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For the safety of the earth...

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Freundschaft / P12 / Gen
14.10.2019
13.11.2019
7
10.636
5
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Dieses Kapitel
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17.10.2019 1.832
 
Es war eng in dem Lüftungsschacht und Malcolm musste kriechen, seine Ellbogen und Knie schmerzten schon etwas durch diese unangenehme Fortbewegung. Er wusste nicht, wo er sich befand. Er konnte das vertraute Brummen von Maschinen kaum wahrnehmen und dennoch hatte er das Gefühl, dass er sich im All befinden musste. Vielleicht nicht unbedingt auf einem Schiff, vielleicht auch auf einer Station. Mit Glück würde er es in den nächsten Minuten herausfinden und hoffentlich auch verschwinden können.

Der Lieutenant der Enterprise kroch eine ganze Weile durch den Schacht. Musste manchmal um die Ecke oder bei Verteilungen den einen Weg wieder zurückgehen, da er auf Sackgassen gestoßen war. Ihm wurde es doch etwas mulmig je länger er hier drin war. Hatte doch etwas Angst, dass er hier nicht mehr rauskam.
“Du alter Angsthase Malcolm”, murmelte er dann zu sich selbst. Verdammt, er war der Sicherheitschef der Enterprise und hatte schon schlimmere Situationen hinter sich. Also würde er es schon schaffen aus diesem Lüftungsschacht heraus zu kommen und nach wenigen Minuten und einer weiteren Ecke, konnte er dann Licht am anderen Ende des Tunnels sehen und kroch zielstrebig darauf zu. Der gefächerte Deckel gab ihm einen leichten Einblick in die Umgebung, wo er rauskommen würde. Es war eine Halle bzw. ein Hangardeck, denn er erkannte eine Fähre weiter unten. So war es sich nun sicher, dass er sich wahrscheinlich auf einer Station befand. Ob diese nun im All schwebte oder nicht, würde er gleich herausfinden.

Leider konnte Reed nicht erkennen, ob sich Leute im Hangar befanden, deswegen setzte er einfach auf sein Glück, auch wenn dieses manchmal nicht sehr hilfreich war.
Er ergriff den Rahmen vor sich und drückte behutsam dagegen, verstärkte den Griff bis sich das Teil mit einem Scheppern löste. Augenblicklich erstarrte Malcolm und horchte. Allerdings konnte weder Schritte wahrnehmen noch irgendwelche Worte oder einen Alarm. Da hatte er wirklich mal das Glück an seiner Seite. Er schob den Deckel an die Seite und kroch aus dem Lüftungsschacht heraus auf das Gitter ehe er sich vorsichtig aufrichtete und die Gliedmaßen etwas streckte. Der Hangar war verlassen. Niemand war hier.
Der Lieutenant verschloss den Lüftungsschacht wieder und sah sich nochmal um. Er befand sich auf einer Art Überbrückung und konnte durch das Gitter auf die vier Fähren herabsehen. Zu seinem Bedauern gab es hier keine Fenster, die ihm einen Blick nach draußen ermöglicht hätten. So musste er wohl auf alles gefasst sein müssen.

Erneut blickte sich der taktische Offizier um bevor er sich zur Treppe begab und sie hinunter schritt. Dabei bedacht alles im Auge zu behalten. Unten angekommen ließ er seinen Blick wieder durch den Hangar schweifen und entdeckte einen Kasten mit Gewehren drin. Schnellen Schrittes begab er sich zu diesem, murrte jedoch leise bei der Codeverriegelung. Das war selten. Auf normalen Schiffen gab es sowas nicht.
“Das wars schon wieder mit meinem Glück”, murrte er und schritt zu einer der Fähren. Rote Streifen zierten die Außenhülle und mit einem Ruck konnte er die Luke öffnen als er das Zischen einer Tür hinter sich wahrnahm.
“Verfluchtes Glück”, knurrte er als eine weibliche Stimme ertönte. Direkt drehte sich Reed um und erblickte eine in schwarz gekleidete Frau mit blonden, lockigen Haaren, welche ihr etwas über die Schultern gingen. Die blauen Augen sahen ihn an und ein Lächeln umspielte ihre Lippen.

