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Die Flamme des Drachen

von Rubi
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18
Bloom Valtor
09.10.2019
26.07.2020
27
75.799
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26.07.2020 1.941
 
Bloom wurde nur langsam wach. Ihr Verstand wusste, dass sie aufgewacht war, aber ihr Körper hatte das noch nicht so ganz verstanden. Vor sich hin brummend und mit geschlossenen Augen tastete sie um sich. Wo war der Kerl jetzt schon wieder hin?
Irgendwie war es bei ihnen immer so, dass sie, wenn sie sich stritten, getrennt einschliefen und Arm in Arm aufwachten. Womit der Streit dann offiziell beendet war. Doch wenn sie sich nicht stritten und Arm in Arm einschliefen, bewegten sie sich immer im Schlaf auseinander.
So etwas sollte man dann Logik nennen.
Als ihre tastenden Finger endlich seinen Rücken berührten, grummelte sie zufrieden, bahnte sich ihren Weg durch all die Decken zu ihm und schmiegte sich an seinen breiten Rücken. Dazu legte sie ein Bein über seinen Oberschenkel und schlang den Arm um seine Taille. Er war herrlich warm.
Fast sofort döste sie wieder ein.
„Wir müssen gleich aufstehen“, kam es da gegrummelt von ihm. Murrend verharrte Bloom in ihrer Schlafposition und vergrub den Kopf an seinem Rücken.
„Viel Spaß“, meinte sie nur leise, während sie versuchte den Schlaf wieder einzufangen und zurück in die samtene Schwärze zu gelangen.
Brummend begann er sich zu rühren, was sie mit einem genervten Stöhnen kommentierte und ihren Griff um ihn verstärkte.
„Du musst mich schon aufstehen lassen“, lachte er leise, mit herrlich verschlafener Stimme.
„Ich muss gar nichts“, meinte Bloom leise, kuschelte sich enger an ihn.
„Doch, eine Sache musst du unbedingt“, flüsterte er leise in ihr Ohr, als es ihm gelungen war, sich aus ihrem Griff zu winden und sie auf seine Brust zu ziehen. „Du musst für immer bei mir bleiben“, wisperte er ihr ins Ohr. Durch seinen Atem gekitzelt, drehte sie den Kopf zur Seite, blieb aber liegen.
„Wenn es weiter nichts ist“, murmelte Bloom leise, fing wieder an sich zu entspannen.



