Carrie - Stimmen aus dem Jenseits

CrossoverAllgemein / P18
09.10.2019
10.10.2019
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Aus der Ferne ertönte ein leises Geräusch, welches zu ihr durchdrang. Augenblicklich begab sie sich auf den Weg, um dieses Geräusch zu Orten, doch alles, was sie sah, war ein schmutziges Zimmer. Dieser Anblick tat ihr schon beinahe leid, denn zwischen dem vielen Müll erkannte sie eine kleine Hand, welche sich gen Himmel entlang streckte. Mit schnellen Schritten ging sie auf das kleine Bettchen zu, auf dem ein Baby lag. Als sie beinahe schon vor dem Baby stand, nahm sie eine weitere Stimme wahr.

„Halte dich von diesem gottlosen Kind fern!“, schalte es hinter ihr. Als sie sich umdrehte, nahm sie eine Frau wahr.

„Wie können sie dieses Kind hier bloß liegen lassen?“, sprach sie fassungslos und verzog besorgt ihr Gesicht.

Diese ignorierte die Frage. „Der Teufel schickte mir dieses Wesen. Es ist durch und durch verdorben. Ja, es ist verdorben, bis in den Knochenmarkt!“, sprach die leibliche Mutter des Kindes. War sie doch eine religiöse Frau, die stets zu Gott hielt, weshalb das Baby ihr ein Dorn im Auge war. Die Vernünftigere der Beiden schüttelte den Kopf. War es ihr doch unbegreiflich, wie man mit dem Baby umging und was die leibliche Mutter da von sich gab.

„Das Jugendamt wurde bereits informiert. Sie wird zu mir kommen.“, damit nahm sie das Baby in die Arme, billigte der Frau keines Blickes und marschierte an ihr vorbei.

Genau in diesem Augenblick klopfte es an der Tür, während die Mutter sie anschrie, sie solle das Baby töten. „Carrie ist eine Bedrohung für uns alle! Sie müssen etwas unternehmen!“, schrie die leibliche Mutter, doch Melinda Gordon verließ ruhig die Wohnung, warf ihr einen kurzen Blick zu und sprach, während die Frau vor Wut tobte.

„Sie hören von meinem Anwalt, wegen Vernachlässigung des Kindes und Kindesmissbrauch.“, damit ging Melinda, während ihr Ehemann Jim Clancy ihr die Tür des Wagens öffnete. Stumm stieg sie in das Auto, setzte sich auf den Beifahrersitz und Jim stieg ebenfalls ein, setzte sich. Mit einem beschleunigten Gang fuhren sie schließlich davon.

„Carrie – So lautet ihr Name, oder?“, fragte sie ihren Liebsten, welcher auf die Straße sah.

„Dies sagte die Frau zumindest.“, meinte Jim und bog in die Straße ein. „Hast du Bedenken, was die kleine betrifft?“, wollte ihr Ehemann wissen, weil er keine Bedenken besaß. Aber vielleicht wäre dies zu früh, um ein Kind aufzunehmen.

„Nein.“, gab sie knapp von sich. Niemand sollte seine Bedenken in ihrer Gegenwart äußern, denn so könne sie das Baby retten. Was das betraf, ließ sie sich nichts reinreden. Sie wollte schließlich dieses Kind.

In den letzten Monaten unterhielten sie sich über Melindas Kinderwunsch, wobei Jim immer wieder beteuerte, dass dies zu früh sei, aber für Melinda war der Zeitpunkt perfekt, weshalb sie ihn quasi dazu überredete. Immerhin wollte Jim Clancy, ihr Seelenverwandter, dass sie alles bekam, was sie sich vornahm. So unterstützte er sie immer, egal, um was es sich handeln würde. Sie waren schließlich ein Team, welches kein anderer übertraf.

„Na gut.“, sagte dieser knapp und brachte das Auto zum stehen. Während sie ausstiegen, lächelte Melinda die kleine an. Auch Jim gestand sich ein, dass ihn dieser Gedanke faszinierte, weil sie jetzt eine kleine Familie waren. Eine merkwürdige, kleine Familie, aber dies gefiel ihm.

„Sie sollte den Namen beibehalten, findest du nicht?“, sah sie Jim an, welcher nickte. Dann küsste er sie Kleine auf die Stirn und Melinda sah ihn verliebt an, weil sie es süß fand. Ihr Herz freute sich, dass ihr Ehemann Jim Carrie akzeptierte und sie wohl behandeln würde.

„Der Name ist perfekt! Sie ist perfekt.“, lächelte er Melinda an. Für eine Weile sahen sie Carrie liebevoll an und konnten ihr Glück kaum glauben. All diese kleinen Momente würde Carrie mit ihnen teilen: Ihr erstes Wort, das erste mal, wenn sie die Augen öffnen würde und vieles mehr. So ungern Melinda Augenblicke zerstörte, mussten sie in das Innere des Hauses gehen. Also taten sie dies.

„Es war mal ein Mädchen, welche sieben Brüder besaß.“, las Jim der kleinen eine Geschichte vor, damit sie einschlief, als sie im Inneren des Gebäudes waren.

