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GIVE ME SHELTER

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford OC (Own Character)
13.10.2019
28.04.2020
20
114.623
4
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13.10.2019 4.677
 
„Chloe, wenn du jetzt nicht deinen Hintern bewegst, dann werde ich unangenehm.“ Chloe griff die Kiste fester, damit sie ihr nicht aus den Händen rutschte und stieß eine Reihe Flüche aus, die jedem Fischweib Ehre gemacht hätten. „Du bist jetzt schon unangenehm!“, spie sie zurück und wandte sich halb zu ihrer besten Freundin um, die am Fuße der Treppe stand und ungeduldig zu ihr aufsah. Es fehlte nur noch, dass sie anfing mit dem Fuß zu tippen. Ehrlich gesagt hätte Chloe das auch nicht wirklich gewundert. „Es wird uns nicht umbringen, wenn wir ein paar Minuten später zu Jalia kommen. Außerdem werde ich ..“

Charlotte unterbrach sie auf unhöflichste Art und Weise, indem sie ihr einen kurzen Blick zuwarf, ihr Handy aus der Hosentasche fischte und sich dann umwandte und in Richtung Küche davon stolzierte. Ihre Absätze verursachten klackernde Geräusche auf den Hartholzdielen. Chloe starrte ihr einen Moment lang hinterher, fluchte dann und stellte die Kiste heftig auf der nächstbesten Stufe ab, ehe sie Charlotte folgte.

„Außerdem werde ich nicht wieder mit ansehen, wie ihr euch gegenseitig an die Kehle geht. Ich muss noch meine gesamte Wohnung einrichten und ich hab keine Zeit für diesen ganzen Scheiß!“
Sie war lauter geworden, umrundete das Sofa, vor sich hin gestikulierend und zuckte zusammen, als plötzlich eine Flasche Bier vor ihrer Nase auftauchte. Charlotte hatte sich selbst bereits eine Flasche Wein geschnappt und sah sie abwartend an. Ihre lackierten Fingernägel machten klickende Geräusche an der Flasche. Chloe runzelte die Stirn. „Wollten wir nicht ..“
„Trink dein Gesöff und halt die Klappe!“, befahl Charlotte grob und drückte ihr die Flasche in die Hand. Sie wirbelte herum und durchsuchte die Schubladen nach einem Korkenzieher, während sie weiterredete. „Ich hatte Pläne gemacht, aber ich kann dein Gejammer nicht ertragen! Jalia ist auf dem Weg.“ Sie war fündig geworden, der Korken wich mit einem befriedigenden Geräusch aus dem Flaschenhals. „Wir helfen dir deinen Mist zu verstauen und werden eben später etwas trinken gehen.“
Chloe holte tief Luft, um sich zu verteidigen, doch dann stieß sie ihren Atem geräuschvoll wieder aus und ließ sich unelegant auf einen herumstehenden Barhocker plumpsen. Wenn sie eines gelernt hatte dann war es das, dass es keinen Sinn machte mit Charlotte zu diskutieren, wenn sie diesen Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte. Stattdessen nahm sie einen Schluck von ihrem Bier.

Es tat gut, für einen Moment inne zu halten. Sie war gestern erst in LA angekommen und sie hatte sich noch keine Pause gegönnt. Streng genommen hatte sie sich die letzten zwei Wochen keine wirkliche Pause gegönnt. Eigentlich hatte sie mit Charlotte und Jalia, der Dritten im Bunde, etwas trinken gehen wollen und sie wusste, dass sie sich das redlich verdient hatte, doch es machte sie wahnsinnig zu wissen, dass es in ihrer Wohnung noch aussah, wie in einer Rumpelkammer. Überall standen Kisten herum und obwohl die meisten Möbel schon an ihrem Platz waren, sah es einfach nur chaotisch aus.

Charlotte schnappte sich einen zweiten Barhocker und ließ sich elegant darauf nieder. Grundsätzlich war alles, was Charlotte tat, sehr bedacht. Sie mochte es nicht, sich unnötig viel zu bewegen und natürlich musste sie perfekt aussehen, bei was auch immer sie tat. Nicht, dass sie sich besonders anstrengte. Sie war die perfekte Bilderbuch-Frau, sah makellos aus, ohne sich wirklich Mühe zu geben und sie würde mit ihren schicken Stilettos töten, wenn jemand ihr oder ihren Freunden zu sehr auf die Nerven ging und das ohne mit der Wimper zu zucken. Charlotte war fantastisch.

