Furchtlose Kriegskinder

von Sasunox
GeschichteRomanze, Tragödie / P18 Slash
Hashirama Senju Izuna Uchiha Madara Uchiha Tobirama Senju
15.10.2019
09.11.2019
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Hallöchen^^  

Also zu den beiden wollte ich schon länger etwas schreiben und eigentlich hat das als OS angefangen. Aber das ganze wurde dann doch etwas länger XD deshalb ging das nicht mehr.  An Izuna hab ich als Charakter schon länger einen Narren gefressen XD Vielleicht weil er für mich irgendwie so Aspekte von Sasuke und Itachi, gleichermaßen aufweist. ^^
Und die Idee ihn mit Tobirama zu kuppeln mag ich auch sehr.  :3

Ich hab immer mal nebenher daran geschrieben, weshalb die Story auch so gut wie fertig ist. Ich hoffe ein paar Leuten gefällt es zumindest. Auch wenns natürlich eher wieder Drama und Tragik ist und so XD
Viel Spaß :)

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1.     Leidenschaftlicher Hass


Wie lange dauerten die Kämpfe zwischen dem Senju und dem Uchihaclan wohl schon an? Izuna wusste es nicht mehr. Genauso wenig wusste er, wie es zu der brenzligen Situation gekommen war, in der er sich gerade befand…

Dass Tobirama ihm gegenüberstand, war ja nichts neues mehr. Der Senju hatte sich energisch auf Izuna eingeschossen, weil die Brüder der beiden schließlich auch ständig bis aufs Blut gegeneinander Kämpften. Zumindest konnte Izuna es sich nur so erklären.

Aber heute hatte der Weißhaarige Izuna wirklich ziemlich in die Ecke gedrängt, zumal der Uchiha auch noch von beiden Seiten durch andere Senju in Schach gehalten wurde.
Mit seinem Sharingan überflog Izuna rasch das Schlachtfeld.
Die Mehrheit der Uchiha war zurückgedrängt worden oder kampfunfähig und sein Bruder Madara kämpfte ein gutes Stück entfernt gegen Hashirama.

Augenblicklich wandte Izuna seine Aufmerksamkeit wieder auf Tobirama, aber nur eine darauffolgende Sekunde wurde er durch einen Ausruf seines Bruders abgelenkt.

„RÜCKZUG!“

Der gesamte Uchihaclan reagierte sofort auf den Befehl seines Anführers. Etliche Rauchbomben flogen in die Luft, um den schnellsten Rückzug zu sichern.

Auch Izuna war versucht, sich zurückzuziehen, aber er musste irritiert feststellen, dass er sich nicht bewegen konnte. Fluchend erfasste er, dass der Gegner zu seiner linken ein Doton angewendet hatte, das ihn an den Erdboden heftete. In der nächsten Sekunde stürzte Tobirama bereits mit erhobenem Katana auf Izuna los, der den Angriff mit seinem eigenen Schwert abblocken konnte.
Dennoch, wenn Izuna sich nicht bewegen konnte, war der Uchiha beim nächsten Schlag des Todes.
Aber noch vor Tobiramas nächstem Angriff verhüllte eine dichte Nebelwand die Sicht des Weißhaarigen, verursacht durch eine weitere Rauchbombe.

Auch Izunas Sicht wurde deutlich eingeschränkt. Plötzlich ging alles viel zu schnell, er konnte einen weiteren Ruf seines Bruders hören, aber er verstand ihn leider nicht und im nächsten Moment spürte er einen stechenden Schmerz an seinem Hinterkopf, bevor ihn endgültig sein Bewusstsein verließ….

Es war dunkel. Die Schmerzen in seinem Schädel nahm Izuna nur am Rande wahr, genauso wie den kalten, steinigen Boden unter sich auf dem er lag.
Langsam versuchte er sich in eine sitzende Position zu bringen, was ihm unter Qualen letztlich auch gelang. Er spürte dabei deutlich den Stoff der seine Augen bedeckte und hörte das klirrende Geräusch der Ketten die seine Handgelenke umschlossen.

