Heartattack

von Maya88
GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
Jungkook V
09.10.2019
20.11.2019
4
24035
9
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
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Hallo ^^

Ich bin nach langer, langer Zeit mit einer neuen (alten) Geschichte zurück!
Ich habe diese FF in 2016 begonnen und auch noch in 2017 daran geschrieben - nun möchte ich sie endlich fertig stellen. Deshalb werde ich jetzt nach und nach die bereits abgeschlossenen Kapitel hier hochladen und würde mich über konstruktives Feedback freuen ^^ !

Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, dass die ersten beiden Kapitel sehr smut-lastig sind, dies aber im Laufe der Geschichte nachlässt, da ich mich dann mehr auf den Plot/die Beziehung der Charaktere konzentriere. Nur so vorweg.





Heartattack
Kapitel 01
Teil: 1/11

Warning: Fake/Pretend Relationship!AU, Smut
Rating: P18 (Sexual Content, Dirty Talk)

Personen: Jeon Jeongguk, Kim Taehyung
Pairings: Jeongguk x Taehyung, Namjoon x Seokjin
Disclaimer: Keiner der hier erwähnten Musiker gehört mir und ich verdiene kein Geld hiermit

Viel Spaß beim Lesen!
Maya


„Oh Gott... Jeongguk... Oh Gott!“ Taehyung krallte seine Finger in das weiche Haar des anderen, als dieser seine Prostata traf und kräftig in ihn stieß. Stöhnen hallte durch den kleinen Raum, untermalt von dem Klatschen von Haut auf Haut und dem Rumpeln des Tisches. Jeongguks starken Hände hielten ihn an der Hüfte, während er ihm atemlos Obszönitäten ins Ohr keuchte. Die Augen des Älteren flatterten zu, ihre Bewegungen wurden unregelmäßiger und Taehyung kam so plötzlich, dass ihm Worte der Warnung nicht mal in den Sinn kamen. Sein Körper zuckte und er wimmerte leicht, während Jeongguk weiter zustieß, bevor auch er kam.

Als sie langsam von ihrem Endorphin-induzierten Hoch wieder runterkamen, lachte Taehyung leise. „Stressigen Tag gehabt?“, fragte er und zischte, als Jeongguk an einem frischen Knutschfleck nippte. „Das kannst du laut sagen“, nuschelte der Jüngere gegen seine Haut. Der Student zog sich aus dem anderen zurück, warf das gebrauchte Kondom in den Papierkorb und Taehyung ein Handtuch zu. „Geh duschen.“

Die beiden jungen Männer hatten mittlerweile so etwas wie eine Routine. Man hätte sie 'Friends with Benefits' nennen können, wenn sie denn Freunde wären. Aber dafür kannten sie sich eigentlich nicht genug.

Jeongguk und Taehyung wohnten im selben Gebäudekomplex, Taehyung in der Wohnung direkt über der des Studenten, und hatten sich das erste Mal mitten in der Nacht im Waschraum getroffen. Es hatte irgendwie 'Klick' gemacht – Jeongguk war aufgerieben vom Tag und leicht wütend gewesen und Taehyung verfügbar und bereitwillig – und die beiden hatten Sex gehabt. Das war noch keine zwei Monate her und seitdem trafen sie sich regelmäßig. Mal bei dem einen, mal bei dem anderen oder auch mal im Waschraum.

Jeongguk liebte die unkomplizierte Art des Älteren und die Tatsache, dass er kein schlechtes Gewissen haben musste, wenn er ihn mitten in der Nacht vor die Tür setzte (immerhin wohnte Taehyung nur eine Etage über ihm). Es war guter, schneller Sex, ganz ohne Verpflichtung. Keine soundso vielen Dates, bis man ran durfte, keine Geschenke, kein Süßholzraspeln, keine Versprechungen... Es war perfekt.