„Du weißt ich erwarte nicht von dir, dass du auch noch beim Einräumen und Auspacken hilfst. Du hast schon mehr als genug getan, Lottie“, bemerkte Chloe dann und legte die Füße kurzerhand auf eine herumstehende Kiste. Charlotte gab ein missbilligendes Geräusch von sich und sah Chloe an, als hätte diese sie gerade tödlich beleidigt. „Wie bitte? Nur weil ich nicht gerne Kisten schleppe heißt das nicht, dass ich mir nicht jederzeit für dich einen Fingernagel abbrechen würde.“
„Naaw, das ist so lieb von dir, Lottie!“ Die Blonde warf ihr einen Blick zu. „Lieb ist die große Schwester von Scheiße, Chlo“, bemerkte sie dann in einem Tonfall, als würde sie ihrer kleinen Tochter etwas erklären. „Ohne mich wärst du absolut aufgeschmissen, ich bin dafür verantwortlich, dass du dich und deinen komischen Fellhaufen noch nicht umgebracht hast.“

Chloe versteckte ihr Grinsen, indem sie einen weiteren Schluck Bier nahm. Sie würde diese Aussage nicht bestätigen.  Aber sie war selbstverständlich vollkommen korrekt. Ohne die Blonde wäre Chloe vollkommen aufgeschmissen. „Das ist so großzügig von dir, Charlotte.“ Ihre Freundin gab ein zustimmendes Brummen von sich und sah sich dann um. „Wo wir davon reden, wo ist der Fellhaufen eigentlich?“
Chloe ließ den Blick durch die offene Küche und das Wohnzimmer wandern, nur um festzustellen, dass besagter Fellhaufen nirgendwo zu sehen war. Sie hob die Schultern. „Er erkundet vermutlich das Haus. Ist sein erster Umzug.“

Es dauerte viel länger - Charlotte hatte schon wieder etwas gesagt, das Chloe nicht mitbekommen hatte, denn ehrlich gesagt war sie für einen Moment vollkommen in Gedanken - doch es fühlte sich nur wie eine Sekunde an, bis es begann zu poltern. Das Geräusch hörte sich an, als würde etwas die Treppe herunterfallen, Glas klirrte, feine Krallen kratzten hektisch über den Holzboden und dann kam eine orangerote Katze die Treppe herunter durchs Wohnzimmer gesprintet. Die Kiste, die Chloe auf besagter Treppe hatte stehen lassen, fiel gerade die letzte Stufe herunter und landete scheppernd dort, wo der Kater sich nur einen Augenblick zuvor noch befunden hatte. Chloe ließ vor Schreck beinahe ihre Bierflasche fallen.

Charlotte hob eine Augenbraue. „Wenn man vom Teufel spricht.“ Sie sah zu, wie Chloe aufsprang und sich zu Loki herabbeugte, um zu sehen, ob er sich verletzt hatte, doch außer einem Schreck schien alles in Ordnung zu sein. Dann machte sie sich auf die Kiste aufzuheben und nachzuprüfen, was alles zu Bruch gegangen war. Glücklicherweise hatte das Klebeband gehalten und die Kiste hatte sich nicht geöffnet, denn als sie den Deckel hob, erkannte sie einen Haufen Glasscherben. Frustriert seufzte sie auf. „Ach verdammt nochmal, es hat die Bilder erwischt.“ Charlotte schlug die Beine übereinander und nippte an ihrem Wein, so als wäre diese Situation vollkommen normal. Sie hatte eine Tochter, vermutlich war das tatsächlich normal für sie. „Ich würde ja sagen das kam überraschend .. aber das wäre gelogen. Wir haben es alle erwartet.“