Er war also gefangen. Die Senju mussten ihn niedergeschlagen und mitgenommen haben. Aber warum? Wieso hatten sie ihn denn nicht einfach getötet?

Diese Frage sollte dem Uchiha aber schon bald beantwortet werden. Nur kurz nachdem er sich aufraffen konnte, hörte Izuna Schritte, die näher in seine Richtung kamen. Das Aufschließen eines Schlosses und Öffnen einer schweren Holztür konnte er ebenso vernehmen. Unmittelbar vor dem Uchiha verstummten die Schritte.

„Wir haben seine Augen natürlich verbunden, es sollte relativ ungefährlich sein“, hörte man eine tiefe dunkle Stimme sagen.

„Gut, Akito. Danke, wir kommen schon zurecht“, kam es bestätigend von einer zweiten Person, deren Stimme Izuna ziemlich vertraut war.

Wieder hörte man das Öffnen und Schließen der Tür. Dann war es still. Sein Besucher schien nicht reden zu wollen, das nervte den Schwarzhaarigen aber bald…

„Hashirama Senju…sag schon, was willst du?“ Izuna bemühte sich um einen herablassenden Tonfall. Trotz seines geschwächten Zustandes, würde er si-cher nicht vor dem Senju Anführer im Dreck kriechen.

„Frech wie eh und je, typisch Uchiha.“

Diese Aussage kam jedoch nicht von Hashirama.
Izunas Kopf schnellte weiter nach rechts, von wo aus er die weitere bekannte Stimme gehört hatte.

„Ah…du bist auch hier.“ Missbilligend nahm Izuna zur Kenntnis, dass auch Tobirama im Raum war, aber bisher geschwiegen hatte.

„Ich sagte dir doch, es wäre klüger, ihn zu beseitigen“, schnaubte der Weißhaarige.

„Und ich sagte dir, nein!“, kam es entschieden von dem Clanoberhaupt, „wir brauchen ihn noch.“

„Ach und wofür?!“ Synchron entwich den anderen beiden im Raum diese Frage.

Während der Uchiha und Tobirama das einfach hinnahmen, blickte Hashirama darüber ein wenig verwundert drein, sagte aber nichts dazu und kam zum Thema zurück.

„Wir werden mit Madara verhandeln“, erklärte der ältere Senju. „Wenn wir seinen Bruder haben, ist es vielleicht endlich möglich, dieser ganzen Fehde ein Ende zu setzen.“

„Das ist dein Plan?!“ Tobirama sah seinen Bruder fassungslos an. „Warum sollte er sich darauf einlassen?“

„Tzz. Selbst wenn, er wird eine Falle vermuten und sicher vorbereitet sein“, dachte Izuna laut.

„Eben“, stimmte der jüngere Senju zu.

„Schön, wie einig ihr euch sein könnt.“ Hashirama schaute bissig von einem zum anderen.

Izuna drehte demonstrativ seinen Kopf von den beiden weg.

Tobirama hingegen funkelte das Clanoberhaupt an. „Lass die Scherze, wir haben echt keine Zeit für sowas.“ Er seufzte. „Du willst das also wirklich probieren…na schön. Wir schicken also einen Boten zum Uchihaclan und warten auf Antwort.“

Hashirama nickte. „Madara wird sicher zustimmen. Sein Bruder ist ihm wichtig, das weiß ich.“

Izuna ließ ein wenig den Kopf hängen. Er wusste, dass der Senju nicht ganz unrecht hatte. Madara war oft sehr besorgt um ihn, seit ihre anderen Brüder allesamt in Kämpfen gefallen waren.

„Aber wenn die Verhandlungen scheitern, bring ich ihn eigenhändig um“, sagte Tobirama bestimmend.