„Wir sehen uns die Tage!“, rief Taehyung noch über seine Schulter, schenkte ihm ein Lächeln und ein Zwinkern, und dann war er schon im Treppenhaus verschwunden. Jeongguk schloss seine Wohnungstür, fuhr sich über das vom Duschen nasse Haar und seufzte entspannt.

Doch bevor er sich ins Bett legen und schlafen konnte, warf er noch einen Blick auf sein Handy. Schon wieder eine neue Nachricht von seinem Cousin. Er entschloss sich, die Nachricht nicht zu lesen. Nach dem Sex mit Taehyung war sein Schlaf jedes Mal tief und erholsam und er wollte sich das jetzt nicht verderben. Also legte er das Handy zurück auf den Nachttisch und war kurz darauf eingeschlafen. Erst am nächsten Morgen – noch im Bett – entsperrte er sein Telefon und rief den Chat mit seinem Cousin auf, um zu lesen, was dieser ihm geschrieben hatte.

Von: Namjoon-hyung
19:47 Uhr
Wie wär's mit dem netten Assistenzarzt aus der Neurochirurgie?

Von: Namjoon-hyung
20:02 Uhr
Wenn du ihn nicht fragen willst, tu ich es...

Von: Namjoon-hyung
20:11
Es sind nur noch 2 Wochen bis zur Hochzeit und ich will dich nicht wie einen Eremiten allein am Tisch sitzen sehen, während alle anderen tanzen

Von: Namjoon-hyung
21:09
Jinnie meint, sein neuer Kollege im Restaurant wäre ganz nett – Halb-Spanier!

Jeongguk wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Sein geliebter Cousin und seine bessere Hälfte Seokjin würden in zwei Wochen heiraten (sie flogen dafür extra nach Amerika) und ihre größte Sorge war, dass Jeongguk sich ohne Begleitung angemeldet hatte. Also bekam er nun seit Wochen – seit Wochen – Nachrichten von Namjoon und Seokjin, die versuchten, ihm ein Date für die Hochzeit zu verschaffen.

Dabei ging es nicht einmal nur um den eigentlichen Hochzeitstag an sich. Da das Paar für ihre Vermählung extra nach Amerika flog, hatten sie eine ganze Woche für die Feierlichkeiten eingeplant. All ihre Freunde hatten sich für die Hochzeit frei genommen und Jeongguk würde sich viel mehr auf das Wiedersehen freuen, wenn Namjoon nicht so darauf drängen würde, dass er mit einem Freund erschien (wahrscheinlich lag ihm Seokjin täglich damit in den Ohren, dass er sich Sorgen um sein armes Baby machte, ganz allein ohne Beziehung, die ihm Halt und Liebe gab – Seokjin meinte es bestimmt nicht böse und wollte einfach nur, dass Jeongguk so glücklich war wie er und Namjoon, aber der Student war mittlerweile am Ende seiner Nerven). Doch Jeongguk hatte aktuell nicht das Bedürfnis nach einer festen Beziehung und war mit dem unverbindlichen Sex mehr als zufrieden, ihm fehlte nichts.

Er dachte daran, seinem Cousin nicht zu antworten, aber dann würde dieser wahrscheinlich anrufen – oder sogar Seokjin selbst und das war etwas, was er auf jeden Fall verhindern wollte. Er liebte die fürsorgliche und liebevolle Art des Chefkochs, aber er schaffte es, ähnlich einer Mutter, einem (ohne jeden Grund!) ein schlechtes Gewissen zu bereiten und allem zuzustimmen, nur damit man der Diskussion ein Ende setzen konnte.

An: Namjoon-hyung
6:03 Uhr
Weder noch...


