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Reclaim

von Elixier
GeschichteSci-Fi / P18 / Gen
OC (Own Character)
09.10.2019
26.02.2021
8
18.897
3
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
18.03.2020 2.238
 
Herzlich willkommen zum nächsten Kapitel meiner Geschichte. Ich hoffe dass es euch gefällt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.



Erster Eindruck




Der Thunderhawk hatte keine wirklichen Schwierigkeiten die dünne Atmosphäre von Cochrane zu durchstoßen. Ich war es gewohnt in meinem Sicherheitsbügel hin und her geworfen zu werden, wenn der Pilot versuchte Abwehrfeuer zu umfliegen, da wir aber keins erhielten, flogen wir ruhig und geradlinig auf unser Ziel zu. Meine Brüder saßen genau wie ich herum und warteten nur auf die Landung. Ihre Rüstungen glänzten noch frisch und unbeschmutzt im spärlichen Licht des Transporters. Die Vibrationen die sich von den Triebwerken auf unsere Rüstungen übertrugen, erzeugten eine Art Summton, der mir dank meiner Dienstzeit so vertraut war, dass ich ihm kaum noch Beachtung schenkte und nur noch unterbewusst wahrnahm. Ich starrte auf die Retinalinsen meines Gegenübers. Grasko hatte einen Arm flach auf sein gepanzertes Knie gelegt und mit der anderen umfasste er den Griff seines Kettenschwerts. Er stützte es mit der Spitze auf den Boden gerichtet ab und starrte genauso bewegungslos zurück. „Noch eine Minute:“, bemerkte der Pilot und ich konnte sehen, wie sich all meine Brüder etwas strafften. Einem Menschen wär die Anspannung eines Astartes nicht ins Auge gefallen.

Als der Flieger aufsetzte, erhoben wir uns wie ein Mann und drehten uns in Richtung Ausgangsrampe. Die Brüder die schwere Waffen trugen, hoben sie vom Boden und ich nahm meinen Blick nicht von der Stelle, an der sich gleich die Oberfläche des Planeten vor mir zeigen würde. Zischend senkte sich die Rampe und ich machte lediglich eine Handbewegung. In zwei langen Kolonnen verließen wir den Transporter und formten eine Verteidigungsposition. Der sandige Untergrund des Planeten, sorgte für einen knirschenden Ton, bei jedem unserer Schritte. „Gesichert.“, kam es von Grasko und keine halbe Sekunde später sagte auch Mer: „Gesichert.“ Ich warf einen Blick auf die Station, die knapp fünfhundert Meter entfernt von uns aufragte. Das Gebäude machte keinen sonderlich belebten Eindruck auf mich. Ich sah keine Lichter und konnte auch keine Bewegungen ausmachen. Hivat trat langsam neben mich. Obwohl er dank seines Servoharness noch mehr auf die Waage brachte, als wir regulären Space Marines, war er nicht langsamer auf seinen zwei Beinen.

„Der Schein trügt sicher. Wenn der Feind noch immer hier ist, dann verschanzt er sich tief im Inneren der Station.“, sagte er nach einigen Sekunden. Ich wollte ihm zustimmen und dennoch verließ mich das Gefühl nicht, das wir beobachtet wurden. „Uns fallen keine Unregelmäßigkeiten auf Sir. Hier sieht alles genauso aus, wie sie es im Missionsbriefing beschrieben haben.“, meinte Grasko über unsere Verbindung. Ich ließ meine Augen über die Landschaft schweifen und musste ihm zustimmen. Da die Atmosphäre von Cochrane zu schwach war um nennenswerte Lebewesen zu unterstützen, konnte man abgesehen von Unmengen an Sand, einigen Steinen und Felsformationen nur hier und dort ein paar Flechten und moosähnliches Gewächs erkennen. Das Gestein hatte einen bläulichen Schimmer an sich und die Sandkörner glitzerten mit einem leichten Grün. Blaue Inseln in einem grünen Meer. „Das Auspex nimmt eine gewisse Strahlung in der Nähe des Gebäudes war… sie stimmt nicht ganz mit dem überein, was hier auf natürliche Weise auf Cochrane zu finden ist.“, warnte Hivat und ich drehte mich etwas zu ihm. Er behielt die Station im Auge. Tegnar gesellte sich zu uns und er studierte die Strahlung selbst für einige Sekunden. „Es ist keine reguläre Hintergrundstrahlung… aber sie sollte für uns keine Gefahr darstellen. Dafür sind die Werte zu gering.“

