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Die Flamme des Drachen

von Rubi
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18
Bloom Valtor
09.10.2019
26.07.2020
27
75.799
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16.07.2020 3.158
 
„Ah, Miss Fuoco, Mr. Draconis“, sagte Hagen und erhob sich, als sie vom Kellner geführt auf den Tisch zutraten. Valtor schielte auf seine Uhr. Fünf Minuten zu spät. Verdammt. Und das nur seinetwegen. Er HASSTE es, zu spät zu sein. Lieber war er eine halbe Stunde zu früh, als auch nur eine einzige Minute zu spät. Fuoco schätze er eigentlich ähnlich ein. Nur ließ sie sich überhaupt nicht anmerken, dass sie die Verspätung überhaupt registriert hatte. In Gedanken verloren schob Valtor ihr den Stuhl zurecht. Erst, als sie zögerte, wurde ihm klar, dass das für sie nicht selbstverständlich zu sein schien. Mit welchen Kulturbanausen hatte sie sich denn bisher umgeben?
Dieser Gedanke brachte ihn aus seinen Grübeleien heraus und ließ ihn kurz schmunzeln.
„Ich hoffe, Sie hatten eine gute Anreise“, begann Hagen mit typischem Smalltalk, nachdem sie ihre Getränkebestellung aufgegeben hatten.
„Problemlos“, lächelte Fuo … Bloom, während sie die Speisekarte überflog. Ein Seitenblick zeigte ihm,  dass sie angespannt war. Stockgerade saß sie da, die Schultern nach hinten, den Rücken gestreckt. Zwar kam dadurch die geschwungene Linie ihres Kinnes sehr gut zur Geltung, was Valtor durchaus wertzuschätzen wusste, doch sah es auch sehr verkrampft aus. Also widmete er sich seiner eigenen Karte und stieß sie unbemerkt unter dem Tisch mit dem Fuß an. Aus den Augenwinkeln sah er, wie sie zu ihm sah. Demonstrativ ließ er die Schultern etwas sinken.
Sie verstand sofort. Eine leichte Röte schlich auf ihre Wangen, bevor sie kurz durchatmete und dann versuchte sich zu entspannen.
„Entschuldigen Sie bitte, unser Zuspätkommen. Ich bin wohl eingeschlafen und habe mir keinen Wecker gestellt“, nahm sie das Gespräch nach einigen Herzschlägen wieder auf. Hagen winkte lächelnd ab.
„Kein Grund zur Sorge. Ich war selbst erst wenige Augenblicke hier. Ich hoffe, die Reise war nicht zu anstrengend für Sie?“, erkundigte er sich nach ihrem Wohlergehen.
Valtor verfolgte das Gespräch schweigend und mit widersprüchlichen Gefühlen. Einerseits verstand er nicht, warum sie die Schuld auf ihre Kappe nah, andererseits war es sehr nett von ihr. Immerhin war es für einen Mann peinlicher zuzugeben, dass er einfach weggepennt war, als für eine Frau. Von Männern wurde immer erwartet, dass sie alles ab konnten und ohne Fehl und Tadel waren. Bei Frauen sah man das nicht ganz so streng. Es war natürlicher, das Reisen sie mehr belasteten. Auch, wenn Valtor dieses Weltbild als veraltet und unangebracht sah, konnte er doch nicht so ganz davon abweichen, es als Erleichterung zu sehen, dass sie behauptete, sie wäre eingeschlafen.
Dennoch war ihm dieses Thema peinlich. So hüllte er sich in Schweigen und hob den Blick kaum von seiner Karte. Erst, als sie ihn nun ihrerseits kurz mit der Fußspitze anstieß und demonstrativ lächelte, musste auch er schmunzeln und begann sich am Gespräch zu beteiligen.
„Die Zusammenarbeit lief problemlos, wie es scheint“, blickte Hagen zwischen ihnen hin und her. Hatte er ihre nonverbale Konversation etwa mitbekommen?! „Um ehrlich zu sein, hatte ich dies nicht erwartet. Sie werden es mir hoffentlich nachsehen, aber ich habe mich vor dem Start dieses Projektes etwas in Ihrer Branche umgehört und … Sie beide wurden nie mit guten Worten zusammen in einem Satz genannt. Es hat mich doch recht verwundert, wie schnell Sie zwei diesem fusionierten Plan zustimmten. Und wie reibungslos es ablief“, gestand der ältere Mann. Kurz durch den Kellner abgelenkt, der das Essen servierte, musste Valtor dennoch schmunzeln.