An: Namjoon-hyung
6:04 Uhr
Hyung, lasst es doch einfach gut sein


Damit sperrte er das Telefon wieder und machte sich fertig für die Uni. An für sich ging er gerne zur Uni, doch momentan war alles ein wenig viel. Er war im letzten Semester des vorklinischen Teils und die Prüfungen standen kurz bevor – und die Hochzeit fiel dummerweise genau in diese Zeit. Aufgrund der Hochzeit hatte er sich beurlauben lassen und versuchte gerade, den Stoff so weit vorzuarbeiten, wie es ihm möglich war, damit er nach seiner Rückkehr keine Zeit damit verschwendete, alles nachzuholen, während er gleichzeitig für das Physikum lernte. Natürlich wusste Namjoon davon, Jeongguk hielt ihn über das Studium auf dem Laufenden (zahlte der Ältere doch seine Wohnung und einen Teil der Studiengebühren) und dieser hatte das Studium ja ebenfalls hinter sich gebracht, doch konnte er auch nicht von dem Paar verlangen, dass es das Datum änderte, nur weil er nicht frei hatte.

Also steckte er brav die Nase in die Bücher, arbeitete vor und paukte noch lange nach Uni-Schluss. Und wenn es ihm zu viel wurde und er eine Pause brauchte, war Taehyung meist zur Stelle, um ihn für eine kurze Zeit abzulenken und angenehm auszupowern.

So auch drei Tage später. Taehyung hatte Essen mitgebracht und so lümmelten sie anschließend nackt auf dem Sofa, sahen fern und aßen Take-Out, noch verschwitzt, aber zufrieden. Als Jeongguk aufgegessen hatte, nahm der Ältere ihm die leere Verpackung ab, brachte sie in den Müll und kam zurück zu ihm, ein Lächeln auf den Lippen. Er ließ sich auf Jeongguks Schoß nieder und beugte sich vor, um seinen Hals zu küssen. „Schaffst du noch 'ne Runde bevor ich gehe?“, fragte er mit seiner überraschend dunklen Stimme und ließ auffordernd seine Hüfte kreisen, „Ich mach auch die Arbeit... Du brauchst dich nur zurücklehnen und entspannen... Ich-“

Taehyung wurde unterbrochen, als das Telefon klingelte. Er hielt in seinen Bewegungen inne und schielte zu Jeongguks Handy, der nur eine abweisende Geste in dessen Richtung andeutete. „Ignorier es“, meinte er, „Was wolltest du gerade sagen?“ Doch das Telefon gab keine Ruhe und Taehyung hob eine Augenbraue, wich dem Jüngeren aus. „Da ist jemand ziemlich hartnäckig“, sagte er und in seiner Stimme klang Skepsis und auch etwas Besorgnis wider, „Es ist vielleicht etwas passiert...?“ Jeongguk seufzte, gab aber nach einem Blick aus flehenden dunklen Augen nach und nahm ab. Auch wenn er schon wusste, wer es war und was höchstwahrscheinlich wieder Thema sein würde. Auch die letzten Tage war er weiterhin von Namjoon gefragt worden, wen er für ihn als Date arrangieren sollte. Dabei hatte sein Cousin schließlich unumwunden zugegeben, dass Seokjin nicht locker ließ („Aber er meint es nur gut, Jeonggukkie“).

„Was?“, fragte er deshalb ziemlich genervt und erntete einen fragenden Blick des nackten Jungen auf seinem Schoß. Doch das kümmerte ihn gerade nicht wirklich. Sie hatten zwar nie über ihre Familien geredet, doch er war sich sicher, dass auch Taehyung Erfahrungen mit nervender Verwandtschaft hatte.