Hashirama legte die Stirn in Falten. „Gut, meinetwegen. Aber dann wirst du gefälligst auch seine Überwachung übernehmen.“

„Was!?“ Der Weißhaarige sah seinen Bruder ungläubig an. „Das kann doch wohl einer unserer Leute machen, wie-“

„Wenn du sein Blut forderst, dann übernimm auch die volle Verantwortung.“ Hashirama sprach ruhig, aber sein Ton erlaubte keinen weiteren Widerspruch.

Tobirama nickte zähneknirschend.

Izuna hatte den Brüdern schweigend zugehört. Er konnte sich auch schöneres vorstellen, als den jungen Senju ständig in seiner Nähe zu wissen. Der Kerl war einfach unbeherrscht und äußerst aggressiv. Allein schon wie gern er ihn töten wollte, behagte dem Uchiha wenig. Das war ja schon fast wie ein Wahn.

„Gräm dich nicht, du hast es doch eigentlich ziemlich leicht dabei“, versuchte Hashirama seinen Bruder zu besänftigen. „Ich kann es dir sogar noch etwas einfacher machen…“ Der ältere Senju kramte etwas aus seiner Beintasche. „Dieses Ninjawerkzeug hat Akito angefertigt, mit seinen Fähigkeiten konnte er dafür sorgen, dass es dem Träger kontinuierlich Chakra entzieht sobald der Körper mehr davon wiederherstellt als vom Anwender gewünscht.“

Tobirama beäugte das lederne Halsband in seinen Händen zweifelnd und blickte seinen Bruder skeptisch an.

Dieser verdrehte aber nur die Augen, nahm es dem anderen wieder ab und näherte sich damit dem Uchiha.

Izuna hatte zwar nicht ganz verstehen können, worum es ging, aber er würde sich definitiv zur Wehr setzen, was immer sie mit ihm vorhatten. Er spürte, wie jemand in seine Reichweite kam und auch, wie seine Arme plötzlich festgehalten wurden.

Der Schwarzhaarige sträubte sich mit aller Kraft, die er trotz seiner eingeschränkten Bewegungsfreiheit aufbringen konnte.

„Hilf mir gefälligst mal!“, forderte Hashirama seinen Bruder auf.

Tobirama war natürlich sofort zur Stelle und fixierte die Beine des Uchiha, damit er aufhörte, nach dem älteren Senju zu treten. Der Weißhaarige musste zweifelsohne den Kampfgeist dieses Clans bestaunen.

Izuna konnte sich keinen Millimeter mehr rühren und musste zulassen, dass Hashirama etwas um seinen Hals legte und verschloss. Kurz darauf wurde dem Schwarzhaarigen ziemlich flau und sein Körper erschlaffte.

Als die Senjubrüder von ihm abließen, kippte er zur Seite und blieb unter unwillkürlichem Zittern liegen.

„Was zum-“ Tobirama beobachtete das Schauspiel mit Unglauben.

„Wie gesagt, es entzieht Chakra…nicht sonderlich angenehm…“ Hashirama sah den Uchiha mitleidig an. „Aber wenn es erstmal seinen niedrigsten Stand erreicht hat, hören diese Anfälle auf. Außerdem wird er absolut nichts mehr ausrichten können, geschweige denn sein Sharingan aktivieren können. Und abnehmen kann es nur jemand anderes.“

Tobirama nickte, sein Blick lag immer noch auf Izuna. Es war irgendwie beklemmend, seinen ständigen Gegenspieler so geschwächt vor sich zu sehen. Der Senju wollte den anderen auf keinen Fall in einem solchen Zustand besiegen, das wurde ihm deutlich bewusst. Sollten die Verhandlungen scheitern, würde er einen ordentlichen Kampf fordern, auch wenn das seinem Bruder nicht passen sollte.

Izuna fühlte sich schrecklich. Sein Körper schmerzte und war restlos erschöpft. Eine unglaubliche Müdigkeit überkam ihn und das ausgerechnet vor seinen Feinden. Aber der Uchiha sah keine Möglichkeit sich länger dagegen zu wehren…

Tobirama war, nachdem er einiges mit seinem Bruder besprochen hatte, wieder hinunter zu den Zellen gegangen. Eine ganze Weile saß er nun schon dort, auf einem Stuhl während der Uchiha immer noch zu schlafen schien.