„So harmonisch lief es am Anfang gar nicht“, gestand er dann ein und sein Lächeln wurde breiter, als Bloom ihn nun nicht länger anstieß, sondern unter dem Deckmantel des Tisches ordentlich gegen das Schienbein trat.
„Tatsächlich?“, fragte Hagen überrascht und wollte sichtlich mehr erfahren.
„Aber ja“, nickte Valtor, ignorierte ihren tretenden Fuß, zog einfach das Bein weg und nahm sein Besteck auf. „Am Anfang war es keineswegs leicht. Doch wir sind beide Profis in dem, was wir tun. Wir haben schnell erkannt, dass es nur zu unserem eigenen Besten ist, wenn wir uns zusammenraufen. Zumal es nach dem Klären einiger Missverständnisse gar nicht so schlimm war, wie befürchtet. Nicht wahr?“, wandte er sein Wort direkt an sie.
Böse blitzte sie ihn an.
„Sicher“, war ihre einsilbige Antwort.
Lachend lenkte Hagen die Aufmerksamkeit wieder auf sich.
„Dies scheint ein sensibles Thema zwischen Ihnen zu sein. Vielleicht sollten wir es lieber fallen lassen. Zumal sich ihre Technikerin vorgestern an mich wandte. Tecna hieß sie, glaube ich“, wechselte Hagen galant das Thema. Tecna war tatsächlich Valtors Technikern. Aber nicht als Angestellte, sondern als freie Arbeiterin einer großen Technikfirma. Sie sorgte immer dafür, dass jegliche Elektronik einwandfrei funktionierte.
„Ah, genau. Sie meinte, sie hätte schon ein paar Konzepte entworfen, um den Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten“, nickte Valtor.
„Soweit ich das verstanden habe, streben Sie an, ihren Schulkomplex weitestgehend autonom anzulegen?“, mischte sich nun auch Bloom ins Gespräch ein.
„Stimmt genau“, nickte Hagen, „Ich versuche ein eigenes, kleines Reich zu schaffen. Ein Ort, an dem besondere Schüler nach ihren Bedürfnissen und Besonderheiten lernen und leben können.“
Valtor runzelte bei dieser Wortwahl kurz die Brauen und senkte sein Besteck etwas.
„Wenn Sie besonders sagen, meinen Sie dann hochbegabt?“, bohrte er nach. Fast glaube er ein kurzes Leuchten in den Augen des Mannes vor ihm zu sehen.
„Unter anderem“, nickte ihm dieser nur zu und beließ es dabei. Da es unhöflich gewesen wäre, weiter zu bohren, ließ auch Valtor das Thema fallen. Es ging ihn strenggenommen ja auch gar nichts an.
Noch eine Weile sprachen sie über das Projekt. Als der Nachtisch aufgetragen wurde, räusperte sich Hagen jedoch etwas unwohl.
„Wegen den Plänen des morgigen Tages … es ist mir etwas peinlich, aber mir sind leider wichtige Verpflichtungen dazwischen gekommen. Ich hoffte, dass wir den Besichtigungstermin des Schulgebäudes um einen Tag verschieben könnten?“, wandte er sich ernst an sie. Valtor tauschte kurz einen Blick mit Bloom. Diese lächelte sofort beschwichtigend.
„Das ist kein Problem, Mr. Hagen. Wir sind ohnehin fast die gesamte Woche hier. Da kommt es auf einen Tag mehr oder weniger nicht an.“
Valtor nickte bestätigend.
„So hätten wir morgen Gelegenheit die Stadt etwas näher zu erkunden“, gab auch er grünes Licht. Sichtlich erleichtert lehnte Hagen sich in seinem Stuhl zurück.