Was ist das denn für eine Begrüßung, Jeonggukkie?“, meldete sich – zu seiner Überraschung – dieses Mal Seokjin am anderen Ende der Leitung und Jeongguk bereute seine patzige Art beinahe sofort wieder. „Oh, Seokjin-hyung“, sagte er weitaus milder und versuchte die Falten auf seiner Stirn zu glätten, „Tut mir leid, ich dachte, es wäre schon wieder Namjoon...“ Der Verlobte seines Cousin lachte, doch Jeongguk ließ ihn nicht erneut zu Wort kommen. „Hyung, wenn es wieder um diese Hochzeitssache geht: Lass es. Ihr braucht mir wirklich kein Date zu organisieren.“

Taehyungs Blick wurde definitiv neugierig, aber auch schelmisch und ehe er sich versah, hatte der Ältere sich wieder vorgebeugt und begann mit geöffnetem Mund seinen Hals mit Küssen zu bedecken, die selbst mit Kleidung keine Jugendfreigabe bekämen. Seine Zunge geisterte über die empfindliche Haut, Zähne kratzten darüber und Jeongguk hatte alle Mühe, keinen verräterischen Ton von sich zu geben.

Wir möchten nur nicht, dass du die ganze Woche allein bist. Du wirst dich langweilen und ausgeschlossen fühlen und das wird dich deprimieren und ich will nicht, dass du deprimiert bist...“ Jeongguk gab Taehyung mit einem Ziehen an dessen Haaren zu verstehen, dass er eine Pause brauchte, doch der grinste nur und saugte sich fest, um ihm einen Knutschfleck zu verpassen. Er sog scharf die Luft ein und hoffte, dass Seokjin nichts davon mitbekam. „Hyung“, versuchte er mit fester Stimme das Gespräch weiterzuführen, „Ich werde nicht der einzige Single auf eurer Hochzeit sein, okay?“ Er biss sich fest auf die Unterlippe, als Taehyung seine Brustwarze in den Mund nahm und Anstalten machte, vor ihm auf die Knie zu gehen, ein böses Funkeln in den Augen. „Hyung! Können wir vielleicht morgen darüber sprechen?“, presste der Student zwischen den Zähnen hervor und vergrub seine Finger in Taehyungs Haaren, „I-ich bin grad – irgendwie beschäftigt! Wir reden morgen, ja? Bye!“

Er legte auf, warf das Telefon zur Seite und bedachte den Älteren mit einem zugleich schockierten und bewundernden Blick. „Du Biest...!“, keuchte er und legte dann genießend den Kopf in den Nacken, als der Ältere begann, ihm einen zu blasen. Taehyung war zu gut mit seinem Mund, als dass Jeongguk noch an irgendwas anderes denken konnte. Es klingelte noch einige Male, doch die beiden schenkten dem Telefon keine Beachtung mehr.

Natürlich rief er Seokjin am nächsten Tag nicht zurück. Es war unhöflich, aber er hatte erstens keine Lust darauf, das Gespräch wieder aufzunehmen und zweitens, befürchtete er eine Erklärungsnot bezüglich seines Abwürgens am Telefon. Also flüchtete er sich in seine Studien und ignorierte die Tatsache, dass ihm nur noch knapp eine Woche bis zur Hochzeit blieb...

Von: Namjoon-hyung
17:18 Uhr
Der Countdown läuft, Jeonggukkie...

Als Taehyung einige Tage später seine Wohnung betrat, fackelte Jeongguk nicht lange und presste ihn gegen die Sofalehne. Seine Küsse am Hals des Älteren wurden schnell zu kleinen Bissen und seine Hände packten ihn grober, als nötig gewesen wäre. „Spreiz die Beine“, kommandierte er und es ging ihm runter wie Öl, als Taehyung mit einem Stöhnen gehorchte. Er war genervt von seinem Cousin und gestresst vom Tag in der Bibliothek und der Ältere das perfekte Ventil, um seine aufgestaute Wut und Frustration herauszulassen. Die Erektionen der beiden Männer rieben unter dem Jeansstoff aneinander und entlockten ihm ein zufriedenes Grollen. Taehyung war in froher Erwartung schon halb hart und Jeongguk ging es nicht anders.

