Weniger als eine Erinnerung  (Mehr als ein Gefühl - Teil 2)

GeschichteRomanze / P18 Slash
Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Minerva McGonagall Poppy Pomfrey Ronald "Ron" Weasley
13.10.2019
09.11.2019
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Vorbemerkung:
Mit diesem Kapitel geht der zweite Teil zu Ende. Wie ich anfangs sagte, hatte ich lange gezögert, eine Folgegeschichte zu schreiben, weil ich Sorge hatte, dass sie den ersten Teil "kaputtmachen" könnte. Nun habe ich es doch gewagt (nach dem Motto "Wenn schon, denn schon", wie man der Geschichte deutlich anmerkt) in der Hoffnung, dass es okay war, sie zu schreiben.
Ich möchte mich ganz herzlich bei meiner Beta-Readerin HeySlowpoke bedanken, bei allen, die sich die Zeit genommen haben, diese Geschichte zu lesen, und besonders bei denjenigen von euch, die sich die Zeit  genommen haben, mir eine Rückmeldung zu geben. Es war mir eine große Freude! Jetzt aber zum letzten Kapitel:




Kapitel 8


Hermine deutete Minerva mit einer Geste an, dass sie in den Garten gehen würde, bevor sie aus dem Zelt in die Dunkelheit trat. Wie gern würde sie alles festhalten, was sie auf ihrer Reise gesehen und erfahren hatte. Die wunderbare Tochter, die sie später einmal bekommen würde, die Zuneigung, die sie in Minervas Augen gesehen hatte, der kurze, hastige Moment im leeren Klassenzimmer… Dies und noch vieles mehr wollte sie in ihrem Herzen bewahren bis in alle Ewigkeit.

Doch sie würde das Erlebte loslassen müssen. Sie verstand nun, warum Minerva im letzten Jahr auf den Obliviate-Zauber bestanden hatte. Hermine hatte auf ihrer Reise viel mehr als nur das kleine Puzzleteil gefunden, nach dem sie ein Jahr lang gesucht hatte. Sie hatte eine ganze Welt vorgefunden, und diese durfte sie unmöglich erinnern.

Hermine schlenderte langsam in den hinteren Teil des Gartens, wo keine Fackeln mehr standen. Auch das Licht aus dem Zelt reichte nicht mehr bis hierher, nur der Mond schien bleich auf die Bäume und in der Ferne waren Silhouetten von Hügeln zu sehen. Hermine fuhr sich erschöpft über das Gesicht und schloss für einen Moment die Augen. Für ihre innere Uhr war es inzwischen etwa fünf Uhr morgens, dabei war es noch nicht einmal 22 Uhr. Ihr Körper sehnte sich nach einem weichen Bett, aber als Trauzeugin konnte sie die Feier unmöglich so früh verlassen.

„Hier bist du!“, hörte sie Rons Stimme hinter sich. „Ich hab‘ dich überall gesucht.“

Hermine unterdrückte ein Seufzen, als sie sich umwandte. „Ich brauchte etwas Zeit für mich“, erklärte sie, als er an ihre Seite trat.

„Ja, klar.“ Ron nickte verständnisvoll. „Was hast du denn gesehen?“

„Ron.“ Hermine streichelte behutsam seinen Oberarm. Sein weißes Oberhemd fühlte sich heiß und durchgeschwitzt an. Schon seit Beginn der Feier hatte Lavender Brown darauf gewartet, ihn aufzufordern und vermutlich jetzt ihre Chance genutzt, ihn auf die Tanzfläche zu zerren. „Wir werden nicht wieder zusammenkommen“, erklärte Hermine ihm mit gedämpfter Stimme. „Aber ich hoffe, dass wir für immer Freunde bleiben werden.“

„Okay.“ Ron kickte mit dem Fuß in den Rasen. „Was hast du denn gesehen? Im letzten Winter war doch noch alles in Ordnung.“

„Ich darf es dir nicht sagen, Ron. Und falls es dich beruhigt, ich werde es gleich selbst nicht mehr erinnern.“ Hermine drückte noch einmal liebevoll seinen Arm, dann ließ sie ihre Hand sinken. „Minerva und ich werden erneut unser Gedächtnis verändern müssen, weil wir zu viel erfahren haben.“

Rons Augen verrieten, dass ihm Hermines vage Andeutungen Angst machten. „Ist es denn so schlimm?“, fragte er und seine langen Arme baumelten hilflos neben seinem schlaksigen Körper.

„Nein, es ist nur…“ Hermine zögerte. „Ich werde meine Zukunft mit einem anderen Menschen verbringen.“

„Weil du musst, oder weil du dich verknallt hast?“ Ron schob seine Hände in seine Hosentaschen. „Wer ist es? Jemand, den ich kenne?“

Hermine schüttelte den Kopf. „Bitte hör auf zu fragen, Ron. Wenn ich eines auf dieser Reise gelernt habe, dann ist es, dass wir die Zukunft in Ruhe lassen sollten. Sie wird früh genug auf uns zukommen, oder wir auf sie, je nachdem, wie man es sieht.“

Ron verdrehte die Augen. „Du klingst wie McGonagall.“

„Das liegt daran, dass es stimmt“, erklang Minervas Stimme hinter ihnen.