„Ich bin froh, dass Sie so verständnisvoll sind. Und wenn Sie die Stadt kennenlernen wollen, könnte ich Ihnen ein paar gute Tipps geben.“
Also drehte sich das Gespräch nun um die sehenswürdigen Orte und versteckten Nischen, die man an diesem schönen Ort finden konnte.



Bloom überließ irgendwann den Männern das Gespräch, als es um Fachwerk und Baustrukturen ging. Sie hatte davon nicht sonderlich viel Ahnung. Um ehrlich zu sein, interessierte es sie auch nicht wirklich. Natürlich wusste sie den Anblick eines alten, schönen Hauses zu würdigen, aber sie war nicht sehr erpicht darauf zu erfahren, woraus eben dieses bestand. Oder wie wackelig die Konstruktion in Wirklichkeit war.
„Als letzten Tipp könnte ich Ihnen noch einen Motorradverleih anbieten“, meinte Hagen irgendwann und zog auch Blooms Aufmerksamkeit wieder auf das Gespräch. Belustigt stellte sie fest, wie Valtors Augen bei dieser Vorstellung zu leuchten begannen.
„So etwas gibt es tatsächlich?“, fragte dieser gerade mehr als interessiert.
„Oh, ja. Es gibt sogar eine Schnellstraße hier in der Nähe. Dort lohnt es sich, die Motoren so richtig aufzudrehen“, lachte Hagen entspannt. Das Essen war schon lange beendet und sie saßen nur noch gemütlich mit einem Weinglas zusammen und unterhielten sich. Eigentlich hätte Bloom gedacht, dass es anstrengender wäre ein Geschäftsessen mit Dra… Valtor hinter sich zu bringen. Besonders, da er Hagen ja unbedingt unter die Nase hatte reiben müssen, dass sie am Anfang nicht gut miteinander ausgekommen waren. Davon brauchte der Kunde doch nichts zu wissen!
„Das wäre tatsächlich eine Idee wert“, befand Valtor gerade und sein Blick wanderte zu ihr. Abwehrend hob Bloom die Hände.
„Da bin ich raus. Mein Gleichgewichtssinn ist miserabel und ich habe keinen Führerschein für so ein Ding“, wehrte sie ab, was beide Männer lachen ließ.
„Ich bin mir sicher, Mr. Draconis würde sie als Beifahrerin mitnehmen“, zwinkerte Hagen dann. Was Bloom sich natürlich sofort vorstellen musste. Sie. Auf dem Motorrad. Hinter Valtor. Die Arme um seine Taille geschlungen, ihm ganz nah. Den Wind in den Haaren, seinen Geruch in der Nase.
Schlagartig bekam Bloom einen roten Kopf und versuchte ihr Gesicht hinter dem Weinglas zu verstecken.
„Ich hätte nichts dagegen“, meinte Valtor in diesem Moment mit glitzernden Augen. Er wusste genau, dass ihr das Thema unangenehm war.
„Wir werden sehen“, wich Bloom aus, schaute ihm dabei nicht in die Augen. Das warme Gefühl war wieder in ihrer Brust und die Vorstellung seines starken Körpers so dicht an ihrem ging ihr nicht mehr aus dem Kopf.
„Für das Frauenherz gibt es eine erstklassige Boutique mit schönen Einzelstücken ganz in der Nähe des Motorradverleihs. Eine alte Freundin hat sie mir empfohlen“, rettete Hagen sie aus der Peinlichkeit als er ein neues Thema ansprach. „Um ehrlich zu sein, ist sie auch der Grund für meine Unpässlichkeit morgen. Faragonda kommt nicht oft in die Stadt“, sinnierte er leise lächelnd und blickte in sein Weinglas, ließ die rubinrote Flüssigkeit darin sachte kreisen.
„Dann ist es etwas ganz Besonders“, stimmte Bloom zu und fing seinen Blick auf. Anscheinend war diese Faragonda weit mehr, als nur eine „alte Freundin“ für Hagen. Es überraschte Bloom, wie offen und unbeschwert das Gespräch geworden war. Aber es gefiel ihr.
