich gezwungen sah, fortzufahren. „Chloe hat Probleme, okay? Kaputte Familie und so.“

„Hattest du Sex mit ihr, als sie bewusstlos war?“

„Ich hab sie nicht gezwungen, sich nachmittags zu betrinken und vollzukiffen!“, antwortete er ungehalten.

„Oooh, genauso wenig, wie du Hannah in den Whirlpool gezwungen hast?!“

Er blieb ruhig, auch wenn sich ein leicht bockiger Unterton in seine Stimme schlich: „Was interessiert dich das, du kanntest Hannah nicht.“

„Du etwa?! Oder war sie nur ein Ding, das du wolltest?“, entgegnete seine Mom mit angewiderter Miene.

„Du willst wissen, was mit Hannah passiert ist, Mom?“ Er klappte das Magazin zu, legte es beiseite und stand auf. „Sie war im Whirlpool mit mir“, sagte er nun, während er auf seine Mutter zutrat. „Kein Bikini, nur Slip und ’n BH. Über ihren geilen Titten.“ Er kam noch näher, während sie ihre Lippen aufeinanderpresste, versuchte, ihn einfach auszuhalten. „Und sie hat mich angeguckt, als … als wollte sie es“, fuhr er unerbittlich fort, während ihre Miene sich veränderte. „Und ja, ich wollte sie“, sagte er achselzuckend. „Ich … musste sie haben.“ Die Augen seiner Mutter weiteten sich ein Stück, musterten ihren Sohn kurz, sie schüttelte voller Unglauben leicht den Kopf. Er kam noch ein Stück auf sie zu, war jetzt unangenehm nah. „Also hab ich sie umgedreht und sie von hinten durchgefickt. Hart. Bis sie schrie.“ Seine Augen verengten sich leicht, sein Blick bohrte sich in ihren, herausfordernd, und zugleich mit einem Hauch Spott,
während er zur Demonstration seine Hand auf ihre Taille legte und zudrückte. „Wolltest du das hören?!“

Die Miene seiner Mutter veränderte sich augenblicklich. Ihr Kopfschütteln wandelte sich in Wut und Verachtung. Sie holte aus und gab ihm eine Ohrfeige, die er mit einem überlegenen Blick quittierte, als machte er sich über sie lustig, dass sie glaubte, ihn mit solch einer Lächerlichkeit disziplinieren zu können. Er packte ihr Handgelenk und riss sie zurück, als sie ihm ausweichen wollte.

„Ja, so war es, Mom“, sagte er weiterhin in seinem ruhigen, provokativ gelangweilten Tonfall. „Und glaubst du, so etwas hätte mich aufgehalten?“ Sein Kopf ruckte in Richtung ihrer Hand. Er hob eine Augenbraue. Sie starrte ihn an, voller Unglauben und Entsetzen. „Sie …“, fuhr er langsam fort, während er sie von oben herab ansah, „… hat mich gebeten, aufzuhören. Tatsächlich. – Aber das tat ich nicht.“ Er beugte sich über sie, sein Gesicht so nah an ihrem, dass sie nicht mehr ausweichen konnte. Sein Mundwinkel zuckte erneut. „So hast du es dir doch vorgestellt, oder, Mom?!“ Er lachte leise und trat einen weiteren Schritt vor, drängte sie damit weiter zurück, bis die offene Tür in ihren Rücken drückte. Seine Hand wanderte von ihrer Taille ein Stück nach oben.

Als er ihre Brust berührte, kam Leben in sie. Sie stieß ihm mit aller Kraft vor die Brust und ihn so von sich, dass er nach hinten stolperte. Doch er fiel nicht hin, sondern fing sich und stand seiner Mutter nach wenigen Augenblicken wieder fest gegenüber, ein überhebliches Grinsen auf den Lippen.

Genau so lief es nicht.“ Er lachte kurz auf. „Ich mein, Hannah hätte sich wehren können,wirklich.“ Er zuckte eine Schulter. „Nicht, dass ich sie nicht unter Kontrolle gekriegt hätte, aber sie hätte sich wehren können.“ Er kam wieder auf seine Mutter zu, die ihn, die Augen verengt, taxierte, aber alles andere als verängstigt war. Sie war wütend. Bryce‘ Lippen umspielten erneut ein spöttisches Lächeln. „Du siehst also, dass sie es wollte. Sie wollte mich. Sie wollte, dass ich sie rannehme. Und danach hat sie sich dafür geschämt.“

„Du … bist ein verkommenes Stück Dreck, Bryce!“, zischte seine Mom plötzlich zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. „Haben wir dich etwa gelehrt, derart respektlos, einem Mädchen gegenüber zu sein?! Siehst du alle Frauen als … als Objekte an, die nur für dich da sind? Die dich wollen, auch wenn sie das Gegenteil sagen und zeigen?!“ Sie trat einen Schritt auf ihren Sohn zu. „Du widerst mich an!“, spuckte sie ihm entgegen, ohne dass er eine Miene verzog.