Ron trat erschrocken zur Seite. „Professor… Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht…“

„Schon gut“, unterbrach ihn Minerva. „Aber ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich für eine Weile mit Hermine allein lassen würden. Wir haben einiges zu besprechen.“

„Wenn’s sein muss.“ Ron legte seine Hand auf Hermines Schulter, als müsste er sie vor etwas beschützen. „Ich bin im Zelt“, sagte er. „Du kannst immer auf mich zählen.“ Dann drehte er sich um und ging zurück zur Party.

Als er nicht mehr zu sehen war, zückte Minerva ihren Zauberstab, und Sekunden später stand eine alte Hollywoodschaukel zwischen den Bäumen. „Ich kann mich nicht mehr lange aufrecht halten“, gestand sie, während sie in der Schaukel Platz nahm. „Also werden wir unsere Unterhaltung im Sitzen führen müssen.“ Sie hob abermals ihren Zauberstab und legte einen Muffliato-Zauber über ihre Umgebung.

„Ist mir nur recht“, murmelte Hermine und setzte sich auf die weichen Polster. Sie waren mit großen, pinkfarbenen Rosen bedruckt und verströmten einen süßlichen Parfümgeruch, den Hermine aus lang zurückliegenden Theaterbesuchen mit ihren Eltern kannte. „Die Schaukel quietscht nicht einmal“, sagte sie anerkennend und fuhr mit ihren Händen über den weichen Stoff.

„Sie ist aus einem Muggelgarten geborgt“, erklärte Minerva lächelnd. „Und sie muss pünktlich wieder dort sein, wenn ihre Besitzer von ihrem Opernbesuch zurückkommen.“

Ein leichter Impuls genügte und die Hollywoodschaukel begann, sanft vor und zurück zu schaukeln. Die Bewegung war so ruhig und friedlich und stand im völligen Gegensatz zu Hermines aufgewühltem Zustand. Für eine Weile schloss sie die Augen, um sich in die herrliche Ruhe fallen zu lassen und sie ließ sich ihre Überraschung nicht anmerken, als sie Minervas Hand auf ihrer spürte. Sie glaubte zu wissen, warum die Schulleiterin sich die Berührung erlaubte. Sie waren zwar in ihre eigene Zeit zurückgekehrt, aber durch ihr Wissen waren sie nicht wirklich hier angekommen. Sie hingen irgendwo zwischen den Zeiten, waren nicht mehr diejenigen, die sie vorher waren, aber auch noch nicht diejenigen, die sie einmal sein würden. Es war eine Art Zwischenwelt, für die es keine Regeln gab.

Mehrere Minuten lang schaukelten sie still vor sich hin, den Blick in den Sternenhimmel gerichtet, während aus der Ferne gedämpfte Partymusik zu ihnen drang. Hermine lehnte erschöpft ihren Kopf an Minervas Schulter und wünschte, sie müsste von dieser Schaukel nie wieder aufstehen. Sie wollte keine Entscheidungen treffen, nicht darüber nachdenken, was zu tun war. Sie wollte einfach nur hier sitzen, neben Minerva, und alles andere weit weg schieben.

„Wir werden eine sehr aufgeweckte, kluge Tochter haben“, unterbrach Minerva die Stille. „Und hübsch ist sie auch.“

„Und eine Gryffindor“, ergänzte Hermine stolz. „Ich habe es im Krankenflügel erfahren.“

Minerva lächelte, wenig überrascht. „Wundert dich das?“ Sie zog Hermines Hand zu sich auf ihren Schoß. „Meine kleine Zaubereiministerin.“

„Das ist der Wahnsinn, oder?“ Hermine unterdrückte ein Kichern. „Ich kann es noch gar nicht glauben.“

„Beschäftige dich nicht zu viel damit“, warnte Minerva. „Wir müssen es eh wieder vergessen.“

„Und ewig grüßt das Murmeltier…“ Hermine entfuhr ein tiefer Seufzer. „Wenn wir jetzt den Gedächtniszauber anwenden, werde ich morgen wieder vor deiner Tür stehen und herausfinden wollen, was wirklich passiert ist.“

Minervas Gesicht verdüsterte sich. „Und wie ich dich kenne, wirst du sehr hartnäckig dabei sein.“

Hermine gab der Schaukel einen kleinen Schubs, bevor sie die Frage stellte, die sie über ihre gesamte Reise hinweg beschäftigt hatte. „Wieso hast du uns eigentlich geholfen, wo du doch so gegen die Zeitreise warst?“

