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Eine Frage der Perspektive

GeschichteMystery, Freundschaft / P12 / MaleSlash
Misaki Yata Saruhiko Fushimi
10.10.2019
26.02.2021
10
8.765
4
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22.02.2021 978
 
"Ich brauche keine Freunde du Idiot. Ich brauche DICH!“, schoss es Saruhiko aus dem Mund. Nach einer kurzen Zeit der Stille war von Yata ein leises Lachen zu hören. „Ich… verstehe nicht.. Wieso lachst du?“, fragte Saruhiko ihn verwirrt. „Du Brauchst Mich?!“, lachte Yata und es klang sehr anzweifelnd. „Du hast dich einen Dreck um mich geschert!! Die ganzen letzten Tage war es dir doch bloß wichtig was Homra über dich denkt und dass ich gehe! Jetzt sag mir nicht du würdest mich brauchen. Das ist ein ziemlich erbärmlicher Versuch, dass ich mich besser fühle.“ – „Das stimmt nicht. Ich-" – „Spar es dir einfach okay?“ Yata unterbrach seinen Rivalen und drehte sich um. „Was tun wir jetzt?“, fragte der eigentlich Größere, um die Meinung des Anderen über die jetzige Situation einschätzen zu können. „Ich weiß es nicht Saru… Ich weiß nicht einmal ob ich überhaupt noch zu Homra zurück will, nachdem sie mich so oberflächlich behandelt haben.“ Mit gesenktem Blick und hängenden Schultern setzte Yata sich in Bewegung. „Dein Board!“ Saruhiko hob es auf und lief ihm nach. „Behalte es oder verbrenn es…. Ist mir egal.“ Ohne eine Antwort abzuwarten oder gar zuzuhören lief er davon. So dauerte es nicht lange und Saruhiko stand wieder alleine da. Mittlerweile wurde es kühler. Die Sonne hatte nun ganz den Himmel verlassen. Geknickt und mit gemischten Gefühlen verließ Saru ebenfalls den Treffpunkt und ging zur Bar zurück.

Wer bist du?“, hallte eine Stimme im ewig schwarzen Nichts. „Ich weiß es nicht.“, antwortete Yata. Er kannte diesen Ort schon. Jede Nacht verbrachte er hier. Hier war er Er selbst. „Was willst du?“ – „Ich weiß es nicht.“ Monoton wiederholte er sich. „Willst du hier raus?“, fragte die Stimme ihn. Yata hob leicht seinen Kopf und schaute sich um. In der Ferne sah er die Grimasse der Statue. Sie starrte ihn an. Er schaute wieder weg und setzte sich auf den Boden. „Nein.“, war die Antwort, immer noch monoton und lustlos. „Bist du als jemand anderes nicht glücklich? Wer willst du sein? Du oder Er. Wer bist du? Schau dich an, du wirst immer alleine sein. Sag es mir: Wer bist du?“ Die Stimme wurde lauter und ungeduldiger. Der kleine Skater hielt es kaum aus und hielt sich die Ohren zu. „Wer bist du?“ Wieder lauter. „Ich weiß es nicht!“ – „Wer?“ – „KEINE AHNUNG!“, rief Yata laut der Stimme entgegen und erneut tauschte er sekündlich den Körper. Wieder hörte man das penetrante Lachen, schon wie in den Träumen zuvor. Es hörte nicht mehr auf. Kam näher. Wurde lauter.

Keuchend wachte Yata auf und machte das Licht an. „Scheiße man! Wer bin ich….?“ Er schloss die Augen, lehnt sich an die Wand und zählte langsam runter. Jede verdammte Nacht das gleiche Spiel. Seit er nicht mehr er selbst war. „Ob Saru wohl auch schreckliche Träume hat? Oder bin nur ich verflucht. Ich meine, ich hätte es sicher verdient.. Ich habe ihm nur Leid bereitet.“, er sah sich seine Arme an. Das sah einfach nur schrecklich aus. „Das war ich. Das ist meine Schuld. Was hab ich da nur getan? Und wieso behandelt er mich nun auch so, obwohl er weiß wie das ist?“, schluchzend murmelte in das leere Zimmer. Es würde ihm eh keiner antworten. Er war mit diesen Fragen allein. Nur sein unterbewusstes Ich kannte die Antwort, oder zumindest erahnte er sie. „Damit Ich es auch verstehe.“ Yata wischte sich seine Tränen weg. „Okay! Ich habe es verstanden. Ich weiß jetzt genau wie es ist. Bitte… Mach es rückgängig!! Lass mich wieder in meinen Körper!“, rief Yata und hoffte, dass ihn der Jemand hören konnte, der dieser Bitte nachkommen würde. Doch nichts passierte. Allein die innere Frustration und der Gedanke daran, dass er sich mit Saruhiko vertragen sollte, blieben.

Er vermisste die Zeit mit ihm. Er wusste nun was zu tun war. Wie er die Vergangenheit und auch Saruhiko retten konnte. Immerhin sah er es! Er sah, dass auch sein bester Freund mit den Leuten von Homra klar kommen würde. Yata wusste, dass er dafür sorgen könnte, dass es ein Happy End gab. Jedenfalls solange er einen Weg fand wieder an den Punkt zu gelangen, wo sie beide dem Clan beitraten.

Und was wenn nicht..? Was, wenn es so kommen muss, dass einer von uns geht?, schoss es ihm durch den Kopf. Und außerdem, wieso sollte er dahin zurück wollen?

Sein Blick wanderte zu seinem PDA. Er nahm es und schaltete es ein. Fast wie von alleine wählte er Sarus Nummer und ein Piepen durchbrach die Stille.

„Mhh.. Hast du eine Ahnung wie spät es ist..?“, murrte eine verschlafene Stimme vom anderen Ende. „Hallo? Bist du dran? …….. Ich schlafe dann weiter, okay?“, sagte Saruhiko nach einiger Zeit. „Saru... Ich…. kann nicht schlafen.“ Diesmal musste Yata auf eine Antwort warten.
„Was soll ich da tun?“ – „Können wir uns sehen? Ich bin diesmal auch nicht so ein Idiot.“, versprach Yata ihm. „Na schön.“
Saruhiko legte auf und zog sich an, um sich auf den Weg zu machen.

Und wieder waren sie hier.
„Saru? Bitte sag mir eins.. Wer bin ich?“ – „Misaki.“ Bei dem Namen musste Yata leicht lächeln. „Wieso fragst du mich das? Hast du mich wegen dieser Frage aus dem Bett geholt?“, müde und genervt verschränkte Saruhiko die Arme vor der Brust. Erst als er sich Yatas trüben Blick ansah, erkannte er ein vertrautes Gefühl. Augenblicklich wurde er weicher. Kaum zu glauben wie schroff er zu seinem Misaki war. Homra färbte wohl ab. „Ich verliere mich… Ich höre ständig diese Stimme in mir. Sie fragt mich wer ich bin. Ich zweifle selber dran. Ich frage mich was ich tun könnte und ob es einen Weg gibt etwas tun zu können! Sie mich doch an. Ich bin du. Und ich schaffe das nicht länger.“

Anscheinend war es wohl doch an der Zeit den Kleinen daran zu erinnern , wer er wirklich ist.

"Misaki~"
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