Es war ganz anders, als sie es gewohnt war und als sie erwartet hatte. Deswegen war sie fast schon traurig, als Hagen sich verabschiedete und auch Valtor und sie sich dazu aufmachten, auf ihre Zimmer zurückzukehren. Valtor brachte sie noch bis zu ihrer Tür. An ihm war wahrlich ein alter Gentleman verloren gegangen. Blooms Wagen prickelten, als das warme Gefühl dieser einfachen und so simplen Geste wegen erneut in ihr aufkam.
„Wollen wir dann morgen den Tag gemeinsam in der Stadt verbringen?“, fragte er leise. Dabei glaubte sie eine gewisse Unsicherheit in seiner Stimme zu hören. Bloom zögerte … sollte sie das wirklich tun? Immerhin waren sie … ja, was waren sie eigentlich? Feinde schon lange nicht mehr, so etwas wie Freunde wohl, aber …
„Gerne“, nickte Bloom und überrascht sich selbst dabei. Die Röte auf ihren Wangen wich keine Sekunde lang.
„Schön“, erschien nun auch ein zaghaftes Lächeln auf seinen Lippen, was ihm unglaublich gut stand. Blooms Magen machte einen Satz.
„Treffen wir uns morgen früh in der Lobby?“, fragte sie, um sich selbst von diesen eindeutigen Gefühlen abzulenken.
„Gerne, welche Uhrzeit? Dieses Mal stelle ich mir auch einen Wecker“, grinste er schelmisch und brachte sie so zum Lachen.
„Halb neun?“, fragte sie einfach drauf los und war überrascht, als nun er anfing leise zu lachen.
„Mir hätte klar sein sollen, dass du eine Lärche bist, wenn ich eine eindeutige Nachteule bin. Wie wäre es mit zehn Uhr zum Frühstück?“
Kurz stutze Bloom wegen den Lärchen und Eulen, dann begriff sie.
„Willst du frühstücken oder doch gleich Mittagessen?“, musste sie bei der Uhrzeit ehrlich lachen, riss sich dann aber zusammen. „Zehn Uhr ist in Ordnung“, nickte sie  schließlich.
„Mach dich nicht über mich lustig“, schmollte er ein wenig, doch seine Mundwinkel zuckten gefährlich.
„Ich doch nicht. Gute Nacht, Valtor“, verabschiedete sie sich, als das Flattern in ihrem Magen immer schlimmer wurde.
„Gute Nacht, Bloom“, sagte er mit seiner tiefen Stimme und einem Blick, der es in sich hatte. Bloom musste schlucken, bevor sie sich nickend abwandte und schnell in ihrem Zimmer verschwand. Verdammt, das war knapp. Das Herz in ihrer Brust schlug unkontrollierbar. Nun konnte sie es wahrlich nicht mehr leugnen. Schwer ließ sie sich gegen die Tür fallen.
Sie hatte sich Hals über Kopf verliebt. Und das ausgerechnet in Valtor Draconis …




Dieses Mal war er pünktlich. Sogar überpünktlich. Eine halbe Stunde vorher stand er in der Lobby und wartete. Seine Nacht war wirr gewesen. Schlafen hatte Valtor zwar können, doch waren seine Träume gefüllt von roten Haaren und blauen Augen. Der gestrige Abend hatte dem warmen Gefühl in seiner Brust nicht gutgetan. Diese offene, gelöste Art, die er an ihr gesehen hatte, dieses sanfte necken, die strahlenden Augen … es war ihm unter die Haut gegangen.
Schon allein die Vorstellung heute zu diesem Motorradverleih zu gehen und sie zu überreden gemeinsam mit ihm eine Spritztour zu machen, sorgte dafür, dass sein Herz das Tempo verdoppelte. Diesen einen Tag wollte er sich gönnen. Diesen einen Tag, an dem er es genießen konnte Zeit mit ihr zu verbringen. Weit weg von allem Bekannten. Diese eine Erinnerung wollte er machen. Damit er sie dann loslassen konnte.
Schon allein bei dem Gedanken drehte sich Valtor der Magen um. Doch es war besser. Für sie und auch für ihn. Zwar waren sie sich in den letzten Wochen bedeutend nähergekommen und hatten alle alten Feindschaften, so unbegründet sie auch gewesen waren, beiseite gelegt. Sie waren so etwas wie Freunde geworden. Diese zerbrechliche Freundschaft wollte er nicht zerbrechen sehen.