Minerva schien die Frage zu verwundern. „Hermine Granger, ich kenne dich und deine Freunde seit eurem 11. Lebensjahr. Euch hat noch niemals etwas aufgehalten, wenn ihr euch eine Sache in den Kopf gesetzt habt“, sagte sie in ernstem Tonfall. „Als ich gesehen habe, wie ihr das Zelt verlassen habt, Harry Potter seinen Tarnumhang in der Hosentasche, ahnte ich sofort, was ihr vorhattet. Wenn ich nicht ins Zaubereiministerium gekommen wäre, hättet ihr einen anderen Weg gefunden, um die Zeitreise anzutreten. Durch mein Erscheinen konnte ich zumindest dafür sorgen, dass du nicht allein reisen würdest oder mit einer Begleitung, die noch weniger Erfahrung mit Zeitreisen hat als du selbst. Außerdem konnte ich eure illegale Unternehmung in ein legales Vorhaben verwandeln. Wenn ihr in der Mysteriumsabteilung entdeckt worden wärt, hätten eure Karrieren ein jähes Ende gefunden. Ganz zu schweigen von den sonstigen Strafen.“

Hermine musste an den Moment denken, als ein Strudel sie während ihrer Zeitreise fast ins Nichts gerissen hätte. „Ich bin froh, dass du auf mich aufgepasst hast“, sagte sie dankbar. „Bevor wir unsere Erinnerungen löschen“, fügte sie zögernd hinzu „sollten wir versuchen, die Faktoren zu minimieren, die mich vor der Reise so beunruhigt haben, und die mich ab morgen wieder beunruhigen werden. Vielleicht werde ich dann nicht mehr reisen wollen.“

Minerva dachte über Hermines Bemerkung nach. „Welche Faktoren meinst du?“, fragte sie nach einer Weile.

Hermine zog ein Bein auf die Schaukel und drehte sich zu Minerva, um sie besser ansehen zu können. Das Sternenlicht warf ein blasses Licht auf ihr schönes Gesicht, dem die Zeit so wenig auszumachen schien. Tatsächlich sah sie jetzt aus wie die Göttin, nach der sie benannt worden war und Hermine musste sich stark zusammennehmen, um sie nicht anzustarren wie ein liebeskranker Teenager. „Es waren hauptsächlich drei Dinge“, antwortete sie und merkte dabei, dass das letzte Jahr ihr gerade weiter weg schien als ein ganzes Jahrzehnt. „Erstens war ich sehr beunruhigt, dass mein Lernplan für die UTZ-Prüfungen so durcheinander geraten war. Plötzlich lag ich mehrere Tage zurück, ohne es mir erklären zu können.“ Hermine erinnerte sich noch gut, wie sehr sie diese Tatsache beunruhigt hatte, doch seit sie ihr UTZ-Zertifikat erhalten hatte, war die Suche nach einer Antwort deutlich in den Hintergrund getreten. „Zumindest wird die Frage nach den Zeitlücken bei dieser Reise nicht mehr auftauchen, weil Harry, Ron und Ginny davon wissen.“

Minerva schien das nur wenig zu beruhigen. „Ich vermute, der zweite Faktor war die Übereinkunft über die Auflösung der Verlobung zwischen dir und Mr. Weasley?“

„Ja“, bestätigte Hermine und ärgerte sich über ihr Erröten. „Und diese Frage wird wohl leider bleiben. Ron fällt es schwer, das Papier zu akzeptieren.“

„Das ist kein Wunder, denn er erinnert es ja nicht.“ Minerva hielt noch immer Hermines Hand und Hermine konnte nicht glauben, wie glücklich sie allein diese simple Geste machte. Und trotzdem gab es einen sehr aufdringlichen, schwer zu ignorierenden Teil in ihr, der so viel mehr wollte und der es kaum ertragen konnte, Minerva so nah neben sich zu haben und nur ihre Hand zu halten. All die Dinge, die sie auf ihrer Reise beobachtet hatte, huschten unablässig in ihrem Kopf herum und ließen eine Hitze in ihr aufsteigen, die sie nur schwer kontrollieren konnte.

Hermine schloss die Augen, um sich wieder auf ihre Unterhaltung zu konzentrieren. Sie ließ die Schaukel ein paar Mal hin und her schwingen, während sie versuchte, all ihren Mut zusammenzunehmen. Immer wieder hatte Minerva sie abgewiesen und sie würde es auch dieses Mal tun. „Das bringt mich zum dritten Faktor“, sagte Hermine tapfer und ihre Stimme zitterte verdächtig. „Kein Gedächtniszauber der Welt wird ganz ausradieren können, was ich fühle und was meine Seele verstanden hat...“ Sie blickte zur Seite und verstummte. Es hätte noch so vieles zu sagen gegeben, aber Hermine brachte kein weiteres Wort hervor. Sie kämpfte mit den Tränen und es dauerte lange, bis sie in der Lage war, sich Minerva zuzuwenden und ihr ins Gesicht zu schauen.