Das merkwürdige Gefühl, den anderen so zu sehen, ließ den Senju einfach nicht los. Tat der Uchiha ihm etwa plötzlich leid? Das konnte unmöglich sein, er wollte den anderen schon immer besiegen. Genau wie Hashirama und Madara sich ständig bekriegten.

Seit wann eigentlich? Genau, seit damals…

Der Senju erinnerte sich gut an den Tag als er zusammen mit seinem Vater Hashirama gefolgt war. Er wusste seit Wochen, dass sein Bruder sich heimlich mit jemandem traf, aber er konnte es einfach nicht mehr für sich behalten. Das war viel zu gefährlich für ihren Clan.

Als sie sich dann gegenüberstanden, die damaligen Clanführer und ihre Söhne, kam es schließlich augenblicklich zum Gefecht. Aus reinem Reflex und ihrer Erziehung zum Kampf kreuzten sich sogleich ihre Schwerter, während ihre Väter ebenfalls im Schlagabtausch waren.

Tobirama erinnerte sich daran, wie er sein Erstaunen darüber verborgen hatte, dass dieser schwarzhaarige zierliche Junge so furchtlos auf ihn zugestürmt war.

Furchtlos….

Ein Lächeln legte sich auf die Züge des Senju, das ihn selbst verwirrte als er es bemerkte. Aber ihm blieb keine Zeit, um darüber nachzudenken, da ihn das rasselnde Geräusch von Ketten erreichte und seine Aufmerksamkeit auf den Uchiha lenkte, der sich soeben mühevoll aufrichtete.

Izuna fühlte sich immer noch leicht benebelt. Außerdem schüttelte es ihn nach wie vor, aber der Uchiha war sich selber nicht mehr sicher ob es an diesem komischen Teil um seinen Hals lag. Denn anders als vorhin, war ihm zudem gleichzeitig heiß und seiner ausgetrockneten Kehle entwich ein Husten.

„Na, endlich ausgeschlafen?“ Tobirama ging gemächlich auf den Schwarzhaarigen zu, machte knapp vor ihm Halt und ging in die Hocke. „Ich rede mit dir!“ Der Senju zog Izunas Kopf am Haarschopf nachhinten und zwang diesen somit, sich ihm zuzuwenden.

Izuna fühlte sich fürchterlich. Selbst wenn er dem anderen hätte antworten wollen, wüsste er nicht, ob er einen Ton herausbekäme. Sein Körper war so geschwächt und heiß.
Ein erneuter Hustenanfall überkam den Uchiha und der Weißhaarige lockerte seinen Griff, während er seinen Gefangenen nachdenklich musterte.
Ihm fiel erst durch die Nähe zu dem anderen dessen ungewöhnliche Körperwärme auf, ebenso wie die kleinen Schweißperlen, die sich auf der blassen Stirn tummelten.

Alarmiert wanderte seine Hand vom Haar des anderen, zu dessen Stirn.
Sie glühte.

„Du hast Fieber!“

Tobirama riss dem Uchiha die Augenbinde herunter und machte sich daran seine Fesseln zu lösen. Er musste dringend etwas unternehmen. Wenn sein Bruder mit Madara verhandeln wollte, durfte dem jüngeren Uchiha nichts passieren.

Izuna brachte es nicht fertig, über das Handeln des Senju nachzudenken, er ließ den anderen einfach machen. Er hatte ohnehin kaum Kraft sich zu wehren. Als er wieder etwas sehen konnte, bemerkte er aber erst wie nah Tobirama ihm eigentlich war. Reflexartig wich er ein Stück zurück, doch da er noch gefesselt war, kam er nicht sehr weit.

„Halt still, verdammt!“ Tobiramas Miene war wutverzerrt. „Du hast hohes Fieber!“ Er riss ein letztes Mal an den Ketten und befreite den anderen endgültig.

