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Ein Soldat für alle Fälle

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
14.10.2019
11.05.2020
35
181.346
5
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14.10.2019 2.553
 
Es war eine klare Nacht, nur vereinzelnd ziehen ein paar Wolken vorbei. Doch das alles interessiert einen jungen frischen Sergeant nicht. Sie sitzt mit ihrem Trupp schon seid mehreren Stunden versteckt in einer Häuserreihe und observiert ihr Ziel. In Kasachstan ist es Nachts um die 2° kalt. Kein Wunder also, wenn der ein oder andere Soldat friert.

„Wenn das so weiter geht, friere ich mir den Hintern ab,“ sagte ich leise. Mein Atem wird dabei sichtbar. „Das kann doch nicht wahr sein, wir hocken hier schon seid Stunden und keiner lässt sich blicken,“ sprach ich frustriert. „Jetzt stell dich mal nicht so an Julie, schließlich haben wir schon schlimmeres überstanden“, sprach mich Private Solo von der Seite an. „Das weiß ich Phil,“ antwortete ich ihm. Kurz schließe ich meine Augen und stelle mir das Knistern des Feuers am Kamin vor. Sofort wird mir ein bisschen Wärmer. Das ist gerade einmal mein zweiter Einsatz als Sergeant und diesmal habe ich keinen an meiner Seite den ich um Rat fragen kann. Ein wenig nervös bin ich schon. Aber was kann schon schief gehen, immerhin ist es nur eine Observierung.

„Sergeant da trüben tut sich was,“ meldete sich Corporal Danson bei mir. Schnell öffnete ich meine Augen und griff mir das Fernglas. Während ich hindurch schaute und das Ziel suchte spürte ich den Blick von Peter Danson auf mir. Wir sind schon seit gefühlten Ewigkeiten befreundet. Wir haben uns kennen gelernt, als ich Nachts durch Cheyenne ging. Wir haben uns angefreundet und haben uns Gemeinsam entschlossen zur Army zu gehen. Auch wenn unser erstes Treffen nicht so gut verlief. In seinem letzten Einsatz wurde er verletzt und musste sich erholen. Dieser hier, war der erste Einsatz nach seiner langen Pause. Ich hatte ihn in der Zeit im Rang überholt und manchmal glaubte ich er sei Eifersüchtig auf mich. „Was siehst du Julie,“ fragte er leise. „Nicht viel, nur Handlanger, nirgends ist das Ziel zu sehen,“ antwortete ich ihm.
Daraufhin reichte ich ihm mit einem Schmunzeln das Fernglas. Er nahm es mir einem Augenrollen ab und sah selber hindurch. Mein Funkgerät knackte und schon meldet sich Corporal Wood zu Wort. „Sergeant bitte kommen, es ist dringend,“ sprach er leise. „Wood, was gibt es so dringendes,“ fragte ich ihn. „Der Major hat angerufen, sie sollen sich sofort zurückziehen. Ihr Aufenthaltsort ist aufgeflogen sie müssen da sofort raus,“ sagte er laut. „Wie konnte das passieren,“ fragte ich ihn lauter als beabsichtigt und richte mich etwas auf. Peter hatte unterdessen das Fernglas neben sich gelegt und sah mich verständnislos an. Auch die anderen Drei sahen mich an. Kurz war es still als ein Knall zu hören ist.

„Vorsicht,“ rief Peter und schubste mich beiseite. An mir rauschte eine Kugel vorbei und schlug in der Wand ein. „Deckung,“ schrie ich und alles warf sich auf den Boden.
„Wir müssen hier raus, Jemand hat uns anscheinend verraten,“ sagte ich so laut, das alle es hörten.
„Der Humvee steht in der Nähe das können wir schaffen,“ rief mir Phil zu. Erneut schlagen Kugeln in die Wände ein. Peter schoss zurück. „Okay, ihr Drei lauft zuerst, wir geben euch Deckung,“ wies ich sie an. „Wenn wir gehen dann alle,“ antwortete Private Kevin Fine mir. „Wir haben keine Zeit zu diskutieren, das ist ein Befehl,“ sagte ich im strengen Ton. Sie wissen, das diskutieren nichts bringt. Also öffneten sie die Tür und liefen raus.
Hinter ihnen fällt sie Tür ins Schloss. Im stillen bete ich darum das sie es sicher schaffen.
„Zeit ihnen zu folgen,“ sprach ich Peter an. Dieser nickt und wechselt dabei sein Magazin.
„Ich schaue ob die Luft rein ist,“ sagte er und lief zur Tür.