Minerva hatte sich zu ihr gedreht und sah sie auf eine Weise an, wie sie es noch nie getan hatte. Zum ersten Mal widersprach sie Hermine bei diesem Thema nicht. „Wenn es denn nur die Seele wäre“, sagte sie leise. Ihre Augen schimmerten feucht in der Dunkelheit und Hermine wurde klar, dass sie dasselbe ersehnten.

Ohne nachzudenken, nahm Hermine Minervas andere Hand und führte sie unter ihr rotes Kleid zu ihrem Slip. Er war so feucht, dass Minerva vor Überraschung ein leiser Laut entfuhr, als ihre Finger den Stoff berührten. „Und was mache ich damit?“, flüsterte Hermine.

Minerva schwieg, aber zog ihre Hand nicht weg. „Ich weiß es nicht“, sagte sie schließlich und ihre Stimme klang heiser, als gehorchte sie ihr nicht ganz. „Ich weiß es wirklich nicht.“

Lautlos schwang die Schaukel im Wind, während die beiden Frauen auf ihr sich nicht mehr bewegten. Sie schauten sich nur an, Minervas Hand immer noch unter Hermines Kleid, ihre Gesichter nah beieinander. Und irgendwann, nach Stunden, Tagen oder Wochen, schloss Minerva die letzte Distanz und küsste Hermine. Langsam, sanft, fast scheu. Und Hermine hielt den Atem an, innerlich gewappnet, dass Minerva plötzlich zurückweichen würde, wie sie es in dem leeren Klassenzimmer getan hatte. Aber das geschah nicht. Sie blieben in diesem Zwischenreich, nicht jung, nicht alt, ohne Regeln, aber voll mit all den Gefühlen und Sehnsüchten, die sie von ihrer Reise mitgebracht hatten.

Schließlich traute Hermine sich, den Kuss zu erwidern, zunächst zaghaft, dann zunehmend mutiger und fordernder. Heiße Tränen schossen ihr in die Augen, als sie ihren Unterleib stärker gegen Minervas Hand presste. Minerva rang überrascht nach Luft, aber sie löste nicht ihre Lippen, noch nahm sie ihre Hand fort. Hermine küsste sie wieder und wieder und wieder, als gäbe es kein Morgen. Etwas Salziges erreichte ihre Zunge und ihr wurde klar, dass sie nicht die einzige war, die weinte. Ihre Hände wanderten zu Minervas Gesicht, zu ihrem Haar, und dann lösten sie den strengen Knoten. Das lange Haar fiel auf Hermines Arme und sie hörte Minerva ein leises Geräusch machen, als ihre Hände sich in das schwere Haar gruben. Hermine verschlug es den Atem, als Minervas Finger sich über ihrem Slip zu bewegen begannen, während ihre andere Hand Hermines Nacken berührte. Erst hielt sie es für ein Versehen, aber dann… „Gott im Himmel“, flüsterte sie.

Es war berauschend und überwältigend, Minerva so nah zu sein. Hermine spürte ihre Erregung wie ihre eigene und konnte gar nicht glauben, dass sie es war, die diese Gefühle in Minerva auslöste. Ohne es zu merken, waren ihre Hände unter Minervas Umhang zu ihren Brüsten gewandert. Weich und rund schmiegte die Wölbung sich in ihre Handflächen und sie hörte Minerva leise seufzen. Alles in Hermine fühlte sich heiß und geschwollen an, hungrig und bereit, aber so einfach machte Minerva es ihr nicht. Ihre Berührungen blieben sanft und langsam, und Hermines Erregung stieg mit jeder Sekunde mehr. „Warum… jetzt?“ presste sie hervor.

Minerva nahm Hermines rechte Hand und führte sie zu ihrem Schoß. Hermines Augen weiteten sich, als sie fühlte, wie heiß sie war. Minerva musste ebenso feucht sein wie sie. „Weil ich es nicht mehr halten kann, und du auch nicht“, flüsterte Minerva. Die Antwort fuhr wie ein loderndes Feuer durch Hermine und sie drängte sich Minervas Hand entgegen, wollte, dass sie unter ihren Slip glitt, dass sie in ihr war, aber Minervas Hand blieb, wo sie war. „Nein“, flüsterte sie, und Hermine hörte sie schwer atmen an ihrem Ohr. „Das heben wir uns auf für einen Moment, an den wir uns erinnern werden.“

Hermine konnte schon längst nicht mehr denken. Ihr Unterleib glühte und sie drängte sich rhythmisch gegen Minervas Hand, während ihre eigene über Minervas intimste Stellen fuhr. Nur für eine Sekunde kam ihr der Gedanke, dass jemand sie hier entdecken könnte, aber sie konnte es nicht mehr stoppen. Alles in ihr wollte zu Minerva, wollte ihre Lippen, ihren Mund, ihre Hände, ihre Haut. Sie hörte Minervas schweren, raschen Atem an ihrem Ohr, bis sie beide in den Armen der anderen erbebten. Sie mussten einander festhalten, um nicht von der Schaukel zu fallen und es dauerte lange, bis ihre Atmung sich wieder beruhigte. „Wir könnten es so schön haben“, flüsterte Hermine in Minervas Hals.

