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GeschichteRomanze / P16
Bruder Frank Jean Méchant der Tambour OC (Own Character) Till Promill
13.10.2019
04.02.2020
17
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Hallöchen ihr eifrigen Leser und Leserinnen!

Wenn ich mich einmal kurz bei euch vorstellen darf: Mein Name ist Bonny. Ich bin 28 Jahre alt und arbeite als Tierpflegerin im Karlsruher Zoo. Meine Hobbys sind Gitarre spielen, Fanfiktion schreiben, Konzert- und Clubbesuche.
Wie auch Serana (Hauptfigur der FF „Meeresglück“) bin ich ein frei erfundener Charakter und alles, was mich ausmacht und was ich erleben werde, entspringt der Fantasie meiner Autorin.

In meiner Geschichte spielen 8 Männer eine Rolle, die euch durchaus bekannt sein dürften ;)
Sie werden NUR unter ihren Spielmannsnamen genannt und sämtliche Handlungen, wie auch manche Charakterzüge, sind frei erfunden.
Ist vielleicht nicht nötig sie vorzustellen, aber ich mach es trotzdem :D

Es spielen nur für euch die Spielleute von Saltatio... MORTIS!
Bestehend aus:
Bruder Frank - Jean Mechant der Tambour - El Silbador – Luzi das L – Till Promill – Alea der Bescheidene – Lasterbalk der Lästerliche – Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein
(Reihenfolge gibt keinen Hinweis darauf, wer eine „Hauptrolle“ bekommt xD)

So und bevor die Geschichte richtig los geht erfahrt ihr, exklusiv nur hier, noch etwas über meine Vorgeschichte.
Vielleicht wecke ich ja dadurch eure Neugier ;)
Also viel Spaß!

Autorin: Pulvermortis93







Prolog:

Kennt ihr dieses Gefühl? Ihr seht einen Menschen das aller erste Mal und seid sofort hin und weg von ihm? Genau so erging es mir vor 3 Jahren, als ich ihm begegnet war.

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als wäre es erst gestern gewesen.
An einem kühlen, regnerischen Tag war ich auf dem Weg zu meiner aller ersten Gitarrenstunde. Zwar beherrschte ich die ein oder anderen Akkorde bereits, aber wollte ich nun endlich einen richtigen Lehrer.
Neben meinem Job als Tierpflegerin und anderen Verpflichtungen blieb einfach nicht viel Zeit um mir das Spielen selbst bei zu bringen.
Dagegen erschien mir 2 Mal die Woche je eine Stunde als weitaus machbarer.

Fast schon übermotiviert erreichte ich, nach einer halben Stunde Fahrt, endlich die kleine Musikschule. Die nette Dame am Eingang führte mich in einen kleinen Raum, wo ich warten sollte. Minuten später kam er dann auch.
Ein Bild von einem Mann. Jean Mechant der Tambour!
Nein, das war nicht der Name eines französischen Malers, sondern eines Spielmannes.
Schnell erfuhr ich, dass er Musiker in einer bekannten Mittelalterband war. Salato Morto oder so ähnlich. Keine Ahnung, nie davon gehört.
Und mal Ernsthaft: Mittelalter? Dudelsäcke, Männer in Strumpfhosen und Lanzen? Nein, danke!

Da fühlte ich mich in meiner Gothicscene doch sehr viel wohler.
Mono Inc., Eisbrecher oder Blutengel: DAS waren gute Bands. Ich war auf so vielen Konzerten, dass ich sie kaum mehr zählen konnte. Natürlich passte sich mein Kleidungsstil auch dementsprechend an. Gothicclub´s waren meine 2. Heimat, Industrial meine Passion – anders hätte ich es nie gewollt.

Tja und jetzt stand da ein Mann vor mir, mit unwiderstehlichem Lächeln und starken Oberarmen. Ich schwöre am Liebsten wäre ich sofort über ihn hergefallen. Das letzte Mal war defintiv schon zu lange her. Naja, aber ich kann mich ja beherrschen.
Zumal die Tatsache, dass er so ein Gaukler- Trunkenbold- Mittelaltermusiker war, mich doch eher abturnte.
Ja ich weiß, klingt sehr voreingenommen, aber das änderte sich ja auch noch.