Der Senju atmete einmal tief durch, um sich zur Ruhe zu bringen. Dann legte er Kurzerhand einen Arm über Izunas Schulter, den anderen unter dessen Kniekehlen und hob den Uchiha hoch.

Dem Schwarzhaarigen passte das absolut nicht und er stemmte mit letzter Kraft seine Hände gegen den Brustkorb des anderen. Aber er war viel zu ausgelaugt, als dass er damit irgendetwas erreichen konnte und gab schließlich auf.

Tobirama sah in der Mimik des Uchiha, wie sehr ihn seine eigene Hilflosigkeit mitnahm. Er seufzte. „Du bist ziemlich angeschlagen. Mal ganz abgesehen von diesem Ding um deinen Hals…also, mach dir nichts draus.“

Er wusste nicht genau, weshalb er das sagte, aber er wollte, dass Izuna bewusst blieb, dass er nicht schwach an sich war. Denn so oft, wie der Weißhaarige gegen den Uchiha bereits gekämpft hatte, konnte er das ziemlich gut beurteilen.

Izuna sah verwundert in das Gesicht des Senju, bevor er rasch wieder seinen Blick abwandte. Warum hatte der andere das nur zu ihm gesagt? Und das auch noch mit einer wirklich sanften Tonlage…das war schon recht ungewöhnlich für Tobirama.

Izuna dachte noch eine ganze Weile darüber nach, während der Weißhaarige ihn trug. Deshalb erschrak er kurz, als dieser plötzlich anhielt, um eine Tür zu öffnen, die vor ihnen lag.

Sie kamen in einen spärlichen Raum, in dem es nicht viel zu sehen gab, außer einer Schlafmatte, einem kleinen Holztisch und ein paar Waffen, die achtlos in der Ecke lagen. Eine kleine Öllampe tauchte die Umgebung in ein warmes, flackerndes Licht.

Tobirama legte den Uchiha auf dem Futon des Raumes nieder.
„Ich hole etwas Wasser.“ damit war der Senju auch schon verschwunden.

Izuna schaute dem Weißhaarigen nach, bevor er seine Umgebung nochmal in Augenschein nahm.
Hier gab es wirklich kaum etwas Besonderes. Nicht einmal irgendwelche Anhaltspunkte, die auf den Bewohner dieser Räumlichkeiten hinwiesen. Interessiert blieb sein Blick an den Waffen hängen, die willkürlich auf einem Haufen lagen. Ein paar Kunai, Shuriken und auch ein Katana waren dabei.

Der Uchiha setzte sich mühevoll auf, was er aber schnell bereute da sich alles zu drehen begann. Aber trotzdem, er musste es doch wenigstens versuchen…

Unfähig sich zu erheben, lehnte Izuna sich soweit es ihm möglich war nach vorne. Mit einem Arm stützte er sich ab, während er den anderen nach einem der Kunai ausstreckte.

Die Schiebetür zum Raum öffnete sich gerade in dem Moment, als Izunas Körper ihm den Dienst versagte. Erschöpft lag er plötzlich am Boden, seine Hand immer noch nach den Waffen ausgestreckt.

Tobirama stellte übelgelaunt den Wasserkrug den er geholt hatte am Boden ab.
Schnellen Schrittes war er bei dem Schwarzhaarigen, packte dessen Arm und drehte ihn zu sich gewandt auf den Rücken, während er ihm ein Kunai an die Kehle drückte.

„Wie unverbesserlich und stur seid ihr eigentlich?“


Tobirama fixierte den Uchiha wütend. „Denkst du wirklich, du könntest es hier allein raus schaffen? Selbst wenn du nicht geschwächt wärst und mich töten könntest, ist das Wunschdenken!“

Izuna ignorierte seine Worte, ebenso wie den zusätzlichen Schmerz, den der feste Griff des Senju ihm bescherte. Seine Augen hielten jedoch das Messer genau im Blick, das ihm gefährlich nahe war.