Chloe ließ sich auf den Hosenboden fallen, vergrub ihr Gesicht in den Händen und stieß einige energische Flüche aus. „Chlo ..“ Doch Chloe ignorierte den urteilenden Unterton in Charlottes Stimme und seufzte. „Verdammter Kater. Man kann dich keine fünf Minuten aus den Augen lassen!“ Besagter Kater schien sich von seinem Schreck erholt zu haben, stellte den Schwanz auf und stolzierte zu Chloe herüber. Er starrte sie aus seinen goldgelben Augen an und miaute fordernd. „Ich weiß einfach nicht, was du an dieser Katze findest. Er ist so unglaublich gruselig manchmal. Davon mal abgesehen ist er ein Arschloch.“ Auf Chloes Blick hin hob Charlotte die Augenbrauen. „Was denn?“
„Er ist eine Katze, natürlich ist er ein Arschloch“, bemerkte Chloe und strich über das lange, rote Fell. „Aber er ist einfach so unendlich niedlich.“ Chloe konnte genau sehen, dass Charlotte noch eine Erwiderung auf der Zunge lag, doch sie wurde glücklicherweise von der Türklingel gerettet. „Das muss Jalia sein.“ Würde man Charlottes Gesichtsausdruck mit einem Wort beschreiben müssen, würde man missbilligend benutzen. Sie trug diesen Gesichtsausdruck sehr oft.
Die Blonde stellte ihr Weinglas auf der Theke ab und erhob sich würdevoll, um zur Türe zu stolzieren. Chloe stattdessen begann die Kiste auszuräumen, die Loki herunter geworfen hatte und warf die Glassplitter der zerbrochenen Bilderrahmen davon, damit sich niemand daran verletzen konnte.





„Oooh, das ist ja einfach wunderschön!“ Jalia stand mitten im Wohnzimmer und drehte sich einmal um ihre eigene Achse. Zugegeben, das Haus, das Charlotte Chloe besorgt hatte, war wirklich verdammt schön. Es hatte zwei Stockwerke, wundervoll offene und helle Räume mit großen Fenstern und sogar eine kleine Dachterrasse. Küche und Wohnzimmer waren ein einziger riesiger Raum, der sich beinahe über das gesamte Erdgeschoss erstreckte und Chloe liebte es, seit sie es zum ersten Mal gesehen hatte. Es war schick, aber nicht zu pompös und davon einmal abgesehen war es zu teuer, als dass sie es sich hätte alleine leisten können. Deshalb würde sie Charlotte für dieses Geschenk auf ewig dankbar sein, das es ihr erst ermöglicht hatte nach LA zu ziehen.

Charlotte zeigte sich unbeeindruckt von der Reaktion ihrer Freundin. „Du hast es doch schon gesehen“, meinte sie und machte einen Abstecher zur Kücheninsel, um sich ihr Weinglas nachzufüllen. Sie schaffte es tatsächlich, die Arme damit zu verschränken, ohne etwas davon zu verschütten.

„Jaa, aber mit den Möbeln und alles sieht es noch mal ganz anders aus! Es ist fantastisch!“ Jalia schien geradezu begeistert, doch Charlotte setzte nur eine selbstzufriedene Miene auf. „Ich hab dir ja gesagt es ist perfekt. Schließlich habe ich drei Makler angeheuert, bis ich endlich das passende Haus gefunden habe.“
Sie wirkte furchtbar stolz auf sich und Chloe fand, dass sie das auch durchaus sein konnte. Doch wenn sie das der Blonden noch öfters sagte, dann wurde sie vermutlich unausstehlich und dann würde Chloe sie erschlagen müssen.

Jalia grinste breit und schloss Chloe in eine erdrückende Umarmung. Die Afrikanerin trug ihre Haare offen, die dunklen Locken kringelten sich sanft über ihre Schultern und kitzelten Chloe an der Wange. Sie drückte Chloe fest an sich und murmelte eine Begrüßung in ihre Schulter. „Wie geht’s dir?“ Chloes Grinsen wurde sanfter, als sie ihre Freundin in die Arme schloss, das noch fremde und zugleich doch so vertraute Parfum einatmete. „Besser.“ Sie erntete Jalias Lächeln, ehe die Dunkelhaarige sich herabbeugte, um Loki zu streicheln. „Du hübsches Baby, hast du dich schon ein bisschen eingelebt, hm?“

Sie gab gurrende Geräusche von sich, während sie den Kater kraulte, was Charlotte erneut ein unzufriedenes Seufzen entlockte. „Ihr seid alle blind. Er hat euch schon dermaßen um seine kleine pelzige Pfote gewickelt, ihr seht nicht einmal was für ein Teufel er ist.“
Jalia wandte nicht einmal den Kopf, um Charlotte den Mittelfinger zu zeigen. „Er ist ein süßes, unschuldiges Kätzchen und du bist eine bösartige Schlange.“ Sie machte nahtlos damit weiter, Loki zu knuddeln, welcher die Zuneigung offensichtlich genoss. „Er hat meine Bilderrahmen zerstört“, bemerkte Chloe und stellte die Überreste der zerstörten Gegenstände auf den niedrigen Wohnzimmertisch. Jalia schien sich nicht darum zu kümmern. Dann wanderte Chloes Blick auf die ganzen Kisten, die sich hier im Wohnzimmer stapelten und seufzte. „Das ist einfach so viel. Ich hatte keine Ahnung, dass ich so verdammt viel Kram habe.“

