Das Strahlen in seinen Augen

von Colombe
GeschichteRomanze / P12 Slash
Dr. Heinz Doofenshmirtz Perry / Agent P.
14.10.2019
16.11.2019
14
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Kapitel 13 Für diesen Moment

Heinz hatte ein großes Problem. Und leider Niemandem mit dem er darüber sprechen konnte, oder wollte. Der einzig mögliche Gesprächspartner wäre nämlich Norm gewesen, aber da sprach der fiese Wissenschaftler dann doch lieber mit sich selber. Das hier war wirklich kein Thema mit dem Heinz einfach so mit jedem reden konnte. Vanessa käme in Frage, aber sie war mit Freunden weg. Und Heinz hatte ihr hoch und heilig versprechen müssen ihr nicht hinterherzufahren. Das war schon so schwer genug für ihn, aber nun musste er sich auch noch, einsam und verlassen in seinem hohen Haus, mit seinen Gefühlen auseinandersetzen. Vielleicht sollte er Vanessa doch folgen? Schon mehrere Male war Heinz drauf und dran gewesen die Autoschlüssel zu holen, einzusteigen und die Sache einfach durchzuziehen, aber bisher hatte er sich jedes Mal erfolgreich davon abhalten können.
Nein, nein, er durfte nicht. Wenn er seinem inneren Drängen nachgab, dann würde Vanessa ihre Drohung wahr machen und ihn einen Monat lang ignorieren. Das könnte er nicht aushalten! Aber irgendwie musste er mit ihr kommunizieren. Der fiese Wissenschaftler hielt es einfach nicht mehr länger aus, hilflos auf seinem Bett zu sitzen und die letzten Stunden immer und immer wieder review passieren zu lassen, wie er es bisher gehalten hatte. Er musste handeln! Hieß, er musste mit jemandem sprechen, jetzt sofort. Aber wie konnte er Vanessa nur erreichen? Heinz bisher ziellos durch den Raum schweifender Blick fokussierte sich plötzlich auf ein kleines, schwarzes Gerät auf seinem Arbeitstisch. Sein Telefon! Der Doktor hätte sich Ohrfeigen können für seine Torheit. Natürlich, er würde seine Tochter einfach anrufen!
„Hey Dad“, erklang auch schon die leicht genervte Stimme eines Teenagers aus dem Hörer. „Bevor du fragst, nein ich rauche nicht, trinke nicht, nehme auch keinen anderen Drogen und ich lasse mich nicht zu Jungs auf ihr Zimmer einladen. Und wir wurden auch nicht von wilden Dachsen angefallen.“
„Das ist alles ganz toll Schatz“, handelte Heinz die Sache ab, ungeduldig endlich zum Punkt zu kommen. „Aber darüber will ich jetzt gar nicht reden.“
„Willst du nicht?“ Jetzt schien Vanessa tatsächlich vage interessiert zu sein. „Was ist denn dann los? Sag mir nicht einer deine Pläne hatte endlich Erfolg!“
„Naja, ja und nein“, entgegnete Heinz. „Also nicht unbedingt ein Plan wie du ihn die vorstellst, aber ich habe ein Experiment durchgeführt- und bin zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen.“
„Was?!“, schrie Vanessa nun schrill von der anderen Seite des Telefons, so laut, dass Heinz gezwungen war den Hörer ein bisschen von seinem Ohr wegzuhalten. „Du meinst, dass Experiment, zu dem ich dir geraten habe? Das Experiment?“
„Ja, genau das Experiment“, bejahte Heinz, wohl wissend welche Frage nun als nächstes folgen würde.