Auch Valtor gab jeglichen Versuch, sich von seiner anhänglichen Freundin zu befreien auf und blieb still liegen, spielte verträumt mit ihrem Haar. So war es immer. Sie wachte auf, robbte zu ihm, weckte ihn damit auf und schlief dann sofort wieder ein. Meist sabberte sie danach wahre Sturzbäche auf seine Brust, aber das war ihm egal. Solange er sie nur im Arm halten konnte.
Valtor war nach ein paar Wochen im Krankenhaus entlassen worden. Zu seiner Überraschung, hatte nicht nur Icy ihn besucht, sondern auch Hagen war vorbeigekommen. Die Tat Darkars hatte sich ziemlich schnell herumgesprochen. Mittlerweile war er, mit samt den Vieren der Black-Circle-Organisation hinter schwedische Gardinen gewandert. Was in Darkars Fall seine eigene Schuld war, hatte er vor Gericht doch nicht mit seiner Obsession für Bloom hinter den Berg halten können.
Diese hatte eine ordentliche Entschädigung bekommen, dafür hatte Valtor gesorgt. Ihm selbst war auch ein schönes Sümmchen an Schmerzensgeld zugekommen, welches er sofort an Flora und Roxy weitergegeben hatte. Die zwei hatten ihn auch besucht. Und sich diebisch gefreut, als sie Bloom an seiner Seite sahen. Anscheinend hatten sie ihren neuen Beziehungsstatus nicht so gut verheimlichen können, wie sie geglaubt hatten. Sogar Tritan… Tristan war noch mal vorbeigekommen. Tatsächlich hatte er sich die Gelegenheit, Valtor auf die Nerven gehen zu können, nicht entgehen lassen.
Es hatte mehrere Wochen gedauert, bis Valtor wieder schmerzfrei amten konnte und noch mehr Zeit, bis seine Schulter wieder relativ gut funktionierte. Reha und Therapie waren da nur einige Schritte gewesen. Doch die gesamte Zeit über war Bloom an seiner Seite gewesen. Und auch jetzt, wo er als „geheilt“ galt, war sie bei ihm.
Es war genauso, wie er es sich vorgestellt hatte und doch ganz anders. Sie arbeiteten zusammen genauso lange, wie sonst auch, wenn nicht noch länger. Schon ein paar Mal waren sie am nächsten Morgen gemeinsam auf der Couch schlafend aufgewacht, weil Icy ins Büro gekommen war. Diese wunderte sich schon lange nicht mehr darüber. Bloom und er hatten ihre Firmen fusioniert. Ursprünglich war es seine Idee gewesen, doch auch sie war dem Gedanken nicht abgeneigt. Als sich dann noch herumsprach, wie gut sie zwei den Auftrag von Hagen fertiggestellt hatten, hatte es ohnehin nur noch Aufträge für sie beide als Team geregnet. So war aus seinem Firmennamen Fuoco & Draconis geworden.
Lächelnd hatte Bloom sich das neue Schild angeschaut. „Die Flamme des Drachen“, hatte sie gemurmelt, wo er nur zustimmten konnte. Es passte perfekt. Sie passte perfekt.
Zu ihm.
Natürlich waren auch Kiko und Mila mitgekommen. Letztere befand sich immer noch im Mutterschutz , nachdem sie einen gesunden Jungen zur Welt gebracht hatte.
Valtors Leben hatte sich verändert. Aber zum Besseren. Hatte er gefürchtet, dass der feurige Rotschopf sein Leben anstrengend und schwierig machen würde, hatte er nicht übertrieben. Doch Bloom brachte so viel mehr mit in diese Beziehung. Wie jetzt zum Beispiel. Sie stritt sich zwar noch immer oft mit ihm, war uneinsichtig und stur wie ein Esel, doch sie schenkte ihm auch ihre Zeit. Valtor konnte sich stundenlang mit ihr unterhalten, sie im Arm halten und einfach die Stille genießen. Sie gab ihm alles, wonach er sich so sehnlich verzehrt hatte. Abenteuer und Aufregung, aber auch Ruhe und Zufriedenheit. Ihre Liebe.
Als sein Wecker anfing zu klingeln, grummelte sie vor sich hin, vergrub die Nase in seinem Shirt und schlief selig weiter. Seufzend streckte Valtor sich und machte das nervige Teil aus.
„Bloom, aufstehen“, säuselte er dann, strich ihr die Haare aus dem Gesicht.
„Viel Spaß“, grummelte sie leise, machte keine Anstalten, sich zu bewegen.
„Bloom“, seufzte er etwas lauter. Keine Reaktion. Lächelnd fuhr er ihr noch einmal durchs Haar, bevor er sich mit ihr in den Armen erhob. Erschrocken riss sie die Augen auf und klammerte sich Halt suchend an ihn.
„Ich hatte dir gestern versprochen, dass ich dich zur Not auch unter die Dusche tragen würde“, grinste er nur.
„Lass mich runter, das ist nicht fair!“, jammerte sie und versuchte sich an dem Laken festzuhalten. Lachend trug er sie, mitsamt dem Laken, das traurig hinter ihnen her schliff, ins Badezimmer.



Er musste einfach lachen, als er sah, wie nervös sie war. Es war mal wieder Zeit für die alljährliche Spendengala von Flora und Roxy. Und dieses Jahr würde es das erste Mal sein, dass Bloom sich nicht heimlich hineinschlicht, sondern gemeinsam mit ihm über den roten Teppich gehen würde. Valtor hatte sich schon die gesamte Woche darüber gefreut. Zugegeben, teils auch aus Schadenfreude, aber vor allem, da nun endlich offiziell werden würde, das sie ein Paar waren. Bisher hatten sie vermieden die Öffentlichkeit etwas davon wissen zu lassen. Natürlich gab es Gerüchte, die gab es immer.
Doch nun würden sie diese selbst bewahrheiten oder eben verneinen. Zu ihren Bedingungen und auf ihre Art.
„Bleib locker, du musst einfach nur neben mir herlaufen“, lächelte er leise und drückte ihre Hand, als sie zu dem roten Teppich kamen, wo die Blitzlichter schon eifrig vor sich hin klickten.
„Ja, ja, du hast leicht reden“, murmelte sie angespannt, schielte an ihm vorbei zu dem Spektakel.
„Tja, ich bin es eben schon gewohnt. Was kann ich dafür, wenn du dich jedes Jahr darum gedrückt hast?“, lächelte er, nahm sie von hinten in den Arm und drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel. Als Antwort bekam er nur ein rohes Schnauben. Doch sie schmiegte sich sofort an ihn.
„Wie hast du das überhaupt immer gemacht? Das frage ich mich schon seit Jahren“, wechselte er das Thema, damit sie sich etwas beruhigen konnte. Lachend verschränkte sie die Finger mit seinen.
„Ich habe mich von Roxy eine halbe Stunde vorher einschleusen lassen“, gestand sie dann ein. Verblüfft musterte Valtor sie. So einfach sollte das sein?
„Na, da muss ich mal ein ernstes Wörtchen mit Flora reden, glaube ich“, seufzte er leise, entließ sie aus seiner Umarmung, hielt ihre Hand aber fest in seiner.
Sie waren an der Reihe. Valtor sah genau, wie sie schluckte.
„Bereit?“ Angespannt nickte sie. Also gingen sie gemeinsam los. Das Blitzlicht war unerwartet stark und heftig. Valtor machte nicht den Fehler, frontal in die Kameras zu schauen und sich blenden zu lassen. Bloom hingegen tat genau das. Schmunzelnd zog er sie an der Hand mit sich, blieb in der Mitte des Teppichs stehen. Hier standen die meisten Reporter, stapelten sich regelrecht.
„Lächeln“, flüsterte Valtor leise, fasste sie an der Taille und lächelte in die Kameras.
„Mache ich doch!“, schnappte sie etwas schnippisch. Aber ihre Hand lag auf einem Rücken, hielt sich unsicher an ihm fest. Nach wie vor verfiel sie in hektischen, oder stressigen Situationen in ihre alte, kratzbürstige Art.