Charlotte hatte sich offensichtlich dazu entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, um endlich mit der Arbeit anzufangen, denn sie hatte sich von ihrem Weinglas getrennt, ihre Stilettos feinsäuberlich neben der Theke abgestellt und sich die obere Kiste auf einem der Stapel geschnappt, um den Inhalt zu inspizieren. „Und hättest du diese Dinger beschriftet, wäre das alles viel einfacher.“

Sie fischte einen roten Spitzen-BH aus der Kiste. „Oh, schick. Der ist echt hübsch, den solltest du öfters tragen, Chloe. Hier, das kommt ins Schlafzimmer.“ Chloe ließ sich die Kiste in die Hand drücken und hob die Schultern. „Es musste eben alles schnell gehen. Ich hatte nicht wirklich Zeit .. oder Lust das ordentlich zu machen.“
Die Blonde nickte verstehend und öffnete die nächste Kiste, ehe sie sich an Jalia wandte. „Willst du nun mithelfen oder beschäftigst du lieber den Fellhaufen?“ Jalia erhob sich und stemmte die Hände in die kurvigen Hüften. „Hey, beleidige das Baby nicht! Und natürlich helfe ich, dafür bin ich schließlich hier.“
Sie hatte kaum Zeit, ihre Jacke auszuziehen, da drückte ihr Charlotte die nächste Kiste in die Hand. „Gut. Das kommt ins Bad."

In dem Moment, in dem Jalia sich mit der Kiste umdrehen wollte, kam Chloe die Treppe wieder herunter und schnappte nach Luft, als sie die Dunkelhaarige sah. „Charlotte, du kannst Jalia doch keine Kisten schleppen lassen!“
Jalia warf Chloe über den Rand der Kiste einen zornigen Blick zu. „Ich kann genauso gut Kisten schleppen wie du und Lottie, versuch es gar nicht erst.“ „Du hast dich vor zwei Wochen erst beim Treppen steigen auf die Nase gelegt, weil das Bein rumgesponnen hat!“, erwiderte Chloe aufgebracht, woraufhin Jalia nur mit den Schultern zuckte, als würde sie das alles nichts angehen. „Ich hab eine neue Anpassung bekommen. Läuft wie geschmiert.“
„Aber ..“ Chloes Blick wanderte hilflos zu Jalias Bein herab, dann zu Charlotte, die mit den Schultern zuckte. „Wenn ich sie nichts machen lasse, dann wird sie mich erschlagen und das kann ich mir nicht leisten.“

Jalia grinste, als hätte sie gewonnen und Chloe bekam den Eindruck, dass das der Wahrheit entsprach. „In welches Badezimmer kommt das? Unten oder oben?“, erkundigte sie sich, gab sich nicht einmal die Mühe etwas auf Charlottes Kommentar zu erwidern. Chloe starrte sie für einen langen Moment an, doch Jalia starrte unnachgiebig zurück, bis Chloe die Hände in die Luft warf. „Bitte, meinetwegen. Wenn du die Treppe herunter fällst und dich umbringst, ist das nicht meine Schuld. Bring es nach oben ins Bad, das ist größer.“

Die Dunkelhaarige stapfte offensichtlich zufrieden in Richtung Treppe davon. Sie war heute sehr gut darin, die Kommentare ihrer beiden Freundinnen zu ignorieren. Chloe sah zu, wie sie die Stufen nach oben trat. Es war nicht offensichtlich, dass sie nicht gänzlich sauber lief, das minimale Schwanken in ihrem Gang würde ein Unwissender auf den ersten Blick vermutlich gar nicht bemerken. Selbst Chloe, die davon wusste, vergaß beinahe, dass Jalia eine Beinprothese unter ihrer Jeans trug, weil es schlichtweg kaum auffiel. Doch wenn man darauf achtete, dann erkannte man den noch wackeligen Gang, der von einer neuen Anpassung kam und die unnatürliche Form des Beines, die nicht gänzlich zum anderen passen wollte.