„Und? Bist du`s?“
Der Doktor ließ seine Gedanken kurz zurückschweifen, zurück zu jenem Moment am späten Morgen. Zurück zu dem Zeitpunkt an dem er seine Nemesis geküsst hatte. Er erinnerte sich noch gut an seine Gefühle in diesem Moment. Aufgeregt, unsicher zuerst. Dann war davon plötzlich überhaupt nichts mehr zu spüren, da waren nur er- und Perry. Er erinnerte sich an diese angenehme Wärme die in ihm aufgestiegen war, als er seinen Erzfeind so nah bei sich hatte, wie wundervoll es gewesen war ihn so in den Armen zu halten. Alles Gefühle die Heinz bereits von anderen, länger zurückliegenden Beziehungen mit Frauen kannte, aber in weit weniger stark ausgeprägten Form. Diese Gefühle hier waren weniger heißer, explosionsartiger Natur, wie eine Welle an Emotionen die sich tosend über ihm entlud und ihn aller Sinne beraubte. Das hier war sanft und warm und kribbelig. Aber auch irgendwie… sicher. Als hätte Heinz endlich das getan, was er in seinem Herzen schon so oft durchgespielt hatte. Als wäre er endlich angekommen, als wäre er- wie ein Schiff nach langer Fahrt auf stürmischer See- nun zurück in seinem Heimathafen. Die Sonne schien, Vögel begrüßten ihn mit Gesang und in seinem Herzen blühte etwas auf, etwas dass ihn im seinem ganzen Sein erfüllte und einhüllte wie in warme Decken. Einfach richtig.
„Ich denke, ich bin nicht verliebt“, sagte Heinz deshalb langsam. Bevor Vanessa allerdings etwas erwidern konnte, fügte er noch hinzu: „Es ist viel mehr als das. Ich liebe ihn, mit ganzer Seele.“

Doofenschmirtz war allerdings nicht der einzige der mit Problemen zu kämpfen hatte. Auch Perry steckte in enormen Schwierigkeiten. Da er aus dem DEI-Gebäude getürmt war, ohne sich vorher wieder in ein Schnabeltier zu verwandeln, konnte er weder nach Hause noch zur OOCA, jedenfalls nicht ohne, dass man ihm dort eintausend Fragen stellte. Und zu Doofenschmirtz zurück konnte er natürlich auch nicht. Aus diesem Grund war Perry auf einem Felsvorsprung in den nahegelegenen Bergen gelandet. Und dortgeblieben. Mit klapperden Zähnen, und den Hut tief ins Gesicht gezogen, saß er da und starrte abwechselnd auf seine Hände, und den großen vollen Mond am Himmel. Inzwischen war es Nacht geworden. Perry hatte nicht die ganze Zeit hier verbracht, zu alles erst hatte er sich heimlich Kleidung aus dem Haus seiner Familie zusammengestohlen- es ging nicht anders, dann hatte er sich an einem Café etwas zu Essen geholt. Aber seitdem war er hier. Und fror. Die Lippen des Agenten mussten inzwischen eine ähnliche Farbe angenommen habe wie seine Haare und Perry spürte weder seine Hände, noch seine Füße. Aber fort wollte er auch nicht, er schätzte die Einsamkeit hier oben. Außerdem hatte man von hier einen wundervollen Ausblick auf die Stadt und ihre funkelnden Lichter. Friedlich lag sie da, die Geräusche aus der Entfernung nicht zu vernehmen, wirkte sie trotzdem recht lebendig. Es war, als wäre nie etwas geschehen, die Welt nahm einfach weiter ihren Lauf. Aber es war etwas passiert, kein Zweifel, das war es. Und Perry wusste wirklich nicht wie er damit umgehen sollte, und das kam nicht häufig vor. Immer wieder zwang sich jener Moment vor sein inneres Auge, so sehr er auch versuchte ihn zu verdrängen. Irgendwann gab Perry einfach auf. Wieder spürte er diese… diese Gefühle. Und jedes Mal, wenn der Agent wieder Heinz blaue Augen vor sich sah, durchlief ihn ein ungeahnter Schauer. Ganz Recht zu deuten wusste Perry seine Gefühle nicht. Obwohl, eine Idee hätte er schon. Aber sie wirkte so falsch, so unmöglich, dass Perry sich nicht traute weiter über diese Aussicht nachzugrübeln. Er bekämpfte das Böse! Er verbrüderte sich nicht mit ihm. Diese ganze Vertrautheit zwischen ihnen war überhaupt schon viel zu weit fortgeschritten, vielleicht hatte Major Monogramm da gar nicht so unrecht. Andererseits, nur weil er sich mit seiner Nemesis als Mensch gut verstand, hieß das nicht, dass er ihm auch in seinen bösen Plänen zustimmen musste. Er konnte und würde Doofenschmirtz immer noch aufhalten, wenn er musste.