“L-linnea”, sagte Malcolm mit einer leichten Fassungslosigkeit in der Stimme. Er spürte wie sich sein Herzschlag erhöhte.
“Ja, ich bin es Malcolm. Schön dich zu sehen”, lächelte sie und kam den Briten etwas näher.
“W-was machst du hier? Bist du nicht auf einer Forschungsstation?”, fragte er etwas irritiert.
“Nein, ich war nie auf einer Station. Ich bin schon seit Jahren ein Mitglied von Sektion 31 und war traurig als du gegangen bist”, erwiderte Linnea und verwirrte den Sicherheitschef noch mehr.
“Nein… du hast auf der Jupiter-Station gedient… unsere Chats…”, meinte Malcolm.
“Ich bin Sektion 31 treu ergeben. Ich habe sie nie verlassen. Ich habe dich vermisst Mal”, sagte sie und Reed blickte sie an. Er verstand es nicht.
“O-okay… aber wo sind wir?”, fragte der Brite verunsichert.
“Im Hauptquartier von Sektion 31. Eine alte Station von Kolonisten erbaut, die als Evakuierungsstelle diente. Doch die Kolonie bei diesem Planeten wurde aufgegeben”, erklärte die Blondine.
Malcolm schüttelte leicht mit dem Kopf und wollte was erwidern als ihm schwarz vor Augen wurde und er in die Arme seiner ehemaligen Kollegin fiel.
Harris trat neben dem Shuttle hervor.
“Sieh an, er hat noch die gleichen Gefühle wie damals für dich, wäre nur mehr daraus geworden damals. Aber ihr werdet wieder ein perfektes Team sein, wenn die Behandlung vorbei ist”, meinte Harris und half Linnea dabei den Lieutenant zu tragen.

***

“Nichts? Sie können nichts finden?”, fragte Captain Archer und sah T’Pol an.
“Nein Captain. Das Schiff hat wohl etwas benutzt um unsere Scanner zu umgehen und dort, wo der Transport stattgefunden hatte, gibt es auch keine Anhaltspunkte, die uns helfen könnten das Schiff ausfindig zu machen”, erklärte die Vulkanierin ohne jegliche Emotionen.
Der Captain sah sie eine Weile schweigend an bevor er den Kopf schüttelte.
“Das kann doch nicht sein”, murmelte er und ließ sich dann auf seinem Stuhl nieder. Er rieb sich über das Kinn und hatte seinen Blick auf den Schirm gerichtet.

Dieses unbekannte Schiff mit den roten Streifen auf der schwarzen Außenhülle hatte die Enterprise aus dem Nichts angegriffen. Er hatte sich gefragt, ob sie irgendjemand verärgert hatten und nicht damit gerechnet, dass einer seiner Offiziere entführt werden würde. Er hatte die Sicherheit und die Maco’s durch das Schiff geschickt als die unbekannten Angreifer verschwunden waren. Hatte gehofft, dass sich der Computer geirrt hatte. Doch seine Leute sowie das Schiff bestätigten, dass sich Lieutenant Reed nicht mehr an Bord der Enterprise befand.
“T’Pol, ich möchte, dass Sie sich die Signaturen des fremden Schiffes genau ansehen. Ich will wissen, wer das war! Irgendeinen Anhaltspunkt muss es geben!”, sagte Jonathan und hatte keine gute Laune.
“Verstanden Captain und wenn ich einen Vorschlag bereiten dürfte?”, kam es vom Subcommander.
“Der wäre?”, fragte er und sah die Vulkanierin an.
“Wir sollten es dem Flottenkommando melden, dann könnte es schneller gehen, dass wir Mister Reed finden”, sagte sie.
“Oh ja, wo sollen die bitte anfangen zu suchen, wenn wir selbst keine Erkenntnisse haben?”, fragte Archer launisch und strich sich über die Augen.

Er verstand die Sache nicht. Wollten die Entführer wirklich nicht, dass man den Briten findet? Was sollten sie für einen Grund haben? Oder hatte Malcolm da was mit injiziert? Immerhin ist es nicht lange her, dass er ihn belogen hatte.
Jon schnaubte, sodass sich einige Offiziere kurz zu ihm drehten.
Wieso dachte er sowas? Malcolm hatte ihn nach dem ganzen Wirbel hoch und heilig versprochen, dass er nur noch seine Befehle entgegen nehmen würde. Von keinem Anderen, er war der taktische Offizier der Enterprise. Allerdings fiel es Archer doch schwer es zu glauben, immerhin hatte er nicht erwartet, dass Lieutenant Reed sein Vertrauen missbrauchen würde.
Jetzt entkam dem Captain der Enterprise ein Seufzen. Er sollte nicht an der Loyalität seiner Crew zweifeln. Es musste eine Entführung gewesen sein und die Entführer waren einfach gerissen gewesen.