„Wir sollten sie das wirklich nicht tun lassen, Lottie“, bemängelte Chloe dann und zog die Augenbrauen zusammen, als Charlotte die Schultern hob. „Wenn wir sie das nicht machen lassen, kommt sie nur selbst auf dumme Gedanken“, entgegnete die Blonde und zuckte mit den Schultern. „Besser wir sorgen dafür, dass sie sich nicht nutzlos fühlt und passen dabei ein bisschen auf sie auf.“

Chloe hatte das ungute Gefühl, dass Charlotte wohl recht hatte. Jalia war schon immer stur gewesen und seit dem Unfall, bei dem sie beinahe das gesamte Bein verloren hatte, war das nicht gerade besser geworden. Die aufkommenden Erinnerungen verdrängte Chloe in die hinterste Ecke ihres Hirns und schnappte sich die nächstbeste Kiste, wobei sie darauf achtete, die leichteren Kartons für Jalia stehen zu lassen. Ebendiese tauchte wieder im Wohnzimmer auf und wirkte furchtbar stolz auf sich selbst. „Du solltest ein Gästebad aus dem hier unten machen. Für Partys und so.“
„Ja weil ich ganz bestimmt furchtbar viele Partys feiern werde hier“, spöttelte Chloe. „Ist ja nicht so als würde ich viele Leute hier kennen.“ Chloe musste sich selbst verbessern. Sie kannte einige Leute hier in LA, doch definitiv nicht viele, die sie zu Partys einladen würde. Auch Jalia und Charlotte verloren kein Wort über die Falschheit dieser Aussage, worüber sie froh war.

„Du kennst doch Luke“, meinte Charlotte dann, mit einer gezwungenen Leichtigkeit in der Stimme. Sie schien die Kisten zu sortieren und stapelte sie fein säuberlich nebeneinander auf. „Und ihr habt ein paar gemeinsame Freunde.“
„Ach, Luke ist doch entweder mit seiner Arbeit oder mit seiner Freundin beschäftigt“, bemerkte Chloe und zuckte mit den Schultern. „Prinzessin wird nicht erlauben, dass er auf Partys mit fremden Frauen geht, vor allem nicht alleine. Und ehrlich gesagt will ich sie nicht in meinem Haus haben, Luke hin oder her.“

„Guter Punkt“, bemerkte Jalia und schnappte sich eine Weitere. „Das hier sieht nach Fotos aus. Chloe?“ Chloe blinzelte einen Augenblick und deutete dann auf eine Türe unter der Treppe. „Abstellkammer. Muss die erst alle sortieren.“ Sie schnappte sich selbst wieder eine Kiste. „Ich werde Mike und seine Freundin Crystal nächste Woche mal einladen, wir könnten einen Grillabend veranstalten. So als Einweihungsfeier sozusagen dachte ich.“ Jalia gab ein kleines freudiges Geräusch von sich. „Au ja! Ich bin so gespannt, Crystal kennenzulernen! Mike hat soo viel von ihr erzählt!“

Charlotte runzelte die Stirn, sie war nicht vertraut genug mit dem Namen, anders als die anderen beiden hatte sie mit Michael nicht sonderlich viel zu tun gehabt. „Das war der mit den bunten Haaren, richtig? Mit dem du und Jalia immer eure albernen Videospiele spielt?“ Chloe öffnete bereits den Mund, um ihre albernen Videospiele zu verteidigen, als Jalia krachend die Kiste fallen ließ, die sie gerade aufgehoben hatte. Sie stach mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf ihre Freundin ein. „Und du bist einfach langweilig, weil du keines dieser albernen Videospiele spielst! Du hast nicht zu urteilen Mrs. 'Ich-studiere-lieber-als-Spaß-zu-haben' Collard!“
Anstatt eine Antwort zu geben, drückte Charlotte ihr eine weitere Kiste in die Arme und Jalias überraschtem Gesichtsausdruck zu urteilen war sie schwerer als die vorigen. „Ich habe zu viel zu tun, um noch Videospiele zu spielen“, bemerkte sie dann und griff schon wieder nach dem nächsten Karton. „Wo wir davon reden, wenn wir uns nicht beeilen, dann können wir das mit dem Weggehen vergessen. Bellas Nanny hat nur bis um zehn Zeit, auf sie aufzupassen und ich hab morgen früh schon wieder Termine.“