Sein Spiegelbild- sein menschliches Spiegelbild erschien auf dem Display seiner Uhr. Stumm blickte Perry es an. Er war wirklich ziemlich blau angelaufen.
Ver-liebt?, stellte er seinem Spiegelbild eine wortlose Frage. Bin ich… ver-liebt?
Sein Spiegelbild wurde rot. Wenn das mal nicht Antwort genug war. Aber das durfte doch nicht sein! Was wohl die OOCA dazusagen würde, wenn sie herausfand, dass Perry möglicherweise Gefühle für seine Nemesis hegte? Was würde das für Konsequenzen nach sich ziehen? Man war schließlich jetzt schon nicht zufrieden mit seiner Beziehung zu Doofenschmirtz. Und da, plötzlich, regte sich etwas in Perry, das er bisher nicht in diesem Zusammenhang gekannt hatte: Trotz.
Wie konnte die Agency ihm vorschreiben mit wem er befreundet sein wollte, und wem er nahestehen durfte? Das war doch wohl allein seine Entscheidung!
Ja, ja, so war das. Er durfte eigene Entscheidungen treffen, dazu war er berechtigt. Und fürs erste musste er wissen, um was für eine seltsame Anziehungskraft es sich zwischen ihm und Heinz handelte. Perry stand wacklig von seinem Felsvorsprung auf schnallte sich mit halb erfrorenen Fingern sein Jetpack um. Das stellte sich als nicht ganz so einfach heraus.

„Er hasst mich Vanessa, er hasst mich!“, heulte Heinz gerade in sein Telefon. „Nach allem was ich ihm angetan habe kann ich es ihm nicht mal verübeln! Wie soll er mir jemals verzeihen?“
„Dad, es ist drei Uhr nachts, das ist dir klar oder?“, fragte Vanessa angestrengt. „Rufst du mich jetzt alle dreißig Minuten an, um dich bei mir auszuweinen?“
„Ja!“
„Das war mal eine klare Antwort.“ Die Brünette seufzte. Es war ja nicht so, dass sie ihren Vater nicht liebte, oder ihm nicht helfen wollte, aber sie und ihre Freunde hatte diese Nacht ausgehen wollen und Heinz stahl ihr eine große Menge ihrer Zeit. „Hör zu, er wird ja nicht ewig wegbleiben, richtig? Er muss sich schließlich noch zurückverwandeln. Warte doch einfach bis dann und rede mit ihm.“
„Ja, aber Vanessa“- setzte Heinz zu einer weiteren Jammertirade an, als plötzlich etwas laut krackend auf dem Dach aufschlug.
„Was in Teufels Namen ist denn das?!“, entfuhr er dem Wissenschaftler und ruckartig wandte er sich dem Geräusch zu. „Es tut mir leid, Vanessa, ich rufe zurück!“, sagte er dann zu seiner Tochter und legte den Hörer auf.
„Warte Dad-“ doch da war es schon zu spät. Sprachlos schaute die Jugendliche auf ihr piepsendes Telefon. Das konnte doch nicht wahr sein, warum legte ihr Vater bloß gerade dann auf, wenn es spannend wurde?!

„Perry“, keuchte Heinz beim Anblick seines Erzfeindes, welcher sichtlich mit seinem Jetpack kämpfend- halbsitzend, halb liegend auf dem Dach gelandet war.
„Äh, einen Moment, ich helfe dir!“ Motiviert seinen Erzfeind von seinem guten Willen zu überzeugen, eilte Heinz zu ihm und half ihn aus seinem Jetpack heraus. Dankbar lächelte Perry zu ihm hinauf und ließ sich von ihm hochziehen.
