Nothing hurts like a broken heart

von Bacchana
OneshotAngst, Schmerz/Trost / P12
Cana Alberona
10.10.2019
10.10.2019
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Kalter Wind blies durch das geöffnete Fenster und versetzte die dünnen Vorhänge, die es nur dürftig bedeckten, in einen schwingenden Tanz. Eine Gänsehaut breitete sich auf Canas nacktem Arm aus, welche auf dem Bauch in ihrem Bett lag. Die Decke bedeckte sie nur notdürftig. Ihre vollen, dunklen Locken lagen wild auf ihrem Kopf und versteckten einen Großteil von ihrem blassen Gesicht. Ihre dunklen Augen glänzten durch die langen braunen Strähnen, während sie lethargisch die Stücke Stoff beobachtete. Es war still, nur der Regen, der aus dicken, grauen Wolken draußen auf die Stadt herab fiel konnte man in dem kleinen Raum hören. Der typische Duft von nassem Stein drang schwach in ihre Nase und die Brünette schluckte schwer, ein bekanntes brennen in den Augen. Vorsichtig streckte sie ihren linken Arm aus, wo ihre Fingerspitzen nichts weiter als kühlen Stoff berührten. Die Seite war leer, aber das war nichts neues. Sie war seit langer Zeit leer und würde es auch bleiben. Etwas, was sie schon seit Monaten wusste aber nicht akzeptieren wollte. Nicht akzeptieren konnte.

'Prinzessin'

Canas Hand ballte sich zu einer Faust und ihre Augen pressten sich zu.

'Lass mich in Ruhe, du bist nicht ihr!', flüsterte Cana mit kratziger Stimme in die Leere des Raumes. Sie wusste es, wusste, das niemand da war. Niemand zu ihr sprach und trotzdem, wenn sie jetzt die Augen öffnete, dann würde er dort sein. Mit dem gleichen, unbeschwerten Grinsen, als wäre nie etwas passiert. Mit dem gleichen verschmitzten Gesichtsausdruck den er immer hatte und sie damit in den Wahnsinn trieb. Mit der gleichen Liebe in seinem Blick, die nur ihr galt.

'Öffne die Augen, Prinzessin'

Nein!

Sie wusste, es war falsch doch sie konnte nicht anders. Zögerlich öffnete Cana die Augen, welche sich langsam auf eine familiäre Silhouette fixierten. Die erste Träne fiel, noch bevor sie das erste mal blinzelte. Rote Augen, diese wunderschönen roten Augen. Seit Monaten hatte sie diese nicht mehr gesehen. Es tat so unheimlich weh. Sie beschrieb es oft, als würde sich eine kalte Hand langsam um ihr Herz legen und zudrücken. So lange, bis der Schmerz  alles war, was sie fühlen konnte. Er wurde ein ständiger Begleiter, sie brauchte ihn. Durch ihn war sie im Stande, ihn zu hören, zu spüren, als ob er noch immer da wäre. Doch gleichzeitig wurde er mit der Zeit unerträglich. Cana wollte ihn nicht mehr spüren, nicht mehr seine Stimme hören. Sie wollte vergessen. Vergessen, das er jemals existierte nur um diesen Schmerz nicht mehr zu fühlen. Doch er ließ sie nicht vergessen. Er wollte nicht, das sie vergaß. Dafür liebte er sie zu sehr. Er wollte, das sie ihm folgte, das sie zusammen sein konnten. Deswegen wollte er, das sie die Augen öffnete. Damit sie ihn sehen konnte. Sehen wie sehr er sie liebte und wollte, das sie zu ihm kam.

Monate lang war Cana stark geblieben und hat nicht hingesehen, hatte nicht die Augen geöffnet. Nur seiner Stimme hatte sie gelauscht, wie diese sie bat ihre Augen zu öffnen. Nur seinen Berührungen war sie gefolgt, wenn kalte Finger ihr die Tränen wegwischten. Doch Cana war müde, so verdammt müde.

'Komm mit mir'

Sie fühlte sich wie in Trance als seine dunkle Stimme ihren Verstand einlullte. Mit ihm gehen, wie sehr sie das wollte. Seit Monaten hatte sie keinen anderen Gedanken. Langsam setzte Cana sich auf, ohne ihren Blick abzuwenden. Bacchus' Hand war ihr entgegen gestreckt und ohne zu zögern griff sie danach. Die all zu bekannte Kälte breitete sich in ihrem Körper aus und Cana lächelte.

'Ich habe dich vermisst. Wir werden an einen wunderschönen Ort gehen'

'Ich liebe dich'

Es waren ihre letzten Worte bevor sie die Augen schloss und sich von der Fensterbank abstieß.
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