Tobirama folgte dem Blick und drehte das Kunai plötzlich gegen sich selbst, er legte es dem Uchiha sogar in die Hand und hielt diese fest.
„Tu es“, forderte der Senju. „Wenn du wirklich meinst, du kannst mich umbringen und fliehen… Mach es.“

Izunas Finger waren locker um das Messer gelegt, aber selbst mit der Hilfe des Weißhaarigen könnte er gerade so zustechen. Wie sollte er bloß allein aus diesem feindlichen Lager entkommen?

Der Schwarzhaarige wandte schließlich sein Gesicht von dem Senju ab und ließ das Messer endgültig los, zumindest hielten nur Tobiramas Finger die seinen, noch am Griff.
Der Weißhaarige spürte erneut dieses beklemmende Gefühl in sich, weil es dem Uchiha nicht gut ging. Abgesehen von dessen körperlicher Verfassung, behagte es Tobirama einfach nicht, den anderen so resigniert zu sehen. Er wollte Izuna mit seinem Handeln gerade nicht psychisch malträtieren, aber er hatte ihm doch verdeutlichen müssen, dass Widerstand seinen sicheren Tod bedeuten würde.

Er zog seine Hand von der des anderen zurück und legte das Kunai beiseite. Noch im selben Moment missfiel ihm die entzogene Wärme von Izunas Hand.
Was war nur los mit ihm? Warum empfand er so? Ob er sich bereits auch Fieber eingefangen hatte?

Unbewusst streckte er seine Hand aus und strich dem Uchiha ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. Der Schwarzhaarige, der ihn daraufhin wieder ansah, musterte den Senju irritiert.

Tobirama, dem sein Handeln durch den prüfenden Blick bewusstwurde, räusperte sich.
„Wir sollten erstmal versuchen deine Körpertemperatur zu senken.“ Damit ging er den Wasserkrug und ein paar Tücher holen.


Izuna beobachtete ihn stumm dabei, wie er die Stoffstücke in das Wasser tauchte. Was war das gerade gewesen? Wieso hatte er sich ihm auf solche Weise genähert? Und schlimmer noch, weshalb hatte diese hauchzarte Berührung sich für Izuna wie ein perfektioniertes Raiton angefühlt?
Aber keineswegs auf eine unangenehme oder gar schmerzvolle Weise, eher kribbelnd und berauschend….

Ein kühlendes Gefühl auf seiner Stirn stoppte seine Grübeleien. Tobirama hatte ihm ein feuchtes Tuch aufgelegt und schlug auch Izunas Arme in getränkten Stoff ein.

Der Uchiha musste zugeben, dass es wirklich ein erleichterndes Gefühl war. Seine übermäßig erhitzte Haut hieß diese kühle Wohltat wirklich willkommen.
Der Schwarzhaarige stutzte jedoch als Tobirama sich an seiner Hose vergriff, reflexartig packte er dessen Handgelenk, um ihn in seinem Tun zu hindern.

Erst blickte Tobirama verärgert in das Gesicht seines „Patienten“, aber er erkannte schnell, dass in Izunas Blick kein Trotz lag, sondern Unbehagen.

Die Mimik des Senju entspannte sich daher. „Ich sollte auch deine Beine einwickeln. Das kann wirklich helfen.“

Die Duldsamkeit, mit der er sich erklärte, konnte der Senju selbst kaum begreifen. Er musste unbedingt Abstand zu dem Uchiha kriegen, sobald er ihn versorgt hatte.

Izuna nickte knapp und ließ den Weißhaarigen los. Irgendwie fühlte sich der Uchiha noch viel erhitzter als zuvor. Besonders seine Wangen schienen zu glühen.

Als Tobirama damit fertig war, Izunas Beine zu umwickeln, streifte er unabsichtlich leicht an der Innenseite von Izunas Oberschenkel vorbei, was diesen zusammenfahren ließ.

Tobirama stockte durch diese Reaktion und sah fragend zu dem Uchiha. „Hab ich dir weh getan?“ Der Senju musste kurz schlucken, als sein Blick an den leicht geöffneten Lippen des Schwarzhaarigen hängen blieb.