Ihr Sex war schmutzig und hart – genauso wie er es gerade brauchte. Als er kurze Zeit später neben Taehyung auf dem Sofa lag (die Klamotten des Älteren hingen mehr schlecht als recht an ihm, doch hatten beide nicht die Zeit oder Nerven aufbringen können, sich vorher umständlich zu entkleiden) und dessen Gesicht betrachtete, entfuhr ihm ein kleines Lächeln. Der junge Mann hatte die Augen geschlossen, die geschwollenen Lippen geöffnet und schnappte nach Luft, die Spitzen seines braunen Haares klebten an der verschwitzten Haut, die im gedimmten Licht des Deckenfluters braungold glänzte. Entgegen des koreanischen Schönheitsideals, war Taehyungs Haut stark gebräunt, geküsst von der Sonne und gab ihm einen weichen, knabenhaften Touch. Sie erinnerte Jeongguk an lange Tage am Strand in Busan... sonnig, warm, entspannend... wunderschön. Ohne groß nachzudenken, angelte er nach seinem Handy und machte ein Photo. Taehyung wandte den Kopf und sah kurz verwundert drein, ehe er ihm ein strahlendes Lächeln schenkte und Jeongguk erneut abdrückte.

„Sexy...“, raunte er mit einem Schmunzeln, „So durchgefickt...“ Taehyung lachte und streckte sich zufrieden. „Keiner fickt mich so gut wie du... Ich liebe deinen Schwanz.“ Er leckte sich über die Lippen und Jeongguk zwinkerte ihm zu. „Du nimmst ihn sehr gut.“

Taehyung lächelte weiterhin, als er sich herumdrehte, ihm das Telefon aus der Hand nahm und ebenfalls ein Bild von ihm schoss. Dann legte er seinen Kopf auf Jeongguks Brust ab, machte ein Peace-Zeichen und ein Selca von ihnen. Er studierte das Display, lächelte zufrieden und händigte ihm das Gerät wieder aus. Jeongguk betrachtete das Bild nur kurz, ehe er das Telefon wieder zur Seite legte und seine müden Glieder lang machte.

„Jetzt habe ich etwas, das mir die nächste Woche versüßt“, murmelte er gedankenverloren und versuchte, nicht die Stirn zu runzeln, als sich seine Stimmung direkt wieder verschlechterte. „Nächste Woche?“, fragte Taehyung, „Was ist nächste Woche?“ Jeongguk stöhnte und schüttelte leicht den Kopf. „Mein Cousin heiratet und lässt dafür Freunde und Familie nach Amerika einfliegen.“ „Uh, Amerika?“ „Ja, meine Familie hat dort ein Strandhaus. Dort werden sie vermählt.“ Taehyung gab ein verträumtes Geräusch von sich und starrte an die Decke. „Hochzeit am Strand... Wie romantisch.“ Der Ältere biss sich lächelnd auf die Unterlippe und Jeongguk fragte sich, ob sich hinter all dem schamlosen Sex ein Mensch verbarg, der sich nach genau solch einer Bilderbuch-Romanze sehnte. Doch noch ehe er diesen Gedanken weiter vertiefen konnte, meldete das Handy neben ihnen eine eingehende Nachricht. Jeongguk rollte mit den Augen, nahm das Telefon dennoch zur Hand und sah nach.

Von: Seokjin-hyung
22:31 Uhr
Wenn du mir bis morgen Mittag Punkt 12 keinen guten Grund nennst, werde ich Bang Minsoo zu deinem Tischpartner und Begleiter machen

„Wer ist Bang Minsoo?“, fragte Taehyung interessiert und hob eine Augenbraue. Jeongguk seufzte. „Er ist Koch in Seokjin-hyungs Restaurant. Oh man... Die beiden lassen echt nicht locker.“ Der Ältere kicherte. „Sag doch einfach, dass du vergeben bist.“ Der Student rollte mit den Augen. „Als ob die mir das abkaufen, nachdem sie mich wochenlang mit dieser Date-Geschichte genervt haben. Die durchschauen sofort, dass ich nur meine Ruhe haben will.“ Er spürte mehr, als dass er es sah, dass sein Nebenmann mit den Achseln zuckte. „Versuchen kannst du's.“

An: Seokjin-hyung
22:34 Uhr
Tut mir leid, Seokjin-hyung, aber ich kann nicht mit Minsoo zur Hochzeit


Von: Seokjin-hyung
22:35 Uhr
Wieso nicht? Ich versteht euch doch gut, oder nicht?