War eben noch die Hölle los war nun trügerische Stille zu vernehmen. Ich hatte mich erhoben und schaute vorsichtig aus dem Fenster. Der Staub legte sich. Ich konnte kaum was erkennen, so dunkel war es geworden. Im Viertel schien nicht eine Lampe zu brennen.
Das könnte unsere Gelegenheit sein zu entkommen. „Julie“, flüsterte Peter. Ich drehte mich um und er gab mir zu verstehen das alles frei war. Mir kam das zwar komisch vor, aber wir konnten nicht hierbleiben. Ich hoffte, das sie die Drei nicht gefunden hatten. So trat ich leise neben Peter an die Tür und er zählte per Handzeichen von Drei abwärts. So leise wie möglich öffnete er die Tür und schlich hinaus. Ich atmete noch einmal tief durch, festigte den Griff um mein M16 Gewehr und trat ebenfalls hinaus. Peter war nicht zu sehen als ich vorsichtig einen Fuß vor den Anderen setzte. Mich umsehend setzte ich meinen Weg fort. Es kam mir mehr als komisch vor, das ich nichts und niemanden sah. Irgendwas war da gehörig faul. Ich bog um die nächste Ecke in eine weitere Häuserreihe. Zum Humvee war es nicht mehr weit.

Schon von weitem konnte ich die Schüsse hören. „Verflucht,“ dachte ich. Anscheinend hatten sie den Humvee entdeckt. Ich ging schneller aber immer noch vorsichtig. Schleichend ging ich an einem Haus vorbei als ich Jemanden auf der Straße liegen sah. Mein Magen zog sich zusammen. Je näher ich ging, desto mehr Angst bekam ich. Ich hob mein Gewehr und sah mir den Körper an. Er trug dunkle Kleidung. Es konnte keiner von uns sein. Das redete ich mir solange ein bis ich bei dem Körper ankam. Ich trat ihn vorsichtig gegen den Fuß, er rührt sich nicht mehr. Soweit ich erkennen konnte war er noch nicht alt. Ich setzte meinen Weg fort. Die Schüsse wurden lauten. Ich musste in der Nähe sein. Ich wusste nicht mehr genau wo Phil den Wagen abgestellt hatte. So folgte ich einfach den Geräuschen. Und eine Frage beschäftigte mich seitdem ich aus dem Haus ging, wer hatte uns verraten und warum?

Ich war so damit beschäftigt das raus zu finden, das ich den Mann nicht sah der zwischen zwei Häusern stand. „Da ist er,“ brüllte er und eröffnete das Feuer auf mich. Zwar schoss er daneben, machte aber trotzdem auf sich aufmerksam. Schnell waren drei weitere Männer bei ihm. Ich rannte los und dabei wusste ich nicht mal wohin. Immer wieder schlugen Kugeln neben meinen Beinen ein. Dann bog ich nach rechts in eine Straße ein. Noch immer waren sie hinter mir. Mit Schrecken musste ich feststellen, das ich in eine Sackgasse gelaufen war.
Im letzten Augenblick sah ich einen schmalen Gang und lief auf den zu. Beim laufen schoss ich zurück und traf einen ins Bein. Er fiel nach hinten, hielt sich das Bein und schrie. Ich zwängte mich durch diesen Gang und kam auf der anderen Seite an. Flink überblickte ich die Gegend und sah Peter in einer Entfernung wie er sich verteidigte. So lief ich auf ihn zu, erschoss drei Männer die ihn umzingelten. Als er mich sah, nickte er mir Dankbar zu. Ich hatte mich währenddessen hinter eine Kiste gehockt, da die Angreifen mich nun ebenfalls gesehen hatten. Schnell lud ich nach und schoss erneut.
Es war ein Kugelhagel, doch keiner traf. Mittlerweile waren mehr von den Angreifern aufgetaucht und ich bemerkte das meine Munition bald zu neige ging. „Wo sind die Anderen,“ rief ich Peter zu, welcher in der Nähe war. „Ich weiß es nicht,“ erhielt ich die Antwort. „Ich bin leer,“ sprach er und hockte sich zurück hinter eine Bretterwand. Da fehlte gerade noch. Wir hatte es zwar geschafft die Angreifer zu dezimieren, aber dennoch waren es gefühlt noch 20 Leute. Es war nicht so, fühlte sich aber an, aus fast allen Richtungen kamen sie. Nur hinter uns waren sie noch nicht zu sehen. Das lag wahrscheinlich daran, das es dort keine Möglichkeit gab sich zu verstecken. Mein Gewehr war nun ebenfalls leer, jetzt blieben mir nur noch die Schuss aus meiner Sig Sauer P320.