Also würde er sich zurückhalten.
„Sei ehrlich, wie lange wartest du schon?“, riss ihn eine Stimme aus seinen Gedanken. Sein Herz machten einen Satz, als sie auf einmal neben ihm stand. Fast so, als wäre sie direkt aus seinen Gedanken entsprungen. Schmunzelnd begegnete er ihrem amüsierten Blick.
„Nicht lange“, wehrte er dann ab, schaute auf die Uhr. Sie selbst war eine Viertelstunde zu früh dran.
Gemeinsam gingen sie zum Frühstück. Es war sonderbar, wie einvernehmlich sie aßen, plauderten und gemeinsam Zeit verbrachten. Fast könnte er sich daran gewöhnen. Mit ihr schien es nie langweilig zu werden. Sie fanden immer irgendetwas, worüber sie sprechen konnten. Und sollte der seltene Fall eintreten, dass dem nicht so war, konnten sie auch ganz hervorragend schweigen.
„Willst du wirklich mit mir einkaufen gehen, bevor wir dir ein Motorrad besorgen?“, fragte Bloom gerade schmunzelnd.
„Aber sicher. Und wir holen UNS ein Motorrad. Ich werde dich jawohl nicht am Straßenrand sitzen lassen“, schüttelte er entschlossen den Kopf.
„Oh, doch. Wirst du. Drück mir ein Eis in die Hand und ich warte glücklich auf deine Rückkehr. Diese Todesteile haben nicht mal einen Anschnallgurt! Da setzte ich mich nicht drauf“, wehrte sie entschlossen ab.
„Das werden wir noch sehen“, lächelte er leise, während er sich wieder seinem Frühstück widmete.
„Da werden wir gar nichts sehen“, versetzte sie entschieden. Innerlich lachte er leise. Er würde sie schon zu überreden wissen. Ohne Zweifel. Zur Not konnte er sie auch einfach packen und mitschleppen. Wäre ja nicht das erste Mal gewesen.
„Lass den Gedanken sofort fallen! Ich weiß genau, was du denkst und ich warne dich! Meine Faust war schon einmal in deinem Gesicht. Sie wird den Weg auch ein weiteres Mal finden“, grollte die Rothaarige mit einem wütenden Funkeln in den Augen.
Beschwichtigend hob Valtor kauend die Hände.
„Ich bin ja ganz brav“, versicherte er, als er geschluckt hatte.
„Wenn du schläfst“, grummelte Bloom leise, ließ das Thema dann aber fallen.
„Ich frage mich trotzdem, warum du nicht abgeschreckt bist, mit mir einkaufen zu gehen. Die meisten Männer rennen da eher schreiend weg.“
Lachend zerteilte Valtor seinen Frühstücksspeck.
„Ach ja? Warum denn? Weil es ihnen vor der Tatsache grault, dass sie nur die Taschenträger sind und sich stundenlang die Beine in den Bauch stehen müssen?“
Grinsend nickte sie.
„Ich bin es gewohnt. Icy geht immer mit mir einkaufen, wenn wir irgendwo unterwegs sind“, winkte Valtor ab. Dabei bemerkte er sehr genau, dass diese einfache Antwort etwas in ihr auslöste. Auf einmal wurde sie ganz ruhig und nachdenklich.
„Einen Penny für deine Gedanken“, sagte Valtor irgendwann leise. Verwundert blickte sie auf, bevor sie den Blick beschämt abwandte.
„Ich habe mich nur gefragt … wie ihr euch kennengelernt habt. Du und Icy. Eure Beziehung scheint sehr stark zu sein. So etwas ist eher selten.“
Schmunzelnd legte Valtor das Besteck bei Seite.
„Selten zwischen einem Mann und einer Frau, die nichts miteinander haben?“
Verlegen biss Bloom sich auf die Lippe, nickte dann aber leicht. Es war süß sie so unentschlossen zu sehen. Valtor ging das Herz auf. Das warme Gefühl eisern ignorierend, gab er ihr eine ehrliche Antwort.