„Ich hab morgen früh schon wieder Termine!“, äffte Jalia ihre beste Freundin nach und pustete sich eine Haarsträhne aus der Stirn. „Nicht einmal für uns kannst du dir einen Tag frei nehmen.“
Jalia hatte nicht wirklich erwartet, dass Charlotte darauf eine ernsthafte Antwort gab, deshalb verdrehte sie nur die Augen, als sie von der Blonden einen Blick zugeworfen bekam. Chloe unterbrach den anfangenden Streit, ehe Jalia erneut etwas sagen konnte, mit einem kurzen Blick auf ihr Handy. „Hol doch Bella einfach her, Lottie. Ehrlich gesagt habe ich keine große Lust, jetzt noch auszugehen. Wir können einen gemütlichen Mädelsabend machen. Vielleicht finde ich in dem ganzen Chaos sogar noch meine Filmesammlung.“
Jalias Gesicht leuchtete augenblicklich auf, sie setzte auch die zweite Kiste energisch ab. „Ja! Lass sie von Maison herfahren! Sie wird sich freuen, Chloe früher als geplant wieder zu sehen.“

Charlotte zog eine kleine Schnute und ließ den Karton in ihren Händen geräuschvoll auf Jalias fallen. So langsam machte sich Chloe ernsthafte Sorgen um ihre Sachen. Die Blonde stemmte die Hände in die Hüften. „Ihr habt Spaß daran, meine Pläne umzuwerfen, was? Es reicht ja nicht, dass mir Chloe damit schon ständig auf die Nerven geht, weil sie vorgibt spontan zu sein.“ Sie betonte das Wort, als sei es eine Beleidigung. Jalia grinste aufgrund der ernsthaften Verärgerung in Charlottes Stimme. „Chloe ist spontan. Außerdem liebst du uns. Du musst nur ab und zu daran erinnert werden, dass es Spaß machen kann, spontan zu sein, du Kontrollfreak. Na los, lass Maison Bella abholen und herbringen! Chloe und ich suchen die Filme und irgendwo in dieser Küche wird sich ja wohl auch etwas angemessen Ungesundes als Snack finden.“

Charlotte grummelte noch eine Weile vor sich hin, doch ein winziges Lächeln lag auf ihren Lippen, als sie schließlich nach ihrem Handy kramte, um ihren Butler zu benachrichtigen, so als würde sie doch mit der Idee anfreunden, sich einen gemütlichen Abend mit ihren Mädels zu machen, wenn auch ungeplant.
Zugegeben, Chloe hatte sich erst an die Tatsache gewöhnen müssen, dass Charlottes Familie dermaßen wohlhabend war, dass sie einen Butler hatten, doch inzwischen gehörte das schon beinahe zur Normalität. Und es war erstaunlich praktisch.

Chloe zwang sich den Stapel Kisten in ihrem Wohnzimmer zu ignorieren und ließ Jalia alleine nach den Filmen suchen, während sie die Küchenschränke nach Snacks durchsuchte. Tatsächlich hatte sich Charlotte um die meisten Dinge in ihrer neuen Wohnung gekümmert, die Blonde hatte darauf bestanden. Allerdings war Chloe ihr dankbar dafür, denn hätte sie das nicht getan, hätte Chloe jetzt weder ihren gesamten Kram hier in LA, noch etwas zu Essen im Kühlschrank. Davon einmal abgesehen, dass sie nicht einmal eine Wohnung, geschweige denn ein Haus hätte. Sie wäre ehrlich gesagt vollkommen aufgeschmissen gewesen ohne ihre beste Freundin. Zumal es Charlotte ohnehin großes Vergnügen bereitete, wenn sie Dinge planen durfte und sie war tatsächlich verdammt gut darin.

Ebendiese beste Freundin kam nun wieder durchs Wohnzimmer, ein kleines zufriedenes Schmunzeln auf den Lippen, das sie immer hatte, wenn sie Dinge planen konnte, die dann auch zu ihrer Zufriedenheit verliefen. Wenn Charlotte eines war, dann war es anpassungsfähig. Sie regte sich gerne darüber auf, dass Jalia ihre Pläne über den Haufen warf, doch sie hatte umso schneller neue gemacht und umgesetzt. „Maison ist unterwegs, aber er wird eine Weile brauchen. Oh und nur damit es weißt, sie wird dich anschreien, sobald sie dich wieder sieht.“