Als Melinda das Zimmer betrat, sah sie noch ein Weilchen zu und lauschte der Geschichte. „Das machst du sehr gut.“, lobte sie ihren Mann und dieser sah auf.

„Irgendwie müsse sie doch schlafen.“, gestand er ein.

„Die Gebrüder Grimm – Ein wirklich schönes Märchen.“, auf leisen Sohlen ging sie auf die Beiden zu.

„Ich möchte ungern das Thema wechseln, aber wird jetzt die kleine Carrie ihren Nachnamen wechseln müssen?“, Jim stand auf, um sich ein Glas Wasser zu holen.

„Ja, dies wäre sinnvoll. Schließlich würde sie danach ihre leibliche Mutter suchen, wenn sie erfährt, dass sie einen anderen Nachnamen trägt.“, gestand Melinda sich ein.

„Und das möchtest du nicht?“, sah er seine Frau an und blieb stehen. Diese schüttelte den Kopf. „Das kann ich verstehen. Die Mutter wollte sie schließlich töten.“, ohne zu zögern nahm er seine Frau in die Arme, welche schluchzte. Beruhigend sprach er auf sie ein.

„Wie kann man seine eigene Tochter als das Werk Satans betiteln?“, war sie fassungslos gewesen. „Du warst dabei Jim!“, sah sie ihn mit Tränen in den Augen an.

Dieser nickte. „Das ist mir unbegreiflich.“, gestand er.

„Eine Mutter sollte nicht so über das eigene Kind denken. Niemals!“, da nahm sie und ihr Ehemann das schreien ihres Kindes wahr. Während sie sich die Tränen weg wischte, nahm er die kleine in die Arme, wog diese hin und her und versuchte sie zu beruhigen.

„Tut mir leid.“, flüsterte sie zu Jim, welcher sie vollkommen verstand.

„Das braucht es nicht.“, sprach er zu ihr. „Ich verstehe dich.“, versicherte er ihr.

„Ob Carrie uns lieben wird?“, besaß sie plötzlich Bedenken. Aber Jim nickte nur.

„Natürlich wird sie uns lieben. Vor allem dich.“, lächelte er und sie sah ihn an, lächelte dann ebenfalls.

„Danke, dass du Carrie akzeptierst.“ Sie war unendlich dankbar für sein Verständnis und die Bereitschaft, ein fremdes Kind anzunehmen, welches noch nicht Melindas war, aber bald sein würde. „Morgen regeln wir das mit ihrem Nachnamen.“, gähnte Melinda und Jim legte Carrie zurück in die kleine Wiege.

„Gut, dass wir in diesem Zimmer Platz besitzen. So schläft Carrie nah bei uns.“, räumte Jim ein und Melinda lächelte.

„Du Optimist!“, scherzte sie und dieser lachte liebevoll.

Gähnend legten sie sich hin, morgen müssten sie noch viel erledigen. Unendlich müde waren sie ja schließlich auch. Während Jim da lag, legte Melinda eine Hand auf dessen Brust, schmiegte sich an ihn und schloss zufrieden die Augen. „Hoffen wir mal, dass der kleine Engel nicht wach wird.“, gähnte Jim leise und nahm fest, dass Melinda bereits schlief. So tat er es ihr nach, schlief ebenfalls ein.

Die laute Stimme weckte sie mitten in der Nacht.

Müde riss sie ihre Augen auf, sah zur Wiege des Kindes. Neben dem Kind stand eine Frau, welcher versuchte die Wiege in Bewegung zu setzten. Der erste Fuß Melindas berührte den Boden, als sie aufstand, der zweite folgte.

„Was wollen sie hier?“, rief die wütende Frau. „Lassen Sie auf darstelle mein Baby in Ruhe!“ Mit diesen Geräuschen wurde Jim wach und blinzelte.

„Melinda?“, sprach er müde.

„Ich verstehe ja, dass sie ihr Kind wiederhaben wollen, aber es ist jetzt unsere Tochter! Sie Besaßen ihre Chance und haben diese vergeigt!“, damit ging sie auf das Kind zu und nahm es aus der Wiege heraus. Die Frau sah dabei zu.

„Melinda, mit wem redest du?“, sah sich Jim um.

Daraufhin sah Melinda zu ihrem Mann, dann auf die Frau. „Sie sind ein Geist?“, wollte sie es nicht glauben.

„Mein Name ist Margaret White.“, stellte sie sich vor.

„Schon wieder ein Geist?“, wollte Jim wissen. Überfordert sah Melinda abwechselnd zu Jim, dann zu Margaret.

„Was wollen sie hier?“, wollte sie dann endgültig wissen, doch der Geist verschwand im nichts. Aufgelöst sah Melinda ihre Tochter an, war sie doch noch so jung.

Keiner durfte Carrie in Gefahr bringen. Alle mütterlichen Instinkte waren von Melinda aktiviert, nur, um das Baby zu beschützen. Instinkte, von denen die leibliche Mutter nichts wusste. Wie denn auch? War sie doch der Meinung, dass Kind wäre eine Gefahr für die Welt.

„Es ist Margaret. Sie will das Kind in Gefahr bringen.“, sprach die verzweifelte Melinda und sah nochmals auf ihr Kind. Um jeden Preis müsse sie Carrie beschützen.
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