Ich biss mir für eine Sekunde auf die Zunge bevor ich antwortete: „Könnte es das sein? Hat am Ende vielleicht nicht mal ein Angriff stattgefunden und was auch immer hier erforscht wurde, hat diese Strahlung abgegeben und letzten Endes alle umgebracht?“ So unwahrscheinlich das auch war, ausschließen konnten wir es nicht. „Nein, dafür ist die Strahlung viel zu gering. Abgesehen davon, hätten sie selbst im Extremfall noch die Chance gehabt einen Notruf abzusenden. Da dies nicht geschehen ist, kann die Strahlung hier nicht allein am Werk gewesen sein.“, erklärte unser Apothecary. „Voran Brüder, wir müssen in das Innere der Station gelangen.“, befahl ich und wir rückten vor. Wir waren absichtlich nicht auf den abgeschirmten Landungspads gelandet, damit man uns nicht sofort von einer vorbereiteten Feuerposition attackierte. Das bedeutete zwar, dass wir uns mit Gewalt selbst Einlass gewähren würden müssten, aber die Vorbereitungszeit die unser Feind haben würde, würde trotzdem geringer sein. Hivat hatte keine Schwierigkeiten eines der Schotts am Äußeren des Ganges zu öffnen, der die Pads mit dem eigentlichen Gebäude verband. Das Innere des Ganges war genauso leer wie es dunkel war. Die Lichter, die sich in einer Reihe an der Decke fortsetzten, waren ausgeschaltet und nur ein winziges Lämpchen, das neben dem Eingang zur Station angebracht war, blinkte unablässig. „Mer, nimm zwei deiner Brüder und finde heraus, ob die Landungspads unbenutzt sind. Wir wollen nicht, das uns jemand in den Rücken fällt.“, befahl ich. Der Sergeant und zwei seiner Untergebenen rannten in Richtung Pads und ich richtete meine Aufmerksamkeit auf die Station.

„Öffne die Tür Bruder Techmarine. Wir wollen dem Feind keine Ruhe bieten.“, sagte ich und Hivat machte sich sofort daran, meinen Wunsch zu erfüllen. Die anderen, hielten ihre Waffen auf den Eingang gerichtet. Realistisch gesehen, hätte es dem Feind einige Vorteile erbracht, wenn er sich uns hier bereits am Eingang zur Station gestellt hätte. Wir hatten hier keine Deckung und konnten auch zu keiner zurückfallen. Wir besaßen zwar den Vorteil, dass wir dank der Breite des Gangs, alle dazu kommen würden im Ernstfall Gebrauch von unseren Waffen zu machen, aber wir konnten natürlich nicht ausschließen, dass unsere Widersacher, geschützte Positionen im Inneren der Station errichtet hatten. Mit einem Zischen öffnete sich die Tür und wir erkannten einen Vorraum, ähnlich einem Dekompressionsraum. „Es wirkt wie eine Sicherheitsvorkehrung auf mich Bruder. Sicher um neue Besucher einer genauen Untersuchung zu unterziehen.“, murmelte Tegnar und Hivat stimmte ihm im selben Atemzug zu. „Genau das ist es. Allerdings ist die Energie des Systems herunter gefahren. Irgendjemand hat offenbar von Innen das System deaktiviert. Von hier draußen könnte ich aber dafür sorgen, dass sich die Tür vor uns öffnet.“ Ich sandte ihm ein Bestätigungssignal und hörte Mer und seine zwei Brüder von hinten näher kommen. „Irgendwelche Vorkommnisse. Irgendwas gefunden?“, fragte ich und der Sergeant überlegte offenbar für einen Moment bevor er berichtete.