„Wir hatten mal was zusammen.“
Prustend verschluckte sie sich an ihrem  Traubensaft. Den Orangensaft hatte sie entschlossen abgelehnt.
„Wie bitte?!“
Lachend lehnte er sich zurück.
„Ja, ganz am Anfang. Es hat mit einem kleinen Techtelmechtel angefangen. Es wurde aber nie mehr draus. Und als sie dann Tritanus … äh, Tristan, getroffen hatte, haben wir es beendet. Sie hat ihn schlussendlich sogar geheiratet. Was soll man sagen? Wir sind gute Freunde geblieben und arbeiten seit einigen Jahren zusammen.“
Mit offenem Mund hatte sie seiner Ausführung gelauscht.
„Tritanus?“, war das Erste, was sie fragte, als sie sich wieder gefangen hatte.
Lachend legte Valtor den Kopf in den Nacken.
„Das ist das Erste, was dich interessiert? Ein kleiner Insider. Er geht gerne surfen und ich habe ihn immer mit einer Meerjungfrau verglichen. Als Icy mir dann vorgehalten hat, dass er jawohl ein Mann war und ich nur Triton, den Vater von Ariel, als männliche Meerjungfrau kannte, habe ich ihn Tritanus getauft. Der Bart hat für Triton leider gefehlt“, lachte er leise.
Fassungslos starrte sie ihn an.
„Hat Icy auch einen Spitznamen, von dem sie nichts weiß?“, fragte sie dann lauernd.
Leise lachte Valtor.
„Ja, kann sein“, stimmte er dann zu. Doch wenn seine Sekretärin erfahren würde, dass er sie heimlich „Eiskönigin“ nannte, würde sie ihn lynchen.
„Und ich auch?“, hob Bloom herausfordernd eine Braue. Nun musste Valtor länger überlegen. Bewusst hatte er ihr keinen Spitznamen gegeben. Doch gerade fiel ihm ein sehr schöner ein. Er würde sich aber hüten, ihr diesen zu sagen.
„Nein, ich glaube nicht“, verneinte er also. „Und wie stehe ich so da? Irgendwelche Spitznamen?“, wechselte er schnell das Thema.
Tatsächlich wurde sie bei dieser Frage rot, was sofort sein Interesse weckte.
„Spuck aus“, verlangte er eindringlich und beugte sich etwas vor. Damit hatte er nicht gerechnet. Dass sie ihm einen Spitznamen geben würde. Bestimmt war es etwas sehr Böses und Garstiges.
„Ich habe dir gar keinen Spitznamen gegeben. Es waren Kiko und Mila … eigentlich alle, die ich kenne“, wehrte sie ab. Ihr war das Thema sichtlich peinlich. Nur ein Grund mehr, um das Geheimnis zu lüften.
„Ja?“, bohrte er also weiter.
Unwirsch schnaubte sie und mied seinen Blick. Ihre Wangen brannten. Sie sah hinreißend aus. Valtors Herz machte Luftsprünge.
„Sie nennen dich immer ...“, begann sie, schreckte dann aber doch vor der Antwort zurück.
„Ja?“, drängte Valtor ernster.
Mit einem wütenden Schnauben funkelte sie ihn an, bevor sie die nächsten Worte so schnell und atemlos sprach, dass er kaum hinterherkam.
„Sie nennen dich „meinen Drachen“, ok?“
Und damit widmete sie sich verbissen ihrem Frühstück. Valtor konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Das war … süß. Auch, wenn es ihm besser gefallen hätte, würde sie ihn so nennen … Kopfschüttelnd vertrieb er diese Gedanken, widmete sich schweigend wieder seinem eigenen Essen.
Sie waren ohnehin zukunftslos.



***
Hallo!

Na, irgendeiner eine Idee, was für eine Schule das sein soll? ^^
Nun sind auch alle Charaktere aus Winx in dieser FF vertreten, die ich haben wollte. Alle Winx, die Bösewichte aus Staffel 1-4 (eigentlich auch 5, da Tritanus als Tristan und Icys Mann unterwegs ist), Faragonda und noch unser lieber Avalon. ^^

Über Feedback und Verbesserungsvorschläge würde ich mich wie immer sehr freuen!

LG
Rubi
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