Jeongguk zögerte mit seiner Antwort, doch nach einem letzten Mut machenden Nicken von Taehyung, gab er schließlich nach und versuchte das schlechte Gewissen zu ignorieren, als er dem Chefkoch die offensichtliche Lüge textete.

An: Seokjin-hyung
22:37 Uhr
Weil... ich bereits jemanden treffe, okay?


„Sehr vage“, kommentierte Taehyung und Jeongguk warf ihm einen bösen Blick zu. „Was soll ich ihm denn erzählen? 'Tut mir leid, aber ich bin derzeit damit beschäftigt einem heißen Typen das Hirn rauszuvögeln'?“ Taehyung lachte und steckte den Jüngeren mit an, doch eine neue Nachricht von Seokjin verlangte kurz darauf (wie erwartet) ihre Aufmerksamkeit.

Von: Seokjin-hyung
22:38 Uhr
WAS? Seit wann? Wie heißt er? Wo hast du ihn getroffen?

Von: Seokjin-hyung
22:38 Uhr
Wenn du mir versuchst einen Bären aufzubinden, leg ich dich übers Knie, sobald du hier bist!

Von: Namjoon-hyung
22:38 Uhr
Jinnie sagt, du hast einen Freund... Willst du uns eigentlich verarschen?

Jeongguk verzog das Gesicht. „Siehst du? Die glauben mir kein Wort. Was soll ich ihnen jetzt bitte sagen?“ Taehyung schnaubte. „Was fragst du mich?“ „Weil es deine Idee war, du Genie.“ Der Ältere grinste. „Bist wohl kein guter Lügner, was?“, stellte er fest, „Dann lerne vom Meister, junger Grashüpfer.“ Taehyung stützte sich auf die Ellbogen und Jeongguk lachte amüsiert, als dieser den Finger hob und begann: „Sei präzise, aber sparsam mit den Details. Je weiter man eine Geschichte ausschmückt, desto weniger glaubhaft wird sie – und sie brechen einem schnell das Genick. Gib ihnen einen Namen, aber keinen Nachnamen. Nenne einen ungefähren Zeitpunkt, aber kein genaues Datum. Und bleib du, das ist das Wichtigste. Wenn du jetzt untypisch romantisch und gefühlsduselig wirst, glauben sie dir erst recht nicht.“

Der Student war kurz still, bevor er in schallendes Gelächter ausbrach. Taehyung sah aber nicht eingeschnappt aus und lachte ebenfalls herzhaft. Wenn sie beide ehrlich waren, dann mussten sie zugeben, dass sie – abgesehen von Dirty Talk – nicht wirklich miteinander redeten und das gerade mehr oder weniger das erste „richtige“ Gespräch war, was sie führten. Jeongguk vergaß beinahe das Telefon in seiner Hand, bis dieses erneut eine Nachricht ankündigte.

Von: Seokjin-hyung
22:45 Uhr
Hat Joonie recht? Lügst du mich an? Ich bin enttäuscht...

Taehyung knuffte ihm die Seite und legte sich wieder neben ihn. „Na los“, gab er ihm Mut, „Nur nicht mit der Tür ins Haus fallen und die Story häppchenweise servieren.“

An: Seokjin-hyung
22:46 Uhr
Nein, Hyung... Sein Name ist Taehyung


Mit einem Seitenblick versicherte er sich bei dem Älteren, dass es okay war, ehe er die Nachricht abschickte und erhielt ein Nicken als Antwort auf seine unausgesprochene Frage.

