Zwischen den Zeilen

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
08.10.2019
21.10.2019
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08.10.2019 480
 
Heute beginnt es nun … das neue Jahr.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich damit anfangen soll.
Seit Weihnachten haben wir uns nicht gesehen … Heiligabend … da haben wir noch zusammen unter dem Tannenbaum gesessen.
Wir haben gelacht, gescherzt und zusammen den selbstgemachten Eierlikör von Oma getrunken.
Als dann Zeit für die Bescherung war, haben wir aneinander gekuschelt dagesessen und gemeinsam unsere Geschenke ausgepackt.
Du hast dich so wahnsinnig über den Schal gefreut, den ich für dich gestrickt habe. Dabei war er scheußlich und unförmig, aber für dich war es der schönste Schal der Welt.
Nur weil ich ihn gemacht habe.
Du glaubst nicht, wie sehr mich das gefreut hat.
Und dann hast du es auf einmal getan.
Du hast mich gebeten aufzustehen und dann hast du dich vor mich hingekniet.
Ich kann immer noch nicht glauben, dass du mich gefragt hast, ob ich dich heiraten will … natürlich hab ich ‘Ja’ gesagt. Wie sollte die Antwort auch anders lauten? Wir sind doch schon so lange zusammen.
Und dann … dann kam noch eine zweite Frage. Ob ich mir vorstellen könnte dauerhaft dein Sub zu sein.
Das war schon schwieriger zu beantworten. Ich habe dich um Bedenkzeit gebeten, weil ich nicht wusste … nicht weiß, ob ich dauerhaft in dieser Rolle sein kann.
Zum Glück hast du mir gesagt, dass ich in Ruhe darüber nachdenken kann.
Dann hast du die Schatulle mit dem wunderschönen Halsband geschlossen. Ich habe es nur kurz gesehen, aber das Leder sah so wunderbar weich aus und der Ring der O war ein perfektes Rund.
Wir haben uns umarmt und geküsst.
Und dann wollte ich ja unbedingt zur Messe. Keine Ahnung was mich da geritten hat. Aber es war der bescheuertste Wunsch, den ich jemals geäußert habe.
Trotz der Tatsache, dass keiner von uns beiden religiös ist, haben wir uns auf den Weg gemacht.
Dick eingemummelt. Du mit dem neuen Schal. Dein Arm um mich gelegt sind wir die Straße entlang durch den Schnee in Richtung Kirche gestampft. Der Weg ist nicht mal weit … und trotzdem hat er gereicht um dich unterwegs zu verlieren.
Es ging alles so schnell.
Quietschende Reifen.
Du hast mich weggestoßen.
Ein dumpfer Aufschlag …
schmerzerfülltes Stöhnen …
Ich kann mich kaum an Einzelheiten erinnern …
Nur dein Blut im Schnee …
Wunderschönes, kostbares Rot auf diesem reinen Weiß … und deine Haut, die sich diesem immer mehr anpasst.
Ich habe deine Hand gehalten … und versucht das Blut in dir zu halten …
Blaue Lichter überall …
Menschen, die mich von dir wegziehen …
Ich schreie …
Will zurück zu dir …
Man hält mich fest …
Und dann ein Stich und ich höre alles nur noch gedämpft, bevor die Welt um mich herum in Schwärze versinkt und das kostbare Rubinrot auf reinem Weiß verschlingt.
Als ich wieder zu mir komme ist es schon Morgen.
Sie lassen mich nicht zu dir, weil wir nicht verheiratet sind …
Ich breche zusammen … weine …
Ich will doch nur zu dir …
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