Gerade als ich mich erheben wollte, kam ein Humvee mit Vollbremsung in gut 40m Entfernung zum stehen und feuerte auf die Angreifer. Dieser versteckten sich oder war zu überrascht um sich zu bewegen. Selbst der Humvee qualmte schon und ich konnte Löcher entdecken.
Die Jungs mussten sich den Wagen geschnappt haben und erst mal eine Runde gedreht sein um uns hier wieder abzuholen. So schnell sie konnten feuerten sie das Magazin für das MG auf dem Wagen leer.
„Peter, lauf, ich gebe dir Deckung,“ rief ich ihm zu. Er nickte und Gleichzeitig erhoben wir uns. Er sprintete los zum Wagen, während ich auf die paar Leute schoss die noch übrig waren. Bei dem Einen konnte ich eine Panzerfaust erkennen. Doch bevor er sie abfeuern konnte, erschoss ich ihn. „Julie beweg deinen Arsch hierher,“ schrie Phil nach mir. Ohne mich noch mal umzudrehen lief ich los. Irgendwas schien mit dem MG nicht zu stimmen. Sonst hätten sie längst mir Deckung gegeben. Ein plötzlich auftauchender Schmerz ließ mich strauchelt und stolpern doch ich konnte mich gerade so fangen und weiter rennen. Kurz bevor ich den Humvee erreiche schlug eine Panzerfaust in dem Wagen ein. Sofort explodierte er und schleuderte mich zurück. Sofort wurde alles schwarz.

Panisch fuhr ich hoch. Ich blinzelte und sah mich um. Ich war zu Hause in meinem Wohnzimmer. Anscheinend war ich beim lesen eingeschlafen. Die kleine Lampe an Tisch spendete noch immer Licht. Ich setzte meine Füße auf den Boden und fuhr mit den Händen über mein Gesicht. „Es war nur ein Traum,“ flüsterte ich. „Der Gleiche wie immer,“ seufzte ich. Ich griff nach dem Buch welches runter gefallen war und legte es auf den Tisch vor mir. Schwerfällig erhob ich mich. „Kannst du nicht leise sein,“ hörte ich eine weibliche Stimme die gereizt klang. Offen zuckte ich zusammen. „Tut mir leid Sonja, ich wollte dich nicht wecken,“ sprach ich entschuldigend. „Du hattest wieder diesen Traum, stimmt´s,“ fragte sie mich. Ich nickte bloß.
„Wann hört das endlich auf, du kannst mich nicht fast jede Nacht aufwecken,“ ihre Stimme klang vorwurfsvoll. „Würdest du endlich ausziehen, aus meinem Haus, dann hättest du das Problem nicht mehr,“ sagte ich schulterzuckend und ging an ihr vorbei in Richtung Küche. „So einfach ist das nicht,“ kam sogleich Sonjas Antwort. „Wieso nicht,“ fragte ich. „Es sollte eine Übergangssache sein und ich hatte angenommen das du in dieses Wohnheim ziehen wolltest, als du gemeint hast du willst BWL studieren,“ warf ich hinterher. „Dafür müsste erst mal dort ein Platz frei werden,“ bekam ich darauf die Antwort.

In der Küche angekommen, nah mich ein Glas aus dem Schrank und füllte es mit Wasser. Dennoch trank ich nichts davon. Sonja war mir gefolgt und stand mit verschränkten Armen hinter mir. Ich konnte ihren Blick auf mir spüren.
„Sonja ich bin es leid, das du mir mit dieser Ausrede kommst,“ sprach ich ruhig. „Dann musst du dir ein anderes Wohnheim suchen, ich bin es leid das du nichts dazu beiträgst.“
„Ich mag gesagt haben du könntest ne Weile hier wohnen, aber das heißt nicht das du dich hier noch länger einquartieren kannst,“ sprach ich weiter. Nachdem ich etwas getrunken hatte, stellte ich das Glas ab und drehte mich zu Sonja um. „Julie, wenn du das wirklich so siehst werde ich mich schnellstmöglich umsehen,“ schniefte sie.