„Nun wir haben keine fremden oder vertrauten Schiffe auf den Pads gefunden aber... wir haben die Leichen von zwei Menschen und fünf Servitoren gefunden. Die Menschen trugen die Uniform des Sicherheitskontingents. Die Servitoren gehören eindeutig dem Imperium an.“, sagte er und ich fragte: „Haben sie irgendwelche besonderen Anzeichen von Verletzungen davongetragen?“ Er schüttelte den Kopf. „Einer wurde enthauptet, der andere in der Mitte zerteilt. Die Servitoren wurden allesamt erschossen. Ich kann nicht genau sagen mit was für einer Waffe, aber es sieht mir nach dem Machwerk simpler Projektilwaffen aus.“ Ich verstand und ließ die Drei wieder eine ihren Brüdern ähnliche Position einnehmen. „Ich werde die Tür nun öffnen.“, verkündete Hivat und die massige Wand die sich vor uns zeigte, hob sich langsam an. Der Gang dahinter war beleuchtet, und die Gestalten meiner Brüder warfen lange Schatten hinter uns in den Verbindungstunnel. Alle fünf Meter war eine knapp handbreite Leuchte an der Decke angebracht. Der Gang war merklich schmaler, nur etwa drei Meter breit und seine Wände bestanden aus Rockcrete, der weiß gestrichen worden war. Der Boden und die Decke, waren aus Metall. Links und rechts vom Eingang, befanden sich Gänge, die wie ich aus meiner Studie des Gebäudes wusste, einmal komplett um das Gebäude führten. Sie waren genauso breit wie der zentrale Gang. Wir konnten die ersten Mitglieder des Sicherheitskontingents erkennen. Oder besser was der Feind von ihnen übrig gelassen hatte.

Zahlreiche verstümmelte und zerrissene Körper bedeckten den Boden des Ganges. Das Blut der vielen Getöteten sorgte für einen fast gleichmäßigen, roten Film auf dem Metall. Die Wunden der Verteidiger waren so unterschiedlich, dass es den Anschein hatte, dass viele und unterschiedliche Feinde ihren Tod herbeigeführt hatten. Diejenigen die im Nahkampf umgekommen war, hatten tiefe Schnittwunden, zu Brei geschlagene Schädel, Bisswunden die ihre charakteristischen Muster hinterlassen hatten und Unmengen an offenen Brüchen und ausgekugelten Gelenken waren zu sehen. Andere wiederum zeigten Verletzungen, wie sie nur von Fernwaffen ausgelöst wurden. Diese wirkten auf mich genau wie die Wunden die Mer beschrieben hatte. Projektilwaffen. „Geradezug ein Massaker.“, meinte einer unserer Brüder. Ich musste ihm zustimmen. Trotz ihres Veteranenstatus, hatte das Sicherheitskontingent keine Chance gehabt und war dem was sich uns bot nach zu urteilen in kürzester Zeit überwältig worden. „Sie tragen keine Waffen mehr bei sich.“, meinte Hivat und ich erkannte dass er Recht hatte. Mer brachte hervor: „Das… war auch der Fall bei den beiden Männern die wir an den Landungspads gefunden haben.“ Ich warf ihm einen Blick zu und er machte beinahe den Eindruck in seiner Rüstung zusammen zu schrumpfen. „Ich hielt es... nicht für ein bemerkenswertes Detail.“, entschuldigte er sich. „Nun jetzt wissen wir zumindest, dass es kein Ausnahmefall gewesen ist. Die Frage ist allerdings eher, wo befindet sich unser Feind?“, fragte Tegnar und Grasko meinte: „Sicherlich noch irgendwo in der Station. Bisher hat er uns noch nicht angegriffen, aber das heißt ja nicht, dass das Gebäude feindfrei ist.“

Ich konnte Tegnar beinahe unter seinem Helm mit den Augen rollen sehen. „Das meinte ich nicht Sergeant. Ich frage mich nur, wo die Überreste des Feindes sind. Wie es aussieht, ist es den Soldaten nämlich gelungen einige Feinde zu erledigen, aber von ihren Körpern ist keine Spur. Entweder, unser Gegenspieler hat sich wirklich zurückgezogen und besitzt genügend Verstand keine Hinweise auf seine Identität zurückzulassen, oder aber der Feind ist immer noch hier und hat trotzdem die Körper seiner getöteten Verbündeten verschwinden lassen.“ Grasko starrten den Apothecary an und wandte seinen Blick in meine Richtung. „Was mag das bedeuten Bruder Sergeant?“, fragte er auf die typische Art und Weise, die man von einem Sergeant erwartete, der sich noch mehrheitlich auf die Erfahrung seiner Vorgesetzten stützte. Ich betrachtete einen der getöteten Wächter der Station und studierte seine Verletzungen genauer. Im Unterarm hatte er eine Schusswunde, die seinen Arm komplett durchschlagen hatte. Seine Brust, war wie von einer riesigen Klaue zerrissen worden und die Wucht der Attacke war groß genug gewesen, um seinen Brustkorb zu zerschmettern und seine Rippen freizulegen.