Chloe musste lächeln, wenn sie an die fröhliche Fünfjährige dachte. Sie hatte sie das letzte Mal vor zwei Jahren persönlich gesehen, doch wann immer Chloe mit Charlotte telefonierte oder per Video chattete, war Isabella da und forderte, mit Tante Chloe zu reden. Sie war einfach zuckersüß. „Du weißt das macht mir nichts aus. Ich liebe sie.“
Ihre Worte schafften es, Charlotte ein Lächeln zu entlocken. Die Blonde lehnte sich an die Küchentheke und als Chloe sich zu ihr umwandte, hatte sie ein unheimlich ehrliches, emotionales Lächeln im Gesicht, das man nicht oft bei ihr sah. „Ich bin so froh, dass du endlich hier bist und dass es dir besser geht, Chlo. Die letzten paar Wochen waren die Hölle, nicht nur für dich.“
Die plötzliche Gefühlsregung in Charlottes Gesicht trieb die Tränen in Chloes Augen. Charlotte war ein kühler Mensch, schuftete wie eine Maschine und wenn sie sich etwas vornahm, dann stellte sie ihre eigenen Emotionen ganz nach hinten, ganz besonders wenn es um ihre Tochter oder ihre Mädels ging. Deshalb zeigte sie nicht oft und nicht gerne ihre Gefühle, ganz besonders wenn sie nicht alleine war. Doch Chloe und Jalia kannten sie inzwischen so lange, dass sie geschickt darin waren, Charlotte ab und zu daran zu erinnern, dass sie noch immer ein Mensch war und Emotionen besaß. Umso mehr freute es die beiden, wenn Charlotte von sich aus emotional wurde.

Chloe zwang sich nicht anzufangen zu weinen und schlag die Arme um Charlottes schmale Gestalt. „Ich hab das alles dir zu verdanken, das ist dir bewusst, oder Lottie? Ohne dich wäre ich jetzt nicht hier.“
Charlotte drückte sie eng an sich. „Du bist so eine starke Person. Ich hab dir nur eine Möglichkeit geboten, ich bin so stolz auf dich, dass du die Kraft hattest, sie endlich anzunehmen.“ Chloe schniefte leise und wischte sich vorsichtig über die Augen. „Danke, Lottie. Danke für alles. Das alles hier.“
Ihre beste Freundin schob sie sanft von sich und hielt sie auf Armeslänge, damit sie sie anlächeln konnte. „Du verdienst das hier, Chlo. Du verdienst es zu lächeln, dein Leben zu genießen. Du musst nur danach greifen, hörst du?“
Chloe schmunzelte ein bisschen über den Wortlaut. Sie hatten diese Unterhaltung bereits geführt, viele, viele Male zuvor, doch jetzt standen sie tatsächlich hier und Chloe konnte es immer noch nicht wirklich fassen. Sie war in einem schlechten Zustand gewesen, auf so viele Arten und sie war das immer noch auf gewisse Weise, aber jetzt war sie hier, sie begann ein neues Leben und sie hatte Möglichkeiten, so viele Chancen endlich alles richtig zu machen, sich endlich besser zu fühlen.
„Komm schon, nicht weinen, mein Herz. Dein Lächeln ist so viel hübscher. Außerdem wird Jalia dich erwürgen, wenn sie sieht, dass du ihr kunstvolles Make-Up ruinierst.“ Das brachte Chloe zum Lachen und sie wischte sich die Träne von der Wange, in der Hoffnung, dass sie das Make-Up nicht verschmierte, das Jalia am Vormittag kreiert hatte. „Du bist absolut verrückt und ich liebe dich, Lottie.“
Charlottes blaue Augen strahlten gutmütig. „Ich liebe dich auch, Süße. Na los, lass uns nachsehen, ob das verrückte Huhn zumindest einen kinderfreundlichen Film ausgesucht hat.“

Jalia kam ihnen auf halbem Wege entgegen und zog eine Schnute. „Hey, ich bin verantwortungsvoll!“ Ihr Blick fiel auf Chloe. „Du hast geweint, was ist los? Wen muss ich dafür prügeln?“ Sie fixierte Charlotte, ein kritischer Ausdruck lag in ihren dunklen Augen. „Was hast du gesagt, das sie zum Weinen gebracht hat, du blöde Ziege?“
Chloe schmunzelte und hob die Hände in die Luft. „Ganz ruhig, du musst niemanden prügeln. Lottie macht mich eben immer so schrecklich emotional.“ Jalia gab ein kleines Geräusch von sich und schlang die Arme um Chloe, um sie in eine innige Umarmung zu ziehen. „Wir sind eben alle froh, dass du jetzt hier bist und dass du endlich wieder lächelst.“ Chloe schloss die Augen und genoss die Umarmung. Jalia war herzlicher als Charlotte, überschwänglicher, doch sie mochte es, dass sie beiden so unterschiedlich waren. „Ich bin froh, bei euch zu sein und euch ständig sehen zu können. Hab euch echt vermisst.“ Sie schniefte erneut, doch sie lächelte dabei. Jalias Griff wurde fester. „Jetzt wird alles besser, du wirst schon sehen. Ach ja und Lotte hat recht. Wenn du mein Kunstwerk ruinierst, werde ich sauer.“