An: Seokjin-hyung
22:47 Uhr
Wir kennen uns erst seit ein paar Wochen


Von: Seokjin-hyung
22:50 Uhr
Joonie glaubt dir nicht... Und ich muss zugeben, dass ich auch skeptisch bin, Jeonggukkie...

Der Student hätte das Telefon am liebsten in die nächste Ecke geworfen, doch Taehyung pikte ihm den Zeigefinger in die Wange und schnalzte mit der Zunge. „Jetzt nicht den Fehler machen und versuchen, ihn zu überzeugen.“

An: Seokjin-hyung
22:52 Uhr
Ihr braucht mir nicht glauben


An: Seokjin-hyung
22:52 Uhr
Ich habe nichts gesagt, weil wir uns noch nicht lange kennen


An: Seokjin-hyung
22:53
Whatever


Taehyung gab ihm einen Daumen nach oben. „Du lernst schnell, mein geiler Padawan...“ Jeongguk gab ihm einen Stoß, doch er schmunzelte dabei. Er war kein Freund von Lügengeschichten und eine Beziehung erfinden war nicht gerade das, was er als erstrebenswert erachtete. Vor allem Menschen gegenüber, die er schätzte und liebte. Aber zum Teufel... er war das ganze so satt... Da war eine kleine Notlüge doch entschuldbar, oder?

Von: Seokjin-hyung
22:58 Uhr
Tut mir leid, Jeonggukkie, ich wollte dich nicht beleidigen.

Von: Seokjin-hyung
22:58 Uhr?
Taehyung also, ja?

Von: Seokjin-hyung
22:59 Uhr
Hast du ein Bild von ihm? Joonie und ich sind neugierig... :)

Jeongguk zog die Augenbrauen tiefer. „Sie glauben mir also doch nicht“, murrte er, doch Taehyung schüttelte den Kopf. „Ach, Quatsch. Die Frage ist total normal.“ „Ernsthaft?“ Der Ältere warf ihm einen belustigten Blick zu. „Du gehst wohl nicht viel aus, was? Wenn du Freunden gegenüber erwähnst, dass du jemanden triffst, wollen sie immer sofort ein Bild sehen. Schick ihm unser Selca.“ Jeongguk verschluckte sich beinahe an seinem Speichel. „Was? Bist du sicher?“ Auf ein weiteres Nicken hin gab er nach, wählte das Photo von ihnen in der Galerie und drückte auf 'Senden'.

Das Herz klopfte ihm plötzlich bis zum Hals und er knabberte nervös auf seiner Unterlippe, während er auf das Display starrte und auf eine Reaktion wartete. Er wusste nicht, wieso ihn die Sache so fertigmachte. Taehyung hatte ihm das Okay gegeben (Himmel, er hatte es sogar vorgeschlagen!) und das Photo war (relativ) züchtig (immerhin waren sie angezogen). Und je länger er auf das Telefon starrte und keine Antwort kam, desto schlimmer wurde es. Er hatte das ganz miese Gefühl, dass er gerade einen ganz dummen Fehler gemacht hatte...

An diesem Abend kam auch keine Antwort mehr. Und Jeongguk hatte das Thema beinahe (aber auch nur beinahe) schon wieder vergessen und wiegte sich in Sicherheit. Vielleicht war Taehyungs Idee ja doch gar nicht so schlecht gewesen und er blieb bis zu seiner Anreise von weiteren Fragen unbehelligt. Und bis dahin konnte er sich noch in Ruhe Antworten auf diese Fragen überlegen.

Von: Namjoon-hyung
5:23 Uhr
Ich ignoriere jetzt mal die Tatsache, dass ihr zwei absolut durchgevögelt ausseht und sage nur: … Respekt. Er sieht gut aus... ;)

Von: Seokjin-hyung
15:11 Uhr
Okay. Jeonggukkie... du musst ihn unbedingt mit zur Hochzeit bringen! Keine Ausreden, ich muss ihn kennenlernen! :D
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