„Es bedeutet, dass wir extrem wachsam sein müssen. Wenn diejenigen die dieses Verbrechen begangen haben immer noch hier sind, dann werden wir garantiert in irgendeine Falle tappen, so lange wir uns weiter ins Innere der Station fortbewegen. Wenn wir aber herausfinden wollen, was hier passiert ist, dann wird uns ohnehin keine Alternative bleiben. Wir müssen das Zentralsystem der Station erreichen um uns ein genaues Bild von dem zu machen, was hier passiert ist.“, erklärte ich und meine Brüder strafften sich. Sie wussten, dass eine Konfrontation bevorstand. Die Stille in der Station war trügerisch. Wir rückten weiter vor und kamen durch den langen Gang der vor uns lag in einen Vorraum, der ursprünglich dazu gedacht war, Personen in die Abteilungen zu schicken in denen sie zu arbeiten hatten. Es war wie eine Dreh- und Orientierungspunkt. Ein baugleicher Gang, führte auf der gegenüberliegenden Seite, noch tiefer in das Gebäude. Das Zentralsystem, befand sich genau auf halber Höhe im Gebäude. Die Mitte des Raums wurde von einem großen Lift ausgefüllt, in dem sicher zwei Rhinos nebeneinander Platz gefunden hätten. Er war sogar noch ein Stück länger. Die Tür öffnete sich mit einem sehr leisen Quietschen und ich glaube für einen Moment ein Geräusch zu vernehmen, das nicht von der Hydraulik des Lifts erzeugt wurde. Doch keiner meiner Brüder sagte etwas und ich sah mich nur kurz um. Nichts was ein ähnliches Geräusch hätte von sich geben können, war zu entdecken.

Das Bild das sich uns im Inneren des Aufzugs bot, war nahezu dasselbe, das wir schon auf dem ersten Gang hatten betrachten können. Die Männer die den Lift hatten verteidigen wollen, lagen wie von einer wilden Bestie gerissen verteilt auf dem Boden und mehr Einzelteile als ganze Männer oder Frauen waren zu finden. Ich begann zu rätseln mit wem wir es hier zu tun hatten. Für einen Überfall der Dark Eldar, sah das Ganze nach meinem Augenmaß zu grob und unberührt aus. Einer meiner Brüder stupste einen der Toten mit seinem Stiefel an. „Nicht nur Tote seitens des Sicherheitskontingents. Seht her.“, meinte er und hob den halbierten Körper eines Mannes hoch. Er war einen handbreit unterhalb des Bauchnabels in Zwei geteilt worden und seine Innereien fielen teilweise aus ihm heraus. Sein Schädel war ebenfalls, oberhalb des Unterkiefers nicht mehr existent. Sein rechter Arm war auf knapp der Hälfte des Oberarms abgerissen worden. „Der war sicher Mitglied des Munitorums. Er trägt keine Panzerung, nur diese Arbeiterkluft.“, sagte er und ließ den Leichnam wieder fallen. „Hier drüben haben wir einen Servitor. Die wollten offenbar wirklich jeden auf der Station tot sehen.“, rief einer von Mers Untergebenen. Ich sah auf die Schalttafel, mit der man das Stockwerk eingeben konnte, in das man fahren wollte. Das Gebäude hatte genau 200 Stockwerke. „Fahren wir erstmal in Stockwerk 25 und sehen uns dort um. Machen wir uns ein Bild davon, wie es auf der Station allgemein aussieht.“, ließ ich meine Brüder wissen und drückte auf den entsprechenden Knopf. „Lasst uns herausfinden, wer „Die“ eigentlich sind.“



Ich hoffe dass euch das neue Kapitel gefallen hat und ich danke euch allen für eure Aufmerksamkeit. Natürlich würde es mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Vielleicht darf ich euch ja auch beim nächsten Mal wieder begrüßen.

HG Elixier
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