Schneller als ich dachte sogar!
Er wirkte von Anfang an sehr interessiert an mir. Ich schwöre, auch wenn das so eigentlich nicht geplant war, geht das Schicksal manchmal eigene Wege.
Nach nur wenigen Unterrichtsstunden lud er mich irgendwann auf einen Kaffee ein, später noch auf 1-2 Drinks und ehe ich mich versah landete ich mit ihm im Bett.
Götter, es war unglaublich! Was dieser Mensch mit seiner Zunge anstellen konnte!
Okay, ähm, genug davon...
Wie zu erwarten, blieb es natürlich nicht nur bei diesem einen Mal.
„Du bist ein wahr gewordener Traum“ säuselte er mir eines Tages ins Ohr und plötzlich hatten wir tatsächlich so etwas wie eine Beziehung.
Stop, streicht das! Wir hatten definitiv eine Beziehung.

2 ganze Jahre lang schwebte ich auf Wolke Sieben.
Dieser schwarzhaarige, gutaussehende Mann mit den großen, braunen Augen verdrehte mir jeden Tag auf´s Neue den Kopf. Ich hätte nicht glücklicher sein können.

Gut, es war auch nicht immer einfach gewesen. Er war fast jedes Wochenende auf  Tour unterwegs und nicht ein einziges Mal in all der Zeit hatte ich ihn begleitet.
Warum?
Nun ja zum Einen, weil er selbst das nicht wollte...
„Ich weiß doch, dass das nicht deine Musikrichtung ist.“ sagte er immer zu mir „Außerdem, meine Süße, möchte ich etwas, das nur mir gehört. Du würdest meinen Kollegen sicher gefallen und das würde nur Probleme geben.“
Okay, nicht das beste Argument. Für ihn hätte ich mich auch mal auf dieses Mittelalterzeug eingelassen. In einer Beziehung geht man schließlich auch Kompromisse ein.
Und das mit seinen Kollegen … dachte er ich würde ihn für einen von Denen verlassen?
Lächerliche Vorstellung!
Jean war der einzige Mann, der mich interessierte.
Um ihm zu beweisen, dass er mir vertrauen konnte hatte ich mir wirklich irgendwann einmal vorgenommen mitzukommen. Zur Einstimmung hörte ich mir auf Spotify ein paar Lieder seiner Band an. Saltatio Mortis – ja, mittlerweile konnte ich den Namen richtig aussprechen.

Ich hörte in Titel wie „Wo sind die Clowns“, „Maria“ oder „Nachts weinen die Soldaten“ rein... Ähm, okay, nein! Beim besten Willen, aber das war nun wirklich so gar nicht mein Fall.

„Ist doch kein Problem mein Schatz“ meinte Jean nur lachend. „Ist wirklich nicht schlimm, wenn du nicht willst.“
Es war nicht so, dass ich ihm nicht vertraut hätte, aber sein Verhalten diesbezüglich war schon echt seltsam gewesen. Fast so, als wöllte er mich einfach nicht dabei haben.
Den Grund dafür sollte ich aber erst sehr viel später erfahren.

Tja, wie gesagt dadurch gestaltete sich mein Leben nicht unbedingt immer einfach. Ich sah ihn meistens nur in der Woche und auch nur dann, wenn ich gerade einmal nicht arbeiten musste.
Meine Gitarrenstunden verlagerten wir meist schon zu mir oder zu ihm nach Hause.
Ich wollte dieses Instrument wirklich lernen, ich hab´s versucht... und er auch.
Verurteilt mich nicht! Kann ich was dafür, dass er so attraktiv ist? Da kann man sich einfach nicht auf´s Musizieren konzentrieren!