Auf der Erde wäre bereits die Nacht eingebrochen als Archer seine Offiziere schlafen schickte. Sie hatten immer noch keine neuen Erkenntnisse und allmählich machte er sich ziemlich Sorgen. Was auch immer hinter der Entführung stecken mag, er würde es herausfinden.
Als Jon sein Quartier betrat klopfte es. Es war Porthos Schwanz, der gegen das Kissen schlug und er sich freute, dass sein Herrchen endlich da war.
“Hey meine Junge, hat leider etwas länger gedauert”, begrüßte er seinen Beagle und streichelte ihn etwas bevor er ins Bad verschwand und sich umzog. Er schritt zum Bett und legte sich hinein.
“Komm Porthos, Zeit zum Schlafen”, sagte er und der Hund sprang zu ihm aufs Bett. Kuschelte sich unter seinen Arm.
Jon streckte sich nochmal um an den Schalter für das Licht zu kommen und dann war es dunkel. Er schloss die Augen und kraulte den Beagle bis er schließlich einschlief.

***

Am nächsten Morgen richtete Archer seine Uniform und kämmte sich nochmal das Haar. Er verabschiedete sich von Porthos und machte sich auf den Weg zur Mannschaftsmesse, er verschwand in seinem eigenen Raum. Er machte sich ein Toast und biss hinein während er hinaus ins weite All starrte.
Wo könnte man ihn hingebracht haben? Es musste doch eine Spur geben. Irgendetwas wird es geben müssen.
Es klingelte.
“Herein”, meinte er und dann stand sein Freund Trip an der Tür.
“Darf ich reinkommen Captain?”, fragte dieser, Archer nickte darauf nur und zeigte auf den leeren Platz. Tucker setzte sich.
“Es gibt keine Spur von ihm?”, fragte der Commander. Jon schüttelte nur den Kopf und biss erneut von seinem Toast ab.
“Wen soll Malcolm denn bitte verärgert haben? Die Klingonen sicherlich nicht”, meinte Trip und grinste etwas. Der Captain lächelte und schluckte das Stück runter.
“Nein, sicher nicht. Das war kein Bird-of-Prey und es ähnelte auch keinem anderen Klingonenschiff. Es war jemand Unbekanntes oder die Suliban mit etwas Neuem”, meinte Archer.
“Dann hätten sie sich doch schon gemeldet oder?”, fragte Tucker unsicher.
Archer zuckte mit den Schultern. Er wusste es nicht. Er biss erneut in sein Toast und kaute, konnte es sich nicht denken.

“T’Pol untersucht die Signaturen des Schiffes. Vielleicht können wir so etwas rausfinden”, murmelte Archer nach einer Weile des Schweigens.
“Verstehe”, meinte Tucker und der Captain beendete sein Frühstück, blickte auf die Uhr.
“Gleich ist Dienstbeginn”, meinte er und richtete sich auf. Sein Freund stand ebenfalls auf.
“Jon, wenn ihr was neues herausfindet, gibst du mir Bescheid?”, fragte der Chefingenieur. Immerhin verbrachte er viel Zeit mit Malcolm und sie arbeiteten wie ein perfektes Duo zusammen.
“Natürlich Trip”, meinte Archer lächelnd und klopfte ihm auf die Schulter bevor die Beiden die Messe des Captains verließen.

“Neue Erkenntnisse?”, fragte Jon als er die Brücke der Enterprise betrat.
“Beunruhigende”, kam es von T’Pol und er blickte zu der Subcommander.
“Die Signaturen des fremden Schiffes. Den Materialien nach zu urteilen mit dem es erbaut wurde, handelt es sich um ein Erdenschiff”, erklärte die Vulkanierin.
“Bitte was?”, fragte Archer und verstand nur noch Bahnhof.
“Wer auch immer Mister Reed entführt hat, das Schiff stammt von der Erde. Ob es Menschen tatsächlich waren, konnte ich allerdings nicht herausfinden Captain”, erläuterte T’Pol und der Captain kratzte sich am Hinterkopf. Das war komisch. Das war alles sehr komisch. Warum sollte das Schiff von der Erde stammen? Das Schiffsbauunternehmen stand unter dem Namen der Sternenflotte. Sie hätten das mitbekommen. Mit diesen Gedanken verschwand der Captain der Enterprise in seinem Bereitschaftsraum um Admiral Gardner zu kontaktieren.

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Was noch zur Überarbeitung dieser Geschichte führte ist Malcolms alte Teampartnerin. Sie war eigentlich nicht geplant, die Idee kam zufällig und ich mag sie. Vor allem, da Malcolm in sie verliebt war bzw. noch ist. In der Serie hatte er ja eigentlich kaum so zu tun, nur mal mit der einen Spezies bzw. mit Talas. Deswegen wollte ich ihm mal ein Weibchen geben, dass ihn kannte.

Grüße DarthSokratis
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