Charlotte hinter Chloe kicherte plötzlich und es klang so spöttisch, dass Chloe für einen Moment inne hielt und sie anstarrte. Als sie allerdings Charlottes Kopfschütteln sah und ihr belustigter Gesichtsausdruck, dauerte es nicht lange, bis sie sich davon anstecken ließ. Jalias Schultern bebten vor lauter Lachen und ihr wurde bewusst, was sie für ein vollkommen bescheuertes Bild abgeben mussten. In diesem Moment hätte Chloe es nicht weniger kümmern können.


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Ein herzliches Hallo! an alle die dieses kleine erste Kapitel entdeckt haben und herzlich Willkommen. Ich bin schon seit vielen Jahren auf dieser Seite unterwegs und habe mit einem anderen Account auch tatsächlich schon selbst geschrieben, doch das ist schon seeehr lange her. (Macht euch keine Mühe, diesen Account gibt es schon lange nicht mehr.) Nun möchte ich mein Glück in einem anderen Fandom und mit einem neuen Namen erneut versuchen, denn ich komme doch nicht so recht von der Schreiberei los und möchte eigentlich auch wieder aktiver werden hier.

Dieses (kleine) Werk spukt mir jetzt schon eine ganze Weile im Kopf herum und einiges davon ist auch schon geschrieben, wenn es auch noch nicht gänzlich fertig gestellt ist. Der Upload-Rhythmus wird vermutlich einmal die Woche sein, wann dieser Tag ist, kann allerdings variieren, wegen Arbeit, Privatleben usw. Vermutlich wird es allerdings immer um das Wochenende herum ein Update geben, zwischen Freitag und Montag. (Ich will gar nicht so tun, als wäre ich zuverlässig, was den genauen Tag angeht.)
Ja, die Kapitel werden diese Länge beibehalten, es wird nicht selten passieren, dass sie noch etwas länger werden, denn eine meiner absoluten Schwächen als Autor besteht darin, mich kurz zu fassen. (Ich kann das einfach nicht. Ich hab's versucht, ehrlich! Ich meine .. 6 1/2 Word Seiten zählen als viel, oder?)

Es wird sich hauptsächlich um Luke, Ashton, meinen OC namens Chloe und einige bekannte und unbekannte Personen drehen. Ja, die gesamte Band spielt darin mit und wird auch einiges an Screentime bekommen, ebenso wie z.B. Sierra, Crystal und Kaykay und bekannte Freunde und Familienmitglieder der Band. Startzeitpunkt der FF ist so ungefähr Ende 2016/Anfang 2017 nach der 'Sound Live Feels Live Tour' von 5 Seconds of Summer und die FF wird sich ungefähr an die darauf folgenden Ereignisse richten. Es können und werden Änderungen passieren, da Fanfiction.

Für alle Leser/innen, die das nicht mögen, es werden zum späteren Zeitpunkt (des Öfteren) explizit sexuelle Handlungen beschrieben, M/W als auch M/M und eventuell W/W, deshalb das P18 Slash Rating. Ich werde diese Stellen nicht extra kennzeichnen, wer das also nicht mag, vorsichtig beim Lesen oder Finger weg von dieser FF. Es sollte allerdings relativ offensichtlich sein, wenn man ein bisschen aufmerksamer liest.
5 Seconds of Summer, sowie alle in dieser FF vorkommenden bekannten Persönlichkeiten gehören nicht mir und ich verdiene mit diesem Werk nichts als eventuelle Kommentare. (Die natürlich immer gerne gesehen sind.) All die anderen Personen, wie die drei hier im Prolog vorgestellten Mädels, sind meine eigenen.

So, nun wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Lesen und ich bin sehr gespannt, wie dieses kleine Werk bei euch ankommt. Für Rechtschreibfehler entschuldige ich mich im Voraus, ich habe keine/n Beta und wie so mancher Autor, habe ich dauerhaften Schlafmangel.

Habt einen schönen Tag und bleibt immer positiv!

Larissa
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