Bloom fühlte sich überhaupt nicht wohl. Seit dem Vorfall mit Darkar war die Presse besonders hinter ihr her. Immerhin war Darkar ein reicher, einflussreicher Mann gewesen. Genauso, wie die Black-Circle-Organisation. Und ihr war es, gemeinsam mit Valtor, gelungen, beide zu Fall zu bringen.
Sie hatte es gewusst, hatte sich mental darauf vorbereitet und doch verfiel sie nun in Panik und musste jede Unze ihrer Selbstbeherrschung aufbringen, um nicht einfach schreiend vom roten Teppich zu laufen.
„Entspann dich“, murmelte Valtor erneut neben ihr, verstärkte seinen Griff um ihre Taille etwas. Wie sollte sie sich bitte entspannen, wenn sie vor lauter Blitzlicht nichts mehr sah, die Leute tausend Anweisungen brüllten, wie sie sich hinstellen sollten, welche Fragen sie beantworten sollten und noch mehr?!
„Entspann du dich doch“, fauchte sie leise, schaffte es dabei aber, ihr Lächeln aufrecht zu halten.
„Das mache ich doch“, war der spöttische Ton in seiner Stimme die einzige Vorwarnung. Dann hatte er sie schon gepackt und in seinen Arm gedreht. Wie beim Tanzen beugte er sie leicht nach hinten, dass Bloom das eine Bein anheben musste. Es ging so schnell, dass sie kaum reagieren konnte.
„Was machst du?!“, keuchte sie panisch, als die Rufe um sie herum immer lauter wurden und das Blitzlicht noch an Intensität zuzunehmen schien.
„Ich sorge dafür, dass wir aufs Titelbild kommen. Mit diesem Schlitz in deinem Kleid, muss es einfach klappen“, neckte er sie grinsend. Wütend funkelte sie ihn an.
„DU wolltest, dass ich dieses Kleid anziehe!“, belehrte sie hin dann, musste aber auch schmunzeln.
„Ich streite ja auch gar nicht ab, dass ich das nicht alles geplant hätte, kleine Feuergöttin“, schmunzelte er leise. Ja, sein Spitzname für sie war ihm irgendwann mal herausgerutscht. So viel also dazu, dass er ihr keinen gegeben hätte. Doch Bloom gefiel es irgendwie … es klang süß. Vor allem, da er immer „klein“ davor sagte.
„Du willst also aufs Titelbild?“, fragte Bloom lauernd, als er gerade dabei war, die Pose aufzulösen. Überrascht hielt er inne. An dem unruhigen Leuchten seiner Augen wusste sie, dass er ahnte, dass sie etwas vorhatte.
„Dann sorgen wir doch mal dafür!“, grinste Bloom, bevor sie ihre freie Hand von seiner Brust nahm, an der sie sich festgehalten hatte, sie um seine Krawatte schlang und ihn daran zu sich zog. Der Kuss war lang und sinnlich.
Die Reporter drehten vollends durch.
Der Moment war perfekt. Es gab nur ihn und sie.
So, wie es sein sollte.



***

Hallo! ^^

So, das war es. Irgendwie ist die Geschichte mal wieder außer Kontrolle geraten. Doppelt so lang, wie sie geplant war, aber das ist ja nichts Neues. >.<‘‘
Tatsächlich ist es mal ein Happy End geworden. Ich bin doch sehr froh, dass ich die FF nicht abgebrochen habe. Sie hat am Ende doch sehr viel Spaß gemacht zu schreiben und mir durch die stressige und aufwühlende Zeit des Virus geholfen.
Ich hoffe, auch euch hat diese etwas untypische Story gefallen und ihr hattet Spaß damit.
Zum Ende möchte ich mich noch bedanken. Danke, für die Favos, Reviews und Empfehlungen. Und ein riesiges Danke an alle, die mich auf dieser Reise begleitet haben und sich die Zeit genommen haben, meine verrückten Ideen zu lesen.

Ich habe mich sehr über jedes Feedback, jeden Stern und jedes Herz gefreut. ^^

LG
Rubi
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