Dennoch wandte er sich halb von ihr ab, zuckte eine Schulter. Es war ihm anzusehen, dass ihre Worte ihn beschämten, doch er gab sich Mühe, es nicht zu zeigen. „Ihr habt mich gar nichts gelehrt, Mom. Du und Dad wart viel zu viel unterwegs, um mir irgendwas beizubringen. Das, was ich gelernt habe, weiß ich von den zig verschiedenen Kindermädchen, den Büchern, den Geschenken, die ihr mir mitgebracht habt, um zu kompensieren, dass ihr nicht da wart, und den Filmen, die Dad zu Hause gelassen hat …“ Er verzog einen Mundwinkel wieder zu einem spöttischen Grinsen, als er ihr Entsetzen sah. „Also ja … ihr habt mich gelehrt, dass ich bekommen kann, was ich will. Ihr habt mich gelehrt, dass es keine Regeln für mich gibt. Dass ich machen kann, was ich will …!“ Er schloss mit einem leichten Singsang in der Stimme und lachte jetzt offen, ehe er schlagartig ernst wurde, auf sie zutrat. Mrs. Walker sah zu ihm hoch. Er wirkte mit einem Mal größer als sonst, je näher er kam. Sie wich erneut vor ihm zurück, Misstrauen spiegelte sich auf ihrer Miene. „Es gibt keine Disziplin für mich – nicht hier, nicht in meinem Elternhaus. Genau das habt ihr mir beigebracht!“ Er blieb stehen. „Du willst mich jetzt bestimmt wieder schlagen, nicht wahr?“ Sie zuckte zusammen, als seine Finger sich langsam um ihr Handgelenk schlossen. Er hatte gemerkt, wie sie sich angespannt hatte. „Denkst du wirklich, das bewirkt etwas?“

„Du hast Schande über die Familie gebracht. Du bist ein Fremder in diesem Haus!“, zischte sie ihm entgegen und Bryce schnaubte kurz.

„Wirklich?“ Sein Tonfall war voller Häme und sein Griff um ihr Handgelenk wurde stärker. Er hatte bemerkt, dass sie gezuckt hatte, dass es sie in den Fingern juckte, ihn erneut in die Schranken zu weisen, indem sie ihm eine verpasste.

Mit einem Ruck riss sie ihre Hand los, sodass Bryce ein paar Schritte zurücktrat. „Du wirst keiner Frau mehr wehtun, Bryce“, sagte sie leise und mit bedrohlichem Unterton. „Du wirst das Haus nicht mehr verlassen, außer zur Schule. Und solltest du dir den kleinsten Fehltritt erlauben, werde ich zur Polizei gehen.“

Bryce zog die Augenbrauen ein Stück zusammen, seine Gelassenheit schien zu bröckeln. „Zur Polizei? Weil sich ein Teenager nicht an Hausarrest gehalten hat?“ Er versuchte verächtlich aufzulachen, doch es blieb ihm im Hals stecken und nur ein leises Krächzen kam heraus.

„Nein.“ Nun trat seine Mutter auf ihn zu. „Du weißt genau, weshalb.“ Sie fasste sich kurz an ihre Schulter und Bryce wich ihrem Blick aus, drehte sich ab. Er wusste, was sie meinte. „Ich habe gesagt, dass ich mich beim Sport verletzt habe. Doch der Arzt hat es dokumentiert.“ Sie sah ihm fest in die Augen, und es bereitete ihm sichtlich Mühe, den Blick zu erwidern. „Er hat mir nie so recht geglaubt …“ Einen Moment noch fixierte sie ihn. Doch sie konnte sicher sein, dass er sie verstand.

Bryce verdrehte die Augen, schüttelte leicht den Kopf und ging zurück zu dem Sessel, in dem er vorhin gesessen hatte. „Wenn du meinst.“ Er klang betont genervt, aber es war deutlich, dass er nachgegeben hatte. Mit einem letzten Blick auf ihren Sohn verließ Mrs. Walker den Raum.
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