Minerva strich ihr zärtlich über den Rücken. Auch ihre Brust hob und senkte sich in schnellen Abständen. „Wir werden es schön haben“, versicherte sie. „Aber erst müssen wir vergessen und wirklich in unsere Zeit zurückkehren.“

„Wenn wir das tun…“ Hermine suchte in ihrem vernebelten Kopf nach einem vernünftigen Gedanken. „… geht ab morgen wieder alles von vorn los.“

Minerva murmelte etwas Unverständliches in Hermines Haare und setzte sich dann widerstrebend auf. „Was könnte verhindern, dass du morgen die nächste Recherche beginnst?“

Hermine gab ein resigniertes Stöhnen von sich. „Dass ich weiß, was ich jetzt weiß.“

Minerva nickte wissend. „Du bist wirklich ein harter Brocken“, sagte sie und Hermine musste daran denken, wie sie und ihre Freunde Minerva McGonagall ebenfalls als harten Brocken bezeichnet hatten, als sie sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit gemacht hatten. In puncto Sturheit standen sie sich in nichts nach.

„Vielleicht sollten wir noch einmal über meinen Zettel-Trick nachdenken“, schlug Hermine vorsichtig vor und wappnete sich sogleich für das zu erwartende Donnerwetter.

„Noch einmal?“, rief Minerva entsetzt. „Hast du damit nicht schon genug angerichtet?“

„Du kannst nicht leugnen, dass die Notiz für Jeans Eltern ein bisschen genützt hat“, rechtfertigte sich Hermine. „Und ich würde auch sagen, dass die Übereinkunft etwas genützt hat, denn sonst wäre ich inzwischen mit Ron verheiratet.“ Sie nahm ihren Zauberstab und gab der Schaukel einen weiteren Schubs, bevor sie es sich wieder in den Polstern bequem machte. „Hast du vielleicht eine bessere Idee?“

Das war offensichtlich nicht der Fall, denn Minerva antwortete nicht. „Also gut“, sagte sie nach einer Weile und beschwor mit finsterer Miene ein Stück Pergament herauf. „Wir versuchen, einen Brief zu formulieren und dann prüfen wir, ob er etwas taugen könnte.“ Sie zog eine grüne Feder aus ihrem Umhang. „Ich schlage vor, dass du selbst die Worte wählst.“

Hermine lehnte ihren Kopf wieder an Minervas Schulter und begann zu diktieren. Obwohl sie die Feder nicht berührte, bewegte diese sich mühelos auf dem in der Luft schwebenden Papier und setzte Hermines Worte in ihre Handschrift um.

„Liebe Minerva, liebe Hermine“, diktierte Hermine. „Im letzten Frühjahr hat es einen Vorfall gegeben, den ihr mit einem gegenseitigen Gedächtniszauber wieder aus eurer Erinnerung gelöscht habt. Trotzdem war einiges anders nach diesen Tagen und ihr seid am Hochzeitstag von Harry und Ginny zusammen in die Vergangenheit gereist, um Gewissheit darüber zu bekommen, was damals passiert ist. Wie ihr vermutet hattet, habt ihr in diesen Tagen einen Menschen aus der Zukunft kennengelernt und Dinge erfahren, die ihr noch nicht wissen solltet. Schöne Dinge, aber sie gehören in eine andere Zeit.“ Hermine zögerte, als sie zum schwersten Teil der Nachricht überging. „Deshalb… habt ihr euch entschieden… erneut einen Gedächtniszauber an euch anzuwenden… Und deshalb wisst ihr nun ein weiteres Mal nicht, was vor einem Jahr geschehen ist… aber wir… also ihr selbst… bitten euch, es dabei zu belassen…. Die Zukunft wird kommen und…“ Hermine verstummte, als sie nicht mehr weitersprechen konnte. Der Gedanke, dass sie gleich Abschied von ihren Erinnerungen nehmen musste, schnürte ihr die Kehle zu.

„Was bleibt“, fuhr Minerva für sie fort und der Stift veränderte sofort seine Handschrift. „… ist die Gewissheit, dass ihr eines Tages zueinander finden werdet, auch wenn es noch dauern wird, bis die Zeit dafür reif sein wird…“

Hermine hob ruckartig ihren Kopf von Minervas Schulter. „Das willst du wirklich schreiben?“

„Wie sollen wir sonst verhindern, dass du die nächste Reise antrittst?“ Minerva griff resolut nach dem Pergament und der Feder und legte beides in ihren Schoß. „Du hast ja recht mit deinen Argumenten. Gedächtniszauber verändern in erster Linie das Faktenwissen und haben auf Gefühle nur wenig Einfluss. Und mit diesem Schriftstück haben wir wenigstens eine Erklärung, die dich hoffentlich von einer Wiederholung der Zeitreise abhalten wird.“

Hermine gab Minerva einen spontanen Kuss auf die Wange. „Danke“, sagte sie aus vollem Herzen, denn sie wusste genau, was Minerva dieses Zugeständnis kostete.