Ich wusste das sie mir etwas vorspielte, deswegen blieb ich gelassen und lehnte ich mich an die Arbeitsplatte. „Du wirst dich gleich morgen früh darum kümmern,“ sagte ich dabei schaute ich zur Uhr. „Oder eher nachher,“ fügte ich hinzu. Somit stieß ich mich von der Platte ab und verließ ohne sie anzugucken die Küche. Immer wenn wir dieses Thema hatten, versuchte sie mich zu erweichen, indem sie anfing mir vorzugaukeln das sie weinen würde. Die ersten Male hatte es tatsächlich funktioniert, aber mittlerweile wusste ich das es nur eine Taktik von ihr war. Mein Haus mochte gemütlich sein und genug Zimmer haben, aber das sie nichts machte nervte einfach nur. Ihr Zimmer sah aus wie das von einem bockigen Teenager und Sonja war wirklich Unordentlich.
Ich fragte mich wie ich es geschafft hatte ein Jahr mit ihr zusammen zu wohnen. Es lag wahrscheinlich daran, das ich die meiste Zeit im Einsatz war und wir uns nicht sahen. Die Ernüchterung folgte als ich sah wie sie sich in meinem Haus breit machte, welches ich mit eigenen Händen erbaut hatte. Natürlich war ich nicht allein dabei. Ein paar Kollegen halfen mir dabei. Selbst Peter und Phil halfen. Als ich an sie dachte wurde ich traurig. Ich vermisste sie wirklich. Wir waren nicht nur eine Einheit, wir waren Freunde. Wood und Fine stießen an dem Tag zu uns und es kostete sie das Leben.

Im Flur lief ich an Bildern vorbei wo wir alle in die Kamera lächelten. Kurz blieb ich stehen und sah das Foto an. Ich spürte wie eine Träne meine Wange hinunter lief. Grob wischte ich sie weg und ging weiter. So ging ich in mein Schlafzimmer und schloss die Tür. Langsam ließ ich mich auf mein Bett nieder. Erneut vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen. Ich spürte wie mein Herz schwer wurde und sich Kopfschmerzen bemerkbar machten. Ich wollte nicht weinen, doch wieder einmal siegte die Traurigkeit und ich ließ meinen Tränen freien lauf. Ich weiß nicht wie lange ich weinte, aber schließlich rollte ich mich auf dem Bett zusammen und schlief vor Erschöpfung ein.

Als ich das nächste Mal wach wurde, schien bereits die Sonne in mein Zimmer.
Ich fühlte mich wie gerädert und erhob mich schwerfällig aus meiner Position. Jeder Knochen knackte. Es war keine gute Idee so liegen zu bleiben. Ich streckte mich um meinen müden Körper mal aufzuwecken. Heute wollte ich weiter am Haus bauen, immerhin fehlten noch der Anbau und die Garage musste auch noch beendet werden.
Eventuell würde ich sogar noch ein kleines Gartenhäuschen bauen, aber das wollte ich spontan entscheiden. So zog ich mich an und machte die Gardinen gänzlich auf. Ein poltern ließ mich zusammenzucken. Schon konnte ich Sonja fluchen hören. Anscheinend hatte sie etwas runter geworfen.
Als ich in die Küche kam war Sonja gerade dabei die Töpfe in die Spüle zu legen um sie abzuwaschen. Erstaunt blieb ich stehen. Das war das erste Mal das ich sie abwaschen sah. Bisher hatte sie noch nicht mitbekommen das ich hinter ihr stand. Leise fluchte sie über die Töpfe. In der Spüle türmte sich der Schaum, sie hatte definitiv zu viel Spülmittel benutzt.
„Ich wusste nicht, das du abwaschen kannst,“ sprach ich sie endlich an. Sie erschrak sofort und ließ erneut einen Topf fallen. „Julie... du hast mich erschreckt,“ sprach sie das öffentliche aus. „Habe ich bemerkt,“ antwortete ich ihr trocken ging auf sie zu und hob den Topf auf.
„Ich wollte zumindest abwaschen bevor ich ausziehe,“ gestand sie. „Wie nobel,“ sprach ich und stellte den Topf ab. „Julie…. hör mal ich weiß das es mit uns nicht klappen wollte, aber deswegen brauchst dich nicht über mich lustig machen,“ sprach sie sauer. Daraufhin widmete sie sich dem Abwasch.
„Tut mir leid Sonja. Ich bin hinten, falls du mich suchen solltest,“ sagte ich und zeigte mit der Hand nach hinten. So ließ ich sie alleine.

Aus dem Schuppen holte ich mir das Werkzeug und aus dem Garten die Materialien. Zwar hatte ich bereits mit der Steinmauer angefangen, aber ich musste sie noch verputzen und Später noch mit Holz verkleiden. Ich hoffe das wenigstens heute das Wetter mitspielen würde. Die letzten Tage hatte es geregnet und ich konnte nicht viel machen. Doch die Sonne schien und weit und breit war keine Wolke zu sehen. Es würde ein schöner Tag werden. So legte ich mit der Arbeit los.
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