Aber hey, immerhin funktionierte es und glaubt mir: langweilig wurde es definitiv nie mit ihm.
Trotz unserer unterschiedlichen Arbeitszeiten konnte ich aus vollem Herzen sagen, dass ich durch und durch glücklich war. Wir passten einfach zusammen. Alles zwischen uns war stimmig und in all der Zeit hatten wir uns nicht einmal gestritten.
„Ich liebe dich, Bonny“ sagte er mir einst, als wir in unserem Standardcafè saßen.
„Ich liebe dich auch!“

Und das tat ich! Ich hätte nicht glücklicher sein können, doch sollte es mir scheinbar auf Dauer einfach nicht vergönnt sein.
Wir hatten gerade unser Zweijähriges, als er mich zum Essen ausgeführt hatte. Er sagte er müsse mit mir reden.
Keine Ahnung, wie ich so dumm sein konnte, aber ich hatte schon mit einem Heiratsantrag gerechnet. Gut vielleicht hatte ich auch ein bisschen darauf gehofft. Ich liebte ihn einfach und wollte für immer mit ihm zusammen bleiben.
Und nach 2 Jahren Beziehung wäre das nun wirklich nicht mehr ungewöhnlich gewesen.

Doch meine Hoffnungen und Träume waren Nichts als Schall und Rauch.
„Es tut mir Leid, Bonny, aber ich möchte diese Beziehung nicht mehr“ eröffnete er das Gespräch. Zu unserem Zweijährigen, nochmal dazu gesagt.
So ein Arschloch!
Er sagte, er fühle sich zu sehr eingeengt und in Anspruch genommen. Dass er dieses „nur in der Woche sehen“ auf Dauer zu stressig fände.
Und der typische Satz: Es würde nicht an mir liegen!

Ich hätte am Liebtsen so viel an den Kopf geknallt. Dass er von Anfang an nicht wollte, dass ich ihn auf Tour begleite... Aber mein Mund war wie versiegelt.
Schweigend und den Tränen nahe hörte ich ihm einfach nur zu, bis er sich schuldbewusst von mir verabschiedete. Er wollte mich noch in den Arm nehem, doch konnte ich das nicht.
„Es tut mir wirklich Leid“ beharrte er noch einmal, bevor er aus dem Restaurant eilte.

Da saß ich nun... in aller Öffentlichkeit verlassen wurden, von Trauer wie erstarrt und alleine.


Die nächsten Wochen waren die Schwersten meines Lebens. Wie oft saß ich vor meinem Handy und wollte ihn anrufen, mit ihm nochmal über alles Reden, seinfach seine Stimme hören. Aber ich tat es nicht. Er hatte sich auch nie wieder bei mir gemeldet.
Es war entgültig vorbei!
Auch meine Gitarrenstunden stornierte ich. Selbst hätte ich einen anderen Lehrer gewählt, wollte ich nicht riskieren ihn dort zu sehen. Zumal ich eh aufgehört hatte zu spielen. Dieses Instrument erinnerte mich einfach zu sehr an ihn und unsere gemeinsame Zeit.


Der bald heran nahende Jahreswechsel war die optimale Gelegenheit für einen Neubeginn.
Um ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen entschied ich mich für eine Typveränderung. Meine langen, blonden Haare, die Jean so an mir geliebt hatte ließ ich mir bis auf Schulterlänge kürzen und in dunkles Rot färben. In meiner Wohnung entfernte ich alles, was mich auch nur im Entferntesten an ihn erinnerte. Und wenn ich gerade mal dabei war auszumisten: ein neuer Anstrich und neue Möbel waren auch keine schlechte Idee.
Okay, ein Negatives hatte diese Veränderung auch. Durch all den Stress, den ich durchmachen musste, hatte ich unwillkürlich wieder mit dem Rauchen angefangen.
Verdammter Mist! Und das obwohl ich schon 4 Jahre darauf verzichtet hatte.
Aber das war mir irgendwann auch egal.
Die Hauptsache war ich würde es schaffen ihn zu vergessen.
Es wurde Zeit die Vergangenheit hinter mir zu lassen und nach vorne zu sehen.
...

Tja, war gar nicht so leicht, denn seine Band brachte anscheinend im Jahr 2018 ein neues Album raus. Ständig tauchten sie in der Werbung auf oder sogar auf Musikkanälen mit neuen Liedern. Naja, zumindest hatte ich dadurch gelernt weniger fern zu sehen.
Nicht eine Sekunde würde ich mir davon noch an tun.
Ich war endgültig fertig damit.
Nie wieder würde ich einen Gedanken an Jean Mechant den Tambouren oder Saltatio Mortis verschwenden.
NIE WIEDER!
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