Izuna blickte vor sich ins Leere, sein Puls raste und er verspürte ein eigenartiges ziehen in seiner Lendengegend. Die Zähne zusammenbeißend, beantwortete er die Frage des Senju lediglich mit einem Kopfschütteln.

Auch, wenn Tobirama ein wenig skeptisch dreinschaute, wusste er, dass er schnellstens aus Izunas Nähe kommen sollte, was momentan in ihm von statten ging, war nicht gut und es konnte sicher auch nichts Gutes dabei herauskommen.

„Ich werde vor dem Zimmer wache halten…“, sagte der Weißhaarige, „also komm nicht wieder auf dumme Ideen“, fügte er halbherzig ermahnend hinzu und verschwand.

Izuna atmete einmal tief durch und versuchte sich zu beruhigen. Was um alles in der Welt war das bitte gewesen? So etwas hatte sein Körper ja noch nie veranstaltet…ob das am Fieber lag?

Der Uchiha versuchte möglichst das Ganze zu verdrängen, da es in seinen Augen keinen Sinn machte. Er war ohnehin unglaublich müde.
Sein Geisteszustand sowie seine ständige Widerspenstigkeit hatten ihn viel Kraft gekostet. Aber er konnte vor seinen Feinden unmöglich einfach klein beigeben, wobei er zugeben musste, dass Tobirama eigentlich besser mit ihm umging als erwartet.

In seiner Frage vorhin glaubte der Uchiha sogar ein wenig Sorge herausgehört zu haben. Aber das gehörte sicher auch zum Fieberwahn, der ihn nun auch langsam in den Schlaf zog.

Tobirama saß unruhig vor der Zimmertür. Er war es gewohnt, tagelang wachbleiben zu müssen und stets mit Angriffen zu rechnen, aber was ihn gerade beschäftigte war nichts dagegen.

Er hatte wirklich ein Problem damit, dass es Izuna schlecht ging, er musste sogar zugeben, dass er ihm leidtat. Wenn er mit einrechnete, wie er den Uchiha gemustert hatte und wie nervös ihn seine Nähe machte, konnte der Senju wohl offen zugeben, dass Izuna ihn reizte. Und das nicht auf einer feindlichen Ebene…er begehrte den Schwarzhaarigen auf eine intime körperliche Art und Weise. Ob das schon immer so war? Hatte er sein Empfinden vielleicht mit Hass verwechselt? Fühlte er überhaupt etwas? Wollte er nur seinen Körper?

Tobirama platzte noch der Kopf von allem, was sich in seinem Hirn widersprach oder plötzlich Sinn machte. Was immer es war, er musste es beiseiteschieben. Izuna war ein Feind und das würde er immer sein…


„Ahhhh!“

Ein Schrei ließ den Senju zusammenzucken und eilig die Schiebetür hinter sich öffnen. Er erkannte, dass Izuna aufgerichtet dasaß und schwer atmete. Der Uchiha hielt sich mit einer Hand abgestützt aufrecht, die andere lag an seiner Stirn. Der Schwarzhaarige atmete tief aus, seufzte und fuhr sich einmal durch sein langes verschwitztes Haar.

Dann ließ er sich wieder zurück auf seine Matte sinken. „Nicht schon wie-der…“, murmelte er, während er sich zur Wand gerichtet auf die Seite legte.
Izuna hatte den Weißhaarigen im Türrahmen kein Stück wahrgenommen, welcher nun leise wieder die Tür hinter sich zu schob.

Nachdenklich setzte der Senju sich wieder hin. Ob der andere einen Alptraum gehabt hatte? Anders konnte er sich das Verhalten des Uchiha nicht erklären. Zumal Izuna sich kaum über die Situation gewundert hatte. Es schien ihm also nicht neu zu sein…

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So, das war das erste Kapitel. ^^
Und wie fandet ihr es?
Izuna tut mir da immer irgendwie so leid. >.<