„Wow, wow, du bist ja ganz unterkühlt“, stellte der Doktor erschrocken fest und hielt dabei Perrys Handgelenke fest umklammert. „Du bist ganz blau im Gesicht, weißt du das? Was hast du denn die ganze Zeit getrieben? Bist du etwa im Kühlschrank eingeschlafen? Das ist mir nämlich mal passiert. Später dann hatte ich die größten Frostbeulen die mein Arzt je gesehen hat. Sogar größer als die des Kerles, der in der Antarktis ein Nickerchen gemacht hat.“
Perry lachte leise. Schön zu hören, dass Heinz noch der Alte war. Er hatte sich schon sorgen gemacht, dass er den Wissenschaftler jetzt vollkommen zerstört vorfinden würde. Heinz führte ihn ins Wohnzimmer, und wie automatisch steuerten beide dieses eine spezielle rote Sofa an. Perry setzte sich und ließ ohne Gegenwehr zu, dass seine Nemesis die üblichen vier Decken um ihn feststopfte. Heinz Geruch wehte Perry um die Nase, er war hier überall, auch an den Decken und Kissen um ihn herum. Die Augen geschlossen, die Nase tief in dem weichen Stoff vergraben nahm er einen tiefen Atemzug, sog den Geruch in sie auf wie Sauerstoff zum Atmen. Mit Heinz der in der Küche leise vor sich hinplappernd Kakao zu bereitete, und ihm hier auf dem Sofa, gehüllt in einen ganzen Haufen Decken, fand Perry eine beinahe heimische Atmosphäre wieder. Beinahe so, als wäre er nie weg gewesen. Doch Doofenschmirtz unsicherer Blick, als er Perry nun dabei beobachtete wie er seine heiße Schokolade aus der rosa Biene-Tasse schlürfte, machte ihm klar, dass dem nicht so war.
„Perry ich möchte dir sagen, dass es mir leidtut. Alles“, setzte der Wissenschaftler nun an. „Ich weiß nicht ob du mir das jemals verzeihen kannst, ich weiß nicht ob ich es mir verzeihen würde. Ich kann dich sofort in ein Schnabeltier zurückverwandeln, wenn du das möchtest! Es tut mir wirklich aufrichtig leid, auch dass ich dich- na du weißt schon, geküsst habe, es ist wichtig für mich gewesen, um herauszufinden was ich für dich empfinde, aber ich habe nie daran gedacht, dass es dir vielleicht missfallen könnte.“ Unfähig Perry in die Augen zu sehen, starrte Doofenschmirtz auf seine Hände. „Ich wollte nur, dass du es weißt. Ich glaube, ich glaube ich- ich habe eindeutig etwas gespürt, als wir uns- geküsst haben. Aber ich versteh das, wenn du jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben willst. Wirklich, das ist kein Problem ich wollte nur-“
Ein Finger legte sich auf Heinz Lippen und gebot seinem Redefluss Einhalt. Überrascht hob dieser den Kopf und fand sich einen traurig lächelnden Perry gegenüber. Sachte schüttelte der Geheimagent den Kopf.
„Nein? Was nein? Das könnte alles bedeuten Perry, du solltest ein wenig genauer werden“, sagte Heinz verwirrt.
Wieder schüttelte Perry den Kopf. Doch diesmal streckte er gleichzeitig den Arm aus und zog seine Nemesis sanft, aber bestimmt zu sich auf das Sofa. Bevor der Wissenschaftler auch nur eine weiters Wort sagen konnte, lehnte Perry sich zu ihm hinüber und legte seine Lippen auf die von Heinz.
Im ersten Moment versteifte der Doktor sich, doch nach und nach wurden seine Muskeln wieder weich, und er zog Perry näher an sich heran. Er konnte es kaum fassen, Perry küsste ihn, von sich aus! Zum zweiten Mal nun schon, spürte Heinz diese weichen, süßen und unschuldigen Lippen auf seinen. Zum zweiten Mal nun schon, hielt er seine Nemesis so herrlich fest in seinen Armen. Von Perrys Eigeninitiative ermutigt verlagerte Heinz sein Gewicht in seine Richtung und drückte ihn so, liebevoll aber entschieden mit dem Rücken auf das Sofa. Ein Laut der Verzückung entfloh Perrys Lippen und brachte Heinz Herz zum Flattern. Das passierte gerade wirklich! Es stellte eine kleine Hürde da, den Körper seiner Nemesis aus all diesen Decken zu befreien, aber letztendlich war auch das geschafft. Eine irrwitzige Zunge kollidierte mit Heinz Lippen und drängelte