Sobald sie beide das Dokument unterschrieben hatten, führte Minerva einen Verdopplungszauber aus und reichte Hermine das Original, während sie selbst das Duplikat an sich nahm. „Dann ist es jetzt soweit“, verkündete sie und zückte ihren Zauberstab.

„Nein, warte…“ Hermine griff unwillkürlich nach Minervas Arm, als die Wahrheit sie mit voller Wucht traf. Nur noch wenige Augenblicke trennten sie vom Vergessen. „Einen kurzen Moment noch… Bitte…“

„Warum?“ Minerva zog misstrauisch die Augenbrauen zusammen. Natürlich war ihr klar, dass Hermine versuchte, das Unausweichliche ein weiteres Mal hinauszuzögern.

„Tanz mit mir“, platzte es aus Hermine heraus.

„Wie bitte?“ Minerva ließ ihren Zauberstab sinken.

„Tanz mit mir.“ Hermine warf ihr einen flehenden Blick zu. „Ich will einmal mit dir einen Tango tanzen, bevor wir alles vergessen.“

„Einen Tango?“ Minerva sah sie verständnislos an. „Warum das denn?“

Hermine errötete bis unter die Haarwurzeln. „Als du vorhin mit Neville getanzt hast, habe ich mir die ganze Zeit gewünscht, ich wäre an seiner Stelle.“

„Vorhin…“ Minerva schüttelte den Kopf. „Vorhin ist eine Ewigkeit her.“

Auch für Hermine fühlte es sich an, als ob dieser Tag schon drei Tage dauerte. Aber im Gegensatz zu Minerva wollte sie alles tun, damit er niemals aufhörte. „Machst du es?“, fragte sie zaghaft. „Tanzt du mit mir?“

Minervas strenge Miene erinnerte Hermine stark an ihre Unterrichtsstunden in Verwandlung, aber dann wurden ihre Züge milder. „Wir sollten den Zauber lieber hinter uns bringen…“, sagte sie matt.

„Dann würdest du heute nicht mehr mit mir tanzen“, gestand Hermine leise. „Auf dem Weihnachtsball, und auch schon vorher beim Üben dafür, hast du mit vielen Schülern und Schülerinnen getanzt, aber nie mit mir.“ Sie bemühte sich vergeblich, die Bitterkeit aus ihrer Stimme zu nehmen.

„Ja, ich weiß.“ Minerva klang traurig und müde. „Ich… Du warst so wunderschön… Ich… konnte einfach nicht mit dir tanzen…“ Sie starrte in den dunklen Nachthimmel und schwieg eine Weile. „Gut“, sagte sie schließlich. „Ein Tanz. Danach gibt es keine Ausreden mehr.“

Etwas widerwillig erhoben sie sich von der Hollywoodschaukel und Minerva sorgte dafür, dass diese wieder zu ihren Besitzern zurückkam. Mit einem weiteren Zauber fügte sie ihre Haare wieder zu einem Knoten zusammen, während Hermine sich bemühte, Minervas Lippenstift von ihrem Mund zu entfernen. Sie mussten beide mit ihren Zauberstäben nachhelfen, bis sie wieder ordentlich gekleidet und mit perfektem Make-Up ins Partyzelt zurückgehen konnten. Schon bald waren die Bässe der Musik wieder zu hören und auch die lauten Stimmen der Gäste, die sich über die Musik hinweg zu unterhalten versuchten.

Ron entdeckte Hermine sofort, als sie das Zelt betrat, und auch Ginny und Harry sahen ihnen von ihrem Tisch aus fragend entgegen. „Es sind deine Freunde“, raunte Minerva ihr zu. „Sie haben dir deine Reise ermöglicht. Meinst du nicht, dass du ihnen ein paar Sätze schuldig bist?“

„Wäre das okay für dich?“ Hermine hatte nicht damit gerechnet, dass Minerva ihr dafür noch Zeit geben würde, aber als sie sich ohne ein weiteres Wort zu Kingsley Schacklebolt gesellte, schlängelte Hermine sich durch die tanzenden Leute zu Ron.  

„Ihr wart ja ziemlich lange weg“, begrüßte er sie mit offenkundiger Eifersucht. „Was hattet ihr denn so Wichtiges zu besprechen?“

Hermine senkte den Kopf und hoffte, dass er ihr nicht ansehen würde, was sie neben dem Besprechen noch alles getan hatten. „Wir haben über ein paar Dinge diskutiert, die wir auf der Reise gesehen haben“, erklärte sie. „Und wir haben entschieden, dass ein weiterer Gedächtniszauber der einzig mögliche Weg ist.“

„Das kapier‘ ich nicht.“ Ron verdrehte verständnislos die Augen. „Dann war die Reise doch total umsonst!“

„Ich habe die ganze Sache unterschätzt.“ Hermines Blick wanderte zu Harry und Ginny, von denen sie nun wusste, dass sie bald eine hübsche Tochter bekommen würden und dass diese mit ihrer Tochter befreundet sein würde. „Man erfährt nicht nur die eine Sache, die man wissen will, sondern man wird bombardiert mit Dingen, die noch geschehen werden.“

Ron setzte an, etwas zu sagen, aber entschied sich dann wohl doch dagegen. Offenbar verstand er, was Hermine ihm zu erklären versuchte. „Dann sag mir nur eines“, raunte er in ihr Ohr. „Mit wem wirst du zusammen sein? Wer ist es?“

„Das geht nicht, Ron.“ Hermine bohrte ihren Zeigefinger in seine Brust. „Alles, was ich dir sagen kann, ist, dass ich froh bin, dass du mein Freund bist. Und ich bin dir sehr dankbar, dass du mir geholfen hast, diese Reise anzutreten. Ich weiß, dass ich mich immer auf dich verlassen kann.“

„Klar kannst du das.“ Ron legte seine langen Arme um sie und drückte sie. „Ich find’s halt nur ungerecht, dass du mehr weißt als ich.“

„Nicht mehr lange.“

„Ganz schön behämmert.“ Ron rümpfte die Nase, als er Hermine wieder losließ. „Da riskieren wir unseren Job und unsere Freiheit, und das alles für den nächsten Gedächtniszauber.“

„Streitet ihr euch wieder, oder versöhnt ihr euch gerade?“, fragte Ginny, als sie und Harry zu ihnen traten. „Vom Tisch aus war das nicht zu erkennen.“

Ron verschränkte verlegen die Arme vor der Brust. „Sie verknallt sich in jemand anderen. Hab ich doch gesagt.“

„Ach, tatsächlich?“ Zu Hermines Überraschung nahm Ginny die Nachricht hin, ohne  weitere Fragen zu stellen. „Komm, wir tanzen nochmal“, sagte sie zu ihrem Ehemann.

„Muss das sein?“ Harry setzte eine gequälte Miene auf. „Kannst du nicht mit jemand anderem tanzen?“

„Na, hör‘ mal, ich habe dich eben geheiratet“, lachte Ginny gutgelaunt. „Aber wenn du nicht willst, frage ich Ron.“

„Bist du verrückt?“ Ron machte einen entsetzten Satz nach hinten. „Ich bin dein Bruder!“

„Na gut, dann frage ich eben Hermine.“ Ginny hakte sich bei Hermine unter und führte sie zur Tanzfläche. „Als ich damals mit Katie für den Weihnachtsball geübt habe, musste ich immer der Mann sein“, grinste sie. „Ich kann das ganz gut.“

„Das glaube ich sofort.“ Hermine hielt bereitwillig still, als Ginny den Arm um sie legte. Sie hatte volles Vertrauen, dass ihre beste Freundin sie sicher durch die Menge führen würde. Gerade lief ein Wiener Walzer und Ginny tanzte mit Hermine wie ein kleiner Wirbelwind an den anderen Paaren vorbei. Selbst der exzellente Tänzer Neville, der mit Luna im Arm neben ihnen fast abzuheben schien, warf ihnen einen anerkennenden Blick zu. „Danke, dass du mir keine Fragen stellst“, sagte Hermine, nachdem Ginny sie in eine schwungvolle Drehung geführt hatte. „Es ist nicht so einfach, weißt du.“

Ginny tanzte mit ihr an Professor Slughorn und Professor Sprout vorbei, die schon den ganzen Abend das Tanzbein miteinander schwangen. „Ich bin deine beste Freundin“, sagte sie. „Und ich bin nicht blind. Im Gegensatz zu manch anderen Mitgliedern meiner Familie.“

„Ach ja?“ Hermine lief tiefrot an und war froh, dass Ginny abgelenkt war, weil sie versuchte, an Hagrid und Olympe Maxime vorbei zu manövrieren, während alle anderen Tanzpaare vorsichtshalber in Deckung gingen. Sie wurden langsamer, während die Musik allmählich verklang, und als sie schließlich stehen blieben, stand Minerva plötzlich neben ihnen. „Darf ich Ihnen Ihre Partnerin für einen Tanz entführen?“, wandte sie sich höflich an Ginny.

„Selbstverständlich.“ Ginny schenkte Minerva ein ungewöhnlich herzliches Lächeln und überließ ihre Freundin der Schulleiterin. Prompt setzten die ersten Klänge eines Tangos ein.