eingelassen zu werden, einen Wunsch den der Wissenschaftler nur allzu gerne gewährte. Und natürlich ebenso erwiderte. Und der Doktor musste feststellen, dass er in Sachen Zungenkämpfe, Perry doch tatsächlich überlegen war, eine Tatsache die ihn dann doch mit Stolz erfüllte. Froh über seine Eroberung erkundete er Perrys Mund noch einmal näher, und entlockte seiner Nemesis damit mehrere leise Seufzer. Noch nie hatte sich ein Kuss so gut angefühlt. Und wäre es nach Heinz gegangen hätte er niemals geendet. Aber alles Schöne, war einmal vorbei. Bald mussten die beiden ihre Münder wieder voneinander lösen. Atemlos, mit roten Wangen und wirren Harren lagen sie da, und schauten sich an. Heinz kam nicht umhin feststellen, wie schön der menschliche Körper seines Erzfeindes aussah, besonders in diesem erregten Zustand. Und Heinz fühlte sich beinahe als wäre er wieder ein Teenager, so aufgeregt war er. Und dabei war das, weiß Gott, sicherlich nicht das erste Mal, dass er verliebt war, wenn auch das erste Mal in einen Mann. „Du bist wunderschön“, hauchte er deshalb, ohne recht darüber nachzudenken- Er streckte eine Hand aus und fuhr Perry damit über die geröteten Wangen. Der Agent erschauerte, und die sonst so wachsamen, berechnenden braunen Augen waren seltsam getrübt. Mit einem zögerlichen Lächeln griff Perry nach Heinz Hand und hielt sie fest. „Was ist?“, entfuhr es dem Wissenschaftler auf einmal verunsichert. „Habe ich was Falsches gesagt? Ich habe sicher was Falsches gesagt, oder? Ich hätte das nicht sagen sollen, wieso nur habe ich-“ Und wieder hinderte ihn ein Finger auf seinen Lippen am Weiterreden. Perry schüttelte den Kopf und streckte seine Hand aus um nun ebenfalls Heinz Gesicht zu berühren.
„Ich?“, fragte der ungläubig. „Ich und schön? Naja, ich weiß nicht ob das die Worte wären, mit denen man mich normalerweise beschreiben würde.“
Doch Perry Augen ließen keinen Wiederspruch zu. Liebevoll hauchte er ihm- wie zum Beweis, einen weiteren Kuss auf die Wangen. Heinz wurde, wenn möglich noch röter. „Nett von dir…“

Als Perry den Entschluss gefasst hatte zu seinem Nemesis zurückzufliegen und seinen genauen Gefühlsstand zu überprüfen, hatte er nicht wirklich über alles nachgedacht, was passieren könnte, wenn er Heinz tatsächlich auf diese Art zugeneigt war. Und er wusste es immer noch nicht. Alles was er wusste war, dass er hier lag, auf diesem Sofa, welches der fiese Wissenschaftler für sie auseinandergeklappt hatte, damit sie Beide bequem darauf liegen konnte. Er wusste, dass er hier lag, den Arm seines eigentlichen Erzfeindes um seine Schultern und eng an den anderen Körper geschmiegt Die Wärme die Heinz ausstrahlte machte es für Perry möglich mit nur einer einzigen Decke auszukommen. Heinz plapperte ohne Pause leise vor sich hin, doch auch, wenn Perry nicht richtig zuhörte, fand er es doch irgendwie beruhigend. Mit halb geschlossenen Liedern lag er da und versuchte durch die Stimme seiner Nemesis jeglichen Gedanken an den morgigen Tag aus seinem Kopf zu vertreiben. Er wollte sich nicht damit beschäftigen, was danach kommen würde, nicht mit den Konsequenzen. Er wollte nur hier sein und fühlen, nicht denken, nur fühlen. Für einmal nicht denken.
Heinz schien seine Besorgnis zu spüren, denn er brach abrupt mit seinem Gerede ab und stemmte sich auf die Seite, sodass er Perry ins Gesicht sehen konnte. „Machst du dir Sorgen, wegen der OOCA?“, fragte er.
Perry nickte zögernd. Unter anderem, oder größtenteils, ja.
„Ich verspreche dir wir kümmern uns noch darum. Aber erst wenn es soweit ist. Morgen, okay? Lass uns den Moment erstmal genießen.“
Perry nickte, lächelte und rückte, wenn möglich noch enger an seinen Freund-Feind heran. Für heute würde er sich keine Sorgen machen müssen. Schließlich war er hier, bei seiner Nemesis.

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