„Na sowas“, schmunzelte Hermine, als sie ihre Hand auf Minervas Schulter legte. „Du hast nicht zufällig ein wenig nachgeholfen?“

„Nur die einfache Muggelmethode.“ Minerva schlang ihren Arm um Hermines Taille und begab sich in die Promenadenposition. „Ich habe die Band um einen Tango gebeten.“

„Sehr pfiffig.“ Hermine legte ihre Hand auf Minervas Schulter und befahl ihrem klopfenden Herzen, in ihrer Brust zu bleiben. Wie lange hatte sie diesen Tanz ersehnt.

Der Tango war schnell und zackig, genauso, wie Hermine ihn sich erträumt hatte. Minerva musste sie ganz nah an ihren Körper ziehen, um sie präzise führen zu können. Gemeinsam mit anderen Paaren schritten sie über die große Tanzfläche, machten Drehungen, Scheren, Wiegeschritte, und Hermine wurde ein bisschen schwindelig, als Minervas Bein sich so nah zwischen ihre schob. Ihre Bewegungen gehörten deutlich zum Tanz, also sah keiner, was sie hier taten - oder fühlten. Bis auf Ron, der mit offenem Mund auf die Tanzfläche starrte, und wahrscheinlich Ginny, die sich taktvoll von ihnen abgewandt hatte.

„Nichts gegen die hübsche Braut“, sagte Minerva, während sie Hermine in eine Schere führte. „Aber du bist wie immer die schönste Frau im ganzen Zelt.“

Hermine hatte keine Zeit, das Kompliment entgegenzunehmen, denn Minerva vollzog urplötzlich eine Richtungsänderung und marschierte mit ihr einmal quer über die Tanzfläche, bevor sie eine erneute Richtungsänderung initiierte und Hermine abrupt den Kopf herumdrehen musste. „Wow…“ Hermine Wangen glühten schon und sie schwitzte am ganzen Körper.

„Du wolltest einen Tango.“ Minerva führte sie in eine weitere Promenade.

„Ja, aber ich wusste nicht, dass es wie Sex ist“, flüsterte Hermine außer Atem.

Minerva lachte leise an ihrem Ohr. „Findest du nicht, dass eine Frau meines Alters an diesem Tag schon genug Sex hatte?“ Sie gab Hermine ein bisschen Zeit zum Luftholen, indem sie mehrere Linkskreise initiierte.

„Da täuschst du dich. Mit dir wird es nie genug sein.“ Hermine lächelte, als der Schauer, der bei ihren Worten durch Minervas Körper fuhr, sich auf ihren eigenen übertrug. Es gab so vieles, auf das sie sich freuen konnten.

„Schauen die Leute schon?“, fragte Minerva, ohne eine Miene zu verziehen.

„Nein, wir tanzen ja nur.“ Hermine ließ ihren Blick über die Gäste schweifen und wunderte sich, wie sehr alle mit sich selbst beschäftigt zu sein schienen. Ob es Zufall oder Absicht war, ließ sich schwer sagen. „Nur Ron starrt uns an, und Ginny denkt sich ihren Teil.“

Minerva drehte ein wenig den Kopf und schaute zu Ginny herüber. Für einen Moment trafen sich die Blicke der beiden Hexen, dann schaute Minerva schnell wieder weg. „Mollys Tochter ist schon immer ein schlaues Mädchen gewesen.“

Den Rest des Tanzes sprachen sie nicht mehr. Sie fegten über das Parkett, als könnten sie damit die Zeit anhalten und Hermine fühlte sich, als würde sie schweben. Das, was gleich kommen würde, war unausweichlich, doch was immer auch morgen sein würde, sie hatten eine Spur gelegt, im Außen wie im Innern, die sich nicht mehr wegwischen lassen würde.

„Danke“, flüsterte Hermine, als der letzte Ton verklungen war. Minerva verließ wortlos die Tanzfläche und Hermine folgte ihr zum Ausgang des Zeltes. Noch einmal gingen sie zum menschenleeren Rand des Gartens und stellten sich dort voreinander auf wie zu einem Duell.

Als Hermine in Minervas sonst so beherrschtes Gesicht schaute, sah sie dort so viele Emotionen, dass sie Mühe hatte, nicht in Tränen auszubrechen. Ihr Körper brannte noch vom Tanz und von der Hollywoodschaukel und sie fragte sich, wie sie sich diese Empfindungen wohl am nächsten Morgen erklären würde. Nur um ganz sicher zu sein, tastete sie noch einmal nach dem Pergamentpapier und sah, dass Minerva unwillkürlich dasselbe tat. Eines Tages würde die Zukunft ihre Gegenwart sein.

Hermine ignorierte den brennenden Schmerz in ihrer Brust, und wie von unsichtbaren Fäden gezogen, hoben sie und Minerva gleichzeitig ihre Zauberstäbe.

“Obliviate!“






*                         ENDE                              *